von Kardinalinfant » Do 04.08.2022, 14:58
Montesquieu hat geschrieben:Und wieder ein großes Jein. Ihr seht das alles zu sehr unter wirtschaftlichen Aspekten.
Die Verbandsstruktur in Deutschland ist sehr politisch und es gibt immer eine gegenseitige Beeinflussung.
Präsidenten und Geschäftsführer in Deutschland sind bspw. immer Politiker (mit Sportlern auf den Ebenen darunter) in Amerika bspw. immer Manager.
Das macht den DFB natürlich zum Entscheider über Wohl und Wehe und Gehälter, aber der DFB hat auch einen sportlichen, gesellschaftlichen und auch ethischen Auftrag, den er sich auch selbst gegeben hat.
Gerne hier einmal auf in der Seite des DFBs bei den Satzungen und insbesondere dem Ethik-Kodex:
https://www.dfb.de/verbandsservice/verb ... ordnungen/
Und auf der anderen Seite geht ein Verband IMMER eine Allianz mit der öffentlichen Seite ein, das geht bei der Pflege des Rasenplatz in der Gemeinde oder dem Terminplan in der Schule los und gipfelt in der Organisation der Weltmeisterschaft und/oder Olympischer Spiele, die eine riesige Aufgabe für jede Gesellschaft sind.
Das macht Scholz nicht zum Chef des DFB, aber natürlich kann ein Kanzler auch eine politische Agenda bzw. ein gesellschaftliches Anliegen an einen Sportverband herantragen. Darüber entscheiden wird aber nun einmal der DFB und ich denke, nicht einmal positiv aus mehreren Gründen.
Aber wenn er es macht, ist es aus der "unwirtschaftlichkeit" des Ziels (Sport), verbunden mit dem immer zelebrierten öffentlichen Sinn der Sportverbände vollkommen legitim, wenn Frauen genau so viel Geld wie Männer bekommen, auch wenn die Männerseite mehr erwirtschaftet.
Zunächst: Ja, die öffentliche Hand hilft dem Sport. Das ist, was Wir weiter ausgeführt haben: Gemeinde fördert den Rasenplatz und damit den Breitensport. Damit ist für Uns die Verpflichtung der Vereine (und Verbände) verbunden, dass auch die Mädchen- und Frauenmannschaften auf dem Rasenplatz trainieren dürfen und nicht nur die Herrenmannschaft, während die Frauen auf den Hartplatz ausweichen müssen (leider ist das wohl te8ilweise immer noch so und das geht einfach nicht).
Aber die Prämien für die Spitzenspieler (Nationalelf) sind eine ganz andere Nummer. Da geht es nicht mehr um die Sportförderung als solche. Diese Beträge müssen erstens erwirtschaftet werden und - um mal eine weitere Facette in die Diskussion zu bringen - ihnen steht ein Aufwand und vor allem ein Risiko der Spieler gegenüber. Verletzt sich ein Spieler während eines Einsatzes für die Nationalelf schwer, sind damit für ihn erhebliche Auswirkungen verbunden. Er wird in aller Regel gegen die Sportinvalidität versichert sein, er fällt nicht ins Nichts, dennoch, können (zumindest bei einem hypothetisch gedachten Optimalverlauf der Karriere) damit erhebliche finanzielle Verluste verbunden sein von ideellen Werten ganz zu schweigen (wenn einem 23-jährigen der weitere Karriereverlauf versaut wird, auf den er nach dem bislang erreichten vertrauen konnte). Ja, einer Frau würde das auch versaut, es ist aber wohl etwas anderes, von einem extrem prominenten Männer-Fußball-Job ins Nichts zu stürtzen, als von einem allenfalls regional prominenten Frauenfußball-Job. Wir wollen jetzt nicht "oh, der arme Fußballprofi" anstimmen, aber zumindest mal ins Gespräch bringen, warum da eine unterschiedliche Behandlung neben dem Erzielen der Einkünfte noch gerechtfertigt sein könnte.
[quote="Montesquieu"]Und wieder ein großes Jein. Ihr seht das alles zu sehr unter wirtschaftlichen Aspekten.
Die Verbandsstruktur in Deutschland ist sehr politisch und es gibt immer eine gegenseitige Beeinflussung.
Präsidenten und Geschäftsführer in Deutschland sind bspw. immer Politiker (mit Sportlern auf den Ebenen darunter) in Amerika bspw. immer Manager.
Das macht den DFB natürlich zum Entscheider über Wohl und Wehe und Gehälter, aber der DFB hat auch einen sportlichen, gesellschaftlichen und auch ethischen Auftrag, den er sich auch selbst gegeben hat.
Gerne hier einmal auf in der Seite des DFBs bei den Satzungen und insbesondere dem Ethik-Kodex: [url]https://www.dfb.de/verbandsservice/verbandsrecht/satzungen-und-ordnungen/[/url]
Und auf der anderen Seite geht ein Verband IMMER eine Allianz mit der öffentlichen Seite ein, das geht bei der Pflege des Rasenplatz in der Gemeinde oder dem Terminplan in der Schule los und gipfelt in der Organisation der Weltmeisterschaft und/oder Olympischer Spiele, die eine riesige Aufgabe für jede Gesellschaft sind.
Das macht Scholz nicht zum Chef des DFB, aber natürlich kann ein Kanzler auch eine politische Agenda bzw. ein gesellschaftliches Anliegen an einen Sportverband herantragen. Darüber entscheiden wird aber nun einmal der DFB und ich denke, nicht einmal positiv aus mehreren Gründen.
Aber wenn er es macht, ist es aus der "unwirtschaftlichkeit" des Ziels (Sport), verbunden mit dem immer zelebrierten öffentlichen Sinn der Sportverbände vollkommen legitim, wenn Frauen genau so viel Geld wie Männer bekommen, auch wenn die Männerseite mehr erwirtschaftet.[/quote]
Zunächst: Ja, die öffentliche Hand hilft dem Sport. Das ist, was Wir weiter ausgeführt haben: Gemeinde fördert den Rasenplatz und damit den Breitensport. Damit ist für Uns die Verpflichtung der Vereine (und Verbände) verbunden, dass auch die Mädchen- und Frauenmannschaften auf dem Rasenplatz trainieren dürfen und nicht nur die Herrenmannschaft, während die Frauen auf den Hartplatz ausweichen müssen (leider ist das wohl te8ilweise immer noch so und das geht einfach nicht).
Aber die Prämien für die Spitzenspieler (Nationalelf) sind eine ganz andere Nummer. Da geht es nicht mehr um die Sportförderung als solche. Diese Beträge müssen erstens erwirtschaftet werden und - um mal eine weitere Facette in die Diskussion zu bringen - ihnen steht ein Aufwand und vor allem ein Risiko der Spieler gegenüber. Verletzt sich ein Spieler während eines Einsatzes für die Nationalelf schwer, sind damit für ihn erhebliche Auswirkungen verbunden. Er wird in aller Regel gegen die Sportinvalidität versichert sein, er fällt nicht ins Nichts, dennoch, können (zumindest bei einem hypothetisch gedachten Optimalverlauf der Karriere) damit erhebliche finanzielle Verluste verbunden sein von ideellen Werten ganz zu schweigen (wenn einem 23-jährigen der weitere Karriereverlauf versaut wird, auf den er nach dem bislang erreichten vertrauen konnte). Ja, einer Frau würde das auch versaut, es ist aber wohl etwas anderes, von einem extrem prominenten Männer-Fußball-Job ins Nichts zu stürtzen, als von einem allenfalls regional prominenten Frauenfußball-Job. Wir wollen jetzt nicht "oh, der arme Fußballprofi" anstimmen, aber zumindest mal ins Gespräch bringen, warum da eine unterschiedliche Behandlung neben dem Erzielen der Einkünfte noch gerechtfertigt sein könnte.