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Verfasst: Mo 17.06.2024, 22:32
von DerGraf
Letztens in der Büchertelefonzelle gefunden aber noch nicht weit reingelesen:

Dianetik von L. Ron Hubbard

Wir sind sehr gespannt.

Verfasst: Mo 17.06.2024, 22:39
von dooya
DerGraf hat geschrieben:Letztens in der Büchertelefonzelle gefunden aber noch nicht weit reingelesen:

Dianetik von L. Ron Hubbard

Wir sind sehr gespannt.
Grüße an Tom Cruise. :D

Verfasst: Di 18.06.2024, 08:13
von KIWI
dooya hat geschrieben:Grüße an Tom Cruise. :D
Ah jetzt verstehen wir es auch... SCIENTOLOGY verkauft das Buch auch... Aber die gehören doch zu den guten :D :gluck:

Verfasst: Di 18.06.2024, 08:18
von dooya
KIWI hat geschrieben:Ah jetzt verstehen wir es auch... SCIENTOLOGY verkauft das Buch auch... Aber die gehören doch zu den guten :D :gluck:
Anders herum: Nicht Scientology verkauft den Leuten das Hubbard-Buch, sondern Hubbard hat den Leuten Scientology verkauft. (Er ist der Gründer.)

Verfasst: Di 18.06.2024, 08:25
von KIWI
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Da sagt ihr etwas, als Jugendlicher aus der Fahrbücherei habe ich die ganze Serie von ihm gelesen. Fanden wir damals super. Waren galube ich 4 Folgen?

Verfasst: So 23.06.2024, 12:43
von Brittles
Unter der grünen Fahne: ein Stabsoffizier der Irish Brigade erinnert sich an den Amerikanischen Bürgerkrieg

Verfasst: So 23.06.2024, 15:34
von deltadagger
:rolleyes:
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:D
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Verfasst: Do 30.01.2025, 15:19
von Montesquieu
Ui, hier ist es ja auch schon ein wenig angestaubt.

Ich habe echt nicht mehr die Zeit und Muße gefunden, viel zu lesen, was mich wirklich traurig gemacht hat. Mit 4 Kindern kam ich da wirklich nur noch im Urlaub mal kurz zu. Wenn ich es mal an normalen Abenden versucht habe, bin ich nach zwei Seiten wirklich einfach weg gedöst.

Da ist der Hund gar nicht mal so schlecht und Hörbücher auch wieder wunderbar. Weniger Podcasts, mehr Bücher, war ja eh mein Nach-Amerika-Wahl-Vorsatz.

Seit Oktober kamen so echt schon "Herr der Ringe" zusammen und "Die Insel der tausend Leuchttürme" (Walter Moers, Zamonien).

Aus Interesse habe ich mir nun auch wieder zwei Discworld-Bücher zugelegt und dort den Faden wieder aufgenommen, wo ich ihn damals 1999 fallen gelassen habe. Discworld war halt die lange Serie meiner Jugend, wie für meine Eltern halt Karl May. Danach kamen dann andere Fantasy- und Sci-Fi-Reihen dran, Discworld hatte was ausgedient und man hatte das Gefühl, es wäre irgendwie "Kinderkram".

Halb aus Nostalgie, halb aus Neugier, ob ich es noch "richtig" in Erinnerung hatte, also mit "Heiße Hüpfer/The last Continent" angefangen. Das Buch steht auf Englisch immer noch bei mir im Regal, das Hörbuch habe ich mir aber auf Deutsch zugelegt. Ich lese, gucke und höre ja wirklich alles auch im englischen Original, aber wenn es um Hörbücher geht, insbesondere, wenn es relativ "leichte" Unterhaltung ist, präferiere ich irgendwie Deutsch. Auch, wenn das bei Discworld bestimmt nicht die ganz richtige Entscheidung ist, denn ein paar Mal habe ich schon gemerkt, dass da ein Wortwitz entweder zu wörtlich oder schlecht (vielleicht nicht anders möglich) übersetzt worden ist. Aber sei's drum.

Ist bei "The last continent" eh egal. Das war die schlechteste Discworld-Erfahrung, die ich je hatte. Setting: Rincewind + Australien, mit einem Nebenplot aus der Unsichtbaren Universitäts Gang. Gott, waren die Witze flach stereotyp, 90er lahm und altbacken mit einem Schuß Boomer-Kichern. Nä, das Buch war eine richtige Enttäuschung. Ein bisschen besser ging's mir, nachdem ein Blättern auf Rezensions-Seiten bestätigte, dass es oftmals ganz am unteren Ende aller Discworld-Romane zu finden ist.

Also ein wenig vorsichtig zum nächsten Werk gewechselt: "Ruhig Blut! / Carpe Jugulum" Die Hexen von Lancre als Hauptcharaktere. Und ehrlich gesagt fand ich die als 13 Jähriger nie so ganz toll. Rincewind, die Wache, TOD, die Einzeltitel fand ich alle besser und schmissiger als die Stories um drei (teilweise) mittelalte grantige Damen aus einem verschrobenen (langweiligen) Bergdorf, von denen einen immer sexuell konnotierte Witze riss.

Tja, was soll man sagen? Vielleicht musste ich selber alt werden, aber das Ding finde ich fantastisch gut. Und es hätte genauso die Chance gehabt in das Fantasy-Vorurteils-Becken zu fallen, denn das Grundthema ist: Vampire. Aber das hier ist witzig geschrieben, der Plot wird spannend vorgetragen, die Charaktere sind allesamt interessant. Es ist eine runde Sache und es kommt wieder das warme Pratchett-Gefühl auf. Schön!

Als nächstes gibt es zwar den nächsten Band der Phileasson-Saga, die ich nach Band 2 auch nicht weitergelesen hatte, obwohl ich sie gut fand, aber nach ein wenig Recherche, muss ich auf jeden Fall noch ein paar Discworld-Highlights hören. :)

Verfasst: Sa 15.02.2025, 12:27
von habakuk
Wir möchten hier kurz den "Morgenstern-Zyklus" des norwegischen Autors Karl Ove Knausgård empfehlen.

Band 1 sieht so aus:

Bild

Wir sind gerade an Band 3, "Das dritte Königreich". Wenn Wir die Sache richtig überblicken, soll es insgesamt 5 Bände geben.

Knausgård ist in den 2010er Jahren durch seine ausufernden autobiographischen Romane weltweit berühmt geworden. Auch Wir fanden diese Bücher sehr lesenswert. Allerdings erscheint Uns die neuere Romanreihe als Empfehlung geeigneter, weil Wir glauben, dass die Morgenstern-Titel mehr den Massengeschmack treffen.

Auf Uns machen die Bücher einen ähnlichen Eindruck wie ein sehr guter Stephen-King-Roman. Es wird sehr tief in interessante, aber eigentlich alltägliche Charaktere eingetaucht. Und es gibt eine Katastrophe oder eine Bedrohung von außerhalb der für uns normalerweise geltenden sinnlich wahrnehmbaren Welt, auf die all diese Charaktere zusteuern, ohne es zu wissen. Als Leser weiß man es aber ab einem gewissen Zeitpunkt, und mit jedem Band lernt man etwas mehr darüber, welcher Art dieses übernatürliche Ereignis ist.

Hervorragend geschrieben, spannend – und in seiner Entfaltung eines konkreten, aber irgendwie doch schwer fassbaren Bedrohungszenarios sogar "aktuell". Sehr lesenswert, wie so vieles von Knausgård. :)

Verfasst: Mi 23.04.2025, 18:06
von Montesquieu
Endlich habe ich es geschafft, die "Trisolaris - Three Body Problem" Trilogie von Cixin Liu durch zu lesen / zu hören.

Uff ... Da schlagen ganz viele Herzen in meiner Brust.

The Good:

• Wissenschaftskreativität: Ja, das kann er und hier liegt die große Stärke der Bücher. Cixin ist am am besten, wenn er ein sci-fi Feuerwerk abfackelt und dadurch die Story vorantreibt.
Spoiler• Die VR-Szenen und die Nano-Fäden im ersten Teil
• Die Dark Forest Auflösung im zweiten Teil und die Enttarnungen der übrigen Wall Facer
• Den dritten Teil finde ich hier am stärksten: Staircase-Project, 4D-Raum, das Meeting mit Yun Tianming und die Märchen und deren Auflösung, die Bunkerstädte, der Einblick in die Galaxie-Zivilisationen und den Dauerkrieg, die Spekulationen über Lichtgeschwindigkeit etc.
The Bad:

• World Building: Das ist schon ziemlich zäh und wenig glänzend. Nicht, dass es Cixin an Kreativität fehlen würde, aber es ist alles nur eine Kulisse für seine wissenschaftlichen Sci-Fi-Überlegungen. Egal zu welcher Zeit: Die Gesellschaften sind alle wenig interessant beschrieben und als alter Geisteswissenschaftler könnte er mich hier einfach abholen, aber das schafft er nicht. Außerdem ist er bei der großen wissenschaftlichen Entwicklungen gut, aber er kann sich nicht vorstellen (oder sehr schlecht), wie Menschen in 300 Jahren ihren Toast machen.


• In diesem Zusammenhang: Seine Schreibe und seine Gedanken zu gesellschaftlichen Umwälzungen sind nun ja ... meiner Meinung nach im besten Fall komisch, im schlechtesten Fall bizarr. Ich weiß nicht, was seine Grundeinstellung da ist. Aber vielleicht doch eine sehr chinesische Sicht der Dinge, die alle Entwicklungen von der Kulturrevolution aus betrachtet. Es kommt nicht nur einmal vor, dass praktisch Revolutionen, Aufstände und die größten politisch-sozialen Bewegungen aufkommen und dann fällt sprichwörtlich in China ein Sack Reis um und alles löst sich auf und ist komplett immer auf Anfang. Hey, ich bin auch ein Anhänger von "Meet the new boss, same as the old boss", aber hier hier ist eher "The old boss is the new boss and will be the old boss" oder anders "After Mao comes Mao". ;)

Dass Cixin eher optimistisch ist, was ein Weg hin zur Offenheit und Demokratie (mit negativen Seiten) angeht, nehme ich ihm nicht übel. Das letzte Buch kam 2010 heraus. Da waren wir alle noch anders drauf. Aber irgendwie kann er den Rechtsstaat nicht leiden. Alle Urteile und Anklagen sind irgendwie komische Mob-geleitete semi-moralisch-naive Entscheidungen.
Spoiler• Die UN versagt andauernd, aber bleibt praktisch bis zum Ende der Herrscher der Welt
• Die Australien Deportierung hat praktisch keine Bedeutung, genauso wie der Widerstand und die KZ-Kollaborateure

And the ugly:

• Manche Szenen sind einfach nur zäh und langweilig und sogar schrecklich geschrieben.
Spoiler• Ich bin mit dem Hund über das Feld gegangen, als die Sword Holder Position zu Cheng Xins überging. Der Countdown zum Angriff der Droplets tat mir schon physisch weh. Selten so einen Schrott "gelesen".
• Die Charaktere.

Erst habe ich gedacht: "Monti, du verstehst einfach nicht die chinesische Art zu schreiben. Das muss vielleicht so sein. Da steckt mehr hinter und das sind halt alles irgendwie wichtige allgemeine lebende Abbilder hochphilosophischer Archetypen." Was ein Quatsch! Nein, die Protagonisten sind einfach flach, langweilig, schlecht geschrieben. Man fühlt nicht mit Ihnen, man möchte sie alle eigentlich gegen die Wand klatschen. Wirklich alle. Mal gibt es welche, die auf einer Skala von 1-10 eine 4 einnehmen, aber mehr auch nicht. Und nach ein wenig Recherche darüber: Selbst Chinesen finden das schrecklich und andere Autoren aus dem Reich der Mitte sollen einfach gute Charaktere schreiben. Cixin ist hier der faule Apfel. Und trotz, dass Frauen oftmals die Hauptrolle einnehmen, herrscht da ein ganz, ganz komischer misogyner Unterton in der ganzen Serie vor, der schon leicht Incel-Züge annimmt.
Spoiler• inklusive der "manic pixy dream girl" Frau von Luo Ji, die ihn natürlich direkt verlässt, wenn er die Welt rettet, weil unfaire Frau und unfaire verweiblichte Gesellschaft.
Fazit:

Das hört sich jetzt sehr, sehr überwiegend negativ an, aber eigentlich habe ich (nach einer Pause), die Bücher relativ schnell "durchgesuchtet" und insgesamt genossen. Die wissenschaftlichen Ideen haben mich immer wieder zur nächsten Seite gezogen und wenn wieder so ein Geistesblitz abgefeuert wurde, hat man sich gefühlt, dass auf einmal der Lichtgeschwindigkeitsantrieb angesprungen ist. Dann wurde zwar immer wieder auf Fusions-Antrieb runtergebremst, aber man wartete nur auf den nächsten Boost.

Trisolaris kommt lange nicht an meine Lieblings-Sci-Fi-Reihe Hyperion ran, die einfach alles hat, Sci-fi, Welt / Gesellschaft, Charaktere und Plot.

Deswegen finde ich im Nachhinein die Netflix-Serie immer noch gut und hier ist eigentlich der Fall, dass die Umsetzung besser ist als das Buch. Und seien wir ehrlich: Die Charaktere auf dem Fernsehschirm sind auch keine Mega-Protagonisten, aber das reicht schon, um Cixin zu überholen.

Verfasst: Mi 23.04.2025, 19:14
von KIWI
Mmmmh, dann warte ich doch lieber auf die Fortsetzung bei Netflix und fange die Trilogie doch nicht an. Habt Dank für eure ausführliche Beschreibung eurer Gefühle mit dem Buch. Aber was sind incel Züge und ein misogyner Unterton? Ihr müßt für uns in einer einfachen Sprache reden tun machen. :D :gluck:

Verfasst: Mi 23.04.2025, 21:56
von Arminus
Habe letztes Jahr alle 3 Teile en bloc geholt, sind ja Klassiker. :rolleyes:

Zu The Three-Body Problem:
Wirklich gut interessant fand ich nur den historischen Teil. Inwieweit authentisch, kann ich schwer beurteilen, aber auf jeden Fall interessantes Neuland.

Zu Hard SciFi:
Spoiler • Nano-Fäden: Völlig unspektakulär, wie eigentlich das ganze Ende des ersten Teils. Plausibel ja, aber... wir zerschneiden ein Schiff im Panamakanal. Und alle, die drin sind (Hoffentlich hat sich keiner zum Schlafen hingelegt, sonst zerschneiden wir den ja gar nicht). Aber nicht die Daten, die können wir komplett bergen. :wirr:
• Die Trisolaris: Soll der Menschheit haushoch überlegen sein. Aber die Menschen holen technisch auf! Srzly, ein System mit drei Sternen bietet so beschissene Rahmenparameter, dass es ein Wunder wäre es, sich wenn sich überhaupt komplexeres Leben entwickeln kann. Aber ein Ökosystem, dass so resilient sein soll, dass dort ständig Zivilisationen entstehen können, soll eine hervorgebracht haben, die statischer ist, als das, was hier auf der Erde? Sicherlich irgendwie erklärbar, aber erst mal häh? (Bzw. ein 3-Sterne-System könnte auch recht stabile Rahmenbedingungen liefern, aber das wär etwas zu unspektakulär)
• Sophons: And there he jumped the sharked. Nuked the fridge. (Fridging kommt dann ja erst in Teil 2). Das soll Hard SciFi sein? Ein bisschen Quantenmechanik, String-Theorie und viel hand waving? Naja, solange Story, Charaktere und Stil unterhaltsam sind (oh wait :D )
Die Charaktere: Und da wird immer behauptet, Kim Stanley Robinson könnte keine Charaktere... :tongue: Zwei weibliche Typen: Jung, schön, mit Problemen, häufig Gewalt ausgesetzt, häufig tot. Und Mütter.

Insgesamt fand ich 3BP sehr durchwachsen. Stellenweise sehr lesenswert, stellenweise extrem zäh. Das Ende schwach.
Spoiler • Die Stelle, wo sie das Panama-Ding planen und der US-Militär Big Shi die Zigarre anzündet? Alter, bin ich hier bei Independence Day gelandet?
• Ye Wenjie, quasi Weltfeind Nr. 1, darf zum Sterben noch mal an den Ort ihres Verbrechens zurückkehren. Einerseits gab mir die gesamte Passage nichts, andererseits kann ich mir keine Regierung dieser Welt vorstellen, die sie nicht mindestens mal in einem dunklen Loch verrotten hätte lassen, wenn nicht gar öffentlichswirksam gevierteilt hätte.
• Und dann mein besonderer Freund, der Quanten-Computer Nr. 3.

Sehr skeptisch habe ich dann The Dark Forest aufgeschlagen.
Spoiler • Cosmic Sociology? Oh wie ich Physiker liebe, die allen anderen Wissenschaften erklären, wie man es richtig macht.
• Ameisen?
• Trisolaris können nicht lügen? An und für sich ein interessantes Konzept, ein Thema für ein eigenes Buch (habe Ende 2024 mit Le Guins Hainish Cycle angefangen, dort gewissermaßen ein Thema), aber hier als Ausgleich für das allseeing qubit?
Hab's dann nach 100, 150 Seiten Gewürge abgebrochen, da Teil 2 ja länger ist als Teil 1. Und mich im Netz spoilen lassen. Das nicht bereut. Den Kauf der Bücher insgesamt schon. Ein paar der späteren Sachen klangen interessant, aber vielen Dank, nicht von dem Autor.


p.s.: Kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, wie das als TV-Serie hintenraus funktionieren soll. Aber bei der Kombination aus Netflix und D&D als Showrunner wird das schon. :teufel:

Verfasst: Do 24.04.2025, 10:18
von Montesquieu
KIWI hat geschrieben:Mmmmh, dann warte ich doch lieber auf die Fortsetzung bei Netflix und fange die Trilogie doch nicht an. Habt Dank für eure ausführliche Beschreibung eurer Gefühle mit dem Buch. Aber was sind incel Züge und ein misogyner Unterton? Ihr müßt für uns in einer einfachen Sprache reden tun machen. :D :gluck:
Unterschwellig frauenfeindlich und sehr komisch vorwurfsvoll. Das ist jetzt auch keine "woke" Übertreibung. Frauen sind praktisch die Umkehrung des Faust-schen Mephistos: "Die Macht die Gutes will und Böses schafft." Die Männer sind "Die Macht die durch Böses Gutes schaffen will, aber nicht darf, weil die Frauen ihnen immer die Sandförmchen klauen. Menno! So böse und gemein! *mit dem Fuß aufstampf*".
Arminus hat geschrieben: Zu Hard SciFi:
Spoiler • Nano-Fäden: Völlig unspektakulär, wie eigentlich das ganze Ende des ersten Teils. Plausibel ja, aber... wir zerschneiden ein Schiff im Panamakanal. Und alle, die drin sind (Hoffentlich hat sich keiner zum Schlafen hingelegt, sonst zerschneiden wir den ja gar nicht). Aber nicht die Daten, die können wir komplett bergen. :wirr:
• Die Trisolaris: Soll der Menschheit haushoch überlegen sein. Aber die Menschen holen technisch auf! Srzly, ein System mit drei Sternen bietet so beschissene Rahmenparameter, dass es ein Wunder wäre es, sich wenn sich überhaupt komplexeres Leben entwickeln kann. Aber ein Ökosystem, dass so resilient sein soll, dass dort ständig Zivilisationen entstehen können, soll eine hervorgebracht haben, die statischer ist, als das, was hier auf der Erde? Sicherlich irgendwie erklärbar, aber erst mal häh? (Bzw. ein 3-Sterne-System könnte auch recht stabile Rahmenbedingungen liefern, aber das wär etwas zu unspektakulär)
• Sophons: And there he jumped the sharked. Nuked the fridge. (Fridging kommt dann ja erst in Teil 2). Das soll Hard SciFi sein? Ein bisschen Quantenmechanik, String-Theorie und viel hand waving? Naja, solange Story, Charaktere und Stil unterhaltsam sind (oh wait :D )
Das bin ich ehrlich gesagt nicht einmal so streng.

Auch ein Simmons reimt sich oft wissenschafts-nah was zusammen, was nicht haltbar ist.

Ich vermute, dass Cixin hier zu jeder Sache schon einen Essay oder irgendwas gelesen hat. In letzter Zeit gucke ich mir auch wieder Philosophie Channels auf YT an, die oftmals theoretische Physiker einladen. Die lassen auch meistens metaphysiche Sachen los nach dem Motto "Wenn die Naturgesetze so und so wären, dann könnten Schweine fliegen und Picard Season 2 rezitieren!", nur um dann natürlich 100x zu betonen, dass das ja "nach jetzigem Stand der Wissenschaft" niemals sein könnte und String Theorie eh nie bewiesen wurde und Quanten über alle Maße wichtig sind, aber oft falsch verstanden wären und jada jada jada.

Cixin nimmt dann den ersten Teil und baut sich daraus was schönes zusammen, angerührt mit Autoren-Freiheit. Soll er machen. Ehrlich: Auch den Urvater aller Hard SciFi, Clarke, kann man auseinandernehmen, wenn man will.

Zudem ist das erste Buch von 2006. Da nehme ich Cixin ein wenig in Schutz. Die populärwissenschaftliche Meinung zu Quanten und Jedöns war damals doch noch eine arg andere und hatte schon "Stein der Weisen"-Vibes, vergleichbar mit der Atomkraft in den 40ern/50ern. Da ist in bald 20 Jahre viel richtiggestellt worden. Aber wie gesagt: Bei den Sophons und co. bin ich da nicht so streng.

Außerdem regen mich hier wieder einmal die gesellschaftlichen Annahmen mehr auf. Ok, da bin ich auch näher dran. Bin ja kein Physiker.
Arminus hat geschrieben: Hab's dann nach 100, 150 Seiten Gewürge abgebrochen, da Teil 2 ja länger ist als Teil 1. Und mich im Netz spoilen lassen. Das nicht bereut. Den Kauf der Bücher insgesamt schon. Ein paar der späteren Sachen klangen interessant, aber vielen Dank, nicht von dem Autor.
Jaha, da sind wir uns einig. War auch mein Verlauf. Teil 2 hat mich auch ca. nach genau der Seitenzahl verlassen. Ich konnte nicht mehr. Habe den Faden erst wieder mit dem Hörbuch aufgenommen. Wenn man mit dem Hund geht, ist man da schon geduldiger. Und wie gesagt: Danach lief es gut. Konnte auch nicht mehr aufhören und hatte z. B. nicht das Phänomen, dass ich unbedingt einen Podcast "zur Erholung" bräuchte. Habe - trotz aller Unkenrufe - Trisolaris dann an einem Stück beendet.

Ist das Marmite der SciFi-Literatur: Acquired taste. Love it or hate it. ;) Und du weißt, dass es eigentlich nicht schmeckt. :P
Arminus hat geschrieben: p.s.: Kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, wie das als TV-Serie hintenraus funktionieren soll. Aber bei der Kombination aus Netflix und D&D als Showrunner wird das schon. :teufel:
Ach, die ist schon sehr solide und ordentlich.

Wenn D&D ja Material vorgegeben haben, können sie was draus machen. Und hier droht auch nicht ein übergewichtiger, weißbärtiger, Hosenträger tragender Autor vor dem Ende nicht fertig zu werden. :vertrag:

Die zusammengesuchten Schauspieler aus der GoT-Welt sind schon gut und teilweise genau richtig besetzt wie Wade mit dem Onion Knight. Die Charaktere sind - wie gesagt - Standard, aber in Ordnung. Ausstattung, Effekte, Pacing i. O.. keine 5 von 7, aber ne solide 4. ;)

Verfasst: Do 24.04.2025, 10:37
von Arminus
Montesquieu hat geschrieben:Zudem ist das erste Buch von 2006. Da nehme ich Cixin ein wenig in Schutz. Die populärwissenschaftliche Meinung zu Quanten und Jedöns war damals doch noch eine arg andere und hatte schon "Stein der Weisen"-Vibes, vergleichbar mit der Atomkraft in den 40ern/50ern. Da ist in bald 20 Jahre viel richtiggestellt worden. Aber wie gesagt: Bei den Sophons und co. bin ich da nicht so streng.
Dachte ich mir gestern schon beim Schreiben meines Beitrags. Für Hard SciFi ist die Gefahr viel größer, dass es veraltet. Zumal wenn es sich nicht fokussiert auf ein Thema stürzt, sondern über alles schreibt, weil man ja kosmologische Zeiträume betrachtet.

Apropos: Was die Herren Fermi und Kardaschow anging, fand ich den Kanal Science & Futurism With Isaac Arthur immer ganz interessant.

Verfasst: Di 29.04.2025, 09:57
von McMacki
Unsere Frau war mit der großen Tochter in Paris für ein paar Tage und hat uns ein Buch mitgebracht aus wohl einem berühmten Buchladen namens Shakespeare and Company (klingt richtig berühmt französisch) zu Olympia: The Game, a global History of the Olympics. Zunächst waren wir etwas enttäuscht weil es sich nur um die modernen Spiele dreht, allerdings ist die ganze Entstehungsgeschichte schon recht spannend. Einige Sachen, die wir nicht wußten u.a. dass der viel gepriesene Amateurgedanke vor allem daher kam um Menschen aus der Arbeiterklasse auszuschließen, weil degeneriert und halt Klassendünkel. Sehr informativ bisher.

Ansonsten haben wir mal wieder die Reihe Rivers of London durchgelesen, nun wahrscheinlich zum dritten Mal. Wir können das sehr empfehlen, es ist eine Mischung aus Harry Potter und Polizeiarbeit. Eine der wenigen Bücherreihen die uns jedesmal komplett in das Szenario eintauchen lässt. Wobei die Themen kulturell sehr britisch angehaucht sind, auch die Storylines was es uns beim ersten Mal etwas schwierig machte reinzukommen.

Verfasst: Mi 18.06.2025, 13:34
von Bigfish
Heute den Pile of Shame erhöht um einen Buchladengutschein einzulösen:


Geschichte Japans von Wolfgang Schwentker:

https://www.amazon.de/Geschichte-Japans ... 187&sr=8-1


Dicker Schinken - lagen noch zwei andere mit gleichem Thema im Regal, die waren aber nicht mal halb so dick eher nur so ein Viertel von diesem Werk. Wir sind gespannt, wann auch immer wir es lesen werden...

Verfasst: Mi 18.06.2025, 16:42
von Arminius
Waren heute bei der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung. Dort gab es für Uns für je zwei Euro

Arndt Freytag von Loringhoven und Leon Erlenhorst - Putins Angriff auf Deutschland
Manfred Quiring - Russland. Ukrainekrieg und Weltmachtträume
Volker Ullrich - Schicksalsstunden einer Demokratie. Das aufhaltsame Scheitern der Weimarer Republik
Anne Applebaum - Die Achse der Autokraten

Gelesen wird aber noch Carlo Masala - Wenn Russland gewinnt.

Verfasst: Sa 28.06.2025, 22:47
von Wilhelm Klink
Hörbücher zählen auch, oder?

Wir haben eben gerade ein fesselndes Hörbuch beendet, gelesen vom hervorragend "hörbaren" Gert Heidenreich. Der Titel: Erebus: Ein Schiff, zwei Fahrten und das weltweit größte Rätsel auf See. Geschrieben von Michael Palin (ja, der von Monty Python). Sehr schön aufbereitet, wunderbar gelesen. Uns fasziniert die Seefahrt ohnehin. Hier ist es Seefahrt im frühen 19. Jahrhundert, kurz nach Zulauf genauer Schiffsuhren, Wettlauf zum Nordpol und zum Südpol. Gestaunt haben wir nicht schlecht, wie sehr doch die Sorgen und Nöte der Menschen damals denen von heute gleichen. Und welch radikale Schrumpfkur die Royal Navy nach dem Wiener Kongress wegstecken musste: von über 100.000 Mann Personal auf weniger als 20.000 innerhalb kürzester Zeit :eek:

Verfasst: Do 10.07.2025, 13:12
von McMacki
Wir lesen gerade das Buch "Der Jude mit dem Hakenkreuz". Nicht wirklich eine Biographie, eher eine Familien-Biographie einer jüdischen Familie aus der Nähe von Wiesbaden. Der besagte Jude mit dem Hakenkreuz ist ein hochdekorierter Flieger aus dem ersten Weltkrieg, auf dessen Flugzeug als Glücksbringer ein Hakenkreuz prangte. https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Beckhardt

Wir haben bisher durch die Schule, Studium oder einfach Biographien natürlich viel gelesen über den Holocaust, bzw Juden während des Nationalsozialismus. Dabei müssen wir aber sagen, dass wir das Buch jetzt doch sehr interessant fanden/finden, da wir bisher wenig über wirklich assimilierte, nationalistische Juden gelesen haben. Die Denke 1934/35 noch, dass man sich eingliedern könnte aufgrund seines Nationalismus im neuen Deutschland finden wir faszinierend. Es geht eben im Identität zwischen Judentum und Deutschtum und auch Abgrenzung gegenüber den "Ostjuden". Wir haben das Buch durch Zufall im Bücherschrank gefunden, können es aber empfehlen. Es beginnt ungefähr 1830 und befasst sich mit dem Werdegang der ganzen Familie bis nach dem Holocaust.

Verfasst: Mo 14.07.2025, 15:16
von KIWI
Dann können wir euch auch folgendes Buch empfehlen. Man glaubt es kaum, aber ja, auch Juden kämpften für Hitler:

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