Kapitel 6 - Der Fall Sowjetrusslands
8. Februar 1919, 14:30 Uhr, Interims-Hauptquartier der OHL in St. Petersburg:
Hindenburg: "Ludendorff, hier in Russland ist es irgendwie nicht so richtig schön. Wir sollten aufhören mit Spielen und denen einheizen, damit der Krieg hier bald zu Ende ist..."
Ludendorff: "...und wir damit die Grünen auf einen Schlag aus Deutschland herausbekommen."
Hindenburg: "Ganz genau."
Ludendorff: "Was ist also der Plan?"
Hindenburg: "Wir schlagen schonmal grob die Richtung Südwest ein, also Deutschland."
Ludendorff: "Oh, ich sehe langsam klappt das mit den Himmelsrichtungen."
Hindenburg: "..."
Ludendorff: "In Ordnung, also Südwest. Rückwärtige Sicherung?"
Hindenburg: "Nur unwesentlich. Und wenn das ein riesiger beweglicher Kessel wird, soll mir das auch recht sein."
Ludendorff: "Was ist mit Klink? Der hat seinen alten Rang wieder."
Hindenburg: "Wie denn das?"
Ludendorff: "Er hat aus Versehen eine Verschwörung unter russlanddeutschen Soldaten aufgedeckt. Sein vorgesetzter Offizier empfahl daraufhin die Rückgängigmachung der Degradierung."
Hindenburg: "Der wollte den doch bloß loswerden!"
Ludendorff: "Sicher wollte er das. Aber nun haben wir ihn wieder an der Backe."
Hindenburg: "Nun, dann müssen wir wohl zu stärkeren Mitteln greifen."
Ludendorff: "Ich bitte Sie! Der hat doch jetzt gar nichts gemacht."
...die Tür geht auf...
Klink: "Feldmarschall Hindenburg, es tut mir wirklich furchtbar Leid, aber ich konnte die letzten paar Tage ni zum Dienst erscheinen. Irchndso ä Dussel in der Truppenverwaltung hat ä paar Akten verwechselt, sodass ich fürn einfachen Soldaten gehalten wurde. Den einfachen Soldatendienst hab'ch selbstverständlich mit ganzer Kraft wahrgenommen, mich sogar von Schulz anschnauzen lassen. Aber jetz bin'ch wieder Oberst und steh voll zu Ihren Diensten, nichar!"
Hindenburg: [köchelt]
Ludendorff: [schaut schmunzelnd zu Hindenburg]
Hindenburg: [kocht]
Klink: "Nu was is denn mit Ihnen? Sie sin so schweigsam heute. Ist Ihnen nicht gut?"
Hindenburg: [zu Ludendorff ächzend flüsternd] "Ich bin mal kurz nebenan..."
Hindenburg geht raus, schließt die Tür hinter sich. Man hört es laut brüllen, Schränke werden umgeworfen, mehrere Stühle zerschlagen. Eine junge Frau rennt kreischend aus dem Zimmer. Dann ist es still. Die Tür zum Besprechungsraum geht wieder auf und Hindenburg kommt zurück. Die Röte in seinem Gesicht ist etwas zurück gegangen. Ja es scheint fast, als lächelte er.
Hindeburg: [ironisch freundlich] "Mein lieber Klink, gut dass sie kommen. Da kann ich ihnen gleich danken."
Klink: "Wofür denn danken? Ich hab doch gar nüscht gemacht?!"
Ludendorff: [raunend] "Untertreibung des Jahrhunderts."
Hindenburg: "Nichts gemacht? Sie haben immerhin den Plan entworfen mit Hilfe dessen wir unsere Feinde unterworfen haben und noch werden. Als Zeichen der Anerkennung bekommen Sie eine Belobigung, die in Ihre Dienstakte eingetragen wird, und auch eine Kiste französischen Beutewein aus meinem persönlichen Vorrat."
Ludendorff: [raunt zu Hindenburg] "Du Heuchler, du trinkst diese Plärre doch gar nicht. Was soll das überhaupt?"
Hindenburg: [raunt zurück] "Lass mich nur machen. Ich weiß, was ich tue."
Klink: "Nu, da bin'ch aber gerührt. Daaanke Herr Feldmarschall."
Hindeburg: "Der Wein wird Ihnen in Ihre Einheit geliefert werden. Leutnant Kreimer wird das veranlassen. Sie dürfen wegtreten."
Klink: "Jawoll, nichar!"
Paar Stunden später...
114 - Ein Käfig voller Helden - YouTube
Derweil marschiert die glorreiche deutsche Armee weiter. Wie gewöhnlich zäumt man die Front wieder von hinten auf, aus Richtung der feindlichen Hauptstadt.
Mittlerweile hat sich Klink von dem Schock erholt und greift zum Telefonhörer:
147 - Ein Käfig voller Helden - YouTube
Wenig später in der OHL:
Hindenburg: "......hat nicht geklappt.......hm...hm.....ist noch am Leben....soso......nagut........den Russen in die Schuhe schieben ist gut......ja genau......gut, auf Wiederhören."
Ludendorff: "WER ist noch am Leben? Klink?!"
Hindenburg: "..."
Ludendorff: "Sie bornierter Sack! Schweigen Sie mich nicht immer an! Jetzt ist Schluss mit dem Unsinn. Klink bleibt am Leben. Ärgern Sie ihn, piesacken Sie ihn, beschimpfen und beleidigen Sie ihn, aber umbringen werden Sie ihn nicht!"
Hindenburg: "Piesacken, ja? Hm....könnte klappen."
Derweil an der Front steht man an der Reichsgrenze....von außen. Hier sollte erwähnt werden, Russland ist mittlerweile sowjetisch, Deutschland demokratisch. Der Kaiser musste abdanken. Welch eine Schande.
In Deutschland befreien die Freikorps Stadt um Stadt, Land um Land. In Russland erobern und halten unsere Truppen ebenso eine große Landfläche. Die Hauptstadt St. Petersburg ist nach wie vor in deutschen Händen...
...was Sowjetrussland schließlich zur Kapitulation bewegt. Aufgrund des desolaten Zustandes unseres geliebten Vaterlandes beenden wir den Krieg, nicht ohne Kriegsgewinn, und wenden und ganz der Heimat zu.
Hier gilt es nun, die Engländer wieder in den Teich zu schmeißen und die Amerikaner gleich draußen zu behalten. Das wird nochmal ein Stückchen Arbeit. Die Kriegsmüdigkeit steigt immer mehr an. Wir müssen uns beeilen und den Krieg bald zu Ende führen, wenn wir von unserem Volk und unserer Wirtschaft noch einen nachkriegsverwertbaren Rest vorfinden wollen. Russland hat diesen Rest scheinbar schon verspielt. Es herrscht Bürgerkrieg. Weite Teile des Landes stehen nicht mehr unter der Kontrolle der Zentralregierung.
