Ostfront 1944 - Ein AoC Bagration AAR

Benutzeravatar
HvS
Rang 15
Beiträge: 2572
Registriert: Do 06.09.2012, 11:08
Hat sich bedankt: 314 Mal
Danksagung erhalten: 2816 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenVerdienstorden der Fremdenlegion+4

Ostfront 1944 - Ein AoC Bagration AAR

Beitrag von HvS »

Werte Audienz,

gemäß dem Mandat der Umfrage beginnen wir nun einen AAR gegen einen menschlichen Gegner, und zwar ein bisher noch ziemlich unbeleuchtetes Szenario:


Bild


Gegner wird der werte Löwenherz sein, der die Rote Armee übernimmt, und wir folgen dem Wunsch etlicher Regenten, endlich mal einen Untergangs-AAR von uns zu lesen. So sei es.

Wir spielen in der Version 1.03, und es gibt nur eine Hausregel: die einzige Fallschirmjägereinheit der Russen darf nicht im Falli-Modus verwendet werden, weil das für die Achse in der prekären Situation schlichtweg nicht zu kontern ist.
Wir stellen uns das Gesicht des werten Duke of York vor... "Wie? Keine Änderungen im Editor? Praktisch keine Hausregeln in der Stärke des Telefonbuchs von New York? Sakrileg!!!"

Das Szenario als solches ist so balanciert, daß die Russen in militärischer Hinsicht nicht zu besiegen sind, aber es stellt sich die Zeitfrage. Im Mai 1945 endet das Szenario, und bis dahin sollte die Rote Armee in Berlin sein.. oder auch nicht.


Bild


Da mußten wir herzlich lachen... bis Mai 1945 Baku einnehmen. Sehr realistisch, Big Al.
Wir sind schon froh, wenn wir zu Schluß Berlin halten.


Bild


Der gute Mann hat Recht: man kann die Russen nicht stoppen. Wir fragen uns an dieser Stelle erneut, was Big Al bei der Erstellung der Missionsziele geraucht hat.

Der werte Löwenherz wird keine Berichterstattung leisten, es bleibt bei diesem Thread hier. Wir werden in der gewohnt nüchternen Art und Weise berichten. Eine Storyline wird es nicht geben, historische Fotos wahrscheinlich schon. Der Bericht wird im üblichen, passivischen OKW-Stil abgefaßt werden. Neu für unsere AAR: wir werden sehr viel technische Analyse und Statistiken bereitstellen.

Start wird im Laufe der kommenden Woche sein. Wir haben den ersten Turn schon vorliegen, kommen aber heute nicht dazu, weil wir noch eine Einleitung schreiben wollen.

Wohl bekomm's!

Benutzeravatar
Alith Anar
Rang 20
Beiträge: 20501
Registriert: Fr 09.05.2003, 12:00
Hat sich bedankt: 6539 Mal
Danksagung erhalten: 8811 Mal
SI-VerdienstkreuzGroßkreuz des Veteranenorden in bes. AusführungVerdienstorden der Fremdenlegion+7

Beitrag von Alith Anar »

HvS hat geschrieben:Da mußten wir herzlich lachen... bis Mai 1945 Baku einnehmen. Sehr realistisch, Big Al.
Jeder wächst mit seinen Aufgaben :D
“The difference between fiction and reality? Fiction has to make sense..” - Tom Clancy
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

DAS, werter Herr, ist eine Aufgabe mit Brusthaaren. Um nicht zu sagen: Ein Akt des Wahnsinns. Bagration war doch die schwerste Niederlage der deutschen Militärgeschichte, oder? Wollen mal sehen, was Ihr daraus macht. Wir sind gespannt. Also dann: Mai '45 in Baku! :D
Benutzeravatar
Alith Anar
Rang 20
Beiträge: 20501
Registriert: Fr 09.05.2003, 12:00
Hat sich bedankt: 6539 Mal
Danksagung erhalten: 8811 Mal
SI-VerdienstkreuzGroßkreuz des Veteranenorden in bes. AusführungVerdienstorden der Fremdenlegion+7

Beitrag von Alith Anar »

Es war auf jeden Fall eines der verherrensten Einzelereignisse der deutschen Militärgeschichte. Wenn man die beiden WK noch mit dazu nimmt.
Seitdem halten wir uns ja zurück wenn es ums Spielen geht ;)
“The difference between fiction and reality? Fiction has to make sense..” - Tom Clancy
Benutzeravatar
Ruprecht I.
Rang 20
Beiträge: 17109
Registriert: Di 16.03.2004, 12:00
Hat sich bedankt: 1834 Mal
Danksagung erhalten: 6062 Mal
Großkreuz des Veteranenorden in bes. AusführungRitterkreuz des Sankt Nikolaus-OrdensCrusader Cross

Beitrag von Ruprecht I. »

Cfant hat geschrieben:Also dann: Mai '45 in Baku! :D
Aber auch nur, um dort eine Inspektionstour nach seinem halbjährlichen Urlaub in Wladiwostok abzuleisten :fiesemoep:
Wünsche Deinem Feind nichts Schlechtes.
Plane es.
Nassauern für Anfänger (Stand 10.7.2014)
Benutzeravatar
Managarm
Rang 17
Beiträge: 5189
Registriert: Di 01.04.2003, 12:00
Hat sich bedankt: 10957 Mal
Danksagung erhalten: 7443 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des Veteranenorden in bes. AusführungPour le Mérite+16

Beitrag von Managarm »

Oooh, Wir sind erfreut ob dieses Berichtes. :) :top:
Viel von sich reden kann auch ein Mittel sein, sich zu verbergen. (Friedrich Nietzsche)

AAR-Bibliothek
Benutzeravatar
Werth
Rang 14
Beiträge: 2173
Registriert: Di 20.07.2010, 19:25
Hat sich bedankt: 615 Mal
Danksagung erhalten: 95 Mal
Großkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens

Beitrag von Werth »

Sehr schön.
Das hier dürfte nicht ohne einen einzigen Verlust ausgehen. :)
Lehre uns die Tage zu zählen, oh Herr, auf dass wir weise werden.
Denn das Leben ist öfter grausam als gerecht.
Benutzeravatar
HvS
Rang 15
Beiträge: 2572
Registriert: Do 06.09.2012, 11:08
Hat sich bedankt: 314 Mal
Danksagung erhalten: 2816 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenVerdienstorden der Fremdenlegion+4

Beitrag von HvS »

Werter Alith Anar,

wir können im Vorfeld bereits ausschließen, daß wir nach Baku kommen werden.. oder sonstwo hin. Wir haben gegen der werten Löwenherz eine paar Runden angetestet... der Amerikaner würde "FUBAR" sagen.


Werter Cfant,

schön, Euch mal wieder in einem unserer AARs zu lesen. Wir denken, daß die "Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte" allgemein überschätzt wird. In den Jahren 41 bis 43 war die H.Gr. Mitte die stärkste deutsche Heeresgruppe, aber in 44 nur noch ein immobiler Haufen von ausgezehrter Infanterie, weil die ganzen mobilen und gepanzerten Truppen im Süden waren, wo die Russen fast die ganze Ukraine zurückerobert haben. Die Russen haben nur gegen einen relativ schwachen Gegner mit vernichtender Übermacht zugeschlagen und damit en passant auch die H.Gr. Nord abgeschnitten.
Wir denken, daß die Kräfteverhältnisse in diesem Szenario ganz gut dargestellt werden, was auch in der folgenden Analyse deutlich werden wird.


Werter Ruprecht I.,

ähm, ja. Realismusgrad optimistischer FDP-Politiker.


Werter Managarm,

wir werden uns hüten, vier mal dasselbe zu spielen! Drei mal SoE ist genug!
(den kleinen Seitenhieb konnten wir uns nicht verkneifen! :D )



Werter Werth,

wenn wir auch nur einen einzigen Verlust zu beklagen haben, dann kann das ausschließlich Würfelpech gewesen!
(auch ein kleiner Insider, allerdings auf unsere Kosten! :D :D :D )

Benutzeravatar
HvS
Rang 15
Beiträge: 2572
Registriert: Do 06.09.2012, 11:08
Hat sich bedankt: 314 Mal
Danksagung erhalten: 2816 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenVerdienstorden der Fremdenlegion+4

Beitrag von HvS »

Vorgeschichte

Nun gut... wir haben alle schon mal etwas über Kursk gelesen.. und warum es schief ging. Noch während der Schlacht wurden Teile der dringend benötigten Reserven nach Italien verlagert, und man kann mit Sicherheit davon ausgehen, daß der Landungstermin unter den Alliierten abgesprochen war, da die Russen ja schon vorher über Kursk Bescheid wußten.

Ab September 1943 begann der Transfer von ca. einem Drittel der Truppen des Ostheeres an die Westfront, und das zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der indirekte Beitrag des "D-Day in being" hätte nicht größer sein können, denn im November 1943 ging Kiew verloren, und der Schwung trug die Rote Armee bis über den Dnjpr in Richtung Lemberg. Butschatsch fiel bereits im März 1944, wurde aber wieder zurückerobert, und die Front im Süden stabilisiert sich. Die Russen suchten sich den nächsten Schwachpunkt in den viel zu starren deutschen Linien.. die drastisch ausgedünnte Heeresgruppe Mitte, die über praktisch keine Panzer mehr verfügte, weil man in den Vormonaten alles nach Süden verlagert hatte.

Die russische Offensive im Frontzentrum, die noch im Herbst 1943 Smolensk zurückerobert hatte, wurde von der deutschen Infanterie aufgehalten, und man fühlte sich ob der geographischen Gegebenheiten sicher. Der Großteil der russischen Panzer operierte südlich der Pripjet-Sümpfe.. dachte man.


Bild


Die Finnen können sich nur noch selbst helfen... die deutsche Unterstützung, die es bis September 1944 gab, ist in dem Spiel nicht modelliert.
Die exponierte und verletztliche Stellung der H.Gr. Mitte ist deutlich zu erkennen... ein Vorstoß über Dünaburg nach Riga schneidet die gesamte H.Gr. Nord ab... und so ähnlich kam es ja dann auch.
Was etwas unrealistisch ist: die Russen sind auch im Süden dermaßen stark, daß sie bei gutem Verlauf Lemberg nehmen und ins Generalgouvernment vordringen können.. das ist im RL ja erst viel später passiert.

Wir bewundern trotzdem ein wenig die Modellierung des Szenarios. Die Russen sind der Wehrmacht zahlenmäßig ziemlich genau 4:3 überlegen und haben einen technologischen Nachteil von 3:4, was sich eigentlich annähernd aufheben müßte.. ist aber nicht so. Die Rote Armee entfaltet eine dermaßen brutale Wucht, daß es schon fast nicht mehr feierlich ist. Die ersten Runden wird das noch nicht sichtbar, aber wenn der Feind Mogilew umgangen hat und in den tiefen Raum westlich davon vorstößt, gehen die Lichter aus. Auch müssen wir im Süden aufpassen, daß da nicht schon im Sommer 1944 ein Loch entsteht.

Noch eine Anmerkung zum Schluß: wir wissen, daß die Rumänen und die an der rumänischen Grenze operativ der H.Gr. Süd unterstanden. Zur Vereinfachung der Berichterstattung werden wir allerdings aus den Kämpfen in Rumänien ein eigenes "Theater" machen. Die Kräfte der Wehrmacht sind so oder so im Süden konzentriert (61 von 113 Bodeneinheiten), was die historischen Verlauf ermöglicht.


Bild


Die Wehrmacht und ihre Verbündeten verfügen über Bodentruppen in der Stärke von 113 Einheiten. 7 Sicherungseinheiten unterdrücken Partisanen im Bereich der H.Grn. Nord und Mitte, 7 weitere auf dem Balkan.

Die Gliederung am Vorabend 22. Juni 1944 ist wie folgt:

18 HQs
8 Panzerkorps (1 angeschlagen)
1 Panzergrenadierkorps
49 Armeekorps (1 angeschlagen)
26 Divisionen (2 angeschlagen)
4 Jagdpanzer
2 Schwere Artillerie
1 Nebelwerfer
1 Kavalleriekorps
1 Flakbrigade
2 Garnisonen

(Prüfsumme 113)

Wir werden diese Zahlen alle 3 Monate überprüfen, um zu sehen, was noch übrig geblieben ist.


Finnland



Bild


Was im Norden passiert, ist relativ belanglos.

Die Finnen haben 2 HQs, 6 Armeekorps und 1 Division in Helsinki. Wir planen nicht, den Finnen viele MPPs zukommen zu lassen. Insbesondere Petroskoi werden wir nicht aktiv verteidigen. Wozu auch?


H.Gr. Nord



Bild


Der H.Gr. Nord stehen keine Panzer zu Verfügung. Die Truppen bestehen aus:

3 HQs
1 Panzergrenadierkorps
8 Armeekorps
4 Divisionen
1 Nebelwerfer
1 Garnison

In der Summe 18 Bodeneinheiten.

Wir erwarten, daß der Feind mit aller Macht Opotschka angreifen wird. Der Verlust ist nicht zu vermeiden.


H.Gr. Mitte


Bild


Witebsk liegt leider auf der falschen Seite des Flusses, wäre aber auch so nicht zu halten. Der Feind wird sich auf Mogilew konzentrieren.. die Stadt ist das Sprungbrett nach Westen.

An dieser Front stehen der Wehrmacht nur schwache und schlecht versorgte Kräfte zu Verfügung.

4 HQs
1 Panzerkorps (angeschlagen)
2 Jagdpanzer
9 Armeekorps
7 Divisionen (2 angeschlagen)
1 Kavallerie
1 Garnison in Minsk, die ganz schnell ersetzt werden muß

In der Summe 25 Bodeneinheiten


H.Gr. Nordukraine


Bild


Südlich der Pripjet-Sümpfe stehen fast alle Panzer, und das Gelände ist günstig. Es gibt nur ein Problem: die Russen haben auch ziemlich viele Panzer in der Gegend, und sie sind am Drücker, da die deutschen Einheiten schlecht versorgt sind.

Im einzelnen stehen zur Verfügung:

4 HQs
5 Panzerkorps (ca. 2/3 aller Panzer)
12 Armeekorps
10 Divisionen
2 Schwere Artillerie
1 Flakbrigade

Wer nun davon ausgeht, daß wir an diesem Frontabschnitt zurückschlagen können: weit gefehlt. Wir können schon froh ein, wenn die Russen im August nicht in Lemberg stehen.


H.Gr. Südukraine


Bild


Hier sieht die Front eigentlich ganz gut aus... ist sie aber nicht. Wir werden uns mittelfristig auf die Verteidigungsstellung am Fluß Siret zurückziehen müssen.
Die Lage hier unten ist für uns am Schwersten einzuschätzen, weil wir eigentlich Kräfte von diesem Frontabschnitt zur H.Gr. Mitte verlagern müßten.
Wer brauch den Balkan?

Im einzelnen stehen hier unten zu Verfügung:

5 HQs (wegen der ganzen Nationalitäten)
2 Panzerkorps
2 Jagdpanzer
14 Armeekorps (1 angeschlagen)
4 Divisionen

Wir denken, daß die Russen hier auf Abnutzung gehen.


Damit soll es genug des Geschwafels sein.. der nächste Post stellt den Beginn des AARs dar und wird im üblichen Berichtsstil gehalten sein.

Benutzeravatar
Admiral Hipper
Rang 15
Beiträge: 3222
Registriert: Di 29.06.2010, 20:10
Hat sich bedankt: 42 Mal
Danksagung erhalten: 235 Mal
Großkreuz des VeteranenordenVictoriakreuzVerdienstorden der Fremdenlegion+5

Beitrag von Admiral Hipper »

Schön, das wir mal ein neues Szenario zu sehen bekommen. :top:
Noch eine Anmerkung zum Schluß: wir wissen, daß die Rumänen und die an der rumänischen Grenze operativ der H.Gr. Süd unterstanden. Zur Vereinfachung der Berichterstattung werden wir allerdings aus den Kämpfen in Rumänien ein eigenes "Theater" machen.
Die Heeresgruppe Süd gab es ab April 1944 nicht mehr als solche. Das was Ihr als "Heersgruppe Süd" benannt habt, ist die Heersgruppe Nordukraine und "Rumänien" die Heersgruppe Südukraine. :o pa:
Beide Heeresgruppen wurden dann später nochmals umbenannt, um sich dem Kampfgebiet anzupassen.
[Gast]

Beitrag von [Gast] »

Immer dieses Gerede von Rückzugskämpfen und "Front halten". Wir erwarten, dass ihr über die "exponierte Stellung", auch Brückenkopf ins Herz des Feindes, den Durchbruch vollzieht und den gesamten Roten Klumpen, der die HG Nordukraine kitzelt, mit der HG Südukraine einkesselt und samt und sonder ausrottet. 1945 Baku oder ihr müsst euch verantworten!
Bild
Wir haben das mal für euch genaustens dargestellt, was in Berlin erwartet wird! Das ist ja wohl zu schaffen.
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

HvS hat geschrieben:
Werter Cfant,

schön, Euch mal wieder in einem unserer AARs zu lesen. Wir denken, daß die "Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte" allgemein überschätzt wird. In den Jahren 41 bis 43 war die H.Gr. Mitte die stärkste deutsche Heeresgruppe, aber in 44 nur noch ein immobiler Haufen von ausgezehrter Infanterie, weil die ganzen mobilen und gepanzerten Truppen im Süden waren, wo die Russen fast die ganze Ukraine zurückerobert haben. Die Russen haben nur gegen einen relativ schwachen Gegner mit vernichtender Übermacht zugeschlagen und damit en passant auch die H.Gr. Nord abgeschnitten.
Wir denken, daß die Kräfteverhältnisse in diesem Szenario ganz gut dargestellt werden, was auch in der folgenden Analyse deutlich werden wird.

[/font]
Da habt Ihr natürlich recht, aber das gilt für die ganze Wehrmacht. Das war nicht mehr der Koloss von 1939-1942. Wir haben uns anlässlich Eures AARs kurz eingelesen.

Prof. Wiki meint: Die Verluste der Wehrmacht durch die Operation Bagration betrugen nach der Forschungsarbeit des Historikers Frieser insgesamt 399.102 Soldaten. Davon waren im Sommer 1944 gemeldete 26.397 Gefallene, 262.929 Gefangene und Vermisste und 109.776 verwundete Soldaten.

also 400.000 Mann weg, dazu das Material... der Siegfrieden rückte da doch etwas in die Ferne :D

Die Unterlegenheit von 3:4 verwundert mich doch sehr.

Wieder Dr.Dr.Prof. Wiki:

aut offiziellen sowjetischen Quellen standen vor dem Beginn der sowjetischen Offensive 1.400.000 Soldaten der Roten Armee mit 31.000 Geschützen, Raketenwerfern und Mörsern, 5.200 Panzern und Sturmgeschützen und 5.300 Flugzeugen den 1.200.000 Soldaten der Heeresgruppe Mitte mit 9.500 Geschützen, Raketenwerfern und Mörsern, 900 Panzern und Sturmgeschützen sowie 1.350 Flugzeugen gegenüber.[80]

Während die Angaben für die sowjetischen Truppen auch von dem US-amerikanischen Historiker Glantz übernommen wurden, rechnete dieser nur noch mit höchstens 850.000 deutschen Soldaten,[53] was der ungefähren Ist-Stärke der Heeresgruppe Mitte am 1. Juni 1944 entsprach.[81]

Der russische Militärhistoriker Kriwoschejew beziffert die Stärke aller an der Offensive beteiligten sowjetischen Fronten mit 2.331.700 Soldaten.[82] Diese Zahl ist wahrscheinlich zu hoch, zumal die Glaubwürdigkeit von Kriwoschejew in der Fachliteratur immer mehr angezweifelt wird.

Nach dem deutschen Historiker Frieser wurden insgesamt 1.670.000 Soldaten der Roten Armee mit 32.718 Geschützen, Raketenwerfern und Mörsern, 5.818 Panzern und Sturmgeschützen und 7.799 Flugzeugen bei der Offensive eingesetzt. Ihnen gegenüber standen nominell 849.000 Soldaten der Heeresgruppe Mitte, davon waren aber nur 486.493 tatsächlich im Einsatz an der Front. Die deutschen Truppen waren mit 3.236 Geschützen, Raketenwerfern und Mörsern, 570 Panzern und Sturmgeschützen und 602 Flugzeugen weit unterlegen.[56] Die für die deutschen Truppen von Frieser angegebenen Zahlen wurden auch von dem russischen Militärhistoriker Alexei Issajew übernommen.[83]


Ich meine das nicht als Kritik am Szenario. Auf beiden Seiten war kaum eine Einheit wirklich auf Sollstärke, und außerdem ist das hier ein Spiel und muss balanciert sein :) Ich diskutiere hier eigentlich nur aus Spaß am Thema :) Auf jeden Fall sehr schön, dass Ihr Euch so einer schweren Aufgabe stellt. Dass Eure Einheiten meist weniger Berteitschaft haben als Onkel Iwan wird die Sache nicht leichter machen... Werdet Ihr das Baltikum räumen? Euer Bericht klang nicht danach.
clone hat geschrieben:Immer dieses Gerede von Rückzugskämpfen und "Front halten". Wir erwarten, dass ihr über die "exponierte Stellung", auch Brückenkopf ins Herz des Feindes, den Durchbruch vollzieht und den gesamten Roten Klumpen, der die HG Nordukraine kitzelt, mit der HG Südukraine einkesselt und samt und sonder ausrottet. 1945 Baku oder ihr müsst euch verantworten!
Bild
Wir haben das mal für euch genaustens dargestellt, was in Berlin erwartet wird! Das ist ja wohl zu schaffen.
:top: Eigentlich wird in Berlin folgender Funkspruch erwartet:

"Hier Feldmarschall HvS. Hatten enormes Würfelpech, Chancen standen dazu 1:1 Million. Wetter war auch unerwartet und unrealistisch, Sonne im Sommer, unmöglich, sowas! Stellungen nicht mehr zu halten, Krieg ist verloren. Anmerkung: Moskau und Leningrad wurden soeben erobert."

:D
Benutzeravatar
Bigfish
Beiträge: 12115
Registriert: Di 04.06.2013, 23:29
Hat sich bedankt: 20805 Mal
Danksagung erhalten: 12125 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenVictoriakreuz+6

Beitrag von Bigfish »

Sein Würfelpech haben Wir jetzt übernommen. Gerade eben eine Runde vor Schluss in Afrika haben die Würfel das Unglück der Briten besiegelt.
Benutzeravatar
HvS
Rang 15
Beiträge: 2572
Registriert: Do 06.09.2012, 11:08
Hat sich bedankt: 314 Mal
Danksagung erhalten: 2816 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenVerdienstorden der Fremdenlegion+4

Beitrag von HvS »

Werter Ippär,

wir haben auch lange überlegt, wie wir das machen. Wegen der historischen Authentizität übernehmen wir Eure Anmerkung, war wir bereits in der Einleitung korrigiert haben.


Werter clone,

schön wär's... geht aber an der Realität vorbei. Ist leider Realismusgrad Föhrer. :D


Werter Cfant,

danke für Eure Erlätuerung. Uns dünkt, daß der letztegenannte deutsche Historiker ziemlich nahe an der Wahrheit sein dürfte.
Wir möchten auch darauf hinweisen, daß das Szenario zwar Bagration heißt, aber die gesamte Ostfront abgebildet wird. Bagration alleine dürfte ungleich frustrierender sein.


Werter Bigfish,

Ihr habt sicherlich Würfelpech gehabt, aber das geht uns schon seit Jahren so. Und für die Einnahme von Tabora hättet Ihr sicherlich noch 2-3 Runden gebraucht.


So... genug gelabert. Beginnen wir mit dem AAR.


- - - - - - - - - - - -


22. Juni 1944 - Feindaktivitäten

Das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht gibt bekannt:

Russische Verbände führen einen Großangriff im Bereich der H.Gr. Mitte durch, die schwer getroffen wird. Auch im Bereich der H.Gr. Nordukraine greift der Feind auf breiter Front an. An den anderen Frontabschnitten greifen die Russen zwar an, erzielen aber keine großen Fortschritte.


Finnland


Bild


Das finnische V. Armeekorps wird abgedrängt und ist nicht mehr zu retten.
Im Raum Petroskoi marschieren die Russen im Westen an den finnischen Stellungen vorbei, mutmaßlich um die Bahnlinie zu kappen.


H.Gr. Nord



Bild


Der Feind attackiert wie erwartet die deutschen Stellungen bei Pleskau und Opotschka. Ein deutsche Armeekorps geht verloren, aber die Stellungen halten noch.


H.Gr. Mitte


Bild


Es ist offensichtlich, daß der Feind hier seinen Schwerpunkt gesetzt hat. Die Front zwischen Witebsk und Mogilew wird pulverisiert, und russische Einheiten dringen in den leeren Raum zwischen den beiden Städten vor.
Es stehen keine Einheiten zu Verfügung, um eine Abriegelung des Einbruchs auch nur zu versuchen.

Die H.Gr. Mitte hat am ersten Tag 20% ihrer Truppen verloren.


H.Gr. Nordukraine


Bild


Auch hier greifen die Russen massiv an. Zwei deutsche Divisionen und das XXIV. Panzerkorps werden zurückgeworfen, und die wichtige Stadt Butschatsch geht schon am ersten Tag der feindl. Offensive verloren.


H.Gr. Südukraine


Bild


Im Süden konzentrieren sich die Russen darauf, ganze Einheiten zu jagen und zu vernichten. Der Verlust der Jagdpanzer wiegt schwer, da ein russisches Panzerkorps das Loch in der Frontlinie besetzt hat.

Ein Lichtblick im Süden: im Raum Constanta geht den Rumänen eine sowjetische Armee in die Falle und verliert 30% ihrer Sollstärke, ohne das die Rumänen Verluste hätten.


Bild


Wenn es in diesem Tempo weitergeht, ist das gesamte Ostheer im Oktober 1944 ausgelöscht.


Bild


Der Verlust von Butschatsch ist eine mittelschwere Katastrophe für das deutsche Nachschubwesen.


25. Juni 1944


Das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht gibt bekannt:

Es wurden umfangreich Maßnahmen eingeleitet, um dem Einbruch der Russen in die Stellungen der H.Gr. Mitte zu begegnen. Auch wurde die Rückeroberung von Butschatsch eingeleitet. Ein Angriff auf Roman schlägt fehl.


Finnland



Bild


Der Angriff soll den Russen so teuer wie möglich gemacht werden.


Bild


Insbesondere die Landenge von Karelien ist wichtig.


H.Gr. Nord



Bild


Der Feind spürt, daß die Wehrmacht Krallen hat.


(Das Bild mußte leider auf Anraten des Moderats entfernt werden)


Im Kampf Infanterie gegen Infanterie sieht es zumeist gut aus.


H.Gr. Mitte


Bild


Vor Mogilew wird eine russische Armee vernichtet, eine weitere ist schwer angeschlagen. Auch gelingt es, die sowjetischen Partisanen stark zu dezimieren.

Das OKW hat entschieden, die Russen durch die Öffnung marschieren zu lassen und erst vor Minsk zu bekämpfen. Dazu wurde der Transfer des bei Narwa stehenden Panzergrenadierkorps befohlen. Es macht den Anschein, als ob Witebsk und Mogilew so oder so nicht zu halten sind, weswegen beabsichtigt wird, den Feind dort so lange wie möglich zu beschäftigen.


Bild


Die Gegenwehr wird die Russen eine Weile beschäftigen.


H.Gr. Nordukraine


Bild


Die Russen ziehen alle ihre Einheiten aus den Sümpfen zurück. Wahrscheinlich sollen diese Truppen anderweitig eingesetzt werden. Für die Wehrmacht ist dieses Vorgehen insoweit vorteilhaft, da so etliche Truppen frei werden.

Im Zentrum der Front gelingt die Vernichtung einer sowjetischen Infanteriedivision. Weiter südlich schlägt die 75. Infanterdivision ein feindl. Panzerkorps in die Flucht und erleidet dabei kaum Verluste.

Für Anfang July ist ein Großangriff auf Butschatsch geplant, das den Russen undingt wieder entrissen werden muß. Die vorteilhafte Stellung hinter dem Fluß muß so lange wie möglich gehalten werden.


Bild


Westlich von Butschatsch ist man guter Dinge, auch die ungarischen Verbündeten.


H.Gr. Südukraine


Bild


Der Angriff auf Roman scheitert knapp, aber wenigstens gelingt es, einem sowjetischen Garde-Panzerkorps hohe Verluste zuzufügen und es in die Flucht zu schlagen.

Im Osten von Constanta wurde eine sowjetische Armee eingekesselt.


Statistik


Bild


Die Wehrmacht blutet, setzt aber Nadelstiche.


Bild


Schlimme Verluste.


Bild


Die Verluste der Russen liegen um über 200 MPP höher als die der Wehrmacht. Allerdings können die Russen sich das erlauben... schließlich bekommen sie 900 MPP pro Runde, und die Wehrmacht gerade mal 500. Dieses Ungleichgewicht wird im Spielverlauf noch deutlicher werden.

Strategienordi
Rang 15
Beiträge: 3151
Registriert: Di 29.04.2014, 22:58
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 547 Mal

Beitrag von Strategienordi »

Werter HvS,
wir sind ja skeptisch wenn Ihr uns ein Untergangs-AAR versprecht (gegen den werten Sachimos z.B.), irgendwie stachelt Euch das immer zu Höchstleistungen an.^^
Aber bei diesem Szenario ist ja gar nix anderes möglich, es startet in einer Lage wo sonst die Kapitulation käme.

Gehen wir recht in der Annahme, dass Ihr neben einer Verlangsamung des Vormarsches den Erhalt Eurer Kerneinheiten (Panzer etc.) erreichen müsst, um nicht völlig unterzugehen?
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

Das war Glück, dass sich Euer Panzerkorps am Anfang zurückgezogen hat :) Neuaufstellung wär wohl kaum leistbar, oder? Eine Frage zur Luftwaffe: Kann sie sich noch behaupten, oder ist die VVS bereits übermächtig? Und warum verteidigt Ihr Petradovoszirgendwas in Finnland? Um die Rote Armee dort zu binden? Wären die Einheitne nicht besser bei Vipurii aufgehoben? (Obwohl da der Transport wahrscheinlich zuviel kostet).
Jedenfalls ein Szenario, in dem die Spannung von der ersten Runde an gegeben ist. Wir sind begeistert vom großen Sterben :D
Berliner
Rang 8
Beiträge: 361
Registriert: Fr 24.10.2014, 17:04
Hat sich bedankt: 92 Mal
Danksagung erhalten: 133 Mal
Großkreuz des Veteranenorden

Beitrag von Berliner »

Wir outen uns wiederum als begeisterte Mitleser dieser Abwehrschlacht.
Benutzeravatar
Longstreet
Rang 17
Beiträge: 5920
Registriert: Do 25.10.2012, 16:07
Hat sich bedankt: 2953 Mal
Danksagung erhalten: 2866 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+2

Beitrag von Longstreet »

Strachwätz! Gäben Sie nöcht so viel darauf, dass Sie gelernt haben möt Messer ond Gabel zo essen! Sähen Sie zo, dass Ihre Männer dem Rossen einheizen. Ein Tritt noch ond die morsche Bode des Bolschewismus moss zosammen brächen! Där clone und där Cfant haben das schon sähr richtig erkannt was ich mir vorställe! Also los, spornen Sie Ihre Männer an! Die Losung "Bako Mai 1945" gefällt mir sähr - das wischt meine drögen Phantasien dieses Datoms fort!

Ich wollte das Kaspische Määr schon immer mal sähen!

Tischgespräche im FHQ
[indent]Das Glück kommt nur zu dem, der warten kann.

Napoleon Wargame Club
[/indent]
Benutzeravatar
Werth
Rang 14
Beiträge: 2173
Registriert: Di 20.07.2010, 19:25
Hat sich bedankt: 615 Mal
Danksagung erhalten: 95 Mal
Großkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens

Beitrag von Werth »

Nein, meine Herren, die Eroberung von Baku liegt in den Händen der Luftwaffe.
gez.
Meier, Reichsjägermeister
Lehre uns die Tage zu zählen, oh Herr, auf dass wir weise werden.
Denn das Leben ist öfter grausam als gerecht.
Benutzeravatar
Cfant
Rang 18
Beiträge: 8164
Registriert: Sa 14.08.2010, 12:51
Hat sich bedankt: 754 Mal
Danksagung erhalten: 3339 Mal
SI-VerdienstordenGroßkreuz des VeteranenordenRitterkreuz des Sankt Nikolaus-Ordens+6

Beitrag von Cfant »

Na Jungens, jetzt bremsen wir uns aber wieder etwas ein :) Wollen wir die Sache mal im Ernst betrachten. Klar ist, dass die Luftwaffe die VVS zu diesem Zeitpunkt nicht mehr einfach vom Himmel fegt. Schließlich wird sie gebraucht, um die Panzerarmeen zu versorgen, wenn die in den Kaukasus schwenken. :D
Antworten

Zurück zu „AARs - Weitere Strategiespiele“