Carolus Rex - Die Aufzeichnungen des General Blouse zum Großen Nordischen Krieg

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Bigfish hat geschrieben:
+ + +


Wir gratulieren zum Sieg bei der Wahl zum AAR des Quartal I/2024: https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31585


+ + +

Habt Dank!
Diese Ehre kommt jetzt etwas überraschend...wir hoffen mal die Zeit zu finden die kaputten Bilder im AAR zu reparieren
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20. November 1700 - 1830, mit dem Schwedenkönig Karl XII. vor Narva

Mit einsetzender Dunkelheit gehen die Russen noch einmal zum Großangriff über. Bei der Kemperholm-Brücke, im Belagerungsring und bei Narva selbst rücken sie vor aber überall bleibt der Angriff im Feuer der schwedischen Truppen liegen. Schwer bedrängt und von ihrem Rückzug über die Narva abgeschnitten, bricht der Kampfgeist der meisten Russen und ihr Oberbefehlshaber Herzog Charles Eugène de Croÿ bietet die Kapitulation an.

Große Freude also bei den Schweden und vor allem bei ihrem jungen König. Karl XII. weiß dass er mit der mit der so gefangengenommenen großen russischen Armee ein starkes Faustpfand erobert hat und er hofft damit den Zaren zu einem Friedensschluss oder zumindest einer Kampfpause zwingen zu können.

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Der russische Gegenangriff zerschellt an den standhaften Schweden. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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Fazit:
Ein sehr interessantes Szenario basierend auf einer wirklich interessanten Schlacht. Wie historisch konnten wir dank des Schneesturms nahe an die starken russischen Stellungen herankommen und haben dort auf kürzeste Distanz unsere Kanonen 1-2 Züge lang feuern lassen. Wie erhofft sind dadurch die qualitativ schlechten russischen Truppen geflohen oder zumindest ins Wanken geraten und darauf hat unsere Elite-Infanterie nur gewartet.
Schneidig schmal und tief sind wir dann vorgestoßen mit absolutem Schwergewicht am Narva-Ufer und minimalen Ablenkungskräften im Süden. Die Russen konnten dadurch keine richtige Linie mehr aufbauen und wir haben schnell einen guten Teil ihrer Stellungen überrannt und uns festgesetzt. Als der Feind dann endlich wieder Ordnung in seine Reihen gebracht hat bzw mit frischen Kräften einen Gegenangriff versucht hat, waren wir schon gut aufgestellt und die Zeit war auch schon fast vorbei.

Ein tolles Szenario wie wir finden, aber für unseren Gegner wohl schwierig zu gewinnen - wenn die Russen mal laufen, dann laufen sie.

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17. Juli 1701 - 2100, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Nach dem großen Sieg der Schweden über die Russen bei Narva im letzten Winter sind wir erst einmal ein paar Monate zurück in die Heimat nach Borogravien gereist, schließlich haben wir auch dort unsere Pflichten zu erfüllen. Der Krieg war mit dem Ausscheiden der Dänen, der empfindlichen Niederlage der Russen und der Witterung sowieso in eine ruhige Phase übergegangen. König Karl XII. hat derweil in Tartu in Schwedisch-Livland mit seiner Hauptarmee überwintert und das weitere Vorgehen geplant.

Wir sind dann Ende Frühling des Jahres 1701 wieder zu ihm gestoßen um ihn bei seinem Feldzug Richtung Polen-Litauen zu begleiten. Eine vereinte Sächsisch-Russische Armee unter Kommando von Adam Heinrich von Steinau hat sich zur Verteidigung entlang der zum Teil 600 Meter breiten Düna eingegraben um das Reich König Augusts des II. zu schützen. Dieser König von Polen-Litauen und Kurfürst von Sachsen wurde auch "August der Starke" genannt, aber der junge Schwedenkönig hielt wenig von ihm. Seine Truppen, etwa Zwanzigtausend Sachsen und Zehntausend Russen, haben das rechte Ufer der Düna stark befestigt, um einen Übergang der Schweden zu verhindern. Besonders zwischen Riga und Kockenhusen sind ihre Befestigungen am stärksten besetzt.

König Karl XII. hat hingegen nur etwa Vierzehntausend Mann zur Verfügung und muss versuchen diesen Nachteil mit einer List auszugleichen. Unter Colonel Nieroth schickt er ein relativ starkes Detachement Richtung Kockenhusen um die feindliche Armee zu spalten. Wenn es so gelingt einen Teil der feindlichen Truppen von Riga fernzuhalten, könnte dem jungen Schwedenkönig doch tatsächlich der Angriff über die breite Düna gelingen.

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19. Juli 1701 - 0430, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Wir wissen nicht ob die List funktioniert hat und die Sachsen Truppen vom gegenüberliegenden Ufer abgezogen haben, aber der junge Schwedenkönig ist alles andere als ein Zauderer und er setzt jetzt alles auf eine Karte und greift an. Vor etwa einer halben Stunde wurden einige Boote, die zuvor mit Dung und Stroh beladen worden waren, angezündet und auf das gegenüberliegende Flussufer zu gesteuert um mit den entstehenden starken Rauchschwaden den Angriff der Schweden zu schützen. In kleinen Booten und zwangsweise aufgeteilt auf mehrere Wellen wird über die breite Düna gesetzt, der Plan ist dabei das Schwergewicht im Norden zu setzen um nicht das Sternfort im Süden angreifen zu müssen.

Mit dem Donnern der schwedischen Kanonen die mit einer Fregatte und mehreren Flößen im Fluss eingesetzt sind, beginnt der Tag der Schlacht und wir sind gespannt wie sich Karl XII. hier schlagen wird.

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Die Schlacht an der Düna bei Riga beginnt. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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19. Juli 1701 - 0530, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Im Laufe der letzten Stunde hat sich ein Artillerieduell zwischen den Schweden auf ihrer Fregatte und den Kanonenflößen und den sächsischen Kanonen in ihren Stellungen am anderen Ufer entsponnen. Die Schweden konzentrieren sich darauf die sächsische Infanterie ins Wanken zu bringen und man erkennt bereits einiges an Unordnung. Das sächsische Gegenfeuer hingegen konnte bis jetzt kaum Schaden anrichten.

Trotz der Rauchschwaden durch die brennenden Boote ist die Sichtweite mit der aufgehenden Sonne auf knapp zwei Kilometer gestiegen und die Sachsen können damit die auf unzähligen Booten übersetzenden Schweden dadurch gut sehen. Auch das Schwergewicht des Angriffs im Norden werden sie so erkennen können, der junge Schwedenkönig will dabei mit den Truppen von Colonel Posse nördlich der sächsischen Stellungen landen um von dort in ihren Rücken zu gelangen. Colonel Major Stenbock wird etwa zur selben Zeit südlich der nördlichsten sächsischen Stellung übersetzen um diese so in die Zange zu nehmen, allerdings haben seine Truppen einiges an Schwierigkeiten mit der Insel Fossenholm.

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Die Schweden kommen über die Düna. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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19. Juli 1701 - 0630, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Die erste Welle der schwedischen Truppen ist am anderen Ufer angelandet und ist wie gewohnt sofort zum Angriff übergegangen. Die nördlichsten Geschützstellungen konnten durch die Infanterie von Colonel Stenbock erobert werden aber ein zu weit vorgerücktes Bataillon wurde von einem sächsischen Gegenangriff eingeschlossen und aufgerieben.

Nördlich davon ist König Karl persönlich mit den Truppen von Colonel Posse angelandet aber auch hier gerät der Brückenkopf in starke Bedrängnis durch sächsische Kavallerie.

Sächsische Infanterie marschiert auch bereits in großer Zahl heran und es scheint als wäre der Versuch durch Colonel Nieroth einen Düna-Übergang an anderer Stelle zu versuchen gescheitert. Man muss auch festhalten dass die Sachsen wesentlich kampfkräftiger erscheinen als die Russen, sowohl im Angriff als auch der Verteidigung fügen sie den Schweden empfindliche Verluste zu. Der junge Schwedenkönig wird seine sonst so forschen Vorstöße gegen diesen Gegner wohl überdenken müssen.

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Der schwedische Brückenkopf in Bedrängnis durch die Sachsen. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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19. Juli 1701 - 0700, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Das Schwergewicht des jungen Schwedenkönigs liegt jetzt eindeutig im Zentrum, auch wenn der Karl XII. selbst weiter im Norden ist. Vielleicht eine kluge Finte?
Auf jeden Fall hat Colonel Stenbock die Linie an der eroberten Geschützstellung halten und ausbauen können, Angriffe der sächsischen Kavallerie wurden abgewehrt und viel davon zusammengeschossen. Die Kavallerie der Schweden hat sogar die schwache sächsische Flanke im Süden durchstoßen und droht damit in ihren Rücken zu gelangen.
Eine Brigade der zweiten schwedischen Welle unter Colonel Sparre ist ebenfalls bereits hier angelandet und folgt der Kavallerie, sie ist im Begriff die von der schwedischen Fregatte zerschossene sächsische Artilleriestellung dort zu nehmen.

Im Norden beim Schwedenkönig selbst ist die Lage kritischer, die gegnerische Kavallerie hat den Brückenkopf im Norden eingedrückt und sammelt sich für weitere Angriffe dort. Sächsische Infanterie greift inzwischen frontal an und es kommt zu heftigsten Feuergefechten mit den zahlenmäßig weit unterlegenen Schweden. Der schwedische Plan ist jetzt den Gegner hier oben im Norden zu binden während die Entscheidung weiter südlich gesucht wird.

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Der Brückenkopf hält und wird vergrößert. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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19. Juli 1701 - 0730, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Der Brückenkopf der Schweden hält, aber ihre Verluste steigen schnell. Im Norden sind die Sachsen zahlenmäßig weit überlegen und starkes Infanteriefeuer unterstützt von Kavallerieattacken im Norden drängen die Schweden langsam aber sicher zurück.

Weiter südlich jedoch müssen die Sachsen weichen und die Schweden rücken schnell vor. Allerdings sind sie zahlenmäßig schwach, vor allem an Kavallerie was es schwierig macht den Angriffsschwung aufrecht zu erhalten.

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Wildes Hin-und-Her um den Brückenkopf bei Riga. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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09. Juli 1701 - 0800, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Gemäß ihrer Doktrin greifen die Schweden wo auch immer möglich schneidig and und vor allem im Süden müssen die Sachsen zurückweichen. Aber dieses Mal geht ihnen der Plan nicht so richtig auf, die Sachsen sind sehr standhaft und führen immer mehr Kräfte heran. Ihre Kavallerie reitet schnelle Gegenangriffe und der weit vorgedrungene Colonel Sparre wird eingeschlossen. Colonel Stenbock versucht die eingeschlossenen Truppen rauszuhauen aber zahlenmäßig sind die Sachsen eben weit überlegen.

Im Norden steigt der Druck auf die angelandeten Schweden auch immer weiter und der Brückenkopf wird langsam aber sicher eingedrückt.

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Colonel Sparre hat sich übernommen. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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09. Juli 1701 - 0830, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Langsam aber sicher wird auch der junge Schwedenkönig unruhig, die Sachsen fügen seinen Truppen empfindliche Verluste zu und erhöhen den Druck immer weiter.
Im Norden wird der Brückenkopf immer kleiner und Colonel Posse überlegt ihn generell aufzugeben.

Weiter südlich sind die weit vorgestoßenen Schweden im Begriff von den Sachsen abgeschnitten zu werden. Mit großen Mühen konnte Colonel Sparre rausgehauen werden, aber die überdehnten Schweden müssen den von drei Seiten angreifenden Sachsen jetzt erstmal entkommen. Ihre einzige Hoffnung besteht jetzt darin zu versuchen sich an das Ufer der Düna zurückzuziehen.

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Die Schweden in Bedrängnis. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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09. Juli 1701 - 0900, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Der junge Schwedenkönig hat sich dieses Mal eindeutig übernommen, die Sachsen sind dabei ihm einen heftigen Revers zu verpassen. Colonel Posse gibt seine Stellungen im Norden auf und zieht sich unter heftigstem Feindfeuer nach Süden zurück, die sächsischen Abatis am Ufer machen das aber alles andere als einfach.

Im Zentrum konnte der Brückenkopf halbwegs konsolidiert werden aber auch hier rücken die Sachsen jetzt von allen Seiten heran und fügen den Schweden hohe Verluste zu.

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Der schwedische Brückenkopf schrumpft. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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Puuh. Sind noch neue Anlandungen frischer Kräfte möglich? Sonst wird es echt bitter.

Glück Auf
Klaus Täuber (Der Boxer): Wenn du Profi wirst und nur bei einem Verein spielen kannst, dann musst du nicht in Barcelona, nicht in München, nicht in Dortmund spielen. Sondern auf Schalke.

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hohe_Berge hat geschrieben:Puuh. Sind noch neue Anlandungen frischer Kräfte möglich? Sonst wird es echt bitter.

Glück Auf
Die Reserven werden frühestens um 1030 freigegeben, da ist es schon zu spät. Vermutlich hängt die feindliche Übermacht auch mit den zwischen den Schlachten getroffenen strategischen Entscheidungen zusammen, ist halt so wenn man die Kampagnen spielt.
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09. Juli 1701 - 0930, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Unter hohen Verlusten können die Schweden ihren Brückenkopf verkleinern, aber die Sachsen verfolgen sie scharf. Auf drei Seiten bringen sie immer mehr Soldaten und Geschütze heran und lassen ein verheerendes Feuer auf die zusammengedrängten Schweden niederprasseln.

Wir befürchten der Schwedenkönig wird sich wieder über die Riga zurückziehen müssen um zumindest Teile seiner Armee retten zu können.

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Im Kreuzfeuer der Sachsen. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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09. Juli 1701 - 1045, mit dem Schwedenkönig Karl XII. bei Riga

Die letzte Stunde war geprägt von heroischen Nachhutgefechten im schwedischen Brückenkopf. Angeführt von Colonel Posse konnten die Schweden dabei den Abzug des Großteils ihrer Truppen decken und der junge Schwedenkönig ist mit seiner Armee auf dem Weg wieder zurück über die Düna. Colonel Posse wurde in den Nachhutgefechten schwer verwundet und in einem der letzten Boote weggebracht.

Die Sachsen haben die Schweden hart verfolgt und ihnen durch massiertes Feuer hohe Verluste beigebracht, aber sie sind auch nicht ungeschoren davongekommen. Nahe der Düna sind sie wieder in Reichweite der schwedischen Fregatte und der mit Kanonen bestückten Flöße. Diese feuern Salve um Salve in die Maßen des Gegners und vor allem die sächsische Kavallerie musste stark leiden.

Trotz des erzwungenen Rückzugs über die Düna würden wir die Schlacht aber nicht als Niederlage für König Karl XII. betrachten, er hat den Sachsen schwere Verluste zugefügt und sich auf jeden Fall damit gegen die große Allianz gegen ihn behauptet.

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Die Schweden ziehen sich über die Düna zurück. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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15. März 1702 - 2000, im Winterquartier bei der Armee von König Karl XII. in Litauen

Die letzten Monate waren voller Aktivität, aber es gab keine nennenswerten Schlachten mehr. Nach den horrenden Verlusten der Sachsen bei Riga haben die Russen ihre Truppen in ihr Reich zurückbeordert und auch den Sachsen ist die Lust nach weiteren Kämpfen erstmal verloren gegangen. Der Schwedenkönig ist schon kurz nach dem Übersetzversuch bei Riga weiter südlich über die Düna und dieses Mal haben sich ihm die Sachsen nicht mehr in den Weg gestellt. Die Schweden sind tief in kurländisches Gebiet vorgedrungen und besetzten sogar Mitau, die Hauptstadt des Herzogtums Kurland, dass unter polnischer Lehnshoheit steht. Die polnisch-litauische Republik protestiert zwar gegen die Verletzung des polnischen Hoheitsgebietes, denn nicht die Republik befände sich im Krieg mit Schweden, sondern nur der gewählte König von Polen welcher wiederrum August II. der Sachsen ist. Polnische Innenpolitik ist wirklich kompliziert und ein wahrer Graus...

Im Jänner sind wir dann mit der schwedischen Armee in das Winterquartier in Litauen abgezogen, aber jetzt werden Vorbereitungen getroffen es abzubrechen und die Feldzugssaison zu eröffnen.
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07. Juli 1702 - 2100, mit der Armee von König Karl XII. bei Klissow in Polen

Wir sind schließlich am 23.März mit der schwedischen Armee von Litauen aufgebrochen und in Polen einmarschiert. Der polnische Adel ist intern sehr zerstritten und der junge Schwedenkönig versucht das für sich zu nutzen, er zieht Teile des Adels auf seine Seite und hat sich in den Kopf gesetzt August II. von Sachsen als König der Polen abzusetzen.

König Karl XII. hat zu Beginn des Feldzugs nicht einmal auf die erwarteten Verstärkungen aus Pommern gewartet sondern ist direkt auf Warschau marschiert. Die Stadt hat schon am 14.Mai kampflos kapituliert und zur Zahlung einer hohen Kontribution gezwungen. Die schwedische Armee marschiert weiter nach Süden auf Krakau aber hier nahe Klissow wollen die Sachsen sie jetzt aufhalten.
August II. hat dort die relativ kleine polnische Kronarmee und eine starke sächsische Armee zusammengezogen.

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19. Juli 1702 - 1100, mit der Armee von König Karl XII. bei Klissow in Polen

Die sächsische Armee hatte nahe Klissow hinter dem Nida Bach Stellung bezogen, sie ist wohl sechzehntausend Mann stark und ist verstärkt mit etwa 6000 Mann der polnischen Kronarmee. Wir sind mit König Karl XII. und der Spitze seiner nur zwölftausend Mann starken Armee unterwegs und der junge Schwedenkönig hat kurz überlegt sofort aus dem Marsch anzugreifen. Die Erfahrungen mit den überraschend standhaften Sachsen letztes Jahr bei Riga haben ihn aber diesen Plan verwerfen lassen.

Wir haben jetzt auf das Eintreffen der restlichen Armee und vor allem der Artillerie gewartet und sind jetzt bereit zur Schlacht. Diese Verzögerung hat den Sachsen aber Gelegenheit gegeben ihre Stellungen noch weiter zu verstärken, es wird sich zeigen ob das Abwarten ein Fehler war.
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Angesichts der massiven Überzahl des Gegners entscheidet sich König Karl XII. zu einer hauptsächlich defensiven Strategie. Zwischen den Schweden und den Sachsen befindet sich ein Höhenzug auf dem bereits sächsische Kavallerie zu sehen ist und dem Schwedenkönig ist klar dass er diesen mit seiner viel kleineren Armee nicht nehmen können wird. Allerdings muss das den Sachsen ja noch nicht klar sein und er schickt Teile des aus etwa 2200 Reitern bestehenden rechten Flügels nach vorne um einen Angriff vorzutäuschen.

Die etwa 2660 Infanteristen der ursprünglich zweiten Linie unter dem wieder genesenen General Posse haben sich ostwärts davon zur Verteidigung eingerichtet und daran anschließend die ursprüngliche erste Linie. Diese musste eben aufgrund des Eintreffens der polnischen Kronarmee nach Osten verlegt werden und die etwa 5300 Mann unter General von Liewen sollen ebenfalls defensiv bleiben.

Den linken Flügel bilden die etwa 2040 Reiter unter dem Herzog von Holstein-Gottorp und sie müssen sowohl ein Überflügeln durch die Polen verhindern als auch als Reserve für die dünne schwedische Linie dienen.

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Die Schweden vor Klissow. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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19. Juli 1702 - 1130, mit der Armee von König Karl XII. bei Klissow in Polen

Die Schlacht beginnt mit einem forschen Vorstoß der schwedischen Kavallerie unter Colonel Mörner auf die Höhen südlich von Rebow. Dieser Vorstoß endet aber fast im Desaster als unzählige sächsische Reiter sie von drei Seiten her bedrängen. Der Colonel muss jetzt versuchen seine Truppen wieder heil zurückzuziehen.

Im Zentrum der schwedischen Linie wird die leichte Artillerie etwas nach vorne gezogen, die Infanterie hält ihre Stellungen.

Schwedische Kavallerie unter General Vellingk stößt dafür im Osten vor um Wierzbica zu halten und weiter nach Süden aufzuklären, hier werden die polnischen Truppen vermutet.

Neben dem Vorstoß ihrer Kavallerie auf Rebow gibt es Bewegungen der Sachsen auf den Kulaki Höhen, sie setzen Artillerie und Infanterie in Marsch auf die Höhen vor den schwedischen Linien.

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Die Sachsen rücken bei Klissow vor. Johann Tiller, Öl auf Leinwand





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