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Beitrag von Kardinalinfant »

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Kardinalinfant
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deltadagger hat geschrieben:Ergänzung, falls erlaubt.

;)

Wer wären Wir, Euch etwas erlauben zu müssen oder zu dürfen.
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Beitrag von Mariu »

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Mariu
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deltadagger hat geschrieben: Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal, warum ich mir das noch antue.
Modelbauer sein ist kein billiges Hobby?
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Beitrag von deltadagger »

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Mariu hat geschrieben:Modelbauer sein ist kein billiges Hobby?
Ja, nee, nicht mal richtig angefangen, insofern kein Plan, was das dann irgendwann kostet.
Ich überlege echt ernsthaft, kürzer zu treten.
Das hat nix mit "Stress" zu tun, ich werde einfach immer fauler und mich ödet die "Ewig grüßt das Murmeltier" Tretmühle an.
Bin ja jahrzehntelang mit 4-5 h Schlaf ausgekommen, das wird immer enger...
Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Sitting Bull

Beitrag von Mariu »

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deltadagger hat geschrieben:Ja, nee, nicht mal richtig angefangen, insofern kein Plan, was das dann irgendwann kostet.
Ich überlege echt ernsthaft, kürzer zu treten.
Das hat nix mit "Stress" zu tun, ich werde einfach immer fauler und mich ödet die "Ewig grüßt das Murmeltier" Tretmühle an.
Bin ja jahrzehntelang mit 4-5 h Schlaf ausgekommen, das wird immer enger...
Als Model Hobbyist, zwar nicht für Eisenbahnen, kann ich euch sagen billige ist es ohne 3D-Printer nicht..... ;)

Ansonsten irgendwann muss man ja mal anfangen, mehr auf sich zu achten. Einfach um das leben etwas mehr zu geniessen.
Wieviel habt ihr noch 4-5 Jahre?
So ne 30 Stunden Woche anstelle, der vollen 40+, um doch etwas besser in die Eisenbahn zu kommen oder etwas öfters mal mit den Hunden raus, würde ich jetzt nicht das falscheste nennen.
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Beitrag von [Gast] »

[Gast]

Wir wollen das auch diskutieren.

Bargeld hat ja kaum jemand. Sondern Aktien oder Fondsanteile.
Aktien sind Anteile einer Aktiengesellschaft. Es wird verfassungsgemäß schwierig Aktiengesellschaften und andere Gesellschaften (GmbH, KG) anders zu behandeln. Insbesondere weil das nur dazu führt, dass Betroffene auf Aktiengänge verzichten oder aber Holdinggesellschaften gründen.
Andernfalls müssten die Klattens z.B. Vermögenssteuer zahlen, die Aldis oder Schwarz aber nicht.

Eine echte Vermögenssteuer muss also alle Unternehmen einbeziehen. Schauen wir uns den Effekt von 5% Vermögenssteuer an.

Seien wir ein Unternehmer mit einem Unternehmen mit einem offiziellen Wert von 100 Millionen €.

Wir müssen 5 Millionen € Steuern zahlen, 5%, Freibetrag von 2 Millionen reduziert das nur auf 4,9 Millionen, arbeiten wir mit 5.

Der Unternehmer hat jetzt zwei Möglichkeiten: Er entzieht dem Unternehmen jedes Jahr genug Geld für die Vermögenssteuer. Oder er verkauft jedes Jahr Anteile zum Zahlen der Steuer.

Um 5 Millionen € Vermögenssteuer zu zahlen, muss der Unternehmen nach Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Kapitalertragsteuer zwischen 8 und 9 Millionen € als Gewinn entziehen und dann ausschütten.

Sprich bevor der Unternehmer überhaut einen € Mehrwert erzielt, muss die Firma mit einem Wert von 100 Millionen € eben mindestens 8-9 Millionen € Rendite einfahren. Möchte er das machen, was der Ursinn des Unternehmers ist, muss er dann noch weiteres Geld entziehen um selbst eine Realrendite zu erzielen.

Jetzt kann man natürlich sagen: Na und. Muss er halt verkaufen, wenn er keine Kapitalrendite von mindestens 8 bis 9% seines Kapitals erreicht.

Was ist die Konsequenz des Verkaufs? Das Unternehmen geht in nicht Deutsche Hand. Deutsche müssen ja 8-9% Kapitalrendite erzeugen, nur um nicht Geld zu verlieren. Damit hat man dann mit der Vermögenssteuer ein ganz anderes Ziel erreicht, Deutsche Unternehmen in ausländische Hand zu geben.

Unternehmen, die man nicht verkauft bekommt, werde ihre Rendite massiv steigern müssen. Konsequenz ist Arbeitsplatzabbau und Preiserhöhung, wo keine ausländische Alternative ist.

Wenn das das Ziel ist, okay. Die Konsequenzen würden drastisch sein. Deshalb schließen ja auch (hier im Forum) viele die Gesellschaftsanteile aus. Aktien sind Gesellschaftsanteile. Schließt man diese aus, hat man außer Haus, Gold, Sportwagen und Gemälde praktisch kaum noch was zu versteuern. Die Vermögenssteuer wäre sinnlos.

Also was darf es sein? Unternehmen ins Ausland verkaufen oder aber sinnlose Steuer, die praktisch 99% der Reichen nicht relevant trifft.

Man kann das Beispiel auch von 100 Millionen auf 10 Millionen brechen. Sind immer noch 400.000€ zusätzliche (bei 5% und Freigrenze 2.000.000) Steuer oder aber 600.000€ Gewinn, den man aus dem Unternehmen rausziehen muss. Das sind bei 50 Mitarbeitern, die so ein Unternehmen haben kann, dann eben mal 5-15 Mitarbeiter Einsparung. Oder Verkauf.

Klar würdet ihr gerne mit ihnen tauschen. Bis plötzlich die Bude abverkauft wird, die Verkaufsperson seine Ausreisesteuer zahlt und woanders hingeht und die Bude von russischen Investoren straff gezogen wird. Oder gleich aufgelöst, abgezielt wurde nur auf Kunden/Patente.

Die volkswirtschaftlichen Schäden waren immens, und sie träfen zwar die Reichen, aber noch viel mehr ihre Mitarbeiter. Ist ja nicht so als hätten wir seit 3 Jahren eine Rezession.

Nehmen wir das Beispiel vom werten DeltaDagger. Er müsste seine Rendite massiv steigern. Lohnt sich nicht, geht nicht. Er würde die Türen zumachen und alle auf die Straße stellen, das kommt billiger.

Beitrag von deltadagger »

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deltadagger
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Mariu hat geschrieben:Als Model Hobbyist, zwar nicht für Eisenbahnen, kann ich euch sagen billige ist es ohne 3D-Printer nicht..... ;)

Ansonsten irgendwann muss man ja mal anfangen, mehr auf sich zu achten. Einfach um das leben etwas mehr zu geniessen.
Wieviel habt ihr noch 4-5 Jahre?
So ne 30 Stunden Woche anstelle, der vollen 40+, um doch etwas besser in die Eisenbahn zu kommen oder etwas öfters mal mit den Hunden raus, würde ich jetzt nicht das falscheste nennen.
Es sind aktuell mit allem drum und dran up to 70-75 h/Woche
Sonntag ist meist ein 8-10 h Tag fürs Fertigbadwerk, allerdings zu 99% Homeoffice :rolleyes:
Und na ja, bin im offiziellen Genuß von "67", werde jetzt 60, also hypothetisch noch 7,5 Jahre.
Denke aber, in 4-5 Jahren ist definitiv Schicht.
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Beitrag von deltadagger »

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clone hat geschrieben:
Unternehmen, die man nicht verkauft bekommt, werde ihre Rendite massiv steigern müssen. Konsequenz ist Arbeitsplatzabbau und Preiserhöhung, wo keine ausländische Alternative ist.
Rendite massiv steigern ist mit Arbeitsplatzabbau verbunden.
Presierhöhungen funktionieren nur dann, wenn der Markt es zulässt, in unserem Falle eben nicht.
Jede Maschine, die 24/7 ohne murren läuft, ist besser als ein manuell Werktätiger, weil langfristig günstiger.
Drei Fertigungsroboter für Wandteile habne bei uns eine Produktionssteigerung um fast 15% gebracht, bei 5 Mann weniger als vorher - Mist, ist aber so.

Das Verkaufen eines solch klein-mittelständischen Betriebes ist wirtschaftlich uninteressant.
Du bekommst nie so viel raus, wie du investiert hast, weder ideell noch monetär.
Und ja, die besten Angebote (die auch bei uns hereinflattern) kommen aus Fernost.
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Beitrag von Oerty »

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Ja ist klar das gleich wieder die Tour kommt das damit die Wirtschaft den Bach runter geht.
Wir haben aber auch von 2-3 Prozent gesprochen.
Sollte das zu viel sein eben von 1,5 Prozent. Oder man bleibt bei 2-3 Prozent und Schaft die Erbschaftssteuer ab. Weil ja dauernd besteuert wird.
Niemand will die „ Reichen“ arm machen.

Zum Sozialneid möchte ich nichts sagen das ist Blödsinn, ich kenne einige Bauunternehmer gönne denen den Reichtum und möchte nicht mit denen Tauschen. Reiche dürfen reich sein. Aber das einen vernünftig arbeitenden Menschen ihre Rente kaum reicht und die ebenfalls sicher viele auch hart arbeitende Reiche nicht mehr wissen was mit dem Geld passieren soll weis es ihnen schon aus den Ohren quillt. Auch das ist Blödsinn!

Beitrag von Kardinalinfant »

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Kardinalinfant
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Oerty hat geschrieben:Ja ist klar das gleich wieder die Tour kommt das damit die Wirtschaft den Bach runter geht.
Wir haben aber auch von 2-3 Prozent gesprochen.
Sollte das zu viel sein eben von 1,5 Prozent. Oder man bleibt bei 2-3 Prozent und Schaft die Erbschaftssteuer ab. Weil ja dauernd besteuert wird.
Niemand will die „ Reichen“ arm machen.
Arg viel anschaulicher, als der werte clone in diesem Beitrag kann man eigentlich nicht darlegen, was die Folge wäre. Daran ändern auch 1,5 Prozent statt 2-3 Prozent nichts, es verlangsamt allenfalls den Prozess.

Oerty hat geschrieben:Zum Sozialneid möchte ich nichts sagen das ist Blödsinn,
Einerseits, andererseits aber (Unterstreichung von Uns):
Oerty hat geschrieben:ich kenne einige Bauunternehmer gönne denen den Reichtum und möchte nicht mit denen Tauschen. Reiche dürfen reich sein. Aber das einen vernünftig arbeitenden Menschen ihre Rente kaum reicht und die ebenfalls sicher viele auch hart arbeitende Reiche nicht mehr wissen was mit dem Geld passieren soll weis es ihnen schon aus den Ohren quillt. Auch das ist Blödsinn!
klingt für Uns dann eben doch so. Wir werfen nochmal in den Raum, ob Ihr nicht möglicherweise nicht zwischen "Reichen" und "Superreichen" unterscheidet. Die "Reichen" sind eher Eure Bauunternehmer, die "Superreichen" sind dann eher die Klattens dieser Republik (Natürlich gibt es da auch noch etwas dazwischen). Eure 2 Millionen, die Ihr mal als Schonbetrag angeführt hattet, sind sicherlich keine Summe, "die einem aus den Ohren quillt, wo man nicht mehr weiß, was mit dem Geld passieren soll". Wer in einer Stadt mit hohen Immobilienpreisen (München!) 1 Haus mit 3 oder 4 Wohnungen hat, dürfte den Betrag z.B. bereits reißen. Kann natürlich der 20-jährige Erbe reicher Eltern sein, der gefälligst auch schaffen könnte, kann aber auch Handwerksmeister sein, der sich das als Altersvorsorge erarbeitet hat.

Wenn überhaupt, dann müsste man wesentlich höher ansetzen, um nicht die Falschen zu treffen und ob dann der Ertrag in einem auch nur halbwegs vernünftigen Verhältnis zum Aufwand und den damit verbundenen Nachteilen (Hust, siehe Clone, Hust) steht, mag jeder selbst beurteilen.

Nein, Wir bleiben bis auf Weiteres bei Unserer Meinung zu einer Vermögenssteuer.
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Beitrag von deltadagger »

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deltadagger
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Die Wirtschaft am Standort Deutschland ist schon unlustig, werter Oerty, das muss man nicht mal schlecht reden, weil es schon schlecht ist.
Klar gibt es Sparten, die jetzt boomen, andere eben nicht und von den anderen hängt aktuell nun mal ein größerer Teil der Arbeistplätze im Lande ab (zur Automopbilsparte schielend).

Eure Frage ist doch, wie viel kann man da rausziehen und ich sage dazu, aus dem Mittelstand aktuell gar nix.

Die Politik/Gesellschaft whatever muss zunächst dafür Sorge tragen, dass sowohl EU wie auch hausgemachte Bürokratie massiv eingedampft wird.
Dann muss sie dafür sorgen, dass Energie deutlich günstiger wird.
Dann muss sie dafür sorgen, dass günstiger Wohnraum erstellt wird, damit (ausländische) Fachkräfte auch am Standort der Firmen wohnen können.
Dann sollte ÖPNV ausgebaut werden, damit die günstig zur Arbeit kommen.
Einhergehend Infrastruktur wie Schulen etc..
Und zu guter Letzt, verlässlichkeit der gesetzgeberischen Planken, nicht jedes Jahr einen obendrauf und was Neues, sondern langfristige Planbarkeit.

Haste erst mal alles Obige (und vermutlich viel mehr) erfüllt, kann man darüber nachdenken,
ob man aus dem produzierenden Gewerbe etwas mehr herauspressen kann, ohne dass der Laden einfach aueinanderfliegt.

Die plakative Zielgruppe sind doch Multimillionäre/Milliardäre, die meist aus Erbschaften erhebliches Vermögen ihr Eigen nennen und je nach Sparte alleine über die Firmenanteile jeden Tag reicher werden.
Da bin ich dann wieder beim werten @clone, was soll da genau herausgenommen werden?
Gefühlte 60-80% sind Firmenanteile, holste da was raus, schädigt man den Betrieb, kann man machen, geht aber zuallererst zu Lasten der Arbeitnehmer - also Eintausch Geld für weniger Arbeitsplätze, irgendwie nicht der Bringer.
Denn die Eigentümer sitzen immer noch auf einer Insel ihrer Wahl und ob x € oder y € Rendite dann noch rausspringt, ja, das könnten die verkraften.

Der theoretische Weg wäre also, nicht wertschöpfende Kapitalanlagen (gemient sind Kapitalanlagen die nicht am Ende ein produzierendes Gewerbe als Aktie in Deutschland haben) und/oder Barvermögen abgreifen zu wollen.
Das wiederum könnte tricky werden...
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Beitrag von Bushi »

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Wir haben keine Ahnung und fragen deswegen: Es gab doch mal eine Vermögenssteuer von 1 %. Diese wurde doch Mitte der 90er vom Bundesverfassungsgericht kassiert, weil Immobilien bevorzugt wurden. Soweit wir informiert sind, lag die Wirtschaft bis Mitte der 90er in Westdeutschland nicht brach und nicht jede Firma wurde an ausländische Investoren verscherbelt. Warum könnte man sowas nicht wieder einführen?
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Beitrag von deltadagger »

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Bushi hat geschrieben:Wir haben keine Ahnung und fragen deswegen: Es gab doch mal eine Vermögenssteuer von 1 %. Diese wurde doch Mitte der 90er vom Bundesverfassungsgericht kassiert, weil Immobilien bevorzugt wurden. Soweit wir informiert sind, lag die Wirtschaft bis Mitte der 90er in Westdeutschland nicht brach und nicht jede Firma wurde an ausländische Investoren verscherbelt. Warum könnte man sowas nicht wieder einführen?
Weil jetzt die Wirtschaft brach liegt?
Scherz... oder auch nicht.

Meine, der werte @dooya hatte mal eine interessante Grafik hier irgendwo eingestellt, in der alle Steuern und Abgaben chronologisch auf Graphen seit 1960 (?) aufgezeigt wurden.
SuFu gab aber keinen Treffer bei mir.
Die rauskramen wäre m. E. eine gute Basis für die Diskussion "Vermögenssteuer" pro/contra.
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Beitrag von Ioelet »

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Jetzt mal blöd gefragt: Wir diskutieren hier ausführlich darüber, wer im idealen System wieviel bekommt und zahlt und über welchen Steuermechanismus… aber das Problem setzt doch viel höher an:

Vor lauter Diskussion über Geld verrennt man sich unseres Erachtens viel zu oft auf einem abstrakten Niveau im Sinne von „Der Strom kommt aus der Steckdose und die Milch aus dem Kühlregal.“

Wenn morgen jeder Weltbürger 1000€ mehr auf dem Konto hätte, wäre dir Menschheit dadurch kein bisschen reicher. Geld ist nur ein Mittel zum Tauschen, zum Messen, zum Aufbewahren. Es ist ein Symbol. Wohlstand resultiert nicht aus dem Geld, sondern den Waren und Dienstleistungen die produziert werden. Die Frage nach zukünftigem Wohlstand im Alter ist nicht „Wie hoch ist die Rente?“, sondern „Wer produziert wie viele Werte, die dann über die Rente erworben, also verteilt, werden können?.

Ob wir den Wohlstand dann verschenken, verkaufen, gleich verteilen, verlosen… das ist der ZWEITE Schritt. Wir diskutieren in Deutschland sooooo elendig viel über die Verteilungsfrage, aber Geldscheine kann man letztendlich nicht essen. Und da schießt auch der Traum die Armut zu beenden, indem man den Milliardär (teil-)enteignet völlig an dem vorbei, wie Wirtschaft funktioniert. Aus einem Picasso werden nicht 1.000 Tonnen Rinderhack, wenn man ihn verkauft. Der Privatjet übernimmt keine Kinderbetreuung. In Unternehmensaktien kann niemand wohnen.

Wir lösen die Wohnungsnot nicht durch „Geld“, sondern durch Wohnungsbau. Und die Menschen, die dann für viel Geld Wohnungen bauen, können nicht gleichzeitig Alte pflegen oder Kinder betreuen. Wir gewichten nur um. Geldfluss steuert - er erschafft nicht. Auch nicht wenns doppelt so viel Geld ist. Gib jedem Bürger 1.000 € mehr und es werden weiterhin dieselben Güter knapp sein, wie am Tag zuvor.

Die Frage ist doch: Welchen Anteil am vorhandenen (weil gemeinsam erarbeiteten) Wohlstand soll jeder Bürger bekommen. Und da braucht man aus dem Verteilungsmechanismus keine Wissenschaft zu machen. Das eigentliche politische Problem ist doch, dass es auf die Fragen
  • Wie viel Mindeststandard wollen wir?
  • Wollen wir einen Maximalstandard?
  • Wie viel Gleichheit wollen wir?
  • Wer erarbeitet den Wohlstand?
überhaupt keine allgemeingültige Antwort und keinen Konsens gibt. Wenn der werte Kardinalinfant schreibt, er wünsche sich, dass jeder mindestens 5.000 € hätte und den Wunschtraum nur durch seine Unmöglichkeit einschränkt, dann widersprechen wir: Hätte jeder 5.000 €, ohne dass irgendwer einen entsprechenden Wert herbeizaubert, dann hätten wir einfach nur Inflation und die Ersparnisse von uns und dem Kardinalinfanten (zum Beispiel) wären weniger wert. Also quasi ne Vermögenssteuer... ne, will er doch nicht, der werte Kardinalinfant, oder? :P

Wenn der Handwerker früher in Rente geht, dann baut er weniger Häuser. DAS ist die demographische Herausforderung - nicht das Verschieben von Zahlen. Die messen das nur.

Die Frage ist also: Wie lange und für welchen Lohn wollen wir den Handwerker schuften lassen, damit WIR mehr Wohlstand haben und wieviel soll er selbst davon abbekommen? DAS ist Realwirtschaft, wenn man mal die Zahlenspielerebene verlässt.
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Beitrag von TheBlackSwan »

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.....überhaupt keine allgemeingültige Antwort und keinen Konsens gibt.
Ja, das ist immer die Frage. Woran misst man die erfolgreiche Wirtschaft? Am Durchschnitt? Am Median? Am reichsten Menschen? Am ärmsten Menschen? Am Durchschnitt der untersten 10% oder der untersten 90%? Und nehmen wir nur den Jetzt-Zustand, oder beziehen auch zeitliche Effekte mit ein? Wie beurteilen wir eine ungleichen, aber schneller wachsende vs. einer gleichen, aber langsamer wachsende Wirtschaft?
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Beitrag von [Gast] »

[Gast]

Bushi hat geschrieben:Wir haben keine Ahnung und fragen deswegen: Es gab doch mal eine Vermögenssteuer von 1 %. Diese wurde doch Mitte der 90er vom Bundesverfassungsgericht kassiert, weil Immobilien bevorzugt wurden. Soweit wir informiert sind, lag die Wirtschaft bis Mitte der 90er in Westdeutschland nicht brach und nicht jede Firma wurde an ausländische Investoren verscherbelt. Warum könnte man sowas nicht wieder einführen?
Man muss hier zwei Dinge beachten. Die Steuer war extrem unergiebig, bei gleichzeitig hohen Kosten. Es kam für eine Steuer, die theoretisch sehr viel einbringen sollte, nur ein einstelliger Mrd. Betrag bei rum.

Die Steuer bevorzugte nicht nur Immobilien, sondern Gesellschaften, sprich Firmen. Das führte dazu, dass privater Vermögensbesitz in die Unternehmen eingegliedert wurde. Das Gemälde gehörte dann eben dem Unternehmen. Dadurch ließ sich die Steuer für Unternehmen einfacher vermeiden. Das ist der Hauptgrund für die Verfassungswidrigkeit.

Aber auch in der alten Bundesrepublik wusste man bereits, dass die Versteuerung von Unternehmensbesitz enorm destruktiv ist und hat dies deshalb nicht gemacht. Ist wie mit der Erbschaftssteuer, wo Unternehmensbesitz bis zur Steuerfreiheit bevorteilt ist, während liegendes Vermögen sehr hoch besteuert wird.

Dazu war die Besteuerung der Kapitaleinkünfte anders. Theoretisch gab es das Halbeinkünfteverfahren, jedoch war die Realität eher von der 0% Versteuerung geprägt. Nicht umsonst erklärte Steinbrück die Einführung der Kapitalertragssteuer mit dem Satz "Besser 25% von X als nix". Das machte das Gewinne rausziehen einfacher. Erzielen ich eine Kapitalrendite von 4% und zahle keine Abgeltungssteuer, kostet mich die 1% Vermögenssteuer genauso viel wie heute die Abgeltungssteuer (ohne Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer). Da in der alten Bundesrepublik sehr hohe Zinsen normal waren, erzielten die meisten Leute deutlich höhere Renditen und zahlten wenn dann ihre 1% Vermögenssteuer. Das kam für die Reichen besser als die heutige Kapitalertragsteuer.
Man zahlte z.B. auch grundsätzlich beim Verkauf lang gehaltener Anteile (1 Jahr+) keine Steuer auf den Verkauf. Die Kapitalertragsteuer wird immer fällig.

Hier im Forum wurde explizit 3-5% angesprochen. Daher haben wir das mal für 5% aufgezeigt. Unternehmensbesitz nicht mit zu beachten, das hat das Verfassungsgericht damals nicht akzeptiert. Natürlich werden die Effekte bei kleineren % Zahlen immer geringer, aber sie hören nie auf. Je höher der Wettbewerb und je geringer die Margen, desto eher fällt es auf. Die Linkspartei, die einzige echte Partei der Vermögenssteuer, fordert seit zwei Jahrzehnten 5% Vermögenssteuer.

Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft in der alten Bundesrepublik. Mit Wachstum lässt sich neue Substanz erzeugen. Wenn euer Bundesrepublikanisches Sparkonto 9% Zinsen abwarf, machten euch 1% Vermögenssteuer nicht das Leben schwer.

Wenn im heutigen Deutschland das Land seit 22 nicht mehr wächst, also unglaubliche 3 Jahre in Folge und 25 wird es auch nicht besser, dann ist das eine ganz andere Hausnummer. Bei 3% vom Sparkonto bei 2,9% Inflation wird das auch nicht besser. Nicht vergessen die Jahre des -0,5% Zinsen, als man Vermögenssteuer an die Banken zahlen sollte, die wiederum Vermögenssteuer an die EZB zahlen mussten. Wenigstens sind die negativen Zinsen gestern als illegal erklärt wurden. Hilft dank Verjährung und jeder muss selbst klagen natürlich kaum, wie immer im Rechtssystem Deutschland mit 100.000enden Geschädigten

Als Betroffener sagen wir: Wenn ihr die Bundesrepublikanische Vermögenssteuer wieder einführt und die Kapitalertragsteuer wieder ins Halbeinkünfteverfahren mit Haltefristen umwandelt, zahlen wir gerne Vermögenssteuer. Es würde unsere Steuerlast senken.

Beitrag von [B@W] Abominus »

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https://www.focus.de/politik/bei-homose ... 98dea.html

Ich ekel mich zwar davor, die Seite vom Focus zu öffnen, aber Junge Junge, was eine Ansage.
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Beitrag von deltadagger »

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clone hat geschrieben: Wenn ihr die Bundesrepublikanische Vermögenssteuer wieder einführt und die Kapitalertragsteuer wieder ins Halbeinkünfteverfahren mit Haltefristen umwandelt, zahlen wir gerne Vermögenssteuer. Es würde unsere Steuerlast senken.
Da evtl. einige nichts mit dem Halbeinkünfteverfahren auzufangen wissen, hier ein link zum Einlesen:
https://www.smartsteuer.de/online/lexik ... verfahren/
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Beitrag von Montesquieu »

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[B@W] Abominus;1374076 hat geschrieben: Abominus;1374076"]https://www.focus.de/politik/bei-homose ... 98dea.html

Ich ekel mich zwar davor, die Seite vom Focus zu öffnen, aber Junge Junge, was eine Ansage.
Ist halt das typische "Der Feind meines Feindes ist mein Freund."

Zumindest in meinem Umfeld merke ich zwar nicht pro AfD bei den Homosexuellen aber eine deutliche anti-islamische Haltung. Weißt du ja selber ...
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Beitrag von [B@W] Abominus »

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Montesquieu hat geschrieben:Ist halt das typische "Der Feind meines Feindes ist mein Freund."

Zumindest in meinem Umfeld merke ich zwar nicht pro AfD bei den Homosexuellen aber eine deutliche anti-islamische Haltung. Weißt du ja selber ...
Ja, das hat Gründe. Ich bin ja eh Anti-Religion, aber der Islam ist das Letzte, das ich mir antuen würde. Die Menschen haben Angst. Gefühlt steigt der Anteil an Menschen in diesem Land, der einen erzkonservativen Islam ausleben will, immer höher, und das schreckt auf. Im Bekanntenkreis meines Freunde sind auch ein paar Iraner (ist alles sehr international, gut für mich zum Englisch Hören und Sprechen) usw. die hassen fast alle ausschließlich den Islam, da die genau wissen, was das mit einem Land und mit den Individuen macht.

Frag mal nen Osteuropäer, wie er den Kommunismus oder die Russen findet. Einhellige Meinung (bis auf ein paar Bumsbirnen): Der letzte Dreck.
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Beitrag von Witold Pilecki »

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Witold Pilecki
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Vielleicht kriegen wir das Thema noch auf die Agenda: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 43250.html
Bereits jetzt gehe ein Viertel des Haushalts für Rentenzahlungen drauf, mit denen ausgeglichen werde, was nicht beitragsfinanziert sei. Die Ökonomin erwähnte unter anderem Belastungen durch die Rente mit 63, die Mütterrente und die Witwenrente: „Mit jeder Verzögerung einer Rentenreform wird das immer teurer.“

Auch mit Blick auf den Vorschlag der CSU, die Mütterrente auszubauen, sei ein weiterer Anstieg „versicherungsfremder Leistungen“ zu erwarten: „Wir können uns das auf Dauer gar nicht leisten“, sagte Schnitzer. Es sei ein großes Manko, dass das heiße Eisen Rentenreform im Wahlkampf nicht angepackt werde.
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