Geschlecht und Verdienst/Prämien im Sport

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Beitrag von Cyrano »

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Cyrano
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Elvis hat geschrieben:Und deswegen müssten die Gehälter nicht bei den Männern verdient werden?
Darum geht es doch. Die Frauen erwirtschaften einfach nicht vergleichbare Gehälter. Gewinnabsicht hin oder her.
Man mag es natürlich fördern wollen wie eine Kunstausstellung oder Theaterhäuser.
Aber ich hätte dafür wenig Verständnis. Fußball ist krin vom Aussterben bedrohtes Kulturgut.
Der DFB kann es entscheiden wie er will. Aber die Politik hat in dieser Entscheidung rein gar nichts drin verloren.
Mit dem Begriff "erwirtschaften" haben wir hier ein Problem:
Warum sind die Prämien höher? U.a. weil TV-Sender bein Männer-Turnieren mehr für die Übertragungsrechte zahlen als bei Frauen-Turnieren.
Warum zahlen die Sender mehr? Weil sie auch mehr Geld bekommen.
Warum bekommen sie mehr? Weil mehr Menschen zuschauen.
Die Sender haben durch die höhere Zahl an Zuschauer aber keine oder höchstens geringügig höhere Kosten (anders als die Vereine bzw. Verbände bei Zuschauern im Stadion), das Personal und die Infrastruktur für die Übertragung kosten nicht mehr, wenn 10 Mio. Menschen anstatt 10.000 zuschauen.
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Beitrag von Kardinalinfant »

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Kardinalinfant
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Cyrano hat geschrieben:Mit dem Begriff "erwirtschaften" haben wir hier ein Problem:
Warum sind die Prämien höher? U.a. weil TV-Sender bein Männer-Turnieren mehr für die Übertragungsrechte zahlen als bei Frauen-Turnieren.
Warum zahlen die Sender mehr? Weil sie auch mehr Geld bekommen.
Warum bekommen sie mehr? Weil mehr Menschen zuschauen.
Die Sender haben durch die höhere Zahl an Zuschauer aber keine oder höchstens geringügig höhere Kosten (anders als die Vereine bzw. Verbände bei Zuschauern im Stadion), das Personal und die Infrastruktur für die Übertragung kosten nicht mehr, wenn 10 Mio. Menschen anstatt 10.000 zuschauen.
Aber sie haben höhere Einnahmen!? Wir verstehen Euer Problem da nicht so ganz? Gewinn = Einnahmen - Kosten und wenn K1 = K2, dann ist G1 eben >G2, wenn E1>E2. Das ist doch legitim. Da die öffentlich rechtlichen da auch in Konkurrenz zu den Privaten stehen (RTL überträgt ja mittlerweile auch teilweise die Nationalmannschaft), können auch die sich nicht ganz davon freimachen.
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Beitrag von Witold Pilecki »

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Ioelet hat geschrieben:Naja. Der DFB fördert ja auch Amateursport oder Jugendsport (tut er doch, oder - werte Fußballfans?) - vielleicht auch Behindertensport(?). Da kann man auch sagen "Pah, die sind doch viel schlechter als die Profis von den Bayern!", aber wenns um bestmögliche Förderung geht sind marktwirtschaftliche Prinzipien halt vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

(Witold widerspricht in 3... 2... 1... ;) )
Im Gegenteil, finden wir eine Förderung der Breite des Sports richtig und wichtig und der DFB darf gern die Profis schröpfen, um den Frauen eine Karriere im Fußball zu ermöglichen oder für die Behinderten, die Jugend, die Migranten. Fies wird es für uns erst dadurch, dass der Bundeskanzler dort aufschlägt und sich dafür einsetzt. Das ist nicht seine Aufgabe, ihn gehen die Gehälter nichts an und er darf nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Dem Staat kommt als Hüter der Gleichberechtigung eine andere Rolle zu als einem Verein, der vorrangig einen Sport fördern möchte.

E: entspricht ja ziemlich dem 2. Teil eures Beitrags. :D
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Beitrag von Cyrano »

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Unser Problem damit ist, dass die Einnahmen der Sender von den Zuschauerzahlen abhängen, nicht von den Kosten, die die Sender für die Übertragung haben. Personal und Infrastuktur sind wie gesagt ohnehin vorhanden und müssen bezahlt werden, unabhängig von der Zuschauerzahl.
Aus unserer Sicht ist das etwa so, alswürden wir einen Gegenstand verkaufen, von dem wir ohne nennenswerten Aufwand oder Kosten beliebig viele Exemplare herstellen können, und der Preis für die Kunden würde drastisch steigen, wenn die Nachfrage steigt, obwohl wir quasi keine zusätzlichen Kosten haben.
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Beitrag von Montesquieu »

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Kardinalinfant hat geschrieben:Aber sie haben höhere Einnahmen!? Wir verstehen Euer Problem da nicht so ganz? Gewinn = Einnahmen - Kosten und wenn K1 = K2, dann ist G1 eben >G2, wenn E1>E2. Das ist doch legitim. Da die öffentlich rechtlichen da auch in Konkurrenz zu den Privaten stehen (RTL überträgt ja mittlerweile auch teilweise die Nationalmannschaft), können auch die sich nicht ganz davon freimachen.
Sagen wir es so:

Eure Ansichtsweise ist verständlich und auch nachvollziehbar.

Ich möchte hier nur unterstreichen, dass aus den Aufgaben und den Zielen eines Sportverbands heraus auch die andere Seite mit egalitären Gehältern legitim und hinreichend erklärt und begründet werden kann.

Und auch Olafs Einflussnahme ist im Spannungsfeld Sport, Politik und Sportpolitik eben keinen Giga-Aufreger wert.

Einen Mega-Aufreger schon, da er tatsächlich etwas besseres gerade zu tun hat, z. B. Marder an die Ukraine schicken. (Und wir haben in Deutschland ja ständig solche Zwitter Firmen und Verbände. Siehe auch Rüstungs- oder Energie-Industrie. Da regt sich ja keiner über Machtwörter auf, um die Unabhängigkeit von Vattenfall zu schützen. :D )
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Beitrag von Kardinalinfant »

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Cyrano hat geschrieben:Unser Problem damit ist, dass die Einnahmen der Sender von den Zuschauerzahlen abhängen, nicht von den Kosten, die die Sender für die Übertragung haben. Personal und Infrastuktur sind wie gesagt ohnehin vorhanden und müssen bezahlt werden, unabhängig von der Zuschauerzahl.
Aus unserer Sicht ist das etwa so, alswürden wir einen Gegenstand verkaufen, von dem wir ohne nennenswerten Aufwand oder Kosten beliebig viele Exemplare herstellen können, und der Preis für die Kunden würde drastisch steigen, wenn die Nachfrage steigt, obwohl wir quasi keine zusätzlichen Kosten haben.
Ihr werdet sogar geringere Kosten haben wegen Massenfertigung. Und nochmal: Na und? genau so funktioniert das Wirtschaftsleben. Angebot und Nachfrage. Wir können daran nichts Schlechtes entdecken. Das ist für Uns weder bei irgendwelchen produzierenden Betrieben, noch bei Fernsehsendern, noch bei dem von diesen für die Rechte bezahlten DFB auch nur im Ansatz anrüchig.

Wir können erst im zweiten Schritt dann nachvollziehen, wenn der werte Montesquieu sagt: Verband, gemeinnützig, daher auch implizit der Gleichberechtigung verpflichtet und für ihn bedeutet das dann in der Folge auch gleich Prämien. An der Stelle (nicht an Eurer) kann man das Problem verorten und so beantworten, wie es der werte Montesquieu tut oder aber eben so, wie Wir (und auch andere) es tun und sagen, dass das aus den (in diesem Thread bereits angeführten Gründen) nicht zwingend so gehandhabt werden muss.
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Beitrag von Cyrano »

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Kardinalinfant hat geschrieben:Ihr werdet sogar geringere Kosten haben wegen Massenfertigung. Und nochmal: Na und? genau so funktioniert das Wirtschaftsleben. Angebot und Nachfrage. Wir können daran nichts Schlechtes entdecken. Das ist für Uns weder bei irgendwelchen produzierenden Betrieben, noch bei Fernsehsendern, noch bei dem von diesen für die Rechte bezahlten DFB auch nur im Ansatz anrüchig.

Wir können erst im zweiten Schritt dann nachvollziehen, wenn der werte Montesquieu sagt: Verband, gemeinnützig, daher auch implizit der Gleichberechtigung verpflichtet und für ihn bedeutet das dann in der Folge auch gleich Prämien. An der Stelle (nicht an Eurer) kann man das Problem verorten und so beantworten, wie es der werte Montesquieu tut oder aber eben so, wie Wir (und auch andere) es tun und sagen, dass das aus den (in diesem Thread bereits angeführten Gründen) nicht zwingend so gehandhabt werden muss.
Wir befürchten, in diesem Punkt werden wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner mit euch kommen, da aus unserer Sicht hinter einem Preis (in diesem Fall dem Geld, das die Sender für die Quote bekommen) auch eine angemessene Leistung stehen müsste. Außerdem ist die Leistung, die die Sportlerinnen und Sportler erbringen, nicht unbedingt abhängig von der Zuschauerzahl (sonst würde die Männer-Bundesliga ja 100 mal bis 1000 mal so gut sein wie die Frauen-Bundesliga). Aber wir akzeptieren natürlich, dass man das (so wie ihr) auch anders sehen kann.
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Beitrag von IsorokuYamamoto »

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Elvis hat geschrieben:Oh Mann. :doh:
Wir haben ja Gott sei dank, sonst keine Sorgen.
Kann dem Sozen mal bitte einer erklären, dass man auch entsprechenden Umsatz bringen muss, wenn man mehr Geld will?
Wenn die ganzen Gleichstellungsfanatiker und Feministen Frauenfußball gucken würde, anstatt einfach nur mehr Geld für die Mädels zu fordern, würde sich das Problem der geringen Bezahlung von ganz alleine lösen.
Dann sollten die Damen aber auch vergleichbare Möglichkeiten erhalten um Umsätze zu erwirtschaften.
Selbst Spiele der Nationalmannschaft finden immer noch häufig nachmittags unter der Woche statt. Also dann, wenn viele potentielle Zuschauer noch am Arbeiten sind.
Das man so überhaupt keine Möglichkeit hat halbwegs vergleichbare Zuschauerzahlen wie die Männer zu erzielen dürfte selbst dem größten Alpha-Kevin klar sein.
Dass durchaus Interesse, zumindest an der Nationalmannschaft der Damen, besteht hat diese EM gezeigt als die Spiele erst am frühen oder späten Abend anfingen.
18 Millionen TV-Zuschauer beim Finale, 12,5 Millionen beim Halbfinale. Beim WM-Finale 2014 haben auch "nur" doppelt so viele eingeschaltet wie dieses Jahr. Und bei Qualifikationsspielen der Männer schalten im Schnitt nur halb so viele ein wie bei den letzten beiden Spielen der Damen. Zumindest die Prämien bei Internationalen Turniere könnte/sollte man sehr eng an die Zuschauerzahlen im TV anlegen.
Will heißen: Die Männer bekommen bis zu 400.000€ für 35 Millionen Zuschauer? Ok, dann sollten die Frauen 150.000-200.000€ für den Titel bekommen. Bei zukünftigen Turnieren wieder mit ~60.000€ zu agieren ist einfach nur unfair und sexistisch.

Wie das im Vereinsfußball genau aussehen soll, keine wirkliche Ahnung. Aber man könnte ja zum Beispiel zumindest die Topspiele auch mal außerhalb von Nischensendern wie "Sport"1 zeigen.
Ich würde mir eher Wolfsburg vs. Bayern der Damen auf ARD/ZDF anschauen als z.B. Augsburg vs. Bochum oder den "El Plastico" bei den Männern auf Sky.
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