dooya hat geschrieben:Ein ziemlich langer, aber durchaus interessanter Twitter-Thread mit einigen Gedanken dazu, warum Baerbock derzeit so starke Kritik für vergleichsweise "gewöhnliche" Fehltritte entgegenschlägt.
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Wir verstehen einfach nicht, wie bei jeder dieser Analysen so scheinheilig ausgeblendet wird, dass Frau Baerbock eben absolut keine Habenseite hat. Da muss man dann Laschet und Scholz mit Trump in einem Satz nennen, damit das Statusgebrabel irgendwie Sinn ergibt und mit Grab Them by the Pussy argumentiert werden.
Skandale und Skandälchen werden aufgewogen mit der politischen Habenseite. Das ergibt eine Bilanz. Baerbock hat dort nichts stehen. Sie ist eine politische Hinterbänklerin mit der klassischen Hörsaal, Böll Stipendium, Abgeordnetenmandat Karriere ohne jeh ein wichtiges Amt in einem Land oder im Bund oder im Bundestag zu haben. Also macht man sich dann das Bild, was denn sonst so bei Baerbock steht:
Da sieht man dann ich Völkerrechtlerin, du Schweinebauer zum Dr. Phil.
Da sieht man die Völkerrechtlerin, die sich als Mitglied von Organisationen ausgibt, die keine Mitglieder haben.
Die aus der Webseitenbetreuung in Potsdam und Berlin eine Büroleitung in Brüssel macht.
Die nach 40.000€ Steuergeld und selbsterklärtem Willen 2013 (und angeblichen Status als fast fertig) neben der Abgeordnetentätigkeit ihre Promotion durchzuziehen noch im selben Jahr aufgibt.
Die ihr Hingelunztes Ghostwriterbuch als eigenes geschriebenes Sachverbuch vor der Kamera präsentiert und dann, als ausfällt, dass der Ghostwriter oder sie selber die kopierten Passagen des Scriptes nicht mehr weiter verarbeitet, schwups erklärt, war doch kein Sachbuch.
Sind das riesige Fehler? Nein. Hat Frau Baerbock irgendeinen Erfolg aufzuweisen, der glauben lassen könnte, sie wäre eine gute Kandidatin? Nein. Was bleibt also übrig? Den Typus, den jeder Ingenieurs-, BWL- und Jurastudent sowie jeder, der mit diesen im Leben zu tun hatte kennt: Irgendwie nach oben, immer Plustern, auch wenn nix erreicht wurde.
Scholz und Laschet können sich wegducken und ihre Skandalseiten weiter wachsen lassen, weil ihre politische Habenseiten ebenfalls nicht klein sind. Ministerämter, Oppositionsführerschaft, Wahlsiege, Ministerpräsidentenämter.
Vom der Amateurhaftigkeit des Wahlkampf mal ganz zu schweigen. Nichts vorher durchgesehen. Das Buch war nicht nötig, liest eh keiner, dieses verzweifelte Klagen nach Inhalten (warum sollten andere das Geschenk machen). Dann wird immer alle Kritik als Propaganda gegen das Geschlecht abgetan. Wohlwissend, dass der einzige Grund für Baerbock über Habeck das Geschlecht ist.
Bundestagswahl ist immer auch eine Personenwahl und das muss die Person aushalten. Und vorbereitet sein. Und vielleicht, vielleicht irgendwas an Erfolg im (politischen) Leben haben.
Diese Analysen sind nicht ehrlich. Denn sie sollten nicht sein: Warum wird Frau Baerbock angegriffen. Antwort ist: Wahlkampf.
Die Analyse sollte sein: Warum funktionieren die Angriffe? Und wenn man ehrlich ist, dann weil die Kandidatin Baerbock weder aus der eigenen politischen Karriere noch die Grüne Partei aus der Wahlkampffähigkeit heraus geeignet für das Amt und die Wahl sind.
Der wichtigste politische Moment von Frau Baerbock laut Frau Baerbock war übrigens die Klimakonferenz in Paris. Was hat sie da gemacht? Zugeschaut.