Heiratspläne und andere Wolken am Horizont
Mr. Angelo stand auf dem Achterdeck und suchte mit dem einrohrigen Fernglas den Horizont ab. Das war ungleich praktischer als ein einglasiges Fernrohr! Ihm machte man nichts vor, ihn und die Physik verband eine ewige Liebe.
Ja, die Liebe. Zwar verfielen ihm mittlerweile Gouverneurstöchter in jedem angelaufenen Hafen, und obwohl das seinem Ego sehr schmeichelte, so war es doch nicht der Sinn der Sache. Er wollte eine vielköpfige Familie gründen, der Erstgeborene sollte jeweils Pirat werden, die folgenden 12 Kinder dann als Straßenmusiker marodieren.
Und für diese Pläne wurde langsam die Zeit knapp, es war jetzt 1664 und er schon 29 Jahre alt, die Zeit drängte. Er fasste den Entschluss, in den Häfen der kleinen Antillen nach einer Braut zu suchen.
Erfreut davon, endlich wieder ein Ziel zu haben, probte er ein wenig die alten Lieder am achternen Gitterohrmast.
Unschlagbares Duo: Schlechte Bildbearbeitung und schlechte Musik
Wenig später trieb der aufziehende Orkan ein Piratenhandelsschiff heran
und lieferte einen weiteren Vorwand, wieder nach St. Martin zurück zu segeln.
Doch die dortige Gouverneurstochter stellt sich als Nichte heraus und ist offenbar ein Bücherwurm!
So kommen wir nicht ins Geschäft, Schundliteratur lesende Blondinen sind nicht der Fall von Mr. Angelo, auch wenn es für diese Ehe nachher mehr Punkte geben sollte. (Was natürlich sexistisch ist, keine Sorge. Nachzulesen etwa hier:
http://cheapsignals.blogspot.de/2012/06 ... games.html . Um hier aber keine entsprechende Diskussion anzustacheln, versichern wir feierlich, nur dieses eine Mal etwas sexistisch zu sein, nachher plündern wir wieder und schießen mit Kanonen auf Handelsschiffe und sind damit moralisch wieder auf der sicheren Seite.)
Auch die Tochter in Montserrat ist eine Nichte, aber in Antigua werden wir fündig.
Diese Dame ist bereit, mit uns den Nukleus, die Keimzelle, einer jeden Gesellschaft zu formen.
Und macht Mr. Angelo ein dunkles Versprechen:
Wenn wir ihren bisherigen Lover zerhacken jedenfalls. Das geht natürlich klar, nach kurzem Hahnenkampf kann geheiratet werden.
Doch zurück zum Geschäftlichen. Zwischenzeitlich haben wir den Aufenthaltsort des nächsten Kidnappers erfahren und stechen in See.
Nach ereignisarmer Fahrt erreichen wir Fort St. Mateo in Florida und greifen von See an.
Formsache:
Mr. Angelo hat einen vollständigen Sieg erlangt und hätten wir uns nicht verklickt, dann hätte er sogar einen Gouverneur seiner Wahl einsetzen können.
Auch dieser Kidnapper beugt sich Angelos Argumentation und das Glück hält an:
Die Nichte wird in Florida versteckt, doch nicht für lange:
Nächste Schatzkarte, dieses Mal von den Olmeken. Eine kurze Recherche auf Wikipedia zeigt uns, dass sie es schon sehr nett mit Mr. Angelo gemeint haben, als sie ihren Schatz wiederum in Florida versteckten und dafür eigens einmal den Golf von Mexiko durchquerten, aber Pirates! ist eben kein besonders guter Archäologiesimulator.
Im den Rümpfen der 3 Schaluppen befinden sich nun mehr als 300.000 Goldstücke, ein unermesslicher Schatz. Trotzdem ist die Besatzung schon wieder unzufrieden, Desertionen beginnen. So ist Mr. Angelo gezwungen, Port Royale anzulaufen und die Beute aufzuteilen. Die dadurch verursachte Schwemme von Gold und indianischen Kunstgegenständen sorgt für eine ziemliche Inflationskrise. Mr. Angelo weiß, dass vielleicht nur noch eine oder zwei Kaperfahrten ratsam sein werden, daher erhöht er den Schwierigkeitsgrad etwa, um seinen Profit zu erhöhen.
