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Verfasst: Mo 06.07.2026, 02:05
von Cyrano
Auf dem Bundesparteitag ist die Parteispitze (wie kaum anders zu erwarten) weiter in die Richtung von Weidel/Höcke gerückt.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-parteitag-weidel-chrupalla-102.html

Verfasst: Mo 06.07.2026, 10:15
von Azrael
"Radikal in der Ansprache, professionell in der Form" fasste die Journalistin am Ende des Tagesschaubeitrages (im Artikel das Video ganz oben) zusammen... das ist, was die AfD gefährlich macht, wenn sie es voll durchzieht (gelingt ihr bisher auch nicht immer, aber leider immer öfter).
Frühere rechtsradikale Parteien in diesem Land haben sich eher durch Unprofessionalität und Dummheit ausgezeichnet. Wer die alte Reihe "NNN - Neueste Nationale Nachrichten" von extra 3 kennt, der erinnert sich vielleicht, wie köstlich man sich da über die NPD lustig machen konnte, weil sie andauernd sich irgendwelche doofen Schnitzer leistete. Das kommt dabei raus, wenn die Springerstiefel-Fraktion 100% in der Partei ausmacht.

Weidel und Chrupalla gehören zu den gefährlichsten Nazis, die unser Land kennt. Die sind von der selben Marke, wie es einst Hitler war, der nach seinem Putschversuch in Bayern danach strikt die NSDAP professionalisierte und strikt durch Wahlsiege die Macht ergreifen wollte, bis er in der Position war, legal die Demokratie abzuschaffen und die Macht zu ergreifen.
Weidel und Chrupalla kriegen es hin, zu organisieren, zu professionalisieren und zu führen. Ich fürchte, das wird bei den Landtagswahlen in diesem Jahr böse ausgehen für uns Demokraten.

Verfasst: Mo 03.08.2026, 23:24
von Private_S
Passt ganz gut zum letzten Post:

Ein Buch zur Biografie von B. Höcke ist erschienen. Es ist alles noch gruseliger, als man eh schon ahnte.
https://taz.de/Bjoern-Hoecke-Ein-planvo ... /!6119168/

Verfasst: Do 13.08.2026, 16:28
von Vargr
In meinen Augen ein interessanter Artikel https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... r-100.html

Es geht um eine Untersuchung der Uni Tübingen zur Wählerschaft der AFD.

Verfasst: Do 13.08.2026, 16:57
von TheBlackSwan
Eine Studie der Universität Tübingen im Auftrag von Panorama kommt zu dem Ergebnis, dass die wirtschafts- und sozialpolitischen Positionen der AfD alles andere als arbeiterfreundlich sind. Die Partei sei "eindeutig am marktliberal-unternehmensfreundlichen-fiskalkonservativen Pol" des Parteienspektrums einzuordnen
Interessant an der Studie ist die Grundannahme, dass eine marktliberal-unternehmensfreundlicher-fiskalkonvervative Ausrichtung in der deutschen Situation arbeiterunfreundlich sei und von diesen daher eigentlich abgelehnt werden müsse.

Verfasst: Do 13.08.2026, 16:58
von Cyrano
Vargr hat geschrieben:In meinen Augen ein interessanter Artikel https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... r-100.html

Es geht um eine Untersuchung der Uni Tübingen zur Wählerschaft der AFD.
Interessant finden wir auch die beiden dort verlinkten Artikel:
Zur Vertiefung des Themas AfD als angebliche Arbeiterpartei.
https://www.tagesschau.de/inland/afd-vermeintliche-arbeiterpartei-analyse-100.html
Vor allem dass die arbeitspolitische Sprecherin der AfD den hohen Prozentsatz von Beschäftigten ohne Tariflohn in den ostdeutschen Bundesländern mit der angeblich zu geringen Produktivität der Betriebe begründet - sehr arbeiterfreundlich.

Und zur (rechtsgerichteten) Entwicklung der AfD.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-zehn-jahre-103.html
Man kann nur hoffen, dass der Politikwissenschaftler im vorletzten Absatz recht behält.

Verfasst: Do 13.08.2026, 17:03
von TheBlackSwan
or allem dass die arbeitspolitische Sprecherin der AfD den hohen Prozentsatz von Beschäftigten ohne Tariflohn in den ostdeutschen Bundesländern mit der angeblich zu geringen Produktivität der Betriebe begründet - sehr arbeiterfreundlich.
Wie würdet ihr das begründen?

Verfasst: Do 13.08.2026, 17:23
von Azrael
Vargr hat geschrieben:In meinen Augen ein interessanter Artikel https://www.tagesschau.de/inland/innenp ... r-100.html

Es geht um eine Untersuchung der Uni Tübingen zur Wählerschaft der AFD.
Das ist leider wenig verwunderlich. Wir haben keine dezidierte, gemäßigte Partei der Arbeiter mehr in Deutschland. Wer da an die SPD denkt, irrt.
Wer Vermögenssteuer ab 60.000 € Bruttojahreseinkommen einführen will (das ist heute ja fast schon Einstiegsgehalt für Berufsanfänger in so mancher Branche) und die Rentner ständig, ähnlich wie die Union, pämpern will, der nimmt die Arbeiter aus.

Die Grünen kommen da noch am nächsten ran, werden aber wohl auch zu sehr wie eine Partei der abgehobenen Elite wahrgenommen. Der Rest sind entweder keine Arbeiterparteien oder auch abgehobene "Intellektuellen"-Parteien. Dann wählen wohl viele aus Protest für den Schockeffekt die AfD.

Die SPD hat hier ein gefährliches Machtvakuum aufgerissen, das sie nur wieder stopfen und die traditionelle Rolle einnehmen könnte, wenn sie entschieden den Kurs umkehrt: Sich für eine stärkere Besteuerung der wirklich Reichen einsetzen, Vermögenssteuer, Steuern und Abgabenlast für die arbeitende Mitte senken und ja dafür auch auf Konfrontationskurs mit der Union gehen.

Entweder das oder die SPD geht unter und die Grüne übernehmen diese Rolle durch einen Wandel und Aufnahme von Ex-SPD'lern oder es bildet sich eine neue, jüngere sozialdemokratische Partei, die diese Lücke zu stopfen versucht. Oder eine bestehende Kleinstpartei, z.B. Volt, profitiert vom Fall der SPD und steigt in den Prozentwerten an.

Verfasst: Do 13.08.2026, 17:58
von Cyrano
TheBlackSwan hat geschrieben:Wie würdet ihr das begründen?
Wir wollen nicht behaupten (auch weil wir keine detaillierten Kenntnisse speziell der ostdeutschen Wirtschaftslage haben), dass diese Begründung grundsätzlich falsch ist.
Uns irritiert, dass die AfD sich selbst bei solchen Aussagen als Arbeiterpartei inszeniert.
Schließlich haben die Beschäftigten selbst (wenn überhaupt) nur sehr begrenzten Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Situation, müssen diese aber dann (laut AfD) durch fehlende Tariifverträge ausbaden.

Verfasst: Do 13.08.2026, 19:18
von Alith Anar
Man bleibt halt dem Vorbild treu. Schon die NSDAP hatte sich (IMHO) als Bauernpartei inszeniert obwohl Ihre Politik eine andere war.

Verfasst: Do 20.08.2026, 18:51
von Thomasius

Verfasst: Mi 26.08.2026, 15:12
von Iche_Bins
Der Parabelritter hat einmal zu den rechtsradikalen Netzwerken in der AfD recherchiert. Sehr gute Zusammenfassung.



Wie oft wir hören 'Die Organisation hat sich aufgelöst weil rechtsradikal' aber die Leute vernetzen sich weiter oder sind alle in der Nachfolgeorganisation oder in der AfD Spitze oder sonst wo.
Mit der AfD in Umfragen nah an der absoluten Mehrheit in Sachsen-Anhalt fragen wir uns wann die wehrhafte Demokratie sich Mal wehrt...

Edit: Blick auf die derzeitige Regierung... Vielleicht nach der nächsten Bundestagswahl ....

Verfasst: Mi 26.08.2026, 18:25
von Azrael
Das Video ist schon ganz gut, das wird sich aber kein AfD-Wähler ankucken. Oder selbst wenn, ist es ihnen egal, weil es genau das ist, was sie wollen, so alá "Die tun wenigstens was gegen die kriminellen Ausländer!!!", dann ist denen alles egal.
Und die Protestwähler? Denen ist das Rechtsextreme doch offenkundig auch egal, sie wählen die AfD eben genau wegen dem Schockeffekt.

Das Einzige, was, neben konsequent arbeitnehmerfreundlicher Politik, noch helfen kann, wäre ein AfD-Verbot. Dafür ist es aber womöglich auch zu spät, um zumindest AfD-Landesregierungen zu verhindern, da ein solcher Prozess Jahre dauern dürfte.

Immerhin wäre das aber ein Hammer, der zumindest Zeit verschafft:
  • Auflösung der Partei
  • Verbot der Gründung einer Ersatzorganisation (kann entsprechend leicht verboten und aufgelöst werden)
  • Einziehung des Vermögens der Partei und etwaiger Ersatzorganisationen
  • Verlust des Bundestagsmandats (strittig von Seiten des EGMR, aber kann man versuchen)
  • Personen die noch im Namen der AfD oder etwaiger Ersatzorganisationen Propaganda betreiben, machen sich strafbar
Schon durch den Verlust des gesamten Vermögens ist das ein starker Schlag, denn selbst wenn das Gedankengut sich nicht verbieten und über Nacht bereinigen lässt, ohne Geld kann nur extrem schwer etwas Neues organisiert und auf die Beine gestellt werden, dann ist für Jahre, ja womöglich Jahrzehnte an der Front erst mal Ruhe.

Entscheidend ist: Man muss es halt mal angehen, und zwar rechtzeitig. Wenn wir in diesem Land immer nur theoretisch über die wehrhafte Demokratie reden, sie aber nicht praktizieren, dann können wir es auch gleich sein lassen und die Errichtung des "Vierten Reiches" abwarten.

Verfasst: Fr 28.08.2026, 10:13
von Setsches
Umfragen in Sachsen Anhalt drehen gerade zuungunsten der AFD. Letzte Woche lag die AFD bei knapp 44%. Wenn es am Ende 35% wären, wäre es für die Demokratie ein kleiner Erfolg und ein Nackenschlag für Siegmund und seine Bande! Jetzt muss nur der BSW draußen bleiben, damit Putinknecht auch noch eine mitbekommt. Damit könnte ich dann zufrieden sein und wieder ruhiger schlafen.Wenn SPD und Grüne ihren Stimmanteil gegenüber 2021 sogar verbessern, ist das erstmal kein so schlechtes Zeichen. Auch den Immobilienmakler kann ich vermutlich wieder abbestellen. :DLeute, das sind für mich gerade richtig positive Nachrichten, auch wenn 40% noch mindestens 35,01% zuviel sind! Jetzt hoffe ich, dass möglichst viele demokratische Nichtwähler und unentschlossene ins Wahllokal gehen und ihre Stimme für eine demokratische Partei abgeben werden. :prost:

Verfasst: Fr 28.08.2026, 12:38
von TheBlackSwan
Eine knappe Nicht-Mehrheit für die AfD in S-A ist ärgerlich für die lokale AfD und gut für die Bundes-AfD sowie die anderen Landesverbände, weil durch die Schwierigkeiten einer Alles-"Koalition" samt Wählerfrustration und die dadurch ausgelösten Verwerfungen in der CDU mehr Spielraum anderswo besteht.
Wenn wir zynisch sein wollen: CDU hofft heimlich auf Sieg der AfD (um sich schwierige Diskussionen mit dem eigenen Mitgliedern zu ersparen) und die AfD heimlich auf knappe Niederlage.

Verfasst: Fr 28.08.2026, 19:37
von Setsches
Lieber Spatz in der Hand... Es bringt zumindest Zeit. Wir dürfen nicht vergessen, dass pro AFD eine gewaltige Social Media Kampagne läuft, die von "fremden Mächten" massiv befeuert wird. Außerdem braucht der ActivityMen noch Zeit zur Zerstörung der AFD... :D

Verfasst: Sa 29.08.2026, 23:43
von Setsches
Definition des ruzzischen UBoots und er rudert wie ein Weltmeister. "Mein" Wahlkreiskandidat und einer von mir am meisten gehassten der ganzen AFD Bande... Einfach ein widerlicher Mensch! :mad:

Verfasst: So 30.08.2026, 11:21
von TheBlackSwan
Mein Gott, kann die AfD nicht einfach eine normale nationalistische Partei sein, statt dauerhaft für irgendwelche anderen Mafiastaaten zu simpen.

Verfasst: So 30.08.2026, 16:55
von X_MasterDave_X
Naja als Diktator musst du im feindlichen Ausland halt Kollaborationsregierungen vorbereiten für den Fall dass du sie später eroberst oder auch während des Krieges damit sie dort eine 5. Kolonne aufbauen und den Staat schwächen. Ist schon lange die Vorgehensweise diktatorischer Mächte oder auch anderer Großmächte. Im kalten Krieg haben sowohl die Sowjetunion als auch die USA in fast jedem Land 5. Kolonnen aufgebaut.

ALso wieso sollte Putin nicht irgendeine aussichtsreiche partei finanziell massiv unterstützen hierzulande. Und so wie es aussieht hat er neben der Linken und später BSW nun auch Finger tief drin bei der AfD.
Ist natürlich immer schwer das langfristig zu kontrollieren, aber die leute sind Profis darin seit Jahrzehnten oder länger. Man sollte sich also niemals wundern warum es Parteien gibt, die offensichtlich den STaatsfeind unterstützen.

Ärgerlich wird es halt wenn solche Parteien dann irgendwann 40% holen. Irgendwann kann es stürzen.

Verfasst: Sa 05.09.2026, 13:03
von DerGraf
Setsches hat geschrieben:Wenn es am Ende 35% wären, wäre es für die Demokratie ein kleiner Erfolg und ein Nackenschlag für Siegmund und seine Bande!
Da habt ihr den AfD'lern nicht zugehört, werter Setsches. Wenn es am Ende 35% wären, wäre das klarer Wahlbetrug durch die Altparteien. Den Boden bereitet man ja schon, die Frage ist nur, wie laut die Blaubraunen nach der Wahl damit werden...