von Hesse » Mo 21.08.2006, 22:47
Zwischen dem Kurfürsten in seinem Feldlager und der Residenz in Kassel entstand reger Verkehr.
Boten reisten die Strecke in Rekordgeschwindigkeiten und Julius Faberius schien für den unbeteiligten Beobachter in regem Kontakt mit diversen Gesandten.
Gestern kam eine Botschaft aus dem Feldlager, daß der Kurfürst wohl noch längere Zeit im Felde verweilen würde. Damit in Hessen die Ordnung beibehalten werden kann und Entscheidungen getroffen werden können, bestimmte der Kurfürst in einer kurzen Note seinen ältesten Sohn Friedrich zum Prinzregenten.
Friedrich war auf die Aufgabe am Hofe schon sein ganzes Leben vorbereitet worden und begann nun in den Fußstapfen seines abwesenden Vaters neuen Schwung am Hofe zu verbreiten.
Mit der Motivation eines Amtsneulings bearbeitete er das Tagesgeschäft in rascher Eile, so daß Julius kaum mit den bürokratischen Einzelheiten nachkam. Auch sein Bruder Wilhelm half bei der neuen Aufgabe Friedrichs und unterstütze seinen Bruder, wie er nun konnte.
Momentan bereiste Wilhelm die Amtsbezirke in ganz Hessen. Er wollte vor Ort dem Volk die Möglichkeit bieten, vom Hofe zu erfahren und Anliegen vorzutragen.
Dies brachte dem jüngeren Bruder eine große Beliebtheit ein.
Währendessen vergrub sich Friedrich am Hofe in Arbeit. Über zahlreichen Dokumenten im Arbeitszimmer seines Vaters gebeugt, versuchte er gerade einen verbesserten Staatshaushalt zu verfassen, als plötzlich die Tür aufschnellte. Erschrocken sauste Friedrich hoch.
Es waren seine Schwester Marie-Luise und seine Mutter Amalia.
Amila stemmte Ihre Hände in die Hüften des üppigen Festkleides und brummte, wie sie es immer tat, wenn sie zornig war:
"Friedrich! Jetzt ist für heute Schluß! In unserem Ballsaal warten seit einer Stunde die Gesandten und Adligen aus ganz Hessen, auf daß Du den Ball eröffnest!"
Daneben stand Marie-Luise. Sie grinste leicht und stemmte dann ebenfalls ihre Hände in die Hüften und imitierte die schimpfende Mutter.
Friedrich lächelte beim Anblick seiner Schwester, während Amalia einen bösen Blick der Prinzessin zuwarf. Dann blickte Friedrich ernst:
"Aber Mutter, es gibt noch so viel zu tun. Vater ist im Feld und wir können doch nicht die Staatsgeschäfte schleifen lassen. Hessische Soldaten riskieren jeden Moment Ihr Leib und Leben und wir feiern einen Ball! Wenn Vater zurückkommt, soll er sehen, daß wir hier unseren Beitrag geleistet haben. Selbst Wilhelm reist durchs Land um damit dem Staat zu helfen! Er feiert auch nicht!"
Amalia erhob nun mahnend den Zeigefinger:
"Friedrich! Du weißt ganz genau, wie ein Soldatenleben aussieht. Morgens marschieren, mittags kämpfen, abends saufen und rumhuren! Die wissen schon sich vergnügen zu verschaffen. Und auch Dein Bruder ist kein Kind von Traurigkeit. Du glaubst wohl kaum, daß er nicht gerade in diesem Augenblick in einer Taverne sitzt und einem Schankweib hübsche Augen macht. Er weiß, daß zum Leben auch Vergnügen gehört.
Außerdem hat Dein Vater bestimmt nicht gewollt, daß Du hier das Rad neu erfindest und den ganzen Staat in wenigen Monaten auf den Kopf stellst. Er weiß, daß Du zu einem guten Regenten taugst, sonst hätte er Dich nicht als Prinzregenten in seiner Abwesenheit eingesetzt!
Schließlich gehört es auch zur Aufgabe eines Regenten, seine Höflinge bei Laune zu halten, selbst wenn es ihm nicht gefällt."
Ihre Worte waren nur zu gut wahr und er könnte schon eine Pause gebrauchen. Schließlich hüpfte Marie-Luise an die Seite ihres Brudes und flüsterte:
"Komm schon, Fritz. Es sind auch ein paar hübsche Damen da, die brennend den feschen Prinzregenten sehen wollen. Außerdem könnte ich kaum unsere grollende Mutter den ganzen Abend ertragen."
Dabe lächelte sie derart unschuldig ihrem Bruder zu, daß ihm warm ums Herz wurde. Nein, seiner Schwester konnte er kaum etwas abschlagen. Er nickte knapp und sagte:
"Dann wollen wir mal."
Friedrich rappelte sich auf und ging an der Seite seiner Mutter und Schwester zum Ballsaal.
Zwischen dem Kurfürsten in seinem Feldlager und der Residenz in Kassel entstand reger Verkehr.
Boten reisten die Strecke in Rekordgeschwindigkeiten und Julius Faberius schien für den unbeteiligten Beobachter in regem Kontakt mit diversen Gesandten.
Gestern kam eine Botschaft aus dem Feldlager, daß der Kurfürst wohl noch längere Zeit im Felde verweilen würde. Damit in Hessen die Ordnung beibehalten werden kann und Entscheidungen getroffen werden können, bestimmte der Kurfürst in einer kurzen Note seinen ältesten Sohn Friedrich zum Prinzregenten.
Friedrich war auf die Aufgabe am Hofe schon sein ganzes Leben vorbereitet worden und begann nun in den Fußstapfen seines abwesenden Vaters neuen Schwung am Hofe zu verbreiten.
Mit der Motivation eines Amtsneulings bearbeitete er das Tagesgeschäft in rascher Eile, so daß Julius kaum mit den bürokratischen Einzelheiten nachkam. Auch sein Bruder Wilhelm half bei der neuen Aufgabe Friedrichs und unterstütze seinen Bruder, wie er nun konnte.
Momentan bereiste Wilhelm die Amtsbezirke in ganz Hessen. Er wollte vor Ort dem Volk die Möglichkeit bieten, vom Hofe zu erfahren und Anliegen vorzutragen.
Dies brachte dem jüngeren Bruder eine große Beliebtheit ein.
Währendessen vergrub sich Friedrich am Hofe in Arbeit. Über zahlreichen Dokumenten im Arbeitszimmer seines Vaters gebeugt, versuchte er gerade einen verbesserten Staatshaushalt zu verfassen, als plötzlich die Tür aufschnellte. Erschrocken sauste Friedrich hoch.
Es waren seine Schwester Marie-Luise und seine Mutter Amalia.
Amila stemmte Ihre Hände in die Hüften des üppigen Festkleides und brummte, wie sie es immer tat, wenn sie zornig war:
[color=DarkRed][i]"Friedrich! Jetzt ist für heute Schluß! In unserem Ballsaal warten seit einer Stunde die Gesandten und Adligen aus ganz Hessen, auf daß Du den Ball eröffnest!"
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Daneben stand Marie-Luise. Sie grinste leicht und stemmte dann ebenfalls ihre Hände in die Hüften und imitierte die schimpfende Mutter.
Friedrich lächelte beim Anblick seiner Schwester, während Amalia einen bösen Blick der Prinzessin zuwarf. Dann blickte Friedrich ernst:
[color=Sienna][i]"Aber Mutter, es gibt noch so viel zu tun. Vater ist im Feld und wir können doch nicht die Staatsgeschäfte schleifen lassen. Hessische Soldaten riskieren jeden Moment Ihr Leib und Leben und wir feiern einen Ball! Wenn Vater zurückkommt, soll er sehen, daß wir hier unseren Beitrag geleistet haben. Selbst Wilhelm reist durchs Land um damit dem Staat zu helfen! Er feiert auch nicht!"[/i][/color]
Amalia erhob nun mahnend den Zeigefinger:
[color=DarkRed][i]"Friedrich! Du weißt ganz genau, wie ein Soldatenleben aussieht. Morgens marschieren, mittags kämpfen, abends saufen und rumhuren! Die wissen schon sich vergnügen zu verschaffen. Und auch Dein Bruder ist kein Kind von Traurigkeit. Du glaubst wohl kaum, daß er nicht gerade in diesem Augenblick in einer Taverne sitzt und einem Schankweib hübsche Augen macht. Er weiß, daß zum Leben auch Vergnügen gehört.
Außerdem hat Dein Vater bestimmt nicht gewollt, daß Du hier das Rad neu erfindest und den ganzen Staat in wenigen Monaten auf den Kopf stellst. Er weiß, daß Du zu einem guten Regenten taugst, sonst hätte er Dich nicht als Prinzregenten in seiner Abwesenheit eingesetzt!
Schließlich gehört es auch zur Aufgabe eines Regenten, seine Höflinge bei Laune zu halten, selbst wenn es ihm nicht gefällt."
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Ihre Worte waren nur zu gut wahr und er könnte schon eine Pause gebrauchen. Schließlich hüpfte Marie-Luise an die Seite ihres Brudes und flüsterte:
[color=Navy][i]"Komm schon, Fritz. Es sind auch ein paar hübsche Damen da, die brennend den feschen Prinzregenten sehen wollen. Außerdem könnte ich kaum unsere grollende Mutter den ganzen Abend ertragen."[/i][/color]
Dabe lächelte sie derart unschuldig ihrem Bruder zu, daß ihm warm ums Herz wurde. Nein, seiner Schwester konnte er kaum etwas abschlagen. Er nickte knapp und sagte:
[color=Sienna][i]"Dann wollen wir mal." [/i][/color]
Friedrich rappelte sich auf und ging an der Seite seiner Mutter und Schwester zum Ballsaal.