von Strategienordi » Mo 16.10.2017, 23:46
clone hat geschrieben:Natürlich, das "Einbinden" hat der FPÖ überhaupt nicht geschadet, die massiven Wählerverluste nach der Schüsselregierung und die Spaltung sind nie passiert.
Das die Großkoalitionäre ein so erbärmliches Bild abgegeben haben, dass die FPÖ wieder Oberwasser bekommt, nein, daran kann der Wiederaufstieg nicht liegen. Rechtspopulismus ist immer eine Antwort auf die Qualität der Regierenden.
Und wer bei jedem Rechten, auch Rechtsradikalen immer Nazi ruft, der verharmlost schlicht den Holocaust und die Verbrechen eben jener Nazis. Denn eine nationalsozialistische Gesinnung wird keiner von diesen Herren (und Damen) haben, auch ein Rechtsradikaler ist davon noch weit weg.
Die FPÖ hatte ne Schwächephase. Danach war sie stärker als zuvor, hat eine Zustimmung (vorallem bezüglich ihrer rechten Position) von bis über 50%. Angefangen hatte die mal bei um die 6%. Dann kam das Appeasement der SPÖ und ÖVP.
Da wird nichts verharmlost. Vorallem nicht, wenn man Leute wie den Gauland oder die Petry so nennt, die alles was zwischen 1933 und 1945 passiert reinwaschen und wieder positiv besetzen wollen.
Frisiercreme hat geschrieben:Die Bundesrepublik hätte ohne die Einbindung der Nazis auch nicht funktioniert. Jedenfalls nicht so, wie wir sie heute kennen. Man kann das bedauern oder gutheißen, anklagen oder bejahen.
Aber merkt Euch endlich mal, dass alleine durch Stigmatisierung als Nazi niemand weniger diese Parteien wählt, sondern dass der Begriff Nazi dadurch trivialisiert wird. Es hat keinen Sinn, die politische Diskussion von 2017 mit den Begriffen von 1932 zu führen.
Naja, in die BRD wurden die Nazis nicht so prominent eingebunden wie in Österreich. Da ist auch nie ein Bundeskanzler hingegangen und hat nen Holocaustbeteiligten gegen einen anerkannten Aufklärer des Holocausts in Schutz genommen.
Und warum nicht? 1932 meinten die Konservativen schonmal, es sei besser mit den Nazis zu gehen. Ohne deren Nachsicht (Hitlerputsch z.B.) und deren Vorarbeit (Preußenschlag) hätten die Nazis nie Erfolg gehabt. Und auch heute eilen die Konservativen geradezu gehorsam voraus und setzen jede Forderung der Rechtsextremen um, nur um danach noch härteren, absurderen und menschenverachtenderen zu hören zu bekommen. Da gibt es recht wenig Unterschied. Und Entsorgungsphantasien gibt es ja auch schon ganz prominent...
Kardinalinfant hat geschrieben:Ja ist es. Ihr ordnet aber in dem von Uns kritisierten Post Österreich als Ganzes quasi als NS-Nachfolgestaat ein. Das ist plumper Unsinn. Da nützt es Euch auch nichts, die Diskussion in Eurem Sinne darauf zu verengen, ob die FPÖ eine Nazi-Partei ist. Im Übrigen waren auch in der CDU und der FDP zu Beginn ehemalige NSDAP-Mitglieder, wohl auch Kriegsverbrecher beteiligt, teilweise an maßgeblichen Stellen. Naziparteien?
Verglichen mit der FPÖ aber harmlos. Es wurde ja mal von Altnazis versucht, die FDP zu übernehmen. Ohnehin, Deutschland hatte andere Bedingungen als Österreich, insbesondere war es immer besetzt. Während der Besatzungszeit bis 1955 waren die Österreicher auch noch fleissig mit der Naziverfolgung. Danach erlahmte es.
Und dass die CDU und auch FDP (ebenso wie erhebliche Teile staatlicher Institutionen) lange NS-Gedankengut mitschleppten ist Fakt. Aber immerhin gabs ne Aufarbeitung, die setzte bei den Ösis erst 20 Jahre später ein und war auch dann noch dürftiger.
Das ist erstens - wie sich aus dem von Euch zitierten Absatz ergibt - so unrichtig (auch rechtsextrem ist nicht gleichbedeutend mit Nazi, aber sehen Wir mal über diese Spitzfindigkeit hinweg) und zweitens geht es eben nicht nur um die FPÖ in Österreich, die hat 26 % bekommen was eben nicht ganz Österreich ist, noch nicht einmal die Mehrheit.
Naja, im ersten Wahlgang bei der BP-Wahl kamen die auf gut 50%. Und wir haben ja nicht geschrieben Österreich ist, sondern ist eher, und zwar in Bezug auf die Erzählung, es sei das erste Opfer gewesen.
Wie immer macht Ihr es Euch sehr einfach. Wer Positionen übernimmt, die "die Bösen" haben, ist selber "böse" (ersetze böse beliebig durch Nazi oder andere Begriffe, die gerade in die aktuelle Diskussion passen). Damit haben die "Bösen" dann also über 50 %. Auch wenn es Euch nicht schmeckt: ÖVP ist nicht gleich FPÖ und damit eben auch nicht gleich Nazi, selbst wenn man der FPÖ dieses Prädikat verleihen möchte.
Naja, was unterscheidet die denn, wenn die die selben Forderungen stellen? Ja die Nachmacher sich sogar rühmen, schon Dinge umgesetzt zu haben? Wenn also die ÖVP die Positionen der FPÖ übernimmt, dann sollen die von der politschen Ausrichtung noch anderes sein?
Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Rassismus und einem Rassismus, der die radikalst mögliche Folgerung aus seinem Denken zieht und die Personen, die nicht in sein Weltbild passen industriell umbringt, ja. Wenn man sich (nachdem massenhafter industrieller Mord heutzutage in Europa nicht mehr mehrheitsfähig ist) mit den Zielen und den Folgen dessen, was zwischen 1933 und 1945 angerichtet wurde identifiziert, kann man aber auch heute noch ein Nazi sein. Das mag auf Teile der AfD wie der FPÖ zutreffen. Mit historischen Vergleichen (insbesondere diesem) wären Wir dennoch vorsichtig, denn...:
Das ist doch eine nette Geschichte fürs ruhige Einschlafen. Das war damals einmalig und passiert schon nie wieder... die Historie belegt zwar etwas anderes, aber egal. Es ist immer erstmal ein Reden, endlos langes Reden bis es für jeden normal und wahr ist, was da verbreitet wird ist. Der eigentliche Vernichtungsakt ist dann relativ kurz. Man kann die Jahrzehnte, in denen Hitler gegen Juden hetzte, nicht von Auschwitz und Treblikna trennen. Solche Hetze muss nicht zur Vernichtung führen, aber sie muss jeder Vernichtung vorausgehen.
[quote="clone"]Natürlich, das "Einbinden" hat der FPÖ überhaupt nicht geschadet, die massiven Wählerverluste nach der Schüsselregierung und die Spaltung sind nie passiert.
Das die Großkoalitionäre ein so erbärmliches Bild abgegeben haben, dass die FPÖ wieder Oberwasser bekommt, nein, daran kann der Wiederaufstieg nicht liegen. Rechtspopulismus ist immer eine Antwort auf die Qualität der Regierenden.
Und wer bei jedem Rechten, auch Rechtsradikalen immer Nazi ruft, der verharmlost schlicht den Holocaust und die Verbrechen eben jener Nazis. Denn eine nationalsozialistische Gesinnung wird keiner von diesen Herren (und Damen) haben, auch ein Rechtsradikaler ist davon noch weit weg.[/quote]
Die FPÖ hatte ne Schwächephase. Danach war sie stärker als zuvor, hat eine Zustimmung (vorallem bezüglich ihrer rechten Position) von bis über 50%. Angefangen hatte die mal bei um die 6%. Dann kam das Appeasement der SPÖ und ÖVP.
Da wird nichts verharmlost. Vorallem nicht, wenn man Leute wie den Gauland oder die Petry so nennt, die alles was zwischen 1933 und 1945 passiert reinwaschen und wieder positiv besetzen wollen.
[quote="Frisiercreme"]Die Bundesrepublik hätte ohne die Einbindung der Nazis auch nicht funktioniert. Jedenfalls nicht so, wie wir sie heute kennen. Man kann das bedauern oder gutheißen, anklagen oder bejahen.
Aber merkt Euch endlich mal, dass alleine durch Stigmatisierung als Nazi niemand weniger diese Parteien wählt, sondern dass der Begriff Nazi dadurch trivialisiert wird. Es hat keinen Sinn, die politische Diskussion von 2017 mit den Begriffen von 1932 zu führen.[/quote]
Naja, in die BRD wurden die Nazis nicht so prominent eingebunden wie in Österreich. Da ist auch nie ein Bundeskanzler hingegangen und hat nen Holocaustbeteiligten gegen einen anerkannten Aufklärer des Holocausts in Schutz genommen.
Und warum nicht? 1932 meinten die Konservativen schonmal, es sei besser mit den Nazis zu gehen. Ohne deren Nachsicht (Hitlerputsch z.B.) und deren Vorarbeit (Preußenschlag) hätten die Nazis nie Erfolg gehabt. Und auch heute eilen die Konservativen geradezu gehorsam voraus und setzen jede Forderung der Rechtsextremen um, nur um danach noch härteren, absurderen und menschenverachtenderen zu hören zu bekommen. Da gibt es recht wenig Unterschied. Und Entsorgungsphantasien gibt es ja auch schon ganz prominent...
[quote="Kardinalinfant"]Ja ist es. Ihr ordnet aber in dem von Uns kritisierten Post Österreich als Ganzes quasi als NS-Nachfolgestaat ein. Das ist plumper Unsinn. Da nützt es Euch auch nichts, die Diskussion in Eurem Sinne darauf zu verengen, ob die FPÖ eine Nazi-Partei ist. Im Übrigen waren auch in der CDU und der FDP zu Beginn ehemalige NSDAP-Mitglieder, wohl auch Kriegsverbrecher beteiligt, teilweise an maßgeblichen Stellen. Naziparteien?[/quote] Verglichen mit der FPÖ aber harmlos. Es wurde ja mal von Altnazis versucht, die FDP zu übernehmen. Ohnehin, Deutschland hatte andere Bedingungen als Österreich, insbesondere war es immer besetzt. Während der Besatzungszeit bis 1955 waren die Österreicher auch noch fleissig mit der Naziverfolgung. Danach erlahmte es.
Und dass die CDU und auch FDP (ebenso wie erhebliche Teile staatlicher Institutionen) lange NS-Gedankengut mitschleppten ist Fakt. Aber immerhin gabs ne Aufarbeitung, die setzte bei den Ösis erst 20 Jahre später ein und war auch dann noch dürftiger.
[quote]Das ist erstens - wie sich aus dem von Euch zitierten Absatz ergibt - so unrichtig (auch rechtsextrem ist nicht gleichbedeutend mit Nazi, aber sehen Wir mal über diese Spitzfindigkeit hinweg) und zweitens geht es eben nicht nur um die FPÖ in Österreich, die hat 26 % bekommen was eben nicht ganz Österreich ist, noch nicht einmal die Mehrheit.[/quote] Naja, im ersten Wahlgang bei der BP-Wahl kamen die auf gut 50%. Und wir haben ja nicht geschrieben Österreich ist, sondern ist eher, und zwar in Bezug auf die Erzählung, es sei das erste Opfer gewesen.
[quote]Wie immer macht Ihr es Euch sehr einfach. Wer Positionen übernimmt, die "die Bösen" haben, ist selber "böse" (ersetze böse beliebig durch Nazi oder andere Begriffe, die gerade in die aktuelle Diskussion passen). Damit haben die "Bösen" dann also über 50 %. Auch wenn es Euch nicht schmeckt: ÖVP ist nicht gleich FPÖ und damit eben auch nicht gleich Nazi, selbst wenn man der FPÖ dieses Prädikat verleihen möchte.[/quote] Naja, was unterscheidet die denn, wenn die die selben Forderungen stellen? Ja die Nachmacher sich sogar rühmen, schon Dinge umgesetzt zu haben? Wenn also die ÖVP die Positionen der FPÖ übernimmt, dann sollen die von der politschen Ausrichtung noch anderes sein?
[quote]Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen Rassismus und einem Rassismus, der die radikalst mögliche Folgerung aus seinem Denken zieht und die Personen, die nicht in sein Weltbild passen industriell umbringt, ja. Wenn man sich (nachdem massenhafter industrieller Mord heutzutage in Europa nicht mehr mehrheitsfähig ist) mit den Zielen und den Folgen dessen, was zwischen 1933 und 1945 angerichtet wurde identifiziert, kann man aber auch heute noch ein Nazi sein. Das mag auf Teile der AfD wie der FPÖ zutreffen. Mit historischen Vergleichen (insbesondere diesem) wären Wir dennoch vorsichtig, denn...:[/quote] Das ist doch eine nette Geschichte fürs ruhige Einschlafen. Das war damals einmalig und passiert schon nie wieder... die Historie belegt zwar etwas anderes, aber egal. Es ist immer erstmal ein Reden, endlos langes Reden bis es für jeden normal und wahr ist, was da verbreitet wird ist. Der eigentliche Vernichtungsakt ist dann relativ kurz. Man kann die Jahrzehnte, in denen Hitler gegen Juden hetzte, nicht von Auschwitz und Treblikna trennen. Solche Hetze muss nicht zur Vernichtung führen, aber sie muss jeder Vernichtung vorausgehen.