Certain Fury - ein Cold Waters AAR
3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See - Fortsetzung
"Maschine äußerste Kraft voraus ! Tauchen Tauchen Tauchen ! Täuschkörper klarmachen !", schnarrte Commander H34D CR45H automatisch.
Im engen Kontrollraum der
Norfolk brach hektische Betriebsamkeit aus, als sich die Crew auf einen weiteren Überlebenskampf mit einem feindlichen Torpedo einstellte.
Kommandos und Bestätigungen übertönten sich gegenseitig, während sich die Norfolk mit maximalem Anstellwinkel auf den Weg in die Tiefe machte.
Indessen fluchte H34D lautlos vor sich hin.
Der Torpedo stammte zweifellos von dem russischen ASW-Hubschrauber, der der
Norfolk immer noch nachstellte.
"Sonar an Brücke: wir kavitieren !"
Eigentlich hätte man bei kleiner Fahrt das Eintauch-Geräusch des Heli-Sonars hören sollen, aber im Krieg ging nun einmal nicht alles glatt.
Vielleicht hatte der Pilot ja auch das Periskop der
Norfolk entdeckt und seinen Torpedo ohne lange Präliminarien einfach auf Sicht abgeworfen.
Immerhin müsste er damit leergeschossen sein, da der erste Torpedo ja auch von ihm stammen musste.
Es sei denn, natürlich, dass sich da oben doch zwei Helis tummelten, was immerhin denkbar schien.
Eigentlich müsste der momentane Störenfried von der
Kanin stammen, aber die
Kara konnte vor ihrem Ende vielleicht auch noch ihren U-Killer in die Luft gebracht haben.
Unwahrscheinlich, aber möglich.
Am Ende pflegten sich im Krieg die kleinen Risiken zu summieren und sich irgendwann zu einem realen und finalen Fall von Pech auszuwachsen.
"Was macht das Scheißding, Jonessy ?", fragte der
Commander in der Sonar-Abteilung nach, sich mit der linken am Kartentisch abstützend.
"Torpedo sucht auf Periskop-Tiefe, Skipper ! Läuft auf einer Backbord-Kreisbahn, hat uns bisher nicht eingepeilt. Entfernung etwa 300 Yards !"
Verdammt nah, dachte
CR45H verdrossen, aber so war das nun einmal bei luftgestützten Torpedos.
Die pflegten stets im Nahbereich herunterzukommen, dann galt es, die Beine in die Hand zu nehmen.
Vielleicht schaffte es die
Norfolk auf ihrem steilen Weg nach unten ja rechtzeitig aus dem vertikalen Erfassungbereich...
"Boot passiert 100 Fuß", meldete der XO.
"Täuschkörper raus !", befahl er CR45H in Ermangelung anderer Optionen.
Womöglich konnte er seinem Boot damit noch ein paar entscheidende Sekunden bis zur Entdeckung verschaffen.
"Kontakt zu Master Zwo verloren"
"Boot passiert 200 Fuß, erreicht 20 Knoten"
H34D nagte grüblerisch an seiner Unterlippe.
Die
Barents-See war hier leider viel zu flach für ausgreifende Manöver.
Der Meeresboden in rund 500 Fuß Tiefe kam viel zu schnell näher.
"Tiefenruder mittschiffs !", ordnete er schließlich an.
Angesichts der mittlerweile hohen Geschwindigkeit würde sich die
Norfolk auch so noch in den Boden bohren, bevor sie sich unter neutralem Tiefenruder wieder aufrichten konnte.
Der
Commander wollte aber so tief wie möglich runter und abfangen könnte man das Boot mit entschiedeneren Maßnahmen immer noch
"Ruder hart Steuerbord !"
H34D hatte beschlossen, auf den feindlichen Aal zu zu drehen, um die Entfernung möglichst rasch zu verkürzen.
So hätte er den maximalen Nutzen aus dem Abtauchen und die Chance, außerhalb des vertikalen Erfassungsbereiches zu bleiben.
Ein Glücksspiel, da man die Entfernung zum Torpedo nicht genau kannte, aber gewiss war hier außer der unmittelbaren Gefahr leider gar nichts.
"Boot passiert 300 Fuß, erreicht 25 Knoten"
"Torpedo sucht weiter nahe der Oberfläche !", gab Jones durch.
"Hat uns bisher nicht erfasst und dreht nun Richtung Norden"
"Ruder hart Backbord !", korrigierte CR45H.
So würde er dem Torpedo auf der Spur bleiben und seine Chancen wahren, unter ihm durch zu schlüpfen.
"Boot auf 400 Fuß abfangen !"
So blieben noch rund 100 Fuß zum Meeresboden.
Falls dieser bretteben wäre.
Was er zweifellos nicht war.
Der
Commander hoffte, dass sich in der Nähe immerhin keine Hügel befänden.
Geräusch voraus zu nehmen konnte er sich in dieser taktischen Situation leider auch nicht leisten.
"Torpedo im Wasser !", brüllte Jones unvermittelt aus der Sonar-Abteilung.
"Torpedo im Wasser, Richtung etwa 50° !"
Genervt rollte der
Commander die Augen zur nahen Decke.
Also war doch ein zweiter ASW-Heli im Spiel !
Tat das Not ?!
Die
Norfolk beschleunigte eh schon mit allem was der Reaktor her gab, lief so tief, wie es der
Commander eben wagte und mit dem Ruder hart Backbord drehte man auch von dieser neue Bedrohung ab.
Also gab es schlicht nichts weiter zu tun.
"Torpedo 1 läuft Richtung Norden ab", informierte Jones.
"Torpedo 2 sucht. Torpedo sucht und taucht ab !"
Offenbar hatte die Heli-Crew bemerkt, dass die Norfolk sich nun knapp über dem Grund hielt.
Oder den zweiten Torpedo einfach der Abwechslung halber auf Suche in der Tiefe programmiert.
So oder so:
unschön.
H34D beschloss, den Dingen vorläufig ihren Lauf zu lassen, bis sich eine günstige Gelegenheit ergab.
"Boot läuft nun mit 30 Knoten, Tiefe 397 Fuß! Achtung, Entfernung zum Boden nur 100 Fuß"
Das Heulen der Kühlwasserpumpe war immer lauter vernehmbar, während sich die
Norfolk ihrer Höchstgeschwindigkeit näherte.
"Torpedo hat Norfolk erfasst ! Torpedo hat Norfolk erfasst und schließt auf Steuerbord auf ! Entfernung unter 200 Yards !"
Die in immer kürzeren Abständen auftreffenden Pings des feindlichen Aales war an Bord klar zu vernehmen.
Der vermutlich mit 50 Knoten anlaufende Killer verkürzte rasch die Entfernung zu seinem auserkorenen Ziel.
Noch immer wartete der
Commander ab.
"Sonar, sagen Sie Bescheid, wenn er auf unserer Sechs hängt !", gab er über Bordfunk durch.
Er hatte beschlossen, die Sache mit ein paar neuen Tricks anzugehen.
"Torpedo schließt weiter auf, läuft nun exakt in unserem Kielwasser, Entfernung etwa 150 Yards !", antwortete der Sonartechniker nur Sekunden später.
"Ruder hart Steuerbord !", versetzte H34D umgehend.
Schlingernd folgte die
Norfolk dem radikalen Kurswechsel, hinter sich eine Zone stark verwirbelten Wassers zurücklassend, die das Sonar des feindlichen Torpedos irritieren würde.
Die Pings verstummten umgehend.
"Torpedo hat Kontakt verloren, dreht nach Steuerboard!"
"Tiefenruder 30° achterlastig !", reagierte der Commander
"Täuschkörper raus !"
Wenn alles klappte, könnte die
Norfolk wie ein Springpferd über den feindlichen Torpedo setzen.
Immerhin lief das Boot fast mit maximaler Geschwindigkeit und würde daher wie ein Pfeil nach oben schießen.
"Torpedo sucht weiter, hat uns bisher nicht erfasst ! Dreht nach Backbord, passiert uns gleich steuerbords !"
"Boot passiert 300 Fuß"
Der Kommandant klammerte sich mit beiden Händen am Kartentisch fest, um nicht hinten über zu kippen.
Könnte klappen, sagte er sich, könnte klappen !
"Torpedo hat uns erfasst ! Torpedo hat Norfolk erfasst und steigt auf ! Entfernung unter 100 Yards !", schrillte Jones über den Bordfunk.
Unnötigerweise, konnte doch die gesamte Crew das Kreischen der Pings problemlos selbst hören.
Immerhin hatte die
Norfolk etliche Meter nach oben gut gemacht, weshalb der Torpedo nun nicht viel Zeit hatte, sein wieder entdecktes Ziel zu treffen.
"Boot passiert 200 Fuß"
"Tiefenruder 30° vorlastig ! Ruder mittschiffs !", verkündete der Commander, seine letzte Karte spielend.
Erneut schlingerte die
Norfolk aufgrund der radikalen Manöver.
Nun drohte der
Commander über den Kartentisch hinweg zu segeln, als der Bug unter ihm weg sackte.
Dem russischen Torpedo war's jedenfalls zu viel.
In wenigen Metern Abstand schoss er hinter dem Turm des US-Bootes vorbei.
Erleichtert atmete
CR45H wieder aus.
Das war entschieden knapper gewesen als geplant !
Wenn er weiter versucht hätte, den Torpedo zu überlaufen, wäre die Sache glatt schief gegangen.
"Boot läuft nun mit Höchstgeschwindigkeit von 33 Knoten ! Passieren 300 Fuß ! Achtung, Kollisionswarnung !"
Der Meeresboden kam nun rasend schnell näher, während der russische Torpedo nun mit einer Steuerbord-Drehung versuchte, sein scheues Wild wieder aufzuspüren.
"Tiefenruder 10° achterlastig !", versetzte H34D.
Es galt, so tief wie möglich zu kommen, um aus dem vertikalen Suchbereich heraus zu kommen, bevor der Torpedo die
Norfolk wieder vor der Nase hatte.
Da die
Norfolk zur Zeit mit 30° Anstellwinkel in die Tiefe rauschte, würde es einige Zeit dauern, bis sich das Boot wieder aufrichtete.
"Torpedo hat Norfolk erneut erfasst ! Torpedo schließt auf, Entfernung etwa 200 Yards !", verkündete Jones mit bemühtem Gleichmut.
Mist Mist Mist, dachte CR45H.
Das Ding war entschieden zu smart, vielleicht hatten die Russen was Neues ausgebrütet.
Ein Mark 48 hätte seine Sache auch nicht viel besser machen können.
Jedenfalls war sein neuer Plan damit auch schon wieder Geschichte.
"Boot läuft auf 375 Fuß, beginnt wieder zu steigen !", meldete der XO.
"Ruder hart Steuerbord !", beschied der Commander.
Das Biest war viel zu nahe dran, um es mit einer Wende in seinen Kurs hinein zu versuchen.
Also zurück zu Plan A.
Erneut schloss der feindliche Aal rasch zur
Norfolk auf, die ihm mehr und mehr ihr Heck zuwandte.
"Torpedo schließt weiter auf ! Skipper !", brüllte Jones über das Kreischen der Pings hinweg.
Mit mechanischer Entschlossenheit jagte der russische Aal auf die Schraube der Norfolk zu.
"Ruder hart Backbord ! Täuschkörper raus ! Tiefenruder 30° achterlastig !", rief CR45H über den Lärm hinweg.
Erneute bildete sich hinter dem Jagd-U-Boot eine massive Verwirbelung im Wasser, die das feindliche Sonar ablenkte.
Der kurz dahinter platzierte Täuschkörper sorgte für weitere Störungen, sodass die Pings unvermittelt verstummten, als der Torpedo den Kontakt verlor und erneut zu manövrieren begann.
"Torpedo hat Kontakt verloren und dreht nach Steuerbord!", gab Jones erleichtert durch.
Er wischte sich mit der Rechten über die schweißnasse Stirn.
Das war hier alles entschieden zu eng !
"Passieren 300 Fuß !"
Erneut jagte die
Norfolk mit maximaler Fahrt nach oben zur viel zu nahen Wasseroberfläche.
"Passieren 200 Fuß !"
Wo sich eine
Kanin herumtrieb.
"Boot auf Periskop-Tiefe durchpendeln !", befahl der Commander.
Mit zwei 76mm Zwillings-Geschützen, die mit etwa 100 Schuss pro Minute das Boot in Windeseile zersieben würden, wenn sie es vor die Rohre bekämen.
Wie schnell die russischen Gunner reagierten, hatte man ja erst jüngst gesehen.
"Torpedo hat Norfolk erneut erfasst ! Torpedo hat Norfolk erfasst und schließt auf !", meldete Jones resignierend.
"Passieren 100 Fuß !"
Dieses Mal lief der feindlich Aal von unten an.
Der Winkel erschien dem
Commander einigermaßen günstig.
Obwohl der Torpedo radikal manövrierte, würde er die gerade noch soeben erfasste
Norfolk wohl nicht erreichen können.
"Tiefenruder 30° vorlastig !"
Erwartungsgemäß schoss der Torpedo auf Gegenkurs unter der
Norfolk hindurch, während der
Commander schon dabei war, das Boot für die nächste Runde zu positionieren.
Dieses Mal wollte er selber unter dem Torpedo durch laufen, was das Boot auch in angenehmer Distanz zu den russischen Geschützen halten würde.
Unvermittelt erschütterte eine Druckwelle und infernalischer Lärm die
Norfolk.
"Torpedo hat sich selbst zerstört !", analysierte Jones.
"Vermutlich am Ende seiner Laufzeit!"
Tief einatmend zog der
Commander sein Basecap vom Kopf und wischte sich durch das schweißnasse Haar.
So eng wie hier war es noch nie gewesen !
"Fokussiert bleiben, Gentlemen !", schnarrte er über die begeisterten Rufe der Crew hinweg.
"Da draußen läuft immer noch eine Kanin, die uns an den Kragen will !"
"Passieren 100 Fuß !"
"Ruder mittschiffs !", verkündete
CR45H mit Blick auf die Anzeigen.
Die
Norfolk lief gerade zufällig grob in Richtung des Wracks der längst auf dem Boden gelandeten Kara.
Irgendwo da müsste auch der verbliebene sowjetische U-Jäger operieren und dem wollte der Kommandant nun mal ein wenig auf die Pelle rücken.
"Passieren 200 Fuß !"
Noch immer tauchte die
Norfolk mit maximaler Fahrt und Anstellwinkel ab.
Tiefe war immer noch der beste Schutz, verschaffte sie doch unter Anderem auch Reaktionszeit gegenüber allen möglichen Ungelegenheiten.
"Auf Tiefe 450 Fuß gehen !", ordnete H34D an.
Damit blieben noch so etwa 50 Fuß Toleranz zu einem brettebenen Meeresgrund.
Nur, dass der Boden halt nicht bretteben war.
Aber man konnte auch nicht alles haben.
"Passieren 300 Fuß, Boot kommt auf Tiefe 450 Fuß"
Lieutenant Commander Walker legte die Stirn in tiefe Sorgenfalten.
Gerade erst hatte man dem Tod gleich mehrfach tief in die Augen geblickt und schon jagte der Alte wieder mit aller Kraft dem russischen Zerstörer hinterher, anstatt die Dinge zur Abwechslung mal etwas ruhiger anzugehen.
Im Grunde wusste man nicht, wo der Russe überhaupt operierte, war doch der Kontakt schon lange abgebrochen.
Er konnte genauso gut sehr dicht stehen und nur darauf lauern, dass die
Norfolk, bei dieser Geschwindigkeit taub wie ein Pfahl, in Reichweite seiner
RBU-6000-Werfer käme.
Damit würde dann die Glückssträhne des Kommandanten ebenso abrupt wie endgültig reißen.
Indessen war
H34D CR45H selbst mit intensivem Nachdenken beschäftigt.
Dieser letzte Torpedo warf seine bisherigen Analysen ziemlich über den Haufen.
Entweder waren da draußen zwei ASW-Helis am Werk, wovon einer von der versenkten
Kara stammen und mittlerweile leer geschossen sein müsste.
Der andere wäre dann von der
Kanin heran geeilt.
Allerdings hatte es die
Norfolk bislang nur mit drei Torpedos zu Tun bekommen, also hätte dieser zweite Heli noch einen übrig.
"Passieren 400 Fuß, Boot kommt auf Tiefe 450 Fuß"
Wenn dem so wäre, so fiele dem Kommandanten kein plausibler Grund ein, warum der Heli diesen zwischenzeitlich noch nicht eingesetzt haben sollte.
Vorzugsweise während die
Norfolk auf Leben und Tod mit dem dritten Torpedo gerungen hatte.
Ein weiterer Torpedo hätte die ohnehin knappe Angelegenheit in eine sichere Katastrophe verwandelt.
Aber der ominöse vierte Torpedo war ausgeblieben - warum ?
Vielleicht war der erste Torpedo ja doch von einer
Silex von der
Kara heran befördert worden und die beiden übrigen Torpedos von dem Heli der
Kanin.
Dann hätte die
Kara eben doch noch einen Schuss geschafft, bevor sie von einem der beiden Tomahawks getroffen wurde.
Und der Heli der
Kara war mit dieser auf den Meeresboden gesunken, da er sich ansonsten längst in den Kampf eingeschaltet hätte.
Im Grunde passte diese Analyse am Besten zu den vorliegenden Fakten, nur die recht geringe Laufzeit des ersten Torpedos störte das Bild.
H34D hätte hier deutlich mehr Ausdauer erwartet, aber er mochte sich durchaus täuschen.
Der Kommandant entschied sich, diesen Ansatz als den plausibelsten anzusehen und entsprechend zu operieren.
Die
Norfolk jagte inzwischen mit heulendem Antrieb und maximaler Fahrt knapp über dem Boden der
Barents-See nach Nordwesten, dem verbliebenen Feind entgegen.
CR45H ging es vorrangig darum, möglichst viel Abstand zum Detonationspunkt des dritten Torpedos zu gewinnen.
Dieses Ereignis war der
Kanin ganz sicher nicht entgangen.
Der russische Skipper würde bestimmt davon ausgehen, dass der Torpedo das amerikanische Boot zwar verfehlt hatte, aber doch in dessen Nähe hochgegangen war.
Also würde er seine weiteren Operationen auf diese Koordinaten hin ausrichten.
Als die ganze Angelegenheit hier begonnen hatte, etwas aus dem Ruder zu laufen und schließlich der Kontakt zu der
Kanin abgebrochen war, stand diese etwa 35.000 Yards entfernt.
Verdammt weit weg, auch angesichts der Zeit, die die
Norfolk für das Abschütteln der feindlichen Torpedos gebraucht hatte.
H34D unterstellte, dass die
Kanin nicht einfach Hals über Kopf mit maximaler Fahrt auf die Position der
Norfolk zugelaufen war, da sie dann ihr Sonar genauso gut gleich in den Bach hätte werfen können.
Vermutlich würde es der Russe etwas gemütlicher angehen lassen.
Schließlich war sein Begleiter gerade erst aus dem Wasser gesprengt worden, eine
Silex war auf dem Weg zu dem Amerikaner und sein eigener ASW-Heli hatte die Jagd ebenfalls eröffnet.
Da konnte man sich schon mal kurz sammeln und sich die Sache in Ruhe ansehen.
"Boot auf 439 Fuß durchgependelt", meldete der XO.
Das erschien ihm durchaus ausreichend genau dem Befehl des Kommandanten zu entsprechen.
Schließlich war kaum noch Wasser unter dem Kiel.
Wenn es dem Alten nicht passte, konnte er ja selber Hand anlegen !
Dieser registrierte die Meldung seines
XO beiläufig, immer noch in Gedanken versunken.
Wenn seine Überlegungen soweit zuträfen, befände sich die
Norfolk noch deutlich außerhalb der Reichweite der
RBU-6000 und die
Kanin hätte zumindest größte Mühe, die
Norfolk zu hören, Lärm hin oder her.
Damit hinge dann alles an dem verdammten ASW-Heli.
Dieser müsste nach Lage der Dinge leer geschossen sein.
Was würde der Russe mit seinem größten Aktivposten anfangen?
Zurück holen, auftanken und aufmunitionieren?
Das würde ziemlich lange dauern.
Verdammt lange, wenn man bedachte, dass nicht all zu weit entfernt ein amerikanisches Atom-U-Boot operierte.
Das gerade einen prächtigen Kreuzer der
Kara-Klasse versenkt hatte !
Der Amerikaner mochte entwischen, bevor der Heli wieder in die Luft kam.
Oder noch schlimmer: er griff auch noch den eigenen Zerstörer an !
Allerdings könnte man ihn mit dem eigenen Sonar immerhin entdecken, wenn er sich näherte.
Oder stattdessen den Heli weiter zur Aufklärung am Feind lassen und selber heranlaufen, um den Cowboy mit den Werfern zu beharken ?
Wobei man allerdings geraume Zeit innerhalb der Reichweite der amerikanischen Torpedos operieren würde.
Dem Amerikaner mochte es durchaus einfallen, einen ganzen Fächer auf den eigenen Zerstörer los zu lassen, bevor man überhaupt in Reichweite käme.
Für ein Überwasser-Schiff war es weit schwieriger, einem Torpedo zu entkommen, als für ein modernes Atom-U-Boot.
Also zwei wenig attraktive Alternativen für den russischen Skipper.
Im ersten Fall riskierte er hauptsächlich einen Anschiss vom aufgebrachten Stab der Nordmeer-Flotte.
Im zweiten Fall hingegen unmittelbar seinen Hals.
An der Stelle des russischen Kommandanten würde sich
CR45H für die risikoärmere Variante entscheiden.
Mit einem
Los Angeles - Boot konnte man weit mehr Risiken eingehen als mit einem alten russischen Zerstörer.
Diese Überlegung war es, die
H34D die nötige Zuversicht verlieh, um mit maximaler Kraft und unter entsprechender Lärmentwicklung nach Nordwesten zu laufen.
Schnellst möglichst weg vom Detonationspunkt des letzten russischen Torpedos und ebenso schnellstmöglich hin zum vermutlichen Standort des russischen Zerstörers.
In der Annahme, dass der Russe seinen Heli zurückbeordert hatte, um die Norfolk weiter aus sicherer Distanz mit dem dann wieder aufmunitionierten Heli zu bekämpfen.
Er mochte sich durchaus täuschen.
Aber man fuhr im Krieg durchaus nicht sicherer, wenn man verhalten operierte.
Man überließ vor Allem dem Gegner die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und musste dann reagieren.
Für
Commander H34D CR45H keine attraktive Vorgehensweise.
Trotz all dem war es nun auch aus Sicht des Kommandanten langsam an der Zeit, wieder etwas unauffälliger zu Werke zu gehen.
"Maschine zurück auf volle Fahrt ! Neuer Kurs 045"
Das würde bei der aktuellen Tiefe unter 400 Fuß reichen, um das extrem auffällige Kavitieren der Schraube zu unterbinden.
Die Geschwindigkeit der
Norfolk verminderte sich zügig.
In der Sonar-Abteilung registrierte Sonartechniker
Jones erleichtert, dass sich die Wasserfall-Displays allmählich aufklärten.
Angesichts des Lärmes, den die
Norfolk veranstaltete, hatte es für die Sonar-Abteilung nach dem Ende des letzten Torpedos nichts mehr zu tun gegeben.
Auch der
XO atmete auf.
Volle Fahrt war für seinen Geschmack immer noch zu schnell, aber immerhin hätte man mal wieder die Chance, etwas zu hören, das in der Nähe vor sich gehen mochte.
"Boot kommt auf neuen Kurs 045, läuft mit 23 Knoten"
CR45H's Augen klebten auf den Anzeigen.
Knoten um Knoten verminderte sich die Fahrt des Jagd-U-Bootes.
Und damit auch die Strömungsgeräusche.
Die
Norfolk lief nun wieder querab zu den letzten Positionen der
Kara und der
Kanin.
Widmete damit ihre maximale Sonar-Kapazität dem verdächtigen Bereich.
"Maschine zurück auf ein Drittel !"
Falls der Russe in gefährlicher Nähe zur
Norfolk operieren würde, hätte man in nach
H34D's Auffassung inzwischen gehört.
Da man nichts hörte, stand er weiter entfernt.
Und wenn er weiter entfernt stand, wäre ihm so einiges aus den letzten Minuten entgangen.
Insbesondere, wo die
Norfolk sich zur Zeit aufhielt !
Also konnte man sich nun in aller Ruhe umhören !
Die Geschwindigkeit der
Norfolk sank weiter ab, während das Boot immer leiser durchs Wasser glitt und immer genauer in die See hinaus horchte.
"Kontakt !", rief Jones
"Kontakt zu Master 2 wieder hergestellt ! Master 2 operiert Richtung 318 !"
Zufrieden musterte der Kommandant den Kartentisch, wo der Navigator die Meldung mit Filzstift eintrug.
Im Grunde genau da, wo er den Russen vermutet hatte.
"Torpedos in Rohr 1 und Rohr 3 einstellen auf Oberflächen-Ziel und Aktiv-Sonar !"
"Boot kommt auf Kurs 045, läuft nun mit 5 Knoten in 442 Fuß Tiefe ! Ungefähr 60 Fuß bis zum Meeresgrund !", meldete der XO
"Master Zwo operiert in Richtung 313, läuft mit 9 Knoten in etwa 18.600 Yards, Kurs noch unklar !", ließ Jones wissen.
Das war verdammt weit weg, jedenfalls für einen Mark 48, befand
H34D CR45H.
Aber auch erfreulich weit weg im Hinblick auf seinen vorherigen Überlegungen.
Es war durchaus wahrscheinlich, dass der Russe von den Manövern der
Norfolk nach der Detonation des letzten Torpedos nichts mitbekommen hatte.
Dann konnte sich das amerikanische Boot aus seiner Sicht in einem Gebiet aufhalten, das inzwischen mehrere Quadrat-Meilen umfasste.
Zeit, selber wieder Druck zu machen, sagte sich der
Commander.
Immerhin schaffte der Mark 48 bis zu 50.000 Yards.
Mehr als ausreichend, um dem Russen ordentlich zu Leibe zu rücken.
Und während dieser weg rannte, konnte er schon mal nicht auf die
Norfolk schießen.
"Torpedo Rohr 1 klar machen ! Oberflächen-Ziel, Richtung 315, Aktivierung bei 9.000 Yards, Aktiv-Sonar !"
"Torpedo Rohr 1 klar zum Schuss !"
"Torpedo Rohr 1: Feuer !", ordnete CR45H mit einiger Genugtuung an.
Lange genug hatte man sich von russischen Torpedos durch die Gegend hetzen lassen.
Nun sollten die Russen mal laufen !
Zischen fuhr der Mark 48 aus seinem Rohr und drehte hart nach Backbord auf den eingestellten Kurs.
"Torpedo Rohr 1 läuft gut, Draht ist OK"
Na, hoffentlich bleibt das auch so, dachte
H34D.
Der Draht würde ziemlich unter Stress kommen, da das Boot weiter Richtung 045 lief, aber immerhin mit geringer Geschwindigkeit.
Könnte durchaus gut gehen !
Jedenfalls gedachte der Kommandant, noch einigen Abstand zum Abschuss-Punkt zu gewinnen.
Wenn der Russe den amerikanischen Torpedo irgendwann bemerkte, würde er die Norfolk sicher am Ende einer geraden Linie vermuten.
Also wollte
CR45H genau dort nicht sein !
Im Grunde lag ihm daran angesichts des wohl bald wieder aufmunitionierten ASW-Helis der
Kanin sogar noch weit mehr, als an der Option, den Torpedo weiter über den Draht steuern zu können.
Der Russe konnte vom Abschuss nach menschlichem Ermessen aus dieser Entfernung nichts gehört haben, würde also nicht so bald manövrieren.
Damit bestand eine reale Chance, den Torpedo auch ungelenkt ins Ziel zu bringen, während sich die Norfolk zügig absetzte.
"Maschine: auf volle Fahrt voraus gehen !"
Die
Norfolk erwachte wieder zum Leben und beschleunigte zügig.
"Draht gerissen, Torpedo 1 operiert und nun selbständig ! Noch etwa 8.000 Yards bis zur automatischen Aktivierung !", ließ Lieutenant Hardesty wissen.
"Ruder Backbord auf neuen Kurs 360 !", reagierte CR45H.
Die
Norfolk hatte inzwischen einigen Abstand zur Abschuss-Position gewonnen, sodass er nun wieder dem Russe näher kommen wollte.
Falls der erste Torpedo doch vorbei ginge.
Außerdem wandte man der
Kanin so eine geringere Fläche zu und bliebe länger unentdeckt.
"Rohr 1: Torpedo nachladen !"
"TMA Update: Master Zwo operiert in Richtung 308, Entfernung 16.900 Yards, läuft mit 11 Knoten auf Kurs 138", meldete die Sonar-Abteilung.
Das klang nicht so, als hätte der Russe schon irgend etwas von dem heran nahenden Unheil bemerkt.
Tatsächlich lief er mehr oder weniger der
Norfolk in die Arme, wenn auch mit gemächlicher Geschwindigkeit.
Die Sekunden verstrichen in gespannter Erwartung.
"Master Zwo Lageänderung ! Beschleunigt und dreht nach Steuerbord !"
Nun ist er wohl aufgewacht, analysierte
H34D.
Leider etwas früh, da sich der Torpedo noch nicht aktiviert hatte.
Womöglich schaffte es der Russe mit energischen Manövern noch aus dem Erfassungsbereich des Mark 48 heraus zu kommen.
"Master Zwo beschleunigt weiter ! Läuft nun mit 22 Knoten und dreht weiter hart Steuerbord ! Entfernung nun 15.300 Yards"
"Rohr 1: Torpedo nachgeladen !"
"Ruder hart Backbord, neuer Kurs 315", befahl der Kommandant.
Der Russe würde bald in die gleiche Richtung laufen, um dem Mark 48 auszuweichen.
H34D hatte nicht die Absicht, ihn noch entkommen zu lassen.
"Neuer Kurs 315 liegt an, Boot läuft weiter mit 20 Knoten in Tiefe 442 Fuß !"
"Was macht unser Torpedo ?" fragte
CR45H nach.
"Torpedo hat sich noch nicht aktiviert, Master Zwo müsste noch knapp im Erfassungsbereich liegen !"
"Master Zwo beschleunigt immer noch ! Läuft nun mit 25 Knoten und dreht immer noch nach Steuerbord ! Entfernung nun 15.400 Yards !"
Skeptisch betrachtet der
Commander die Linien, die der Navigator auf den Kartentisch zeichnet.
Der Russe lief nun querab zum amerikanischen Torpedo.
Falls er noch im Erfassungsbereich liegen sollte, dann jedenfalls nicht mehr lange.
Also Zeit, nachzulegen, bevor die Entfernung zum Ziel noch größer würde !
"Torpedo Rohr 1 klarmachen ! Oberflächen-Ziel, Kurs 315, Aktivierung nach 3.000 Yards, aktives Sonar !"
"Torpedo Rohr 1 klar zum Schuss !"
"Torpedo Rohr 1: Feuer !"
Ein weiterer Mark 48 jagte aus dem Torpedorohr und drehte schnell nach Backbord auf den eingestellten Kurs.
Der
Commander hatte ihn absichtlich nicht direkt auf den fliehenden Zerstörer abgefeuert.
Er wollte ihn vielmehr in das Kielwasser des Gegners bringen, während dieser noch auf den ersten Torpedo fixiert war.
"Torpedo Rohr 1 ist gut frei gekommen, Draht OK !"
"Neuer Kurs 300", befahl der Commander.
Der Russe drohte allmählich nach Backbord auszuwandern und er wollte sich nicht abhängen lassen.
"Kontakt zu Torpedo 1 verloren, ist höchstwahrscheinlich achtern an Master Zwo vorbei gelaufen, bevor er sich aktiviert hat !", analysierte Jones.
"Master Zwo läuft nun mit 29 Knoten, beschleunigt weiter, hält Kurs 263. Entfernung aktuell bei 6.900 Yards"
Egal welchen Torpedo der Russe als Maßstab nehmen mochte, aufgrund der Manöver der
Norfolk gab keiner Aufschluss auf die reale Position des Bootes.
Woran
H34D durchaus so Einiges lag, käme man nun doch bald in Reichweite der russischen
RBU-6000 !
Allerdings operierte die
Norfolk nun auch beinahe im Kielwasser der Kanin, wo der alte Kahn praktisch stocktaub war.
"Torpedo 2: neuer Kurs 294, Aktivierung nach weiteren 3.500 Yards !"
"Torpedo 1 hat sich aktiviert, steigt auf zur Oberfläche und peilt mit Aktiv-Sonar !", gab die Sonar-Abteilung bekannt.
"Allerdings befindet sich Master Zwo weit außerhalb des Erfassungsbereiches"
"Master Zwo manövriert: läuft nun mit 32 Knoten in Richtung 280 auf Kurs 254. Entfernung aktuell bei 7.200 Yards"
Also hatte der Russe nun auch diesen zweiten Aal gehört, befand
H34D.
Aber den würde er nicht so leicht los werden.
Der neue Kurs gefiel dem
Commander weit weniger.
Wenn der Russe weiter drehte, würde er die
Norfolk schließlich doch noch mit seinem
Bull Nose Sonar entdecken.
Aber noch befand man sich ja außerhalb der Reichweite der Werfer und bald würde man an Bord der
Kanin ganz andere Sorgen haben.
"Neuer Kurs 275 ! Maschine runter auf ein Drittel voraus !"
So würde die
Norfolk dem Russen nur die minimale Fläche zuwenden, falls dieser komplett herum kommen sollte.
Aufgrund der geringen Fahrt wäre sie zudem trotz des geringen Abstandes nur sehr schwer auszumachen sein.
"Torpedo 2 nachsteuern: neuer Kurs 255, Aktivierung nach weiteren 1.500 Yards !"
Ein weitere Minute verstrich in atemloser Spannung.
Der erfolgreiche Abschluss dieses Gefechtes stand kurz bevor.
"Master Zwo läuft nun mit 34 Knoten in Richtung 269 auf Kurs 227! Entfernung liegt bei 8.300 Yards"
"Torpedo 2 ist aktiv ! Torpedo 2 hat Ziel Master Zwo erfasst ! Torpedo 2 hat Ziel erfasst und schließt auf !", meldete Lieutenant Hardesty
Damit dürfte das Schicksal der
Kanin nun ebenfalls besiegelt sein, dachte
H34D.
Einen Mark 48 auf so kurze Entfernung abzuschütteln, war für einen alten Zerstörer eine kaum lösbare Aufgabe.
Und von dem mistigen Heli bislang auch keine Spur !
Vielleicht wurde er immer noch betankt oder suchte schlicht im falschen Gebiet.
"Master Zwo hält Kurs 227, läuft weiter mit 34 Knoten ! Entfernung nun bei 8.900 Yards !", gab Jones durch.
"Torpedo 2 hat Ziel weiterhin erfasst und schließt weiter auf !"
CR45H beobachtet mit auf den Rücken verschränkten Händen, wie die Linien der Kurse von
Torpedo 2 und Master Zwo sich überschnitten.
Lange würde es nicht mehr dauern !
"Master Zwo peilt mit Aktiv-Sonar ! Wahrscheinlich nach Torpedo 2. Uns kann er jedenfalls nicht hören !"
"Master Zwo Lageänderung: dreht hart Backbord in den Kurs des Torpedos hinein !"
Der
Commander kann sich schon denken, was der Russe vor hat.
Schließlich hat er das gleiche Manöver auch schon oft genug durchgezogen.
"Täuschkörper im Wasser ! Master Zwo setzt Täuschkörper ein ! Entfernung von Torpedo 2 zu Master Zwo unter 200 Yards !", meldet Jones wenig später
"Torpedo 2 hält Ziel weiter erfasst ! Schließt weiter auf ! Achtung, gleich hat er ihn !"
Sekunden später dröhnt eine entfernte Detonation aus dem Meer herüber.
"Master Zwo getroffen ! Wassereinbruch hörbar ! Maschine offenbar ausgefallen !"
Die Besatzung der
Norfolk jubelt lautstark nach der Anspannung des langen Kampfes.
"Bestätige, Master Zwo sinkt ! Schotts brechen ! Master Zwo geht runter !", ruft Joes begeistert.
Commander H34D CR45H nickt gemessen.
Nach Jubel ist ihm nach diesem harten Gefecht, das lange auf des Messers Schneide stand, nicht zu Mute.
"Gefechtsbereitschaft aufheben ! Wir haben es geschafft, beide Russen wurden versenkt ! Gute Arbeit !", verkündet er über 1MC.
"Wir brechen die Mission ab !", beschließt er, dem XO zugewandt.
"Kurs auf Holy Loch nehmen um das Boot wieder Instand zu setzen und aufzumunitionieren !"
CR45H hat keine Lust, seine Haut weiter in der Barents-See zu riskieren, nun, wo die
Nordmeer-Flotte nach dem Verlust sowohl der nördlichen als auch der südlichen Torwächter wohl in heller Aufregung ist.
Vermutlich hat man schon alle verfügbaren Schiffe und U-Boote nach Westen geworfen um herauszufinden, was dort für eine Teufelei im Gange war.
Außerdem hat er immer noch keine Ahnung, wo diese ominösen Seeversorger denn nun stecken mochten.
Also erstmal nach Hause und wieder klar Schiff machen !
"Die Brücke gehört Ihnen !", informiert er seinen XO noch, während er sich auf den Weg in seine Kajüte macht, um einen Meldung an den
COMSUBLANT zu formulieren.
Eine weitere Meldung, die diesem wohl nicht passen würde.
Außerdem galt es
SUBRON 14 zu informieren, dass die
Norfolk zurück kam.
Schließlich hatte der Commander der
Norfolk durchaus nicht vor, länger als nötig im Hafen zu liegen !

[b][font=Arial Black][size=167]Certain Fury - ein Cold Waters AAR[/size][/font][/b]
[img]http://up.picr.de/29859594pf.jpg[/img]
[b]3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See - Fortsetzung[/b]
[b]"Maschine äußerste Kraft voraus ! Tauchen Tauchen Tauchen ! Täuschkörper klarmachen !", schnarrte Commander H34D CR45H automatisch.[/b]
Im engen Kontrollraum der [b]Norfolk [/b]brach hektische Betriebsamkeit aus, als sich die Crew auf einen weiteren Überlebenskampf mit einem feindlichen Torpedo einstellte.
Kommandos und Bestätigungen übertönten sich gegenseitig, während sich die Norfolk mit maximalem Anstellwinkel auf den Weg in die Tiefe machte.
Indessen fluchte H34D lautlos vor sich hin.
Der Torpedo stammte zweifellos von dem russischen ASW-Hubschrauber, der der [b]Norfolk [/b]immer noch nachstellte.
[b]"Sonar an Brücke: wir kavitieren !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529315sn.jpg[/img]
Eigentlich hätte man bei kleiner Fahrt das Eintauch-Geräusch des Heli-Sonars hören sollen, aber im Krieg ging nun einmal nicht alles glatt.
Vielleicht hatte der Pilot ja auch das Periskop der [b]Norfolk [/b]entdeckt und seinen Torpedo ohne lange Präliminarien einfach auf Sicht abgeworfen.
Immerhin müsste er damit leergeschossen sein, da der erste Torpedo ja auch von ihm stammen musste.
Es sei denn, natürlich, dass sich da oben doch zwei Helis tummelten, was immerhin denkbar schien.
Eigentlich müsste der momentane Störenfried von der [b]Kanin [/b]stammen, aber die [b]Kara [/b]konnte vor ihrem Ende vielleicht auch noch ihren U-Killer in die Luft gebracht haben.
Unwahrscheinlich, aber möglich.
Am Ende pflegten sich im Krieg die kleinen Risiken zu summieren und sich irgendwann zu einem realen und finalen Fall von Pech auszuwachsen.
[b]"Was macht das Scheißding, Jonessy ?"[/b], fragte der [b]Commander [/b]in der Sonar-Abteilung nach, sich mit der linken am Kartentisch abstützend.
"Torpedo sucht auf Periskop-Tiefe, Skipper ! Läuft auf einer Backbord-Kreisbahn, hat uns bisher nicht eingepeilt. Entfernung etwa 300 Yards !"
Verdammt nah, dachte [b]CR45H [/b]verdrossen, aber so war das nun einmal bei luftgestützten Torpedos.
Die pflegten stets im Nahbereich herunterzukommen, dann galt es, die Beine in die Hand zu nehmen.
Vielleicht schaffte es die [b]Norfolk [/b]auf ihrem steilen Weg nach unten ja rechtzeitig aus dem vertikalen Erfassungbereich...
"Boot passiert 100 Fuß", meldete der XO.
[b]"Täuschkörper raus !", befahl er CR45H in Ermangelung anderer Optionen.[/b]
Womöglich konnte er seinem Boot damit noch ein paar entscheidende Sekunden bis zur Entdeckung verschaffen.
[img]http://up.picr.de/32529316dp.jpg[/img]
"Kontakt zu Master Zwo verloren"
"Boot passiert 200 Fuß, erreicht 20 Knoten"
[b]H34D [/b]nagte grüblerisch an seiner Unterlippe.
Die [b]Barents-See[/b] war hier leider viel zu flach für ausgreifende Manöver.
Der Meeresboden in rund 500 Fuß Tiefe kam viel zu schnell näher.
[b]"Tiefenruder mittschiffs !"[/b], ordnete er schließlich an.
Angesichts der mittlerweile hohen Geschwindigkeit würde sich die [b]Norfolk [/b]auch so noch in den Boden bohren, bevor sie sich unter neutralem Tiefenruder wieder aufrichten konnte.
[img]http://up.picr.de/32529317po.jpg[/img]
Der [b]Commander [/b]wollte aber so tief wie möglich runter und abfangen könnte man das Boot mit entschiedeneren Maßnahmen immer noch
[b]"Ruder hart Steuerbord ![/b]"
[b]H34D [/b]hatte beschlossen, auf den feindlichen Aal zu zu drehen, um die Entfernung möglichst rasch zu verkürzen.
So hätte er den maximalen Nutzen aus dem Abtauchen und die Chance, außerhalb des vertikalen Erfassungsbereiches zu bleiben.
Ein Glücksspiel, da man die Entfernung zum Torpedo nicht genau kannte, aber gewiss war hier außer der unmittelbaren Gefahr leider gar nichts.
[b]"Boot passiert 300 Fuß, erreicht 25 Knoten"[/b]
[b]"Torpedo sucht weiter nahe der Oberfläche !"[/b], gab Jones durch.
"Hat uns bisher nicht erfasst und dreht nun Richtung Norden"
[b]"Ruder hart Backbord !", korrigierte CR45H.[/b]
So würde er dem Torpedo auf der Spur bleiben und seine Chancen wahren, unter ihm durch zu schlüpfen.
[img]http://up.picr.de/32529378ir.jpg[/img]
[b]"Boot auf 400 Fuß abfangen !"[/b]
So blieben noch rund 100 Fuß zum Meeresboden.
Falls dieser bretteben wäre.
Was er zweifellos nicht war.
Der [b]Commander [/b]hoffte, dass sich in der Nähe immerhin keine Hügel befänden.
Geräusch voraus zu nehmen konnte er sich in dieser taktischen Situation leider auch nicht leisten.
[b]"Torpedo im Wasser !", brüllte Jones unvermittelt aus der Sonar-Abteilung.
"Torpedo im Wasser, Richtung etwa 50° !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529379xo.jpg[/img]
Genervt rollte der [b]Commander [/b]die Augen zur nahen Decke.
Also war doch ein zweiter ASW-Heli im Spiel !
Tat das Not ?!
Die [b]Norfolk [/b]beschleunigte eh schon mit allem was der Reaktor her gab, lief so tief, wie es der [b]Commander [/b]eben wagte und mit dem Ruder hart Backbord drehte man auch von dieser neue Bedrohung ab.
Also gab es schlicht nichts weiter zu tun.
"Torpedo 1 läuft Richtung Norden ab", informierte Jones.
"Torpedo 2 sucht. Torpedo sucht und taucht ab !"
Offenbar hatte die Heli-Crew bemerkt, dass die Norfolk sich nun knapp über dem Grund hielt.
Oder den zweiten Torpedo einfach der Abwechslung halber auf Suche in der Tiefe programmiert.
So oder so: [b]unschön[/b].
[b]H34D [/b]beschloss, den Dingen vorläufig ihren Lauf zu lassen, bis sich eine günstige Gelegenheit ergab.
"Boot läuft nun mit 30 Knoten, Tiefe 397 Fuß! Achtung, Entfernung zum Boden nur 100 Fuß"
[img]http://up.picr.de/32529380gw.jpg[/img]
Das Heulen der Kühlwasserpumpe war immer lauter vernehmbar, während sich die [b]Norfolk [/b]ihrer Höchstgeschwindigkeit näherte.
[b]
"Torpedo hat Norfolk erfasst ! Torpedo hat Norfolk erfasst und schließt auf Steuerbord auf ! Entfernung unter 200 Yards !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529431mb.jpg[/img]
Die in immer kürzeren Abständen auftreffenden Pings des feindlichen Aales war an Bord klar zu vernehmen.
Der vermutlich mit 50 Knoten anlaufende Killer verkürzte rasch die Entfernung zu seinem auserkorenen Ziel.
Noch immer wartete der [b]Commander [/b]ab.
[b]"Sonar, sagen Sie Bescheid, wenn er auf unserer Sechs hängt !"[/b], gab er über Bordfunk durch.
Er hatte beschlossen, die Sache mit ein paar neuen Tricks anzugehen.
[img]http://up.picr.de/32529432cz.jpg[/img]
[b]"Torpedo schließt weiter auf, läuft nun exakt in unserem Kielwasser, Entfernung etwa 150 Yards ![/b]", antwortete der Sonartechniker nur Sekunden später.
[b]"Ruder hart Steuerbord !", versetzte H34D umgehend.[/b]
Schlingernd folgte die [b]Norfolk [/b]dem radikalen Kurswechsel, hinter sich eine Zone stark verwirbelten Wassers zurücklassend, die das Sonar des feindlichen Torpedos irritieren würde.
[img]http://up.picr.de/32529433al.jpg[/img]
Die Pings verstummten umgehend.
"Torpedo hat Kontakt verloren, dreht nach Steuerboard!"
[b]"Tiefenruder 30° achterlastig !", reagierte der Commander
"Täuschkörper raus !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529434kd.jpg[/img]
Wenn alles klappte, könnte die [b]Norfolk [/b]wie ein Springpferd über den feindlichen Torpedo setzen.
Immerhin lief das Boot fast mit maximaler Geschwindigkeit und würde daher wie ein Pfeil nach oben schießen.
"Torpedo sucht weiter, hat uns bisher nicht erfasst ! Dreht nach Backbord, passiert uns gleich steuerbords !"
"Boot passiert 300 Fuß"
[img]http://up.picr.de/32529483cb.jpg[/img]
Der Kommandant klammerte sich mit beiden Händen am Kartentisch fest, um nicht hinten über zu kippen.
Könnte klappen, sagte er sich, könnte klappen !
[b]"Torpedo hat uns erfasst ! Torpedo hat Norfolk erfasst und steigt auf ! Entfernung unter 100 Yards !", schrillte Jones über den Bordfunk.[/b]
Unnötigerweise, konnte doch die gesamte Crew das Kreischen der Pings problemlos selbst hören.
[img]http://up.picr.de/32529484tb.jpg[/img]
Immerhin hatte die [b]Norfolk [/b]etliche Meter nach oben gut gemacht, weshalb der Torpedo nun nicht viel Zeit hatte, sein wieder entdecktes Ziel zu treffen.
"Boot passiert 200 Fuß"
[b]
"Tiefenruder 30° vorlastig ! Ruder mittschiffs !"[/b], verkündete der Commander, seine letzte Karte spielend.
[img]http://up.picr.de/32529485kz.jpg[/img]
Erneut schlingerte die [b]Norfolk [/b]aufgrund der radikalen Manöver.
Nun drohte der [b]Commander [/b]über den Kartentisch hinweg zu segeln, als der Bug unter ihm weg sackte.
Dem russischen Torpedo war's jedenfalls zu viel.
In wenigen Metern Abstand schoss er hinter dem Turm des US-Bootes vorbei.
[img]http://up.picr.de/32529560wo.jpg[/img]
Erleichtert atmete [b]CR45H [/b]wieder aus.
Das war entschieden knapper gewesen als geplant !
Wenn er weiter versucht hätte, den Torpedo zu überlaufen, wäre die Sache glatt schief gegangen.
[b]
"Boot läuft nun mit Höchstgeschwindigkeit von 33 Knoten ! Passieren 300 Fuß ! Achtung, Kollisionswarnung !"[/b]
Der Meeresboden kam nun rasend schnell näher, während der russische Torpedo nun mit einer Steuerbord-Drehung versuchte, sein scheues Wild wieder aufzuspüren.
[b]"Tiefenruder 10° achterlastig !", versetzte H34D.[/b]
Es galt, so tief wie möglich zu kommen, um aus dem vertikalen Suchbereich heraus zu kommen, bevor der Torpedo die [b]Norfolk [/b]wieder vor der Nase hatte.
Da die [b]Norfolk [/b]zur Zeit mit 30° Anstellwinkel in die Tiefe rauschte, würde es einige Zeit dauern, bis sich das Boot wieder aufrichtete.
[img]http://up.picr.de/32529561cl.jpg[/img]
[b]"Torpedo hat Norfolk erneut erfasst ! Torpedo schließt auf, Entfernung etwa 200 Yards !",[/b] verkündete Jones mit bemühtem Gleichmut.
[b]Mist Mist Mist, dachte CR45H.[/b]
Das Ding war entschieden zu smart, vielleicht hatten die Russen was Neues ausgebrütet.
Ein Mark 48 hätte seine Sache auch nicht viel besser machen können.
Jedenfalls war sein neuer Plan damit auch schon wieder Geschichte.
"Boot läuft auf 375 Fuß, beginnt wieder zu steigen !", meldete der XO.
[img]http://up.picr.de/32529563ay.jpg[/img]
[b]"Ruder hart Steuerbord !", beschied der Commander.[/b]
Das Biest war viel zu nahe dran, um es mit einer Wende in seinen Kurs hinein zu versuchen.
Also zurück zu Plan A.
Erneut schloss der feindliche Aal rasch zur [b]Norfolk [/b]auf, die ihm mehr und mehr ihr Heck zuwandte.
[b]
"Torpedo schließt weiter auf ! Skipper !", brüllte Jones über das Kreischen der Pings hinweg.[/b]
Mit mechanischer Entschlossenheit jagte der russische Aal auf die Schraube der Norfolk zu.
[img]http://up.picr.de/32529630pl.jpg[/img]
[b]"Ruder hart Backbord ! Täuschkörper raus ! Tiefenruder 30° achterlastig !", rief CR45H über den Lärm hinweg.[/b]
Erneute bildete sich hinter dem Jagd-U-Boot eine massive Verwirbelung im Wasser, die das feindliche Sonar ablenkte.
Der kurz dahinter platzierte Täuschkörper sorgte für weitere Störungen, sodass die Pings unvermittelt verstummten, als der Torpedo den Kontakt verlor und erneut zu manövrieren begann.
[b]"Torpedo hat Kontakt verloren und dreht nach Steuerbord!"[/b], gab Jones erleichtert durch.
Er wischte sich mit der Rechten über die schweißnasse Stirn.
Das war hier alles entschieden zu eng !
[img]http://up.picr.de/32529631gn.jpg[/img]
"Passieren 300 Fuß !"
Erneut jagte die [b]Norfolk [/b]mit maximaler Fahrt nach oben zur viel zu nahen Wasseroberfläche.
"Passieren 200 Fuß !"
Wo sich eine [b]Kanin [/b]herumtrieb.
[b]
"Boot auf Periskop-Tiefe durchpendeln !",[/b] befahl der Commander.
Mit zwei 76mm Zwillings-Geschützen, die mit etwa 100 Schuss pro Minute das Boot in Windeseile zersieben würden, wenn sie es vor die Rohre bekämen.
Wie schnell die russischen Gunner reagierten, hatte man ja erst jüngst gesehen.
[b]"Torpedo hat Norfolk erneut erfasst ! Torpedo hat Norfolk erfasst und schließt auf !"[/b], meldete Jones resignierend.
[img]http://up.picr.de/32529632wd.jpg[/img]
"Passieren 100 Fuß !"
Dieses Mal lief der feindlich Aal von unten an.
Der Winkel erschien dem [b]Commander [/b]einigermaßen günstig.
Obwohl der Torpedo radikal manövrierte, würde er die gerade noch soeben erfasste [b]Norfolk [/b]wohl nicht erreichen können.
[b]"Tiefenruder 30° vorlastig !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529633ru.jpg[/img]
Erwartungsgemäß schoss der Torpedo auf Gegenkurs unter der [b]Norfolk [/b]hindurch, während der [b]Commander [/b]schon dabei war, das Boot für die nächste Runde zu positionieren.
Dieses Mal wollte er selber unter dem Torpedo durch laufen, was das Boot auch in angenehmer Distanz zu den russischen Geschützen halten würde.
Unvermittelt erschütterte eine Druckwelle und infernalischer Lärm die [b]Norfolk[/b].
[b]"Torpedo hat sich selbst zerstört !", analysierte Jones.
"Vermutlich am Ende seiner Laufzeit!"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529634rw.jpg[/img]
Tief einatmend zog der [b]Commander [/b]sein Basecap vom Kopf und wischte sich durch das schweißnasse Haar.
So eng wie hier war es noch nie gewesen !
[b]"Fokussiert bleiben, Gentlemen !", schnarrte er über die begeisterten Rufe der Crew hinweg.
"Da draußen läuft immer noch eine Kanin, die uns an den Kragen will !"[/b]
"Passieren 100 Fuß !"
[b]"Ruder mittschiffs !"[/b], verkündete [b]CR45H [/b]mit Blick auf die Anzeigen.
Die [b]Norfolk [/b]lief gerade zufällig grob in Richtung des Wracks der längst auf dem Boden gelandeten Kara.
Irgendwo da müsste auch der verbliebene sowjetische U-Jäger operieren und dem wollte der Kommandant nun mal ein wenig auf die Pelle rücken.
"Passieren 200 Fuß !"
Noch immer tauchte die [b]Norfolk [/b]mit maximaler Fahrt und Anstellwinkel ab.
Tiefe war immer noch der beste Schutz, verschaffte sie doch unter Anderem auch Reaktionszeit gegenüber allen möglichen Ungelegenheiten.
[b]"Auf Tiefe 450 Fuß gehen !", ordnete H34D an.[/b]
Damit blieben noch so etwa 50 Fuß Toleranz zu einem brettebenen Meeresgrund.
Nur, dass der Boden halt nicht bretteben war.
Aber man konnte auch nicht alles haben.
"Passieren 300 Fuß, Boot kommt auf Tiefe 450 Fuß"
[img]http://up.picr.de/32529709am.jpg[/img]
[b]Lieutenant Commander Walke[/b]r legte die Stirn in tiefe Sorgenfalten.
Gerade erst hatte man dem Tod gleich mehrfach tief in die Augen geblickt und schon jagte der Alte wieder mit aller Kraft dem russischen Zerstörer hinterher, anstatt die Dinge zur Abwechslung mal etwas ruhiger anzugehen.
Im Grunde wusste man nicht, wo der Russe überhaupt operierte, war doch der Kontakt schon lange abgebrochen.
Er konnte genauso gut sehr dicht stehen und nur darauf lauern, dass die [b]Norfolk[/b], bei dieser Geschwindigkeit taub wie ein Pfahl, in Reichweite seiner [b]RBU-6000-Werfer[/b] käme.
Damit würde dann die Glückssträhne des Kommandanten ebenso abrupt wie endgültig reißen.
Indessen war [b]H34D CR45H[/b] selbst mit intensivem Nachdenken beschäftigt.
Dieser letzte Torpedo warf seine bisherigen Analysen ziemlich über den Haufen.
Entweder waren da draußen zwei ASW-Helis am Werk, wovon einer von der versenkten [b]Kara [/b]stammen und mittlerweile leer geschossen sein müsste.
Der andere wäre dann von der [b]Kanin [/b]heran geeilt.
Allerdings hatte es die [b]Norfolk [/b]bislang nur mit drei Torpedos zu Tun bekommen, also hätte dieser zweite Heli noch einen übrig.
[b]"Passieren 400 Fuß, Boot kommt auf Tiefe 450 Fuß"[/b]
Wenn dem so wäre, so fiele dem Kommandanten kein plausibler Grund ein, warum der Heli diesen zwischenzeitlich noch nicht eingesetzt haben sollte.
Vorzugsweise während die [b]Norfolk [/b]auf Leben und Tod mit dem dritten Torpedo gerungen hatte.
Ein weiterer Torpedo hätte die ohnehin knappe Angelegenheit in eine sichere Katastrophe verwandelt.
Aber der ominöse vierte Torpedo war ausgeblieben - warum ?
Vielleicht war der erste Torpedo ja doch von einer [b]Silex [/b]von der [b]Kara [/b]heran befördert worden und die beiden übrigen Torpedos von dem Heli der [b]Kanin[/b].
Dann hätte die [b]Kara [/b]eben doch noch einen Schuss geschafft, bevor sie von einem der beiden Tomahawks getroffen wurde.
Und der Heli der [b]Kara [/b]war mit dieser auf den Meeresboden gesunken, da er sich ansonsten längst in den Kampf eingeschaltet hätte.
Im Grunde passte diese Analyse am Besten zu den vorliegenden Fakten, nur die recht geringe Laufzeit des ersten Torpedos störte das Bild.
[b]H34D [/b]hätte hier deutlich mehr Ausdauer erwartet, aber er mochte sich durchaus täuschen.
Der Kommandant entschied sich, diesen Ansatz als den plausibelsten anzusehen und entsprechend zu operieren.
Die [b]Norfolk [/b]jagte inzwischen mit heulendem Antrieb und maximaler Fahrt knapp über dem Boden der [b]Barents-See [/b]nach Nordwesten, dem verbliebenen Feind entgegen.
[b]CR45H [/b]ging es vorrangig darum, möglichst viel Abstand zum Detonationspunkt des dritten Torpedos zu gewinnen.
Dieses Ereignis war der [b]Kanin [/b]ganz sicher nicht entgangen.
Der russische Skipper würde bestimmt davon ausgehen, dass der Torpedo das amerikanische Boot zwar verfehlt hatte, aber doch in dessen Nähe hochgegangen war.
Also würde er seine weiteren Operationen auf diese Koordinaten hin ausrichten.
Als die ganze Angelegenheit hier begonnen hatte, etwas aus dem Ruder zu laufen und schließlich der Kontakt zu der [b]Kanin [/b]abgebrochen war, stand diese etwa 35.000 Yards entfernt.
Verdammt weit weg, auch angesichts der Zeit, die die [b]Norfolk [/b]für das Abschütteln der feindlichen Torpedos gebraucht hatte.
[b]H34D [/b]unterstellte, dass die [b]Kanin [/b]nicht einfach Hals über Kopf mit maximaler Fahrt auf die Position der [b]Norfolk [/b]zugelaufen war, da sie dann ihr Sonar genauso gut gleich in den Bach hätte werfen können.
Vermutlich würde es der Russe etwas gemütlicher angehen lassen.
Schließlich war sein Begleiter gerade erst aus dem Wasser gesprengt worden, eine [b]Silex [/b]war auf dem Weg zu dem Amerikaner und sein eigener ASW-Heli hatte die Jagd ebenfalls eröffnet.
Da konnte man sich schon mal kurz sammeln und sich die Sache in Ruhe ansehen.
[b]"Boot auf 439 Fuß durchgependelt", meldete der XO.[/b]
Das erschien ihm durchaus ausreichend genau dem Befehl des Kommandanten zu entsprechen.
Schließlich war kaum noch Wasser unter dem Kiel.
Wenn es dem Alten nicht passte, konnte er ja selber Hand anlegen !
Dieser registrierte die Meldung seines [b]XO [/b]beiläufig, immer noch in Gedanken versunken.
Wenn seine Überlegungen soweit zuträfen, befände sich die [b]Norfolk [/b]noch deutlich außerhalb der Reichweite der [b]RBU-6000 [/b]und die [b]Kanin [/b]hätte zumindest größte Mühe, die [b]Norfolk [/b]zu hören, Lärm hin oder her.
Damit hinge dann alles an dem verdammten ASW-Heli.
Dieser müsste nach Lage der Dinge leer geschossen sein.
Was würde der Russe mit seinem größten Aktivposten anfangen?
Zurück holen, auftanken und aufmunitionieren?
Das würde ziemlich lange dauern.
Verdammt lange, wenn man bedachte, dass nicht all zu weit entfernt ein amerikanisches Atom-U-Boot operierte.
Das gerade einen prächtigen Kreuzer der[b] Kara-Klasse [/b]versenkt hatte !
Der Amerikaner mochte entwischen, bevor der Heli wieder in die Luft kam.
Oder noch schlimmer: er griff auch noch den eigenen Zerstörer an !
Allerdings könnte man ihn mit dem eigenen Sonar immerhin entdecken, wenn er sich näherte.
Oder stattdessen den Heli weiter zur Aufklärung am Feind lassen und selber heranlaufen, um den Cowboy mit den Werfern zu beharken ?
Wobei man allerdings geraume Zeit innerhalb der Reichweite der amerikanischen Torpedos operieren würde.
Dem Amerikaner mochte es durchaus einfallen, einen ganzen Fächer auf den eigenen Zerstörer los zu lassen, bevor man überhaupt in Reichweite käme.
Für ein Überwasser-Schiff war es weit schwieriger, einem Torpedo zu entkommen, als für ein modernes Atom-U-Boot.
Also zwei wenig attraktive Alternativen für den russischen Skipper.
Im ersten Fall riskierte er hauptsächlich einen Anschiss vom aufgebrachten Stab der Nordmeer-Flotte.
Im zweiten Fall hingegen unmittelbar seinen Hals.
An der Stelle des russischen Kommandanten würde sich [b]CR45H [/b]für die risikoärmere Variante entscheiden.
Mit einem[b] Los Angeles - Boot[/b] konnte man weit mehr Risiken eingehen als mit einem alten russischen Zerstörer.
Diese Überlegung war es, die [b]H34D [/b]die nötige Zuversicht verlieh, um mit maximaler Kraft und unter entsprechender Lärmentwicklung nach Nordwesten zu laufen.
Schnellst möglichst weg vom Detonationspunkt des letzten russischen Torpedos und ebenso schnellstmöglich hin zum vermutlichen Standort des russischen Zerstörers.
In der Annahme, dass der Russe seinen Heli zurückbeordert hatte, um die Norfolk weiter aus sicherer Distanz mit dem dann wieder aufmunitionierten Heli zu bekämpfen.
Er mochte sich durchaus täuschen.
Aber man fuhr im Krieg durchaus nicht sicherer, wenn man verhalten operierte.
Man überließ vor Allem dem Gegner die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und musste dann reagieren.
Für [b]Commander H34D CR45H[/b] keine attraktive Vorgehensweise.
Trotz all dem war es nun auch aus Sicht des Kommandanten langsam an der Zeit, wieder etwas unauffälliger zu Werke zu gehen.
[b]"Maschine zurück auf volle Fahrt ! Neuer Kurs 045"[/b]
Das würde bei der aktuellen Tiefe unter 400 Fuß reichen, um das extrem auffällige Kavitieren der Schraube zu unterbinden.
Die Geschwindigkeit der [b]Norfolk [/b]verminderte sich zügig.
[img]http://up.picr.de/32529710hr.jpg[/img]
In der Sonar-Abteilung registrierte Sonartechniker [b]Jones [/b]erleichtert, dass sich die Wasserfall-Displays allmählich aufklärten.
Angesichts des Lärmes, den die [b]Norfolk [/b]veranstaltete, hatte es für die Sonar-Abteilung nach dem Ende des letzten Torpedos nichts mehr zu tun gegeben.
Auch der [b]XO [/b]atmete auf.
Volle Fahrt war für seinen Geschmack immer noch zu schnell, aber immerhin hätte man mal wieder die Chance, etwas zu hören, das in der Nähe vor sich gehen mochte.
[b]"Boot kommt auf neuen Kurs 045, läuft mit 23 Knoten"[/b]
[b]CR45H's [/b]Augen klebten auf den Anzeigen.
Knoten um Knoten verminderte sich die Fahrt des Jagd-U-Bootes.
Und damit auch die Strömungsgeräusche.
Die [b]Norfolk [/b]lief nun wieder querab zu den letzten Positionen der [b]Kara [/b]und der [b]Kanin[/b].
Widmete damit ihre maximale Sonar-Kapazität dem verdächtigen Bereich.
[img]http://up.picr.de/32529711bs.jpg[/img]
[b]"Maschine zurück auf ein Drittel !"[/b]
Falls der Russe in gefährlicher Nähe zur [b]Norfolk [/b]operieren würde, hätte man in nach[b] H34D's [/b]Auffassung inzwischen gehört.
Da man nichts hörte, stand er weiter entfernt.
Und wenn er weiter entfernt stand, wäre ihm so einiges aus den letzten Minuten entgangen.
Insbesondere, wo die [b]Norfolk [/b]sich zur Zeit aufhielt !
[img]http://up.picr.de/32529712pc.jpg[/img]
Also konnte man sich nun in aller Ruhe umhören !
Die Geschwindigkeit der [b]Norfolk [/b]sank weiter ab, während das Boot immer leiser durchs Wasser glitt und immer genauer in die See hinaus horchte.
[b]"Kontakt !", rief Jones
"Kontakt zu Master 2 wieder hergestellt ! Master 2 operiert Richtung 318 !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529738qt.jpg[/img]
Zufrieden musterte der Kommandant den Kartentisch, wo der Navigator die Meldung mit Filzstift eintrug.
Im Grunde genau da, wo er den Russen vermutet hatte.
[b]"Torpedos in Rohr 1 und Rohr 3 einstellen auf Oberflächen-Ziel und Aktiv-Sonar !"[/b]
"Boot kommt auf Kurs 045, läuft nun mit 5 Knoten in 442 Fuß Tiefe ! Ungefähr 60 Fuß bis zum Meeresgrund !", meldete der XO
"Master Zwo operiert in Richtung 313, läuft mit 9 Knoten in etwa 18.600 Yards, Kurs noch unklar !", ließ Jones wissen.
[img]http://up.picr.de/32529823zx.jpg[/img]
Das war verdammt weit weg, jedenfalls für einen Mark 48, befand[b] H34D CR45H.[/b]
Aber auch erfreulich weit weg im Hinblick auf seinen vorherigen Überlegungen.
Es war durchaus wahrscheinlich, dass der Russe von den Manövern der [b]Norfolk [/b]nach der Detonation des letzten Torpedos nichts mitbekommen hatte.
Dann konnte sich das amerikanische Boot aus seiner Sicht in einem Gebiet aufhalten, das inzwischen mehrere Quadrat-Meilen umfasste.
Zeit, selber wieder Druck zu machen, sagte sich der [b]Commander[/b].
Immerhin schaffte der Mark 48 bis zu 50.000 Yards.
Mehr als ausreichend, um dem Russen ordentlich zu Leibe zu rücken.
Und während dieser weg rannte, konnte er schon mal nicht auf die [b]Norfolk [/b]schießen.
[b]"Torpedo Rohr 1 klar machen ! Oberflächen-Ziel, Richtung 315, Aktivierung bei 9.000 Yards, Aktiv-Sonar !"[/b]
"Torpedo Rohr 1 klar zum Schuss !"
[b]"Torpedo Rohr 1: Feuer !", ordnete CR45H mit einiger Genugtuung an.[/b]
Lange genug hatte man sich von russischen Torpedos durch die Gegend hetzen lassen.
Nun sollten die Russen mal laufen !
[img]http://up.picr.de/32529824ow.jpg[/img]
Zischen fuhr der Mark 48 aus seinem Rohr und drehte hart nach Backbord auf den eingestellten Kurs.
"Torpedo Rohr 1 läuft gut, Draht ist OK"
Na, hoffentlich bleibt das auch so, dachte [b]H34D[/b].
Der Draht würde ziemlich unter Stress kommen, da das Boot weiter Richtung 045 lief, aber immerhin mit geringer Geschwindigkeit.
Könnte durchaus gut gehen !
Jedenfalls gedachte der Kommandant, noch einigen Abstand zum Abschuss-Punkt zu gewinnen.
Wenn der Russe den amerikanischen Torpedo irgendwann bemerkte, würde er die Norfolk sicher am Ende einer geraden Linie vermuten.
Also wollte [b]CR45H [/b]genau dort nicht sein !
Im Grunde lag ihm daran angesichts des wohl bald wieder aufmunitionierten ASW-Helis der [b]Kanin [/b]sogar noch weit mehr, als an der Option, den Torpedo weiter über den Draht steuern zu können.
Der Russe konnte vom Abschuss nach menschlichem Ermessen aus dieser Entfernung nichts gehört haben, würde also nicht so bald manövrieren.
Damit bestand eine reale Chance, den Torpedo auch ungelenkt ins Ziel zu bringen, während sich die Norfolk zügig absetzte.
[b]
"Maschine: auf volle Fahrt voraus gehen !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529825sy.jpg[/img]
Die [b]Norfolk [/b]erwachte wieder zum Leben und beschleunigte zügig.
[b]"Draht gerissen, Torpedo 1 operiert und nun selbständig ! Noch etwa 8.000 Yards bis zur automatischen Aktivierung !", ließ Lieutenant Hardesty wissen.[/b]
[b]"Ruder Backbord auf neuen Kurs 360 !", reagierte CR45H.[/b]
Die [b]Norfolk [/b]hatte inzwischen einigen Abstand zur Abschuss-Position gewonnen, sodass er nun wieder dem Russe näher kommen wollte.
Falls der erste Torpedo doch vorbei ginge.
Außerdem wandte man der [b]Kanin [/b]so eine geringere Fläche zu und bliebe länger unentdeckt.
[img]http://up.picr.de/32529826um.jpg[/img]
[b]"Rohr 1: Torpedo nachladen !"[/b]
[b]
"TMA Update: Master Zwo operiert in Richtung 308, Entfernung 16.900 Yards, läuft mit 11 Knoten auf Kurs 138"[/b], meldete die Sonar-Abteilung.
[img]http://up.picr.de/32529858pr.jpg[/img]
Das klang nicht so, als hätte der Russe schon irgend etwas von dem heran nahenden Unheil bemerkt.
Tatsächlich lief er mehr oder weniger der [b]Norfolk [/b]in die Arme, wenn auch mit gemächlicher Geschwindigkeit.
Die Sekunden verstrichen in gespannter Erwartung.
[b]"Master Zwo Lageänderung ! Beschleunigt und dreht nach Steuerbord !"[/b]
Nun ist er wohl aufgewacht, analysierte [b]H34D[/b].
Leider etwas früh, da sich der Torpedo noch nicht aktiviert hatte.
Womöglich schaffte es der Russe mit energischen Manövern noch aus dem Erfassungsbereich des Mark 48 heraus zu kommen.
[b]"Master Zwo beschleunigt weiter ! Läuft nun mit 22 Knoten und dreht weiter hart Steuerbord ! Entfernung nun 15.300 Yards"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529859as.jpg[/img]
"Rohr 1: Torpedo nachgeladen !"
[b]"Ruder hart Backbord, neuer Kurs 315", befahl der Kommandant.[/b]
Der Russe würde bald in die gleiche Richtung laufen, um dem Mark 48 auszuweichen.
[b]H34D [/b]hatte nicht die Absicht, ihn noch entkommen zu lassen.
"Neuer Kurs 315 liegt an, Boot läuft weiter mit 20 Knoten in Tiefe 442 Fuß !"
"Was macht unser Torpedo ?" fragte [b]CR45H [/b]nach.
"Torpedo hat sich noch nicht aktiviert, Master Zwo müsste noch knapp im Erfassungsbereich liegen !"
[b]"Master Zwo beschleunigt immer noch ! Läuft nun mit 25 Knoten und dreht immer noch nach Steuerbord ! Entfernung nun 15.400 Yards !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529860ay.jpg[/img]
Skeptisch betrachtet der [b]Commander [/b]die Linien, die der Navigator auf den Kartentisch zeichnet.
Der Russe lief nun querab zum amerikanischen Torpedo.
Falls er noch im Erfassungsbereich liegen sollte, dann jedenfalls nicht mehr lange.
Also Zeit, nachzulegen, bevor die Entfernung zum Ziel noch größer würde !
[b]"Torpedo Rohr 1 klarmachen ! Oberflächen-Ziel, Kurs 315, Aktivierung nach 3.000 Yards, aktives Sonar !"[/b]
"Torpedo Rohr 1 klar zum Schuss !"
[img]http://up.picr.de/32529861de.jpg[/img]
[b]"Torpedo Rohr 1: Feuer !"[/b]
Ein weiterer Mark 48 jagte aus dem Torpedorohr und drehte schnell nach Backbord auf den eingestellten Kurs.
Der [b]Commander [/b]hatte ihn absichtlich nicht direkt auf den fliehenden Zerstörer abgefeuert.
Er wollte ihn vielmehr in das Kielwasser des Gegners bringen, während dieser noch auf den ersten Torpedo fixiert war.
"Torpedo Rohr 1 ist gut frei gekommen, Draht OK !"
[b]"Neuer Kurs 300", befahl der Commander.[/b]
Der Russe drohte allmählich nach Backbord auszuwandern und er wollte sich nicht abhängen lassen.
[b]"Kontakt zu Torpedo 1 verloren, ist höchstwahrscheinlich achtern an Master Zwo vorbei gelaufen, bevor er sich aktiviert hat !",[/b] analysierte Jones.
[b]"Master Zwo läuft nun mit 29 Knoten, beschleunigt weiter, hält Kurs 263. Entfernung aktuell bei 6.900 Yards"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529948eo.jpg[/img]
Egal welchen Torpedo der Russe als Maßstab nehmen mochte, aufgrund der Manöver der [b]Norfolk [/b]gab keiner Aufschluss auf die reale Position des Bootes.
Woran [b]H34D [/b]durchaus so Einiges lag, käme man nun doch bald in Reichweite der russischen [b]RBU-6000[/b] !
Allerdings operierte die [b]Norfolk [/b]nun auch beinahe im Kielwasser der Kanin, wo der alte Kahn praktisch stocktaub war.
[b]"Torpedo 2: neuer Kurs 294, Aktivierung nach weiteren 3.500 Yards !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529949to.jpg[/img]
[b]
"Torpedo 1 hat sich aktiviert, steigt auf zur Oberfläche und peilt mit Aktiv-Sonar !", gab die Sonar-Abteilung bekannt.
"Allerdings befindet sich Master Zwo weit außerhalb des Erfassungsbereiches"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529950eg.jpg[/img]
[b]
"Master Zwo manövriert: läuft nun mit 32 Knoten in Richtung 280 auf Kurs 254. Entfernung aktuell bei 7.200 Yards"[/b]
Also hatte der Russe nun auch diesen zweiten Aal gehört, befand [b]H34D[/b].
Aber den würde er nicht so leicht los werden.
Der neue Kurs gefiel dem [b]Commander [/b]weit weniger.
Wenn der Russe weiter drehte, würde er die [b]Norfolk [/b]schließlich doch noch mit seinem[b] Bull Nose Sona[/b]r entdecken.
Aber noch befand man sich ja außerhalb der Reichweite der Werfer und bald würde man an Bord der [b]Kanin [/b]ganz andere Sorgen haben.
[b]"Neuer Kurs 275 ! Maschine runter auf ein Drittel voraus !"[/b]
So würde die [b]Norfolk [/b]dem Russen nur die minimale Fläche zuwenden, falls dieser komplett herum kommen sollte.
Aufgrund der geringen Fahrt wäre sie zudem trotz des geringen Abstandes nur sehr schwer auszumachen sein.
[img]http://up.picr.de/32529951oq.jpg[/img]
[b]"Torpedo 2 nachsteuern: neuer Kurs 255, Aktivierung nach weiteren 1.500 Yards !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32529951oq.jpg[/img]
Ein weitere Minute verstrich in atemloser Spannung.
Der erfolgreiche Abschluss dieses Gefechtes stand kurz bevor.
[b]"Master Zwo läuft nun mit 34 Knoten in Richtung 269 auf Kurs 227! Entfernung liegt bei 8.300 Yards"[/b]
[b]"Torpedo 2 ist aktiv ! Torpedo 2 hat Ziel Master Zwo erfasst ! Torpedo 2 hat Ziel erfasst und schließt auf !", meldete Lieutenant Hardesty[/b]
[img]http://up.picr.de/32530058pl.jpg[/img]
Damit dürfte das Schicksal der [b]Kanin [/b]nun ebenfalls besiegelt sein, dachte [b]H34D[/b].
Einen Mark 48 auf so kurze Entfernung abzuschütteln, war für einen alten Zerstörer eine kaum lösbare Aufgabe.
Und von dem mistigen Heli bislang auch keine Spur !
Vielleicht wurde er immer noch betankt oder suchte schlicht im falschen Gebiet.
[img]http://up.picr.de/32530059uo.jpg[/img]
[b]"Master Zwo hält Kurs 227, läuft weiter mit 34 Knoten ! Entfernung nun bei 8.900 Yards !", gab Jones durch.
"Torpedo 2 hat Ziel weiterhin erfasst und schließt weiter auf !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32530060qt.jpg[/img]
[b]CR45H [/b]beobachtet mit auf den Rücken verschränkten Händen, wie die Linien der Kurse von [b]Torpedo 2 und Master Zwo[/b] sich überschnitten.
Lange würde es nicht mehr dauern !
[b]"Master Zwo peilt mit Aktiv-Sonar ! Wahrscheinlich nach Torpedo 2. Uns kann er jedenfalls nicht hören !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32530061qz.jpg[/img]
[b]"Master Zwo Lageänderung: dreht hart Backbord in den Kurs des Torpedos hinein !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32530062vu.jpg[/img]
Der [b]Commander [/b]kann sich schon denken, was der Russe vor hat.
Schließlich hat er das gleiche Manöver auch schon oft genug durchgezogen.
[b]"Täuschkörper im Wasser ! Master Zwo setzt Täuschkörper ein ! Entfernung von Torpedo 2 zu Master Zwo unter 200 Yards !"[/b], meldet Jones wenig später
[img]http://up.picr.de/32530063du.jpg[/img]
[b]"Torpedo 2 hält Ziel weiter erfasst ! Schließt weiter auf ! Achtung, gleich hat er ihn !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32530064ax.jpg[/img]
Sekunden später dröhnt eine entfernte Detonation aus dem Meer herüber.
[b]
"Master Zwo getroffen ! Wassereinbruch hörbar ! Maschine offenbar ausgefallen !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32530065ex.jpg[/img]
Die Besatzung der [b]Norfolk [/b]jubelt lautstark nach der Anspannung des langen Kampfes.
[b]"Bestätige, Master Zwo sinkt ! Schotts brechen ! Master Zwo geht runter !", ruft Joes begeistert.[/b]
[b]Commander H34D CR45H[/b] nickt gemessen.
Nach Jubel ist ihm nach diesem harten Gefecht, das lange auf des Messers Schneide stand, nicht zu Mute.
[b]
"Gefechtsbereitschaft aufheben ! Wir haben es geschafft, beide Russen wurden versenkt ! Gute Arbeit !", verkündet er über 1MC.[/b]
[img]http://up.picr.de/32530115jx.jpg[/img]
[b]
"Wir brechen die Mission ab !", beschließt er, dem XO zugewandt.
"Kurs auf Holy Loch nehmen um das Boot wieder Instand zu setzen und aufzumunitionieren !"[/b]
[img]http://up.picr.de/32530116sl.jpg[/img]
[b]CR45H [/b]hat keine Lust, seine Haut weiter in der Barents-See zu riskieren, nun, wo die [b]Nordmeer-Flotte[/b] nach dem Verlust sowohl der nördlichen als auch der südlichen Torwächter wohl in heller Aufregung ist.
Vermutlich hat man schon alle verfügbaren Schiffe und U-Boote nach Westen geworfen um herauszufinden, was dort für eine Teufelei im Gange war.
Außerdem hat er immer noch keine Ahnung, wo diese ominösen Seeversorger denn nun stecken mochten.
[img]http://up.picr.de/32530117ol.jpg[/img]
Also erstmal nach Hause und wieder klar Schiff machen !
[b]"Die Brücke gehört Ihnen !"[/b], informiert er seinen XO noch, während er sich auf den Weg in seine Kajüte macht, um einen Meldung an den [b]COMSUBLANT [/b]zu formulieren.
Eine weitere Meldung, die diesem wohl nicht passen würde.
Außerdem galt es [b]SUBRON 14[/b] zu informieren, dass die [b]Norfolk [/b]zurück kam.
Schließlich hatte der Commander der [b]Norfolk [/b]durchaus nicht vor, länger als nötig im Hafen zu liegen !
[img]http://up.picr.de/32530118sf.jpg[/img]