Azrael hat geschrieben: Werter deltadagger, ob man jetzt von der offiziellen Prognose oder der der Prepper (zumindest der scheinbar nicht ganz durchgedrehten Fraktion) ausgeht:
Ist es nicht ein wenig optimistisch anzunehmen, dass es dann noch einen Staat gibt, der einen retten könnte?
Es gibt doch dann höchstens ein paar Regierungsvertreter, die selber irgendwo in einem Bunker hocken, ohne Kontakt zur Außenwelt und wer weiß, ob dann überhaupt noch staatliche Behörden übrig sind, die diese Reste einer Regierung organisieren könnte, um Menschen zu helfen.
Ich persönlich gehe davon aus, dass nach einem Atomkrieg es erstmal für sehr, sehr lange Zeit keine organisierten Regierungen geben wird, jedenfalls nicht auf der Nordhalbkugel.
Wenn ein Atomkrieg so großen Schaden an der Ozon-Schicht global anrichtet, dass das Leben auf der Erdoberfläche unmöglich wird, dann wohl auch nach einer Weile nicht mehr auf der Südhalbkugel.
Ein Staat braucht ja bekanntlich Staatsgebiet, Staatsgewalt und Staatsvolk. Wenn der überwältigende Großteil der Weltbevölkerung im atomaren Feuer oder an den Hungerkrisen oder an der kosmischen Strahlung danach draufgeht, gibt es kaum noch ein Staatsvolk. Die Staatsgewalt bricht dann schlicht aus Mangel an Menschen und Koordination zusammen. Die Frage nach dem Staatsgebiet wird dann auch irrelevant, weil sich schlicht nicht mehr Menschen in dem Ausmaß begegnen werden, dass man Staatsgrenzen und damit ein Staatsgebiet definieren müsste.
Also komme ich zu dem Schluss, dass mit der aktuellen Technologie ein Überleben eines Atomkrieges und seiner Nachwirkungen schlicht unmöglich ist, ob man jetzt direkt im atomaren Feuer oder der Strahlung draufgeht oder danach an Hunger, Kälte oder kosmischer Strahlung. Jedenfalls nicht an der Erdoberfläche oder im Erdreich.
Komplett abgefahrener Gedanke: Es ginge dann wohl nur unter der Meeresoberfläche, da das Meer gegen die kosmische Strahlung abschirmt, in Form von Bunkern mit Unterwasserzugang zum Meer, sodass man sich mit Fischen und Algen ernähren könnte. Vielleicht mit Schutzausrüstung Gezeitenkraftwerke an der Oberfläche errichten oder irgendwie anders Wasserkraft zur Energieerzeugung nutzbar machen.
Da aber unser Land, wie viele Länder, selbst die wenigen Bevölkerungsschutzmaßnahmen, die es gab, in der Hinsicht weitestgehend abgebaut hat und es niemals, meines Wissens nach, ein Programm gab, um so etwas zu erschaffen, gehe ich davon aus, dass wir, gelinde gesagt, am Arsch sind als Spezies.
Denn mit einem Putin am Ruder in Russland, der ständig mit den Atombomben droht... irgendwann wird er wohl Ernst machen, er scheint ja gerade wieder herbeizufantasieren, dass wir angeblich Kaliningrad abschneiden wollen würden.
Gleichzeitig kann man natürlich nicht auf Putins Forderungen eingehen und sich einschüchtern lassen, dann gibts den Ärger und das Blutvergießen einfach nur später. Roosevelt Jr. sagte schon: "No man can tame a tiger into a kitten by stroking it. There can be no appeasement with ruthlessness. There can be no reasoning with an incendiary bomb."
In dem Sinne beantwortet es auch die Frage, die ihr in den Raum gestellt habt, werter deltadagger, dass die Entscheidung bei jedem Individuum läge, was man als Vorbereitung unternimmt: Lohnt nicht, wir gehen dann eh drauf, ob früher oder später, gibt da keine Hoffnung auf Überleben auf der Nordhalbkugel.
Allerhöchstens auf der Südhalbkugel, aber auch da wohl mit sehr großem Massensterben der Menschen.
Ich hab nicht die finanziellen Ressourcen, um nach Neuseeland auszuwandern und mir da ein neues Leben aufzubauen, dann werde ich den Atomtod wohl tolerieren müssen.
Hallo @Azrael,
Also, vielleicht erst mal grundsätzliches:
Die allermeisten Prepper sind keine bis an die Zähne bewaffnteten Verschwörungs-Freaks, sondern ganz normale Menschen,
die sich meist an den Empfehlungen der Bundesregierung entlang hangeln und einen 10 Tage oder einen 30-Tage Vorrat zulegen.
Soweit ich da in die Comunity in diversen Foren und Plattformen hineinschaue, gehe ich von 80-90% in die Richtung aus.
Meist sind es eher sehr familiäre Leute, eher selbstlos eingestellt, die sich viel weniger um sich, sondern primär um ihre Familie/Kinder sorgen.
Klar, kann man da alles in Lächerliche ziehen, dies ist dann im anderen Fred auch schnell geschehen.
Denn das Hauptthema ist eigentlich das:
Dass man sich mit seinen eigenen limitierten physischen und psychischen Fähigkeiten und am Ende tatsächlich mit seinem eigenen Tod in irgend einem Szenario auseinandersetzen muss.
Tricky...
Davor scheuen dann eben viele Menschen und verdrängen es viel lieber, ziehen es lieber ins Lächerliche nach dem Motto, mir wird schon nix passieren.
Vergiss völlig das Szenario globaler Atomkrieg.
Darauf kannst du dich nicht vorbereiten, weil es nix zum vorbereiten gibt.
In Mitteleuropa bist du zu einer sehr hoher Wahrscheinlichkeit einfach nur tot, ist halt so.
Da kommt auch kein Staat mehr vorbei, der hilft, weil es den Staat dann nicht mehr gibt.
Auf andere Szenarien hingegen kann man sich vorbereiten, so dass man zumindest eine höhere Überlebenschance hat als jene, die eben nix machen.
Ob man sich vorbereitet, muss dann jeder selber wissen.
Hier ist zunächst die Umgebungsanalyse zwingend notwendig.
Welche realistischen größeren Gefahren kann es im eigenen Umfeld geben?
Der allseits kursierende Blackout?
Vukanausbruch?
Sturmflut?
Soziale Unruhen?
Verseuchung durch was auch immer?
Kritische Infrastruktur in der Nähe, die dein Angriffs-Ziel bei einem begrenzen Konflikt sein könnte?
Bei all diesen Optionen und vielen mehr wird für Tage bis Wochen der Staat nicht sofort helfen können.
Und genau das ist das Fenster, das es zu überbrücken gilt.
Nicht mehr und nicht weniger.
Vegiss all diese Prepper YT Clips aus dem Internet, das sind meist Videos aus der US Szene oder basieren darauf.
Die gehen von ganz anderen Systematiken aus, meist dann eben auch von Plünderungen und Gewalt.
Ob dies dort wie hier eintreten würde = keine Ahnung, taxiere aber den Hang zur Gewalt in Mitteleuropa als kleiner ein.
Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung für alle möglichen Szenarien.
Mag sein, dass das Thema Überflutung bei euch eine größere Gefahr ist, ich weiss es nicht.
Je nachdem was du analysierst, kannst du dich eine passend vorbreiten, sofern du das überhaupt möchtest.
Verallgemeinernd ist:
Shelter = eigene Schutzräumlichkeit definieren
Das kann die eigene Wohnung, das Haus, ein Bugout-Schuppen auf dem Land, ein Zelt unter der Brücke oder das eigene Auto sein.
Bevorratung von Wasser, Medikamente, Nahrung, Kleidung und Werkzeug in genau dieser Prioritätenreihenfolge
Das Wasser zuerst, den Klappspaten zuletzt bedenken.
Bist du kank, zu alt oder gebrechlich, hast du Adipositas oder sonstige körperliche Einschränkungen, versuche den Shelter zu Hause zu definieren.
Du kommst nicht weit mit obigen Faktoren und bist draussen schneller tot, als wenn du zu Hause bleiben würdest.
Für all jene könnte es eine Option sein, dass sie sich ein Notfall-Telefon besorgen und einen Satelliten-Vertrag abschließen, nur exemplarisch.:
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Wenn Rettungskräfte sich reorgenaisiert haben, ist dies eine sehr gute Option, um auf sich aufmerksam zu machen, auch in einer weitgehend zerstörten Umgebung.
Keinen Gedanken an vermeindlich sichere weit entfernte Länder verschwenden.
Tritt ein größeres (globales) Ereignis ein, das so weit geht, dass Gewalt droht, bist du dort eines der allerersten Opfer, du bist neu und fremd und hast evtl. eine Sprachbarriere.
Kurzum:
Über Atombomben mache ich mir zuallerletzt Gedanken, weils eben schnell und völlig absurd wird.
Auf so was kann man sich nicht vorbereiten, sondern nur akzeptieren, das wenn ein böser Bube diese Option zieht, das irdische Dasein vorbei ist.

