Bigfish hat geschrieben:Wäre ja nicht das erste mal, dass jemand zwar eine gute Idee hat aber nicht in der Lage ist etwas daraus zu machen (und dies dann andere tun). Aber wenn es um Verfilmungen von Büchern geht - oder sagen wir Klassikern wie hier - dann erwarten Wir eine möglichst getreue Verfilmung und dann auch keinesfalls unter aktuellem Zeitgeist. Denn der Zeitgeist wann etwas geschrieben wurde hat durchaus etwas mit einem Werk zu tun. Will man nur den Grundtenor haben, dann gibt man dem Ding einen völlig anderen Namen und macht dann wirklich richtig Abstand zum Original, dann kann man auch Zeitgeist machen...
Stimmt auch wieder.
Nur weil eine im Buch beschreibene Gesellschaftsform im Hier und Heute nicht gern gesehen wird, kann man sie ja trotzdem verfilmen.
Es ist ja so oder so eine fiktive Geschichte und diese Anpassung, damit alle zufrieden sind, empfinde ich schon als merkwürdig, ja bedenklich.
Ich fände den Lerneffekt sogar größer, wenn in diesem Fall das Imperium als Ganzes als eher frauenfeindlich und näher am Original abgebildet wird
und man in die Stasis und den Niedergang diese kulturelle Fehlentwicklung (aus heutiger, unsriger Sicht) hineininterpretieren kann.
Vermutlich gehts da auch um Quoten, möglichst viele Zuschauer als allen Schichten abzugreifen und bezahlen zu lassen.
Aber das ist ja nur ein Teilaspekt.
Am meisten hat mich die filmische Darstellung Trantors gestört.
Das ist im Buch eine Welt, die umfassend von einer Kuppel umhüllt ist, mit Ausnahme des Kaiserplastes.
Kein Aufzug, der effektheischend zusammenstürzt.
Rein physikalisch fällt der auch nicht einfach nur runter, sondern würde zerbrechen und gemäß den unterschiedlichen Orbital-Geschwindigkeiten nach und nach verglühen oder als Schrott in Einzelteilen herunterkommen.
Das wurde ja schon vor Jahren mal berechnet, als man im realen Leben über solche Aufzüge nachgedacht hat.
Völlig absurd und unlogisch, wenn auf der anderen Seite riesige Raumschiffe im Film auf Planeten landen können.
Das macht doch keine gut organisierte Gesellschaft, alles, inkl. Passagiere erst relativ umständlich und zeitraubend umzuladen und dann mit einem Fahrstuhl "nach unten" zu bringen.