von Sugar » Fr 06.03.2015, 16:53
Auch von Uns herzlichen Dank, werter Private.
Wir hatten von beiden Autoren noch nichts gehört und freuen Uns entsprechend über neue Perspektiven und Erkenntnisse.
Hier der versprochene Bericht: Der Tiger in Italien, Deutsche Panzer im 2. WK, Dr. S. Hart und Dr. R. Hart, Auszug
Ein Gefecht aus dem Jahr 1944 während des Italienfeldzugs zeigt deutlich die Schwierigkeiten, die der Tiger mit seiner schlechten
Geländegängigkeit, mechanischen Unzuverlässigkeit und vor Allem mit seiner schieren Masse bereiten konnte: vom 23. bis zum 25. Mai
kämpften 16 Tiger der schw. PzAbt. 506 ein hartes Gefecht rund um Cori aus.
Am 23. marschierte die Kp. über eine Eisenbahnlinie und traf beim Überqueren der Böschung auf feindliche Panzer. Dabei wurden schon
3 Tiger außer Gefecht gesetzt, 2 mit Kettenschäden, einer mit Getriebeschaden. Ein weiteres Problem war der 2,02 Meter große
Überhang der Kanone: 2 andere Tiger rammten nämlich beim Herunterfahren von der steilen Böschung ihre Kanonen in den Erdboden
und mußten erst freigeschleppt werden. Schließlich setzten 13 Tiger den Vorstoß fort und zerstörten dabei 6 Sherman.
Dabei beschädigte die alliierte Ari einen Tiger, der zu einer Werkstatt abgeschoben werden mußte. Am nächsten Tag schoß die feindliche
PA einen Tiger kampfunfähig, er mußte gesprengt werden.
Daraufhin erhielt die Kp. den Befehl zum Rückzug. 5 Tiger hielten einen Gegenangriff in Schach, während die restlichen 6 versuchten,
die 3 Kampfunfähigen von der Böschung zu ziehen. Die Belastung war dabei so hoch, daß 4 der 6 Tiger ausfielen.
So mußten die 3 Tiger auf der Böschung gesprengt werden, die 2 verbliebenen Tiger schleppten die neu Ausgefallenen ab. Als die Kp. wieder glücklich in Cori eingetroffen war, hatte sie auch noch 2 der bei der Nachhut eingesetzten Tiger verloren: einen durch Feindfeuer, einen durch Getriebeschaden. Eines der abschleppenden Fahrzeuge war auch noch liegengeblieben.
So waren nur noch 3 Tiger übrig, um den Gegenangriff aufzuhalten, während der Kp.Chef in Cori nur noch einen fahrbereiten und 6
kampfunfähige Tiger hatte. Die 3 konnten den Angriff natürlich nicht lange aufhalten, und da es auch keine Bergefahrzeuge gab, die Cori rechtzeitig erreichen konnten, gab der Kp.Chef den Befehl zur Sprengung der havarierten Panzer. Die 4 verbliebenen Tiger setzten
sich daraufhin nach Norden ab. Die Kp. hatte wärend dieser Kämpfe 12 Tiger verloren, allerdings nur 3 davon durch Feindeinwirkung.
(Aus Copyrightgründen sinngemäße Wiedergabe)
Ergänzung: bei der schw.PzAbt. 506 handelt es sich um eine der weniger effektiven Abteilungen, also sicher ein Extrembeispiel.
Es zeigt sich aber deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Besatzungen in einem für so schwere Panzer suboptimalen Gelände wie in Italien zu kämpfen hatten.
Weiters interessant ist die Zahl der Panzer: lt. Stan hätte die Kp. nur 14 Tiger haben dürfen. Das erklärt sich aus einer Besonderheit,
die fast nur die schw. Abt. betrifft: diese bekamen im Einsatz nur selten Ersatz für ausgefallene Tiger, sondern wurden nach Erreichen
der faktischen Kampfunfähigkeit komplett in die Heimat zur "Auffrischung" verlegt, wo sie dann mit den neu produzierten Panzern ausgestattet wurden. Da die Produktionszahlen aber tageweise stark schwankten, konnten das sowohl mehr als auch weniger Tiger als die 45 lt. Stan sein. Evtl. verbleibende Panzer wurden am Einsatzort anderen Abt. zugeschlagen.
Das führte zu kuriosen Situationen, da die Verweildauer direkt von der schwankenden Produktion abhing. Änderungen im Zuweisungsschlüssel durch den Inspekteur der Panzertruppen, z.B. für Offensiven, oder Kannibalisierung durch bevorzugte Einheiten
hatten teils monatelange Liegezeiten auf Truppenübungsplätzen zur Folge.
Es konnte aber genausogut sein, daß die gesamte Abt. nach Verlust aller Panzer infanteristisch eingesetzt wurde.
Auch von Uns herzlichen Dank, werter Private.
Wir hatten von beiden Autoren noch nichts gehört und freuen Uns entsprechend über neue Perspektiven und Erkenntnisse.
Hier der versprochene Bericht: Der Tiger in Italien, Deutsche Panzer im 2. WK, Dr. S. Hart und Dr. R. Hart, Auszug
Ein Gefecht aus dem Jahr 1944 während des Italienfeldzugs zeigt deutlich die Schwierigkeiten, die der Tiger mit seiner schlechten
Geländegängigkeit, mechanischen Unzuverlässigkeit und vor Allem mit seiner schieren Masse bereiten konnte: vom 23. bis zum 25. Mai
kämpften 16 Tiger der schw. PzAbt. 506 ein hartes Gefecht rund um Cori aus.
Am 23. marschierte die Kp. über eine Eisenbahnlinie und traf beim Überqueren der Böschung auf feindliche Panzer. Dabei wurden schon
3 Tiger außer Gefecht gesetzt, 2 mit Kettenschäden, einer mit Getriebeschaden. Ein weiteres Problem war der 2,02 Meter große
Überhang der Kanone: 2 andere Tiger rammten nämlich beim Herunterfahren von der steilen Böschung ihre Kanonen in den Erdboden
und mußten erst freigeschleppt werden. Schließlich setzten 13 Tiger den Vorstoß fort und zerstörten dabei 6 Sherman.
Dabei beschädigte die alliierte Ari einen Tiger, der zu einer Werkstatt abgeschoben werden mußte. Am nächsten Tag schoß die feindliche
PA einen Tiger kampfunfähig, er mußte gesprengt werden.
Daraufhin erhielt die Kp. den Befehl zum Rückzug. 5 Tiger hielten einen Gegenangriff in Schach, während die restlichen 6 versuchten,
die 3 Kampfunfähigen von der Böschung zu ziehen. Die Belastung war dabei so hoch, daß 4 der 6 Tiger ausfielen.
So mußten die 3 Tiger auf der Böschung gesprengt werden, die 2 verbliebenen Tiger schleppten die neu Ausgefallenen ab. Als die Kp. wieder glücklich in Cori eingetroffen war, hatte sie auch noch 2 der bei der Nachhut eingesetzten Tiger verloren: einen durch Feindfeuer, einen durch Getriebeschaden. Eines der abschleppenden Fahrzeuge war auch noch liegengeblieben.
So waren nur noch 3 Tiger übrig, um den Gegenangriff aufzuhalten, während der Kp.Chef in Cori nur noch einen fahrbereiten und 6
kampfunfähige Tiger hatte. Die 3 konnten den Angriff natürlich nicht lange aufhalten, und da es auch keine Bergefahrzeuge gab, die Cori rechtzeitig erreichen konnten, gab der Kp.Chef den Befehl zur Sprengung der havarierten Panzer. Die 4 verbliebenen Tiger setzten
sich daraufhin nach Norden ab. Die Kp. hatte wärend dieser Kämpfe 12 Tiger verloren, allerdings nur 3 davon durch Feindeinwirkung.
(Aus Copyrightgründen sinngemäße Wiedergabe)
Ergänzung: bei der schw.PzAbt. 506 handelt es sich um eine der weniger effektiven Abteilungen, also sicher ein Extrembeispiel.
Es zeigt sich aber deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Besatzungen in einem für so schwere Panzer suboptimalen Gelände wie in Italien zu kämpfen hatten.
Weiters interessant ist die Zahl der Panzer: lt. Stan hätte die Kp. nur 14 Tiger haben dürfen. Das erklärt sich aus einer Besonderheit,
die fast nur die schw. Abt. betrifft: diese bekamen im Einsatz nur selten Ersatz für ausgefallene Tiger, sondern wurden nach Erreichen
der faktischen Kampfunfähigkeit komplett in die Heimat zur "Auffrischung" verlegt, wo sie dann mit den neu produzierten Panzern ausgestattet wurden. Da die Produktionszahlen aber tageweise stark schwankten, konnten das sowohl mehr als auch weniger Tiger als die 45 lt. Stan sein. Evtl. verbleibende Panzer wurden am Einsatzort anderen Abt. zugeschlagen.
Das führte zu kuriosen Situationen, da die Verweildauer direkt von der schwankenden Produktion abhing. Änderungen im Zuweisungsschlüssel durch den Inspekteur der Panzertruppen, z.B. für Offensiven, oder Kannibalisierung durch bevorzugte Einheiten
hatten teils monatelange Liegezeiten auf Truppenübungsplätzen zur Folge.
Es konnte aber genausogut sein, daß die gesamte Abt. nach Verlust aller Panzer infanteristisch eingesetzt wurde.