Certain Fury - ein Cold Waters AAR
3. Mission - Abfangen und Ausschalten von sowjetischen Seeversorgern in der Nähe der Barent-See
Commander H34D CR45H staunte wieder einmal nicht schlecht über einen Einsatzbefehl von
COMSUBLANT.
Per ELF hatte man die Norfolk eilends auf Periskop-Tiefe gerufen, von wo aus sie über UHF SATCOM via SSIXS ihren Einsatzbefehl abrufen konnte.
Sowjetische Seeversorger sollten also "
in der Nähe der Barent-See" feindliche U-Boote aufmunitionieren, was COMSUBLANT verständlicherweise gerne verhindert sähe.
So weit, so gut.
Nur, was soll dieses "
in der Nähe der Barent-See" denn konkret bedeuten?
Die Barent-See an sich war ja schon groß genug !
"In der Nähe" würde das Nordmeer und die Grönland-See mit einschließen.
Super, dann wären ja mal immerhin der Atlantik und der Pazifik vom Tisch !
Kopfschüttelnd fragte sich
CR45H wieder einmal, ob irgendwer diesen Schwachsinn nochmal quer las, bevor man derartige Einsatzbefehle an Atom-U-Boote versandte.
Offenbar nicht !
Im Grunde mussten die Seeversorger in
Murmansk einfach nur im Hafen die Leinen los machen und würden schon "in der Nähe der Barent-See" operieren !
Da wäre es doch einfacher gewesen, in den Einsatzbefehl reinzuschreiben "blast halt jeden Seeversorger aus dem Wasser, den ihr irgendwo finden könnt. Wir sagen euch Bescheid, wenn's reicht!"
Der Commander unterdrückt das dringende Bedürfnis, auch diesen Befehl in kleine Fetzen zu zerreißen.
COMSUBLANT schien ihm in diesem Krieg zunehmend weniger eine relevante Größe darzustellen.
Hockte er nun wieder feist und zufrieden in seinem Ledersessel und glaubte, die Welt verbessert zu haben?
Falls die übrigen hohen Befehlshaber der
NATO ähnliche Vollpfosten waren, würde dieser Krieg in einem blutigen Desaster enden, gegen das Vietnam wie ein Schulausflug aussah !
"Bestätigen Sie den Befehl!", schranzte er den unglücklichen Lieutenant JG Aiken an.
Er fasste Lieutenant Commander Walker ins Auge.
"Neuer Kurs Richtung 80°, wir laufen in die Barent-See!"
"Aye, aye, Sir!"
***
2000Z, 02.Dez.84, Logbuch der USS Norfolk:
Nähern uns der Barent-See.
Gesuchte Schiffe bisher nicht gesichtet, Kontaktmeldungen anderer Quellen ebenfalls negativ.
Meldungen norwegischer Orion-P3 bzgl. sowj. Überwasser-Gruppe südlich Spitzbergen in Grönland-See.
Sicher nicht der gesuchte Verband, aber immerhin ein konkretes Ziel.
Beschluß: aufschließen, angreifen.
0000Z, 02.Dez.84, Logbuch der USS Norfolk:
Weiterhin keine Meldung bzgl. sowj. Seeversorger.
Norfolk läuft nun Kurs Nord.
Suche nach sowj. Überwasser-Gruppe südlich Spitzbergen begonnen.
Opportunitätsziel.
Zusammensetzung unklar.
Bislang kein Kontakt.
***
"Achtung, Kommandant auf der Brücke !"
Commander CR45H hatte die drei Meter von seiner Kapitänskajüte wie üblich zügig überwunden.
"Was liegt an ?", fragte er Lieutenant Commander Walker.
"Sonar-Kontakt auf Peilung 035, designiert als Sierra-1, Entfernung noch unklar, Sir !", informierte der XO.
"Boot läuft mit 10 Knoten auf Kurs 031 ! Wir haben eine ausgeprägte Thermokline auf 95 Fuß. Wassertiefe größer 1000m"
"Was macht das Wetter?", begehrte H34D zu wissen.
Davon hing schließlich ab, wie gut das eigene und das feindliche Sonar arbeiten würde.
"Windstärke 2, leichte Brise, kleine, kurze Wellen bei glasiger Oberfläche, Sir"
Also könnte man die
Norfolk von einem Seeaufklärer oder Hubschrauber gut sehen, wenn sie zu weit nach oben käme, schlussfolgerte der Commander.
Andererseits konnte man selber aber sehr gut hören, wer sich da draußen herumtrieb.
"Dann mal wieder an die Arbeit - Kommandant an Sonar: was haben wir da, Jonessy ?"
Die Sonartechniker verglichen bereits die gespeicherten Profile mit den Schallwellen, die durch das Meer zur Norfolk durch drangen.
Schon mal kein Udaloy, dachte Jones erleichtert.
Udaloy's waren so richtig eklige Gegner - schnell und wendig wie ein Dieb, gutes Sonar, mit Waffen vollgepackt, die perfekte ASW-Fregatte.
Was dann?
Eine Kara vielleicht?
Nachdenklich kaut er auf der Unterlippe, während er die Ohren spitzt.
Ja, tatsächlich !
"Sonar an Brücke: Sierra-1 identifiziert als Lenkraketen-Kreuzer der Kara-Klasse"
CR45H nickte nachdenklich.
Er griff zum neben seinem Kopf hängenden Mikrofon und schaltete auf 1MC.
"Kommandant an alle Stationen: Schiff klar zum Gefecht !"
Nicht gerade das Neueste, was der Iwan zu bieten hatte, aber jedenfalls ein sehr ernstzunehmender Gegner.
8500 Tonnen, ausgestattet mit acht
U-Jagd-Raketenwerfern SS-N-14 Silex, die unvorsichtigen U-Boot-Skippern den Tag versauen konnten, indem sie ihnen Torpedos direkt auf den Schädel warf.
Über eine Entfernung von bis zu 50km!
Es sei denn, natürlich, man hatte die nukleare Variante installiert, die mit nuklearen Wasserbomben um sich warf.
Da sparte man sich eine Menge Ärger mit der Zielansprache.
Andererseits lagen
CR45H bislang keine Informationen über den Einsatz taktischer Atomwaffen seitens NATO oder Warschauer Pakt vor.
Falls man hier also nicht darauf aus war, einen Präzedenzfall zu schaffen, müsste er sich zumindest über diesen Aspekt keine Gedanken machen.
Was ohnehin nichts geändert hätte.
Daneben hatten die Kara's noch
RBU-1000 und RBU-6000 Raketenwerfer zu bieten, die bis zu 12 Wasserbomben über 1000 bzw. 6000 Yards befördern konnten.
Aufgrund der Schnelligkeit des Gesamtsystems von der Zielerfassung bis zum Aufschlag der Wasserbomben und der Flächenwirkung einer kompletten Salve war das genau die Waffe im sowjetischen Arsenal,
die
H34D CR45H die meisten Sorgen machte.
Wäre man einmal erfasst und befand sich in der Reichweite dieser Werfer, würde man sich sehr schwer tun, zu entwischen.
Außerdem hatte man natürlich auch noch einen
Kamow KA-25 Hormone ASW-Hubschrauber an Bord, der bis zu zwei Torpedos tragen konnte.
Da war man gut beraten, die Ohren offen zu halten !
Wenn der unbemerkt zum Abwurf käme, wäre guter Rat teuer !
Die Sonar-Kapazitäten konnten sich auch sehen lassen, waren die Kara's doch unter Anderem mit einem VDS Tauchsystem ausgerüstet.
Ein Gegner, den CR45H bevorzugt mit einem überraschenden Raketen-Angriff ausgeschaltet sehen wollte, sodass das Biest erst gar keine Chance hatte, sein Potenzial auszuspielen.
Leider hatten die Russen daran aber auch gedacht und ein Gatling-System für die Luftverteidigung spendiert.
"Sonar an Kommandant: Sierra-1 operiert etwa 10.400 Yards entfernt. Bisher kein Anzeichen, dass er uns bemerkt hat", fügte der Sonargast hinzu.
"Nach allen Informationen bezüglich seiner Sonarkapazität ist eine Erfassung der Norfolk derzeit praktisch ausgeschlossen"
"Gute Arbeit, Jonessy"
"Gehen wir mal etwas näher ran! Kurs 031 und Geschwindigkeit 10 Knoten beibehalten", ordnete H34D an.
"Ich würde so einen dicken Kreuzer ja nicht alleine übers Meer fahren lassen. Halten Sie die Ohren offen, vermutlich hat der Iwan Gesellschaft."
Leise hielt die
Norfolk praktisch direkt auf den Kreuzer zu, während Commander CR45H noch darüber nachdachte, ob er zwei seiner TASM's opfern sollte, um den Gegner auszuschalten.
Eine würde aufgrund der Flugabwehr nicht reichen, bei zwei war es auch noch nicht garantiert.
Andererseits müsste er für einen Torpedo-Treffer noch deutlich näher heran gehen.
Vielleicht zu nahe.
Ein Ping hallte durch die Norfolk.
"Sonar an Brücke: Sierra-1 peilt mit Aktiv-Sonar. Sehr unwahrscheinlich, dass er von uns ein brauchbares Echo auffängt. Entfernung nun bei 9.200 Yards"
Sekunden später wurde ein weiterer Ping hörbar.
CR45H runzelte die Stirn - der klang aber anders!
"Sonar an Brücke: da ist noch jemand im Wasser und peilt mit Aktiv-Sonar herum. Peilung grob 005, bisher noch kein Kontakt !", informierte Jones
"Kontakt Sierra-1 läuft mit 19 Knoten"
Nun, das sah nicht so aus, als würde sich jemand auf der Kara sonderliche Sorgen machen, befand der Commander.
Also konnte man sich gemütlich weiter heran pirschen.
Geduldig wartete er auf weitere Informationen.
"TMA kommt voran, vorläufige Feuerleit-Lösung steht ! Sierra-1 läuft in 029 mit 24 Knoten auf Kurs 294, Entfernung 8.700 Yards !", gab der Sonargast nach einer weiteren Minute durch.
Oha, die Kara machte Tempo !
Hatte man die Norfolk nun doch bemerkt oder legte man nur mal einen kurzen Sprint ein, rätselte CR45H.
"Ruder hart Steuerboard auf neuen Kurs 090 !", befahl er schließlich.
So hielt er sich hinsichtlich der Kara die Option auf einen Raketen-Angriff offen.
Außerdem interessierte es ihn brennend, wer denn da im Norden unterwegs war.
Nun würde er zwar der Kara die größtmögliche Fläche zur Erfassung zuwenden, hatte dafür aber eine deutlich bessere Chance, den unbekannten Mitspieler aufzuspüren.
Es gab halt nichts umsonst im Leben !
"Ruder liegt auf hart Steuerbord"
"Sierra-1 läuft nun mit 26 Knoten auf Peilung 028 in 8.500 Yards"
Natürlich musste man das Schicksal aber auch nicht mit aller Gewalt herausfordern.
Das Schicksal konnte bekanntlich alles ertragen, nur keine Herausforderung !
"Maschine zurück auf ein Drittel voraus ! Alle Stationen: wir gehen auf Schleichfahrt !"
"Feuerleit-Lösung steht bei 82% ! Gleich haben wir Sierra-1 !", gab Jones durch.
"Neuer Kurs 090 liegt an, Geschwindigkeit nun bei 5 Knoten"
CR45H musste sich nun entscheiden.
Falls er die Kara tatsächlich mit Tomahawk's angehen wollte, müsste er nun die Torpedo-Rohre damit bestücken.
Er schüttelte langsam den Kopf.
Der Russe stand schon nahe genug für einen Torpedo.
Davon hatte er auch genug an Bord, während er die TASM's vielleicht ein andermal noch dringend brauchen würde.
"TMA abgeschlossen ! Feuerleit-Lösung steht mit 95% ! Sierra-1 läuft mit 27 Knoten auf 020 mit Kurs 294, Entfernung 9.200 Yards !", informierte der Sonargast.
"Soweit wir das sagen können, hat er bei den gegenwärtigen Bedingungen keine Chance uns zu hören"
Erneut treffen konzentrierte Schallwellen auf den Rumpf der Norfolk.
"Das kam wieder aus dem Norden, Richtung nun ungefähr 355. Immer noch kein Kontakt"
Der nervt ja richtig, befand der Commander.
Man sollte meinen, dass man so langsam mal einen Kontakt herstellen könnte, wenn der Kerl schon so freizügig in der Gegend herum pingt !
"Sierra-1 nun auf Peilung 008, passiert uns gleich backbords. Läuft immer noch mit 27 Knoten auf Kurs 254."
Da man keinen Kontakt hatte, wusste man auch nicht, um was oder wen es sich da handelte.
Also hatte man auch keinen blassen Schimmer hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der Sonar-Anlage des ominösen Russen.
Da H34D sich allmählich ohnehin klar zum Schuss machen wollte, konnte man das Angenehme mit dem Nützlichen kombinieren.
"Ruder hart Backbord auf neuen Kurs 360", befahl er.
Immerhin wurde dadurch die Fläche der Norfolk sowohl gegenüber der Kara als auch gegenüber dem immer noch unbekannten Mitspieler drastisch reduziert.
Gleich darauf kam schon wieder ein Ping aus dem Norden rein.
Langsam drehte das Boot bei der minimalen Fahrt nach Norden.
Dafür aber auch weitgehend geräuschlos.
"Sierra-1 nun bei 358, dreht Richtung Backbord und nimmt Fahrt zurück ! Kurs nun 245, Geschwindigkeit gesunken auf 12 Knoten ! Entfernung nun bei 7.700 Yards"
Das sprach dafür, dass man sich auf der Kara nun in einer unerfreulichen Richtung genauer umhörte.
Hatte man dafür einen konkreten Grund ?
Immerhin rückte der feindliche Lenkraketen-Kreuzer nun langsam in Reichweite seiner RBU-6000 Wasserbomben-Werfer.
Commander CR45H nagte unschlüssig an seiner Unterlippe.
Wenn er nun feuerte, würde der Draht sehr wahrscheinlich reißen und der Kara blieb noch jede Spielraum, um das beschränkte Hirn des Torpedos zu verwirren.
Wenn er noch länger wartete, könnte der Norfolk in den nächsten Minuten der Himmel auf den Kopf fallen und er käme gar nicht zum Schuss.
Das übliche Problem des U-Boot-Skippers: noch abwarten oder gleich zuschlagen ?
Dazu noch der völlig unklare Kontakt im Norden !
Wenn er jetzt loslegte, würde die Kara wohl zurück schießen, woraufhin die Norfolk manövrieren müsste.
Dann wäre es erst einmal Essig mit dem geheimnisvollen Unbekannten.
"Sierra-1 nimmt weiter Fahrt raus ! Klingt, als würde man sich nur noch treiben lassen ! Geschwindigkeit nun bei 6 Knoten, Entfernung bei 7.600 Yards ! Mit aktivem Sonar würde er uns jetzt vermutlich hören !"
OK, Schluss jetzt!
"Torpedo Rohr 3 klar zum Schuss! Kurs 032, Tiefe 150 Fuß, Suchmodus aktiv, Aktivierung auf 4.500 Yards"
Falls der Iwan taub sein sollte, könnte CR45H den Aal in sein Kielwasser führen, ansonsten würde er halt nachjustieren.
Hauptsache der Draht würde halten !
"Rohr 3 ist klar zum Schuss"
"Torpedo Rohr 3: Feuer !", befahl H34D entschlossen.
Mit dem Zischen ausströmender Pressluft macht sich der Mark 48 auf den Weg zu Sierra-1.
"Torpedo ist gut freigekommen, läuft normal, Draht OK"
"Sierra-1 peilt mit Aktiv-Sonar, hat scheinbar Torpedo gehört! Fährt Maschine wieder hoch, dreht weiter nach Backbord auf uns zu", versetzte Jones nach 20 Sekunden angespannten Wartens.
"Dürfte uns aber nicht hören, da wir nun auf Kurs 033 nur eine geringe Fläche anbieten"
Der Commander lächelt zufrieden.
Der Torpedo der lief weiter, während Sierra-1 wieder beschleunigte und immer schneller auf die Norfolk zudrehte.
Falls die Kara den Torpedo bemerkt haben sollte, wäre es jedenfalls ein recht dummer Schachzug, genau in dessen Weg hinein zu drehen, dachte H34D.
Oder glaubte der russische Skipper vielleicht, er könnte den Aal vor Aktivierung überlaufen?
Aus dem Stand?
"Sierra-1 läuft nun wieder mit 22 Knoten, dreht weiter nach Backbord, Kurs gegenwärtig bei 196, Entfernung noch 6.700 Yards !"
"Walker, leiten sie den Torpedo auf neuen Kurs 345, Aktivierung nach weiteren 1.500 Yards"
Der XO machte sich an den Torpedo-Kontrollen zu schaffen.
"Sierra-1 läuft nun mit 27 Knoten auf Kurs 190, Entfernung 5.800 Yards !"
Allmählich machte sich CR45H doch Sorgen, lag die Norfolk doch nun innerhalb der Reichweite des RBU-6000 Werfers der Kara.
Was hatte dieser verrückte Russe vor?
Hatte er sie nun entdeckt oder nicht?
Oder zumindest den Torpedo?
Den konnte man ja eigentlich schwerlich überhören, auch wenn er immer noch passiv lief.
"Walker, bringen sie den Torpedo auf neuen Kurs 298, Aktivierung nach weiteren 500 Yards !"
Erneut traf ein Ping aus dem Norden auf die Hülle der Norfolk.
Ja, zu dir kommen wir auch gleich, keine Sorge, zürnte der Commander.
"Walker, aktivieren Sie den Aal !"
"Torpedo ist nun aktiv !", bestätigte der XO.
"Torpedo ist aktiv und hat Sierra-1 erfasst ! Torpedo schließt auf Sierra-1 auf !"
Noch immer hielt die Kara den Kurs, als ginge sie das alles nichts an.
Gespannt hielt der Commander den Atem an, als der Aal immer weiter zu seinem Ziel aufschloss.
"Torpedo ist offenbar unter Sierra-1 durchgelaufen !", meldete Walker.
"Torpedo hat Ziel verfehlt ! Torpedo sucht wieder"
"Neuer Kontakt, designiert als Sierra-2 auf Peilung 351 !", rief Jones dazwischen.
Noch immer suchte der Torpedo nach einem Ziel, erfasste aus irgendeinem Grund aber Sierra-1 nicht.
"
Kontakt Sierra-2 klassifiziert als ASW-Fregatte der Kashin-Klasse !", gab der Sonargast bekannt.
Plötzlich treffen fast zeitgleich Pings von Sierra-2 und dem Torpedo auf der Norfolk ein.
Oh verdammt, nicht schon wieder, fluchte Commander CR45H, als im schlagartig die Gefahr klar wurde.
"Steuermann: Äußerste Fahrt voraus ! Tiefenruder 30° vorlastig !", befahl er barsch.
Wer nicht angeschnallt war, klammerte sich irgendwo fest, als die Norfolk losspurtete und dabei steil in die Tiefe abkippte.
"Steuermann: Ruder hart Steuerbord !"
"Steuerdraht gerissen !", meldete Hardesty.
"Torpedo hat scheinbar Sierra-1 wieder erfasst. Schließt jedenfalls auf zu Sierra-1"
Aber H34D CR45H hat keinen Bedarf mehr an Experimenten.
Mochte schon sein, dass der Aal sich nun besonnen hatte und den zweiten Anlauf erfolgreicher gestaltete.
Aber der Commander würde lieber schon weit aus dem Weg gehen !
"Passieren 200 Fuß"
Außerdem wollte er möglichst schnell wieder aus dem Feuerbereich der Wasserbomben-Werfer heraus kommen.
Der ASW-Hubschreiber hatte vermutlich eh schon abgehoben.
"Ruder hart Steuerbord liegt an !"
"Passieren 300 Fuß"
"Passieren 400 Fuß"
Die Norfolk jagte nun schon mit 27 Knoten in die Tiefe und drehte weiter Richtung 180.
"Passieren 500 Fuß"
Plötzlich dröhnte eine nahe Explosion durch die Norfolk.
"Passieren 600 Fuß"
"Torpedo hat Sierra-1 erwischt !", rief Jones
"Wassereinbruch auf Sierra-1 hörbar ! Sekundär-Explosionen ebenfalls ! Gas-Turbinen scheinbar ausgefallen ! Sierra-1 verliert Fahrt"
"Passieren 700 Fuß"
"Boot bei 1000 Fuß abfangen !"
"Da drüben ist einiges los ! Wassereinbruch, brechende Schotts, Sekundär-Explosionen vermutlich von gelagerter Munition ! Schiff läuft voll ! Wir haben den Kerl !", gab Jones aufgeregt bekannt.
Commander CR45H wartete ab, bis die Norfolk auf Kurs 290 aufkam.
Da draußen war schließlich noch ein Russe unterwegs, der nun vermutlich einige Fragen hatte.
"Sierra-1 geht runter !", verkündete der Sonargast.
"Steuermann: Ruder mittschiffs !"
"Ruder liegt mittschiffs, neuer Kurs 292 liegt an"
Unter fortlaufenden Explosionen versank der ehemals stolze russische Lenkraketen-Kreuzer in der Grönland-See, während Commander CR45H sich längst Gedanken über den nächsten Gegner machte.
