Ukrainekrieg-Prognosen

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von Setsches » Sa 06.05.2023, 00:17

Neue Prognose => 1. Eroberung von Belgorod; 2. Südfront; 3. ...; 4. Profit :D

von TheBlackSwan » Do 04.05.2023, 12:05

Ajax hat geschrieben:Habe mir die Karte nochmal angeschaut. Ja, nordöstlich um Donezk herum Richtung Asovschen Meer hat was. Man umgeht dabei die frisch angelegten Panzersperren im Korridor zur Krim. Man führt dann aber dort einen Zweifrontenkrieg. Richtung Luhansk wohl eher passiv und Richtung Westen dann offensiv. Ob Kertschbrücke dann schnell zerstört werden kann, wird man sehen. Solange die Brücke steht, können die Orcs versorgt werden.
Finden wir sehr unwahrscheinlich. Das Gebiet ist dicht besiedelt und deswegen gut zu verteidigen, die Loyalität der dortigen Bevölkerung ist nicht so eindeutig und Russland könnte den Gegenstoß in die Flanke quasi direkt vom eigenen Territorium aus durchführen. Außerdem verlief die Frontlinienschon seit Jahren in dem Gebiet, d.h. auch die Russen sollten Befestigungen haben.

Störangriffe in dieser Richtung sind natürlich immer möglich, aber einen Hauptstoß mit dem Ziel, das Asow'sche Meer zu erreichen, finden wir an dieser Stelle quasi ausgeschlossen

von Ajax » Do 04.05.2023, 10:46

Habe mir die Karte nochmal angeschaut. Ja, nordöstlich um Donezk herum Richtung Asovschen Meer hat was. Man umgeht dabei die frisch angelegten Panzersperren im Korridor zur Krim. Man führt dann aber dort einen Zweifrontenkrieg. Richtung Luhansk wohl eher passiv und Richtung Westen dann offensiv. Ob Kertschbrücke dann schnell zerstört werden kann, wird man sehen. Solange die Brücke steht, können die Orcs versorgt werden.

von Ajax » Di 02.05.2023, 22:19

Ich denke auch, dass eine Offensive eher im Oblast Saporischschja stattfindet, als weiter östlich. Es wäre besser die Offensive führt durch ein Gebiet in dem eine eher ukrainsch freundliche Bevölkerung vorhanden ist. Damit könnte man den Landkorridor zur Krim abschneiden und braucht dann auch nicht so viel mehr an Kräften um die damit etwas längere Front dann auch zu halten. Im zweiten Schritt würde dann die Krimbrücke zerstört werden und damit die Besatzungstruppen auf der Krim in eine fast unhaltbare Position zu bringen. Aber auch Manstein brauchte damals dann noch viele Wochen um die Krim einzunehmen.

von Setsches » Di 02.05.2023, 21:34

Bild

Ich bin zuversichtlich, was gerade passiert bereits der Beginn der ukrainischen Offensive ist. Auch wenn die westlichen Panzer erst zu einem späteren Zeitpunkt rollen werden, die AFU betreibt aktuell diverse lokale Gegenstöße und formt (shaping) das Gefechtsfeld im Süden UND Osten. Auf der Krim und im Süden werden enorme Aktivitäten von Partisanen und Attacken gemeldet. Täglich gibt es div. Attacken auf die Infrastruktur (Tokmak als Knotenpunkt im Süden!).

Ich bin mir sicher, wir werden in den nächsten Tagen die ersten erfreulichen Meldungen bekommen. ;)

Was den Plan angeht mache ich mir keine Illusion. Es kommt eh anders als gedacht. Für Überraschungen sind die Ukrainer immer gut. Am Ende wird es ein Sichelschnitt nordöstlich um Donezk schwenkend bis runter zur Grenze und zum Asovschen Meer. Danach sind 2/3 der russischen Truppen abgeschnitten und müssen zur Krim zurück. Damit wäre der Käse gegessen. ;)

von Thomasius » Di 02.05.2023, 21:31

Wir geben keine Prognose ab, aber da der Kern der meisten erfolgreichen Offensiven in Kriegen immer ein Überraschungseffekt war, wehren wir uns instinktiv gegen jede Offensive die an für den Gegner erwartbaren Stellen ansetzt.
Wir würden einem Generalstab der uns mit so offensichtlichen Ideen kommt um andere Vorschläge bitten.
Des Weiteren weigern wir uns die Russen trotz aller Schwächen zu unterschätzen.

von [B@W] Abominus » Di 02.05.2023, 21:30

Ich erwarte nicht die großen Landgewinne, vermutlich wird es aber tatsächlich eine Stoßrichtung nach Mariupol.

von Witold Pilecki » Di 02.05.2023, 21:18

Machen wir mal mit: Hauptstoß sehen wir wie Monte - hier ist es langweilig. Also wir denken Tokmak und dann auf Melitopol / Berdiansk. Aber: Zweiter Stoß nördlich von Bakmut auf Lyssytschansk / Sjewerodonetsk und entweder diese nehmen oder Wagner bei Bakmut in den Rücken fallen - für irgendwas muss die Blutmühle und der innerrussische Konflikt ja gut sein. Wenn es läuft, kommt man nördlich an Donetsk ran.

Wann geht es los: 6. Juni.

von Montesquieu » Di 02.05.2023, 21:06

IsorokuYamamoto hat geschrieben:Also die größte Symbolik hätte der Beginn der Befreiung von Ostukraine/Krim ja am 8. Mai bzw am 6. Juni. :D
Schön wäre es, aber ich glaube einfach, dass die AFU einfach noch mehr Vorbereitungs- und Logistikzeit benötigt, um die Offensive vorzubereiten.

Auf der anderen Seite ist sie nicht unbedingt gezwungen, auf Teufel komm raus die Offensive herbeizudrücken.

Ich habe das Gefühl, dass sich eher Russland gerade in einer Psychohölle befindet: In Erwartung der Offensive, die eigene absolut verloren, noch immer große Verluste in Bachmut, die Risse in Militär und Wagner werden offensichtlicher, zwar kein imminenter Kollaps von Gesellschaft und Wirtschaft (noch), dafür aber auch Null wirklicher Nachschub aus den eigenen Fabriken oder Drittländern, der das Blatt noch wenden könnte + die Erkenntnis, dass auch eine zweite und dritte und vierte Mobilisierungswelle wohl kein Mehr an Erfolg bringen wird.

von IsorokuYamamoto » Di 02.05.2023, 20:54

Montesquieu hat geschrieben:Ich wage es Mal:

Richtiger Beginn der Frühjahrsoffensive Ende Mai.
Also die größte Symbolik hätte der Beginn der Befreiung von Ostukraine/Krim ja am 8. Mai bzw am 6. Juni. :D

von Montesquieu » Di 02.05.2023, 19:47

Ich wage es Mal:

Richtiger Beginn der Frühjahrsoffensive Ende Mai.

Hauptstoßrichtung: Mariupol.

Kleine Angriffe Richtung Melitopol und amphibische Kommandos über den Dniepr.

Panik der Russen, verlassen ihre Stellungen Richtung Krim.

von TheBlackSwan » Fr 06.01.2023, 14:56

Ein Stück weit schon, ja. Aber es wäre ja auch ein Sturz ohne diesen Umstand denkbar.

von Bigfish » Do 05.01.2023, 18:59

Putin: Wird auch in diesem Jahr nicht gestürzt, sofern er einigermaßen gesund bleibt.
Besteht da nicht ein Zusammenhang? So Henne-Ei-mäßig?

von TheBlackSwan » Mi 04.01.2023, 21:18

So langsam ist es Zeit, etwas Bilanz zu ziehen:

Frontverlauf: Die Russen sind tatsächlich bis knapp vor die Straße Lyman-Slaviansk vorgestoßen, wobei das die bislang letzten größeren russischen Geländegewinne waren. Anders als von uns erwartet war das aber keine Sache von Wochen, sondern von Monaten. Also hat das "was" gestimmt, aber nicht das "wie schnell".
Kherson wurde ebenfalls zurückerobert.

Langfristige Entwicklung von Front&Kräfteverhältnis: Die Prognose ist bislang teilweise eingetroffen-das Kräfteverhältnis hat sich zugunsten der Ukraine verschoben und sie hat einige Gebiete zurückerobert. Ob sich die Prognose voll bewahrheitet, wird sich zeigen.

Deutsche Hilfe:
Prognose eingetroffen, es wurden bislang sogar zwei Klassen schwerer Fahrzeuge (PzH2000, Gepard) geliefert.

Internationale Hilfe: Es wurden bis zum 10.06 keine Kampfjets geliefert, Prognose nicht eingetroffen.

Wirtschaftliche Auswirkungen: Wie prognostiziert ist Deutschland vom russischen Gas unabhängig geworden. SWIFT-Ausschlüsse wurden ebenfalls verschärft.

Russische Waffenexporte: Noch nicht abschließend zu sagen, aber wir haben an der Prognose eigentlich keinen Zweifel.

Russische Innenpolitik: Bis zum vollen jahr sind es noch zwei Monate, aber bislang wurde Putin nicht gestürzt.

Kriegsverbrechen: Es gab nach unserer Erinnerung noch keine sicheren Fälle von russischem Chemiewaffeneinsatz, ob das noch kommt wird man sehen.



Wir möchten mal weitere Prognosen wagen:

Frontverlauf: Bis zum 01.04 bleibt die Front weitgehend unverändert, wenn größere Ortschaften fallen, dann Kreminna oder Svatove. Im Verlauf des nächsten Sommers unterbricht die Ukraine die Landverbindung zur Krim.

Waffenhilfe: Es werden im Verlauf des nächsten Jahres westliche Kampfpanzer und/oder Schützenpanzer geliefert. Bonustipp: Bradley&Marder.

Putin: Wird auch in diesem Jahr nicht gestürzt, sofern er einigermaßen gesund bleibt.

von Sunabouzu » Sa 23.07.2022, 17:21

So viel zu Thema verhandlungen:



Vielleicht merkens ja Precht und co endlich das da nix zu verhandeln ist.

von Montesquieu » Sa 23.07.2022, 10:01

Zustimmung, werter Mantikor, aber mit einem Unterschied:

Die 15.000 - 40.000 Toten sind für die aktuelle russische Armee ein herber Verlust. 85% der russischen Armee stehen gerade komplett in der Ukraine. Das ist eine riesige Menge. Um hier auf dem Stand zu bleiben oder noch aufzurüsten, müsste Russland an ganz andere Menschenreserven gehen und das scheuen sie gerade immer noch arg.

Und macht nicht den Fehler, alles wieder mit dem 2. Weltkrieg in Beziehung zu setzen. Ganz andere Voraussetzungen, ganz anderer Krieg. Wie im Schwesterthread geschrieben hat Russland in den letzten 200 Jahren immer viel kleinere Kriege geführt und hat die meisten davon sogar verloren.

von Mantikor » Sa 23.07.2022, 09:37

Russland teilt ständig mit das es weitere Gebiete in Besitz nehmen möchte. Da gibt es momentan überhaupt nichts zu verhandeln. Putin will die Bedingungslose Kapitulation, alles andere kommt für ihn nicht in Frage. Wenn er vor hätte sich wieder aus Kherson und anderen Gebieten zurück zu ziehen würde er dort nicht die Bevölkerung zu Russen machen, den Rubel als Zahlungsmittel einführen, die Verwaltung ersetzen und das Gebiet an das russische Internet anbinden.

Die Ukraine hat gar keine andere Wahl als weiter zu kämpfen und die Kämpfe werden wohl wenn wir weiterhin so wenig liefern noch jahrelang weitergehen. Im 2. Weltkrieg hat die Sowjetunion 20 Mio verloren und den Krieg trotzdem gewonnen. Was sind da schon die 15 000 toten russischen Soldaten die der CIA vor kurzem geschätzt hat. Die sind, auch wenn Russland nicht mehr die Sowjetunion ist, immer noch gar nichts für ein Land wie Russland und Putin völlig egal.

Die einzige Möglichkeit den Krieg rasch zu beenden besteht darin der Ukraine so viele Waffen zu liefern das diese die Gebiete so schnell zurück erobert das die Russen regelrecht geschockt sind. Solange sie aber selbst auf dem Vormarsch sind oder die Ukraine nur geringe Erfolge erzielt wird es keinen Frieden geben, weil beide Länder so groß sind das sie sich locker hundert tausende von Toten leisten können.

von Ajax » Sa 23.07.2022, 00:20

Aus wirtschaftlicher Sicht, wäre die Überlassung des Donbass, der Krim und der Landbrücke zur Krim einschließlich Cherson in einer Friedensverhandlung, der absolute Supergau für die Ukraine. Damit würde die Ukraine ihr Ruhrgebiet verlieren, den Großteil der Agrarflächen/Nahrungsversorgung und den Zugang zum Schwarzen Meer mit allen unerschlossenen Gas- und Rohstoffvorkommen. Zur Zeit enspricht dies ja fast dem russisch besetztem Gebiet. Ich denke die Ukraine hat nichts mehr zu verlieren und muss daher weiter kämpfen. Ich denke in einer Verhandlungslösung kann Russland für Frieden nur die Krim behalten und eventuell bekommen die Gebiete des Donbasses einen teilautonomen Status unter ukrainischer Hoheit. Auf alles andere kann sich die Ukraine eigentlich nicht einlassen, ansonsten wäre sie als Staat nicht mehr lebensfähig.

von TheBlackSwan » Fr 22.07.2022, 23:42

Wir stehen weiterhin zu unseren Prognosen vom ersten Post. Nur bei der Rückeroberung sind wir einen Tick weniger optimistisch.
Was wir überschätzt haben, ist die Geschwindigkeit des Krieges. Sowohl der russische Vormarsch, als auch die ukrainischen Gegenoffensiven verlaufen mit WW1-Geschwindigkeit.
Ein Aspekt, der bisher in diesem Forum Unseres Wissens noch gar keine Erwähnung fand, ist die nachlassende Moral auf der ukrainischen Seite.
Wir finden die Lage dazu unklar und würden gerne mehr dazu erfahren. Habt ihr Links? Entlassungen von Regierungspersonal kann alle möglichen Gründe haben.

von H34DHUN73R » Fr 22.07.2022, 15:19

Scheinbar ist hier zwischenzeitlich ein wenig Realität eingekehrt - wie angenommen rücken die Russen langsam mit gewaltigem Artillerieeinsatz vor, vermutlich stark behindert durch die zerschossene Infrastruktur und mangelnde Nachschub-Transportmöglichkeiten über selbige hinweg.
Verzögert die Sache aber nur, da die Ukrainer nicht zu Gegenoffensiven in der Lage sind.
Das Tempo im Osten wird alleine von den Russen bestimmt, auch Ort und Zeitpunkt von Kämpfen.
Natürlich kommen die Russen nicht so schnell voran, wie sie es gerne hätten, aber sie kommen halt leider voran.

Apropos ukrainische Gegenoffensive: niente, außer großen Ankündigungen nix gewesen.
Nun will man 1 Mio Mann dafür bereit stellen - glauben Wir gerne, dummerweise brauchen die aber auch Waffen, vorzugsweise schwere und nein, ein paar HIMARS-Systeme und die lächerlichen 12 Pz.Haubitzen werden dafür nicht reichen.

Ein Rückzug der Ukrainischen Truppen bis Dnipro ist Unseres Erachtens noch nicht vom Tisch, man hat in Luhansk viel zu viel knappes Material in eine aussichtslose Verteidigung investiert, nun sind die Truppen in dem Raum schwer angeschlagen und ständig in der Gefahr überrannt zu werden.
Das Gerede über eine Gegenoffensive im Süden dient denn wohl auch eher dem Zweck, russische Truppen von der wackeligen Front im Osten abzuziehen.
Die beste Option für die Ukrainer wäre wohl ein starker Ausbau der Partisanen-Aktivitäten hinter der Front im Süden, die durchaus ziemlich löchrig sein dürfte.

Ein Aspekt, der bisher in diesem Forum Unseres Wissens noch gar keine Erwähnung fand, ist die nachlassende Moral auf der ukrainischen Seite.
Die Auftakt-Euphorie ist verschwunden, die bittere Realität der Verwüstungen und der steil steigenden Verluste wird die Risse in der Gesellschaft deutlich verbreitern.
Das dürfte bereits geschehen sein, wenn man sich die Säuberungswellen ansieht, die man in Verwaltung und Geheimdiensten fährt.

Eine z.Zt. immerhin denkbare Einigung in Fragen des Weizenexportes könnte ein erster Vorbote für neue diplomatische Sondierungen sein.
Auf beiden Seiten dürfte die Erkenntnis wachsen, dass der Krieg noch jahrelang unentschieden weiter gehen könnte, bei stetig wachsenden Verlusten und Verwüstungen auf beiden Seiten.

Eine diplomatische Lösung ist nur möglich, wenn beide Seiten sich keine hinreichenden Chancen mehr auf einen Sieg ausrechnen.
Sobald eine Seite glaubt, auf dem Schlachtfeld gewinnen zu können, hat die Diplomatie Pause.
Da ein vollständiger Sieg der Ukraine praktisch ausgeschlossen ist und ein vollständiger russischer Sieg sehr unwahrscheinlich, könnte man erwarten, dass man langsam anfängt, nach Lösungen zu suchen.
Aber da müssen wohl noch einige zehntausend Soldaten und Zivilisten sterben, bevor es endgültig so weit ist, da beide Seiten ja gegenwärtig durchaus noch weiter kämpfen können.

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