Der Kommunismus und du - kommt das Paradies oder die Hölle in Peru?

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Witold Pilecki
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Beitrag von Witold Pilecki »

deltadagger hat geschrieben:Schon klar, aber eben mit einer kommunistischen Zentralregierung und einer leitplankenbildenden Zentralverwaltungswirtschaft.
Es ist ja auch nachzulesen, dass z. B. Huawei oder Alibaba neben Steuern zusätzliche Gewinne, die z. T. vorgeschrieben werden, an den Staat additiv abzugeben haben.

Insofern hat doch der werte Alith Anar recht, dass Regierungsform zunächst nicht wirklich was mit dem Wirtschaftssystem zu tun hat.
Die Frage ist, inwieweit China noch dem Typ der sozialistischen/kommunistischen Diktatur zuzurechnen ist. Die Unterschiede zu Pinochets Chile oder Nazideutschland sind doch recht schmal geworden. China ist eine Parteiendiktatur (dazu bpb), die unter Xi immer stärkere Merkmale eines Führerkults entwickelt. Xi hat sich 2017 in die Kultfiguren einordnen lassen, die namentlich in der Parteiverfassung erwähnt werden:
Im Oktober 2017 stärkten die fast 2.300 Delegierten auf dem 19. Parteitag seine Machtposition, indem sie „Xi Jinpings Gedankengut für das neue Zeitalter des Sozialismus chinesischer Prägung“ als Leitlinie in die Parteiverfassung aufnahmen. Xi ist damit nach Mao Zedong und Deng Xiaoping der dritte Parteiführer, der namentlich in den Statuten erwähnt wird, wobei seine Leitlinien nach Expertenmeinungen schwer zu greifen sind
Der Zusammenhang zwischen Regierungsform und Wirtschaftssystem ist für die Planwirtschaft fix: Die kann nur eine Diktatur errichten (China, Nazideutschland). Marktwirtschaft geht mit Demokratien und Diktaturen konform.
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Friedrich III.
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Beitrag von Friedrich III. »

Witold Pilecki hat geschrieben:Einstein hat ja selbst betont, dass sein Name unter vielen falschen Papieren steht.
https://falschzitate.blogspot.com/2017/ ... immer.html
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Witold Pilecki
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Beitrag von Witold Pilecki »

Moment, meint ihr uns. :???:
Friedrich III. hat geschrieben:"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." ;)
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Frisiercreme
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Beitrag von Frisiercreme »

Witold Pilecki hat geschrieben:Einstein hat ja selbst betont, dass sein Name unter vielen falschen Papieren steht. Die empirischen Beobachtungen sind falsch: Es gibt kein Heer von Arbeitslosen im Kapitalismus, dafür Konsumgüter für Jedermann in Hülle und Fülle. Denn Profit macht man mit nützlichen Produkten - Profit und Nutzen sind keine Gegensätze. Auch die Einheit von Medien und Produktionsmitteln ist nur ein Problem, wenn sie von den selben Personen gehalten werden. Der Klassenbegriff hat sich als Irrweg für die Sozialstrukturanalyse erwiesen.
Geplante Wirtschaften funktionieren nicht gut. Das konnte Einstein vielleicht noch nicht wissen. Aber wir Menschen heute, wir wissen das.
[Unterstreichung durch uns, Frisiercreme]

Nehmen wir die Weltwirtschaftskrise von 1929. In der Weimarer Republik herrschte ein Jahr später eine Arbeitslosigkeit von über 30%, in den USA am entsprechenden Graphen abgelesene 21%. Wir nehmen stark an, dass Euch das bewusst ist. Was also lässt Euch sagen, dass in der Weimarer Republik und auch den USA nicht das kapitalistische Wirtschaftssystem verfolgt wurde?
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Witold Pilecki
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Beitrag von Witold Pilecki »

Frisiercreme hat geschrieben:Nehmen wir die Weltwirtschaftskrise von 1929. In der Weimarer Republik herrschte ein Jahr später eine Arbeitslosigkeit von über 30%, in den USA am entsprechenden Graphen abgelesene 21%. Wir nehmen stark an, dass Euch das bewusst ist. Was also lässt Euch sagen, dass in der Weimarer Republik und auch den USA nicht das kapitalistische Wirtschaftssystem verfolgt wurde?
Also zum einen ist Massenarbeitslosigkeit kein dauerhaft präsentes Phänomen in kapitalistischen Ländern, sondern tritt nur bei außergewöhnlich großen Krisen länger auf. Dazu hat Einstein aber folgende Aussage gemacht:
an "army of unemployed" almost always exists. ... Technological progress frequently results in more unemployment rather than in an easing of the burden of work for all.
Und diese Aussage ist eben falsch. Nach hundert Jahren technologischen Fortschritts gibt es immer noch genug Arbeit für alle.

Zum anderen haben wir über beide Krisen schon gesprochen (wir sind aber zu faul, die Links dazu zu suchen). Beide Krisen sind ihrer Schwere auf äußerst unglückliche Interventionen der Regierungen in die Marktwirtschaft zurückzuführen. Die große Depression folgte auf eine lange Phase monetärer Stimuli, die in einer Kreditblase mündeten, (dazu haben wir erst kürzlich etwas gelesen) und wurde im Augenblick der Krise durch die Kontraktion der Geldmenge verschärft. Es gibt noch weitere Erklärungsansätze, aber beide finden sich auch in der Weimarer Republik wieder: Monetäre Finanzierung eines Krieges und nach der Niederlage von Reparationen führten erst zur Hyperinflation, aus der es dann keinen guten Ausweg gab und Brünings Deflationspolitik war da keine Ausnahme.
Beide Beispiele taugen unserer Meinung nach nicht, um auf strukturelle Probleme des Kapitalismus / der Marktwirtschaft zu verweisen.
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Frisiercreme
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Beitrag von Frisiercreme »

Witold Pilecki hat geschrieben: Zum anderen haben wir über beide Krisen schon gesprochen (wir sind aber zu faul, die Links dazu zu suchen)
Und was Ihr sagtet war damals schon verkehrt.
Wenn Ihr die USA und in der Folge das Deutsche Reich zwischen 1919 und 1930 nicht als kapitalistische Systeme gelten lasst, dann unterscheidet Ihr Euch kein Jota von den Kommunisten, die der werte Iolt hier zitert:
Iolt hat geschrieben:Das nächste Mal wirds besser. Da versucht man den ECHTEN Sozialismus, den bislang noch keiner versucht hat. Versprochen! ;)
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Private_S
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Beitrag von Private_S »

Hab immer arge Zweifel daran, dass irgendein System jetzt DAS System der Zukunft ist. China mag im Moment erfolgreich sein, und wird übermorgen vielleicht von seiner Bevölkerung gestürzt, verbirgt dank Zensur Krisen, die im Westen halt öffentlich diskutiert werden, oder irgendetwas Anderes passiert.

Im Übrigen ist doch hierzulande eigentlich spätestens seit dem Gründerkrach klar, dass der reine Marktliberalismus nicht funktioniert. Seither (ungefähr) gibt es den modernen Interventions- und Leistungsstaat, immer wieder mit Nuancierungen, ohne den Kapitalismus im Kern abzuschaffen. Und wie reiner Markt versagen kann, hat schon die Kartoffelfäule in Irland 1845-1849 gezeigt, als die ach so liberalen Engländer mit ihrem marktliberalem Dogma den Great Famine nur noch verschlimmerten.
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Witold Pilecki
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Beitrag von Witold Pilecki »

Frisiercreme hat geschrieben:Und was Ihr sagtet war damals schon verkehrt.
Wenn Ihr die USA und in der Folge das Deutsche Reich zwischen 1919 und 1930 nicht als kapitalistische Systeme gelten lasst, dann unterscheidet Ihr Euch kein Jota von den Kommunisten, die der werte Iolt hier zitert:
Wo lassen wir sie nicht als kapitalistische Systeme gelten? Da interpretiert ihr zu viel in unsere Aussage hinein.
deltadagger hat geschrieben:Hmmm... und warum musste in die Marktwirtschaft eingegriffen werden, zumindest in dem Beispiel der USA?
Wenn der Kapitalismus in sich perfekt wäre, wären ja Eingriffe nicht nötig, alles andere wäre unlogisch, oder?
Also grundsätzlich: Ein unregulierter Kapitalismus kann gar nicht funktionieren. Die Marktwirtschaft braucht staatliche Leistungen, um zu funktionieren und staatliche Korrekturen, um gut für alle zu funktionieren. Die soziale Marktwirtschaft ist ein Erfolgsrezept.
Das USA-Beispiel ist aber nicht unbedingt eines für die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe in den Kapitalismus, sondern eher dafür, dass das ganz schön schwierig ist und oft durch Nebenfolgen mehr Schaden als Nutzen anrichtet.
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dimovski
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Beitrag von dimovski »

Witold Pilecki hat geschrieben: Und diese Aussage ist eben falsch. Nach hundert Jahren technologischen Fortschritts gibt es immer noch genug Arbeit für alle.
Ihr behauptet jetzt aber nicht allen Ernstes, dass es keine industrielle Reservearmee gibt?
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Witold Pilecki
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Beitrag von Witold Pilecki »

dimovski hat geschrieben:Ihr behauptet jetzt aber nicht allen Ernstes, dass es keine industrielle Reservearmee gibt?
Doch, das behaupten wir. Einstein redete von einer Armee der Arbeitslosen. Und wo liegt die Arbeitslosigkeit? Was denkt ihr? 20% 8%? 12%? Schreibt doch mal auf, was ihr denkt und lasst es uns wissen (wir haben leider schon vorher geguckt).
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EU April 2021: 7,3 % (beide hier)
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dimovski
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Beitrag von dimovski »

Wir sagen spontan 2,5%, aber das ändert nichts an der Existenz einer Reservearmee. Seht Ihr da keine Parallelen zum Wohnungsmarkt?
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Frisiercreme
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Beitrag von Frisiercreme »

Ihr schriebt:
Es gibt kein Heer von Arbeitslosen im Kapitalismus

1929 ff. gab es ein Heer von Arbeitslosen in Deutschland und den USA.
Folglich befanden sich 1929 ff. weder Deutschland noch die USA im Kapitalismus.

Da interpretieren wir nichts, wir lesen nur. Hier habt Ihr das ja wiederholt:
Also zum einen ist Massenarbeitslosigkeit kein dauerhaft präsentes Phänomen in kapitalistischen Ländern, sondern tritt nur bei außergewöhnlich großen Krisen länger auf.
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Witold Pilecki
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Beitrag von Witold Pilecki »

Nur, dass euer Schluss nichts mit dem Kontext aus Einsteins Aussage gemein hat. Lest seine Aussage und seine Begründung. Darauf bezogen wir uns. Als Verallgemeinerung ist sie falsch, daran ändern auch vorübergehende Ausnahmen nichts. Deutschland wird auch nicht zum Tropenparadies, weil es im Sommer mal heiß wird.

@dimovski: Da haben wir wohl unterschiedliche Ansichten, was mit einer Armee von Arbeitslosen gemeint ist. 2-3 % Arbeitslosigkeit gelten als unvermeidbar, wegen Arbeitsplatzwechseln, Betriebsaufgaben, Strukturwandel usw. Für manche Leute gibt es auch einfach keinen geeigneten Arbeitsplatz. 5 % erscheinen uns daher nicht als Massenarbeitslosigkeit.
Welche Parallele meint ihr?
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Beitrag von dimovski »

Witold Pilecki hat geschrieben: @dimovski: Da haben wir wohl unterschiedliche Ansichten, was mit einer Armee von Arbeitslosen gemeint ist. 2-3 % Arbeitslosigkeit gelten als unvermeidbar, wegen Arbeitsplatzwechseln, Betriebsaufgaben, Strukturwandel usw. Für manche Leute gibt es auch einfach keinen geeigneten Arbeitsplatz. 5 % erscheinen uns daher nicht als Massenarbeitslosigkeit.
Welche Parallele meint ihr?
Möglicherweise handelt es sich hier um ein Missverständnis. Army of unemployed == Reserve army of labour == Industrielle Reservearmee != Massenarbeitslosigkeit.
EDIT: Wer hätte gedacht, dass Wir mal im echten Leben (naja, fast... ;) ) einen Begriff aus Unserem Soziologiekurs benutzen werden.
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Beitrag von Witold Pilecki »

Möglicherweise. Wir schließen aus diesem Satz:
Technological progress frequently results in more unemployment rather than in an easing of the burden of work for all.
Dass Einstein ein fortwährendes Anwachsen der Arbeitslosen bis in die Massenarbeitslosigkeit vorhersah. Wir wissen nicht, ob er sich vorher auf Marx bezieht oder nicht.
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Beitrag von Frisiercreme »

Ihr schreibt: Gibt nicht, ist nicht. Indikativ Präsenz. Ich habe überhaupt keinen Anlass, darin irgendetwas anderes als eine kategorische Aussage zu lesen. Sonst macht sie ja auch wenig Sinn und ist redundant.
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Beitrag von Witold Pilecki »

Wir haben es euch nun zwei mal erklärt, wenn ihr weiter trollen wollt, bitte.
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Beitrag von Friedrich III. »

Witold Pilecki hat geschrieben:Moment, meint ihr uns. :???:
Einfach nur ein Link, wo der Ursprung der Aussage erklärt wird.

Hätte ich sofort posten sollen. :wirr:
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Beitrag von Frisiercreme »

Witold Pilecki hat geschrieben:Wir haben es euch nun zwei mal erklärt, wenn ihr weiter trollen wollt, bitte.
Seht Ihr. Und wir finden, dass Ihr nichts erklärt, sondern lediglich Axiome wiederholt habt, die wir für banal oder falsch halten. Wenn Ihr das als Trollen empfindet, bitte sehr.
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Beitrag von Witold Pilecki »

deltadagger hat geschrieben:Hernach fand ein kleiner Schlagabtausch darüber statt, wer nun böser ist, der Kapitalismus oder der Kommunismus.
Das war anderswo: Im taxes-Thread mit Cuza. Hier ging es um Einsteins Aussage, im Kapitalismus gäbe es ein (wachsendes) Heer von Arbeitslosen. (Falls das überhaupt seine Aussage war, vielleicht wollte er auch nur auf die Existenz einer Restarbeitslosigkeit hinweisen).
deltadagger hat geschrieben:Weiter so weit verstanden, ist die eure Position bisher gewesen, das der Kapitalismus in möglichst reiner Form, also weitgehend ohne staatlichen Einfluss der Königsweg sei.
Das stimmt so nicht. Wir haben mal zum Thema Opernförderung unser Bild zum Verhältnis von Markt und Staat ausgeführt. Hier Teil 1 zur Verteilung von Gütern in einer Marktwirtschaft. Hier Teil 2 zur Rolle des Staates als Erbringer öffentlicher Güter und zur Korrektur von Marktversagen. Denkt euch die Opernförderung weg und setzt gedanklich ein beliebiges anderes ökonomisches Gut ein.
deltadagger hat geschrieben: Hieraus stellte z. B. ich die Fragen:
Hmmm... und warum musste in die Marktwirtschaft eingegriffen werden, zumindest in dem Beispiel der USA?
Wenn der Kapitalismus in sich perfekt wäre, wären ja Eingriffe nicht nötig, alles andere wäre unlogisch, oder?
Was heißt perfekt? Ist der Kapitalismus perfekt? Nein, was ist schon perfekt? Aber es ist das bisher beste Wirtschaftssystem, das sich feudalen und planwirtschaftlichen Modellen bei der Schaffung von Wohlstand als überlegen erwiesen hat. Wenn man nun akzeptiert, dass ein Eingriff in die Marktwirtschaft stets notwendig ist, dann löst sich auch der logische Schluss auf, dass ein staatlicher Eingriff auf einen Fehler im System hinweist.
Eure Frage zur großen Depression sollte daher nicht lauten, warum in die Marktwirtschaft eingegriffen werden musste, sondern war der Eingriff gut? Dazu haben wir in #29 zwei Punkte verlinkt, die frühere Eingriffe des Staates als Mitursache der großen Depression und das Krisenmanagement der FED als einen der Hauptursachen für die Tragweite der Krise sehen.
Aha, also jetzt doch ein regulierter Markt.
Nochmal: Das war nie anders. Es gibt nur gute und weniger gute Eingriffe in den Markt/den Kapitalismus. Gute Eingriffe sind effektiv (sie erreichen ihr Ziel) und effizient (sie sind billig, haben geringe Nebenfolgen).
deltadagger hat geschrieben:Die soziale Marktwirtschaft der BRD wurde ja aus Gründen eingeführt, die nicht unähnlich derer sind, warum nun Peru (oder sonst wer) ein Alternativmodell der Wirtschaftspolitik aufstellen wird.

Es geht ausschließlich darum relativ arme Menschen in relativen Wohlstand zu versetzen.

Ob das nun in dem konkreten Fall funktioniert, wird alleine die Zeit uns Kund tun und mit Sicherheit kein sogenannter Wirtschaftsexperte.
Hier müssen wir entschieden widersprechen: Es gibt keinen wissenschaftlich begründbaren Anhaltspunkt dafür, dass ein marxistisches Experiment in Peru gelingen könnte. Ihr argumentiert hier auf dem Niveau eines Klimaleugners in der Art "was wissen denn die Experten schon". Bei allen offenen Fragen und Differenzen in den Wirtschaftswissenschaften ist dennoch unstrittig, dass der Sozialismus/Kommunismus als Wirtschaftsmodell nicht funktioniert. Die Geschichte zeigt, dass dieser, wenn er nicht schon direkt als Diktatur startet, zwangsläufig zu einer solchen verkommt. Die Gründe, wegen derer eine soziale Marktwirtschaft oder ein kommunistisches Regime eingeführt werden, mögen die gleichen sein. Das Ergebnis wird sich aber gewaltig unterscheiden. Wir haben das hier mal gegenüber Cuza angeführt (wenngleich in einer hitzigen Stimmung): Der Sozialismus bringt den Tod, weil geplante Wirtschaften nicht funktionieren (Stichwort: Planungsproblem).
deltadagger hat geschrieben:Insofern, lass es die Peruaner versuchen.
Es spricht viel dafür, dass es scheitert aber es spricht sehr viel dafür, dass daraus Impulse für eine gezielte weltweite Wirtschaftslenkung und vor allen Neuordnung entstehen.
Wir teilen eure Motivation, globale Armut zu mindern. Das kann aber nur mit marktwirtschaftlichen Prinzipien, Freihandel und Globalisierung gelingen. Auf den Aufstieg Chinas seit Einführung der sozialistischen Marktwirtschaft und der Öffnung für den Welthandel haben wir ja schon hingewiesen. Den Pfad, den die Peruaner nun einschlagen, ist nicht diskutabel. Da gibt es kein vielleicht, kein historisches Beispiel für einen Erfolg. Wenn sie diesen Weg beschreiten, werden sie den Weg Venezuelas gehen. Zur Zeit sind etwa 18 Prozent der Venezolaner vor Hunger und Unterdrückung geflohen.
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