Also sorry Abo, aber Civ gehört seit Tei 1 zu einem der genialsten 4X-Spielreihen die es jemals gab.
Sicherlich, die Steinzeit Deutschen, Franzosen, US-Amerikaner oder seit Neuestem auch die Steinzeit Bayern unter Ludwig dem II. sind natürlich historisch ein Witz....aber darum geht es auch gar nicht. Ja sicherlich das macht Humankind etwas besser indem man das Spiel mit echten alten Kulturen beginnt...aber der Wechsel auf modernere Völker ist dann eben deplatziert. Wie bitte werden aus Babyloniern dann plötzlich Deutsche? Aber egal...beide Spiele suchen halt nur nach Volks-Bezeichnungen und Merkmalen die spielerisch für Abwechslung sorgen. Der Punkt ist, bei Civ ist das Spielprinzip 4X in Vollendung. Und "langweilig am Anfang"....ernsthaft....tatsächlich empfand ich immer die ersten 100 Züge am spannensten. Keine Ahnung wie du dich da langweilen kannst, wenn auf höheren Spielstufen so ab König aufwärts schon nahe bei dir Konkurrenten Ihre Städte gründen, und versuchen dich einzuengen....ja manche planen gar schon einen frühen Krieg der das Spiel schon früh für dich beenden kann. Da ist man voll gefordert. Gerade die ersten 150 Züge entscheiden eigentlich zumeist schon das Spiel, wenn man versuchen muss seine ersten Gegner von der Karte zu wischen, mit dem Wenigen das man selbst zur Verfügung hat. In meiner letzten Partie mit 2 KI Mods ("Late Game AI" sowie "Real Strategy (AI)") auf eher niedrigem Königslevel (Prinz ist dort Enstiegslevel), hatte ich das Glück gleich den ersten Siedler des Feindes in Reichweite meines Startfeldes vorzufinden: Die Franzosen. Dummerweise schützte er seinen Siedler nicht zu Beginn...was kaum einer macht, weil man da ja den Krieger zum Erkunden nutzt. Und schwupps hatte ich den Siedler "erobert" und damit gleich 2 Städte gegründet. Da ich bei den KI Mods eingestellt hatte dass trotz Vorteilen der KI sie nur 1 Siedler haben dürfen, war das schon das sehr frühe Ende in Zug 1 oder 2 für die Franzosen. Dann gründete ich noch schnell 2-3 weitere Städte, erkundete meine nächsten 2 Nachbarn...und überfiel mit Helden und einer Masse an Bogenschützen und Kriegern (die ich wegen meiner Religions-Boni (+25% für Antike) schnell bauen durfte) auch gleich die 3-4 Städte meiner nächsten Nachbarin, und nahm auch sie aus dem Spiel. Damit konnte ich dann mit 8-10 Städten relativ schnell mit den anderen KI Nationen gleichziehen, oder gar übertrumpfen...und habe damit eine reelle Chance das Spiel zu gewinnen. In der letzten Partie mit den beiden KI Mods hatte ich irgendwann im 18. Jahrhundert verloren weil mich eine KI-Nation im Kulturrennen hoffnungslos übertrumpfte. Ich glaub das waren sogar die Franzosen. Das wird ihnen eine Lehre sein...
Also das Spiel ist seit Teil 1 genial. Kannte kein Spiel zu der Zeit von Civ1 das auch nur annähernd da ran kam. Inzwischen gibts 5 weitere Teile...und selbst Civ7 ist bereits angekündigt. Viele der Civ-Spiele sind von Seiten der KI her anfangs eher meh....daran krankte vor allem Teil 5 und 6, seitdem man Hexagone statt Vierecke als Landkarte nutzte und begann das Stacking aus Civ4 zu verbannen. Damals konnte die KI mit Megastacks (20+ Einheiten auf einem Feld) praktisch alleine mit seinen Produktions-Boni jeden Spieler im Krieg schlagen. Seit Civ5 muss sie sich taktisch dafür auf der Karte vorkämpfen, in immer aussichtsloseren Situationen. Seit Civ6 kann man seine Städte außergewöhnlich stark schützen mit 2 Stadtfeldern die mit jeweils Schutzmauern umzogen und jeweils einer Schuss-Einheit besetzt werden können. Sprich man kann in jeder Stadt bis zu 4x schiessen auf Angreifer. Damit stoppt man oft auch menschliche Angriffswellen, vor allem wenn man sich nur Feld um Feld vorkämpfen kann pro Zug, und dann im ungünstigsten Fall gleich 4x auf einem geschossen wird. So hatte es die KI seit Civ5 nicht leicht. Aber die KI Entwicklung ist seitdem auch stark voran geschritten. Am Ende des Produktions-Zykluses von Civ5, vor allem mit dem Community-Patch ist die KI ganz gut geworden. Auch Civ6 ist mit diesen beiden KI-Mods ganz passabel, auch im Endgame. Und selbst mir als alten Hasen bei über 2100 Stunden, werde dann noch von der KI geschlagen.
Also ich kann beim besten Willen nicht verstehen was du an den Civ-Spielen langweilig findest....speziell am Anfang einer Partie. Da ist Stress pur angesagt, gerade bei vielen nahen Nachbarn. Wo ich dir Recht geben würde, ist im Endspiel...da wo es bei vielen 4X Spielen krankt. Da hat man (mangels Gouverneurs-KI...die es eher in GalCiv gibt) viel zu tun wenn man immer wieder dasselbe in die Bauschlangen schieben muss bei 10-20 Städten. Da sind dann selbst Kriege mit Dutzenden von Einheiten oft seeeehr langatmig. Dennoch, ich kenne kein 4X Spiel das das ebenso gut macht. Und ich spiele das Genre sehr gerne....mit Spielen wie Stellaris, Galciv 2-3, Master of Orion (neu), Endless Space1-2, Endless Legend....usw. Tatsächlich halte ich bei den Konkurrenten kaum bis ans Ende des Spieles durch. Ich breche die meisten Partien irgendwann ab...einfach weils zu langweilig wird...egal ob bei Stellaris oder Galciv1-3 (wo ich noch nie eine Partie zu Ende gespielt habe). Nur Civ schafft es immer wieder, dass ich bei mehr als 70% der Partien bis ans Ende durchhalte, einfach weil die Motivation da ist, den Siegbildschirm zu erreichen. Und tatsächlich habe ich erst mit den aktuellen KI-Mods erstmals den Bildschirm des Niederlage Bildes gesehen. Das hatte ich zuletzt gefühlt mit Civ1, wo es das Bild gab wo Archäologen deine Kultur ausgraben und eine Botschaft von dir finden wo es hieß: "Wir, die XXX werden zurück kehren!" -- Ich glaub da gabs schon in Civ1 nur nen Platzhalter statt des Volksnamens, wegen eines Bugs....
