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Verfasst: Do 08.10.2026, 09:25
von Setsches
Montesquieu hat geschrieben:Und die Bedingungen sind ganz andere.

Hank Green hat das gut zusammengefasst:



Kurz zusammengefasst:

Die globale Pest-Pandemie im 14. Jahrhundert war praktisch ein perfect storm für die Pest. Vorher waren die Bedingungen für eine Flächenausbreitung nicht gegeben (es gab sie, aber meist nur in einer Stadt) und danach auch nicht mehr.

Warum:

• Starkes Bevölkerungswachstum im Hoch- und Spätmittelalter;
• Handelsrouten global;
• Zusammenleben mit Tieren auf engem Raum -> Stechfliegen galore.

Auch ohne Antibiotika wird es heute nicht zu einer Pandemie kommen, der Hauptüberträger sind und bleiben Stechmücken und Fliegen, die vom Tier auf den Menschen überspringen. Die Lungenpest ist zwar die härteste Variante und ist auch mit Tröpfcheninfektion übertragbar, aber auch so hart und die Inkubationszeit zu kurz, dass es nie die Übertragungsrate wie Covid erreichen kann.
Wenn die Pandemie erstmal abgesagt ist, was mach ich jetzt mit den 891 Rollen Klopapier und 2 1/2 Tonnen Mehl? Auch meinem Nachbarn muss ich nach seinem Urlaub erklären, warum ich sein Haus geplündert habe. Sagt der feine Herr Green bitte auch etwas zu diesem Thema? :lach:

Verfasst: Do 08.10.2026, 09:41
von deltadagger
Die Menge an Klopapier reicht bei einem angenommenen Verbrauch einer Familie von 2 Rollen/Woche für fast 9 Jahre.
Wenn hypothetisch alles zusammenbrechen würde, funktioniert das heimische Klo nach grob 2 Wochen garantiert nicht mehr.
Wenn also kein Garten fürn selbstgegrabenes Pumpsklo da ist, würde ich von einer klassischen Fehlinvestition sprechen.

Und 2,5 to Mehl reicht für 5000 Brote = 96 Jahre bei 1 Brot/Woche. ( :D )

Wer genau hat dich bzgl. Bevorratung beraten :???:

Verfasst: Do 08.10.2026, 09:47
von Francis Drake
Und man darf nicht vergessen, das wir alle Vorfahren hatten, die die Pest überlebt haben.

Verfasst: Do 08.10.2026, 10:04
von deltadagger
Francis Drake hat geschrieben:Und man darf nicht vergessen, das wir alle Vorfahren hatten, die die Pest überlebt haben.
Wenn ich mir die Gestalten so angugge, die aktuell so herumkriechen, fehlt mir das Füllwort : "leider"

Verfasst: Do 08.10.2026, 10:21
von TheBlackSwan
Wenn die Pandemie erstmal abgesagt ist, was mach ich jetzt mit den 891 Rollen Klopapier und 2 1/2 Tonnen Mehl? Auch meinem Nachbarn muss ich nach seinem Urlaub erklären, warum ich sein Haus geplündert habe. Sagt der feine Herr Green bitte auch etwas zu diesem Thema?
Ihr habt es gut, wir haben unseren Nachbarn mit Husten eingenagelt und sind jetzt zwangsweise in der Psychiatrie :D

Verfasst: Do 08.10.2026, 11:01
von Arminus
Montesquieu hat geschrieben:Die globale Pest-Pandemie im 14. Jahrhundert war praktisch ein perfect storm für die Pest. Vorher waren die Bedingungen für eine Flächenausbreitung nicht gegeben (es gab sie, aber meist nur in einer Stadt) und danach auch nicht mehr.

Warum:

• Starkes Bevölkerungswachstum im Hoch- und Spätmittelalter;
• Handelsrouten global;
• Zusammenleben mit Tieren auf engem Raum -> Stechfliegen galore.

Auch ohne Antibiotika wird es heute nicht zu einer Pandemie kommen, der Hauptüberträger sind und bleiben Stechmücken und Fliegen, die vom Tier auf den Menschen überspringen. Die Lungenpest ist zwar die härteste Variante und ist auch mit Tröpfcheninfektion übertragbar, aber auch so hart und die Inkubationszeit zu kurz, dass es nie die Übertragungsrate wie Covid erreichen kann.
Sind Stechfliegen und Flöhe das selbe? Gebe Hank und dir per se recht, allerdings fällt mir auf, dass er nix zum Thema Immunität sagt, was mindestens Mal in der restlichen Vormoderne, als die oben genannten Bedingungen immer noch so vorteilhaft waren, der Grund dafür gewesen sein werden, dass aus nach der Pestpandemie nur noch Epidemien folgten. Zum anderen würde ich bei den nicht mehr so günstigen Umweltfaktoren einschränken, je nach Region ist ein sehr dichtes Zusammenleben immer noch vorhanden, andererseits haben wir mir der extremen Massentierhaltung einerseits und dem Klimawandel noch mal viel heftigere potentiel begünstigenden Faktoren. Und apropos Stechmücken, Malaria und Gelbfieber feiern doch auch wieder ein Comeback...

Verfasst: Do 08.10.2026, 11:26
von [B@W] Abominus
Arminus hat geschrieben:Sind Stechfliegen und Flöhe das selbe? Gebe Hank und dir per se recht, allerdings fällt mir auf, dass er nix zum Thema Immunität sagt, was mindestens Mal in der restlichen Vormoderne, als die oben genannten Bedingungen immer noch so vorteilhaft waren, der Grund dafür gewesen sein werden, dass aus nach der Pestpandemie nur noch Epidemien folgten. Zum anderen würde ich bei den nicht mehr so günstigen Umweltfaktoren einschränken, je nach Region ist ein sehr dichtes Zusammenleben immer noch vorhanden, andererseits haben wir mir der extremen Massentierhaltung einerseits und dem Klimawandel noch mal viel heftigere potentiel begünstigenden Faktoren. Und apropos Stechmücken, Malaria und Gelbfieber feiern doch auch wieder ein Comeback...
Ach, wenn es bei den Römern mit dem Trockenlegen der Pontinischen Sümpfe geholfen hat, dann klappt das doch bestimmt bei uns auch. Alles trockenlegen, Feuchtgebiete braucht kein Mensch.

Oh, das ist schlecht für die Biodiversität? Bäh, Diversität ist doch so ein linksgrünsversiffter Kampfbegriff. Wollen wir nicht. TROCKENLEGEN!

Verfasst: Do 08.10.2026, 11:48
von TheBlackSwan
Wir unterstützen Biodiversität überall, außer bei Mücken und Zecken.

Verfasst: Do 08.10.2026, 11:54
von Montesquieu
Arminus hat geschrieben:Sind Stechfliegen und Flöhe das selbe? Gebe Hank und dir per se recht, allerdings fällt mir auf, dass er nix zum Thema Immunität sagt, was mindestens Mal in der restlichen Vormoderne, als die oben genannten Bedingungen immer noch so vorteilhaft waren, der Grund dafür gewesen sein werden, dass aus nach der Pestpandemie nur noch Epidemien folgten. Zum anderen würde ich bei den nicht mehr so günstigen Umweltfaktoren einschränken, je nach Region ist ein sehr dichtes Zusammenleben immer noch vorhanden, andererseits haben wir mir der extremen Massentierhaltung einerseits und dem Klimawandel noch mal viel heftigere potentiel begünstigenden Faktoren. Und apropos Stechmücken, Malaria und Gelbfieber feiern doch auch wieder ein Comeback...
Ich schlafe nicht mit den Milchkühen in einem Schlafzimmer? Du?

Da die Haltung von Vieh ja auch in Städten im Mittelalter relativ normal war, denke ich schon, dass das doch ein größerer Grund war.

Warum dann allerdings in der frühen Neuzeit nicht mehr? Das frage ich mich dann eher.

Verfasst: Do 08.10.2026, 13:06
von Arminus
Montesquieu hat geschrieben:Ich schlafe nicht mit den Milchkühen in einem Schlafzimmer? Du?
Das bezog sich auf Hanks Aussage, dass auch Menschen heutzutage für gewöhnlich nicht mehr zu sechst in einem Raum leben. Und das ist eine regional und sozioökonomisch spezifische Sicht. Global gesehen haben die Menschen deutlich mehr Platz heute und auch weniger Nähe zum Nutztier, lokal hingegen... gut, kann uns in Europa egal sein, wenn sich das Zeugs in indischen Slums oder sonst wo wieder hochkocht (zumindest solange es nicht krass mutiert :eek: )
Montesquieu hat geschrieben:Da die Haltung von Vieh ja auch in Städten im Mittelalter relativ normal war, denke ich schon, dass das doch ein größerer Grund war.

Warum dann allerdings in der frühen Neuzeit nicht mehr? Das frage ich mich dann eher.
Auch in der Frühen Neuzeit gab es die Pest, immer wieder, aber halt nicht als Pandemie, das ist das, was ich oben meinte. Der Aspekte von Immunitäten fehlt völlig im Video (Über wie wichtig der ist, maße ich mir aber auch kein Urteil)


Da du auf die Tierhaltung fokussierst: Räumliche Nähe ist ein Aspekt und der scheint gerade bei der Pest (und den dazugehörigen Flöhen) sehr relevant zu sein. Als Gegenbeispiel kann mich sich die von oben erwähnten Malaria mit Stechmücken angucken. Hier gibt es Varianten, bei der Tierhaltung eine wesentliche Rollen spielen kann, in dem Sinne, als das z.B. Rinder o. Schweine als ungefährdeter Wirt für Zeiträume dienen, in denen die lokale Population Menschen mal wieder resistent* genug war. Um dann in der nächsten Generation Menschen wieder auszukommen... hier war das Viech dann zwar auf der gleichen Karibikinsel, aber nicht im selben Raum. Und, vergiß nicht die Massentierhaltung: Ja, wir haben unseren Schutz vor Krankheiten erheblich dadurch verbessert, dass wir Hoftiere vor die Tür gesetzt haben. Um sie im nächsten Schritt dann zu Abertausenden zusammenzupferchen und ihr Genpool so zu minimieren, dass wir damit ideale Bedingungen für das Entstehen neuer Krankheiten zu schaffen.



* Ich werfe da völlig laienhaft mit Begriffen wie Resistenz und Immunität um mich, ist vermutlich völlig falsch, aber Malaria ist eh so eine komplizierte Sache. Lest einfach alle mal McNeills Mosquito Empires: Ecology and War in the Greater Caribbean, 1620–1914

Verfasst: Do 08.10.2026, 13:19
von X_MasterDave_X
Montesquieu hat geschrieben:Pest ist halt DIE PEST!

Und Russland und ein Labor.

Das geht schon gut zusammen.
Ich mach mir da schon auch Sorgen. Wenn das in einem Labor in Russland war, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit daran rumgedoktort, und man kann nur vermuten um biologische Kampfstoffe daraus zu entwickeln. Also ist das sicherlich eher eine weit gefährlichere Variante als die aus dem Mittelalter, oder die zuletzt in der Natur vorkommenden Varianten.

Sollte also in Russland jetzt eine größere Anteckungswelle durchs Land laufen, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu uns rüber schwappen, und womöglich Corona wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen.
Wenn die Russen es aber schnell eindämmen können, haben wir alles was davon.

Kurz gesagt, niemand global kann ein Interesse daran haben dass in Russland (oder anderswo) die Pest oder ähnlich gefährliche Sachen ausbrechen. In unser globalisierten Gesellschaft hält nichts an der Landesgrenze.

Verfasst: Do 08.10.2026, 14:59
von Bigfish
Dem scheint nicht bekannt zu sein, das abgesehen von den Berlinern selbst ein guter Teil der Deutschen auch noch eine Dankeskarte schicken würden, wenn Berlin verdampft:


https://www.n-tv.de/politik/14-40-Putin ... 59357.html


Gut Brandenburg bekommt was ab - ab ein bissel Verlust ist immer :facepalm:

Verfasst: Do 08.10.2026, 15:31
von TheBlackSwan
Bigfish hat geschrieben:Dem scheint nicht bekannt zu sein, das abgesehen von den Berlinern selbst ein guter Teil der Deutschen auch noch eine Dankeskarte schicken würden, wenn Berlin verdampft:


https://www.n-tv.de/politik/14-40-Putin ... 59357.html


Gut Brandenburg bekommt was ab - ab ein bissel Verlust ist immer :facepalm:
Währenddessen die Berliner
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Verfasst: Do 08.10.2026, 17:03
von Setsches
deltadagger hat geschrieben:Wer genau hat dich bzgl. Bevorratung beraten :???:
Ich hatte Hunger und musste dringend auf Toilette... :D

5000 Brote, also 5000 Mahlzeiten oder 3 Brote pro Tag für 5 hungrige Mäuler... Abzüglich Schwund durch falsche Lagerung und Ungeziefer (kann man aber Proteinbrot backen) komme ich auf grob 4 Jahre. :lach:

Oder nach einer alten englischen Weisheit: Wir nehmen das Auto, fahren zu meinen Eltern, fahren ins Winchester, trinken ein schönes, kaltes Bier und warten, bis alles vorbei ist. ;)

Bild

Kleine Pestkunde am Rande: Die Übertragung der Pest durch Flöhe und anderes Getier erfolgt typischerweise bei der Beulenpest. Die Lungenpest überträgt sich vornehmlich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, daher auch die berühmten Schnabeldoktoren bei den großen Lungenpestepedemien des Mittelalters oder den Pestmasken der frühen Neuzeit. Beide Pestarten werden durch Yersinia Pestis verursacht, können also gemeinsam auftreten und unterscheiden sich durch die art der Infektion. Floh->Beulenpest->Lungenpest->Tröpfcheninfektion. Ich dachte bisher immer, es sind unterschiedliche Erreger, aber man lernt dazu, im Angesicht des nahenden Todes aus Irkutsk. :D

Verfasst: Do 08.10.2026, 17:31
von Arminus
Setsches hat geschrieben:Kleine Pestkunde am Rande: Die Übertragung der Pest durch Flöhe und anderes Getier erfolgt typischerweise bei der Beulenpest. Die Lungenpest überträgt sich vornehmlich durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch, daher auch die berühmten Schnabeldoktoren bei den großen Lungenpestepedemien des Mittelalters oder den Pestmasken der frühen Neuzeit. Beide Pestarten werden durch Yersinia Pestis verursacht, können also gemeinsam auftreten und unterscheiden sich durch die art der Infektion. Floh->Beulenpest->Lungenpest->Tröpfcheninfektion. Ich dachte bisher immer, es sind unterschiedliche Erreger, aber man lernt dazu, im Angesicht des nahenden Todes aus Irkutsk. :D
Das Video von Monti hast du offensichtlich nicht gesehen? :ditsch:

Verfasst: Do 08.10.2026, 21:01
von Setsches
Arminus hat geschrieben:Das Video von Monti hast du offensichtlich nicht gesehen? :ditsch:
Nein, das kommt jetzt gleich noch. War den halben Tag in der Tierklinik und im Wartebereich ein Video über Pest, Flöhe und Stechtiere zu schauen, hätte die anderen bestimmt etwas irritiert. :D

Verfasst: Do 08.10.2026, 22:36
von Managarm
deltadagger hat geschrieben: Wer genau hat dich bzgl. Bevorratung beraten :???:
Er hier? :???: :ditsch:

[video]

Verfasst: Fr 09.10.2026, 12:42
von X_MasterDave_X
TheBlackSwan hat geschrieben:Währenddessen die Berliner
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Witzigerweise hab ich vor 20 Jahren mal mit einer geredet die Berlin vor und nach dem 2. Weltkrieg kannte.
Und die meinte, dass Berlin vor dem Krieg ein gewaltiges Ungeziefer Problem gehabt hätte, inkl Rattenm Wanzen und Kakerlaken.
Das wäre dann nach dem Krieg und dem Wiederaufbau nicht mehr so gewesen. :D Sachen gibts! ;)

Verfasst: Fr 09.10.2026, 12:48
von TheBlackSwan
gewaltiges Ungeziefer Problem gehabt hätte, inkl Rattenm Wanzen und Kakerlaken.
Vielleicht meinte er auch die Politiker in der Stadt vor und während des Krieges :D

Verfasst: Di 13.10.2026, 11:30
von Setsches




Wenn man sich so ansieht, welche Services gerade bzw. schon seit Tagen komplett offline sind, da wird einem warm ums Herz. Die ganzen davon abhängigen Unternehmen und Prozesse sind gerade nur beschränkt wenn überhaupt arbeitsfähig. Leid tun mir da die Administratoren und Techniker, die vermutlich 24 Stunden Schichten schieben, um ihre System irgendwie umzustellen. Stellt euch vor, Google, Microsoft und andere wären auf einem Schlag weg. Ruzzland hat sich mit seiner Zentralisierung nach ruzzland und Abkopplung von globalen Systemen selbst ein Bein gestellt.