-- Kapitel III: Der alte Kaiser (1337-1339) --
Ambiente: Kaer Morhen & Old Manor
Burg Wyzima, Sitz der Dezmoden
Bussy/Boussy 'der Große' - Kaiser von Temeria, König von Temeria und Emblonia, Herrscher über Mahakam, Ältester Schutzherr von Brugge, Sodden, Aldersberg und des Heiligen Feuers von Melitele, Sohn des Foltest
Im Sommer 1326, angesichts der Schwäche Nilfgaards, rief sich Bussy zum Kaiser von Temeria aus. In einer Zeremonie im Thronsaal von Burg Wyzima ließ er sich vor dem Adel Temerias durch seine Hofpriesterin Aldis krönen. Diese Krone war jedoch bitter erkauft worden. Zwei Monate zuvor war Praskovya Pahlen, die Strippenzieherin der Kaiserkrönung, einem Mord zum Opfer gefallen.
Hinter dem Komplott steckte Gerüchten zufolge Elena Thyssen, Halbschwester der verschmähten Verlobten Alicja und Gattin von Foltest dem Jüngeren, dem abgesetzten König von Brugge. Bussy hatte den 'Vertrag von Wyzima' gebrochen und im Herbst 1290 Brugge wieder ins Reich von Temeria eingegliedert, ohne dass sich großer Protest im Norden erhob. Die Krone wurde erst 1320 wiederhergestellt.
Praskovya wurde auf der Tempelinsel von Novigrad beigesetzt. Wer zum Dolch greift, der wird durch den Dolch umkommen.
Anfang 1275 wurde noch im Winter das östliche Umland von Novigrad durch Redania besetzt, doch blieb die Herrrschaft des Hierarchs vom Ewigen Feuer und der Stadtstaat Novigrad unangetastet. Herbst 1302 annektierte Bussy schließlich die Stadt Novigrad mit Tempelinsel für Temeria, um bei der Kontrolle der Mündung des Pontars ins Meers die Oberhand zu behalten.
Der Hierarch weigerte sich die Stadt zu verlassen, weswegen er sich darauf - wie auch seine Nachfolger - als "Gefangener von Novigrad" bezeichnete. Im Großtempel des Ewigen Feuers wurde die Herrschaft der Hohenpriesterin Lux um das 'Heilige Feuers von Melitele' mit König Bussy als Schutzherr begründet. Die Priesterherrschaft in Novigrad war umstritten. Fest stand, dass diese die Bindung an Temeria stärken sollte, aber es war unklar, ob nun der "Großtempel des Heiligen Feuers" die Gläubigen des Ewigen Feuers mehr integrieren oder verspotten sollte.
Eine temerische Eroberung der aufsässigen redanischen Universitätsstadt Ochsenfurt scheiterte, wie auch ein späterer Rückeroberungsversuch Redanias von Novigrad. Der Friedensschluss zwischen den beiden Reichen besiegelte den neuen status quo am Pontar: Novigrad (später: Boussygrad) blieb ein Teil von Temeria.
Der Norden, 1337
In den Jahren 1337 und 1338 wurden erstmals nichtmenschliche Berater in den Rat von Temeria einberufen: Der ehemalige Scoia'tael-Anführer Ronald der Halbling als Truchsess und Iorwerth der Elf als Spionagemeister. Zermürbt von den Aufständen der Scoia'tael war - zuvor mit Zustimmung des Adels - per Edikt die Diskriminierung der Nichtmenschen in folgenden Reichsteilen aufgehoben worden: Boussygrad, Emblonia und Sodden, der Druidenkreis Caed Dhu an der Ostbank des Yarugas und die Krondomäne Wyzima - sie alle waren der Kaiserkrone direkt unterstellt.
In den Kernreichen Temeria und Brugge konnte die Ausgrenzung der Nichtmenschen noch nicht aufgehoben werden. Die Aufhebung der Intoleranz im direkten Bereich der Kaiserkrone war zumindest ein Anfang, um mit den Nichtmenschen Frieden zu schließen. Die Einberufung der beiden nichtmenschlichen Berater war der nächste Schritt. Dieses Unternehmen - getragen von Kaiser Bussy, seinen Gattinen Praskovya Pahlen und Antonietta di Challant und Kronprinz Foltest - sollte die Zukunft Temerias garantieren.
Nilfgaard und seine abtrünnigen Provinzen wurden stattdessen vom Reitervolk der Haak aus Zerrikania unter der Führung eines gewissen Khagan Hulegu heimgesucht, die aus der Wüste Korath heraus im südlichen Kontient einfielen. Das Kaiserreich im Süden war nach dem Tod von Kaiser Emhyr var Emreis - "Die Weiße Flamme, Die Auf den Grabhügeln Der Feinde tanzt" - nur noch ein Schatten seiner Selbst.
Der Süden, 1337
Im Sommer 1339 tauchte eine Gestalt am aedirnischen Königshof von Vengerberg auf: Es hieß, es sei der Königsmörder, der einst König Radovid V. von Redania niedergestreckt hatte. Ein Berg von einem Mann, flink wie eine Schlange. Sein Name sei Letho von Gulet; als Hofhexer war er in die Dienste von König Ragambald von Aedirn getreten, dem Schwiegersohn von Kaiser Bussy.
Der alte Kaiser sah in dem Erscheinen des Königsmörders in Aedirn, das vom Zwergenkönigreich Mahakam bedrängt wurde, ein böses Omen. Ihm blieb nicht mehr viel Zeit. So lag es bei ihm einen guten Geist zu beschwören, dem Temeria viel zu verdanken hatte: Er sandte einen Boten nach Beauclair in Toussaint. Es hieß, der Hexer Geralt von Rivia verweilte auf seinem Landgut, das ihm einst Herzögin Anna Henrietta von Toussaint überlassen hatte.
Noch im Hochsommer des selben Jahres trat der Weiße Wolf wieder in die Dienste von Temeria. Der kleine Junge, den er einst befreit hatte, war ein alter Mann geworden.
