25.Jul.42
Verkehrswege in 10 Ostregionen ausgebaut.
Das
II.Fliegerkorps schiesst sowj. Stukas beim Angriff auf
Novotroitske zusammen.
Der wuchtige Gegenschlag Richtung
Bashtanka bringt die russische Offensive auf
Snihurivka schnell ins Stocken.
In
Kamianka wehrt die
12.Pz.Div. einen Gegenangriff ab.
Die übrigen Divisionen des
I.Pz.Korps stoßen weiter Richtung
Dnjepropetrowsk vor, während die "
Wiener" sich hier vorübergehend zur Verteidigung einrichten.
Da es so aussieht, als kämen die Fallschirmjäger auf der
Krim prima alleine klar, lädt die
SG Scharnhorst das Marinesturm-Korps in Gibraltar wieder ein und läuft
nach
Brest. Dort wird das Korps zusammen mit dem
VIII.Pz.Korps vorerst die strategische Reserve für
Westeuropa bilden.
In
Bashtianka brechen die Sowjets unter den harten Schlägen der von Infanterie unterstützten
SS-Pz.Div."Thule" zusammen.
Die
1.Bomberflotte hält die Russen in
Novy Buh weiterhin unter Dauerfeuer.
Kurz vor Mitternacht haben diese schliesslich genug und brechen ihren Angriff auf
Snihurivka endgültig ab.
Wir stellen eine Nachschub-Konvoy-Route von
Marseille nach Odessa zusammen, um die Versorgung der vorrückenden, durstigen Panzerverbände sicher zu stellen.
26.Jul.42
Die
1.Bomberflotte wird in Ruhestellung gezogen, da sich z.Zt. keine interessanten Ziele mehr anbieten.
Inzwischen haben die "
Brandenburger" mit ihrem Angriff auf die sowj.Miliz in
Simferopol begonnen.
Noch am Vormittag weichen die Russen aus.
Derweil kommt die nördliche Zange schnell auf
Dnjepropetrowsk voran.
Die
2.SS.Pz.Div."Reich" nimmt Ordzhonikidse.
27.Jul.42
Flugplätze in Tromsö und Gibraltar ausgebaut, ausserdem Flak in Nantes und in Kirkenes der Seehafen, Flak, See- und Landbefestigungen.
Schliesslich auch noch die Bunkeranlagen in Rechytsa, Ochakiv, Rahachov und Karma.
Das Millionenheer der Organisation Todt erreicht mit der geballten industriellen Kapazität Westeuropas im Rücken ein gänzlich ungeahntes Tempo.
In
Novy Buh wird ein sowj. Gegenangriff blutig abgewiesen.
Die
11.Pz.Div. greift nach
Nikopol, kurz vor dem strategischen Ziel
Dnjepropetrowsk und zieht noch am Vormittag siegreich in die Stadt ein.
In
Yakimyvka weichen die Russen vor der
5.SS.Pz.Gren.Div."Nordland" zurück.
***********************************************************************************
Neue Spielgefährten
Oberstleutnant Sharpe staunt mit offenem Mund das Monster an, das mühsam an ihm vorbeikriecht.
Vergessen ist das zusammengeklappte, dick mit gekochtem Schinken belegte Butterbrot in seiner Rechten, dass er sich anstelle eines Mittagessens eingepackt hat.
Gerade haben die Arbeiter die dicken, feldgrauen Planen entfernt, die bislang unerwünschte Blicke auf die Ladung der 6achsigen Ssyms-Flachwaggons verhinderten.
Zum Vorschein kamen gewaltige Panzer einer Bauart, die er noch nie zuvor gesehen hat.
Inzwischen brachten andere Bahnarbeiter Kopframpen am letzten Waggon am Ende des langen Güterzuges an, der auf einem Nebengleis auf dem letzten Bahnhof vor Novgorod gehalten hatte.
Jeder der Panzer steht auf einem sechsachsigen Spezial-Waggon, jeweils zwei Waggons mit Panzern folgen aufeinander, danach stets zwei Waggons mit LKWs oder
Halbkettenfahrzeugen, vermutlich um die Brücken entlang der Strecke nicht allzusehr zu strapazieren.
Offenkundig befindet sich die komplette Ausstattung eines Bataillons auf dem Zug: 50 überschwere Kampfpanzer neuester Bauart!
Die Fahrer und die Panzerführer der von der Heeres-Erprobungsstelle ebenfalls entsandten fünf Begleitmannschaften klettern in die Panzer am Ende des Zuges.
Die LKWs mit passendem, neuem Material und Werkstattausrüstung für das Instandsetzungs-Bataillon wurden von den wartenden Mannschaften der 8.Pz.Div. bemannt.
Dann waren die Königstiger brüllend und fauchend zum Leben erwacht.
Langsam wälzen sich die Riesen nun über die Kopframpe von den Waggons herunter und rollen mit quietschenden Transportketten an Sharpe und seinen Leuten vorbei
zum 100m weiter gelegenen Sammelplatz.
Das II.Bataillon hat sich befehlsgemäß zur Umrüstung auf einen neuen Panzertyp hier versammelt, neugierig, was da wohl kommen mochte.
Der Oberstleutnant vermutet, dass sein Bataillon im Wesentlichen aufgrund der zahlreichen Ausfälle während der letzten Wochen als erste Einheit in den Genuß der Umrüstung kommt.
Zuletzt waren weniger als 50% der Tiger noch einsatzfähig, der Rest überwiegend mit technischen Defekten irgendwo liegen geblieben.
Die ansonsten stets bevorzugten SS-Panzerdivisionen stehen zur Zeit alle noch im Gefecht und scheiden damit als Kandidaten vorerst aus.
Der neben Sharpe stehende Major Meiszner, ebenfalls Abgesandter der Heeres-Erprobungsstelle und Kommandant der Ausbildungsmannschaften, registriert lächelnd das
beinahe erfürchtige Staunen, das den Oberstleutnant ergriffen hat.
Eben rollt der erste Tiger II, wie er nun offiziell heißt, mit dem für den Transport auf 6 Uhr gedrehten Turm und gesicherter Kanone an den in loser Formation angetretenen Mannschaften
des II.Bat. / 2.schw.Pz.Reg. vorbei.
Die Erde bebt unter den Vibrationen des beinahe 70 Tonnen schweren Kampfpanzers, man sieht den feinen Kies in der Nähe des Panzers förmlich in die Luft hüpfen.
Das Ungeheuer brüllt wie ein wütender Dinosaurier, während es sich im Schritt-Tempo an den feixenden Panzermännern vorbei wälzt.
Sharpes Magen scheint sympathisch im Takt des Motors mit zu vibrieren.
"In diesem Ding sind sie praktisch unverwundbar!", schreit der Major Sharpe ins Ohr, um den Lärm der Königstiger zu übertönen.
"Es gibt derzeit wohl nichts, was die Frontpanzerung durchdringen kann, ganz sicher nicht aus einer Entfernung über 300 Metern!"
Sharpe sieht sich aufmerksam die gerühmte Frontpanzerung bei dem nächsten Panzer an, der mit 30m Abstand folgt.
"Wie Sie sehen ist die Front nun im 40°-Winkel abgeschrägt, was Granaten in der Regel harmlos abprallen läßt!", fährt Meiszner gestikulierend fort.
Er legt eine Pause zum Luftholen ein, während der vorüberdefilierende Königstiger wieder jegliches Geräusch auslöscht.
"Ausserdem wurde die Panzerung an der Front auch noch um fast 50% auf nun 150mm verstärkt, was sie endgültig undurchdringlich macht!"
Sharpe fällt schliesslich sein Schinkenbrot wieder ein, er beißt einen ansehnlichen Brocken ab, während er dem neuen Prunkstück deutscher Waffentechnik begeistert
hinterher sieht.
"Sie haben sicherlich auch das extrem lange Rohr bemerkt!", hebt Meiszner wieder an.
Der Oberstleutnant nickt gebannt, mit vollen Backen kauend.
Die umherstehenden Panzerbesatzungen klopfen sich lachend gegenseitig auf die Schultern, und deuten auf ungewohnte Details der Panzer.
Der erste, nunmehr schon geparkte Königstiger, wird im Nu von einer Menge johlender Panzermänner umringt.
Obwohl das ganze mehr und mehr einem Kindergeburtstag ähnelt, schreiten weder Offiziere noch Unteroffiziere ein.
"Die 8,8cm KwK 36 L/56 aus ihrem alten Tiger wurde nochmals verbessert und durch die KwK 42 L/71ersetzt! Damit wächst die Rohrlänge von knapp 5m auf über 6m und die
V0 um fast 20% auf über 1100m/s!"
Sharpe nickt Meiszner enthusiastisch zu und beißt wieder ein ordentliches Stück von seinem Brot ab.
"Einfach gesagt gilt das Motto: alles was Sie sehen können, können Sie damit auch kaputt machen !", prahlt der Major.
"Oder etwas technischer: alle gängigen russischen Panzer bis auf etwa 3.500 Meter, ausgenommen die Kliment-Woroschilow I und II, da müssen sie eventuell auf 2.700 Meter ran !
Die Briten und Amis sind bis 3.500 Meter ebenfalls kein Problem !"
"Und was ist mit dem Motor ?", ruft Sharpe fragend zurück, den nächsten Königstiger mühsam übertönend.
Der Major wartet, bis der Panzer die beiden Männer passiert hat, bevor er erstmalig eine gewisse Zerknirschung erkennen läßt.
"Der gleiche 12 Zylinder Maybach wie im Tiger I".
Er zuckt entschuldigend die Achseln.
"Leider gibt es zur Zeit nichts stärkeres im Regal, aber Kopf hoch, die Zeit wird kommen !"
Das dämpft die gute Laune des Bataillons-Kommandeurs ein wenig, da der Motor eine beliebte Ausfallursache bei seinem gewohnten Tiger ist und seine Leistung kaum ausreicht
um einen schweren Tank im Gelände zu bewegen.
"Was wiegt das Ding eigentlich?", begehrt er schliesslich mit einem skeptischen Blick auf die bereit gelegten, mit 80cm gegenüber dem Tiger noch breiteren Ketten zu wissen.
"In dieser Ausführung knapp 70 Tonnen", gibt der Major nun schon etwas weniger euphorisch zurück.
"Dafür kriegen Sie den geräumigeren Porsche-Turm, im Gegensatz zu dem leichteren aber auch engeren Henschel-Turm!"
Dass man für die Serie letzteren auch deshalb bevorzugt, weil der Porsche ungünstig treffende Granaten gefährlich auf die eher schwache Frontoberseite ablenkt, scheint ihm
ein überflüssiges Detail zu sein.
Dafür ist später auch noch Zeit.
"Das schränkt die Auswahl an geeigneten Brücken natürlich noch weiter ein", gesteht er schliesslich.
"Dafür haben Sie mit einer Watfähigkeit bis 1,60 Meter eine große Auswahl an Furten bei der Flußüberquerung".
Sharpe brummt nachdenklich, während er sich den letzten Happen seines Brotes in dem Mund schiebt.
Er streift den Major mit einem prüfenden Blick, wägt das EK 1 und das Verwundetenabzeichen in Silber ab.
Über die rechte Gesichtshälfte zieht sich eine häßliche Verbrennungsnarbe.
Offensichtlich ist Meiszner, der sich rechts zudem auf einen Stock stützt, vom Fach.
Und er kennt sich mit dem neuen Panzer bestens aus - also wird sich Sharpe alles anhören, was der Mann zu sagen und ihm beizubringen hat.
Meiszner bemerkt den taxierenden Blick und revanchiert sich, indem er das frisch erworbene Ritterkreuz, das um den Kragen von Sharpes schwarzer Panzermontur baumelt
mit einem leisem Bedauern anstarrt.
Der Oberstleutnant nickt verstehend: der Major wird wohl keine Gelegenheit mehr haben, sich selber ein Ritterkreuz zu verdienen.
Die Auszeichnung ist ausschliesslich für die kämpfende Truppe reserviert.
Er klopft Meiszner aufmunternd auf die Schulter und deutet zu den wartenden Panzern hinüber.
Hinter dem nächsten Königstiger schlendern die beiden zum Sammelplatz hinüber, wo die Mannschaften inzwischen damit begonnen haben, die Transport- gegen die Gelände-Ketten
zu tauschen.
***********************************************************************************
28.Jul.42
Endlich haben sich die Transportgeschwader in
Odessa wieder ausreichend organisiert, um den
Luftlandeangriff auf Kertsch zu starten.
Die Schlachtflieger des
1.Kampf-Kommandos knöpfen sich inzwischen die Einheiten der Roten Flotte im Hafen vor - wäre schön, wenn wir die dort liegenden U-Boote aus dem Verkehr
ziehen könnten, die ansonsten unseren Nachschub-Konvoys für die
Heeresgruppe Süd das Leben schwer machen werden.
Kurz nach Sonnenaufgang werfen die
3.Fallschirmjäger die Russen aus
Feodosia.
Im Norden, wieder auf
Höhe Leningrad, versuchen die Russen, sich durch einen Angriff auf
Lema interessant zu machen, holen sich aber nur eine blutige Nase.
Der Luftlande-Angriff auf
Kertsch wurde erfolgreich abgeschlossen.
Während die
2.FJ.Div. Kertsch sichert, soll die
4.FJ.Div. als Nächstes versuchen, über die Meerenge nach
Anapa zu gelangen und in dem verteidigungsgünstigen Sumpf-Gelände
einen Brückenkopf für einen weiteren Vorstoß in den Kaukasus hinein zu bilden.
Die
7.Pz.Gren.Div. rückt erfolgreich nach
Vesele vor.
Damit haben wir die angepeilte Frontlinie von "
Rammbock" zumindest an der Schwarzmeer-Küste schon erreicht.
Kurzentschlossen haben wir mit der
SG Scharnhorst einen kurzen Zwischenstopp zum Bunkern in
Lissabon eingelegt, um nun mit dem
Marinesturm-Korps noch schnell die
Azoren anzugreifen.
Die Sicherung der Inseln würde es uns erlauben, unsere Kette von Aufklärungsstationen im
Atlantik noch weiter auszubauen und die Operationen der US Navy besser zu überwachen.
Die
4.Fallschirmjäger stoßen beim Übergang auf
Anapa auf Widerstand durch einen Reserve-Division.
Wir lassen uns nicht beirren, sondern schicken die Schlachtflieger und die
1.Bomberflotte zur Unterstützung.
29.Jul.42
***********************************************************************************
Neue Pläne braucht das Land
Feldmarschall Hansen steht mit auf dem Rücken verschränkten Händen und der rechts zwischen den Zähnen eingeklemmten, obligatorischen Havanna vor der großen Europa-Karte im
Besprechungsraum von Maybach II.
Generalleutnant Wenck, sein Stabs-Chef, trägt dem versammelten Oberkommando die Lage vor.
Hansen studiert gedankenverloren den im Fokus stehenden Südabschnitt der Ostfront, ohne groß auf die Ausführungen Wencks zu achten.
Die Russen hatten Ihre über den Winter in ganz erstaunlichem Tempo und noch erstaunlicherer Zahl frisch aufgestellten Panzerverbände ganz überwiegend hier konzentriert.
Offenbar plante STAWKA, zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Die Deutschen hatten mit ihrem Vorstoß entlang der rumänischen Grenze zum Schwarzen Meer einen Keil zwischen die Rote Armee und die als kommende Verbündete angesehenen Rumänen
getrieben und anschließend im Blitzkriegs-Tempo Rumänien überrannt.
Im Verlauf der Operation war auch der sowjetische Südflügel komplett zerschlagen worden - also kein Wunder, dass ein Großteil der Verstärkungen hier stationiert wurde!
Indem man insbesondere die mit brandneuen T34 und KV-1/2 ausgestatteten, schweren Panzer- und Garde-Divisionen hier konzentrierte, schuf man sich nebenher auch gleich das Potential
für eine wuchtige Gegenoffensive.
Da die Russen nach den großen Auftakterfolgen in Skandinavien in der Defensive waren und anschliessend unter den Hammerschlägen der Deutschen deutlich wankten, musste die Chance auf eine
erneute eigene Offensive die Überlegungen der sowjetischen Führung beherrscht haben.
Die neuen russischen Panzertypen besaßen durchaus das Potential, das Blatt in diesem Krieg noch einmal zu wenden.
Der T34 war ein äusserst ernster Gegner für die mittelschweren Panzer IV und die schweren KV-1/2 waren ohnehin ein Fall für die Tiger.
Im Ergebnis wurde die Defensiv-Kapazität der deutschen Infanterie-Divisionen deutlich vermindert, wie auch die Offensiv-Kapazitäten der Panzergrenadier-Divisionen, da nur die
deutschen Panzerdivisionen mit schweren Tigern ausgerüstet waren.
Alles in Allem hätte es Hansen daher deutlich mehr Kopfzerbrechen bereitet, wenn die Russen ihre neuen Prunkstücke in Korps-Stärke über die Ostfront verteilt disloziert hätten, da er dann
seine Panzer-Korps ebenfalls hätte verteilen müssen.
Dann wären nicht genügend Panzer-Divisionen für die geplanten und angesichts schwindender Ressourcen dringend notwendigen, tiefen Vorstöße übrig geblieben!
Statt mit schnellen, harten und auch Blut sparenden Schlägen hätte es einen mühsamen, verlustreichen Boxkampf mit Offensiven und Gegen-Offensiven über die gesamte Frontlänge gegeben,
der die Wehrmacht rasch an den Rand ihrer Möglichkeiten hätte bringen können.
Dank der Konzentration der gefährlichen neuen sowjetischen Verbände im Süden konnten diese aber nun mit dem Unternehmen Rammbock in einem Aufwasch weitgehend aus
dem Spiel genommen werden!
Sofern natürlich die aufgebotenen deutschen Panzer-Korps mit den Russen fertig wurden - aber der prüfende Blick auf die Karte, wie auch die Sturzflut von Frontmeldungen und Hansens
persönliches Bauchgefühl zeigten, dass es klappen würde.
An seiner Havanna ziehend kehrt der Feldmarschall wieder in die Realität der Besprechung zurück, just als Wenck auf das die letzten Tage über kontrovers diskutierte Thema kommt.
"... haben wir im Westen das nun zur Verstärkung der Ostfront nicht mehr benötigte Marinesturm-Korps nicht, wie eigentlich geplant, nach Brest verlegt, sondern vielmehr nach Lissabon!",
fährt der Stabs-Chef an die im Halbkreis stehenden Generäle und Admiräle gewandt fort.
"Die blutigen Kämpfe um Irland haben gezeigt, dass den USA zunehmend offensive Kräfte zur Verfügung stehen, die sie gerne auch auf Europa verwenden, wohl auch aufgrund der Schwäche der Japaner".
Wenck streift Admiral Canaris, der vor genau dieser Gefahr schon seit Monaten gewarnt hatte, mit einem Seitenblick.
"Weder Kriegsmarine noch Marinefliegerei sind derzeit stark genug, um die Atlantik-Küsten Europas gegen den Zugriff der US Navy zu sichern, die daher nahezu nach Belieben Invasionen
beginnen könnte. Da das Gros des Heeres auf unabsehbare Zeit im Osten gebunden ist, wäre eine erfolgreiche Landung der Amerikaner im Westen eine tödliche Bedrohung für uns."
Die Stabs-Offiziere wirken nicht sonderlich beeindruckt, da man diese Aspekte schon seit längerem sorgenvoll diskutiert.
"Daher wurde beschlossen, den Amerikanern Absprungpunkte für Landungsunternehmen soweit irgend möglich zu entziehen. Den Auftakt bildet ein kurzfristig anberaumtes Unternehmen zur
Sicherung der Azoren, die immer noch unter Kontrolle der geflohenen portugiesischen Regierung stehen. Das Marinesturm-Korps wird von Lissabon aus auf dieses Ziel angesetzt", fährt
Wenck gleichmütig fort.
"Natürlich handelt es sich um ein recht gewagtes Unternehmen, da wir keinerlei Kenntnis über den Standort der von Irland vertriebenen US Atlantikflotte besitzen.
Wir vermuten sie in Island oder an der US Ostküste, aber wir wissen es letzten Endes einfach nicht. Da die Azoren weit ausserhalb der Reichweite unserer landgestützten Marineflieger
liegen, müssen die SG Scharnhorst und die KG Blücher auf sich alleine gestellt mit allem klar kommen, was die Alliierten zur Verteidigung der Inselgruppe aufbieten können."
Wenck stellt fest, dass sich nun speziell bei den anwesenden Admirälen tiefe Sorgenfalten auf der Stirn abzeichnen.
Schliesslich kann die Kriegsmarine nicht gerade aus dem Vollen schöpfen - Schiffsverluste lassen sich nur mit großer zeitlicher Verzögerung ersetzen.
"Sofern die Operation gegen die Azoren gelingt, wird unsere Kette von Aufklärungsstandorten im Atlantik deutlich gestärkt, sodass wir künftig sicherlich weit mehr Daten zu den Operationen
der US Atlantikflotte erhalten werden. Das nächste Ziel wird dann zwangsläufig Island sein. Wenn wir auch hier erfolgreich sind, hätten die USA kaum noch eine Möglichkeit, die notwendigen
Truppen für eine Invasion aufzubieten, da die Wege von der US Ostküste schlicht zu weit wären."
"Wir bereiten daher bereits jetzt das Unternehmen Bifröst zur Sicherung Islands vor. Angesichts der Zielsetzung einerseits und der ausgeschöpften personellen Reserven andererseits, müssen
wir nach einem erfolgreichen Verlauf Island auch mit unkonventionellen Mitteln sichern. Die einzige Möglichkeit dazu scheint ein Abzug unserer Truppen aus Norwegen zu bieten, weshalb wir versuchen,
die Reichsregierung dazu zu bewegen, in Norwegen eine eigenständige Regierung einzusetzen, die sich natürlich in engster Abstimmung mit Deutschland bewegen würde."
Hansen nimmt griesgrämig einen weiteren Zug, der erbosten Reaktionen der Reichsführung gegenwärtig, die prinzipiell wenig Verständnis für eine Räumung einmal eroberten Bodens aufbringt.
Noch dazu in Skandinavien, wo doch die dortige Bevölkerung so hervorragend ins germanische Bild passt!
Aber die militärischen Erfordernisse lassen nunmal keinen Spielraum für politische Träumereien!
Man braucht die in Norwegen gebundenen Küstenschutz-Brigaden zur Sicherung Islands und der Azoren, soviel steht fest!
Also wird man die Norweger in eine heikle Souveränität entlassen und ihnen die Verteidigung ihrer eigenen Küsten übertragen müssen.
Wenn man den Amerikanern die Stützpunkte im Atlantik tatsächlich wegnehmen kann, wird ihnen hoffentlich der Weg nach Norwegen zu weit werden.
Ansonsten bliebe der Wehrmacht nichts weiter übrig, als sich kämpfend nach Süd-Schweden zurückzuziehen, um den lebenswichtigen Ostsee-Zugang zu sichern.
Dort könnte man dann mit Verstärkungen dem durch die zwangsläufigen Nachschubprobleme zahlenmäßig limitierten alliierten Expeditions-Korps zu Leibe rücken.
Die mit einem Abzug aus Norwegen verbundenen Einbußen an industrieller Kapazität sind nicht erwähnenswert, die Rohstoffversorgung dürfte darunter ohnehin nicht leiden.
Schmerzlicher ist der Verlust des menschlichen Potentials, insbesondere angesichts der ohnehin zum Zerreissen gespannten Personaldecke.
Aber man wird sich auch damit arrangieren müssen und zudem den Norwegern noch mit industrieller Unterstützung unter die Arme greifen, um den Aufbau eigener Streitkräfte zu ermöglichen.
"Im Falle der Azoren gehen wir ein kalkuliertes Risiko ein, im Falle Islands werden wir dann aber sehr viel genauer wissen müssen, worauf wir uns einlassen", setzt Wenck hinzu, nachdem
die Stabsoffiziere diese politische Bombe verarbeitet haben.
"Wir werden daher einige unserer Transportschiffe, die durch die längst eingetroffenen Landungsschiffe entbehrlich geworden sind, zu Hilfskreuzern umrüsten und mit ihnen die Gewässer
um Island und die Besatzung der Insel ausspähen. Unsere Marinekampfgruppen werden bereit stehen, um eventuelle Patroullien der US Navy im Nordatlantik auszuschalten,
die von unseren Hilfskreuzern aufgespührt werden. Sofern die Ergebnisse günstig ausfallen, werden wir im Anschluss den aktiven Teil von Unternehmen Bifröst einläuten, der in einer
Invasion Islands durch das Marinesturm-Korps besteht."
Wenck sieht sich forschend um.
Mit Blick auf die Uhr und in Gedanken bei dem von seinem Koch vorbereiteten Käsekuchen - einem köstlichen New York Cheese, auch wenn man darüber in der gegenwärtigen Zeit keine
unnötigen Worte verliert - ergreift Feldmarschall Hansen zum Abschluss das Wort.
"Während wir dem weiteren Verlauf von Unternehmen Rammbock folgen und Unternehmen Bifröst vorbereiten, formulieren wir inzwischen auch noch die Pläne für ein weiteres
Vorgehen der Heeresgruppe Mitte Richtung Smolensk. Es gibt also genügend Arbeit für den Stab."
Die Generäle und Admiräle verstehen den Wink und die Versammlung beginnt, sich in kleinen Grüppchen diskutierender Offiziere aufzulösen.
***********************************************************************************
Die
taktischen Raketen für unsere Nebelwerfer-Batterien wurden weiterentwickelt.
In Anapa machen die Schlachtflieger ordentlich Druck.
Die
SS.Pz.Div."Nordland" nimmt Melitopol.
Wir haben beschlossen, doch noch ein wenig nach Osten vorzurücken.
Die
5.Pz.Div. hat den Kessel von
Unternehmen Rammbock südwestlich von
Dnjepropetrowsk geschlossen.
Natürlich wollen wir die Stadt auch noch besetzen, aber die westlich davon stationierten feindlichen Einheiten sind jedenfalls schon mal abgeschnitten.
Bei
Cherkasy haben die Russen einen gewaltigen Gegenschlag gegen die dort sichernden Ungarn gestartet.
Wir schicken die eigentlich ruhebedürftige
3.Bomberflotte, um die besonders gefährliche sowj.Pz.Div. in
Vosnesenske zu neutralisieren.
Inzwischen hämmert die
1.Bomberflotte auf Petrove ein.
Die
7.Pz.Gren.Div. rückt siegreich in
Welkiye Tokmak ein.
Die
2.SS-Pz.Div."Reich" eröffnet die Schlacht um
Dnjepropetrowsk, während die
5.Pz.Div. nun in südwestlicher Richtung vorgeht, um mit der Bereinigung des Kessels zu beginnen.
Auch die
11.Pz.Div. dreht nach
Kamianka ab.
30.Jul.42
***********************************************************************************
Eine Insel mit zwei Bergen
Major Æxit beginnt langsam, sich an das Schaukeln des Landungsbootes im Wellengang zu gewöhnen.
Bei seiner alten Marineinfanterie-Division galt es in der Vergangenheit nur, Flüsse in Sturmbooten, auf Fähren oder Ponton-Brücken zu überqueren, da ist so eine See-Landung schon
eine ganz andere Angelegenheit.
Für die Marinesturm-Divisionen war das hingegen praktisch Tagesgeschäft, wie Æxit ein Blick auf die Teils gelangweilten, Teils schicksalsergebenen Veteranen erkennen läßt, die sich
im vorderen Teil des Bootes zusammendrängen.
Für den Major hingegen war alles neu, da er ja erst nach der Landung in Irland zur 2.Marinesturm-Division "Seelöwen" hinzugestoßen war, noch dazu ganz unstandesgemäß
mit einer Junkers eingeflogen.
Æxit wirft einen Blick über die rechte Schulter zurück, wo die Kampfschiffe der SG Scharnhorst und der KG Blücher inzwischen in etlichen Kilometern Entfernung zu grauen Schatten
verblaßt sind. In schöner Regelmäßigkeit blitzt es dort auf, gefolgt vom Heulen der hoch über den auf den Strand zulaufenden Landungsbooten dahinjagenden Granaten und den dumpfen
Explosionen auf den Inseln.
Der Major hat natürlich darauf bestanden, an der Spitze der ersten Welle von Marineinfanteristen an Land zu gehen, sodass hinter ihm der ganze Ozean von Landungsbooten bedeckt
zu sein scheint. Aber auch diese gewaltige Ansammlung stellt nur einen kleinen Teil des mächtigen Marinesturm-Korps dar.
Das Gros wartet darauf, dass die Landungsboote zurückkehren, um dann in weiteren Wellen zu folgen.
Auch ohne nennenswerte Störungen wird es den ganzen Tag dauern, zehntausende Soldaten mit ihrer umfangreichen Ausrüstung abzusetzen.
Inzwischen kreuzen die deckenden Kampfeinheiten durch die See und lauern auf ein Anzeichen eines sich nähernden Verbandes der US Atlantikflotte.
Falls diese sich im Seegebiet befinden sollte, wären die Tage der Marineinfanteristen und Matrosen wohl gezählt.
Das erste Anzeichen eines Problemes würden wahrscheinlich hunderte von anfliegenden feindlichen Trägerflugzeugen bilden, gefolgt von einem lokalen Weltuntergang.
Die harten Kämpfe in Irland haben Æxit die Bedeutung des Wortes "Luftherrschaft" in eindringlichster Weise vermittelt - eine Erfahrung, die er nie wieder machen möchte.
Er wendet sich wieder dem gemächlich näherrückenden Strand zu.
Über dem dahinter liegenden, niedrig aber üppig bewachsenen, felsigen und schnell ansteigenden Gelände der Hauptinsel São Miguel ziehen die Rauch- und Staubfahnen der
vorangegangen Einschläge der schweren Schiffs-Artillerie und der davon teilweise ausgelösten Brände.
Aus einer Passatwolke fällt leichter Regen über der Insel, in dessen Bereich die herannahenden Marineinfanteristen gleich kommen werden.
Sporadisch steigen zwischen den Landungsbooten Wassersäulen auf, hervorgerufen von den Einschlägen der noch nicht lokalisierten, nicht sonderlich zahlreichen aber emsigen
Artillerie der Verteidiger.
Für Æxit eine weitere, an sich rational bekannte aber bislang nicht realisierte Neuerung gegenüber seinem bisherigen Betätigungsfeld:
Wenn man auf einen feindlichen Strand zu hält, weiß man nie, was einen dort wirklich erwartet!
Vielleicht nichts, vielleicht auch ein komplettes feindliches Korps, das sich just an dieser Stelle eingegraben hat und nur darauf wartet, aus leichtsinnigen Invasoren Hackfleisch zu machen!
Bei seiner alten Marineinfanterie-Division hatte man dagegen stets ein recht genaues Bild von der Stärke der Verteidiger und würde erst gar nicht angreifen, wenn man nicht zuversichtlich
wäre, diese überwältigen zu können.
In Summe genügend Gründe für Æxit, das Landungsunternehmen mit hoher innerer Anspannung zu absolvieren.
Er brennt darauf, endlich an Land zu kommen!
Mit festem Boden unter den Füßen und seinem Sturmgewehr in den Händen wird er wieder in seinem Element sein!
Angesichts des schwachen Sperrfeuers scheinen sich immerhin keine nennenswerten feindlichen Truppen auf der Insel zu befinden.
Aufmerksam starrt der Major auf die sich nähernde Küstenlinie, alle störenden Gedanken beiseite schiebend.
***********************************************************************************
Auf den
Azoren hat die Landung des
Marinesturm-Korps unter einer Feuerglocke der
SG Scharnhorst und der
KG Blücher begonnen.
Die Portugiesen haben wohl eine Division und etliche Stäbe auf den Inseln postiert, die nun einen schweren Stand haben.
"Das Reich" wirft die Russen aus
Dnjepropetrowsk - ein weiteres strategisches Ziel von
Unternehmen Rammbock ist erreicht!
Fast zeitgleich weichen die Sowjets vor den
Panzerdivisionen 5 und 11 aus Kamianka zurück.
Zwei sowj.Bombergeschwader halten auf
Kertsch zu, aber das
VIII.Fliegerkorps hat aufgepasst und holt die Bomber reihenweise vom Himmel.
In
Bashtanka weist die
4.SS-Pz.Div."Thule" wieder mal einen sowjetischen Angriff ab, desgleichen die
4.Pz.Div. in Phiatikatky.
Über
Dnjepropetrowsk versuchen offenbar die Amerikaner mit sowj.Jagdschutz eine Luftlandung, werden aber vom
IV.Fliegerkorps abgefangen.
Kann uns nur recht sein, wenn die GIs an der Ostfront als Kanonenfutter verheizt werden.
Im Westen kämen sie uns deutlich ungelegener.
In
Anapa werden die russischen Reservisten unter den fortgesetzten Angriffen der
4.Fallschirmjäger und der Schlachtflieger langsam mürbe.
Nach einem weiteren verheerenden Angriff der
1.Bomberflotte fliehen die Rotarmisten schliesslich aus
Anapa und die Fallschirmjäger rücken ein.
Die
5.Pz.Div. hat inzwischen die Russen aus
Kamianka vertrieben und schließt sich dem Kampf um
Kryvyy Rih an.
Dort wehrt sich die stärkste sowj. Truppenansammlung im Kessel.
Die fortlaufend schwer bombardierten Angreifer von
Cherkasy kommen an den Rand ihrer Möglichkeiten.
Unsere Luftwaffe hat die Ungarn sehr wirksam unterstützt.
Mittlerweile hat STAWKA begonnen, panisch Divisionen vor allem aus dem Mittelabschnitt abzuziehen, um das durch "
Rammbock" entstandene, gewaltige Loch im Süden wieder zu stopfen.
Kommt uns sehr gelegen, da wir als nächstes just in der Mitte zuschlagen wollen.
31.Jul.42
See- und Landbefestigungen in Nantes errichtet, ausserdem Seebefestigungen in St.Nazaire und St.Jean de Mont.
4 Geschwader Abfangjäger neu aufgebaut und zum
Luftverteidigungs-Korps "Mitte" in Witebsk zusammengefasst.
In
Cherkasy bricht der Entlastungsangriff der Russen schliesslich im Abwehrfeuer der Infanteristen und dem Bombenhagel der
3.Bomberflotte zusammen.
In
Illichivi kapitulieren zwei abgeschnittene Reserve-Divisionen vor der
3.FJ.Div.
Die
9.SS-Pz.Gren.Div. "Hohenstaufen" nimmt
Zaporizhzhyia, womit die beabsichtigte
Linie Dnjepropetrowsk - Schwarzes Meer erreicht wird.
In
Kryvyy Rih weichen die starken sowj.Verbände schliesslich zerschlagen vor den
Panzerdivisionen 5 und 11, sowie der
5.Pz.Brig. zurück.
Nun ist der Weg frei für eine schnelle Liquidierung des Kessels.
01.Aug.42
Verkehrsverbindungen in 3 Ostregionen verbessert, Flak-Stellungen in St.Malo, Bayonne und Kirkenes ausgebaut, Flughafen in Tromsö erweitert, desgleichen Bunker in Gibraltar.
Die
Konstruktion der Stukas wurde überarbeitet und bietet nun mehr Widerstandskraft gegen feindliches Feuer.
2 neue taktische Bombergeschwader eingetroffen und
in Minsk zur 2.Bomberflotte zusammengefasst.
Weitere Geschwader folgen noch.
***********************************************************************************
Stippvisite
Oberst von Hohenlohe setzt den Feldstecher ab, durch den er mit zusammengekniffenen Augen hinter einem umgekippten Baumstamm in Deckung liegend die Beobachtung seiner
vorgeschobenen Posten verifiziert hatte.
Tatsächlich formierte sich dort drüben in etwa 2km Entfernung im trüben Licht der anbrechenden Morgendämmerung ein Häuflein portugiesischer Offiziere unter einer weißen Fahne.
Scheinbar hatten die nicht sonderlich kampfkräftigen Garnisonstruppen nach eineinhalb Kampftagen gegen die knochenharten Veteranen des Marinesturm-Korps genug vom Krieg.
Hohenlohe robbt ein Stück den Hügel hinunter, richtet sich wieder auf und läuft schliesslich geduckt zu seinem wartenden Funker.
"Meldung an die Division: Portugiesen schicken offenbar Unterhändler!", trägt er dem Unteroffizier auf, während er seinen kostbaren Feldstecher wieder im Futteral verstaut.
Tatsächlich hatten sich die Portugiesen bereits kurz nach Mitternacht gemeldet und um einen Waffenstillstand gebeten, woraufhin Generalmajor von dem Bach-Zelewski, der
Kommandeur der "Blauen Barrette" von Hohenlohe mit der Aufnahme eines Unterhändlers betraute.
Der Oberst hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn er mit seinen Männern schnell wieder von diesen Inseln herunterkommen würde.
Das Sperrfeuer der schweren deutschen Schiffe hatte die wenigen Stellungen der Portugiesen an den Stränden ausgeschaltet, sodass die Landung ohne größere Vorkommnisse
gelungen war.
Danach konnten die in jeder Hinsicht überlegenen Marineinfanteristen problemlos die weiter im Inneren der Hauptinsel gelegenen, improvisierten Stellungen des Gegners schnell
überrennen, sodass sie bereits seit dem gestrigen Abend unmittelbar vor der Hauptstadt Ponta Delgada standen.
Ein guter Grund für die Portugiesen, nach einem ehrbaren aber hoffnungslosen Gefecht die Waffen zu strecken!
Dann könnte das Marinesturm-Korps wieder verschwinden, bevor es der US Navy doch noch einfiel, hier nach dem Rechten zu sehen.
Was für die schwachen Kräfte der Kriegsmarine nur in einer Katastrophe enden konnte!
Mit forschem Schritt geht der Oberst zu dem an der nahegelegenen Strasse im Unterholz postierten Zug Marineinfanteristen hinüber, um auf die Delegation der Portugiesen zu warten.
In Gedanken ist er schon weit entfernt von diesen kleinen, aber strategisch bedeutsamen Inseln.
Wohin würde man seine Truppe als Nächstes schicken?
Tatsächlich zurück nach Brest, um als Feuerwehr für hoffentlich nie eintretende Notfälle zu fungieren?
Oder doch nach Osten, um im Schwarzen Meer an Land zu gehen und den Kaukasus für die deutsche Kriegswirtschaft zu sichern?
Oder, wie die meisten Männer dachten, wieder hoch ins Eismeer, um nach Archangelsk zu greifen?
Hohenlohe glaubt nichts davon - nach allem was er gesehen hat, scheint es ihm nur einen plausiblen nächsten Zug zu geben: Island!
Falls es dazu kommen sollte, wäre das sicherlich das größte Vabanque-Spiel in der nicht gerade risikoarmen Geschichte des Marinesturm-Korps!
Mit trüben Gedanken hinter der unbewegten Miene baut sich der hochaufgeschossene Oberst mitten auf der Strasse auf, die Unterhändler eines weiteren geschlagenen Gegners erwartend.
***********************************************************************************
Kurz nach Sonnenaufgang strecken die letzten portugiesischen Verteidiger auf den
Azoren die Waffen vor dem
Marinesturm-Korps, das sich nun an die Besetzung
der Inseln macht.
Im Kessel von
Unternehmen Rammbock bricht die Verteidigung wie erwartet nun schnell zusammen, die erschöpften und großteils bereits zerschlagenen Russen gehen hastig zurück.
02.Aug.42
Mit abgeschlossener Besetzung der
Azoren kapitulieren die Portugiesen komplett.
Die bisherige Regierung, die sich ihren Aufgaben nicht gewachsen zeigte, wird durch geeignete Nachfolger ersetzt.
Einerseits natürlich schön, da wir dann das Land nicht mehr besetzen müssen, andererseits werden dadurch unsere Pläne für einen
Aufklärungsstandort auf den Azoren hinfällig.
Unter dem Strich keine Verbesserung unserer Position, da wir mit dem Abzug unserer Küstenschutz-Brigaden warten müssen, bis die Portugiesen wieder eigene Kräfte zur Verteidigung
der Häfen aufgestellt haben.
Die
Krim wurde vom
Fallschirmjäger-Korps nun vollständig gesichert, die letzten russischen Einheiten gefangen genommen.
Der Brückenkopf in
Anapa wird vorläufig von der
2. und der 4.FJ.Div. gesichert, während die übrigen Divisionen sich in Sewastopol sammeln, von wo aus Luftverlegungen möglich sind.
Die Korps-Brigade begibt sich zum Schutz des Hafens nach
Kertsch.
Mittelfristig müssen wir die kostbaren Fallschirmjäger durch Infanteristen ablösen.
Mal sehen, wo wir die abzwacken können.
Die beiden übrigen neuen Tabo-Geschwader sind eingetroffen und an die
2.Bomberflotte in Minsk überstellt.
Für die Rotarmisten brechen noch düstere Zeiten an.
Auch das noch fehlende Marineflieger-Geschwader ist nun einsatzbereit und wird in Nantes dem
nun wieder vollständigen II.Marineflieger-Korps zugeteilt.
Vier weitere neue Geschwader werden im November/Dezember dann das
III.Mar.Flieger-Korps bilden - schlechte Nachrichten für die US Navy !
Vor Morgengrauen starten die Russen eine
Großoffensive gegen Marinskoyie, wo derzeit nur die
162.Inf.Div. steht, die auch prompt unter massiven Druck kommt.
Wir setzen das hinter der Front bereitstehende
VII.Panzerkorps zur Verstärkung in Marsch und erteilen der
3.Bomberflotte und dem
1.Stuka-Kdo. den Befehl, die Angreifer unter Feuer zu nehmen.
Die
Fliegerkorps II und VI übernehmen den Jagdschutz.
