Azrael hat geschrieben:Ihr missversteht hier was, ihr habt behauptet, es käme GRUNDSÄTZLICH nicht vor, dass Kabarettisten konstruktive Kritik leisten. [...]
Diese Aussage habe ich nicht getätigt. Hier mal der Ablauf dieser Unterhaltung:
Thomasius hat geschrieben:Die Aufgabe von Kabarettisten ist es humoristisch den Finger in Wunden zu legen. Durchdachte Lösungsvorschläge zu liefern gehört nicht zu ihren Aufgaben. [...]
Azrael hat geschrieben:Das sehe ich anders, man kann zumindest kurze Lösungsansätze liefern. Das ist selbstverständlich kein ausführlich ausgearbeitetes, politisches Positionspapier, aber es ist immerhin ein konstruktives Element, ein Ansatz. Gute kabarettistische und satirische Sendungen und Autoren kriegen das auch hin. Pispers ist eben nie ein guter gewesen meiner Meinung nach. Aber über Geschmäcker kann man sich bekanntlich streiten...
dooya hat geschrieben:Ich glaube, dass Ihr in diesem Punkt Unrecht habt und mir fällt im Stand auch kein Kabarettist ein, der typischerweise Lösungsvorschläge im Programm hat. (Kenne aber natürlich nur einen Bruchteil aller Kabarettisten.)
Ansonsten: laut Duden ist
Kabarett:
Da steht nichts von Lösungen und ich habe auch noch nie gehört, dass das zum Kabarett gehören würde.
Kurzgefasst: Thomasius sagt, Lösungen gehören nicht zu den Aufgaben -meinem Verständnis nach im Sinne eines notwendigen Elements- eines Kabarettisten, Ihr sagt, dass Ihr das anders seht, ich sage, dass ich glaube, dass Ihr Unrecht habt.
Ich habe auch nicht geschrieben, dass es "GRUNDSÄTZLICH nicht vor"-käme, dass Kabarettisten konstruktive Kritik leisten, sondern das mir im Stand kein Vertreter einfällt der dies tut und sogar noch einschränkend angefügt, dass ich auch nur einen Bruchteil kenne. Ansonsten habe ich noch zwei Definitionen zitiert, in denen Kritik als zentrales Element des Genres genannt wird, aber Lösungsvorschläge nicht erwähnt werden. Daraus kann man jedoch nicht folgern, dass Kabarett keine Lösungsvorschläge enthalten
darf und das habe ich auch nicht behauptet.
Azrael hat geschrieben:[...]
Ich habe euch Beispiele genannt, dass es sehr wohl vorkommt, dass Kabarettisten, Satiriker und Comedians durchaus auch konstruktiv Kritik leisten und mir Pispers da negativ auffällt durch Mangel.
Und jetzt soll MEINE Argumentation hinken, weil ich euer Argument widerlegt habe, dass das angeblich niemals vorkäme? Ich habe übrigens keinerlei Aussage getroffen, dass das TYPISCH vorkäme im Kabarett, Pispers ist ja ein Beispiel, dass das nicht immer der Fall ist. Aber die Aussage, es käme niemals im Kabarett vor, dass konstruktive Kritik auch mal geäußert würde, die ist halt falsch.[...]
Wie erwähnt sind die Beispiele die Ihr nanntet keine politischen Kabarettisten und ich habe an keiner Stelle behauptet, es käme nicht vor, dass politisches Kabarett Lösungsvorschläge enthält, sondern, dass sie kein notwendiges Element sind und meiner Wahrnehmung nach auch nicht typisch für das Genre.
Nebenbei, wenn ich mir jetzt die Mühe machen würde, Pispers alte Programme durchzuhören, fände ich sicherlich auch diverse Passagen mit "kurze Lösungsansätze[n]". Ich käme aber nicht auf den Gedanken, anhand solcher Beispiele zu behaupten, dass Lösungsvorschläge typischerweise zu Pispers Programmen gehören.
Azrael hat geschrieben:[...]
Lange Rede kurzer Sinn, offensichtlich haben wir unterschiedliche Geschmäcker und über die kann man bekanntlich streiten. Ich halte von Pispers aus genannten Gründen absolut nichts und vermisse ihn nicht und halte auch nichts davon, ihn irgendwie zu idealisieren. Aber das beurteilt jeder für sich anders.
Ich habe mich nicht zu Eurem Geschmack geäußert und auch nicht zu Eurer Haltung zu Pispers. Es ging lediglich um die Frage, ob es eine Aufgabe von Kabarettisten sei, in ihren Programmen neben Kritik auch Lösungsvorschläge zu präsentieren.
Nobody exists on purpose. Nobody belongs anywhere. Everybody’s gonna die. Come watch TV?