Geschlecht und Verdienst/Prämien im Sport

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von IsorokuYamamoto » Do 04.08.2022, 18:18

Elvis hat geschrieben:Oh Mann. :doh:
Wir haben ja Gott sei dank, sonst keine Sorgen.
Kann dem Sozen mal bitte einer erklären, dass man auch entsprechenden Umsatz bringen muss, wenn man mehr Geld will?
Wenn die ganzen Gleichstellungsfanatiker und Feministen Frauenfußball gucken würde, anstatt einfach nur mehr Geld für die Mädels zu fordern, würde sich das Problem der geringen Bezahlung von ganz alleine lösen.
Dann sollten die Damen aber auch vergleichbare Möglichkeiten erhalten um Umsätze zu erwirtschaften.
Selbst Spiele der Nationalmannschaft finden immer noch häufig nachmittags unter der Woche statt. Also dann, wenn viele potentielle Zuschauer noch am Arbeiten sind.
Das man so überhaupt keine Möglichkeit hat halbwegs vergleichbare Zuschauerzahlen wie die Männer zu erzielen dürfte selbst dem größten Alpha-Kevin klar sein.
Dass durchaus Interesse, zumindest an der Nationalmannschaft der Damen, besteht hat diese EM gezeigt als die Spiele erst am frühen oder späten Abend anfingen.
18 Millionen TV-Zuschauer beim Finale, 12,5 Millionen beim Halbfinale. Beim WM-Finale 2014 haben auch "nur" doppelt so viele eingeschaltet wie dieses Jahr. Und bei Qualifikationsspielen der Männer schalten im Schnitt nur halb so viele ein wie bei den letzten beiden Spielen der Damen. Zumindest die Prämien bei Internationalen Turniere könnte/sollte man sehr eng an die Zuschauerzahlen im TV anlegen.
Will heißen: Die Männer bekommen bis zu 400.000€ für 35 Millionen Zuschauer? Ok, dann sollten die Frauen 150.000-200.000€ für den Titel bekommen. Bei zukünftigen Turnieren wieder mit ~60.000€ zu agieren ist einfach nur unfair und sexistisch.

Wie das im Vereinsfußball genau aussehen soll, keine wirkliche Ahnung. Aber man könnte ja zum Beispiel zumindest die Topspiele auch mal außerhalb von Nischensendern wie "Sport"1 zeigen.
Ich würde mir eher Wolfsburg vs. Bayern der Damen auf ARD/ZDF anschauen als z.B. Augsburg vs. Bochum oder den "El Plastico" bei den Männern auf Sky.

von Cyrano » Do 04.08.2022, 17:07

Kardinalinfant hat geschrieben:Ihr werdet sogar geringere Kosten haben wegen Massenfertigung. Und nochmal: Na und? genau so funktioniert das Wirtschaftsleben. Angebot und Nachfrage. Wir können daran nichts Schlechtes entdecken. Das ist für Uns weder bei irgendwelchen produzierenden Betrieben, noch bei Fernsehsendern, noch bei dem von diesen für die Rechte bezahlten DFB auch nur im Ansatz anrüchig.

Wir können erst im zweiten Schritt dann nachvollziehen, wenn der werte Montesquieu sagt: Verband, gemeinnützig, daher auch implizit der Gleichberechtigung verpflichtet und für ihn bedeutet das dann in der Folge auch gleich Prämien. An der Stelle (nicht an Eurer) kann man das Problem verorten und so beantworten, wie es der werte Montesquieu tut oder aber eben so, wie Wir (und auch andere) es tun und sagen, dass das aus den (in diesem Thread bereits angeführten Gründen) nicht zwingend so gehandhabt werden muss.
Wir befürchten, in diesem Punkt werden wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner mit euch kommen, da aus unserer Sicht hinter einem Preis (in diesem Fall dem Geld, das die Sender für die Quote bekommen) auch eine angemessene Leistung stehen müsste. Außerdem ist die Leistung, die die Sportlerinnen und Sportler erbringen, nicht unbedingt abhängig von der Zuschauerzahl (sonst würde die Männer-Bundesliga ja 100 mal bis 1000 mal so gut sein wie die Frauen-Bundesliga). Aber wir akzeptieren natürlich, dass man das (so wie ihr) auch anders sehen kann.

von Kardinalinfant » Do 04.08.2022, 16:36

Cyrano hat geschrieben:Unser Problem damit ist, dass die Einnahmen der Sender von den Zuschauerzahlen abhängen, nicht von den Kosten, die die Sender für die Übertragung haben. Personal und Infrastuktur sind wie gesagt ohnehin vorhanden und müssen bezahlt werden, unabhängig von der Zuschauerzahl.
Aus unserer Sicht ist das etwa so, alswürden wir einen Gegenstand verkaufen, von dem wir ohne nennenswerten Aufwand oder Kosten beliebig viele Exemplare herstellen können, und der Preis für die Kunden würde drastisch steigen, wenn die Nachfrage steigt, obwohl wir quasi keine zusätzlichen Kosten haben.
Ihr werdet sogar geringere Kosten haben wegen Massenfertigung. Und nochmal: Na und? genau so funktioniert das Wirtschaftsleben. Angebot und Nachfrage. Wir können daran nichts Schlechtes entdecken. Das ist für Uns weder bei irgendwelchen produzierenden Betrieben, noch bei Fernsehsendern, noch bei dem von diesen für die Rechte bezahlten DFB auch nur im Ansatz anrüchig.

Wir können erst im zweiten Schritt dann nachvollziehen, wenn der werte Montesquieu sagt: Verband, gemeinnützig, daher auch implizit der Gleichberechtigung verpflichtet und für ihn bedeutet das dann in der Folge auch gleich Prämien. An der Stelle (nicht an Eurer) kann man das Problem verorten und so beantworten, wie es der werte Montesquieu tut oder aber eben so, wie Wir (und auch andere) es tun und sagen, dass das aus den (in diesem Thread bereits angeführten Gründen) nicht zwingend so gehandhabt werden muss.

von Montesquieu » Do 04.08.2022, 15:45

Kardinalinfant hat geschrieben:Aber sie haben höhere Einnahmen!? Wir verstehen Euer Problem da nicht so ganz? Gewinn = Einnahmen - Kosten und wenn K1 = K2, dann ist G1 eben >G2, wenn E1>E2. Das ist doch legitim. Da die öffentlich rechtlichen da auch in Konkurrenz zu den Privaten stehen (RTL überträgt ja mittlerweile auch teilweise die Nationalmannschaft), können auch die sich nicht ganz davon freimachen.
Sagen wir es so:

Eure Ansichtsweise ist verständlich und auch nachvollziehbar.

Ich möchte hier nur unterstreichen, dass aus den Aufgaben und den Zielen eines Sportverbands heraus auch die andere Seite mit egalitären Gehältern legitim und hinreichend erklärt und begründet werden kann.

Und auch Olafs Einflussnahme ist im Spannungsfeld Sport, Politik und Sportpolitik eben keinen Giga-Aufreger wert.

Einen Mega-Aufreger schon, da er tatsächlich etwas besseres gerade zu tun hat, z. B. Marder an die Ukraine schicken. (Und wir haben in Deutschland ja ständig solche Zwitter Firmen und Verbände. Siehe auch Rüstungs- oder Energie-Industrie. Da regt sich ja keiner über Machtwörter auf, um die Unabhängigkeit von Vattenfall zu schützen. :D )

von Cyrano » Do 04.08.2022, 15:34

Unser Problem damit ist, dass die Einnahmen der Sender von den Zuschauerzahlen abhängen, nicht von den Kosten, die die Sender für die Übertragung haben. Personal und Infrastuktur sind wie gesagt ohnehin vorhanden und müssen bezahlt werden, unabhängig von der Zuschauerzahl.
Aus unserer Sicht ist das etwa so, alswürden wir einen Gegenstand verkaufen, von dem wir ohne nennenswerten Aufwand oder Kosten beliebig viele Exemplare herstellen können, und der Preis für die Kunden würde drastisch steigen, wenn die Nachfrage steigt, obwohl wir quasi keine zusätzlichen Kosten haben.

von Witold Pilecki » Do 04.08.2022, 15:30

Ioelet hat geschrieben:Naja. Der DFB fördert ja auch Amateursport oder Jugendsport (tut er doch, oder - werte Fußballfans?) - vielleicht auch Behindertensport(?). Da kann man auch sagen "Pah, die sind doch viel schlechter als die Profis von den Bayern!", aber wenns um bestmögliche Förderung geht sind marktwirtschaftliche Prinzipien halt vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

(Witold widerspricht in 3... 2... 1... ;) )
Im Gegenteil, finden wir eine Förderung der Breite des Sports richtig und wichtig und der DFB darf gern die Profis schröpfen, um den Frauen eine Karriere im Fußball zu ermöglichen oder für die Behinderten, die Jugend, die Migranten. Fies wird es für uns erst dadurch, dass der Bundeskanzler dort aufschlägt und sich dafür einsetzt. Das ist nicht seine Aufgabe, ihn gehen die Gehälter nichts an und er darf nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Dem Staat kommt als Hüter der Gleichberechtigung eine andere Rolle zu als einem Verein, der vorrangig einen Sport fördern möchte.

E: entspricht ja ziemlich dem 2. Teil eures Beitrags. :D

von Kardinalinfant » Do 04.08.2022, 15:25

Cyrano hat geschrieben:Mit dem Begriff "erwirtschaften" haben wir hier ein Problem:
Warum sind die Prämien höher? U.a. weil TV-Sender bein Männer-Turnieren mehr für die Übertragungsrechte zahlen als bei Frauen-Turnieren.
Warum zahlen die Sender mehr? Weil sie auch mehr Geld bekommen.
Warum bekommen sie mehr? Weil mehr Menschen zuschauen.
Die Sender haben durch die höhere Zahl an Zuschauer aber keine oder höchstens geringügig höhere Kosten (anders als die Vereine bzw. Verbände bei Zuschauern im Stadion), das Personal und die Infrastruktur für die Übertragung kosten nicht mehr, wenn 10 Mio. Menschen anstatt 10.000 zuschauen.
Aber sie haben höhere Einnahmen!? Wir verstehen Euer Problem da nicht so ganz? Gewinn = Einnahmen - Kosten und wenn K1 = K2, dann ist G1 eben >G2, wenn E1>E2. Das ist doch legitim. Da die öffentlich rechtlichen da auch in Konkurrenz zu den Privaten stehen (RTL überträgt ja mittlerweile auch teilweise die Nationalmannschaft), können auch die sich nicht ganz davon freimachen.

von Cyrano » Do 04.08.2022, 15:15

Elvis hat geschrieben:Und deswegen müssten die Gehälter nicht bei den Männern verdient werden?
Darum geht es doch. Die Frauen erwirtschaften einfach nicht vergleichbare Gehälter. Gewinnabsicht hin oder her.
Man mag es natürlich fördern wollen wie eine Kunstausstellung oder Theaterhäuser.
Aber ich hätte dafür wenig Verständnis. Fußball ist krin vom Aussterben bedrohtes Kulturgut.
Der DFB kann es entscheiden wie er will. Aber die Politik hat in dieser Entscheidung rein gar nichts drin verloren.
Mit dem Begriff "erwirtschaften" haben wir hier ein Problem:
Warum sind die Prämien höher? U.a. weil TV-Sender bein Männer-Turnieren mehr für die Übertragungsrechte zahlen als bei Frauen-Turnieren.
Warum zahlen die Sender mehr? Weil sie auch mehr Geld bekommen.
Warum bekommen sie mehr? Weil mehr Menschen zuschauen.
Die Sender haben durch die höhere Zahl an Zuschauer aber keine oder höchstens geringügig höhere Kosten (anders als die Vereine bzw. Verbände bei Zuschauern im Stadion), das Personal und die Infrastruktur für die Übertragung kosten nicht mehr, wenn 10 Mio. Menschen anstatt 10.000 zuschauen.

von Ioelet » Do 04.08.2022, 15:05

Kardinalinfant hat geschrieben:Wir wollen jetzt nicht "oh, der arme Fußballprofi" anstimmen,
Schade - es wäre (ohne Ironie) mal wohltuend gewesen, wenn politische Empathie nicht immer nur(!) in Richtung der "Schwächeren" kommuniziert würde. Den Advocatus Diaboli, der drauf hinweist, dass man die Interessen der "Stärkeren" auch nicht einfach immer wegbügeln sollte, spielen wir viel zu oft alleine.

Denn ja: Natürlich jammert ein Fußballprofi, der sich mit Anfang 20 und 3 Mio. auf dem Konto zur Ruhe setzen muss auf hohem Niveau - aber nichtsdetotrotz aus unserer Sicht absolut verständlich. Wenn man da jedesmal den "aber der ist reich"-Disclaimer ranpacken muss, dann sollten wir sowieso allesamt mit unseren First World Problems die Klappe halten.

von Ioelet » Do 04.08.2022, 14:59

Elvis hat geschrieben:Und deswegen müssten die Gehälter nicht bei den Männern verdient werden?
Darum geht es doch. Die Frauen erwirtschaften einfach nicht vergleichbare Gehälter. Gewinnabsicht hin oder her.
Man mag es natürlich fördern wollen wie eine Kunstausstellung oder Theaterhäuser.
Aber ich hätte dafür wenig Verständnis. Fußball ist krin vom Aussterben bedrohtes Kulturgut.
Der DFB kann es entscheiden wie er will. Aber die Politik hat in dieser Entscheidung rein gar nichts drin verloren.
Naja. Der DFB fördert ja auch Amateursport oder Jugendsport (tut er doch, oder - werte Fußballfans?) - vielleicht auch Behindertensport(?). Da kann man auch sagen "Pah, die sind doch viel schlechter als die Profis von den Bayern!", aber wenns um bestmögliche Förderung geht sind marktwirtschaftliche Prinzipien halt vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

(Witold widerspricht in 3... 2... 1... ;) )

Also, ja: Wir sind ja auch so fies, dass wir sagen würden "Warum verdienen die Damen weniger?" "Weils quälend langsamer Amateursport ist, den abgesehen von Verwandten, Freunden und ein paar feministischer Idealisten und ein paar Dödeln, die alles gucken wo 'Schlaaaaaand gewinnt Titel' draufsteht, keiner anschaut."

Aber bei einem Verband kann man da durchaus trotzdem eine Diskussion aufmachen. Dessen Zeil ist ja nicht primär die Geldmacherei (ja, wir hören das schallende Lachen im Hintergund schon), sondern die Förderung des Sportes. Und der Sport wird schon irgendwie besser gefördert, wenn mehr Leute mitmachen und das kann man u.a. damit verbessern indem man Spitzenanreize setzt. Ob das der beste Ansatz ist - wir denken nicht.

von Kardinalinfant » Do 04.08.2022, 14:58

Montesquieu hat geschrieben:Und wieder ein großes Jein. Ihr seht das alles zu sehr unter wirtschaftlichen Aspekten.

Die Verbandsstruktur in Deutschland ist sehr politisch und es gibt immer eine gegenseitige Beeinflussung.

Präsidenten und Geschäftsführer in Deutschland sind bspw. immer Politiker (mit Sportlern auf den Ebenen darunter) in Amerika bspw. immer Manager.

Das macht den DFB natürlich zum Entscheider über Wohl und Wehe und Gehälter, aber der DFB hat auch einen sportlichen, gesellschaftlichen und auch ethischen Auftrag, den er sich auch selbst gegeben hat.

Gerne hier einmal auf in der Seite des DFBs bei den Satzungen und insbesondere dem Ethik-Kodex: https://www.dfb.de/verbandsservice/verb ... ordnungen/

Und auf der anderen Seite geht ein Verband IMMER eine Allianz mit der öffentlichen Seite ein, das geht bei der Pflege des Rasenplatz in der Gemeinde oder dem Terminplan in der Schule los und gipfelt in der Organisation der Weltmeisterschaft und/oder Olympischer Spiele, die eine riesige Aufgabe für jede Gesellschaft sind.

Das macht Scholz nicht zum Chef des DFB, aber natürlich kann ein Kanzler auch eine politische Agenda bzw. ein gesellschaftliches Anliegen an einen Sportverband herantragen. Darüber entscheiden wird aber nun einmal der DFB und ich denke, nicht einmal positiv aus mehreren Gründen.

Aber wenn er es macht, ist es aus der "unwirtschaftlichkeit" des Ziels (Sport), verbunden mit dem immer zelebrierten öffentlichen Sinn der Sportverbände vollkommen legitim, wenn Frauen genau so viel Geld wie Männer bekommen, auch wenn die Männerseite mehr erwirtschaftet.
Zunächst: Ja, die öffentliche Hand hilft dem Sport. Das ist, was Wir weiter ausgeführt haben: Gemeinde fördert den Rasenplatz und damit den Breitensport. Damit ist für Uns die Verpflichtung der Vereine (und Verbände) verbunden, dass auch die Mädchen- und Frauenmannschaften auf dem Rasenplatz trainieren dürfen und nicht nur die Herrenmannschaft, während die Frauen auf den Hartplatz ausweichen müssen (leider ist das wohl te8ilweise immer noch so und das geht einfach nicht).

Aber die Prämien für die Spitzenspieler (Nationalelf) sind eine ganz andere Nummer. Da geht es nicht mehr um die Sportförderung als solche. Diese Beträge müssen erstens erwirtschaftet werden und - um mal eine weitere Facette in die Diskussion zu bringen - ihnen steht ein Aufwand und vor allem ein Risiko der Spieler gegenüber. Verletzt sich ein Spieler während eines Einsatzes für die Nationalelf schwer, sind damit für ihn erhebliche Auswirkungen verbunden. Er wird in aller Regel gegen die Sportinvalidität versichert sein, er fällt nicht ins Nichts, dennoch, können (zumindest bei einem hypothetisch gedachten Optimalverlauf der Karriere) damit erhebliche finanzielle Verluste verbunden sein von ideellen Werten ganz zu schweigen (wenn einem 23-jährigen der weitere Karriereverlauf versaut wird, auf den er nach dem bislang erreichten vertrauen konnte). Ja, einer Frau würde das auch versaut, es ist aber wohl etwas anderes, von einem extrem prominenten Männer-Fußball-Job ins Nichts zu stürtzen, als von einem allenfalls regional prominenten Frauenfußball-Job. Wir wollen jetzt nicht "oh, der arme Fußballprofi" anstimmen, aber zumindest mal ins Gespräch bringen, warum da eine unterschiedliche Behandlung neben dem Erzielen der Einkünfte noch gerechtfertigt sein könnte.

von Montesquieu » Do 04.08.2022, 14:49

Elvis hat geschrieben:Und deswegen müssten die Gehälter nicht bei den Männern verdient werden?
Darum geht es doch. Die Frauen erwirtschaften einfach nicht vergleichbare Gehälter. Gewinnabsicht hin oder her.
Man mag es natürlich fördern wollen wie eine Kunstausstellung oder Theaterhäuser.
Aber ich hätte dafür wenig Verständnis. Fußball ist krin vom Aussterben bedrohtes Kulturgut.
Der DFB kann es entscheiden wie er will. Aber die Politik hat in dieser Entscheidung rein gar nichts drin verloren.
Und wieder ein großes Jein. Ihr seht das alles zu sehr unter wirtschaftlichen Aspekten.

Die Verbandsstruktur in Deutschland ist sehr politisch und es gibt immer eine gegenseitige Beeinflussung.

Präsidenten und Geschäftsführer in Deutschland sind bspw. immer Politiker (mit Sportlern auf den Ebenen darunter) in Amerika bspw. immer Manager.

Das macht den DFB natürlich zum Entscheider über Wohl und Wehe und Gehälter, aber der DFB hat auch einen sportlichen, gesellschaftlichen und auch ethischen Auftrag, den er sich auch selbst gegeben hat.

Gerne hier einmal auf der Seite des DFBs bei den Satzungen und insbesondere im Ethik-Kodex schmökern: https://www.dfb.de/verbandsservice/verb ... ordnungen/

Und auf der anderen Seite geht ein Verband IMMER eine Allianz mit der öffentlichen Seite ein, das geht bei der Pflege des Rasenplatz in der Gemeinde oder dem Terminplan in der Schule los und gipfelt in der Organisation der Weltmeisterschaft und/oder Olympischer Spiele, die eine riesige Aufgabe für jede Gesellschaft sind.

Das macht Scholz nicht zum Chef des DFB, aber natürlich kann ein Kanzler auch eine politische Agenda bzw. ein gesellschaftliches Anliegen an einen Sportverband herantragen. Darüber entscheiden wird aber nun einmal der DFB und ich denke, nicht einmal positiv aus mehreren Gründen.

Aber wenn er es macht, ist es aus der "unwirtschaftlichkeit" des Ziels (Sport), verbunden mit dem immer zelebrierten öffentlichen Sinn der Sportverbände vollkommen legitim, wenn Frauen genau so viel Geld wie Männer bekommen, auch wenn die Männerseite mehr erwirtschaftet.

von Elvis » Do 04.08.2022, 14:21

Und deswegen müssten die Gehälter nicht bei den Männern verdient werden?
Darum geht es doch. Die Frauen erwirtschaften einfach nicht vergleichbare Gehälter. Gewinnabsicht hin oder her.
Man mag es natürlich fördern wollen wie eine Kunstausstellung oder Theaterhäuser.
Aber ich hätte dafür wenig Verständnis. Fußball ist krin vom Aussterben bedrohtes Kulturgut.
Der DFB kann es entscheiden wie er will. Aber die Politik hat in dieser Entscheidung rein gar nichts drin verloren.

von Montesquieu » Do 04.08.2022, 13:15

Elvis hat geschrieben:Der DFB finanziert sich durch Werbeeinnahmen und Mitgliedsbeiträge der Vereine.
Frauenfußball bringt da entsprechend weniger ein.
Am Ende des Tages ist der DFB durchaus eine Firma.
Nein, sind sie nicht.

Verbände - wie Vereine - dürfen keinen Gewinn erwirtschaften.

Es gibt allerdings noch sogenannte Marketinggesellschaften, die dann im Falle des DFBs bspw. die Vermarktung der dritten Liga übernehmen. (Und alle wirtschaftlichen Aktivitäten, so darf der DFB direkt auch keine Bücher verkaufen, mit dem Zweck, damit Geld zu erwirtschaften).

Diese haben aber Sonderpflichten, dass z. B. alle Gewinne direkt dem Verband zulaufen, der dann wieder direkt investieren muss.

Ich sage nicht, dass hier nicht auch nach marktwirtschaftlichen Maßgaben gehandelt wird (ich habe es ja selbst erlebt), aber es ist ein ganz anderes Spiel, als in einer "normalen" Firma.

In dem Sinne sollte aber alles Geld dem Wohle des Sports zulaufen, wie auch immer dieser aussieht. Und da sind wir wieder an dem Punkt das hier drunter auch eine gleiche Bezahlung der Nationalmannschaften fallen kann.

von Elvis » Do 04.08.2022, 13:02

Montesquieu hat geschrieben:Welches Einkommen bringt denn die Fuballnationalmannschaft?

Fernsehgelder und Merchandise? Bringen die Spiele Geld?

Oder bezahlt da der DFB drauf?

Wenn Letzteres: Joa, bei den Nationalmannschaften wäre equal pay ok, bei Vereinen ist es natürlich Schwachsinn.

BTW: Verband ist halt was anderes, als eine Firma. Da sollte man anders an die Sache rangehen als mit kapitalistischen Überbasisgrundzügen.
Der DFB finanziert sich durch Werbeeinnahmen und Mitgliedsbeiträge der Vereine.
Frauenfußball bringt da entsprechend weniger ein.
Am Ende des Tages ist der DFB durchaus eine Firma.

von Montesquieu » Do 04.08.2022, 13:01

Witold Pilecki hat geschrieben:In 6535? Das war ein Bezug zur Nationalmannschaft mit dem Beispiel aus dem von Ajax verlinkten Artikel. Da ging es um männliche Spieler des FC Teltow, die die Spitzendamen aus Potsdam geschlagen haben. Dabei ging es uns darum, dass auch die Leistung dieser Männer anerkannt und gratifiziert werden müsste, wenn sie doch ihrer selbst Willen als wertvoll einzustufen ist (wie bei den Nationalfrauen halt auch in der Diskussion stehend). Macht man das nicht, kriegen die Frauen halt Geld, einfach weil sie Frauen sind. Das ist unserer Meinung nach sexistisch und aus der Zeit und der Verfassung (womit wir wieder beim Bundeskanzler wären) gefallen.
Ja, dann aber wieder nicht die immanente Grundlage des Sports verstanden, wie ich es dargelegt habe:

Komplett gleich in aller Unterschiedlichkeit.

Oder anders: Es geht nicht um die blanke Leistung.

Die Männer können ja Nationalspieler werden und werden dann wie Nationalspieler bezahlt.

Die Frauen sind Nationalspielerinnen und werden wie Nationalspielerinnen bezahlt.

Sport ist Sport - Die Trennlinie ist das Geschlecht. So ist es und das ist gar nicht aus der Zeit gefallen.

von Witold Pilecki » Do 04.08.2022, 12:50

Montesquieu hat geschrieben:Ihr habt oben als Beispiel einen Verein genannt ...
In 6535? Das war ein Bezug zur Nationalmannschaft mit dem Beispiel aus dem von Ajax verlinkten Artikel. Da ging es um männliche Spieler des FC Teltow, die die Spitzendamen aus Potsdam geschlagen haben. Dabei ging es uns darum, dass auch die Leistung dieser Männer anerkannt und gratifiziert werden müsste, wenn sie doch ihrer selbst Willen als wertvoll einzustufen ist (wie bei den Nationalfrauen halt auch in der Diskussion stehend). Macht man das nicht, kriegen die Frauen halt Geld, einfach weil sie Frauen sind. Das ist unserer Meinung nach sexistisch und aus der Zeit und der Verfassung (womit wir wieder beim Bundeskanzler wären) gefallen.

von Montesquieu » Do 04.08.2022, 12:39

Witold Pilecki hat geschrieben:Nein sagen wir nicht, wir sehen nur weder die Notwendigkeit, noch die Angemessenheit einer Intervention des Bundeskanzlers (!) bei den Gehaltsbedingungen von Spitzensportlern. Gleichberechtigung ist uns wichtig, Gleichstellung ist das Gegenteil davon. Deshalb stößt uns das sauer auf, zumal der Kanzler wohl wichtigere Dinge zu tun hat, z. B. sich an Gesprächsinhalte mit der Warburg Bank zu erinnern.
Mit Vereinen hat das wenig zu tun, wir reden auch gar nicht über Vereine, sondern die Nationalmannschaft.
Ihr habt oben als Beispiel einen Verein genannt ...

Über Sinn und Zweck einer Intervention des Kanzlers lässt sich sicherlich streiten. Das wirkt 100 Mal nach PR nicht nach Sinn. Trotz allem bin ich, wie weiter oben der Meinung, dass auf Verbands- und Sportebene gerade Gleichstellung angemessen ist.

Das ist auch eigentlich immer das ungeschriebene und teilweise geschriebene Gesetz des Sports:

Männer laufen schneller, springen und werfen weiter, sind kräftiger, aber der Sinn und die Leistung IST immer gleichwertig. Das haben sich die Verbände auf die Fahnen geschrieben und sollten auch danach handeln. Deswegen halte ich eine Anpassung der Prämien für richtig und wichtig.

von dooya » Do 04.08.2022, 12:38

Witold Pilecki hat geschrieben:[...]Google eins, zwei drei: These cognitive attributes are different in males and females. Generally, females show advantages in verbal fluency, perceptual speed, accuracy and fine motor skills, while males outperform females in spatial, working memory and mathematical abilities.
[...]
Offtopic:
"Google eins, zwei drei" ist mit Vorsicht zu genießen. Euer Zitat wird im Paper mit zwei Quellen belegt und in keiner der beiden geht es inhaltlich um die Aussagen im Zitat (Sherwin 2003 behandelt die Beziehung zwischen Östrogenzyklus und kognitiven Funktionen und macht keine Geschlechtervergleiche und Zaidi 2010 ist zwar ein Geschlechtervergleich, aber eine anatomische Studie). Widerlegt die Aussage nicht, ist aber kein guter Beleg.

Gibt aber einen recht ausführlichen Wikipedia Artikel zum Thema: Sex differences in cognition

von Witold Pilecki » Do 04.08.2022, 12:32

Montesquieu hat geschrieben:Und ihr sagt also: Frauenligen abschaffen, wenn es Quoten gibt?

Und was das mit Vereinen zu tun? :???:
Nein sagen wir nicht, wir sehen nur weder die Notwendigkeit, noch die Angemessenheit einer Intervention des Bundeskanzlers (!) bei den Gehaltsbedingungen von Spitzensportlern. Gleichberechtigung ist uns wichtig, Gleichstellung ist das Gegenteil davon. Deshalb stößt uns das sauer auf, zumal der Kanzler wohl wichtigere Dinge zu tun hat, z. B. sich an Gesprächsinhalte mit der Warburg Bank zu erinnern.
Mit Vereinen hat das wenig zu tun, wir reden auch gar nicht über Vereine, sondern die Nationalmannschaft.

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