Neues aus den Medien
Moderatoren: ulysses, Montesquieu
- Cholerik
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+10
Wir verstehen Wowi schon seit Jahren nicht mehr.
Irre ich, oder macht der jetzt solange weiter bis die SPD in Berlin krachend auf die Fresse fliegt?
Wenn man einen Berliner fragt ob er die Wowi Meinung vertritt, wird der doch sofort mit: "Nein, die andere" unterbrechen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-05/wowereit-tempelhofer-feld-niederlage
Irre ich, oder macht der jetzt solange weiter bis die SPD in Berlin krachend auf die Fresse fliegt?
Wenn man einen Berliner fragt ob er die Wowi Meinung vertritt, wird der doch sofort mit: "Nein, die andere" unterbrechen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-05/wowereit-tempelhofer-feld-niederlage
Kill all my demons, and my angels might die too.-Tennessee Williams-
- Hjalfnar
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+5
Welche Vorurteile hat denn der werte Abo da geäußert? Eigentlich keines, ein Vorurteil wäre es ja, wenn es eigentlich nicht stimmen würde. Nur leider verdienen ja die CDU/CSU-Abgeordneten im Bundestag offenbar alleine so viel Geld "nebenher" wie die Abgeordneten aller anderen Parteien zusammen...beschwerten sich aber vor den Bundestagswahlen lauthals über die "gewaltigen" Nebeneinkünfte des SPD-Kanzlerkandidaten. Entschuldigt, aber da drängt sich Uns das Wort 'scheinheilig' auf. Und irgendwie können Wir Uns der Ansicht nicht erwehren, hier den Grund für den plötzlichen Widerstand zu erkennen, der dann der Verschärfung der Offenlegungspflicht von Seiten der CDU/CSU entgegenschlug.
- Edelpionier
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Vielleicht hängt die Verteilung der Nebeneinkünfte damit zusammen, dass Unternehmen die sich einen MdB als Aushängeschild im Aufsichtsrat oder sonstwo leisten können, eher selten ein Interesse daran haben mit diesem Geld Leute zu sponsorn die ein Interesse dass ihre Gewinne sinken?
Und was hindert Herrn Gauweiler (und jeden anderen, der irgendeiner bezahlten Tätigkeit nachgeht), diese bezahlte Tätigkeit für die Zeit seines MdB-Seins ruhen zu lassen? Wir mögen ja naiv sein, aber Wir sind der Meinung, dass 12.000 Euro im Monat schon ausreichen, einen gewissen Lebensstandard zu halten.
Und was hindert Herrn Gauweiler (und jeden anderen, der irgendeiner bezahlten Tätigkeit nachgeht), diese bezahlte Tätigkeit für die Zeit seines MdB-Seins ruhen zu lassen? Wir mögen ja naiv sein, aber Wir sind der Meinung, dass 12.000 Euro im Monat schon ausreichen, einen gewissen Lebensstandard zu halten.
- Longstreet
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+2
Verehrter Edelpionier: mit der Lebensgestaltung mit 12.000 € mögt Ihr Recht haben. Aber es ist doch so, dass man als Abgeordneter einfach noch mehr Zeit hat, wenn man sein Amt ernst nimmt. Wie kann man da auf der faulen Haut liegen, anstatt nebenher noch einmal mehr dafür zu sorgen, dass die Binnennachfrage keine dramatischen Einbrüche erleidet. Ihr müsst schon verstehen, dass der erhabene Benito Berlusconi in seiner Perfektion an dieser Stelle das - natürlich unerreichbare - aber dennoch angestrebte Ideal der Politikerkaste darstellt.Edelpionier hat geschrieben:Vielleicht hängt die Verteilung der Nebeneinkünfte damit zusammen, dass Unternehmen die sich einen MdB als Aushängeschild im Aufsichtsrat oder sonstwo leisten können, eher selten ein Interesse daran haben mit diesem Geld Leute zu sponsorn die ein Interesse dass ihre Gewinne sinken?
Und was hindert Herrn Gauweiler (und jeden anderen, der irgendeiner bezahlten Tätigkeit nachgeht), diese bezahlte Tätigkeit für die Zeit seines MdB-Seins ruhen zu lassen? Wir mögen ja naiv sein, aber Wir sind der Meinung, dass 12.000 Euro im Monat schon ausreichen, einen gewissen Lebensstandard zu halten.
- Alith Anar
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+7
Das Problem an Wowereits Politik ist, das der andere grosse (schwarz) es nur noch schlimmer macht.
Generell fehlt mir aber eine langfristige Planung in seiner Politik. Auf der einen Seite bemangelt man Wohnraum ohne Ende, auf der anderen Seite möchte man aber ein paar Wohnhäuser abreissen um dort eine neue zentrale Stadtbibliothek hinzusetzen. Andererseits plant man gerade den Abriss vom ICC weil man kein Nutzungskonzept mehr hat, bzw kann den Flughafen Tempelhof nicht auslasten. Alles was man in Berlin langfristig plant ist der Bau von Einkaufszentren (das neueste soll direkt neben das Alexa - 56.000 qm gebaut werden). Es ist ja nicht so das in BErlin ein Mangel daran herscht (im Umkreis von 15 Autominuten Entfernungen habe ich 9 und Spandau liegt am Rand von Berlin ...)
Generell fehlt mir aber eine langfristige Planung in seiner Politik. Auf der einen Seite bemangelt man Wohnraum ohne Ende, auf der anderen Seite möchte man aber ein paar Wohnhäuser abreissen um dort eine neue zentrale Stadtbibliothek hinzusetzen. Andererseits plant man gerade den Abriss vom ICC weil man kein Nutzungskonzept mehr hat, bzw kann den Flughafen Tempelhof nicht auslasten. Alles was man in Berlin langfristig plant ist der Bau von Einkaufszentren (das neueste soll direkt neben das Alexa - 56.000 qm gebaut werden). Es ist ja nicht so das in BErlin ein Mangel daran herscht (im Umkreis von 15 Autominuten Entfernungen habe ich 9 und Spandau liegt am Rand von Berlin ...)
“The difference between fiction and reality? Fiction has to make sense..” - Tom Clancy
Tja, was die Haupteinkünfte der Abgeordneten angeht, so war der Grundgedanke der "Diäten" ganz, ganz früher mal tatsächlich der, das man vorübergehend seinen eigentlichen Broterwerb ruhen lassen konnte und außerdem noch ein Büro mit einem gewissen Stab an Hilfskräften finanzieren konnte. Da haben die werten Edelpionier, Cholerik, Abo - eigentlich allesamt und sonders - Recht. Nur ist das inzwischen kein Standard mehr. Herr Gysi vertritt weiterhin Mandanten in seiner Anwaltspraxis (Herr Kubicki tat es auch), Herr Steinbrück sitzt weiterhin in diversen Aufsichtsräten, manch einer schreibt Bücher oder hält Vorträge oder führt sein Unternehmen. Aber viele, wie z.B. Peter Gauweiler, sitzen tatsächlich nur für ein oder zwei Perioden im Parlament (bei ihm ist es glaube ich die dritte und letzte Amtsperiode, davor war er natürlich seit den 70ern in Bayern in der Politik aktiv). Okay, dann gibt es also tatsächlich "Berufspolitiker", die trotzdem noch einen anderen Hauptberuf nebenher ausüben. Zum Teil seit Jahrzehnten. Ich würde da niemandem etwas vorwerfen, weil ich bei den meisten Politikern die genauen Hintergründe auch nicht kenne. Deswegen, und weil es politisches "Brauchtum" ist, eignet es sich meines Erachtens nach auch nicht zu Generalabrechnungen mit einer bestimmten Fraktion oder Partei.
Es gibt natürlich auch die heheren Abgeordneten, die wirklich nur für eine Amtszeit ins Parlament einziehen und derweil ihren Beruf ruhen lassen. Das dürfte die Mehrzahl aller Politiker in Berlin sein - insgesamt, aber auch auch in jeder einzelnen Fraktion. Und es gibt Politiker, die inzwischen gar nichts anderes mehr machen, als von ihrem Abgeordnetengehalt zu leben. Oder den Aufwandsentschädigungen, welche sie von Ihrer Partei erhalten. Und das ebenfalls seit Jahrzehnten.
Ich halte es nicht für verwerflich, dass unser politisches System Menschen nicht (unterschwellig oder direkt) vorschreibt, dass sie als Politiker keine andere Tätigkeit mehr ausüben dürfen. Dadurch ist eine gewisse Durchlässigkeit zwischen Politik auf der einen und Restgesellschaft auf der anderen Seite gegeben.
Was die Sitzungen des Parlaments angeht, bitte ich jeden Regenten ins Gedächtnis zu rufen, dass es eine Fraktionsarithmetik gibt, an die sich bis auf 1-2 Ausnahmen (die mir bekannt sind), sämtliche Fraktionen gehalten haben - seit Jahrzehnten. Es existiert sozusagen ein "Sitzungsdienstplan" - jeder Abgeordnete ist mal dran und muss in den großen Sitzungssaal. Die Entscheidungen sind aber in der Regel vorher gefallen und werden auch so berücksichtigt. Das kungeln die Fraktionen untereinander in den verschiedenen Ausschüssen aus oder schreiben es ihren Mitgliedern implizit vor. Was mitunter zu komischen Abstimmungen führt: letzte Sitzungsperiode hat die CDU/CSU in der Frage der ... ich komme nicht mehr drauf, egal ... bei einer namentlichen Abstimmung gemeinsam mit der FDP und den Grünen gegen die Stimmen der SPD und Linkspartei gestimmt. Obwohl die Grünen damals in der Opposition waren. Es gab damals ein paar Abweichler, wenn ich mich richtig entsinne. Frau Roth zählte nicht zu ihnen, wohl aber Herr Ströbele. (Also Roth stimmte wie der Großteil der Fraktion, Ströbele wie die SPD).
Was ich sagen will: die reine Anwesenheitszeit im Sitzungssaal lässt sich schwer als Maßstab für die politische Arbeit eines Mandatsträgers nehmen. Gerade dann kämen Minister einer Regierung ganz besonders schlecht weg, denn die sind zeitlich am seltensten im Parlament anwesend. Obwohl alle natürlich auch ein Abgeordnetenmandat haben.
Naja - ich rechne damit, dass das hier jeder so akzeptiert. (Die Diskussion erhitzte sich ja auch nicht weiter am Lemma.) Also kann man höchstens die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit kritisieren, dass müsste dann aber auf alle dieses "Brauchtum" mittragenden Politiker ausgeweitet werden. Worauf die Kritiker hier wahrscheinlich auch keine Lust haben.
Zum Thema Cholerik und Wowereit: Ich glaube, seit BER ist der Mann ein Opfer der breiten Medien. Jahrelang schwamm er oben und jetzt kriegt er eine Packung nach der nächsten. (Wie hat Diekmann mal formuliert: Wer mit uns im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch wieder mit uns nach unten.) Das ist gängiger Standard bei sämtlichen Redaktionen und Verlagen. Auch Leute wie Schröder oder Brand ist es so ergangen. Tja, und als ebenso wie man als Medienliebling die meisten Wahlen gewinnen kann, verliert man als Prügelknabe selbiger seine Abstimmungen. Ich persönlich glaube kaum, dass Wowi schlechtere Politik macht als noch vor ein paar Jahren. Aber er wird nicht mehr gelobt. Was er auch macht, wird in den Leitartikeln als falsch bezeichnet. Und außerdem gibt es in der Berliner SPD keinen klaren Erben. All das führt letztlich zu Choleriks treffender Beschreibung: zur Zeit sind die meisten Berliner immer der anderen Meinung.
Würde mich aber nicht wundern, wenn die SPD auch bei der nächsten Wahl wieder stärkste Kraft wäre. In der Beziehung ist Berlin mittlerweile so fundamental, wie es meine frühere Heimat Brandenburg zu Stolpes Zeiten war - oder noch schlimmer: meine jetzige Heimat Bremen. Hier gewinnt immer die SPD, selbst wenn sie 'nen Besen als Kandidaten aufstellen würden. (Und sie koalieren auch mit jedem: alleine, mit CDU, Ampel oder nur den Grünen, alles schon da gewesen.)
@Ainar: zur Wohnungsnot: zur Zeit her bauen/wollen bauen private Träger zehnmal mehr Grundfläche Wohnungen in Berlin, als mit dem Tempelhof-Bebauungsplan erreicht worden wäre. So kann die Wohnungsnot abgestellt werden, und darauf sollte sich die Politik auch konzentrieren. Man stünde natürlich nicht so häufig in den Schlagzeilen, wenn man nicht selbst Bauherr wäre...
Es gibt natürlich auch die heheren Abgeordneten, die wirklich nur für eine Amtszeit ins Parlament einziehen und derweil ihren Beruf ruhen lassen. Das dürfte die Mehrzahl aller Politiker in Berlin sein - insgesamt, aber auch auch in jeder einzelnen Fraktion. Und es gibt Politiker, die inzwischen gar nichts anderes mehr machen, als von ihrem Abgeordnetengehalt zu leben. Oder den Aufwandsentschädigungen, welche sie von Ihrer Partei erhalten. Und das ebenfalls seit Jahrzehnten.
Ich halte es nicht für verwerflich, dass unser politisches System Menschen nicht (unterschwellig oder direkt) vorschreibt, dass sie als Politiker keine andere Tätigkeit mehr ausüben dürfen. Dadurch ist eine gewisse Durchlässigkeit zwischen Politik auf der einen und Restgesellschaft auf der anderen Seite gegeben.
Was die Sitzungen des Parlaments angeht, bitte ich jeden Regenten ins Gedächtnis zu rufen, dass es eine Fraktionsarithmetik gibt, an die sich bis auf 1-2 Ausnahmen (die mir bekannt sind), sämtliche Fraktionen gehalten haben - seit Jahrzehnten. Es existiert sozusagen ein "Sitzungsdienstplan" - jeder Abgeordnete ist mal dran und muss in den großen Sitzungssaal. Die Entscheidungen sind aber in der Regel vorher gefallen und werden auch so berücksichtigt. Das kungeln die Fraktionen untereinander in den verschiedenen Ausschüssen aus oder schreiben es ihren Mitgliedern implizit vor. Was mitunter zu komischen Abstimmungen führt: letzte Sitzungsperiode hat die CDU/CSU in der Frage der ... ich komme nicht mehr drauf, egal ... bei einer namentlichen Abstimmung gemeinsam mit der FDP und den Grünen gegen die Stimmen der SPD und Linkspartei gestimmt. Obwohl die Grünen damals in der Opposition waren. Es gab damals ein paar Abweichler, wenn ich mich richtig entsinne. Frau Roth zählte nicht zu ihnen, wohl aber Herr Ströbele. (Also Roth stimmte wie der Großteil der Fraktion, Ströbele wie die SPD).
Was ich sagen will: die reine Anwesenheitszeit im Sitzungssaal lässt sich schwer als Maßstab für die politische Arbeit eines Mandatsträgers nehmen. Gerade dann kämen Minister einer Regierung ganz besonders schlecht weg, denn die sind zeitlich am seltensten im Parlament anwesend. Obwohl alle natürlich auch ein Abgeordnetenmandat haben.
Naja - ich rechne damit, dass das hier jeder so akzeptiert. (Die Diskussion erhitzte sich ja auch nicht weiter am Lemma.) Also kann man höchstens die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit kritisieren, dass müsste dann aber auf alle dieses "Brauchtum" mittragenden Politiker ausgeweitet werden. Worauf die Kritiker hier wahrscheinlich auch keine Lust haben.
Zum Thema Cholerik und Wowereit: Ich glaube, seit BER ist der Mann ein Opfer der breiten Medien. Jahrelang schwamm er oben und jetzt kriegt er eine Packung nach der nächsten. (Wie hat Diekmann mal formuliert: Wer mit uns im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch wieder mit uns nach unten.) Das ist gängiger Standard bei sämtlichen Redaktionen und Verlagen. Auch Leute wie Schröder oder Brand ist es so ergangen. Tja, und als ebenso wie man als Medienliebling die meisten Wahlen gewinnen kann, verliert man als Prügelknabe selbiger seine Abstimmungen. Ich persönlich glaube kaum, dass Wowi schlechtere Politik macht als noch vor ein paar Jahren. Aber er wird nicht mehr gelobt. Was er auch macht, wird in den Leitartikeln als falsch bezeichnet. Und außerdem gibt es in der Berliner SPD keinen klaren Erben. All das führt letztlich zu Choleriks treffender Beschreibung: zur Zeit sind die meisten Berliner immer der anderen Meinung.
Würde mich aber nicht wundern, wenn die SPD auch bei der nächsten Wahl wieder stärkste Kraft wäre. In der Beziehung ist Berlin mittlerweile so fundamental, wie es meine frühere Heimat Brandenburg zu Stolpes Zeiten war - oder noch schlimmer: meine jetzige Heimat Bremen. Hier gewinnt immer die SPD, selbst wenn sie 'nen Besen als Kandidaten aufstellen würden. (Und sie koalieren auch mit jedem: alleine, mit CDU, Ampel oder nur den Grünen, alles schon da gewesen.)
@Ainar: zur Wohnungsnot: zur Zeit her bauen/wollen bauen private Träger zehnmal mehr Grundfläche Wohnungen in Berlin, als mit dem Tempelhof-Bebauungsplan erreicht worden wäre. So kann die Wohnungsnot abgestellt werden, und darauf sollte sich die Politik auch konzentrieren. Man stünde natürlich nicht so häufig in den Schlagzeilen, wenn man nicht selbst Bauherr wäre...
- [B@W] Abominus
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+25
Sehr geehrter Aktivist,Aktivist hat geschrieben:Werter Abo!
Ich nehme mir mal die Zeit für eine längere Antwort. Ihr seid in diesem Forum seit Jahren aktiver Moderator, wahrscheinlich seit Gründungstagen dabei. Zumindest hier hat Eure Meinung Renommee. Aber auch menschlich (ich habe Euch nie getroffen), gehe ich davon aus, dass Ihr Euren Weg gemacht habt. Ihr seid höchstwahrscheinlich älter als ich, habt mehr im Leben erreicht, habt mehr Lebenserfahrung - kurzum, wenn ich mit Euch am Kiosk oder in der ICE-Mitropa mit Euch sprechen würde, darf ich mit Fug und Recht fundierte und sachliche Argumente erwarten. Ist es nicht so? Aber wieso - das frage ich mich - zeigt Ihr im Forum zuweilen ein völlig anderes Bild? Ich meine, was bewegt Euch im Innern, uns heute morgen mit dem Link zum Focus-Artikel zu beglücken?
Okay - es ist in der Presse, es hat eine gewisse Aussage. Wiederholt praktisch, was der Spiegel bereits vor zwei Monate auf seiner Homepage in einem ähnlichen Artikel geschrieben hatte, aber das ist kein Vorwurf. Man kann ja nicht alle Nachrichten im Kopf behalten. Und sicherlich kann man hier im Forum mal darüber sprechen. Aber warum, in Dreiteufelsnamen, dann Euer Einzeiler als Begleittext? Und warum ausgerechnet mit diesem Subtext? Okay, Ihr wählt aus Überzeugung die Piraten und habt möglicherweise ein tief verwurzeltes Misstrauen gegen alles Konservative. Aber Ihr schreibt von den "supergeilen Typen der CDU/CSU" - und nehmt den nächstbesten Onlineartikel als argumentatorischen Beweis. Und der dargebotene ist wirklich der "nächst beste". Nichts, aber auch gar nichts an den darin enthaltenen Informationen taugt auch nur annähernd zum Skandal. Es sei denn, man betrachtet "EHRLICHES" Geld Verdienen als Skandal an sich.
Ihr habt nicht etwa geschrieben: "Der Gauweiler und der Michelbach haben zuwenig Zeit für ihre politische Tätigkeit, deswegen gehören sie nicht ins Parlament.", so wie Ihr es in Eurem Nachklapp beschreibt. Ihr habt geschrieben, was für supergeile Typen Leute wie die beiden sind. Und das das typisch für die CDU/CSU sei. Kommt! Ehrlich, das ist doch Euer erster Gedanke gewesen, als Ihr den Artikel heute morgen überflogen habt. Und Ihr habt ihn - womöglich beflügelt nach Euren Einträgen im Europawahl-Thread - mit einem knackigen Einzeiler a'la Twitter versehen, damit ihn hier auch ja keiner übersieht. Und damit wir alle noch einmal genau erfahren, dass und warum Ihr unter CDU/CSUlern keine Freunde habt.
Noch einmal - im Mitropaspeisewagen bei Kaffee und Brötchen hättet Ihr mir das möglicherweise anders dargestellt. Freundlicher. Mit weniger Absolutheitsanspruch. Und dann hätten wir unsere Smartphones gezückt und wären schnell darüber belehrt worden, dass an den dargestellten Nebeneinkünften weis Gott nicht anrüchiges ist. Aber hier haut Ihr manchmal Statements raus und untermauert sie mit - man mag es nicht mal Begründung nennen - unreflektierten Vorurteilen, dass man tatsächlich die Frage aufwerfen muss, was in Eurem Kopf zum Zeitpunkt Eurer Tastaturbenutzung vorgeht? Zumindest ich habe mich das gefragt, wirklich! Weil ich im Kern meines Wesens wusste, von mir aus auch glaubte, dass Ihr bei den genannten Fällen dem Focus-Artikel in seiner Grundaussage nicht zustimmen würdet, wenn Euch die Hintergründe bekannt gewesen wären.
Nein, ich glaube wirklich nicht, dass Ihr ernsthaft etwas an Gauweilers und Michelbachs Neben- (bzw. Haupt)einkünfte habt. Ihr habt doch eher Politiker im Sinn gehabt, die in einem halben Dutzend Aufsichtsräten sitzen, ohne ihre öffentlich zur Schau gestellte Nähe zum normalen Menschen in Unternehmenentscheidungen umzusetzen. Aber das ist etwas ganz anderes als das Schlachtfeld "Nebeneinkünfte". Wenn Ihr Euch schon vor den Karren spannen lasst, dann beantwortet mir bitte auch die Frage, warum wohl in der abgelaufenen Legislaturperiode die höchsten Nebeneinkünfte bei den Liberalen und Konservativen zu vermelden waren? Nebeneinkünfte: Einkünfte NEBEN der Entschädigung (man sagt auch Diäten dazu) dafür, dass man sich als Politiker von Schmierfinken wie ein glücklicher hier gebanntes Forenmitglied beschimpfen lassen darf. Wer kandidiert für die CDU/CSU? Und wer für die Linkspartei? Oder die Grünen? Ich bitte Euch - seid so differenziert, mir zu Liebe, und sagt mir dann noch einmal ins digitale Gesicht, dass der hohe Durchschnitt an Nebeneinkünften für die "supergeilen Typen der CDU/CSU" skandalös ist.
(Und das gleiche gilt auch für den werten Silem: glaubt Ihr wirklich, dass die CDU/CSU-Parlamentarier ihre eigenen Lobbyisten sind? Wie kommen die in ihren Wahlkreisen dann an ihre Stimmen? Das muss doch nach 40 Jahren Parteiarbeit auffallen bei den Wählern, meint Ihr nicht? Und wenn die dennoch Lobbyisten sind, warum sind ihre Kollegen von den anderen Fraktionen altruistische Menschenfreunde?)
Ich komme zum Schluss. Ihr vertretet eine politische Meinung. Das ist okay, und wenn es um Sachfragen geht, täte ich nichts lieber, als mir Euch zu streiten. Aber das hatte doch mit Eurer ersten Einlassung zum Artikel gar nichts zu tun, oder? Da habt gedanklich schnell geschossen, sehr schnell. Immerhin habt Ihr Eure Aussage als Antwort auf meinen Post ja stark relativiert. Von dem kritischen Subtext des Focus-Artikels ist ja nichts übrig geblieben. Weder kritisiert Ihr nun noch die Höhe der gemeldeten Nebeneinkünfte, noch die Art, wie sie zustande kamen. Jetzt, wo Ihr genauer darüber nach gedacht habt, stört Euch eigentlich nur, dass diese Herrschaften zuwenig Zeit für ihre politische Arbeit haben. Zumindest nehmt Ihr das an - denn auch da relativiert Ihr. "Ihr wisst selbst nicht genau, wie Frau VdL das mit Ihrer Familie gemacht hat." Also - von Eurem ersten hämischen Hahaha! ist nur noch ein unterschwelliges Gefühl übrig geblieben. Das Ihr wahrscheinlich die ganze Lebenszeit über hattet. Aber rechtfertigt so ein im Grunde völlig normales Urteil eine knallige Aussage wie die nach Eurem Artikel Posting? Ich meine, rechtfertigt sie sich Euch gegenüber? (Das das Recht auf Eurer Seite ist, bestreite ich nicht.)
Um beim Eingangsbild zu bleiben: im Mitropa-Wagon hättet Ihr das Gespräch anders begonnen und es hätte sich anders entwickelt. Und ich denke immer noch, dass Ihr nicht tiefer nachgedacht hattet heute Morgen. Was die guten Manieren angeht, da bitte ich Euch auch an die eigene Nase zu fassen. Natürlich ist es als Mod Eurer gutes Recht, für Forenhygiene zu sorgen. Aber verwendet nicht auch Ihr in Euren Posts herabwürdigende Bezeichnungen? Und zwar solcherart, über die man nicht mit einer gewissen geistreichen Nonchalance wie mein "Hirn macht Kaffeepause" (man bedenke die Uhrzeit) hinweg sehen kann. Oder ist das etwas anderes? Bestimmt nicht...
Tja, dass war es. Und jetzt muss ich mich wahrscheinlich durch zwanzig Antwortpost wühlen, welche mittlerweile eingegangen sind. Und falls die Diskussion schon zwei Gänge weiter geschritten ist, macht es für mich wahrscheinlich auch wenig Sinn, noch einmal einen Einstieg zu suchen.
Bis die Tage
Aktivist
zum einen sollte man Politik im Netz nicht so bierernst nehmen, zum anderen glaube ich, dass man im Leben oft aneinander vorbeiredet.
1. Seit ich einmal zusammengeschlagen wurde, weil ich einem CDU-Wähler gegenüber erklärt habe, dass ich Helmut Kohl für einen selbstsüchtigen Mann halte, weil er die Einheit unter falschen wirtschaftlichen Gesichtspunkten forciert hat, halte ich mich im Auge-zu-Auge Gespräch gekonnt zurück und versuche erst einmal herauszufinden, wie mein gegenüber tickt. Ist er ähnlich wie ich gepolt (FDP/Grüne/Piraten), kann man herrlich über Frau Merkel und Herrn Gabriel herziehen (die große Koalition ist übrigens der Grund, warum ich - pro forma - in die B90/Grüne Partei eingetreten bin). Ist mein Gegenüber von der CDU, wählt er NPD oder Linke, halte ich mich zurück. Gleiches gilt mittlerweile für religiöse Angelegenheiten: Ich halte jedwelche Religion für völlig überflüssig, zum Anbeten haben wir heute Geld und den Ehepartner, aber das muss ich nicht jedem unter die Nase reiben. Ach ja, weil ich auf einer Schwulenparty war, wurde ich anschließend auch zusammengeschlagen, also nach der Partie. Das war auch toll.
2. Meine Posts, grad hier in diesem Thread, sind meist Einzeiler. Überschriften von Artikeln sind auch nicht länger. Der Spiegel, der Focus, die ganzen Mainstreammedien produzieren viel Müll, das liegt aber auch an der Gesellschaft, die das lesen will. Die BILD hat schließlich auch ihr Publikum. Speziell hier in diesem Fall ging es mir darum, dass der Spiegel nur auf CDU/CSU referenziert hat. Natürlich gibt es bei den Grünen, bei der FDP (aktuell weniger), bei den Linken und was da noch so in den Parlamenten rumwuselt schwarze Schafe. Hofreiter hat seine Zweitwohnung in Berlin nicht versteuert, ein SPD Mann auch nicht. Und man glaubt es kaum, die CDU hat auch so einen Vogel. Das gleiche gilt für die Plagiatsaffären. Das ist menschlich, das darf nicht passieren, passiert aber. Vielleicht habt ihr aber nicht das "supergeil" verstanden. Es gibt ja diesen Youtubehit, bei dem Friedrich Liechtenstein für EDEKA den Song gemacht hat. Der ist mir spontan dazu eingefallen. In einer Szene liegt der alte Herr in der Wanne und füllt die mit Milch. Das ist schon irgendwo "spätrömische Dekadenz". Und da ziehe ich den Bogen wieder zur CDU/CSU: Wer neben seiner Abgeordnetentätigkeit noch die Zeit hat, ein Unternehmen zu leiten, der ist ein Übermensch. Oder, er ist kein Übermensch, dann kann es sich nicht auf beides gleichzeitig konzentrieren. Und wenn wir solche Menschen in den Parlamenten mit schleppen, ist das schon irgendwo dekadent, oder? Ich habe nichts gegen Lobbyarbeit. Die Grünen sind Lobbyisten (allerdings für die, die sich nicht wehren können), die CDU haben ihre Lobby bei Rentner und bei denen, die keine Änderung wollen, der SPD bröckelt die Basis weg (Basis ist hier die Arbeiterschaft, die auch langsam ausstirbt), die FDP ist eine Lobby für - jetzt kommt es - nicht die "Besserverdienern", sondern für die, denen Freiheit ein sehr hohes Gut ist. Bei der CSU unter derzeit Seehofer und bei der AfD sehe ich nur enttäuschte Menschen, die Angst vor Überfremdung haben, Angst vor einer Politik, die nicht in Berlin gemacht wird (was für Bayern an sich ja schon sowieso Hochverrat ist), obwohl sie hauptsächlich in Berlin gemacht wird, denn ohne Frau Merkel läuft nichts mehr in der EU. Außerdem haben die Angst um ihr "Erspartes", das sie der Industrie und den Selbstständigen vorenthalten, weil es derzeit zu wenig Zinsen gibt. Da kann man drüber streiten, ich halte niedrige Zinsen für einen Segen: Es wird mehr von den Unternehmen investiert, Private Haushalte können sich ihr eigenes Häuschen leisten und die Kommunen können auch die Kosten, die ihnen - oho, wieder aus Berlin - aufgedrückt werden günstig refinanzieren und gehen daran erst wenig später zu Grunde. Ich glaube in einer Hochzinsphase wäre das Ergebnis 2% schlechter ausgefallen bei der AfD.
Wie dem auch sei, der Spiegel ist ja auch nur ein Meinungsblatt. Das hier die CDU/CSU so aufs Korn genommen wird, wird schon seinen Grund haben. Der Focus ist meiner Einschätzung nach das Gegenteil, die sind eher (nicht absolut) konservativ eingestellt. Dort geht es in 90% der Fälle nur um "wie kann ich mein Geld retten". Die Frage ist immer: Wovor? Mir ist jedenfalls - auch nach mehrfacher Lesung meines langen Textes "CDU und CSU sind schon supergeile Typen... Super-geil!" nicht klar, wo ich geschrieben habe, dass das "typisch für die CDU" ist. Ich muss zugeben, ja mir ist alles konservative unangenehm: "Das haben wir schon immer so gemacht." "Da könnte ja jeder kommen." "Frauen gehören an den Herd." "Das Boot ist voll." Wenn es danach geht, hätte ich z.B. meine Frau nie heiraten dürfen. a) sie war keine Jungfrau mehr b) sie hatte schon ein Kind c) ich will keine Kinder mehr d) sie war schon mal verheiratet. In den Augen eines (erz-)konservativen muss sich das wie die Hölle anhören. Meine Schwiegermutter hat ihr damals, als klar war, dass sie sich scheiden lassen gesagt: "Du kommst aber noch deinen ehelichen Pflichten nach, oder?" Mein Vater wählt SPD, schwankt aber auch hin und her zwischen moderne und Rückständigkeit: Schwule sind für ihn ekelhaft, Frauen brauchen nicht arbeiten, je mehr Kinder desto besser, Studium wird überbewertet, ist mittlerweile aber in der Realität angekommen: Sie akzeptieren nun, dass ich eine geschiedene Frau geheiratet habe, meine Mutter "darf" arbeiten gehen und er macht den Haushalt mit, seit er bei der Zeche mit 49 wie alle frühverrentet wurde.
Du kannst gern mal zu einem Konvent kommen und wir unterhalten uns darüber, wie sinnlos es ist, sich über solch überflüssige Dinge zu unterhalten. Ich trinke mein Malzbier und schiebe die 2. und 3. Armee von Köln nach Lüttich und Du trinkst dabei vielleicht ein Becks oder welch ekelhaftes Gesöff Du Deinem Körper zumuten möchtest und versucht Paris vor den Kaiserlichen Truppen zu retten. Am Ende des Tages haben wir uns nicht gegenseitig von unserer politischen Meinung überzeugt, aber vielleicht verstehen wir den anderen besser und erkennen, dass wir beide gern in Polen einmarschieren.
- Silem
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http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 98146.html
Der arme arme Springer. Der tut mir ja so leid.
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Es ist gefährlich immer die selben Neuigkeiten zu vernehmen - entweder man stumpft ab oder man radikalisiert sich.
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Ist doch gut. Und nur möglich gewesen, weil es im Kleinen möglich gewesen ist. Kein großer Bruder.Greenhorn hat geschrieben:Guter Artikel:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/eur ... y/25977893
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.
(Phlipp K.Dick: "Der Dunkle Schirm")
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König Juan Carlos I. dankt ab.
Spaniens König Juan Carlos dankt ab
Ende einer Ära: Der spanische König Juan Carlos dankt ab. Prinz Felipe wird die Thronfolge antreten, sagte Ministerpräsident Mariano Rajoy.
Seine Durchlaucht, Von Gottes und Königs Gnaden Reichsverweser, Reichsfeldmarschall und 1.Ritter des Königreichs Eggenberg.
Wir sind
Wir sind
...der grösste Held der westlichen Welt, edler Ritter! XD
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http://www.tagesschau.de/inland/npd-kuendigung102.htmlWieder einmal musste die NPD Mitarbeiter entlassen, diesmal traf es die gesamte Belegschaft der Berliner Parteizentrale. Der Grund: Die Partei findet ein wichtiges Papier im Gegenwert von rund 200.000 Euro nicht mehr.
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- [B@W] Abominus
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"June 4, 2014, Hong Kong, 25 years later":

aus: https://twitter.com/paulwsj/status/4741 ... 81/photo/1
http://www.zeit.de/wissen/geschichte/20 ... ettansicht

aus: https://twitter.com/paulwsj/status/4741 ... 81/photo/1
http://www.zeit.de/wissen/geschichte/20 ... ettansicht
- Vernichter
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Gemischte Gefühle. Dennoch glauben wir, dass die Niederschlagung für China als Land besser gewesen ist, als ein Sieg der Revolution. Zwischenlösungen? Bei den Seiten schwer vorstellbar. Wäre das Regime damals Kompromisse eingegangen wäre es wahrscheinlich ganz gefallen. Die Basis für die Demokratie ist aber nicht da gewesen, wahrscheinlich nicht einmal bei den damaligen Demonstranten.
Wenn ich gewusst hätte, dass es harmlos war, hätte ich es selber umgebracht.
(Phlipp K.Dick: "Der Dunkle Schirm")
(Phlipp K.Dick: "Der Dunkle Schirm")