von SolInvictus202 » Di 31.05.2011, 20:42
VON ADELIGEN, OBERSTEN UND SOLDATEN
Werte Regenten, wir haben uns entschieden, einigen Personen in diesem Konflikt zu folgen – wir werden immer wieder kleine Geschichten von diesen einfließen lassen – so oft es uns als passend erscheint – erwartet aber bitte nicht zu Großes von uns – wir waren nie ein großer Schriftsteller
Oberst Markus, Freiherr von Csollich, Chef des Generalquartiermeisterstabs VI. Korps, Bayerische Feldarmee
(ein direkter Vorfahre des Autors, es wird eine Mischung aus Realität und Fiktion berichtet)

Erst am 16. Februar war Markus zum Oberst befördert und damit befähigt worden, den Generalquartiermeisterstab des zu bildenden VI. Armeekorps zu Übernehmen. 10 Tage später war er mit einigen Offizieren des Stabes von Wien aus nach Wels aufgebrochen um sich bei Baron Prohaska, dem Generalquartiermeister, zu melden. Es war ein unterhaltsame Reise gewesen, denn er hatte viele neue Personen kennengelernt und war zuversichtlich, mit diesen gut zusammenarbeiten zu können!
Es gab noch zwei weitere Gründe zur Freude: Zwei seiner beiden Brüder! Der eine, Ferdinand, war gerade zum Oberleutnant im Colloredo Regiment befördert worden, während der andere, Albert, vom IR 32 zum Generalstab des VI. Korps versetzt worden war. Die Gerüchte, dass Albert seine Hände mit im Spiel gehabt hatte, dass Markus nun den Posten als sein Chef bekommen hatte, waren nicht ganz falsch....

die Uniform der O'Reilly Chevaux-Legèrs
am 27. Februar begann sich das VI. Armeekorps zu sammeln. 3 Bataillone „Klebek“-Infanterie erreichen das Lager und werden in ihr Quartier bei Schärding eingewiesen. Des weiteren sammeln sich 3 Bataillone „Devaux“-Infanterie im Raum Braunau und 4 Schwadron „O'Reilly“ Chevaux-Legèrs im Bereich Ried im Innkreis. Die anderen Regimenter hatten einen weiteren Weg vor sich, bis sie die Bereitstellungsräume um Wels erreichen würden.

hier zu sehen die Fürst Liechtenstein Husaren 1813
Es waren unter ihnen Regimenter mit berühmten Namen wie Deutschmeister, Kerpen, Splenyi, Eszterhazy, zahlreiche Grenzerbataillone, sowie Fürst Liechtenstein Husaren und Rosenberg Chevaux-Legèrs.
am 1. März kommen Markus und Albert schlussendlich zum Stab des VI. Armeekorps in Wels. Er löste Oberst Mayer, seinen Vorgänger, sogleich ab und begann noch am selben Tag Dienst zu tun. Es gab viel Arbeit für ihn.
Der letzte Tagebucheintrag von Oberst Mayer in das frisch angefangene Tagebuch vom VI. Korps lautet am 1. März wie folgt:
(Zitat aus historischen Dokumenten des Kriegsarchivs in Wien)
am 1ten März 1809
kam vom Generalquartiermeister Br.v. Prohaska die neue Eintheilung der Generalquartiermeister Staabs Offiziers zu denen Armee Korps; mithin kommen zum 6ten Armee Korps:
Oberst Csollich
Oberstlieut. Foith
Major Demuth, Johan
Hptmann Picet
„ Werklein
„ Csollich Albert
„ Eberhard usw.
Zwischen dem 9. bis 11 März treffen wichtige Korpsteile ein: unter ihnen die Bataillone der Regimenter „Kerpen“ und die Schwadronen der „Rosenberg“ Chevaux-legèrs Kavallerie.
Weiters wird auf Befehl des Generalissimus Erzherzog Karl das gesamte II. Reserve-Korps von Baron Kienmayr (demselben Baron Kienmayer, der die Avant-Garde bei Austerlitz beim Vorstoß auf Tellnitz kommandiert hatte) dem VI. Armeekorps zugeteilt. Es handelt sich hierbei um 5 Grenadierbataillone, 2 Dragoner und 2 Kürassierregimenter.

Hier zusehen die Splenyi-Infanterie
Am 12. März kommt das Regiment „Deutschmeister“ in Riedau an. Markus begrüßt die Verstärkung durch dieses traditionsreiche Regiment.

FML Baron von Hiller
Endlich trifft Markus seinen „Chef“ - am 13. März wird er mit seinem Stab nach Linz beordert um dort den kommandierenden General des VI. Armee-Korps, FML Baron von Hiller, zu treffen. Er trifft dort einen Tag später ein und bekommt prompt Befehle eine Ordre de Bataille und einen Entwurf zur Dislocation (Originalbegriff) der einzelnen Truppenteile, je nach deren Beweglichkeit, zu erstellen. Das war eine ganze Menge Arbeit, die noch binnen zwei Tagen fertiggestellt werden musste, um die Entwürfe zur Einsicht für den Generalissimus zu versenden.
Am 15. März kam ein direkter Befehl des Generalissimus, die beiden Grenzerregimenter „St. Georger“ und „Kreuzer“ in andere Quartiere zu verlegen, damit die Bayern auf der anderen Seite des Inns nicht alarmiert werden sollten.
Der 16. März brachte eine Inspektionsfahrt Donauaufwärts und eine Übung unter persönlicher Anwesenheit von FML Baron von Hiller und Markus mit sich.
Am Vormittag wurden die verschiedenen Stellen am Fluss begutachtet, an denen später die Brücken geschlagen werden sollten. Jedoch war der eigentliche Höhenpunkt des Tages eine Übung, bei der FML Baron von Hiller und Markus zum ersten Male Regimenter des Korps unter Gefechtsbedingungen inspizieren würden.
Es waren seit 2 Wochen täglich Übungen in Regiments und einmal pro Woche sogar in Brigadestärke angeordnet. FML von Hiller wollte sicherstellen, dass sein Armee-Korps die maximale Einsatzstärke bei Kriegsbeginn erreicht haben würde.
Am Donnerstag war Markus und der kommandiere General persönlich bei der großen Übung im Raum Braunau anwesend: 2 Regimenter Infanterie („Klebek“ und „Devaux̶) und 1 Regiment Kavallerie („O'Reilly“ Chevaux-Legèrs) hatten sich formiert um eine fiktive Stellung am Hügel NW der Ortschaft zu erstürmen. Des weiteren waren 2 Kompanien Kreuzer-Grenzer anwesend um die unbeweglichen Linienregimenter abzuschirmen. Man wollte das Zusammenarbeiten der Linieninfanterie mit der, in den Armeereformen, neu eingeführten leichten Infanterie in Plänkelformation testen. Obwohl dies bereits unzählige Male in den letzten Jahren trainiert worden war, waren die teilnehmenden Einheiten nie in voller Kampfstärke anwesend gewesen.
Gefechtsübung am 16. März NW von Braunau
Kommando über die teilnehmenden Truppen: Oberst von Steinmann (befehlshabender Offizier IR 15 „Klebek̶)
Lage: der Feind hat in Regimentsstärke den Hügel besetzt und sich zur Verteidigung vorbereitet. Da diese Position den Vormarsch der restlichen Division blockierte, wurde die führende Brigade (2 Infanterieregimenter und 1 Kavallerie-Regiment) mit der Aufgabe betraut den Feind von der Stellung zu vertreiben um den ungehinderten Weitermarsch zu gewährleisten.
Folgender Plan wurde von Oberst von Steinmann ausgearbeitet und FML Baron von Hiller sowie Oberst Markus von Csollich präsentiert:
Als erstes sollte das, an der Spitze der Kolonne stehende, Chevaux-Legèrs Regiment No. 3 „O'Reilly“ in Linie formieren und Angriffsbereitschaft demonstrieren um ein vorzeitiges zurückziehen des Feindes zu verhindert. Da sich die „bayerischen“ Bataillone im bewaldeten Gebiet formiert hatten, ist davon auszugehen dass sie nicht von Linien- auf Karreeformation wechseln würden.
Sobald die 2 Kompanien Kreuzer - Grenzer am Schlachtfeld eintreffen würden, sollten diese sich langsam an den Hügel heranarbeiten um den Feind weiter zu beschäftigen und dem nachfolgenden Infanterieregiment No. 15 „Klebek“ genügend Zeit zu geben um seine drei Bataillone in Linie zu entfalten. Das zweite Infanterieregiment wollte von Steinmann in Reserve behalten.
Der Ablauf der Brigadeübung in chronologischer Abfolge:
12.15
die O'Reilly Chevaux-Legèrs verlassen die Chaussee und formieren in Schwadrons-Linie.
Der „Feind“ (kommandiert von Hauptmann Schindelfing vom IR 4 Deutschmeister) zeigt keine Reaktion. Markus erwähnt gegenüber FML Baron von Hiller dass der Wechsel von Kolonne auf Linie bei den Kavalleristen äußerst gut funktioniert hat!
12.27
die beiden Kompanien „Kreuzer“ erscheinen im Eilmarsch am Schlachtfeld und deploieren sogleich in Plänkelformation. Sie beginnen sich langsam dem Hügel von SW zu nähern.
12.38
Da sich das Regiment Klebek verspätet hat müssen die Kavalleristen länger ihre Position halten als erwartet. Unklare Befehle bei den beiden Grenzerkompanien führen dazu, dass eine 300m breiten Lücke zwischen den Plänklern entsteht und die nördliche Kompanie keine Befehle vom kommandierenden Leutnant mehr erhalten kann. FML von Hiller erwähnt dass feindlich Kavallerie, falls vorhanden, leichtes Spiel mit den Grenzer gehabt hätte!
Einige Minuten später beginnt sich das erste Bataillon des IR. 15 Klebek langsam zu entfalten. Dem Chef des Generalquartiermeisterstabs wird schnell bewusst, dass hier noch einiges an Training von Nöten wäre – Training was man aber wohl erst auf dem Marsch nachholen können würde.
12.56
endlich konnte der Vormarsch der beiden ersten Bataillone des IR 15 beginnen. Da die Situation vorsah, dass die Artillerie noch weiter hinten auf der Chaussee zurücklag, musste der Angriff ohne vorbereitendes und unterstützendes Bombardement von Statten gehen.
Um für den Vormarsch der Infanterie Platz zu machen, verließ die O'Reilly Kavallerie ihre Position und verlegte nach Osten, um dort in Kolonnenformation eine Warteposition einzunehmen. Falls sich die Möglichkeit ergab, hatte der Kommandeur des Regiments dem Vorschlag von Steinmanns, die Verfolgung des zerschlagenen Feindes gen Osten durch sein Regiment durchzuführen, zugestimmt.
Von der „Devaux“-Infanterie ist noch immer keine Spur zu sehen. (Man wird später informiert, dass sich das Regiment in Braunau „verlaufen“ hatte)
13.35
Wie erwartet zog sich der Feind bereits nach kurzen „Feuergefecht“ zurück. (wie immer bei diesen Übungen, waren die Österreicher erfolgreich, dachte sich Markus) – Meldern zufolge setzte Hauptmann Schindelfing sein 3. Bataillon ein um die Neuformierung der anderen beiden zu decken.
Dies stellte ein gewisses Problem für Oberst von Steinmann dar, denn er hatte es versäumt, das Reservebataillon des IR 15 nach vorne zu bringen. Die beiden anderen Bataillone waren vom vorangegangenen Kampf noch ungeordnet und brauchten Zeit die Ränge wieder ordentlich zu formieren. Dadurch versäumte der Oberst die Chance sowohl den Feind entscheidend zu schlagen (die Reserve des Feinde ermöglichte einen geordneten Rückzug) als auch dem O'Reilly Regiment eine Gelegenheit auf eine erfolgreiche Kavallerieattacke zu geben (man wollte unnötige Verluste vermeiden und nicht einen noch wohl formierten Feind in unwegsamen Gelände angreifen)
Schlussfolgerungen
So war aus einem vielversprechendem Angriff doch noch ein taktischer Miserfolg geworden, bemerkte FML Baron von Hiller. Er war wenig angetan, denn allen Anwesenden war bewusst, dass ein Versäumnis solch einer Gelegenheit im wirklichen Krieg oft später zu Niederlagen führen würde!
Wie Oberst Markus von Csollich als auch seinem kommandieren General sehr wohl klar war, bestätigte der Ausgang dieser Übung jedoch sowohl die allgemeine Auffassung, dass das Korps noch nicht für den Krieg bereit war, als auch die schlimmsten Befürchtungen des Generalissimus, der, anscheinend zu Recht, angenommen hatte, dass noch immer viele Feldkommandanten nicht jene Entschlossenheit an den Tag legen konnten, wie ihre Gegenüber auf französischer Seite.
[b][align=center][size=100]VON ADELIGEN, OBERSTEN UND SOLDATEN[/size][/align][/b]
[size=100][size=100][align=center][align=left]Werte Regenten, wir haben uns entschieden, einigen Personen in diesem Konflikt zu folgen – wir werden immer wieder kleine Geschichten von diesen einfließen lassen – so oft es uns als passend erscheint – erwartet aber bitte nicht zu Großes von uns – wir waren nie ein großer Schriftsteller ;) [/align][/align][/size]
[align=center][size=100][b]Oberst Markus, Freiherr von Csollich,[/b] Chef des Generalquartiermeisterstabs VI. Korps, Bayerische Feldarmee[/size]
(ein direkter Vorfahre des Autors, es wird eine Mischung aus Realität und Fiktion berichtet)
[img]http://img850.imageshack.us/img850/3281/1820markus.jpg[/img][/align]
[justify]
Erst am [b]16. Februar[/b] war Markus zum Oberst befördert und damit befähigt worden, den Generalquartiermeisterstab des zu bildenden VI. Armeekorps zu Übernehmen. 10 Tage später war er mit einigen Offizieren des Stabes von Wien aus nach Wels aufgebrochen um sich bei Baron Prohaska, dem Generalquartiermeister, zu melden. Es war ein unterhaltsame Reise gewesen, denn er hatte viele neue Personen kennengelernt und war zuversichtlich, mit diesen gut zusammenarbeiten zu können!
Es gab noch zwei weitere Gründe zur Freude: Zwei seiner beiden Brüder! Der eine, Ferdinand, war gerade zum Oberleutnant im Colloredo Regiment befördert worden, während der andere, Albert, vom IR 32 zum Generalstab des VI. Korps versetzt worden war. Die Gerüchte, dass Albert seine Hände mit im Spiel gehabt hatte, dass Markus nun den Posten als sein Chef bekommen hatte, waren nicht ganz falsch....
[align=center][img]http://img864.imageshack.us/img864/1720/reilly.jpg[/img]
die Uniform der O'Reilly Chevaux-Legèrs[/align]
am [b]27. Februar[/b] begann sich das VI. Armeekorps zu sammeln. 3 Bataillone „Klebek“-Infanterie erreichen das Lager und werden in ihr Quartier bei Schärding eingewiesen. Des weiteren sammeln sich 3 Bataillone „Devaux“-Infanterie im Raum Braunau und 4 Schwadron „O'Reilly“ Chevaux-Legèrs im Bereich Ried im Innkreis. Die anderen Regimenter hatten einen weiteren Weg vor sich, bis sie die Bereitstellungsräume um Wels erreichen würden.
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[img]http://img543.imageshack.us/img543/4331/19sterreichungarnhusare.jpg[/img]
hier zu sehen die Fürst Liechtenstein Husaren 1813[/align]
Es waren unter ihnen Regimenter mit berühmten Namen wie Deutschmeister, Kerpen, Splenyi, Eszterhazy, zahlreiche Grenzerbataillone, sowie Fürst Liechtenstein Husaren und Rosenberg Chevaux-Legèrs.
am [b]1. März[/b] kommen Markus und Albert schlussendlich zum Stab des VI. Armeekorps in Wels. Er löste Oberst Mayer, seinen Vorgänger, sogleich ab und begann noch am selben Tag Dienst zu tun. Es gab viel Arbeit für ihn.
Der letzte Tagebucheintrag von Oberst Mayer in das frisch angefangene Tagebuch vom VI. Korps lautet am 1. März wie folgt:
(Zitat aus historischen Dokumenten des Kriegsarchivs in Wien)
[i]am 1ten März 1809
kam vom Generalquartiermeister Br.v. Prohaska die neue Eintheilung der Generalquartiermeister Staabs Offiziers zu denen Armee Korps; mithin kommen zum 6ten Armee Korps:
[b]Oberst Csollich[/b]
Oberstlieut. Foith
Major Demuth, Johan
Hptmann Picet
„ Werklein
[b] „ Csollich Albert[/b]
„ Eberhard usw.[/i]
Zwischen dem [b]9. bis 11 März [/b]treffen wichtige Korpsteile ein: unter ihnen die Bataillone der Regimenter „Kerpen“ und die Schwadronen der „Rosenberg“ Chevaux-legèrs Kavallerie.
Weiters wird auf Befehl des Generalissimus Erzherzog Karl das gesamte II. Reserve-Korps von Baron Kienmayr (demselben Baron Kienmayer, der die Avant-Garde bei Austerlitz beim Vorstoß auf Tellnitz kommandiert hatte) dem VI. Armeekorps zugeteilt. Es handelt sich hierbei um 5 Grenadierbataillone, 2 Dragoner und 2 Kürassierregimenter.
[align=center][img]http://img823.imageshack.us/img823/5461/splenyiinfanter.jpg[/img]
Hier zusehen die Splenyi-Infanterie[/align]
Am [b]12. März[/b] kommt das Regiment „Deutschmeister“ in Riedau an. Markus begrüßt die Verstärkung durch dieses traditionsreiche Regiment.
[align=center][img]http://img31.imageshack.us/img31/9105/johannvonhiller.jpg[/img]
FML Baron von Hiller[/align]
Endlich trifft Markus seinen „Chef“ - am [b]13. März[/b] wird er mit seinem Stab nach Linz beordert um dort den kommandierenden General des VI. Armee-Korps, FML Baron von Hiller, zu treffen. Er trifft dort einen Tag später ein und bekommt prompt Befehle eine Ordre de Bataille und einen Entwurf zur Dislocation (Originalbegriff) der einzelnen Truppenteile, je nach deren Beweglichkeit, zu erstellen. Das war eine ganze Menge Arbeit, die noch binnen zwei Tagen fertiggestellt werden musste, um die Entwürfe zur Einsicht für den Generalissimus zu versenden.
Am[b] 15. März[/b] kam ein direkter Befehl des Generalissimus, die beiden Grenzerregimenter „St. Georger“ und „Kreuzer“ in andere Quartiere zu verlegen, damit die Bayern auf der anderen Seite des Inns nicht alarmiert werden sollten.
Der [b]16. März[/b] brachte eine Inspektionsfahrt Donauaufwärts und eine Übung unter persönlicher Anwesenheit von FML Baron von Hiller und Markus mit sich.
Am Vormittag wurden die verschiedenen Stellen am Fluss begutachtet, an denen später die Brücken geschlagen werden sollten. Jedoch war der eigentliche Höhenpunkt des Tages eine Übung, bei der FML Baron von Hiller und Markus zum ersten Male Regimenter des Korps unter Gefechtsbedingungen inspizieren würden.
Es waren seit 2 Wochen täglich Übungen in Regiments und einmal pro Woche sogar in Brigadestärke angeordnet. FML von Hiller wollte sicherstellen, dass sein Armee-Korps die maximale Einsatzstärke bei Kriegsbeginn erreicht haben würde.
Am Donnerstag war Markus und der kommandiere General persönlich bei der großen Übung im Raum Braunau anwesend: 2 Regimenter Infanterie („Klebek“ und „Devaux̶) und 1 Regiment Kavallerie („O'Reilly“ Chevaux-Legèrs) hatten sich formiert um eine fiktive Stellung am Hügel NW der Ortschaft zu erstürmen. Des weiteren waren 2 Kompanien Kreuzer-Grenzer anwesend um die unbeweglichen Linienregimenter abzuschirmen. Man wollte das Zusammenarbeiten der Linieninfanterie mit der, in den Armeereformen, neu eingeführten leichten Infanterie in Plänkelformation testen. Obwohl dies bereits unzählige Male in den letzten Jahren trainiert worden war, waren die teilnehmenden Einheiten nie in voller Kampfstärke anwesend gewesen.
[align=center][b][size=100]Gefechtsübung am 16. März NW von Braunau[/size][/b][/align]
[b]Kommando über die teilnehmenden Truppen:[/b] Oberst von Steinmann (befehlshabender Offizier IR 15 „Klebek̶)
[b]Lage:[/b] der Feind hat in Regimentsstärke den Hügel besetzt und sich zur Verteidigung vorbereitet. Da diese Position den Vormarsch der restlichen Division blockierte, wurde die führende Brigade (2 Infanterieregimenter und 1 Kavallerie-Regiment) mit der Aufgabe betraut den Feind von der Stellung zu vertreiben um den ungehinderten Weitermarsch zu gewährleisten.
Folgender[b] Plan[/b] wurde von Oberst von Steinmann ausgearbeitet und FML Baron von Hiller sowie Oberst Markus von Csollich präsentiert:
Als erstes sollte das, an der Spitze der Kolonne stehende, Chevaux-Legèrs Regiment No. 3 „O'Reilly“ in Linie formieren und Angriffsbereitschaft demonstrieren um ein vorzeitiges zurückziehen des Feindes zu verhindert. Da sich die „bayerischen“ Bataillone im bewaldeten Gebiet formiert hatten, ist davon auszugehen dass sie nicht von Linien- auf Karreeformation wechseln würden.
Sobald die 2 Kompanien Kreuzer - Grenzer am Schlachtfeld eintreffen würden, sollten diese sich langsam an den Hügel heranarbeiten um den Feind weiter zu beschäftigen und dem nachfolgenden Infanterieregiment No. 15 „Klebek“ genügend Zeit zu geben um seine drei Bataillone in Linie zu entfalten. Das zweite Infanterieregiment wollte von Steinmann in Reserve behalten.
[b][align=center]Der Ablauf der Brigadeübung in chronologischer Abfolge:[/align][/b]
[align=center][img]http://img716.imageshack.us/img716/3853/brigadetraining25mrz180.jpg[/img]
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[b]12.15[/b]
die O'Reilly Chevaux-Legèrs verlassen die Chaussee und formieren in Schwadrons-Linie.
Der „Feind“ (kommandiert von Hauptmann Schindelfing vom IR 4 Deutschmeister) zeigt keine Reaktion. Markus erwähnt gegenüber FML Baron von Hiller dass der Wechsel von Kolonne auf Linie bei den Kavalleristen äußerst gut funktioniert hat!
[b]
12.27[/b]
die beiden Kompanien „Kreuzer“ erscheinen im Eilmarsch am Schlachtfeld und deploieren sogleich in Plänkelformation. Sie beginnen sich langsam dem Hügel von SW zu nähern.
[b]12.38[/b]
Da sich das Regiment Klebek verspätet hat müssen die Kavalleristen länger ihre Position halten als erwartet. Unklare Befehle bei den beiden Grenzerkompanien führen dazu, dass eine 300m breiten Lücke zwischen den Plänklern entsteht und die nördliche Kompanie keine Befehle vom kommandierenden Leutnant mehr erhalten kann. FML von Hiller erwähnt dass feindlich Kavallerie, falls vorhanden, leichtes Spiel mit den Grenzer gehabt hätte!
Einige Minuten später beginnt sich das erste Bataillon des IR. 15 Klebek langsam zu entfalten. Dem Chef des Generalquartiermeisterstabs wird schnell bewusst, dass hier noch einiges an Training von Nöten wäre – Training was man aber wohl erst auf dem Marsch nachholen können würde.
[align=center][img]http://img703.imageshack.us/img703/3853/brigadetraining25mrz180.jpg[/img]
[/align]
[b]12.56[/b]
endlich konnte der Vormarsch der beiden ersten Bataillone des IR 15 beginnen. Da die Situation vorsah, dass die Artillerie noch weiter hinten auf der Chaussee zurücklag, musste der Angriff ohne vorbereitendes und unterstützendes Bombardement von Statten gehen.
Um für den Vormarsch der Infanterie Platz zu machen, verließ die O'Reilly Kavallerie ihre Position und verlegte nach Osten, um dort in Kolonnenformation eine Warteposition einzunehmen. Falls sich die Möglichkeit ergab, hatte der Kommandeur des Regiments dem Vorschlag von Steinmanns, die Verfolgung des zerschlagenen Feindes gen Osten durch sein Regiment durchzuführen, zugestimmt.
Von der „Devaux“-Infanterie ist noch immer keine Spur zu sehen. (Man wird später informiert, dass sich das Regiment in Braunau „verlaufen“ hatte)
[b]13.35[/b]
Wie erwartet zog sich der Feind bereits nach kurzen „Feuergefecht“ zurück. (wie immer bei diesen Übungen, waren die Österreicher erfolgreich, dachte sich Markus) – Meldern zufolge setzte Hauptmann Schindelfing sein 3. Bataillon ein um die Neuformierung der anderen beiden zu decken.
Dies stellte ein gewisses Problem für Oberst von Steinmann dar, denn er hatte es versäumt, das Reservebataillon des IR 15 nach vorne zu bringen. Die beiden anderen Bataillone waren vom vorangegangenen Kampf noch ungeordnet und brauchten Zeit die Ränge wieder ordentlich zu formieren. Dadurch versäumte der Oberst die Chance sowohl den Feind entscheidend zu schlagen (die Reserve des Feinde ermöglichte einen geordneten Rückzug) als auch dem O'Reilly Regiment eine Gelegenheit auf eine erfolgreiche Kavallerieattacke zu geben (man wollte unnötige Verluste vermeiden und nicht einen noch wohl formierten Feind in unwegsamen Gelände angreifen)
[align=center][b]Schlussfolgerungen[/b][/align]
So war aus einem vielversprechendem Angriff doch noch ein taktischer Miserfolg geworden, bemerkte FML Baron von Hiller. Er war wenig angetan, denn allen Anwesenden war bewusst, dass ein Versäumnis solch einer Gelegenheit im wirklichen Krieg oft später zu Niederlagen führen würde!
Wie Oberst Markus von Csollich als auch seinem kommandieren General sehr wohl klar war, bestätigte der Ausgang dieser Übung jedoch sowohl die allgemeine Auffassung, dass das Korps noch nicht für den Krieg bereit war, als auch die schlimmsten Befürchtungen des Generalissimus, der, anscheinend zu Recht, angenommen hatte, dass noch immer viele Feldkommandanten nicht jene Entschlossenheit an den Tag legen konnten, wie ihre Gegenüber auf französischer Seite. [/justify][/size]