Elvis hat geschrieben:Den Regulierungsstau auflösen wäre eine nette Idee gewesen.
Dynamische Netzentgelte nicht nur in der Theorie, wären prima.
Das bidirektionales laden sich nicht 10 Jahre an der Frage aufhält, wie den verhindert werden kann, das ein Arbeitnehmer mit seinem Dienstwagen bei seinem Arbeitgeber Strom tankt und dann in schwerverbrecherischer Absicht einspeist ohne das er geldwerten Vorteil versteuern würde..
Die Netzbetreiber zu etwas mehr Engagement bei der Prüfung zum Speicherausbau verpflichten (Westnetz hat eine prognostizierte Bearbeitungsdauer eines Antrags für einen Großspeicher von 15 Jahren kürzlich auf ihrer Homepage gehabt und dann aufgrund des Shitstorms kommentarlos wieder gelöscht).
Preiszonen einrichten, mit denen man auch sinnvolle Preissignale senden kann, damit sich vielleicht auch mal ein Windrad nach Bayern verirrt.
Es gäbe so viel.
Alles zu schwer. Zu kompliziert. Einfach Stoppschild rausholen ist viel leichter.
Die Regierung ist zwei (!) Monate im Amt und läuft hat jetzt schon die parlamentarische Sommerpause vor der Haustür! Wenn es einfach und schnell geht, warum hat es die Vorgängerregierung nicht schon längst gemacht? Euren aufgezählten Reformen stimmen wir inhaltlich zu. Gerade Netzentgeltreform und Aufteilung der Zonen sind überfällig, ersteres ist ja in Arbeit durch die Bundesnetzagentur.
Noch als allgemeiner (und irgendwie auch Abschlusskommentar dazu) unsererseits, nicht speziell an Euch @Elvis: Wir sind jetzt an dem Punkt der Energiewende, wo der einfache Teil (einfach immer mehr PV und Windkraft bauen) aufhört, weil mit jeder weiteren Anlage ein größerer Teil der Produktion über dem Bedarf liegt, da die Anlagen schwankend, aber korreliert produzieren.
Will man mit der Dekarbonisierung nach den Vorgaben seit ~2000 weiter gehen, braucht man Überbau von wetterabhängigen Erneuerbaren, Speicherausbau&Backupkraftwerke (derzeit Erdgas, später vielleicht klimaneutralem Brennstoff), Netzausbau, und einfaches bis hin zu eher schmerzhaftem Demand Side Management. Das ist mühsam, teuer, langwierig und geht mit nervigen Details einher (Stichwort Frequenzhaltung und Spannungshaltung ohne physikalische Trägheit im Netz). Klein und dezentral ist auch nicht mehr, vieles davon geht nur klassisch zentral und großindustriell.
Das alles unabhängig davon, ob die Regierung jetzt grün oder rot oder schwarz oder evtl. mal blau ist, weil es grundlegende Zusammenhänge sind, denen die Wünsche von uns Menschen sehr egal sind. Auch Talkshow-Spins wie Batterietsunami und charismatische Prediger à la Lesch ändern daran nichts.
Uns kommen hier geläufige Beschwerden (warum baut die Regierung nicht mehr Windräder mit Batterien statt Gaskraftwerke/Wasserstoffkraftwerke usw.) wie meckern über das Wetter vor. Ja, kann man mögen oder nicht, aber wir müssen halt in der Realität leben, inklusive dem aktuellen und absehbaren Stand der Technik. Was soll man den machen, wenn nicht im Winter der Strom ausfallen soll und wir aus der Kohle rauswollen?