preusse hat geschrieben:Nun, wer und was definiert dem Geheimdienst was ein "Kombattant" ist? Einer der eine Waffe in der Hand hält und/oder schon gegen die eigenen staatlichen/geheimdienstlichen Interessen angekämpft hat oder dies vorhat? Oder zählt auch einer dazu, der im Kopf die Möglichkeit gespeichert hat dem eigenen Staat/Geheimdienst zu schaden? Nun dann haben die Russen mit Ihren Giftmorden doch alles richtig gemacht. Keine zivilen Opfer! Können die Amis noch was lernen!
Müssen Wir über derartige Offensichtlichkeiten wirklich diskutieren? Nun gut,
ein Versuch: Es ist ein Unterschied zwischen "heißem" Krieg und "kaltem" Krieg. Derjenige, der innerhalb des letzteren handelt, ist kein Kombattant, auch wenn er den eigenen Interessen zuwiderhandelt, es sei denn, er greift dabei selbst zur Waffe (wobei dann der Krieg an diesem Punkt auch als heiß zu bezeichnen wäre). Anders ausgedrückt: Spione sind keine Kämpfer, im heißen Krieg werden sie erschossen/gehängt (wenn das das eigene Recht hergibt), außerhalb desselben als Verbrecher behandelt und das sollte rechtsstaatlich passieren. Wer organisiert Terroranschläge auf dem Staatsgebiet eines anderen verüben will, der ist heutzutage in Zeiten des asymmetrischen Krieges wohl als Kombattant zu bezeichnen, egal ob er selbst eine Kalaschnikow jemals in der Hand hatte oder nur plant (=durch andere handelt). Wir vertrauen darauf, dass in den USA (und anderen "westlichen" Staaten) zumindest der
Wille vorhanden ist, Drohnen nur da einzusetzen, wo man nach nachrichtendienstlicher Vorarbeit der Überzeugung ist, es mit einem solchen Terroristen zu tun zu haben. Wollte man wahllos töten, könnte man ja auch einfach Afghanistan in eine Uran-Wüste verwandeln...
preusse hat geschrieben:Was Eure Vernunftdemokratie angeht, dieser Idee folgen wir gerne. Wir kennen auch keine bessere Idee einer Regierungsform mit weniger "Reibungsverlusten". Nur erkenne ich für mich an, dass die Umsetzung eienr Demokratie nicht überall funktioniert. Und Russland sehe ich auch da. Aber das ist ein anderes Thema!
Da stimmen Wir voll zu. Anderen Staaten von Außen ein demokratisches System überzustülpen, funktioniert nicht, manche (Afghanistan, Irak, etc.) scheinen dafür noch nicht reif zu sein. Das heißt aber nicht, dass man gut heißen muss, was die dortigen Herrschenden tun und ihr Fehlverhalten (aus demokratischer Sicht) nicht benennen darf.