von Witold Pilecki » Do 16.03.2023, 09:41
Warum fallen die Kurse der Anleihen, wenn die Zinsen steigen?
1) Sinkende Nachfrage: Als die Zinsen fielen, wurde es billiger, sich Geld zu leihen und Anleihen zu kaufen. Bei steigenden Zinsen folgt der umgekehrte Effekt: Das Geld wird knapper. Es wird nicht nur weniger gekauft. Wer jetzt Geld braucht, kann sich weniger leicht neues Leihen und muss deshalb häufiger Vermögenswerte verkaufen. Welche Vermögenswerte verkauft man als erstes? Solche, die ohnehin keine Zinsen einbringen. Staatspapiere ohne Zins sind kaum anders als ein Sparbuch - mit beidem parkt man Geld.
2) Opportunitätskosten: Wenn man Staatspapiere halten möchte oder muss (müssen viele regulierte Anleger, weil die als ausfallsicher gelten), dann hält man lieber solche mit einem Zinscoupon. Wer 0-Zinspapiere im Depot hat, tut gut daran, diese zu verkaufen und eine andere Staatsanleihe mit Zinscoupon zu erwerben. Das macht solange Sinn, wie der gewonnene Zins die Kursdifferenz übersteigt. Angenommen man kann eine 0-Zinsanleihe für 100 Euro Nennwert für 98 Euro am Markt verkaufen und für die 98 Euro in ein Papier investieren, dass 3 % Zins bringt, dann hat man eine Auszahlung von 101 Euro statt vorher 100 Euro.
3) Liquiditätsprobleme: Punkte 1 + 2 sind eher Kleinigkeiten. Alte Anleihen können im Kurs fallen, wie sie wollen. Solange der Emittent nicht insolvent geht, steht am Fälligkeitsdatum der Nennwert wieder in den Büchern. Probleme kriegen nur die, die bei fallenden Kursen verkaufen müssen, weil sie Verbindlichkeiten bedienen müssen. Das sind typischerweise Banken, die die Einlagen ihrer Kunden 10-fach wieder ausgeben. Hier kommt es schnell zu einer Abwärtsspirale. Einer muss verkaufen, dass drückt die Kurse der Papiere, die keiner mehr haben möchte. Dadurch löst sich die nächste Bilanz auf und es muss noch mehr verkauft werden.
Warum fallen die Kurse der Anleihen, wenn die Zinsen steigen?
1) Sinkende Nachfrage: Als die Zinsen fielen, wurde es billiger, sich Geld zu leihen und Anleihen zu kaufen. Bei steigenden Zinsen folgt der umgekehrte Effekt: Das Geld wird knapper. Es wird nicht nur weniger gekauft. Wer jetzt Geld braucht, kann sich weniger leicht neues Leihen und muss deshalb häufiger Vermögenswerte verkaufen. Welche Vermögenswerte verkauft man als erstes? Solche, die ohnehin keine Zinsen einbringen. Staatspapiere ohne Zins sind kaum anders als ein Sparbuch - mit beidem parkt man Geld.
2) Opportunitätskosten: Wenn man Staatspapiere halten möchte oder muss (müssen viele regulierte Anleger, weil die als ausfallsicher gelten), dann hält man lieber solche mit einem Zinscoupon. Wer 0-Zinspapiere im Depot hat, tut gut daran, diese zu verkaufen und eine andere Staatsanleihe mit Zinscoupon zu erwerben. Das macht solange Sinn, wie der gewonnene Zins die Kursdifferenz übersteigt. Angenommen man kann eine 0-Zinsanleihe für 100 Euro Nennwert für 98 Euro am Markt verkaufen und für die 98 Euro in ein Papier investieren, dass 3 % Zins bringt, dann hat man eine Auszahlung von 101 Euro statt vorher 100 Euro.
3) Liquiditätsprobleme: Punkte 1 + 2 sind eher Kleinigkeiten. Alte Anleihen können im Kurs fallen, wie sie wollen. Solange der Emittent nicht insolvent geht, steht am Fälligkeitsdatum der Nennwert wieder in den Büchern. Probleme kriegen nur die, die bei fallenden Kursen verkaufen müssen, weil sie Verbindlichkeiten bedienen müssen. Das sind typischerweise Banken, die die Einlagen ihrer Kunden 10-fach wieder ausgeben. Hier kommt es schnell zu einer Abwärtsspirale. Einer muss verkaufen, dass drückt die Kurse der Papiere, die keiner mehr haben möchte. Dadurch löst sich die nächste Bilanz auf und es muss noch mehr verkauft werden.