20.Jul.42
Unsere Forschungen im Bereich
Kernphysik haben zu ersten Resultaten geführt:
Wir können nun einen
Forschungsreaktor bauen, was wir in
Berlin auch unverzüglich in Angriff nehmen!
Die
Heeresgruppe Süd holt zu ihrem großen Schlag aus:
Das Unternehmen Rammbock wurde gestartet!
Im Süden greifen die Stabsbrigaden des
V.Pz.Korps und des SS-Pz.Korps, unterstützt von der
2.SS-Pz.Div. "Reich" auf Chaplynka an, etwas nördlich davon die
Stabsbrigaden des VIII. und des XII.Inf.Korps und die 50.Inf.Div.
Im Norden macht sich die
Stabsbrigade des I.Pz.Korps mit den Panzerdivisionen 2 und 4 ans Werk.
Inzwischen steigen die
1. und die 3.Fallschirmjäger-Divisionen in die Transportmaschinen, um über
Jalta abzuspringen.
Deckung gegen Luftangriffe liefern über dem gesamten Operationsgebiet die
Fliegerkorps II, III und V.
Die
3.Bomberflotte nimmt einen Zielwechsel auf
Kaniv vor, dem Angriffsziel der nördlichen Zange, während die
1.Bomberflotte im Süden bei Chaplynka unterstützt.
Die Schlachtflieger des
2.Kampfkommandos greifen derweil den Infanteristen im Süden unter die Arme, die die schwierigste Aufgabe lösen müssen.
Sowjetische Jäger versuchen, unsere Bomber über
Obukhiv anzugreifen, werden jedoch sofort von unseren Fliegerkorps zur Räson gebracht.
Wie erwartet stehen im Süden schwere sowj. Panzerverbände abwehrbereit, aber wir sind dennoch zuversichtlich, mit starker Luftunterstützung schnell durchzukommen.
In
Sewastopol steigen sowj.Marineflieger auf, was wir gar nicht gebrauchen können, da sie unseren Transportmaschinen den Luftlandeangriff unmöglich machen könnten.
Unsere Jäger schreiten daher umgehend ein.
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Major Edelpionier säubert indigniert sein vom Staub einer nahen Detonation verdrecktes Monokel, bevor er es wieder vors linke Auge klemmt.
In tiefster Nacht hatte man mit einem gewaltigen Artillerieschlag aus 800 Rohren und 60 Nebelwerfern die Russen in Kaniv aus den Betten geworfen.
Viele davon dutzende Meter hoch und mutmaßlich final.
Entgegen der üblichen Gepflogenheiten des Heeres hatte man die Front bis zum Einbruch der Dämmerung unter dem Dauerfeuer der Artillerie gehalten, da man den Russen
genug Intelligenz unterstellte, um den Aufmarsch der Panzertruppen in diesem Gebiet zu bemerken und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Danach hatte sich die 3.Bomberflotte eine weitere Stunde lang alles vorgeknöpft, was feindlich oder noch verwendungsfähig oder auch nur zweifelhaft aussah.
Erst dann rollten die beiden deutschen Panzerdivisionen auf einem nur 4 Kilometer breiten Frontabschnitt massiert vor, um sich durch die Überreste der russischen Stellungen
zu wühlen.
Dabei war das zwischenzeitlich einer Mondlandschaft gleichende Gelände zunächst der einzig nennenswerte Gegner.
Erst in der dritten sowjetische Linie regte sich dann Widerstand, der von den Panzern und Panzergrenadieren jedoch umgehend zerpflückt wurde.
Nun schiessen noch einige verbliebene feindliche Batterien Sperrfeuer gegen den weiter vorrückenden Panzerkeil, was im Wesentlichen den Dreck auf Edelpioniers Monokel
verursacht hat.
Verlustmeldungen liegen dem Major hingegen zumindest von seinem Panzerbataillon nicht vor.
Allerdings hat man damit auch nur die ersten Kilometer eines bis nach Dnjepropetrowsk geplanten Vorstoßes absolviert - da bleibt noch reichlich Gelegenheit für ein dickes Ende.
Zwischen den Panzern von Edelpioniers II.Bataillon / 1.schw.Pz.Reg. preschen nun die Radpanzer und Halbkettenfahrzeuge des Panzeraufklärungs-Regimentes der Division durch.
Da die russischen Kampflinien in Kaniv durchbrochen wurden, sind die vergleichsweise leichten Blechbüchsen besser geeignet, den Vorstoß in die Tiefe auszuweiten.
Falls die Kameraden in Not geraten sollten, sind die schweren Tiger ja nicht weit...
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In
Kaniv hat sich inzwischen unser Sturmverband mit der
4.Pz.Div. an der Spitze schon durchgesetzt, sodass wir die
zweite Welle der Panzer Richtung Cherkasy in Marsch setzen.
Die
3.Bomberflotte wechselt auf Smila, da dort starke sowj. Panzertruppen an der Flanke unserer Durchbruchstelle bereit stehen.
Am späten Nachmittag tobt immer noch die Luftschlacht über
Sewastopol.
Immerhin ist nun eines der feindlichen Marineflieger-Geschwader ausgeschaltet, aber auch unsere Jäger sind angeschlagen.
Wir ersetzen das
III.Fliegerkorps durch das IV.Fliegerkorps und hoffen das Beste.
In
Sewastopol meldet die Luftaufklärung auch noch 13 feindliche Brigaden - wird eine harte Nuss für unsere Fallschirmjäger, wenn sie es denn nach
Jalta schaffen.
21.Jul.42
5 neue Konvoys von Handelsschiffen fertiggestellt, Radarstationen auf Madeira und den Farörern erweitert, Raketentestgelände in Berlin ebenfalls.
In
Kaniv, Shpola und Horodysche starten die Russen Gegenangriffe mit schweren Panzerverbänden.
Also praktisch auf das gesamte Aufmarschgebiet unserer nördlichen Zange.
Unangenehm, da sich die Operation sofort verzögert.
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Tanze Cha-Cha mit mir, ich tanze Cha-Cha die ganze Nacht!
Major Blastwarrior legt die Ju-388B mit Vollschub in eine weite Rechtskurve, um den von rechts hoch anfliegenden russischen Jak-9M das Zielen zu erschweren und insbesondere
die Zeitspanne zu verkürzen, in der seine Maschine von den feindlichen Jägern beschossen werden kann.
Der Bordschütze schiesst inzwischen Dauerfeuer aus dem oben, hinter der Kanzel angebrachten, per TV ferngesteuerten Zwillings-MG-Turm.
Das permanente Rattern der schweren MGs dröhnt durch das enge Cockpit und scheint die Scheiben heraussprengen zu wollen.
Als die Leuchtspurgeschosse der russischen Maschinen nur wenige Meter an der Kanzel des Bombers vorbeiwischen, beginnt in Blastwarriors ansonsten professionell unbewegtem Gesicht
ein Muskel unter dem rechtem Auge unkontrolliert zu zucken.
"Das wars, zurück auf alten Kurs", empfiehlt Kopilot Pook, der sich den Hals nach den drei Angreifern verrenkt hat, als diese knapp unter dem Bomber hindurch jagen.
Der Major bringt die Maschine mit einer sachten Linkskurve wieder auf Kurs zum Ziel in Smila und nutzt die Gelegenheit, selbst einen Blick auf den Gegner zu werfen.
Die Russen ziehen ihre schnittigen Jäger inzwischen links tief in einer steilen Linkskurve wieder in die Höhe, um wohl als Nächstes von hinten anzugreifen.
Inzwischen hat der Bordschütze, Feldwebel Braun, auf den unter der Kanzel, vor dem Bombenschacht angebrachten zweiten Zwillingsturm gewechselt und begleitet das russische Manöver
weiter mit einem beständigen Strom von 12,7mm Kugeln.
Erneut löscht in der engen Kanzel das beständige Hämmern der MGs praktisch jedes andere Geräusch aus.
Blastwarrior wirft Pook einen auffordernden Blick zu, woraufhin dieser erneut das Mikrofon aktiviert.
"Adler 3 für Bodo 2, wo bleiben die Cowboys ?! Liegen unter schweren Angriffen durch Indianer! Kommen Bodo 2!"
"Bodo 2 für Adler 3! Cowboys sind unterwegs, durchhalten Adler 3!", kommt die Antwort nach einigen Sekunden verrauscht von der Bodenstelle Odessa, die den Einsatz der Jagdflieger
mittels Radar koordiniert.
Oder jedenfalls koordinieren soll, denn offenbar will es ja nicht so recht klappen.
Pook rollt die Augen anklagend hoch zum Kanzeldach und signalisiert dem Major mit gesenktem Daumen, was er von den Bemühungen der restlichen Luftwaffe hält.
Inzwischen hat Braun auf den Heckturm umgeschaltet, was darauf schliessen läßt, dass sich die russischen Jäger nun allmählich wieder von hinten nähern.
Die Jak-9M war bei ihrem ersten Auftreten eine häßliche Überraschung gewesen - Vollsichtkanzel, manövrierfähiger als eine Focke-Wulf, schneller als eine Messerschmidt.
Immerhin hatte sie nur zwei MGs und eine 20mm-Kanone aufzubieten und die Ju-388B war selbst ein Sprinter, der sich nebenbei auch durchaus seiner Haut zu wehren wusste.
Trotzdem wäre es Blastwarrior wesentlich lieber, wenn er sich mit diesen Kerlen nicht gänzlich ohne Jagdschutz herumschlagen müsste.
Hatte es nicht geheißen, dass für Unternehmen Rammbock reichlich Jäger zur Verfügung standen, um jeden feindlichen Widerstand in der Luft umgehend zu neutralisieren?
Vielleicht sollte er das Wort "neutralisieren" mal im Duden nachschlagen, womöglich gibt es ihm bisher unbekannte Bedeutungen.
"Hab ein´ !", trompetet Braun schliesslich stolz heraus, den Finger der Einfachheit halber gleich auf dem Feuerknopf belassend, während er die nächste Jak-9 anvisiert.
Auf dem kleinen Bildschirm etwas zu erkennen ist schliesslich alles andere als einfach, da macht ein Abschuß doppelt Freude!
"Bleiben zwei auf unserer 6! Rechts wegbrechen !"
Genervt legt Blastwarrior den Bomber mit dröhnenden Motoren wieder in eine steile Rechtskurve, die Jäger, das Jägerkommando, die Bodenstelle und die gesamte Luftwaffe verfluchend.
Inzwischen wechselt Braun mit professioneller Begeisterung erneut auf den Turm hinter der Kanzel und spuckt weiter kiloweise Blei in Richtung der Verfolger.
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Über
Snihurivka und Smila stürzen sich sowj.Jäger auf unsere Bomber und Schlachtflieger - wo bleibt der Jagdschutz?
Das
Kampfgeschwader "Blitz" wird vorübergehend aus der Schlacht genommen.
Major Blastwarrior wird mit dem EK 1 für seine Verdienste in der Luftschlacht um
Smila bedacht.
Auch an der
Ladoga-Front ist die sowj.Luftwaffe aufgewacht und bombardiert Ziele an den Kesselwänden.
Allerdings ist hier unser Jagdschutz zum Pech der Russen sofort zur Stelle.
Im Tagesverlauf werfen unsere Bomber über allen Zielgebieten mit vernichtender Wirkung ab.
Der sowj.Gegenangriff auf
Horodysche bricht im konzentrierten Feuer unserer Panzer und Infanteristen zusammen.
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Oberstleutnant Sharpe klettert erschöpft aus dem Turm seines Kommandopanzers und springt hinunter auf den aufgewühlten Boden.
In loser Formation steht der Rest seines Bataillons links und rechts der Landstraße von Marevo nach Demjansk und wartet wieder einmal auf Munition und Sprit.
Von der Sollstärke von 50 Tigern sind nun noch 30 verblieben - 2 weitere waren einem Rudel von T34 zum Opfer gefallen, die überraschend aus der Kleinstadt hervorgebrochen
und in den Rücken des vorbeiziehenden Panzerbataillons hinein gestoßen waren.
Die Russen nahmen offensichtlich in Kauf, dass in ihrem Rücken deutsche Panzergrenadiere die Stadt stürmten und sie selbst diesen Angriff nicht überleben würden, sofern es
ihnen nur gelang, einige der gefürchteten deutschen Tiger mitzunehmen.
Auf kurze Entfernung stellen die wieselflinken T34 auch für die schweren, aber trägen Tiger eine tödliche Bedrohung dar, zumal wenn sie die vergleichsweise dünne Heckpanzerung
ins Visier nehmen können.
Natürlich hatten die 5 russischen Panzer das Gefecht nicht überlebt, die zerschossenen Wracks brennen etwa 2km weiter südlich immer noch.
Weitere 6 Tiger waren den grassierenden technischen Problemen zum Opfer gefallen, die sich aufgrund fehlender Wartung in den letzten Tagen zunehmend häuften.
Immerhin wird deren Instandsetzung kein prinzipielles Problem darstellen - nur ein zeitliches und personelles.
Insbesondere sind die Besatzungen zu Sharpes großer Erleichterung noch am Leben.
Immerhin kämpft er mit diesen Männern ja nun schon seit Jahren Seite an Seite, da stehen ihm viele so nahe wie Familienangehörige.
Je weniger Panzer zur Verfügung stehen, desto größer wird zwangsläufig auch die Bürde für Infanteristen und Panzergrenadiere, was sich in steigenden Verlustziffern niederschlägt.
Nachdem sich der Oberstleutnant den Inhalt seiner Wasserflasche über den Kopf gegossen hat, kehrt langsam so etwas wie Leben in seinen völlig zerschlagenen Körper zurück.
Er kann sich nicht erinnern, wann er zuletzt Schlaf gefunden hat und das Denken fällt ihm auch zunehmend schwerer.
Immer wieder ertappt er sich dabei, wie seine Gedanken davongleiten und er mit offenen Augen anfängt zu träumen.
Seit einigen Tagen hält er sich nun mit Pervitin aufrecht, aber in naher Zukunft wird das wohl auch nichts mehr bringen.
Aus dem Divisionsstab hat er gerüchteweise gehört, dass andernorts bereits komplette Regimenter nach ähnlicher Beanspruchung mitten im Vormarsch einfach in einen
todesähnlichen Schlaf gefallen sind.
Leider gibt der Divisionsstab aber den Befehl des Korps und letztlich der 1.Panzerarmee ebenfalls weiter:
Um jeden Preis schnellstmöglich vorrücken und die Panzergrenadiere bei der Einnahme von Demjansk unterstützen!
Müde schüttelt Sharpe den Kopf - wie kann er seinen Männern noch mehr abverlangen?
Sind die Lametta-Träger nun endgültig verrückt geworden?
Soll eine um ein oder zwei Tage vorgezogene Einnahme von Demjansk wirklich das Leben seiner Leute wert sein?
Verbittert stapft er zum Kommandeur seiner Stabskompanie hinüber, die zwischenzeitlich nur noch aus 4 Tigern und 3 Halbketten-Fahrzeugen besteht.
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An der
Ladoga-Front nimmt die
8.Pz.Div. schliesslich gegen fanatischen Widerstand und unter ansehnlichen Verlusten
Marevo und schliesst sich nun von Südwesten her
dem finalen Angriff auf
Demjansk an.
Oberstleutnant Sharpe wird mit dem EK1 und dem Ritterkreuz für seine Verdienste bei Unternehmen "Erzengel" ausgezeichnet.
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Über sieben Brücken musst Du gehen
Major Silem hält unwillkürlich den Atem an und presst den behelmten Kopf auf den Boden, als in fünfzig Metern Entfernung der sowjetische Doppelposten auf seiner Runde
an seiner Position vorbei läuft.
In der Dunkelheit kann man ihn in dem Gebüsch im Strassengraben unmöglich erkennen und sein Atem ist sicherlich schon wenige Meter weiter auch nicht mehr zu hören, aber
sein Instinkt signalisiert Gefahr und sein Körper reagiert automatisch.
Er zwingt sich dazu, den Kopf wieder zentimeterweise zu heben, bis er die beiden Rotarmisten im Sternenlicht erkennen kann.
Scheinbar plaudern die beiden gemütlich miteinander, einer hat sich sogar eine Zigarette angesteckt.
Offenbar haben sich die Neuigkeiten hinsichtlich der nächtlichen deutschen Luftlandung noch nicht bis hierher herumgesprochen.
Silems Bataillon hat sich als erstes Ziel eine Strassenbrücke Richtung Sewastopol vorgenommen.
Sobald Hafen und Festung in deutscher Hand sind, soll schliesslich ein guter Teil des Nachschubs für die Heeresgruppe Süd über die Krim rollen, da kann man sich nicht lange
mit Reparaturen aufhalten.
Das sowjetische Oberkommando war jedenfalls schlau genug gewesen, die Brücken bewachen zu lassen, auch wenn man offenkundig mit einem deutschen Fallschirmangriff nicht gerechnet hat.
Auf beiden Seiten wird die Brücke jeweils auf der rechten Seite durch kleine Betonbunker gesichert, aus deren Schießscharten MGs luken.
Links neben der Strassen stehen zwei LKWs, offenbar die Transportmittel der Brückenposten.
Von hier aus ist nicht zu erkennen, ob und wie stark die Bunker besetzt sind, aber da auf beiden Seiten der Brücke je vier Wachen patroullieren, könnten sich durchaus jeweils weitere
vier Mann in den Bunkern aufhalten und einen Sturmangriff der Fallschirmjäger in ein blutiges Gemetzel verwandeln.
Silem hat sich deshalb mit zwei Zügen vorsichtig in die Nähe der Brücke herangepirscht und einem dritten Zug zwei Kilometer östlich den Abstieg in die nur 60m weite aber
30m tiefe Schlucht befohlen.
Der Rest des Bataillons hat sich einen Kilometer weiter nördlich hinter den nahen Bergkuppen ausser Sicht im Gelände verteilt und harrt der weiteren Entwicklung.
Ungeduldig wartet Silem nun auf ein Anzeichen des Eintreffens der Männer auf der anderen Seite der Brücke.
Da die Russen sicherlich daran gedacht haben, die Brücke mit einer ordentlichen Sprengladung zu versehen, müssen die Fallschirmjäger die Posten auf beiden Seiten praktisch
gleichzeitig ausschalten.
Ansonsten wird man nur den rauchenden Trümmern auf ihrem Weg zum Boden der Schlucht hinterherblicken können.
Das Zeichen wird schlicht in einem Feuerüberfall auf die Posten der Südseite der Brücke bestehen.
Alles andere wäre zu auffällig und könnte die Russen im letzten Moment noch warnen.
Auf der Nordseite hat Silem einen Zug entlang des Straßengrabens in Stellung gehen lassen.
Da dort überall Gestrüpp wuchert, sind die Männer in der Nacht allenfalls aus nächster Nähe zu erkennen.
Die Scharfschützen haben die 4 sichtbaren Posten längst im Visier.
Silems zweiter Zug kauert zusammengefasst hinter ihm und soll die Brücke stürmen.
Da geht es auch schon los: auf der anderen Brückenseite blitzen Schüsse aus vielen Waffen auf!
Nur Zehntelsekunden später krachen auch links und rechts von Silem die Gewehre der Scharfschützen.
Der Major springt auf und rennt mit dem Sturmgewehr in beiden Händen Richtung Brücke los, gefolgt von seinen Männern.
Die beiden russischen Posten brechen im Kugelhagel zusammen, während zwei MGs beginnen, die Schießscharten des Bunkers einzudecken.
Zwanzig Meter ist Silem noch von dem Bunker entfernt, von einigen jüngeren Fallschirmjägern schon überholt, als ein sowjetischer Unteroffizier mit einer MP aus der auf der Rückseite
angebrachten Tür tritt.
Silem läßt sich aus vollem Lauf das rechte Knie fallen, presst das Sturmgewehr an die rechte Schulter und jagt dem überraschten Russen eine lange Salve entgegen.
Von mehreren Kugeln getroffen taumelt der Unteroffizier rückwärts und fällt schliesslich über das niedrige Brückengeländer in die Tiefe.
Inzwischen haben es zwei Fallschirmjäger bis zum Bunker geschafft und werfen Stielhandgranaten durch die Schießscharten.
"Köpfe runter!", brüllt Silem und läßt sich selber platt auf den unregelmäßigen Asphalt fallen.
Schon krachen die Detonationen im Inneren des Bunkers, die Tür wird aus den Angeln gerissen, dicke Rauchwolken quellen hervor.
Zwei Gruppen von Fallschirmjägern stürmen inzwischen an den Seiten der Brücke vor und suchen nach den Leitungen für die Sprengsätze.
Wenige Sekunden später ist die Sache auch schon gelaufen: die Russen sind tot, die Brücke unversehrt und Silems Truppe wohlauf.
"Hol den Rest des Bataillons rein!", ruft er dem Funker zu, der befehlsgemäß im Straßengraben ausgeharrt hat.
"2.Zug sichert die Zufahrt! 1.Zug kümmert sich um die Sprengladungen!"
Der Major ist inzwischen wieder auf den Beinen, schiebt ein neues Magazin in sein Sturmgewehr und sieht sich prüfend um.
Sieht nach einem perfekten Auftakt aus!
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In
Jalta gelang die Luftlandung der
Fallschirmjäger-Divisionen 1 und 3 gegen geringen Feindwiderstand.
Nun ist
Sewastopol immerhin isoliert, wenn auch noch lange nicht genommen.
Die
5.FJ.Div. macht sich bereit zur Luftlandung in
Krasnoperekop, was die
Krim schliesslich gegen feindliche Aktivitäten von Norden her sichern soll.
22.Jul.42
Flughafen und Flak in Kirkenes ausgebaut, auch die Flughäfen in Mikolaiv, Kiew und Tromsö.
Ausserdem Hafen, Flak, See- und Landbefestigungen in Odessa.
Die
3.Bomberflotte muss in Ruhestellung gezogen werden, um größere Verluste zu vermeiden.
Die starken russischen Panzerdivisionen in
Smila werden bedauerlicherweise auch noch von umfangreichen Flakverbänden gedeckt.
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Heute gehn wir ins Maxim!
Oberstleutnant Azrael duckt sich hinter dem brennenden Flakturm und presst den Kopf auf die Knie.
Da dröhnt auch schon eine weitere Explosionen, die den nächsten Turm hochjagt.
Die Druckwelle wirbelt Azrael mit feurigem Atem Splitter und Staub um die Ohren.
Das 2.Kommando-Regiment ist als Vorhut der 1.Fallschirmjäger-Division kurz nach Mitternacht mit Gleitern auf den direkt wichtigsten Werken des Festungsgürtels von Sewastopol gelandet.
Während sich die bereits gelandeten 3.Fallschirmjäger von Norden her den Weg nach Sewastopol bahnen und damit die Aufmerksamkeit der Sowjets auf sich ziehen, haben sich die
50 Gleiter ausgeklinkt und sind nach Südwesten weitergesegelt, um schliesslich weitgehend unbemerkt in unmittelbarer Nähe der stärksten Forts im Westen niederzugehen.
Erst drei Stunden später soll das Gros der 1.Fallschirmjäger folgen und direkt zwischen den Werken Maxim Gorki I und II, Molotow, GPU und Tscheka landen und damit die ersten beiden
Verteidungslinien vor Sewastopol, die aus Schützengräben, Stacheldraht, Erdbunkern und reichlich Infanterie bestehen, einfach überspringen.
Es wäre entschieden unpraktisch, wenn zu diesem Zeitpunkt die großen Schiffsgeschütze, die im Falle von Maxim Gorki I und II das Kaliber 30,5cm erreichen, noch feuerbereit wären.
Daher müssen die Kommandotruppen diese Hindernisse an der Westküste beseitigen und den Weg zur Severnaja-Bucht frei machen.
Die übrigen Festungswerke lassen sich dann gemeinsam mit der 3.Fallschirmjäger-Division von der Bucht aus von hinten nehmen.
Azrael hat sich mit seinem Stab und der 1.Kompanie das Werk Maxim Gorki I vorgenommen - insgesamt gerade einmal 100 Männer gegen ein als praktisch uneinnehmbar geltendes Fort!
Die übrigen Kompanien verteilen sich auf die 3 anderen Forts im Westen.
Die Russen wurden offenbar völlig überrascht - bis die im Umfeld von Maxim Gorki I und II positionierten Flak-Türme auf die Kommandosoldaten aufmerksam wurden und ihre Geschütze
herunter gekurbelt hatten, begannen die Deutschen schon, ihnen mit Panzerfäusten zu Leibe zu rücken.
Auch die zur Rundumverteidigung angelegten fünf kleinen, mit schweren MGs ausgestatteten Bunker werden von den Elitetruppen im Handstreich schnell genommen.
Azrael springt auf, kaum dass die Explosion verklungen ist und sprintet zu dem 50m entfernten Panzerturm, der die 30.5cm Zwillingsgeschütze beherbergt.
Der mit reichlich Sprengstoff ausgestattete 3.Zug arbeitet sich gerade auf die Oberseite des Panzerturms vor, während die übrigen Kommandos ausschwärmen und sich im Umfeld
des Forts verschanzen, um evtl. anrückende sowjetische Verstärkungen abzufangen.
Angesichts des Geschütz-Kalibers ist der Turm mit etwas über 2m erstaunlich flach gebaut.
Was dem Schutz gegen schwere Schiffsartillerie dienen sollte, nutzt nun den Deutschen, die die Turmhaube problemlos erklimmen.
Inzwischen dürfte den im Turm befindlichen Russen durchaus aufgefallen sein, dass um sie herum etwas ungutes vor sich geht, aber die schweren Geschütze können auf diese kurze
Entfernung nichts ausrichten.
Anhand von Luftbildaufnahmen hat man einen möglichen Schwachpunkt des Turms ermittelt:
Die Panzerplatten, die die Durchführung der Geschütze durch die Schießscharten des Turmes abdecken.
Da sie hauptsächlich dem Schutz gegen Splitter dienen und eine Grundlage für die gasdichte Auslegung der Batterie bilden, sollten sie sich durch die neuartigen Hohlladungen knacken lassen.
"1.Kompanie übernimmt Rundumsicherung!", ruft Azrael über den schon wieder abschwellenden Gefechtslärm hinweg.
Er hat sich auf der Rückseite des Panzerturms positioniert, während die Kommandos ihre Hohlladungen auf den Panzerplatten befestigen.
Der Kampfauftrag des Kommando-Regimentes besteht in der Ausschaltung der schweren Artillerie der Türme - die Eroberung der Festungswerke wäre eine nette Zugabe, wird aber
wohl erst nach dem Eintreffen der Fallschirmjäger gelingen.
Innerhalb weniger Minuten sind die Ladungen verdrahtet, woraufhin sich die Soldaten ebenfalls hinter den Turm zurückziehen.
Mit dumpfem Krachen fegen die Sprengsätze die Panzerplatten beiseite und ermöglichen den Deutschen, der russischen Besatzung mit geballten Ladungen zu Leibe zu rücken
Inzwischen hat sich die 1.Kompanie auf die Rundumstellungen verteilt und hält die Augen nach russischen Verstärkungen offen.
Nun werden sich die gut ausgebauten Stellungen gegen ihre eigenen Erbauer richten.
Eine ganze Reihe von schweren Detonationen erschüttert den Panzerturm und nimmt die 30,5cm - Geschütze aus dem weiteren Spiel.
Azrael läuft mit zufriedenem Grinsen zu der mittlerweile eingenommenen, erhöhten Bastion auf dem schmalen Hügelkamm hinüber.
Nun heißt es abwarten und einigeln, bis die 1.Fallschirmjäger ankommen.
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Derweil machen sich die
1. und die 3.FJ.Div. gegen Sewastapol an die Arbeit.
Die Russen haben nochmal verstärkt, nun stehen dort 15 Brigaden, also nach deutschen Maßstäben immerhin drei bis vier Divisionen.
Allerdings stellen sich diese Verbände als schlecht organisiert und versorgt heraus, vermutlich noch Opfer der vorbereitenden Kämpfe am Bug.
Oder eventuell auch Neuaufstellungen, die noch keine Zeit hatten, sich zu sammeln.
Später am Vormittag schlagen die Panzerverbände der nördlichen Zange den Gegenangriff auf
Kaniv zurück.
Auch die Schlachtflieger des
2.Kampfkommandos müssen nach ansehnlichen Verlusten aus dem Kampf genommen werden, weshalb die Infanteristen im Süden nun
selber zusehen müssen, wie sie mit den Russen klar kommen.
Was ihnen schliesslich auch hervorragend gelingt: die Russen weichen geschlagen aus
Snihurivka zurück.
Über ihren Köpfen tobt immer noch der inzwischen eigentlich bedeutungslose Luftkampf zwischen deutschen und sowjetischen Jägern.
An der
Ladoga-Front rückt die
8.Pz.Div. an der Spitze der Angriffsverbände siegreich in
Demjansk ein, während weiter im Norden, auf Höhe
Leningrads ein russischer Angriff
auf
Popovka zurückgeworfen wird.
Im Norden des
Operationsgebietes "Rammbock" hat das
I.Pz.Korps mittlerweile, nun von Störangriffen unbehelligt, auch die Verteidiger von
Cherkasy geworfen.
Es werden Befehle für einen Stoß in die Tiefe ausgegeben.
Nur in
Chaplynka verteidigen sich die schweren sowj.Panzerdivisionen unter dem Feuerhagel der
1.Bomberflotte immer noch verbissen gegen die Angriffsspitze des
SS-Panzerkorps.
Am Abend wird auch der letzte russische Gegenangriff bei
Shpola unter hohen Verlusten eingestellt.
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Major Meinungskorps rückt mit seiner Stabskompanie hinter den ausgeschwärmten Kampf-Kompanien des I.Bat. / 34.Fallschirmjäger-Regimentes nach.
Mit Einbruch der Dunkelheit ist die über den Winter neu aufgestellte 5.Fallschirmjäger-Division "Brandenburg" über der Landenge von Perekop abgesprungen, die die einzige feste
Landverbindung auf die Krim darstellt.
Aufgrund des nur wenige Dutzend Kilometer breiten "Flaschenhalses" sollten die Fallschirmjäger hier jede Verstärkung für die Krim und insbesondere Sewastopol verhindern können,
bis die vorstoßenden Panzerverbände der Heeresgruppe Süd den Landzugang auf ihrem Vormarsch nach Osten passiert haben.
Über Wochen hinweg hatte man diesen Einsatz im Raum Minsk geübt und dabei die Einsatzfähigkeit der neuen Division hergestellt.
Mit 5 Fallschirmjäger-Regimentern ist die "Brandenburg" personell stärker ausgestattet als jede andere Fallschirmjäger-Division, jedoch muss sie ihren Kampfwert in der Praxis erst noch beweisen.
Umso stolzer war Meinungskorps, als er vernahm, dass es der "Brandenburg" alleine überlassen blieb, Perekop zu nehmen und zu sichern.
Man hatte sich in den Manövern auf nahezu jede denkbare Gegnerkonstellation eingestellt: Panzer, Infanterie, eingegrabene Panzer, hinter Stacheldrahtverhauen und in Bunkern verschanzte
Festungstruppen, Vorgehen in ausgedehnten Minenfeldern und gegen schwere feindliche Artillerie und so weiter.
Doch nun scheint es, als hätte die Rote Armee diesen für den Kampf um die Krim strategisch hoch bedeutsamen Abschnitt völlig von Truppen entblößt.
Diese sind - wie durchaus vom Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd gewünscht - offenbar alle an die bröckelnde Front an die Schwarzmeer-Küste abgezogen worden.
So ganz will Meinungskorps diese gute Nachricht aber noch nicht glauben, ausserdem stehen im Inneren der Halbinsel sicherlich noch sowjetische Verbände, sodass sein Regiment sehr
vorsichtig nach Süden vorrückt, während sich die übrigen Regimenter auf der Landenge eingraben und Stellungen gegen mögliche Angriffe aus dem Norden vorbereiten.
Langsam, geduckt und mit den Sturmgewehren im Anschlag gehen die Fallschirmjäger möglichst lautlos durch die Sumpflandschaft vor, stets auf plötzlich auftretende Gegner gefasst.
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In der Nacht gelingt auch der Absprung der
5.FJ.Div. "Brandenburg" über
Krasnoperekop problemlos.
Nun macht sich die
2.FJ.Div. bereit für die
Luftlandung bei Kertsch, womit die
Krim dann auch nach Osten hin abgeriegelt wäre.
Allerdings müssen die Transportflugzeuge erst wieder einsatzbereit gemacht werden, bevor es tatsächlich losgehen kann.
Die Transportmaschinen des
1.Luftlande-Kommandos beginnen derweil mit der Luftversorgung der Fallschirmjäger in
Jalta.
Indessen ist es der
1. und der 3.Fallschirmjäger-Division bereits gelungen, einen Großteil der eilends zusammengetrommelten Reserve-Divisionen auseinander zu jagen.
Auf russischer Seite wird die Hauptlast des Abwehrkampfes von einer Marineinfanterie-Division getragen, die zunehmend unter Druck kommt.
