Verfassen von RP-Texten
Sie interessieren sich für Foren-RPG´s?
Sie haben sich in diesem lustigen "Europa 1700" um ein Land beworben?
Sie wurden so Regent eines Staates und lenken nun dessen Geschicke?
Folgendes sei Ihnen an´s Herz gelegt:
Der Staat-das sind Sie.
Sie verkörpern in diesem Spiel zuallererst
den Souverän Ihres Staates; dessen Namen und Titel können Sie in der Besetzungsliste (oder bei den Daten ihres Landes) nachlesen.
Wen Sie noch verkörpern:
Vertreter Ihres Staates wie Botschafter, Beamte und Soldaten (eingeschränkt; zu Darstellung der Stimmung in der Truppe oder im Falle einer Meuterei o.ä. werden diese durch die Spielleitung dargestellt.)
Falls Sie sich Personen zum Zweck der Darstellung ausdenken, sollten deren Namen und Verhalten zur Atmosphäre des RPG passen. (Siehe auch weiter unten.)
Wen Sie
nicht verkörpern: Beamte, Staatsmänner etc.
anderer Staaten (werden von den jeweiligen Regenten selbst dargestellt); ihr eigenes Volk und dessen Stimmung oder das Volk fremder Provinzen, seien sie nun besetzt oder unbesetzt, freundlich oder feindlich.
All dies gehört zum Rahmen, den die Spielleitung darstellt; sie agieren, das Volk oder ihre Nachbarn reagieren darauf.
Nächster Punkt: Logik und Machbarkeit.
Bevor Sie eine Situation beschreiben, versetzen Sie sich kurz in diese hinein.
Fragen Sie sich: ist das, was ich jetzt beschreibe, wirklich logisch machbar?
Würden andere das zulassen?
Beispiele:
Feldherren/Staatsmänner, die sich bei ihrer Truppe aufhalten, können nicht zeitgleich woanders sein.
Botschafter und andere "offizielle" Vertreter anderer Staaten haben meist nicht uneingeschränkte Handlungsmöglichkeiten in einem Land.
Aktionen sind möglich, sollten jedoch als "Versuche" beschrieben werden.
Auch dabei ist vorher über die Machbarkeit nachzudenken.
Über Erfolg/Mißerfolg entscheidet der betroffene Regent oder im Zweifelsfall die Spielleitung.
Umgekehrt gilt-man muß auch einmal etwas nachgeben können.
Wenn jemand wirklich umfangreich und gut gemacht eine logisch machbare Aktion beschreibt, kann man ruhig einmal darauf eingehen und demjenigen ein kleines Zugeständnis machen.
Beispiel: Spieler A betreibt wirklich gut gemachte Wühlarbeit im Land von Speiler B oder bei dessen Truppen. Spieler B vergibt sich nichts dabei, wenn er dann evtl. schildert, wie bestimmte Beamten oder Soldaten tatsächlich an ihrer eigenen Regierung zweifeln oder Ähnliches.
Der betroffene Spieler wird´s einem sicher danken und im Umkehrschluß vielleicht auch einmal bei einer anderen Aktion nachgeben.
Vom Mit-und Gegeneinander:
Die Regenten der verschiedenen Staaten agieren vielleicht im Spiel gegeneinander, die Spieler jedoch miteinander.
"Gewinnen um jeden Preis"-Einstellung führt zwangsläufig irgendwann dazu, daß Mitspieler den Spaß am Spiel verlieren.
Und dann hat das RPG seine Existenzberechtigung verloren.
Verzichten Sie darauf, zu oft die Gedanken ihres Monarchen in Postings zu beschreiben-vor allem jene, wie unfähig/verlogen/dämlich/heuchlerisch/gierig/aggressiv bestimmte Regenten anderer Länder seien.
Erstens sind die umstehenden Personen keine Gedankenleser und zweitens schafft dies auf Dauer Unmut zwischen den Spielern.
Beschreibendes RP ist allgemein am besten, also statt: "Herzog Wackelpeter dachte sich, die Zarkonier seien alle verlogene Mistkerle" eher:
"beim Lesen der Vorkommnisse in Zarkonien stahl sich ein verächtlicher Zug in die Mundwinkel des Herzogs" oder "als dem Herzog von seinem Gesandten die Antwort Zarkoniens mitgeteilt wurde, nickte er finster und sagte zu General Haudrauf: 'Mir scheint, diesen Herren muß einmal auf´s Haupt geschlagen werden!' "
Nunja, der Verfasser nimmt nicht für sich in Anspruch, der Erfinder von Rollenspiel an sich zu sein, aber folgende Faustregel wirkt meist am Besten:
Rollenspiel ist ein Film, in dem man selbst mitspielt und die Handlung beeinflussen kann. Die Leser des RP-Postings sind die Zuschauer.
In unserem Fall ist es ein Film, in dem Männer gepuderte Perücken und rosa Hosen tragen, sich gewählt in französisch oder gezierten Versionen ihrer eigenen Sprache ausdrücken und dabei mit dem Degen in der Faust Männer in blutige Schlachten führen oder Giftmorde anordnen.
Mit einem Wort: Politik.
