Gestatten das wir uns vorstellen dürfen:
General de corp de armată: Eremio Oertescu,
Geboren am 12. März 1888 in Sibiu, an den nördlichen Ausläufern der Süd-Karpaten, Königreich Rumänien.
Die Stadt wurde früher Hermannstadt genannt, Das Gebiet ist in Deutschland als Siebenbürgen bekannt, Dort leben auch noch meine Frau Gabriella und meine Tochter Anna und mein Sohn Mihai.
1916 bis 1918 im 1. Hussaren Regmient „Principele Nicolae“ Teilnahme am 1. Weltkrieg
Juli 1917 Vorzeitige Feldbeförderung zum Hauptmann aufgrund von Tapferkeit an der Front.
Orden „Mihai Viteazul“ für herausragende Militärische Leistungen im Gefecht.
Aufgrund der Ausfälle 5 Monate als Battalions-Kommandeur eingesetzt.
1919–1924 Ausbildung an der Militärakademie Bukarest -
1924-1925 Dienst als Kompaniechef in der Kavallerie
1926–1933 Verschiedene Stabspositionen vom Regiment bis zum Korps.
1933–1935 Beförderung zum Brigadegeneral und Kommandeur der 7. Kavallerie-Brigade
1938 – 1940 Versetzung in den Generalstab, strategische Planung und Koordination der
Umgliederung und Modernisierung der rumänischen Armee
01.01.1941 Beförderung zum Generalleutnant (General de corp de armată

Bei Zeitgleichem Einsatz als Stabschef der Kavallerietruppen in der obersten rumänischen Armeeführung.
Kapitel I, Rumänien, 20.06.1941
Die Gründe schienen sehr dringend zu sein, da bis vor 2 Stunden nichts von einer Planungsrunde bekannt war, zumindest war mir nichts bekannt.
Als Generalstabschef der rumänischen Kavallerie Truppen, wurde mir gestern Abend gegen 21:30 mitgeteilt das wir uns morgen um 13:00 in Polen einfinden müssen. Dies war ein Befehl von Herrn Staatsführers und Militärführers in Personalunion Ion Antonescu persönlich, überbracht zu uns nach Hause von seinem persönlichem Adjudanten.
Ein Flugzeug würde am Nahe gelegenem Flughafen bereitstehen und müsse in spätestens einer Stunde starten um noch Pünktlich zu sein. Es wurde mir ein Köfferchen übergeben in dem die
wichtigsten Informationen für mich enthalten seien.
Die Besprechung wurde für 2 Tage angesetzt und wir sollen danach schleunigst wieder zurückfliegen um Bericht zu erstatten. So dass ich meine Familie, nach dem überhasteten Aufbruch, wohl erst am 24.06.1941 wieder sehen könnte.
Da saß ich nun in einem Kurierflugzeug, zusammen mit meinem Adjutanten,
Leutnant Mihail Dragoi (Locotenent). Wo und wie dieser es geschafft hatte zum Flugzeug zu kommen ist mir schleierhaft. Aber er war zuverlässig wie immer zur Stelle.
Das Flugzeug wurde noch von 2 Piloten geflogen, mehr war da nicht. Außer ein Haufen an Papieren die in dem Köfferchen waren. Angesehen, geschweige denn durchgearbeitet habe ich diese noch nicht, aber bei dem Lärm und der späten Uhrzeit war dies auch nur sehr schwer möglich. Aber noch hatten wir einige Stunden zu fliegen.
Momentan beschäftigte mich eigentlich nur, wer noch alles unterwegs sei. Das in diese Art von Flugzeug noch jemand samt Adjutant einsteigen sollte, war kaum möglich. Sicherlich sind bereits andere Maschine Unterwegs, welche noch weitere Generalstabsgenerale nach Polen bringen.
Das sie mich ausgewählt hatten war recht eindeutig, da ich neben meiner rumänischem Muttersprache und etwas gebrochen französisch auch deutsch fließend sprach.
Ich bin auf alle Fälle gespannt was mich dort oben erwartet. So mache ich mich übermüdet daran, die Papiere zu sichten, während der Motor dröhnt und an uns die Dunkelheit vorbei zieht.
Als erstes war ein Brief direkt von Antonescu, mit zittriger Handschrift geschrieben:
PERSÖNLICH:
nur zu lesen von Herrn:
General de corp de armată, Eremio Oertescu,
Werter General, geschätzter Kamerad und treuer Freund,
dieser überhastete Flug nach Polen musste ich dir aufbürden.
Die Krankheit die mich momentan an das Bett fesselt ist wahrscheinlich nicht natürlichen Ursprungs, Es hat den Anschein das ich das Opfer eines feigen und hinterhältigen Giftanschlags geworden bin.
Bis zur Klärung des Vorfalls hat dies unter uns zu bleiben. Nur sehr wenige wissen davon und es soll auch so bleiben.
Bei der Planungsbesprechung zu der du unterwegs bist handelt es sich um die letzten Absprachen mit unseren Verbündeten über den Angriff auf die Sowjetunion, endlich können wir uns für die Jahrelangen Demütigungen, Besetzungen und Bevormundungen durch die Russen rächen und uns zur Wehr setzen. Wir holen uns Bessarabien zurück.
Der deutsche Bewegungskrieg scheint das militärische Mittel dieses Zeitalters zu sein um dies zu erreichen. Die deutsche 11. Armee steht nicht zum Schutz unseres Landes vor den Russen in unserem Land, sondern um den Angriff von Rumänien aus zu Unterstützen.
Dies war bisher nur mir persönlich bekannt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt bist nur du und der König eingeweiht. Mein Gesundheitszustand lässt es nicht zu das ich die militärische Besprechung führe, ich hoffe zum Angriffszeitpunkt wieder genesen zu sein, um das Kommando zu übernehmen.
Meinen direkten Stellvertreter, mache ich zum Militärischen Oberbefehlshaber der verbleibenden Truppen in Rumänien, er ist der Mann der besser die Organisation / Aufstellungen und Ausbildung
in unserem Heimatland übernimmt, dies liegt ihm erheblich besser als dir. Um unseren Verbündeten am besten bei zu stehen sind deine Erfahrungen mit mobilen Truppenkörpern und den modernen Ansätzen eindeutig mehr geholfen. Zudem sprichst du die Sprache der deutschen, so das es weniger Missverständnisse geben wird.
Du wirst also kommisarisch das Oberkommando über die Streitkräfte der Heeresgruppe Antonescu übernehmen und die Operationen gegen Russland führen. Die genauen Planungen zum jetzigen Stand sind in deinen Papieren enthalten. Die entsprechenden Befehle sind erteilt und werden morgen Früh die Truppe erreichen.
Ich habe die Führung in die besten Hände gegeben, die ich in unserem Lande finden konnte.
Mein Freund, tue alles dir in der Macht stehende das der Angriff ein voller Erfolg wird und unser
Land in Zukunft keine Angst mehr von unserem östlichen Nachbarn haben muss.
Ach eins noch, Angriffstermin ist der 22.06.1945. Viel Glück mein treuer Freund.
Geschockt vom Startzeitpunkt des Angriffs, Saß ich einige Zeit unbewegt in der Kabine bis mein Adjudant mich aus meiener Schockstarre holte.