deltadagger hat geschrieben:@DoY:
Das Argument bzgl. Zusagen und Verträge hat ja schon der werte Bigfish gebracht....
Das ist kein Argument. Es ist seine Meinung und sie ist falsch.
Die Budgethoheit liegt verfassungsmäßig beim Parlament und zwar für jedes Jahr, noch nichtmal für eine komplette Legislaturperiode. Das kann man nicht einfach mit Staatsräson vom Tisch fegen. Eine Regierung kann schlicht keine Zusagen geben von denen sie vorher genau weiß, dass sie Rückendeckung des Parlaments braucht. Eine solche Zusage ist unwirksam, weil auch die Partner informiert genug sind um zu wissen, wer hier was darf und was nicht.
Aber dass gerade Ihr Euch dieser falschen Logik anschließt, verwundert Uns sehr.
An anderer Stelle, bei einem anderen Land, einer anderen Regierung unter einem anderen Präsidenten der wahlweise durch Betrug, Manipulation oder ein verkorkstes Wahlsystem an die Macht gekommen sein soll, seid Ihr heilfroh über jedes Fünkchen Checks & Balances die diesen Präsidenten in seinem "Amoklauf" einbremsen. Wenn ihm das Parlament die Mittel für seine Mauer streicht, wird hier gejubelt und die funktionierende Demokratie gepriesen. Zu Recht!
Aber warum nicht in diesem Fall hier?
Wir halten es ja sehr mit dem Kategorischen Imperativ von Kant. Handelnde Personen interessieren Uns nur sekundär. Die Regeln, die für Trump gelten sollen, sollen gefälligst auch für andere (auch unsere) Regierung gelten. Und damit meinen Wir ausdrücklich nicht nur die derzeitige.
Stellt Euch für nur mal vor, es gäbe bei uns eine Bundesregierung Höcke. Auszuschließen ist sowas bei derzeitiger Stimmungslage im Land ja nun nicht.
Wollt Ihr wirklich, dass aufgrund von aussenpolitischer Staatsräson die Parlamentsvorbehalte nicht greifen sollen, wenn der z. B. mit den Visegrad-Staaten eine supranationale Vereinbarung über den Aufbau einer Anti-Flüchtlings-Miliz auf dem Balkan schließt?