RP: Kurfürstentum Hessen-Kassel

Gleichnamiges neues RPG auf SI-Games.com

Spielleitung: Silkow

Moderator: Silkow

Hesse

Beitrag von Hesse »

Trajan hat geschrieben:Der Gesandte Würzburgs verneigte sich.
Seid auch Ihr gegrüßt Herr. Der Unsrige Name lautet Friedhelm von Karlstadt gelegen am schönen Main. Unser Herr der Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths entbietet Euch seine Grüße und hofft das Ihr Uns als ständigen Gesandten an Eurem Hofe aufnehmet. Außerdem bittet der Füstbischof das Ihr so wie er die Grenzen Würzburg/Franken mit Hessen Kassel anerkennt um Zwistigkeiten aus dem Wege zu gehen.
"So sei es Friedhelm von Karlstadt. wir heißen Euch an unserem Hofe willkommen. Unser Diener wird Euch zu Eurem Quatier im Westflügel führen. Richtet bitte dem Fürstbischof aus, daß wir die Grenzen zwischen unseren Reichen anerkennen. Nichts läge uns ferner, als gegen den Fürstbischof ins Felde zu ziehen."

Der Landgraf lächelte und auf seinen Wink trat ein Diener herbei, der Friedhelm zu seinem Quatier geleitete.
Hesse

Beitrag von Hesse »

preusse hat geschrieben:August von und zu Bardeleben hatte den Wink des hessischen Kanzlers erst garnicht bemerkt. Als dieser jedoch seine Bemerkung wiederholte, trat August aus der Reihe und sprach zum Kanzler.

"Mein Name ist August von und zu Bardeleben und ich wurde von meinem Herren Georg I. an den Hof zu Kassel beordert, um alle Interessen und Angelegenheiten meines Kurfürsten zu vertreten." A.v.z.Bardeleben holte eine Urkunde hervor die mit kurfürstlichem, hannoveranischen Siegel seine Worte bestätigte.
Julius nickte höflich.

"Wir geleiten Euch zu Eurem Quatier im Westflügel. Dort könnt Ihr Euch erfrischen. Wir unterrichten den Landgrafen von Eurer Anwesenheit. Er wird sicher baldigst einen Gesandten an den kürfürstlichen Hof schicken."
Hesse

Beitrag von Hesse »

Vernichter hat geschrieben:Ein Mann in grüner Uniform kam angerieten. Wie es sich heruasstellte war es ein aus Hessen stammender Glücksritter. Der jüngste Sohn eines verarmten Adligen der nach seiner Offiziersausbildung sein Heimatland Richtung Osten verliess. Nun war Karl von Ehrenhoffen als gemachter Mann zurück.

Lasst mich rein. Ich habe einen wichtigen Brief für euren Herren. Ich komme im Auftrage des russischen Zaren.
Der Bote des russischen Zaren erhielt umgehend Einlaß. Der Landgraf fragte:

"Was ist Euer Begehr? Wir hörten Ihr seid vom Zaren gesandt?"
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General Wallenstein
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Beitrag von General Wallenstein »

Ein Bote es Kaisers erreicht den Hofe von Kassel und verliest die Verlautbarung Ihrer Majestät.


Verkündung der Reichsacht

Hiermit erklären Wir, Leopold von Habsburg, durch Gottes Gnaden Römischer Kaiser, König von Ungarn, König von Böhmen, König von Kroatien und Slawonien und Erzherzog von Österreich, die Reichsacht über die Person, die Gebiete und den Besitz des Kurfürsten Maximilian II. Emanuel von Bayern, als auch des Kurfürsten Joseph Clemens von Köln.

In Folge dieser Verkündung gehen besagte Fürsten unmittelbar all Ihrer Titel und Ihres Standes verlustigt und gelten fortan als Friedlose, ohne jewede Rechte und den Schutz durch Uns, den Kaiser.

Somit sei es eines jeden loyalen Reichsfürsten zugestandenes Recht, jenen niederen Verrätern an der heiligen Institution des Kaisers und somit des Reiches selbst, den Kriege zu erklären und diesen ohne Zurückhaltung zu führen. Sollte im Verlaufe dieser Reichsacht die Person eines oder beider Entehrten zu Schaden oder gar zu Tode gelangen, so wird hierfür niemand getadelt oder gar zur Rechenschaft gezogen werden. Jedwede Gebiete besagter Ausgestoßener welche ferner im Verlaufe dieser heiligen Pflicht durch die loyalen Reichsfürsten erobert werden, sollen auf Unser Geheiß dem jeweiligen Reichsfürsten selbst zur Hoheit fallen.

Das Sein der Gnädigkeit lässt Uns jedoch ebenso verlautbaren, dass ein jeder der besagten Fürsten, sowohl Maximilian II. Emanuel, als auch Joseph Clemens als reuige Sünder vor Uns treten mögen und in einem strikten Prozedere welches mit dem neuerlichen Treueschwur auf Reich und Kaiser endet, ihre Ehre und Ehrschaften zurückerlangen können.

Sollten besagte Friedlose jedoch ihren Verrate noch weiter betreiben und gar ihr Schwert gegen jedweden loyalen Reichsfürsten oder gar Uns, den Kaiser selbst erheben, ist auch dieses letzte Mildtum verwirkt."


Bild

Im Namen Gottes und zum Wohle des Reiches

Leopold I. von Österreich

Römischer Kaiser
König von Ungarn
König von Böhmen
König von Kroatien und Slawonien
Erzherzog von Österreich
General Wallenstein
Carl the Great: Gegen einen launischen Wallenstein ist es schwer zu bestehen, gegen einen launigen unmöglich.
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Bismarck
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Beitrag von Bismarck »

Friedrich von Hohenburg ist als Gesandter des brandenburgisch-preussischen Kurfürsten eingetroffen und erwartet seine Akkreditierung.
Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen
Vertrauter des Kaisers

One Vision! One Purpose! Peace through Power!
Kurze Posts wurden nur oberflächlich, lange gar nicht gelesen. Wir richteten uns danach!
In Memoriam Stauffenberg (*20.09.1972 †23.01.2008)
Imperativ

Beitrag von Imperativ »

Auch Heinrich Freiherr von Hellersberg ersuchte nachdem ihm das Warten zu überdrüßig wurde, den Bevollmächtigten des Herzogs ums eine Aufnahme als Botschafter Württembergs in Hessen.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Der Landgraf hatte geduldig auf das Begehren des Gesandtes des Zaren gewartet. Als dieser aber wohl im Anblick des staatlichen Landgrafen die Stimme verschlug, ließ der Landgraf in höflich in die Gesandtenquatiere bringen.

"Macht Euch erst einmal frisch und dann kommt wieder, wenn Ihr Euer Anliegen vortragen wollt."

Dann hörte er über den Mißmut des württembergischen Gesandten. Auch das andere Gesandte warteten gefiel dem Landgrafen gar nicht.

"Julius!" zitierte er den Kanzler herbei, "in Zukunft möchten wir ein reibungsloseres Akkreditierungsverfahren haben!"

Julius nickte und lächelte gequält. Was konnte er gegen den Ansturm der Gesandten denn tun? Er würde einfach weitermachen. So nahm er höflich den württembergischen Gesandten mit einer unterwürfigen Entschuldigung auf und widmete sich auch der Unterbringung des brandenburgisch-preussischen Gesandten.

Sodann erfuhr der Landgraf von der Reichsacht über den Kölner und den Bayern.

Der Landgraf zückte nur eine Braue: "Soso...da haben sichs ja einige ordentlich die Suppe versalzen."

Süffisant lächelte der Landgraf. Amalia, die beim Lustwandeln im Schloss auch den Thronsaal betrat, in dem der Landgraf ja quasi wie angenagelt auf dem Thron saß, fragte unbekümmert:

"Ist denn eine Reichsacht so schlimm?"


Karl schüttelte wohlwollend lächelnd den Kopf: "Ihr naives Weibsstück. Angenehm ist sie keinstenfalls und die letzte Reichsacht dürfte schon eine Weile her sein. Hoffentlich bringt uns das nicht in einen zweiten Dreißig-Jährigen Krieg."

Amalia rollte die Augen: "Dann wären es ja schon sechzig Jahre Krieg."

Karl tätschelte ihr mitfühlend den Kopf: "Ach, Ihr seid so schön unbekümmert. Ein Glück das die Staatsgeschäfte nicht in den Händen von Weibern liegen, sonst würden wir wohl noch um Landesgrenzen um die Wette häkeln."

Karl kam mit einem beschwingten Satz vom Thron und mit ein paar anzünglichen Gesten verschwand er mit der Landgräfin in den Diensbotengängen, die direkt zum landgräflichen Schlafgemach führten.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Am heutigen Tage erließ der Landgraf von Hessen-Kassel folgendes Edikt:
Edikt zur Aufnahme von Kriegsflüchtigen:


Angesichts der Kriegszustände innerhalb Europas,

erklärt sich Hessen-Kassel in der Tradition als gastfreundliches Land bereit,

allen Kriegsflüchtlingen aus den Kriegsgebieten Asyl zu gewähren.


Dabei wird allen Minderheiten jeglicher Konfession garantiert, daß sie nicht

wegen ihrer Bräuche oder Konfession verfolgt oder ausgeliefert werden.

Jedem Kriegsflüchtling, der sich nachweislich länger als 5 Jahre in unseren

Landen aufhält wird die Staatsbürgerschaft gewährt.


Diese Wartezeit kann durch freiwilligen Militärdienst in der hessichen Armee

verkürzt werden.


Frauen und Kinder genießen besonderen Schutz und Fürsorge der

Landgrafschaft Hessen-Kassel.


Möge der Krieg dem Frieden weichen!

Bild

gez.

Karl
Landgraf von Hessen-Kassel
Imperativ

Beitrag von Imperativ »

Heinrich Freiherr von Hellersberg erbittet alsbald vor den Landgrafen treten zu dürfen, hat er doch wichtige Dokumente, unterzeichnet von Herzog Eberhard Ludwig, ihrer Hoheit zu überreichen. In Württemberg erhofft man sich hiervon eine langfristige Stabilisierung der gesamten Region.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Der Landgraf Karl empfung den Abgesandten bei dessen Bitte um eine Audienz umgehend. Gar hocherfreut zeigte er sich über die unterzeichneten Dokumente.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Die Verkündigung des Vertrags zur Deutschen Union stimmte den Landgrafen die letzten Tage äußerst fröhlich. Hinzu kam eine rege Geheimdiplomatie, deren Nervenkitzel Karl zunnehmend genoß.

Vielleicht würde dieses Abkommen zwischen Württemberg und Hessen der Grundstein für eine generelle neue Richtung im Reich. Karl grübelte darüber nach, als er die lange Galerie des Schloßes entlang lief.

Die neueren Ereignisse über den Kniefall des Bayern und der neuen diplomatischen Richtung des Kaisers, der anscheinend allzugerne zu vergeben schien, trübten die gute Laune Karls. Von seinen Gesandten bekam Karl Informationen, daß zunnehmend der Heilige Stuhl und damit die katholische Kirche ihren Einfluß in Österreich geltend zu machen schien. Karl mißfiel der zunnehmende Einfluß dieser Pfaffen, besonders der scheinheiligen Fürstbischöfe. Der Landgraf blieb vor dem Poträt seines Vorfahren Phillip stehen, der ein Vorreiter des Protestantismus war und viel für Hessen getan hatte. Karl runzelte die Stirn, sollte das Reich wieder zunnehmend einem Kaiser verfallen, der mehr die Kirche hofierte als seine treuen Fürsten, die ihn doch erst zu dem machten, was er war? Ohne sie wäre sein Einfluß auf sein eigenes Reich beschränkt und wahrscheinlich würden eher die Franzosen über den Kontinent herrschen, als der Österreicher.

Karl schüttelte den Kopf, als er in sein neues Arbeitszimmer einbog. Er öffnete einen der neuen Bücherschränke und zog ein großes breites Buch heraus. Der Titel prangte in goldenen Lettern auf dem Einband "Phillip von Hessen - Memoiren eines Fürsten". Karl legte den Wälzer auf den Sekretär vor dem großen Fenster, öffnete das Buch und begann zu lesen. Vielleicht würde er im Handel seines Vorfahren ein paar gute diplomatische Winkelzüge entdecken.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Hesse

Beitrag von Hesse »

Mit Bestürtzung vernahm man am Hofe die Nachricht eines Krieges zwischen Brandenburg-Preussen und Russland. Hatte man doch gerade in den letzten Tagen die Freundlichkeit und Ehrhaftigkeit des Kurfürsten aus Berlin kennengelernt, ja mit dem Nichtangriffspakt sogar besiegelt, war man nun erschrocken, wie der russische Zar einen Krieg vom Zaun mit diesem ehrenhaften Mann brach.

Der Landgraf harrte auf eine entsprechende Nachricht vom Hofe in Wien. Wie würde der Kaiser reagieren?
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Vernichter
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Beitrag von Vernichter »

Karl von Ehrenhoffen bat darum zu dem Regenten von Hessen vorgelassen zu werden. In seinem Kopf schwirrten viele Gedanken. Er fragte sich wie Hessen mit so einem niederträchtigen Schuft wie dem Kurfürsten von Preußen einen Pakt abschließen konnte. Schließlich hatte er durch die Hand seines Getreuen Sachsen und damit ein Mitglied des Reiches überfallen lassen.
Die einzige Erklärung die Ehrenhoffen schlüssig erschien war die, dass der Kurfürst von Preußen diesen Vertrag durch Lügen erschleichen konnte.
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.

(Phlipp K.Dick: "Der Dunkle Schirm")
Hesse

Beitrag von Hesse »

Kanzler Julius Faberius geleitet den Gesandten in den Thronsaal des Landgrafen. Karl stand an der Mitte des Thronsaal mit einem Offizier der Landgrafengarde an einem Tisch. Auf dem Tisch war eine Karte der Landgrafschaft uns seiner Nachbarn befestigt. Beim Eintreten von Julius und dem Gesandten, schaute der Landgraf von der Karte auf. Er entließ den Offizier und zwei Diener brachte die Karte aus dem Saal. Der Landgraf setzte sich auf seinen Thron und sprach:

"Wen bringt Ihr mir da, Kanzler?"

"Den Gesandten des Zaren, Karl von Ehrenhoffen, Eure Hoheit."


Der Landgraf hebte kurz die Hand. Der Kanzler und die Diener des Landgrafen verließen sofort den Saal. Karl fixierte den Gesandten:

"Wir haben Eurem Zaren bereits auf sein Schreiben geantwortet. Was können wir darüber hinaus für unseren russischen Freund tun?"
Hesse

Beitrag von Hesse »

Als der Gesandte des Zaren wieder einmal seiner Stimme in der Gegenwart des Landgrafen verlustig ging, schickte der Landgraf den russischen Gesandten wieder in sein Quatier.

Karl rief seinen Kanzler herbei:

"Wenn der russische Gesandte nächstes Mal eine Audienz wünscht, dann fragt vorher nach seinem Bestreben!"


Mürrisch ließ der Landgraf seinen Militärattaché kommen. Der Oberst Christoph von Fulda der "Landgrafengarde" baute sich vor dem Landgraf in militärischer Manier auf und salutierte.

"Rührt Euch, Oberst! Wir wünschen, daß Ihr unsere Truppen exierzieren laßt bis zum Umfallen. Sie müssen auf alles vorbereitet sein! Diese neue unehrenhafte Methode fremde Länder ohne entsprechende Kriegserklärung zu überfallen ist wohl das baldige Ende eines ritterlichen Waffenganges. Wir wollen nicht so dahstehen wie der Sachs, verstanden?"


Oberst von Fulda nickte und entfernte sich wieder. Der Landgraf winkte den Kanzler näher herbei. Karl tuschelte einige Dinge ins Ohr des Kanzlers. Leicht erschrocken blickte der Kanzler ungläubig den Landgrafen an und dieser betonte laut:

"Doch, doch, so sieht es aus. Aber das Ihr mir das für Euch behaltet."

Der Kanzler nickte, seufzte und flüsterte vor sich hin:

"Das würde mir sowieso niemand glauben."
Hesse

Beitrag von Hesse »

In der Landgrafschaft kam Freude auf, als man von der Fruchtbarkeit der diplomatischen Bemühungen hörte. Der Landgraf hatte es in geheimen diplomatischen Verhandlungen geschafft auch das Herzogtum Mecklenburg für die Deutsche Union zu gewinnen.

Der neue Unionsvertrag enthielt einige kleine Änderungen, wurde aber von allen Unionsstaaten gebilligt und in Kassel unterzeichnet.
Neoderich

Beitrag von Neoderich »

Der Gesandte Ernst August von Hinterzarten erreicht die hessischen Lande und erbittet seine erbetene Zulassung als Botschafter des Herzog Johann Wilhelm.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Persönlich nahm der Landgraf den Gesandten aus der Kurpfalz in Empfang. Mit den Worten:
"Es ist uns eine Freude, von unserem Nachbarn endlich einen dauerhaften Gesandten begrüßen zu dürfen. Mögen unsere diplomatischen Bemühungen auf fruchtbaren Boden fallen.", brachte er den Gesandten zu seinem Quatier.
Hesse

Beitrag von Hesse »

Am Hofe zu Kassel wurde mit Verwunderung die Gründung der "Reichsliga" aufgenommen.

Der Landgraf begab sich auf den Weg in sein Arbeitszimmer.

Einerseits wunderte sich der Landgraf, weshalb der Kaiser, der ja schon ein besonderes Verhältnis ob seiner Institution, nun quasi "Reich im Reiche" gegründet habe, andererseits war man erschrocken, daß sowohl Bayern, die Kurpfalz als auch Savoyen sich nun als treue Marionetten des Kaisers zu sein schienen. Sicherlich war es nur die Pflicht eines Reichsfürsten dem Kaiser ergeben zu sein, aber daß man sich nun derart eng politisch an den Kaiser gebunden hatte, zumal die Interessen des Habsburgers ja eher der eigenen Hausmacht, denn dem Reich zu gelten schienen, was die seltsame Handlungsweise gegenüber Hannover zeigte, war schon befremdlich. Woher kam dieser Kadavergehorsam gegenüber dem Kaiser, der seit Jahrhunderten nicht mehr zu spüren war?

Besonders die Verwandlung des Bayern vom Saulus zum Paulus war dem Landgrafen äußerst suspekt. Was da wohl dahinterstecke? Und erst die plötzliche kaisertreue Savoyens, wobei man doch allgemein wußte, daß die Italiener jede Gelegenheit suchten, um aus dem Reiche auszuscheren. Hatte es vielleicht mit dem Angriff des Spaniers in Italien zu tun? Suchte Savoyen die Nähe zum Kaiser, um vor Spanien sicher zu sein? Aber was bewegte den Kurfürsten von der Pfalz? War es vielleicht Frankreich?

Der Langraf grübelte, als er sich an den Sekretär in seinem Arbeitszimmer setze. Er wollte dem Kaiser einen erneuten Brief schreiben, da man auf den letzten nicht geantwortet hatte.

Vielleicht würde diesmal der Kaiser einem anderen Reichsfürsten, außer seinen Paladinen, Gehör schenken, schließlich war er der Kaiser aller Reichsfürsten.

Für den Landgrafen stand fest, neben der Treue der Reichsfürsten gegenüber dem Kaiser, bestand auch eine Pflicht und Treue des Kaiser gegenüber seinen Reichsfürsten. Wenn nun der Kaiser andere Reichsfürsten bevorzugte und den Reichsfrieden im Falle Hannovers einfach so stören ließ, dann fragte sich der Landgraf, ob in Wien noch der Kaiser aller Deutschen säße oder ob dort nur ein Erzherzog von Österreich säße?
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