Hurrican in New Orleans

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von von Holstein » Do 08.09.2005, 12:57

Mir kam beim Lesen so richtig die Wut hoch ! :nein: :doh:

Aus: SPIEGEL ONLINE

Todesstoß aus Washington

Von Marc Pitzke, New York
Täglich wächst die Wut der Flutopfer auf die schlecht organisierten US-Katastrophenschutzbehörden. Das chaotische Krisenmanagement hat eine Vorgeschichte: Misswirtschaft, Inkompetenz und Politgerangel führten nach dem Einschlag des Hurrikans "Katrina" zur Tragödie.
New York - Der Hurrikan hieß "Pam" und brachte eine Flutwelle mit sich, die Deiche durchbrach und New Orleans versinken ließ. Über eine Million Menschen mussten evakuiert werden. 600.000 Gebäude wurden zerstört. Dem Unwetter folgte eine Gesundheits- und Umweltkatastrophe: Das Brackwasser wurde zur Brutstätte für Bakterien und Krankheiten.

So geschehen im Juli vorigen Jahres - in einer fünftägigen Hurrikan-Übung der US-Katastrophenschutzbehörde Fema. Die Parallelen zu "Katrina" sind makaber, und sie sind für jeden seit dem 23. Juli 2004 auf der Fema-Website nachzulesen, in einem Bericht mit dem Aktenzeichen R6-04-093.

Nur in einem Punkt unterschied sich die Fema-Übung von der späteren Realität: Tote gab es nicht zu vermelden. "Wir haben", prahlte Fema-Regionaldirektor Ron Castleman damals, "in unseren Bereitschaftsbemühungen diese Woche mächtige Fortschritte gemacht."

Hehre Worte. Die Naturkatastrophe "Katrina" war vorhersehbar und vorhergesehen, die Krisenmanagement-Katastrophe vermeidbar. Daran trägt die Fema die größte Schuld, doch nicht die alleinige. Jahrelange Pannen, Misswirtschaft, Inkompetenz und Politgerangel auf allen Ebenen - Kommune, Bundesstaat, Regierung - vereinten sich letzte Woche zum schlimmstmöglichen Szenario. Die Amerikaner haben dafür einen Ausdruck, der wohl selten tragischer zutraf als jetzt: "The perfect storm."

Gespenstische Prophezeiungen

Was ist falsch gelaufen, und wann? Die Rückschau offenbart die Chronik einer angekündigten Katastrophe, die sich lange anbahnte, bevor "Katrina" vor der Westküste Afrikas erste Gestalt annahm - und lange bevor das Unglück in Louisiana und Mississippi seinen Lauf nahm.
"Ich glaube nicht, dass irgendjemand den Bruch der Deiche erwartet hat", sprach Präsident George W. Bush. Doch schon 1987 sah ein Artikel des Wochenblatts "New Yorker", jetzt noch mal abgedruckt, die Folgen eines Sturms à la "Katrina"
mit Präzision voraus.

Anfang 2001 identifizierte Fema die drei "wahrscheinlichsten Katastrophen", die den USA drohten: ein Erdbeben in San Francisco, ein Terroranschlag in New York - das war Monate vor 9/11 - und, am verheerendsten, eine Sturmflut in New Orleans. Im Jahr darauf prophezeite die Lokalzeitung "Times-Picayune" in einer investigativen Serie das jetzige Desaster ebenfalls gespenstisch zutreffend. "Keiner kann sagen", so das Blatt diese Woche, "dass er es nicht kommen sah."

Von der Pferdezucht zum Katastrophenschutz

Trotzdem kürzte Bush die Ausgaben für Flutschutz in Süd-Louisiana um die Hälfte und die für New Orleans um 80 Prozent. Die Gelder wurden stattdessen in den Terrorschutz gesteckt. Die Deicharbeiten im Osten der Stadt mussten 2004 aus Geldnot eingestellt werden. Kürzlich kappte der Kongress den Deichbau noch weiter: Benötigt waren 27 Millionen Dollar. Bewilligt wurden 5,7 Millionen Dollar.
Der eigentliche Todesstoß für New Orleans kam im Januar 2003: Da verleibte Bush die zuvor unabhängige Fema dem neuen Heimatschutzministerium ein, einem Bürokratenmoloch aus 22 Einzelbehörden.

Das Ministerium, eine politische Geburt des 11. September 2001, verordnete einen Kurswechsel: Terrorschutz statt Katastrophenschutz. Die Fema verlor über 800 Millionen Dollar an Bereitschaftsgeldern für Notfälle. Noch eine Woche vor "Katrina" warnten Fema-Vertreter den im Januar von Bush ernannten Heimatschutzminister Michael Chertoff vor den "katastrophalen Folgen" der Demontage.

Bush installierte außerdem den Anwalt Michael Brown als Fema-Direktor. Brown einzige Qualifikation: Er war ein Protégé des Bush-Freundes Joseph Allbaugh, des ersten Fema-Chefs. Zuvor war er Funktionär bei der International Arabian Horse Association, einem Pferdezüchterverein. Browns Adlaten entsprangen ebenfalls der Bush-Seilschaft, bar jeglicher Katastrophenschutz-Kenntnisse.

Düsteres Déjà-vu der 9/11-Pannen

Das Schicksal von New Orleans war aber auch anderweitig längst besiegelt - ohne Zutun Washingtons. Die Verwaltung in New Orleans war durch Misswirtschaft und Korruption fast handlungsunfähig. Um die Bewohner der armen, tiefer gelegenen Bezirke, die von der Flut stärksten bedroht waren, kümmerte sich schon vor dem Hurrikan "Katrina" kaum jemand. Die Menschen in den "No-Go-Areas" der Südstaatenmetropole waren auch von lebenswichtigen Informationen abgeschnitten.
Auch das sollte sich bitter rächen: Alle Funk- und Telefonverbindungen der Notdienste brachen mit "Katrina" sofort zusammen - ein düsteres Déjà-vu: Die Pannen der New Yorker Polizei und Feuerwehr am 11. September waren dem nur zu ähnlich.

Da konnte auch die den Bundesstaaten unterstellte Nationalgarde nichts ausrichten. 40 Prozent der Zivilistentruppe ist derzeit im Irak im Kriegseinsatz - für Washington. Lieutenant Colonel Pete Schneider von der Nationalgarde in Louisiana sagte dem TV-Sender WGNO, seine Männer hätten das meiste Material in den Irak mitgenommen. Darunter Dutzende Geländewagen, Tanklaster und Generatoren.

Dabei kam "Katrina" nicht unangemeldet. Max Mayfield, der Direktor des National Hurricane Centers, alarmierte Chertoff und Brown schon Tage vor dem Einschlag des Hurrikans in mehreren Konferenzen über die tödlichen Konsequenzen.

Menschen und Material, ziellos im Chaos

Doch erst fünf Stunden, nachdem "Katrina" über New Orleans hinweggefegt war, hielt es Brown für nötig, Chertoff eine erste Depesche zu schicken. Darin bat er um gerade mal tausend Zusatzkräfte zur Unterstützung in diesem, wie er fand, "fast katastrophalen Ereignis" - explizit einräumend, dass das ja sowieso zwei Tage dauern werde, da diese Helfer erst mal eingearbeitet werden müssten. Ein Behördensprecher erläuterte das 48-stündige Beamtentraining so: "Du musst physisch in der Lage sein, in einem Katastrophengebiet und unter freiem Himmel arbeiten zu können."

Am Tag des Hurrikans wies Brown auch alle Rettungsdienste in Louisiana, Alabama und Mississippi an, vorerst niemanden in die Katastrophengebiete zu schicken, es sei denn, die Gemeinden wünschten das ausdrücklich. Dass diese Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten waren, war offenbar irrelevant.

Menschen und Material irrten ziellos durchs Chaos. Dan Wessel, ein Transportunternehmer für Hilfsgüter, sagte dem "Wall Street Journal", Fema habe ihm erst zwölf Stunden nach dem Sturm grünes Licht gegeben. Als seine Trucks in New Orleans angekommen seien, habe es keinen gegeben, der Wasser und Eis entladen habe. "Die Fahrer haben es selbst verteilt."

Fema wollte erst mal "nachdenken"

Tag für Tag wurde es schlimmer. Nicht nur in Biloxi/Mississippi standen bald handgemalte Schilder am Straßenrand: "Wo ist die Fema?" Deren Direktor will obendrein erst am Donnerstag erfahren haben, dass sich 20.000 Menschen in den Superdome geflüchtet hatten. Michael Beeman, ein örtlicher Fema-Koordinator, erklärte die Pannen später so: "Wir haben versucht, diesen Prozess erst mal durchzudenken", sagte er dem TV-Sender CBS.

Während Fema nachdachte, folgten über tausend Feuerwehrleute dem Hilferuf Nagins, des Bürgermeisters von New Orleans. Statt sie als Rettungskräfte zu nutzen, kommandierte Fema sie ab, um Flugzettel mit der Fema-Telefonnummer zu verteilen und als Kulisse hinter dem kurz eingeflogenen Bush zu stehen, der Fema-Chef Brown jovial beglückwünschte: "Brownie, du tust einen verdammt guten Job!"

Was dabei rauskam, illustriert auch ein anderes Beispiel. Brown leaste drei Kreuzfahrtschiffe der Carnival Cruise Lines, als Auffanglager für rund 6000 Obdachlose. Die Fema kniffelte sogar einen elaborierten Belegungsplan aus, wer auf welches Schiff komme. Doch die Evakuierten verzichteten dankend - keiner wollte nach der entsetzlichen Superdome-Odyssee noch auf ein Schiff.

Der Senator machte Stunk

Das Durcheinander hielt auch gestern weiter an. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE verliefen die Bergungs- und Rettungsarbeiten durch Hilfskräfte aus dem ganzen Land in Teilen von New Orleans unkoordiniert und schleppend. Die Fema gab unterdessen eine zentrale Anordnung heraus, wonach es Fotojournalisten untersagt wurde, Leichen zu fotografieren - ähnlich dem erst kürzlich aufgehobenen Bilderbann des Pentagons für aus dem Irak heimkehrende Soldatensärge.

"Dies ist ein grundlegendes Versagen der Katastrophenschutzverwaltung", wettert der Politologe Donald Kettl von der University of Pennsylvania - und denkt noch einen Schritt weiter. Die "Katrina"-Tragödie lege nahe, dass die gesamte US-Heimatschutzpolitik - gegen Natur wie Terror - "fundamentale Löcher hat".

Im Ort Pascagoula, der zu 80 Prozent zerstört ist, ist die Fema inzwischen eingerückt - nachdem der republikanische Senator Trent Lott, dessen Strandvilla in Pascagoula auch weggespült wurde, Stunk machte. Jetzt, berichtete CNN-Reporterin Rusty Dornin gestern, "ertrinkt Pascagoula in Hilfsgütern".

von Trajan » Mi 07.09.2005, 20:38

Das sag ich nur eines zu - "This is Amerika..."

von Balduin v.Bouillon » Mi 07.09.2005, 20:05

Wenn man das so list könnte man fast glauben das die Regierung der USA nicht viel daran gelegen ist den Menschen in den katastrophen Gebieten zu helfen. Erst die langsam angehende Rettungsaktion, jetzt das.Sicher ist es wichtig den Opfern der Katastrophe einen Halt zu geben, und Infos wo man sich melden kann aber können das nicht auch andere freiwillige machen, braucht man dafür Spezialisten auf anderen Gebiet?

Waren die Bundesstaaten eher Demokratisch bei den letzten Wahlen??Das könnte mit einigen bösen Gedanken im Hinterkopf ein Grund sein für die anscheinend mangelnde Hilfe in NO.

von Headhunter » Mi 07.09.2005, 18:50

Hab ich grad auf Spiegel Online gefunden.......die spinnen, die Amis!
Schade, das der Hurrikan nicht schon vor einem Jahr kam.....dann wäre Bush jetzt weg vom Fenster und er hätte sich dabei noch prima selbst abgesägt.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,373583,00.html

von dooya » Mo 05.09.2005, 20:36

rolin hat geschrieben:[...]
Was kann getan werden um solche Katastrophen, so sie die Natur vorsieht, glimpflicher ablaufen zu lassen?
Zunächst wäre es sicherlich nicht falsch, würden wir uns wieder ein wenig Demut gegenüber der Natur aneignen. Wir sind eben nicht die Beherrscher selbiger, auch wenn uns Wettervorhersage und sonstige Wissenschaft dies gern immer wieder vorgaukeln. Daher sollten wir uns nicht nur über Katastrophenprävention, sondern auch und insbesondere über die Bekämpfung der Folgen der Katastrophen mehr Gedanken machen. Das Problem in New Orleans war und ist nicht, dass eine Naturkatastrophe stattgefunden hat, sondern dass anscheinend vollkommen inadäquat reagiert wurde. Wir sollten also stets bereit und in der Lage sein, einem solchen Ereignis angemessen zu begegnen, sei es auch noch so unwahrscheinlich. (Mit gar nicht mal viel Phantasie könnte man hier ein neues Kern(!)-betätigungsfeld der Streitkräfte sehen.) Um aber eine solche Bereitschaft authentisch herstellen zu können, bedarf des der eingangs erwähnten angemesseneren Einschätzung unserer Stellung im Vergleich zur Natur an sich.

von Trajan » Mo 05.09.2005, 15:34

Vorallem Übungen sollten da abgehalten werden. Wenn ich sehe das ein so großes Land wie die USA nicht mal fähig ist seinen eigenen Bürgern zu helfen und erst nach Tagen Rettungstrupps in die Kriesenregion entsendet, na dann danke Herr Bush oder besser, armes Amerika...! :uhoh:

Jetzt sind sie sogar überfordert weitere Hilfsmitteltransporte anzunehmen. Den Schweden wurden ihre geplanten Hilfstranporte doch glatt untersagt.
Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln... :nein:

von Augustus Rex » Mo 05.09.2005, 15:31

Ihr habt natürlich Recht, edler rolin. ;-)

Deshalb zum Thema:
Wie schon oft gesagt wurde, kostet Prävention Geld. Nun muss man nicht zwangsläufig das im Irak ausgegebene Geld verantwortlich machen, obwohl das natürlich das von uns allen geliebte Polemisieren erleichtert, man muss auch sehen, dass Großstädte, also speziell die Innenstädte in Amerika (und möglicherweise irgendwann auch in Europa) keine große Lobby haben, da sowohl Entscheidungsträger als auch Großteile der Wahlberechtigten und -fähigen längst in den Vororten hausen und über Mobilität und Versicherungsschutz verfügen, was in den Cities, wie wir schmerzhaft erfahren mussten, oft weniger der Fall ist.

von Preussenhusar » Mo 05.09.2005, 15:02

Werter rolin,
Deratige Unwetter und die daraus resultierenden Katastrophen sind ja mittlerweile viel besser vorherzusehen und zu überwachen, so haben die Wetterbeobachter schin einen Tag vorher gewußt, daß NO nicht die ganze Wucht von Katrina abbekommen wird.

Aber anstelle die Küstenregion großflächig und rechtzeitg zu evaukieren, hat man gewartet wie der Hase vor der Schlange.

Unwettervorbeugung heißt zunächst Planung und Aufklärung.
und lernen aus der Vergangenheit.

Aber gerade das ist wohl so schwer ! Nicht kurzfristig hektisches Rumplärren, sondern wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze sind gefragt.

Gestern lief ein Beitrag, daß in Grönland seit Jahrhunderten wieder temperaturen wie zu zeiten der Wikinger herrschen .- "Grünland" kommt nicht von ungefähr.

Was heißt das aber:
Kenn jemand den Film "the Day after tomorrow" ??
Sicher, ein Hollywoodkracher mit Knalleffekt.
Aber die grundthese ist richtig: Wenn der Polare Sog aufgrund der "Aussüßung" durch Polarschmelzwasser aufhört und der Golfstrom irgendwo bei den Bahamas aufhört -

Gut Nacht Marie !

Das Makroklima ändert sich rasant. Wir bezahlen heute, so meine ich, für die Industrialisierung des 19. und 20. Jahrhunderts.

Was die Vorbeugung für solche Lagen angeht: Zivilschutz ausbauen, Übungen abhalten udn, wenn nötig , auch mal durchführen !

Also San Francisco echt mal evakuieren - oder will man bis zum "Big One" warten ?

Ich hoffe es nicht erleben zu müssen, aber ein solches Beben wie 1905 (?) würde heute ibezüglich der Opferzahlen in Relation stehen wie ein Verkehrsunfall auf dem Highway.


PH

von [B@W] Abominus » Mo 05.09.2005, 14:58

Problem in New Orleans ist einfach, daß das reichste Land der Welt, völlig falsch mit der Situation umgeht.

Die Leute leiden dort unten und scheinbar wird so gut wie nichts für sie gemacht, es gibt keinen Krisenplan oder ähnliches, wenn ich recht informiert bin.

Die Ursachen solcher Naturkatastrophen kann man nur schwerlichst verhindern, aber man kann den Wirkungen entgegentreten. Im Falle von New Orleans sollte man die Stadt einfach weiter Landeinwärts aufbauen, das Gebiet davor von allem reinigen und anschließend zum Naturgebiet erkären. Der beste Schutz vor Naturkatastrophen ist immer noch, nicht in die Natur einzugreifen. Viele Flüsse gehen über die Ufer weil? Richtig, weil man schlichtweg deren Verlauf ändert, natürliche Überschwemmungsgebiete zubaut und dem Fluss keinen Raum zum Athmen lässt.

Edit: OMG bin ich heute langsam, sollte nicht so viel über andere im Chat lästern :D

von Arminus » Mo 05.09.2005, 14:54

Was kann getan werden um solche Katastrophen, so sie die Natur vorsieht, glimpflicher ablaufen zu lassen?
Die Küstengebiete planmäßig und unblutig entvölkern bevor es der nächste Hurrican unplanmäßig, dafür aber tödlich, tut.

von von Holstein » Mo 05.09.2005, 14:54

rolin hat geschrieben:Was kann getan werden um solche Katastrophen, so sie die Natur vorsieht, glimpflicher ablaufen zu lassen?
Für New Orleans: Deiche erhöhen, dass sie nicht nur Hurrikans der Stärke 3 abhalten und Pumpen anschaffen die ihren Aufgaben auch gewachsen sind.

Nur kostet das natürlich Geld, das unsere einzig verbliebene Supermacht ja gerne irgendwo anders ausgibt. :(

von rolin » Mo 05.09.2005, 14:48

Damit jene die im Regen stehen nicht als Warmduscher bezeichnet werden können.

Ich wäre trotzdem dafür dass wir uns in diesem Thread wieder um das eigentliche Thema widmen würden. Das gilt auch für alle Moderatoren, Supermoderatoren, Altadministratoren und auch für mich.

Was kann getan werden um solche Katastrophen, so sie die Natur vorsieht, glimpflicher ablaufen zu lassen?

von Augustus Rex » Mo 05.09.2005, 14:43

Was Ihr vergesst, ungläubiger Elvis: Warum wohl hat Allah die kalten Luftschichten über das warme Wasser und die Windschere beiseite gelegt? Na? Na?

von Carl the Great » Mo 05.09.2005, 13:39

Jaycee hat geschrieben:Ich habe gerade einen Artikel gelesen in der ein Abgeordenter vorschlägt dass man die Stadt nicht wieder an Ort und Stelle aufbaut sondern einige kilometer weiter landeinwärts, da es zugegebenermaßen schon nicht das sinnvollste wäre sie aufzubauen und auf die nächste Naturkatastrophe oder einfach auf ein Ansteigen des Meeresspiegels zu warten. Man ging ja sowieso davon aus dass die stadt in einigen Dekaden "ertrinkt"...
Habe dann auch schon einen Namensvorschlag für die neu zu errichtende Stadt: Newest Orleans. :engel:

von dooya » Mo 05.09.2005, 08:11

Elvis hat geschrieben:[...]
Ich hingegen habe eine völlig abgedrehte Meinung, warum der Hurricane entstanden ist und New Orleans getroffen hat.
Ich weis es mag verrückt klingen aber ich denke Hurricanes oder tropische Zyklone entstehen, wenn große Flächen der Meeresoberfläche mehr als 27 Grad Celsius aufweisen, darüber kalte Luftschichten liegen und die Windscherenkräfte gering sind.
Und New Orleans wurde besonders schwer getroffen, weil weite Teile unter dem Meeresspiegel liegen.
[...]
Ketzer, Ihr gehört verbran... äähh gebannt! :D

von Balduin v.Bouillon » Mo 05.09.2005, 00:27

Hab mich schon gefragt wann die ersten Leute mi8t so`n Kram um die Ecke kommen.

von Elvis » So 04.09.2005, 21:12

Hier mal ein paar rationale Erklärungen für den Hurricane "Katrina"

Quelle:http://www.n-tv.de/575583.html
Fundamentalisten wissen
"Katrina" ist Gottes Rache

Die Hurrikan-Naturkatastrophe ist für Fundamentalisten und Fanatiker nicht ein verheerendes Wetterphänomen, sondern ein Akt Gottes. Die Gründe für Gottes Zorn werden dabei allerdings recht unterschiedlich ausgelegt.

Steve Lefemine, ein politisch aktiver Abtreibungsgegner aus South Carolina, will in dem Radarbild, das ein Wettersatellit während des Hurrikans über New Orleans schoss, die Konturen eines wenige Wochen alten Fötus ausgemacht haben. Absicht des Sturms sei die Zerstörung der fünf Abtreibungskliniken in der Stadt gewesen, beschied er nach einem Bericht der Zeitschrift "Time" in E-Mails an Gleichgesinnte.

Michael Marcavage, der die christlich-fundamentalistisch Organisation "Repent America" - etwa: Büße, Amerika - gründete, sah in "Katrina" die Rache für ein geplantes Homosexuellen-Fest in New Orleans. "Wir glauben, dass Gott das Wetter kontrolliert", sagte er der "Washington Post ". "Am Tag, als Bourbon Street und das französische Viertel überflutet wurden, wollten 125.000 Homosexuelle durch die Straßen in New Orleans ziehen - wir sehen darin einen Akt Gottes."

Die Zeitung zitiert einen "kuwaitischen Beamten", Mohamed Jusef Mlaifi, nach der arabischen Zeitung "al-Sijassa" mit den Worten: "Katrina" ist eine Soldatin Allahs". Auf der Webseite "Jerusalem Newswire" sah ein Schreiber in "Katrina " die Strafe Gottes für Washingtons Unterstützung der Räumung israelischer Siedlungen im Gazastreifen. Diesen Eintrag fand die "Washington Post" auf der Seite: "Amerika erlebt jetzt, das Gott seine schützende Hand wegzieht, dass er sein Urteil über das Land umgesetzt, dass die meiste Verantwortung für die Gefährdung des Bodens und des Volkes Israels trägt."

Auch der irakische Arm der Islamistenorganisation El Kaida sieht in den Verwüstungen ein Zeichen Gottes. "Gott hat Amerika angegriffen und die Gebete der Unterdrückten erhört", hieß es am Sonntag auf einer schon mehrfach von der Gruppe des Moslemextremisten Abu Mussab al-Sarkaui genutzten Internet-Seite. Die Echtheit der Erklärung konnte zunächst nicht geklärt werden. "Der Zorn des Allmächtigen hat sich gegen die Nation der Unterdrücker gerichtet. Die Zahl ihrer Toten geht in die Tausende und ihre Verluste in die Milliarden", hieß es in der Erklärung. Die Gruppe um Sarkawi wird für zahlreiche Anschläge im Irak verantwortlich gemacht.


Ich hingegen habe eine völlig abgedrehte Meinung, warum der Hurricane entstanden ist und New Orleans getroffen hat.
Ich weis es mag verrückt klingen aber ich denke Hurricanes oder tropische Zyklone entstehen, wenn große Flächen der Meeresoberfläche mehr als 27 Grad Celsius aufweisen, darüber kalte Luftschichten liegen und die Windscherenkräfte gering sind.
Und New Orleans wurde besonders schwer getroffen, weil weite Teile unter dem Meeresspiegel liegen.

Das klingt natürlich jetzt nicht so überzeugend wie die Schwulenparade, aber bitte grenzt mich nicht aus, nur weil ich eine verrückte Nischentheorie vertrete.

von Hesse » So 04.09.2005, 04:39

Alter Dessauer hat geschrieben:Was mich am meisten erschüttert hat :

Kuba solidarisiert sich mit den Opfern und hat Hilfe angeboten
Sri Lanka - voriges Jahr selbst Tsunami-Opfer - will ebenfalls helfen.

ausgerechnet diese beiden Länder.....

Auch ich bin enttäuscht von der einzigen Supermacht USA und ihrer Regierung
Wenn der Bürgermeister von New Orleans im Radio solche Interviews geben muß, dann schadet das eher dem Ansehen, als das die USA gestärkt aus dem Dilemma herauskommen, wie ein gewisser Präsident betont.
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von Heinrich Heine » Sa 03.09.2005, 05:46

Was mich am meisten erschüttert hat :

Kuba solidarisiert sich mit den Opfern und hat Hilfe angeboten
Sri Lanka - voriges Jahr selbst Tsunami-Opfer - will ebenfalls helfen.

ausgerechnet diese beiden Länder.....

Auch ich bin enttäuscht von der einzigen Supermacht USA und ihrer Regierung
Wenn der Bürgermeister von New Orleans im Radio solche Interviews geben muß, dann schadet das eher dem Ansehen, als das die USA gestärkt aus dem Dilemma herauskommen, wie ein gewisser Präsident betont.

von Hesse » Sa 03.09.2005, 01:53

Ich glaube man kann sich das bei uns gar nicht vorstellen, was in der überfluteten Stadt mit den Bewohnern wirklich passiert. Anarchie pur und die Behörden sind noch orientierungslos. Von den 40000 Nationalgardisten sollen ja heute 20000 eingetroffen sein, davon 300 Irak-Veteranen, die mit Plünderern kurzen Prozess machen. Aber nachts in einem solch großen Gebiet, unwegsames Gelände, kein Strom, verängstigte Menschen, die verzweifelt nach Hilfe suchen....klingt wie aus einem Hollywood-Film, ist aber Realität.

Ich mahne nur vor einer zweiten Medienausschlachtung und treudoofen Spendenwut, wie bei der Tsunami-Flut. Das hat größtenteils wie erwartet nicht wirklich den betroffenen Menschen geholfen.
Hilfsgüter und technische Unterstützung, wie es ja unter anderem die Bundesregierung versprochen hat, ist genau das Richtige und sollte anstandslos geleistet werden.

Wie man in Zukunft verfahren sollte, ist schwer zu sagen. Sicherlich ist die Gefahr einer erneuten Katastrophe hoch und die Region bietet sich nicht gerade als "sicheres" Gebiet an. Andererseits sind viele Menschen dort auch mit Ihrer Heimat verwurzelt und wollen einfach nicht weg. Ähnlich wenn beispielsweise Hamburg überflutet wäre und man die Hamburger dann irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern ansiedeln sollte (ich weiß hartes Los für die Nordlichter *höhö*). Ein Rücksiedlung ins französische Orléans hätte seinen historischen Witz, ist wohl aber außer Frage. Man wird wohl alles wieder aufbauen und diesmal die Gelder in den verbesserten Küstenschutz investieren.

Traurig sind die Randerscheinungen: Neben den Plünderen, die das Leid vieler Menschen ausnutzen, Öl-Spekulanten, die die Benzinpreise hochtreiben, Europäischen Benzinkartellen, die uns noch ordentliche Preissteigerungen aufdrücken und sie wohl in Zukunft sicher nicht mehr zurücknehmen, stören auch die Inkompetenz der sonst durchorganisierten USA, die trotz Heimatschutz, Küstenwache und zig paramilitärischen Verbänden, es zwar schafft in kürzester Zeit Kriege anzuzetteln und Soldaten um den Globus zu schicken, aber den eigenen Bewohnern nur so schnell helfen kann, wie ein Dritte-Welt-Land. Dabei scheint der weltweite Terrorismus hinter dem Umweltterrorismus der Menschheit für einen Moment zurückzustehen. Vielleicht die Chance auf neue Umweltstrategien oder nur ein Grund für die nächste Schlacht um das "schwarze Gold"? Wer weiß.

Gruß Hesse

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