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Verfasst: Mo 15.04.2013, 09:55
von [B@W] Abominus
Reynold hat geschrieben:Es gibt ja den Spruch, die SPD habe viel gutes hervorgebracht: Die Grünen, die Linke und die Piraten. Auch wenn man sich über die Qualifizierung sicher streiten kann, dürfte die Stoßrichtig klar sein. Wir fragen uns ohnehin schon seit langem, warum allein das soziale Parteienspektrum von diesem "Fluch" der Ausdifferenzierung betroffen ist. Wenn es gelingen würde abseits der CDU noch konservative Parteien zu etablieren ("Partei Rechtsstaatlicher Offensive" und "Bürger in Wut" sind bundesweit ja nicht so die Bringer gewesen) würde dies den Sozen vielleicht in die Hände spielen, da die Union dann mit einem Koalitionspartner wie der FDP nicht mehr auskommen würde bzw. auch selbst keine absolute Mehrheit mehr hätte. Auch wenn die Partei sicherlich nichts für uns sein wird sind wir gespannt, wie das Programm ausfallen wird. Wir nehmen bisher an, das die Partei mit den frustrierten Konservativen der Union (Nach Atomausstieg, Aussetzung der Wehrpflicht, etc.) das schwarze Äquivalent zur WASG sein wird und als Markenkern das beanspruchen wird, was man früher als maßgeblichen Inhalt der Union angesehen hat. Von daher machen wir uns nicht viel Hoffnung, dass die AfD unseren Vorstellungen entsprechen wird. Doch zumindest bei manchen Punkten möchten wir das im vornerein nicht ausschließen. So sind Bürgerrechte - wenn auch vorwiegend bei den materiellen wie Eigentum und weniger bei den ideelen wie Medien-, Presse- und Versammlungsfreiheit - ja typische konservative Werte. Wir vermissen schon seit langem eine Partei, welche sich nicht ausschließlich im Zusammenhang mit der Wirtschaft als "liberal" bezeichnet, sondern auch für die Stärkung der Grundrechte eintritt. Während die CDU genaugenommen ein Gegner dieser war und bei einer "CDU reloaded" dies damit zum Charakter gehören würde, wollen wir die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben, dass die AfD für eine Stärkung und nicht für eine Beschneidung der Grundrechte eintreten könnte. Wie würden das schon deshalb nicht für ausgeschlossen halten, weil im Zusammenhang mit der EU gerne die Eingriffe in das Leben der Bürger betont werden, und somit als "Gegenpol" der Schutz der Bürger und deren Grundrechte mehr in den Focus gerückt werden könnte. Und zwar nicht nur vor EU-Willkür, sondern vor dem Staat insgesamt. Wir würden uns dann freuen, wenn es mit der AfD einen neuen Steigbügelhalter der CDU geben würde, der diese zumindest bei diesem Thema - vielleicht sogar besser als die FDP - richtig orientieren würde. Wir hoffen nur, dass nicht die Wertevorstellungen der 70er wiederaufleben. Renaissance von Xenophobie, Homophobie und Misogynie wäre nicht so ganz das, was wir uns unter einer zeitgemäßen Partei vorstellen. Auch hoffen wir, dass die Partei sich vielleicht - weil konservativ - rechts von der Union, aber nicht rechts einordnen wird. Im Sinne von rechtspopulistisch. Die finden sich ja schnell bei jeder neuen Partei ein bzw. an dem "Stempel" rechtspolulistisch werden wohl die meisten konservativeren Alternativen zur Union gescheitert sein, die in die Richtung ja auch keine demokratische Partei mehr neben sich dulden möchte (So ja schon FJS zu den Republikanern). Im Endeffekt handelt es sich bei der AfD wohl um den neuen Versuch der "
Vierten Partei", wenn auch diesmal von der CDU und nicht von der CSU her.
edit:
Zum Thema Bürgerrechte findet sich auf der Webseite zuversichtlich stimmendes: "Wir fordern eine Stärkung der Demokratie und der demokratischen Bürgerrechte". Während zum Thema Energiewende, Familien- und Einwanderungspolitik wohl die Vorurteile bestätigt werden.
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https://www.alternativefuer.de/pdf/Wahl ... chland.pdf
Könntet Ich mit mehr Absätzen arbeiten. Es ist ein wenig schwer, dem Text in Gänze zu folgen.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 10:31
von Anton
Silem hat geschrieben:Ich sehe die ganze Sache sehr realistisch. Solange die AfD nicht 50% der Stimmen erhält kann sie rein gar nichts bewirken oder ändern. Sie krankt daran das es eine Alles-oder-Nichts Partei ist und so gesehen allgemein nichts verändern kann. Tatsächlich teilen doch alle Parteien die Zustimmung für den Euro, selbst DIE LINKE, sind pro-europäisch fordern nur die Beteiligung von Banken und Hedgefonds. Selbst wenn es ihnen gelingt 5-7 % bei der Bundestagswahl abzustauben würde das an der eigentlichen Politik nicht verändern und die Euro-Krise würde 4 Jahre weitergehen wenn sie nicht gar gelöst wird.
Da muss ich um der Fairness halber widersprechen. Die Linke hatte mit ihren Forderungen zwar nie die Chance, eine Koalition im Bund durchzusetzen. Forderungen aber wie der Mindestlohn von 8€, eine Anhebung des Spitzensteuersatzes und eine Revision der Liberalisierung im Bereich der Leiharbeit musste die SPD übernehmen, um den Wählerschwund in die Richtung einzudämmen, was soweit auch gelang. Die massive Umfragenstärke der Grünen zwang selbst die Union, ihre Atompolitik zu überdenken - SPD und Linke übernahmen die grünen Forderungen schon lange. Wenn die Eurokritiker also erfolgreich sind, wird auch der Rest des konservativen Lagers sich bewegen müssen.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 11:07
von HvS
Grundsätzlich würden wir eine demokratische Partei rechts von der CDU begrüßen... eine, die nicht im Wahlprogramm stehen hat, daß man sich permanent schämen muß, Deutscher zu sein. Ein Partei, die sich traut, im Ausland zu sagen: "Leute, der Krieg ist seit 68 Jahren vorbei, und die meisten unserer Eltern sind nach dem Krieg geboren. Es war schlimm, was damals passiert ist, aber wird sind nicht schuld daran!!! Begreift das endlich!"
Denn mit der aktuellen bundesdeutchen Berufpolitker/Weltverbesserer-Philosophie kann man auch die Amerikaner für die Ausrottung der Indianer und die Spanier für ihr Verhalten in Südamerika permanent an den Pranger stellen, aber das tut niemand, weil die das einfach nicht mit sich machen lassen! Es wird Zeit, daß wir eine demokratische Partei haben, die endlich mal Tacheles redet... die so selbstbewußt ist, zu sagen, daß die Nazis furchtbare Verbrecher waren, wir aber heute ein paar Generationen weiter sind und es satt haben, permanent damit in Verbindung gebracht zu werden, so lange bis unserer Regierung den Geldbeutel aufmacht und ein paar Milliarden rüberbucht! Das ist nämlich das einzige, worum es geht: ein paar Milliarden von uns zu erpessen... mit denen sich unsere Politiker "entschuldigen".
Aber wir sehen zwei Probleme: eine demokratische Partei rechts von der CDU (die wir ausdrücklich begrüßen würden) müßte sich sehr scharf von den undemokratischen "altbraunen" Kräften abgrenzen, und das wird ihr nicht gelingen. Diese (von uns ausdrücklich nicht begrüßten) "altbraunen" Kräfte würden mit Freuden in eine solche Partei strömen, diese unterwandern und damit zerstören, weil allein die Präsenz solcher Kräfte ausreicht, um einer solchen Partei die demokratische Legitimation zu entziehen.
Das zweite Problem ist: selbst wenn eine solche Partei wirklich demokratisch wäre und die Abgrenzung zu den undemokratischen "Ewig Gestrigen" gelingt, dann würde es der Partei niemand glauben... und unsere Berufspolitiker würde die als "Ewig Gestrige" brandmarken und als Aussätzige behandeln (da haben unsere Berufspolitiker aus der Geschichte nichts gelernt)... eine demokratische Partei rechts von de CDU wird es in Deutschland leider nicht geben.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 11:09
von Frisiercreme
So sehr uns diese neue Partei von ihrem Gehabe und ganzem Antritt her zuwider ist, so sehr müssen wir doch eine gewisse Schadenfreude eingestehen, auch wenn wir nicht an eine langfristige Spaltung des bürgerlichen Lagers glauben.
Aber für den jetzigen Zeitpunkt ist es uns doch eine Genugtuung, und das auch weit über reine Stimmverluste der CDU/FDP hinaus. Druck von "rechts", zumindest jedoch aus dem eigenen Lager, sollte es der Kanzlerin erschweren, stillschweigend Positionen von SPD/Grünen zu besetzen und so deren Anhängerschaft zu demobilisieren. Nun wird sie derartige Volten zunehmend erklären müssen und das wird zu Widersprüchen führen. Oder die CDU schickt wieder süddeutsche Diadochen vor, die für ein stärker konservatives Image ihrer Partei eintreten. Möglicherweise wird all dies dabei helfen, dass die politische Kultur sich wieder stärker um die bestehenden Gegensätze in den Inhalten dreht, dass wieder eine Streitkultur entsteht, die sich nicht ausschließlich um Photos von Badeanzügen und unglückliche Äusserungen dreht, sondern um Gesellschaftsbilder.
Ja, wir wünschen der AfD bis zum Herbst einen guten Erfolg.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 11:13
von Reynold
@Abominus
Sind ergänzt.
Thomasiusonair hat geschrieben:So allgemeine formuliert werdet ihr das bei allen anderen Parteien auch finden. Wie überhaupt die ganze Liste voller Allgemeinplätze ist. Das ganze Wahlprogramm besteht daraus Dinge ganz allgemein aufzuzählen, bei denen viele Bürger das Gefühl/die Meinung haben, dass etwas schief läuft im Land.
Da sich in diesen Punkten die meisten Menschen von rechte bis links einig sind, könnten auch fast alle Bürger dieses Landes die meisten Punkte unterschreiben.
Wie hingegen etwas konkret geändert werden soll steht nirgendwo. Selbst bei ihrem Kernthema Euro stehen nichts weiter als wolkige Formulierungen.
In unserem Studium hätte man uns nach so vielen Allgemeinplätzen gesagt" wir sollten endlich mal Butter bei die Fische geben".
Also zum einen ist es für uns schon einmal eine relevante Feststellung, dass diese Partei - die sich als Alternative und "andere" Partei präsentiert und bzgl. derer hier schon geäußert wurde, dass sie "im Gegensatz zu den Piraten [...] keine blosse Dopplung der bestehenden Parteien zu sein" scheine - Forderungen hat, die auch bei den anderen stehen könnten. Dem Programm nach ist sie also nicht so extrem anders, als man es vielleicht glauben möchte - von dem Austritt aus dem Euro mal abgesehen.
Des Weiteren haben wir nichts anderes als Allgemeinplätze erwartet. Auch bei den Wahlprogrammenen ander Parteien empfinden wir die Texte oft als beinahe beleidigend, wobei ihr Recht habt, dass hier bzgl. der Lösungen viel fehlt und hauptsächlich die Probleme bezeichnet werden. Nichtsdestotrotz meinen wir, dass man an der Auswahl der Punkte - das Papier ist nicht sehr lang - doch die Schwerpunktsetzung der AfD ablesen kann. Wenn es der Partei so wichtig ist hier auf Partizipation, Bürgerentscheide und die Stärkung der demokratischen Grundrechte hinzuweisen, dürften diesen Themengebiete eine gewisse Bedeutung zukommen.
Und schließlich folgt aus der Schwerpunktsetzung abseits des Euros, dass die AfD inhaltlich durchaus Schnittmengen mit den etablierten Parteien hätte. Die Ausführungen zur Bürgerbeteiligung könnten 1:1 aus dem "Regierungsprogramm", wir haben gerade eben nachgesehen, der SPD stammen. Es mag zum jetzigen Zeitpunkt zu früh sein um zu beurteilen, für was für Themen die AfD in 4 Monaten steht (Bei der CDU wissen wir es übrigens auch nicht^^), doch angesichts dieser Punkte würde es uns, wenn sie den ausgebaut werden würden, schwer fallen, die AfD rechts von der CDU einzuordnen. Unseres Erachtens sind ohnehin die Grünen mittlerweile die neue konservative Partei des besserverdiendenen Bürgertums. Hinsichtlich der übrigen Punkte, wie z.B. der Rolle der Frau etc., mag es zwar konservativere Positionen geben, doch zumindest bei der CDU dürften die sich auch wiederfinden.
silem hat geschrieben:Ich sehe die ganze Sache sehr realistisch. Solange die AfD nicht 50% der Stimmen erhält kann sie rein gar nichts bewirken oder ändern. Sie krankt daran das es eine Alles-oder-Nichts Partei ist und so gesehen allgemein nichts verändern kann. Tatsächlich teilen doch alle Parteien die Zustimmung für den Euro, selbst DIE LINKE, sind pro-europäisch fordern nur die Beteiligung von Banken und Hedgefonds. Selbst wenn es ihnen gelingt 5-7 % bei der Bundestagswahl abzustauben würde das an der eigentlichen Politik nicht verändern und die Euro-Krise würde 4 Jahre weitergehen wenn sie nicht gar gelöst wird.
Wir schließen uns Anton an: Keine Aktion ohne Reaktion. Dadurch, dass eine Partei auch nur schwammige Forderungen formuliert löst sie Gegenbewegeungen aus, um Abwanderung eigener Wähler zu verhindern: Es ist bzgl. der Grünen bei der Umweltpolitik und bzgl. der Piraten bei der Netzpolitik der Fall gewesen. Die Frage ist nur, auf welche Art die Gegenreaktion bzw. Anpassung erfolgt. Also ob sich die etablierten Parteien bzw. wohl vornehmlich die Union als "direkter" Gegenspieler von den abweichenden Inhalten der AfD abgrenzen oder sich diese zueigenmachen werden. Bzgl. des Rest-Programms sehen wir kaum ein Bedarf für eine Anpassung, da nach dem jetzigen Eindruck dort nicht viel neues steht. Bzgl. der Frage des Euroaustritts kann ich mir eine Übernahme nicht vorstellen. Man wird vielemehr das eigene Profil schärfen und damit die Union wohl zu einer Beibehaltung des bisherigen oder sogar zu einen Euro-freundlicheren Kurs "zwingen". Also die AfD wird wohl auch ohne Regierungsbeteiligung die Politiklandschaft bewegen - aber nicht in ihrem Sinne.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 11:43
von Anton
O je.
HvS hat geschrieben:Grundsätzlich würden wir eine demokratische Partei rechts von der CDU begrüßen... eine, die nicht im Wahlprogramm stehen hat, daß man sich permanent schämen muß, Deutscher zu sein.
Bei welcher Partei steht denn das?

Ich wüsste jedenfalls nicht, dass Antideutsche eine politische Heimat hätten.
Ein Partei, die sich traut, im Ausland zu sagen: "Leute, der Krieg ist seit 68 Jahren vorbei, und die meisten unserer Eltern sind nach dem Krieg geboren. Es war schlimm, was damals passiert ist, aber wird sind nicht schuld daran!!! Begreift das endlich!"
Sowas wie die SPD unter Schröder also, wat?
Denn mit der aktuellen bundesdeutchen Berufpolitker/Weltverbesserer-Philosophie kann man auch die Amerikaner für die Ausrottung der Indianer und die Spanier für ihr Verhalten in Südamerika permanent an den Pranger stellen, aber das tut niemand, weil die das einfach nicht mit sich machen lassen! Es wird Zeit, daß wir eine demokratische Partei haben, die endlich mal Tacheles redet... die so selbstbewußt ist, zu sagen, daß die Nazis furchtbare Verbrecher waren, wir aber heute ein paar Generationen weiter sind und es satt haben, permanent damit in Verbindung gebracht zu werden, so lange bis unserer Regierung den Geldbeutel aufmacht und ein paar Milliarden rüberbucht!
Ich glaube, wir haben dringendere Probleme im Lande. Zumal unsere Innen- und Außenpolitik nun wirklich nicht vom Büßerhemdwandeln geprägt ist.
Das ist nämlich das einzige, worum es geht: ein paar Milliarden von uns zu erpessen... mit denen sich unsere Politiker "entschuldigen".
Wann zuletzt?
Aber wir sehen zwei Probleme: eine demokratische Partei rechts von der CDU (die wir ausdrücklich begrüßen würden) müßte sich sehr scharf von den undemokratischen "altbraunen" Kräften abgrenzen, und das wird ihr nicht gelingen. Diese (von uns ausdrücklich nicht begrüßten) "altbraunen" Kräfte würden mit Freuden in eine solche Partei strömen, diese unterwandern und damit zerstören, weil allein die Präsenz solcher Kräfte ausreicht, um einer solchen Partei die demokratische Legitimation zu entziehen.
Ob altbraun oder neubraun ist eigentlich egal. Deutschland ist dauerhaft allergisch auf braun, und das finde ich gut.
Das zweite Problem ist: selbst wenn eine solche Partei wirklich demokratisch wäre und die Abgrenzung zu den undemokratischen "Ewig Gestrigen" gelingt, dann würde es der Partei niemand glauben... und unsere Berufspolitiker würde die als "Ewig Gestrige" brandmarken und als Aussätzige behandeln (da haben unsere Berufspolitiker aus der Geschichte nichts gelernt)... eine demokratische Partei rechts von de CDU wird es in Deutschland leider nicht geben.
Die gibt es doch schon lange. Nennt sich die CSU.

FDP ist auch nicht wirklich als links von der CDU zu bezeichnen. AfD kann funktionieren - aber nur dann, wenn sie sich gerade nicht bierschwanger auf die Brust klopfen und das Deutschlandlied grölen; wenn sie nicht betonen müssen, dass die "Schuld" abgegolten ist. Einfach mal ein bisschen subtiler sein. Und wenn ihr es euch genau anschaut, sind eigentlich alle etabilierten Parteien rechts von den Grünen national-patriotisch (wenn auch nicht völkisch). Man lässt sich wegen dem Krieg schon lange nichts mehr sagen, lässt nicht allerlei Flüchtlinge ins Land, verteidigt die Handelswege am Horn von Afrika. Was genau wollt ihr mehr?
Das Geld, das in "den Süden" fließt, fließt direkt an unser Bankensystem zurück. Es ist halt schöner, internationale Solidarität zu inszenieren, statt direkt dem alten Ackermannladen Geld in den Hintern blasen zu müssen und dabei den seriösen Ruf der eigenen Kreditinstitute nachhaltig zu beschädigen. Dafür, dass wir den ganzen Griechen Zahlungsaufschub gewähren, quetschen wir sie zudem mit munterem Austeritätsdiktat aus. Wie soll Politik im Interesse Deutschlands denn sonst noch aussehen?

Verfasst: Mo 15.04.2013, 11:50
von HvS
Wie gesagt: wir würden es begrüßen, wenn das Konzept "AfD" auf demokratischer Basis funktionieren würden... aber wir glauben nicht dran.
Auf die anderen Dinge gehen wir nicht ein, mit dem Start "O je" ist die Diskussion entsachlicht.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 12:38
von Silem
Anton hat geschrieben:Da muss ich um der Fairness halber widersprechen. Die Linke hatte mit ihren Forderungen zwar nie die Chance, eine Koalition im Bund durchzusetzen. Forderungen aber wie der Mindestlohn von 8€, eine Anhebung des Spitzensteuersatzes und eine Revision der Liberalisierung im Bereich der Leiharbeit musste die SPD übernehmen, um den Wählerschwund in die Richtung einzudämmen, was soweit auch gelang. Die massive Umfragenstärke der Grünen zwang selbst die Union, ihre Atompolitik zu überdenken - SPD und Linke übernahmen die grünen Forderungen schon lange. Wenn die Eurokritiker also erfolgreich sind, wird auch der Rest des konservativen Lagers sich bewegen müssen.
Weil die Forderungen der Linken, so gesehen, Konsens mit der SPD ist. Sie sind einfach nur eine Stufe radikaler. Die Linke fordern einen Mindestlohn, die SPD auch, die Linke fordern die Anhebung des Spitzensteuersatzes die SPD auch. Natürlich ist das alles ein Schritt in Richtung der Linke. Aber die SPD kann es sich leisten. Die "Mehrheit" teilt nun mal die Meinung und die Unterschiede sind gering. Bei der AfD und CDU ist das aber anders. Die CDU kann im Hauptthema der AfD eigentlich gar nicht auf die AfD zugehen ohne gewaltige Probleme zu bekommen. Die Position ist einfach: "Wir wollen raus aus dem Euro." Da gibt es kein Mittelding, kein Konsens. Entweder wir sind drinnen oder wir sind es nicht. In den anderen Punkten kann die CDU tatsächlich der AfD das Wasser abgraben. "Einwanderungspolitik wie in Kanada?" Machen wir. "Einfacheres Steuersystem." Ich sage nur: Einfacheres und gerechteres Steuersystem

. Das wollen die seit 4 Jahren. Es wird sich also schon etwas bewegen. Aber eben nicht im Hauptthema. Zu große Ziele für eine zu kleine Partei. Das selbe Problem hatten doch auch die Piraten. Alles was sie wollen wollten nur sie. Es gab keinen möglichen Koalitionspartner.
Verfasst: Mo 15.04.2013, 12:53
von Reynold
Silem hat geschrieben:Bei der AfD und CDU ist das aber anders. Die CDU kann im Hauptthema der AfD eigentlich gar nicht auf die AfD zugehen ohne gewaltige Probleme zu bekommen. Die Position ist einfach: "Wir wollen raus aus dem Euro." Da gibt es kein Mittelding, kein Konsens. Entweder wir sind drinnen oder wir sind es nicht.
Widerspruch! Kompromis: Wir gehen aus dem Euro raus bürgen aber weiterhin für den ESM!
Verfasst: Mo 15.04.2013, 13:44
von ulysses
Titanic hat geschrieben:Parteienporträt: Alternative für Deutschland
Die Spitze: Sprecher der AfD ist der Ökonomie-Professor Bernd Lucke. "Wir müssen den Euro auflösen, wenn wir wahre Europäer sind", sagte Lucke gestern in Berlin. Außerdem fordert er niedrige Steuern, damit Deutschland mehr investieren kann, und häufiges Autofahren, um die Umwelt zu schonen. Seine Stellvertreter sind Frauke Petry und Konrad Adam. Die Unternehmerin und der pensionierte Journalist (Welt und FAZ) spiegeln gemeinsam mit Lucke die gesamte gesellschaftliche Bandbreite wider: Vom Prof. Dr. bis zum Prof. Dr.-Ing. e.h. ist bei der AfD alles vertreten.
Die Basis des AvD besteht großenteils aus älteren Herren. Mehr als 7000 Mitgliedsanträge liegen der Alternative derzeit nach eigenen Angaben vor. Ihre Schlagkraft muß sich allerdings erst erweisen – die meisten hielten den Antrag für eine Anmeldung zur Kaffeefahrt und hoffen nun auf tolle Gewinne.
Das Wahlprogramm zielt auf die Mitte der Gesellschaft. Linkes und rechtes Gedankengut werden, so heißt es, strikt abgelehnt. Ein Antrag, jegliches Gedankengut von der Partei fernzuhalten, wurde kurz nach der Gründung vorgelegt und wird derzeit geprüft.
Die Aussichten: rosig. Manche Meinungsforscher sehen ein Wählerpotential von bis zu 25 Prozent. Es dürfte für die AfD also ein Leichtes sein, in den Bundestag zu kommen. Lediglich die Koalitionsverhandlungen mit den Piraten (Wählerpotential bei 30 Prozent!) könnten sich als schwierig erweisen.
(9 Zeichen)
Verfasst: Mo 15.04.2013, 18:30
von Stoertebeker
Auch beim Euro gibt's Kompromissmöglichkeiten. Z.B. keine Haftung mehr zu übernehmen. Oder sehr viel weniger.
Für mich ist die AFD übrigens nur wählbar, wenn sie sich nicht rechts von der CDU positioniert. Einfach ein bisschen konsequenter als die FDP - das wär's.
Verfasst: Sa 20.04.2013, 23:24
von Anton
Silem hat geschrieben:Weil die Forderungen der Linken, so gesehen, Konsens mit der SPD ist. Sie sind einfach nur eine Stufe radikaler. Die Linke fordern einen Mindestlohn, die SPD auch, die Linke fordern die Anhebung des Spitzensteuersatzes die SPD auch. Natürlich ist das alles ein Schritt in Richtung der Linke. Aber die SPD kann es sich leisten. Die "Mehrheit" teilt nun mal die Meinung und die Unterschiede sind gering. Bei der AfD und CDU ist das aber anders. Die CDU kann im Hauptthema der AfD eigentlich gar nicht auf die AfD zugehen ohne gewaltige Probleme zu bekommen. Die Position ist einfach: "Wir wollen raus aus dem Euro." Da gibt es kein Mittelding, kein Konsens. Entweder wir sind drinnen oder wir sind es nicht. In den anderen Punkten kann die CDU tatsächlich der AfD das Wasser abgraben. "Einwanderungspolitik wie in Kanada?" Machen wir. "Einfacheres Steuersystem." Ich sage nur: Einfacheres und gerechteres Steuersystem

. Das wollen die seit 4 Jahren. Es wird sich also schon etwas bewegen. Aber eben nicht im Hauptthema. Zu große Ziele für eine zu kleine Partei. Das selbe Problem hatten doch auch die Piraten. Alles was sie wollen wollten nur sie. Es gab keinen möglichen Koalitionspartner.
Da muss ich eigentlich in allen Punkten widersprechen.
Dass "die ganzen Griechen und Portugiesen" keinen Pfennig von der deutschen Wirtschaftsleistung profitieren sollen ist Konsens in der CDU. Daher wird den Schuldnerländern knallharte Austerität aufgezwungen. Sie
sollen leiden. Dass man das Geldsystem stabilisiert und nicht implodieren lässt, ist common sense und wenn Bänker davon profitieren, ist es halt so. Den Willen der CDU, den Euro bis zum Ultimo mitzutragen, würde ich aber auch nicht überschätzen. Sie können nur nicht offen über solche Planspiele reden, weil im Informationszeitalter eine unvorsichtige Phrase ganze Volkswirtschaften in den Ruin treiben kann.
Piraten haben reichlich Koalitionspartner gehabt. Linke haben sich auf die mit Umarmungen gestürzt; die anderen Parteien waren gern gesprächsbereit. In NRW hätte Rot-Grün mit denen gerne koaliert, wenn es nicht auch alleine für eine Mehrheit gereicht hätte. Im Bund ist zwar Regierungsbeteiligung der CDU/CSU beschlossene Sache (allein schon um sie in Europafragen im Bundesrat bei der Stange zu halten), aber dass die Piraten Pariahs wären, glaube ich nicht. Das sind die in viel geringerem Maße als die Linke, die tatsächlich wie Aussätzige behandelt wird.
Ich glaube allerdings nicht, dass man mit der AfD koalieren würde - selbst wenn man den Euro abschaffen wöllte. Man bräuchte sie dazu einfach nicht.
Verfasst: So 21.04.2013, 00:10
von Vernichter
Teile der CDU-Basis, ja. Der Führung kaufen wir aber die Bereitschaft Deutschland in der EU ainzuschmelzen schon ab, haben nur Angst vor der eigenen Anhängern, um ständig davon zu sprechen. Auesserungen in diese Richtung gab es allerdings genun. Keine Frage wuerden man eine Kehrtwende einleiten falls das Schiff gegen den Eisberg schrammt, aber nicht vorher. Vorher sieht man keinen Eisberg, sondern einen sicheren Hafen am Horizont, den man Vertiefung schimpft. Gemeint ist natürlich die Kontrolle über die Faulenzer im Süden und anderswo durch, nicht durch Deutsche, sondern durch Europäer, also durch eine sehr duenne Schicht. Der Unterschied zu den Roten und den Grünen ist technisch gesehen nur ein auf die Ziele ausgerichteter, der Wunsch nach Instrumenten zum zentral gelenkten Durchgreifen ist gleich.
Verfasst: Mo 22.04.2013, 11:30
von [B@W] Abominus
Ab 11:40 fängt der interessante Teil an...
Verfasst: Mo 22.04.2013, 14:59
von Colonel Chris
[B@W] Abominus;876938 hat geschrieben: Abominus;876938"]
Ab 11:40 fängt der interessante Teil an...
Am besten fand ich den Letzten:"Nico möchtest Du 'ne Spritze haben?" ...
Das wird 'ne tolle Mama...

Verfasst: Mo 22.04.2013, 15:03
von [B@W] Abominus
Ja, hab es am Freitag und gestern nochmal die Wiederholung gesehen. Herrlich die Frau.
Verfasst: Mo 22.04.2013, 15:24
von [Gast]
Da geht dem Staatsfernsehen der Arsch auf Grundeis.
Verfasst: So 28.04.2013, 15:04
von Reynold
[B@W] Abominus;876980 hat geschrieben: Abominus;876980"]Ja, hab es am Freitag und gestern nochmal die Wiederholung gesehen. Herrlich die Frau.
Wobei das Original etwas verkürzt wieder geben wurde. Tatsächlich "bemerkt" sie ihren Fehler uns ergänzt ".. zum Spielen! Willst du eine Spritze zum spielen!?". Wir gehen auch hier davon aus, dass keine echte Spritze, sondern eine Plüschspritze gemeint ist, die man extra für solche Zwecke dabei hat.
Verfasst: So 28.04.2013, 20:09
von Anton
clone hat geschrieben:Da geht dem Staatsfernsehen der Arsch auf Grundeis.
O ja, es hat einfach jeder Angst dass die tatsächlich mit fünfeinhalb Prozent in den Parlament einziehen und man (o weh!) Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün bekommt. Welch' beängstigende Vorstellung.

Verfasst: Di 30.04.2013, 09:39
von [B@W] Abominus