Victoria 3 für Dummies

Der Kaiser gibt es, der Kaiser nimmt es.
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H34DHUN73R
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Beitrag von H34DHUN73R »

Es gibt nach Unserer Erinnerung wenigstens zwei Lets Plays vom werten Steinwallen, die kann man immer nehmen.
Die Neuerungen nach dem letzten Patch sind darin nicht enthalten, aber er hat das meines Wissens auch nochmal in einer kleinen Vorstellung schön dargestellt
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Longstreet
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Beitrag von Longstreet »

Gibt ein halbwegs brauchbares Let's Play mit Preußen und dem neuen Patch 1.5 von RangerArea.
[indent]Das Glück kommt nur zu dem, der warten kann.

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H34DHUN73R
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Beitrag von H34DHUN73R »

Bei Ranger wissen Wir nie, ob er das Spiel spielt oder das Spiel ihn ;)
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Beitrag von KIWI »

Und wieso, ist dieser Ranger nicht Mitgied in unserem Forum, der spielt ja wie wir alle hier :D
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Beitrag von H34DHUN73R »

Da es offenkundig bei vielen Regenten deutliche Zweifel gibt, ob Vicky 3 einer Anschaffung würdig ist (selbstverständlich! Für Uns Game of the year!),
auch bei den positiv gestimmten Regenten noch deutlich Unklarheiten über die komplexen und großteils verborgenen Zusammenhänge bestehen und
auch die durchaus zahlreichen Let's Plays nicht hinreichend Aufklärung geschaffen haben, wollen Wir in nächster Zeit in loser Folge einige Tipps zum Besten geben.

Speziell durch den letzten Patch hat sich zudem viel geändert (zum Besseren, aber nicht unbedingt spielvereinfachend), sodass viele vorhandene Let's Plays aktuell am Thema vorbei schießen
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Beitrag von dooya »

H34DHUN73R hat geschrieben:Da es offenkundig bei vielen Regenten deutliche Zweifel gibt, ob Vicky 3 einer Anschaffung würdig ist (selbstverständlich! Für Uns Game of the year!),
auch bei den positiv gestimmten Regenten noch deutlich Unklarheiten über die komplexen und großteils verborgenen Zusammenhänge bestehen und
auch die durchaus zahlreichen Let's Plays nicht hinreichend Aufklärung geschaffen haben, wollen Wir in nächster Zeit in loser Folge einige Tipps zum Besten geben.

Speziell durch den letzten Patch hat sich zudem viel geändert (zum Besseren, aber nicht unbedingt spielvereinfachend), sodass viele vorhandene Let's Plays aktuell am Thema vorbei schießen
Mir machts auch Spaß; aber vielleicht bin ich einfach auch nicht so anspruchsvoll.
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Beitrag von Tex_Murphy »

H34DHUN73R hat geschrieben:... wollen Wir in nächster Zeit in loser Folge einige Tipps zum Besten geben.
Das möchten Wir ausdrücklichst begrüßen und Uns vielmals im Voraus bedanken. Was Uns am Wichtigsten wäre, wären Tipps für die "First Steps", also, was sollte man zuerst tun, worauf sollte man zuerst achten, und wie zum Kuckuck funktioniert der Handel?
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Beitrag von H34DHUN73R »

Erster Tipp: The trend is your friend!

Man übernimmt ein jungfräuliches (darf man das noch sagen? Ist das nicht sofort entsetzlich diskriminierend? Egal - Zensur ist bei Uns aktiviert und Frauen haben noch keine Eigentumsrechte, muss also OK sein) und sieht gewissermaßen ein leeres weißes Blatt vor sich,
auf dem sich beliebig austoben kann.

Allgemein gibt es sicher den starken Trend, schnell eine gesellschaftliche Modernisierung durch zu ziehen, um an all die tollen Boni zu kommen und danach die Welt zu überrollen.
Oder so ähnlich.

Zudem ist im Allgemeinen die Mehrheit der interessanten Länder hier stark rückständig, was wiederum einen technologischen Rückstand nach sich zieht.
Will man aufholen, muss man also schnell vorankommen und die weit verbreitete Vormacht-Stellung von Kirche und Aristokratie brechen.

Nun, ja, schön wäre das schon, aber leichter gesagt als getan.

Alle Gruppierungen geben Boni und Mali, beide durchaus höchst interessant und ggfs. durchschlagend.

Wenn man sich zu schnell auf neue, fortschrittliche Gesetze stürzt, fordert man die etablierten Kräfte heraus, was die Stimmung schnell kippen lässt.
Man verliert also sehr schnell deren Boni, was problematisch ist, schlagen diese doch in der Regel auf die Einnahmen, die Legitimität (also hier speziell die Durchsetzungsfähigkeit einer Regierung) und die Autorität (damit auf die Fähigkeit, Steuern zu erheben und Stärken/Unterdrücken von Gruppierungen) durch.
Geht man auf diesem Weg weiter, kommen rasch Mali hinzu, was in die selbe Kerbe schlägt.
Umgekehrt sind die fortschrittlichen Kräfte (natürlich speziell aber nicht nur die Intellektuellen) anfangs zu schwach, um relevante Boni zu geben, egal wie zufrieden sie sind.

In der Folge wird man von Protestbewegungen überflutet und rast auf einen Bürgerkrieg zu.
So ein kleiner Bürgerkrieg ist an sich ja kein Beinbruch, bringt aber drei Probleme mit sich:
1) man kann ihn leicht verlieren, da speziell die Grundbesitzer praktisch in allen Regionen große Macht besitzen und diese damit zur Revolte veranlassen können
2) aufgrund des Aufruhrs in den Provinzen brechen Produktion und Einnahmen in den betroffenen Regionen stark ein, sodass man schon im Vorfeld eines Bürgerkrieges immer mehr Handlungsspielraum verliert
3) spätestens nach Ausbruch des Bürgerkriegs taumelt man der Staatspleite entgegen

Angenehm ist hingegen, dass die mißliebigen Gruppierungen erst mal gewaltig an Macht einbüßen, sofern man gewinnt.
Allerdings erholen sie sich schnell, sofern sich an der Gesamtsituation nichts Wesentliches ändert.
Also muss man nach einem Bürgerkrieg auch schnell Nägel mit Köpfen machen, um diese Gruppierungen dauerhaft zu marginalisieren.
Aber zu diesem Aspekt an anderer Stelle mehr.

Vorrangig geht es bei diesem Tipp um die Vermeidung von Bürgerkriegen, ja so weit möglich sogar um die Vermeidung oder zumindest die deutliche Minderung von Aufruhr schlechthin.

Dazu ist es notwendig, zunächst mal das herrschende politische System zu analysieren und herauszufinden, worauf sich die herrschenden mißliebigen Gruppierungen stützen.

Bei den Aristokraten ist das natürlich vor Allem der Grundbesitz.
Selbiger führt über "Leibeigenschaft" und/oder "Sklaverei" zur Ausschaltung anderer Gruppierungen im ländlichen Raum, sodass die Aristokraten praktisch die einzige Macht dort darstellen.
Da es außerdem zu Spielbeginn keine nennenswerte Industrie gibt, stellt der Grundbesitz die wichtigste Macht- und Einkommensquelle überhaupt dar.

Nun könnte man versuchen, den Aristokraten gleich direkt duch Gesetzesänderungen (Pachtbauern oder Gehöftbauern, Abschaffung der Sklaverei, Steuersystem) den Hahn zu zu drehen,
wird damit aber praktisch immer einen Bürgerkrieg auslösen.
Schließlich gebieten die Aristokraten über die wahre Macht im Land und sind nicht für Späße zu haben.

Stattdessen, und das ist der Kern dieses Tipps, sollte man nach potenziellen alternativen Machtquellen suchen und zunächst diese stärken.

Fast alles was so auf dem Land stattfindet, stärkt praktisch die Macht der Aristokraten, also alle Viehzucht-Betriebe, Felderwirtschaft, Plantagen etc.
Also darf man dort nichts investieren - das werden die Aristokraten ohnehin selber über den Privatbau tun.

Stattdessen sollte man sich als erste und wichtigste Verbündete die Industriellen aussuchen, die über den Kapitalismus zu Macht und Einfluss kommen.
Anfangs sind sie marginalisiert, da kaum Industrie vorhanden ist.
Sie zu fördern führt schneller zum Erfolg als bei den Intellektuellen, weil die Machtbasis der Industriellen auch Einnahmen für den Staat generiert und die Produktion steigert.

Die Industriellen gedeihen in Minen und Industriebetrieben aller Art - also her damit!

Baut Kohle, Eisen und Stahl aus, dazu die Werkzeugindustrie und schiebt damit die Industriellen an!
Nebenher verbilligt sich damit auch der Bau, was unendlich wichtig ist!

Im Laufe der Zeit wird sich diese wirtschaftliche Macht in wachsender politischer Macht niederschlagen, vor allem aber Protestbewegungen, deren Ziele einem zur Abwechslung mal in den Kram passen.

Startet wesentliche Gesetzesänderungen zur gesellschaftlichen Modernisierung nur, wenn eine starke Protestbewegung dahinter steht!
Im Idealfall gehören mehrere Gruppierungen dieser Protestbewegung an, was ihre Durchschlagskraft steigert.

Wichtig sind hier auch Agitatoren, die Zustimmung zur und Radikalität der Protestbewegung erheblich steigern.
Haltet also auch Ausschau nach Dissidenten, die von anderen Ländern exiliert werden - da läßt sich durchaus der eine oder andere Hochkaräter an Land ziehen, der Euren gesellschaftlichen Umbau voran bringt.

Umgekehrt ist es natürlich bei unliebsamen Protestbewegungen - schafft Euch deren Agitatoren vom Hals, was ihren Einfluss und die Radikalität deutlich mindern wird.
Aber Vorsicht: Exil ist ein scharfes Schwert, deshalb darf man es nur alle paar Jahre schwingen.
Also sorgfältig überlegen, wer einem wirklich ein Dorn im Auge ist, bevor man eine unwichtige Kanaille rauswirft und sich damit selber lahm legt.

Durch Ernennung und Beförderung von Generälen und Admirälen kann man deren Einfluss und damit auch die Macht einer Gruppierung deutlich steigern.
Also so weit es irgend möglich ist, niemals Angehörige einer missliebigen Gruppierung beim Militär beschäftigen (Entlassung ist allerdings auch keine gute Idee, das ärgert die Gruppierung nur noch zusätzlich).
Also besser gar nicht erst einstellen.

Umgekehrt kann man Förderkandidaten (also z.B. Fraktionsanführer von wohlgesinnten Gruppierungen) ein Kommando verschaffen und diese damit weiter stärken.

Aber Vorsicht: neben der Interessengruppe ist auch die Ideologie eines Kandidaten von großer Bedeutung!
Da kann es leicht sein, dass jemand zwar zur richtigen IG gehört, aber ideologisch in eine Richtung geht, die einem auch wieder nicht passt!

Das lässt sich wiederum aber auch aktiv nutzen - was gewissermaßen die Extrameile oder die Fortgeschrittenen-Variante dieses Tipps darstellt:
Schaut Euch den Anführer eine mißliebigen IG an und dessen Ideologie.
Diese kann Euch durchaus zusagen, also lasst ihn machen.

Falls sie aber nicht ins Konzept passt, haltet Ausschau nach einem anderen Angehörigen dieser IG mit passender Ideologie (z.B. Reformer - gibt es in allen IGs).
Dem Burschen könnt Ihr dann ein Kommando verschaffen und nach Möglichkeit auch noch befördern.
Dadurch erhält er soviel persönliche Macht, dass er ein ernsthafter Kandidat für die Nachfolge wird, wenn der bisherige Anführer mal ausfällt.

Auf Letzteres kann man einfach warten, schließlich stirbt jeder mal.
Oder man hebt sich eine kostbare Exilierungs-Option für so eine Gelegenheit auf und schmeißt den Kerl raus, sobald der geeignete Nachfolger in Position ist.

Exilieren kann man allerdings nur Leute in der Opposition.

Also muss man speziell am Anfang mit hoher Wahrscheinlichkeit erst mal die Regierung kurzfristig umbauen, damit die missliebige IG in der Opposition landet.
Dann heißt es Exil und danach zurück in die Regierung (da man ansonsten vermutlich zu wenig Legitimität hat).

Natürlich sollte man parallel auch jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um missliebige Anführer zu diskreditieren - das Spiel legt dazu immer wieder mal Gelegenheiten raus.
Auch Duelle können helfen.

Auf diese diskrete Weise kann man ohne großes Brimborium die politische Landschaft nach und nach gefällig kultivieren.
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Beitrag von H34DHUN73R »

Tex_Murphy hat geschrieben:Das möchten Wir ausdrücklichst begrüßen und Uns vielmals im Voraus bedanken. Was Uns am Wichtigsten wäre, wären Tipps für die "First Steps", also, was sollte man zuerst tun, worauf sollte man zuerst achten, und wie zum Kuckuck funktioniert der Handel?
Nun, das ist naturgemäß ein weites Feld, werter Tex Murphy :)

Es hängt sehr stark vom gewählten Land ab und dessen konkreter Verfassung.

Wir haben bisher intensiv mit Österreich, Russland, Spanien, China und Japan gespielt, andere allenfalls nebenher und noch gar nicht mit den Highrunnern Frankreich und UK (sieht zu sehr nach Selbstläufer aus, kann aber auch täuschen).

Je rückständiger ein Land ist, desto sorgfältiger muss man versuchen, den gesellschaftlichen Umbau hin zu bekommen.
Dazu dient eben Tipp Nummer Eins, weshalb er auch Nummer Eins ist.

Unabhängig von allem anderen braucht es auf jeden Fall eine leistungsfähige Bauwirtschaft.
Diese sollte also gleich bei Spielstart stark ausgebaut werden.
Da man eh mit Goldreserven startet, hat man hier auch Spielraum.

Um mehr Schwung rein zu bekommen, erhöhen Wir die Steuern auf die zweithöchste Stufe (Achtung: Legitimitätsverlust) und führen zusätzliche Verbrauchssteuern ein (insgesamt so vier bis fünf, hängt von den Möglichkeiten ab).

Ein maßvolles Deficit-Spending ist durchaus OK, allerdings sollte man eine Verschuldung vermeiden.

Parallel dazu kann man (so denn möglich) gleich noch "Koloniale Ausbeutung" in Angriff nehmen (lohnt sich z.B. natürlich für das "kleine" Spanien, aber eher nicht für Russland und bei anderen Ländern geht es erst mal vielleicht gar nicht)

Sofern möglich, kann man auch gleich mal außerhalb der Landesgrenzen nach Okkasionen Ausschau halten.
Im Falle Spaniens kann und sollte man sich z.B. gleich Marokko greifen, da man dafür keine Marine braucht und kein großer Widerstand zu erwarten ist.

Außerdem sollte man i.d.R. versuchen, Protektorate zu schaffen und nicht direkt erobern (sofern das Ziel mehr als eine Region ihr Eigen nennt).
So bekommt man sehr nützliche Tributzahlungen und muss sich nicht mit Aufständischen rumärgern.
Die Autonomie des Protektorats lässt sich dann schrittweise Verringen bis zur endgültigen Integration.

Weiterhin gilt es, gegenüber den führenden Nationen ein flaches Profil zu zeigen und mögliche Verbündete zu schaffen.
Also Diplo Richtung UK, Frankreich und Österreich anschieben und gut Wetter machen.
Die Unterstützung einer Großmacht ist pures Gold wert, während deren Feindschaft eine noch ungleich größere Gefahr darstellt.

Die meisten dieser Punkte wollen Wir in künftigen Deep Dives verfeinern.

Was Euch beim Handel umtreibt, ist Uns nicht ganz klar, evtl. könntet Ihr hier konkretisieren.
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Beitrag von dooya »

Tex_Murphy hat geschrieben:Das möchten Wir ausdrücklichst begrüßen und Uns vielmals im Voraus bedanken. Was Uns am Wichtigsten wäre, wären Tipps für die "First Steps", also, was sollte man zuerst tun, worauf sollte man zuerst achten, und wie zum Kuckuck funktioniert der Handel?
Für dei ersten Schritte kann ich nur noch einmal auf das schon auf der letzten Seite verlinkte Let's play verweisen. Dort wird eine wirklich kleine Nation (Waldeck) auf den Weg zur deutschen Großmacht gebracht. Insbesondere fand ich die Ausführungen zum Thema "Wann kann ich wen angreifen ohne dass sich Großmächte einmischen" sehr interessant.

Auch die Handhabung des Handels ist dort relativ einfach: solange man in einem großen Markt ist und alle Waren vorhanden sind, kann man den Handel getrost ignorieren. Nur wenn man einem kleinen Markt angehört, muss man knappe Materialein durch Handel besorgen.

Ansonsten ist es mit 1.5 wichtiger geworden lokal zu bauen. Ich verbringe mittlerweile viel Zeit damit, mir die lokalen Preise für Rohstoffe anzuschauen und gezielt dort zu bauen, wo ein Produktionsgut knapp und die für die Produktion benötigten Rohstoffe vorhanden und billig sind. (Im Mid- und Endgame wird das dann weniger wichtig, wenn die MAPI-Boni erforscht wurden.)
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Beitrag von Vargr »

dooya hat geschrieben:Mir machts auch Spaß; aber vielleicht bin ich einfach auch nicht so anspruchsvoll.
Der Spruch könnte von mir kommen. Als Regent mit wenig Zeit, genau das richtig Spiel für mich. Lässt sich auch gut im Halbschlaf spielen.
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Beitrag von Vargr »

H34DHUN73R hat geschrieben:Nun, das ist naturgemäß ein weites Feld, werter Tex Murphy :)
Unabhängig von allem anderen braucht es auf jeden Fall eine leistungsfähige Bauwirtschaft.
Diese sollte also gleich bei Spielstart stark ausgebaut werden.
Da man eh mit Goldreserven startet, hat man hier auch Spielraum.

Um mehr Schwung rein zu bekommen, erhöhen Wir die Steuern auf die zweithöchste Stufe (Achtung: Legitimitätsverlust) und führen zusätzliche Verbrauchssteuern ein (insgesamt so vier bis fünf, hängt von den Möglichkeiten ab).

Ein maßvolles Deficit-Spending ist durchaus OK, allerdings sollte man eine Verschuldung vermeiden.
Genau hier hätten wir Interesse an Eurem Vorgehen. Wir haben es schon öfter geschafft, zu overpacen. Ein Punkt, der hier reinspielt, ist sicherlich auch, wie baut ihr Euch einen Puffer für Kriege (speziell ungeplant) auf. Geht ihr dann ins Negative? So 1-2 Beispiele wieviel Bauindustrie habt ihr nach der ersten Ausbaustufe Mitte 1836, wieviel 1846 und wieviel 1856. Am Besten eines der Länder vom Rang zw. 10-20. als Beispiel nehmen.
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Beitrag von Vargr »

dooya hat geschrieben:Gibt es den überhaupt ein Handbuch in englischer Sprache? :???:

Bin vor einigen Tagen auf ein deutsches Let's play mit der Version 1.5 gestoßen, bei dem gut erklärt wird, was gerade gemacht wird und warum. (Stimme nervt ein bisschen.)


Das Let's Play ist wirklich gut. Gerade durch den Start mit einer sehr kleinen Nation finden wir sehr gut nachvollziehbar was passiert.
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Beitrag von H34DHUN73R »

Vargr hat geschrieben:Genau hier hätten wir Interesse an Eurem Vorgehen. Wir haben es schon öfter geschafft, zu overpacen. Ein Punkt, der hier reinspielt, ist sicherlich auch, wie baut ihr Euch einen Puffer für Kriege (speziell ungeplant) auf. Geht ihr dann ins Negative? So 1-2 Beispiele wieviel Bauindustrie habt ihr nach der ersten Ausbaustufe Mitte 1836, wieviel 1846 und wieviel 1856. Am Besten eines der Länder vom Rang zw. 10-20. als Beispiel nehmen.
Bei der Erweiterung der Baukapazitäten gibt es durchaus eine gewisse Bandbreite, werter Vargr.

Im letzten Game mit Spanien sind Wir mit 19 gestartet und haben im ersten Jahr auf 33 erweitert.
Dabei haben Wir ein moderates Defizit in Kauf genommen, da ja reichlich Gold in der Staatskasse vorhanden war und die unmittelbaren Baumaßnahmen auch die Verbilligung der Baustoffe zum Ziel hatte.

10 Jahre später waren Wir dann bei etwa 45, nach 20 Jahren bei 55 bis 60 und 1865 dann in den 90igern.

Das kann aber wie gesagt z.T. deutlich variieren, je nach dem strategischen Gesamt-Fokus.
Im laufenden Spiel haben Wir Uns vorrangig der technologischen Entwicklung und der damit verbundenen Stärkung der Intellektuellen gewidmet - also starker Ausbau der Universitäten und der Kunsthochschulen (damit kann man gut Geld machen und die Aristokraten und die Kirche zugunsten Kleinbürger und Intellektuelle schwächen)

Für Kriege sehen Wir in der Regel keinen Puffer vor.
Hängt aber natürlich sehr stark vom Land ab und vom Ausmaß des Krieges - mit einer Mittelmacht peilen Wir generell kurze, schnelle Kampagnen gegen schwache Gegner an, um in interessanten Gegenden zu expandieren (z.B. Uruguay mit Spanien oder Kolonisierungs-Kriege in Afrika/Asien).
Da reicht es aus, den Bau zu pausieren.
Tatsächlich erzielen Wir in solchen Kriegsphasen normalerweise sogar Überschüsse.

Im Late Game oder generell mit großen Ländern sieht die Sache etwas anders aus.
Um im Late Game mitzuhalten, braucht es große Armeen, evtl. mit hohem Reservisten-Anteil.
Außerdem gibt es allen möglichen Kram, um die Kampfkraft zu boosten, was beides die Mobilisierungskosten extrem hoch treibt und ebenso die laufenden Kosten im Krieg.

Mit großen Ländern sieht man sich i.d.R. auch potenten Gegnern gegenüber, was ebenfalls eine sehr große Armee mit hohen Kriegskosten bedingt.

Für diese beiden Aspekte lohnt sich also die Anlage eines größeren Staats-Schatzes.

Das gilt auch, wenn man vor hat, eine schnelle gesellschaftliche Transformation durchzuziehen und dafür Revolutionen in Kauf nimmt.
Revolutionen sind eh ein teures Geschäft und sollten daher eher vermieden werden - die Steuerausfälle durch abtrünnige Regionen sorgen leicht für ein dauerhaftes Defizit und mangelnden Investitionsspielraum
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Beitrag von H34DHUN73R »

Zweiter Tipp: be diverse!

Das ist nur ein kleiner Tipp, wenn es nach den Let's Plays geht zielt er aber immerhin auf einen scheinbaren weniger bekannten Aspekt.

Man kennt das sicherlich, das Spiel startet, man hungert nach Baukapazität, aber der Holzpreis schwebt in himmlischen Sphären.
Wenn man die Holz-Kapazitäten ausbaut, wächst der Bedarf scheinbar dynamisch mit und man erreicht gefühlt gar nichts.
Als Sofortmaßnahme wäre wohl die Abholzung des Amazonas-Gebiets zur Mitte des 19. Jahrhunderts erforderlich, aber irgendwie auch nicht recht umsetzbar.

Der tiefere Grund für diese Gier nach Holz ist das System der Pop-Bedürfnisse, die wiederum jeweils über unterschiedliche Waren bedient werden können.

Man sollte sich bei allen (Mangel-)Waren ansehen, wohin die kostbaren Gütern denn verschwinden.
Dabei wird man, wie gerade auch im Falle "Holz" feststellen, dass die Pops sich das gerne krallen, um damit gleich mehrere Bedürfnisse zu befriedigen (hauptsächlich Heizung, aber auch Möbel und anderer Kram).

Da es einem selbst hauptsächlich um die Bauindustrie geht und Holz dort anfangs direkt und nochmal mehrfach über Werkzeuge eingeht, stehen der einen Ware also viele potenzielle Abnehmer gegenüber.
Durch Ausbau des Angebotes stimuliert man sogar noch die Pop-Bedarfe, sodass man im Ergebnis kaum oder gar nicht voran kommt.

Die erste Maßnahme ist klar und ein Selbstläufer: Holz wird zur strategischen Resource erklärt und mit Strafzöllen für den Export belegt.

Als zweites kann man Holz auf dem Weltmarkt einkaufen, das wäre durchaus eine halbwegs akzeptable Maßnahme.
Hilft aber der eigenen Entwicklung nur sehr bedingt und man wird in einem entscheidenden Punkt abhängig von Handelspartnern, die einem durchaus mal schnell den Hahn zudrehen können.

Naheliegende Nummer drei ist natürlich die Erweiterung der heimischen Sägewerke, sollte man natürlich machen.

Entscheidend und eine tatsächliche Lösung ist aber Maßnahme Nummer vier: Umstellung der Pop-Bedarfe auf alternative Waren.
Das funktioniert natürlich insbesondere dann, wenn die Alternative von Natur aus besser geeignet ist und damit leichter ein attraktives Preisniveau geschaffen werden kann.

Um es konkret zu machen: man substituiert Holz als Heizungsmittel für Pops aller Stufen durch Kohle.
Wer mehr Holz für die Bauindustrie haben will, muss also zuerst die Kohleminen ausbauen!

Darauf wird man vom Spiel nicht gerade mit der Nase gestoßen, aber wenn man sich die PopUps zu Heizungsmitteln ansieht, findet man neben Holz eben Kohle, Papier und Öl.
Die Verschwendung von Papier für Heizungszwecke ist ohnehin ein Skandal, tut man sich doch eh schwer, genügend Papier für die ganzen Beamten heran zu schaffen!

Da Kohle einen Heizwert von 1,5 Holz aufweist (Öl sogar Faktor 2, kommt aber zu spät), steigen die Pops gerne um.

Allerdings muss man bei solchen alternativen Waren häufig erstmal den Bedarf und die Produktion anschieben.
Die Pops würden es nehmen, wenn es denn da wäre, aber es ist nichts da, also wollen sie nichts und daher wird auch nichts produziert, wenn man z.B. eine erste Kohlenmine hinstellt.

Im Falle der Kohle geht das allerdings recht einfach: man schafft staatlicherseits eine stabile Nachfrage, indem man in der Stadtverwaltung die Gasleuchten aktiviert, was gleich noch die Dienstleistungen anschiebt.
Die Pops hängen sich dann sehr schnell an den Kohle-Run an, sodass man kaum noch nach kommt, ausreichend Kohle ran zu schaffen.
Kann man wunderbar beobachten, wenn man sich bei aktiven Kohleminen die Abnehmer ansieht.

Und parallel rauscht die Holznachfrage in den Keller, sodass man mit einer überschaubaren Erweiterung der Holzindustrie ausreichend Waren für Bau, Werkzeuge, Papier und Möbel frei bekommt.

Eine Verbilligung der Möbel, speziell der einfachen Möbel für alle Pops, schafft weitere Entlastung, da Möbel effizienter in der Herstellung sind als die aus Holz zusammengedengelten eigenen Kreationen der Pops.

Beim Papier wiederum bewirken fortschrittliche Technologien einen relativen Rückgang des Holzbedarfes (für die gleiche Menge Papier benötigt man weniger Holz, dafür zusätzlich Schwefel. Allerdings will man meist mehr Papier, womit der Holzeinsatz konstant bleibt oder steigt)
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Beitrag von Vargr »

Sehr schön! Durch Euren Post haben wir gerade die Filterfunktion bei Handelsrouten gefunden :D Jetzt sehen wir nicht mehr nur unsere erstellten Routen, sondern alle!

Ja wir müssen tatsächlich mal mehr die Tooltips durchlesen. Waren wir bisher immer zu faul zu.
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Beitrag von TheBlackSwan »

Qualitätsposts @Headhunter

In der neuen Spielversion ist die wirtschaftliche Entwicklung generft worden. In unserem Testspiel mit Preußen sind wir mit unserer üblichen Schnellindustrialisierungs-Strategie (Max Taxes, Laissez-Faire+Freihandel, Debt-Limit voll ausschöpfen, Investitionsgüter forcieren und importieren) in den frühen 1870ern noch immer nicht die Subsitenzfarmer los, normalerweise passierte das in den 1850ern. Da man der AI nicht mehr so gut durch exponentielle Industrialisierung davonziehen kann, ist auch die Reichseinigung anspruchsvoller.
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Zero
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Beitrag von Zero »

H34DHUN73R hat geschrieben: Um es konkret zu machen: man substituiert Holz als Heizungsmittel für Pops aller Stufen durch Kohle.
Wer mehr Holz für die Bauindustrie haben will, muss also zuerst die Kohleminen ausbauen!
Sehr interessanter Post, so haben Wir es bisher nicht gesehen.

Allerdings hat ein kurzer Test als Portugal ergeben:
- Es ist tatsächlich so, dass durch die 1. Kohlemine der Holzbedarf der Pops sinkt von ca. 231 auf 146. Das ist sehr gut.
- Aber: Die Bauindustrie benötigt 700 Holz, wenn Wir ein Gebäude bauen. Da Wir uns das nicht durchgängig leisten können, schwankt der Holzpreis extrem von Maximalwert bis 16% unter Basispreis.
- d.h. bei einer kleineren Nation überwiegt der Baubedarf den Popbedarf bei weitem.

Eigentlich bedeutet das, Wir haben zu viel Bauindustrie gebaut. Man sollte nur so viel bauen, dass man einen durchgehenden Betrieb bezahlen kann. Dann hat man einen stabilen, beeinflussbaren Holzpreis.

Edit: Einige Bauindustrie runtergestuft und abgerissen. Jetzt haben wir noch 22 Baukapazität und trotzdem braucht der Bausektor 450 Holz, die Bevölkerung nur 150.
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Beitrag von H34DHUN73R »

Ja, werter Zero, die Pop-Bedarfe alleine können es nicht richten.
Und richtig, es macht keinen Sinn, die Bauindustrie über die Kapazitäten der Versorgungsgüter hinaus auszubauen.

Die Umstellung der Pop-Bedarfe hilft dennoch (Papier und Möbel nicht vergessen, dafür ziehen die Pops auch Holz), insbesondere vermeidet man dadurch, dass der Ausbau der Holzindustrie netto kaum Zuwachs für den Bau bringt.

Die Bauindustrie kann man dennoch etwas über die eigenen Kapazitäten an Versorgungsgütern hinaus ausbauen, da man ja noch handeln kann.
Sollte man nicht unbedingt extrem tun, da man ansonsten zu abhängig wird, aber für einen kurzen Sprint zum Ausbau des BIPs durchaus opportun.

Bei der Bauindustrie gilt es auch, möglichst schnell alle Forschungsboni abzuräumen - also Gusseisen und Stahlbau, auch gesellschaftliche Techs mit Steigerung des Marktzugriffs
Es zwingt einen ja auch keiner, stets eine komplette Branche auf die neueste Technologie umzustellen.

Hier bietet es sich vielmehr an, noch zusätzlich die Effekte der Markt-Lokalisierung auszunutzen.
In einer Holz-reichen Gegend, in der zusätzlich noch Viehwirtschaft existiert, kann es durchaus vorteilhaft sein, längerfristig auf Holzbau zu setzen und dafür die Zahl der Betriebe zu erhöhen.

Wo hingegen Eisenminen stehen und noch zusätzlich Glas verfügbar ist, lohnt sich Gusseisen-Bau.

Gibt es irgendwo ein Stahlwerk, kann man dort günstig auf Stahlbau gehen.

Diese Überlegungen zeigen auch die passende Strategie zur Erweiterung des Bausektors auf:
- Eisenminen ausbauen -> Gusseisen-Bau
- wo Eisen und Kohle verfügbar sind -> Stahlwerk hinsetzen -> Stahl-Bau (auf Glas-Versorgung achten, ggfs. hoch ziehen)
- wo Blei ist -> Glasindustrie hinsetzen
- keine Minen verfügbar? -> Holzbau erweitern
- die ansonsten ungeliebten Baumwoll-Plantagen liefern immerhin Stoff, der sich für den Holzbau verwenden lässt -> weiterer Bau-Ansatz für koloniale Entwicklungsgebiete

Schließlich ist das Wirtschaftssystem auch noch interessant, da darüber geregelt, wer wieviel in den privaten Bausektor investieren kann.
Ziel ist, den Ausbau der Bauindustrie privatwirtschaftlich nutzen zu lassen, sodass man zwar die Kapazität hinstellt, diese dann aber von privaten Investoren bezahlt wird -> in Summe steigt das BIP, also auch die Steuern...
Man sollte nie das Schicksal herausfordern. Das Schicksal kann alles ertragen, nur keine Herausforderung.
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Beitrag von H34DHUN73R »

TheBlackSwan hat geschrieben:Qualitätsposts @Headhunter

In der neuen Spielversion ist die wirtschaftliche Entwicklung generft worden. In unserem Testspiel mit Preußen sind wir mit unserer üblichen Schnellindustrialisierungs-Strategie (Max Taxes, Laissez-Faire+Freihandel, Debt-Limit voll ausschöpfen, Investitionsgüter forcieren und importieren) in den frühen 1870ern noch immer nicht die Subsitenzfarmer los, normalerweise passierte das in den 1850ern. Da man der AI nicht mehr so gut durch exponentielle Industrialisierung davonziehen kann, ist auch die Reichseinigung anspruchsvoller.
Ja, es lohnt sich nicht mehr, richtig tief in die Schulden zu gehen, da die kurzfristigen Gewinne nicht mehr so hoch ausfallen.

Und die Bauern-Geschichte müssen Wir Uns auch noch genauer ansehen.
Früher stand da ja einfach "Subsistenz" und gut.
Nun muss man sich überlegen, wie das mit Leibeigenen, Sklaven, Pacht- und Gehöftbauern laufen soll.
Scheinbar kann man sich nur aussuchen, ob die ländliche Opposition nun Aristokraten, Gewerkschafter, Landbevölkerung oder Landwirte seien sollen, Ärger machen sie jedenfalls immer.

Jedenfalls geht der Sektor schwerlich gegen Null, was aber auch nicht notwendigerweise ein Ziel ist
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