Kontor von Johannes Ebblwoi zu Riga

Hesse

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Die nächste Handelsfahrt nach Visby konnte Johannes ebenfalls mit gutem Erfolg verbuchen. Dafür sorgte der Schmuck, den er Dank der Alten erhalten hatte:

Eines Nachts saß Johannes immer noch in seinem kleinen Kontor und grübelte über die Alte und den Schmuck nach. Für Johannes bestand kein Zweifel, daß der Segen der Alten ihm dieses seltsame Schauspiel des Meeres und den Schmuck bescherte. Was sollte er mit dem Kleinod tun? Diese Frage stellte er sich immer wieder, bis er einen Entschluß faßte. Johannes wollte den Schmuck gewinnbringend in Riga verkaufen. War er wirklich durch eine besondere Fügung in seine Hände gelangt, so würde der Schmuck bestimmt irgendwann wieder seine Wege kreuzen. Da war sich Johannes sicher. War er es nicht, dann würde der Gewinn dennoch seinem Unternehmungen einen ordentlichen Aufschub geben, so daß er künftig größere Investitionen wagen konnte.

Gesagt getan! Johannes suchte am nächsten Tag den Juwelier "Moses Kronenjäger" auf. Dieser war wohl einer der angesehensten Schmuckhändler und würde Johannes bestimmt einen angemessenen Preis machen. Johannes zu "beduppen", so nannte man es in seiner Heimat, wenn man über den Tisch gezogen wurde, würde sich der alte Schmuckhändler nicht wagen. Sein Ruf war viel zu angesehen.

Moses betrachtete den Schmuck mit einem Okular und raunte. Er bescheinigte Johannes, daß es sich um die Arbeit eines Meisters handelte und das dies wahrlich ein "Schmuckstück" sei. Schnell war man sich einig, würde ein Fürst für solch ein Prachtstück doch sicherlich Moses den dreifachen Preis zahlen, den Johannes bekam. Aber mehr war für Johannes nicht zu erwarten. Es war ein guter Preis, den er im Hafen sogleich in Ware investierte für die nächste Fahrt nach Visby....
Hesse

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Diese letzte Fahrt nach Visby brachte Johannes Ebblwoi den gewünschten Erfolg. Nun konnte er das verwirklichen, was er von seinem Vater gelernt hatte.

Er konnte eine Manufaktur errichten und endlich sein wahres Können zeigen!

Da bereits Vassili Zaitsev auch eine Baustelle in Riga unterhielt, schienen die gesamten Handwerker aus der Umgebung in die Stadt zu strömen, um an den Manufakturen zu arbeiten.

Vielfach zeigten sich gerade in den ärmen Schichten Rigas die Hoffnung, daß ein Aufschwung durch die neuen Manufakturen Riga erfaßte. Doch davor stand noch ein großes Stück Arbeit. Die Ausschachtungen sollten in den nächsten Tagen beginnen. Der örtliche Architekt Hugo Alstermann war mit den Plänen ins Kontor von Ebblwoi gekommen und stellte seine Entwürfe vor. Es würden bescheidene zweckmäßige Häuser sein mit den typischen roten Ziegeln aus Riga.

Bis lange in die Nacht unterhielten sich die beiden über den Bau. Alstermann würde die Baustelle überwachen, während Ebblwoi auf eine längere Reise ging.

Alstermann: "Vor Visby wurden Piraten gesichtet, so erzählt man sich. Wir hoffen ihr werdet nicht Eure Segel in diese Richtung richten."

Ebblwoi: "Diesmal nicht. Wir haben eine andere Route ausgesehen. Diesmal wollen wir nochmal etwas wagen, bevor unsere Schnigge auf die Werft muß. Daher hoffen wir auf Eure Kompetenz beim Bau der Gebäude!"

Alstermann: "Ihr wißt doch, Herr Ebblwoi, daß wir unseren Ruf hier in Riga nicht riskieren werden. Ansonsten brauchen wir ja in keiner Hansestadt mehr unser Können anzubieten."

Ebblwoi: "Und wenn Ihr erfolgreich und gute Arbeit leistet, dann könnt Ihr in Zukunft vielleicht noch mit ein paar Folgeaufträgen rechnen."

Ebblwoi lächelte und schenkte Beiden einen großen Becher hessischen Apfelwein ein. Die beiden schienen sich gut zu verstehen und zechten bis in die Nacht.

Dabei vergaß Ebblwoi endlich die Meuterei am Anfang der Woche. Da war im selbst der alte Fritjohf in den Rücken gefallen. Ebblwoi hatte die Mannschaft immer erst nach der Abrechnung im Kontor bezahlt, weshalb die Mannschaft erst Tage später zechen konnte. Ein Seemann mit Landgang und ohne Bezahlung war gefährlich, daß wußte Ebblwoi jetzt auch. Das nächste Mal werde er daran denken.

Aber heute Abend vergaß er diese Sorgen und plante mit Alstermann seine Zukunft.
Hesse

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Die allgemeine Flaute in der Ostsee nutze Ebblwoi mit der Überwachung des Baus seiner Maufakturen. Er verbrachte viel Zeit mit dem Architekten.

Generell gab er wenig auf die Untergangsstimmung die sich in den Hansestädten auszubreiten schien. Man konnte schon Mönche und andere "erleuchtete" Menschen sehen, die vom Untergang der Welt predigten und auch die Kirchen hatten einen nie dagesehen Zulauf. Der Ablaßhandel blühte auf und die Dirnen saßen tatenlos an den Häfen herum. Einige derbe Schurken, die sonst kein Fest ausließen und gerne Schlägereien anzettelten, waren wie geläutert und selbst die Matrosen wurden brav wie Lämmer vor dem drohenden Weltuntergang.

Aber Johannes glaubte eher an eine vorübergehende Wetterphase, die bald so schnell umschlug, wie sie gekommen war.

Schließlich stand das Osterfest vor der Tür und da war es nur normal, daß die Leute leicht "spirituell" wurden, wie ihm sein Architekt versicherte. Er war weit herumgekommen und meinte, daß selbst bei den Mongolenhorden das Wetter mal schön und schlecht sei, daher könne es wohl kaum an der Religion liegen, wie das Wetter wird, seien doch alle Mongolen Heiden. Der Architekt war sich sicher, daß das Wetter nach reinem Gutdünken wirkte und wohl kaum wirklich von Petrus Hand gemacht sei. Diese Blasphemie hätte ihn in Spanien wohl den Kopf gekostet, aber nicht hier in Riga.

Johannes konzentrierte sich daher auf die Arbeit und dafür waren auch seine Arbeiter dankbar, die so wenigstens auch ihre trüben Gedanken vergessen konnten. Anscheinend lag die Glückseligkeit momentan in der Verrichtung von viel und guter Arbeit.
Hesse

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Der Wind blies wieder auf der Ostsee und vor dem Kontor des Johannes Ebblwoi in Riga standen Arbeiter an, um auf seiner neuen Getreidefarm zu arbeiten.

Johannes hatte mit seinen letzten Fahrten eine neue Einkommensquelle erschlossen, etwas das jeder hier an der Ostsee benötigte: Getreide. Etwas Außerhalb von Riga hatte er etwas Land erstanden und nun suchte er die ersten Arbeiter, die darauf fruchtbares Korn zogen.

Inzwischen waren neben seinem Kontor die Arbeiten an seiner neuen Bäckerei weiter fortgeschritten und würden nächste Woche ihr Ende finden. Dann konnte er das Korn direkt zu Brot verabeiten.

Der Andrang der Arbeiter in vor seinem Kontor war groß, aber noch suchte er lediglich 10 Arbeiter. Mehr waren für den Hof nicht wirtschaftlich. Die Arbeiter fand er schnell. Einige ehemalige Bauern waren in der Hoffnung auf schnellen Reichtum nach Riga gekommen, aber im Handelswesen kläglich gescheitert. Darunter waren seine 10 Arbeiter, die zwar keine Händler, aber dafür gute Bauern abgaben.

Aufgrund des Andrangs und der letzten erfolgreichen Fahrt seiner Schnigge nach Ladoga, entschloss Johannes weiter zu expandieren. Er vergrößerte seine Getreidefarm!

Auch seine nun schon etwas geschundene Schnigge müßte demnächst in die Werft, aber Johannes war sich sicher, daß eine weitere Fahrt nach Ladoga noch ohne Probleme zu meistern sei. Dann würde sie aber vorsichthalber in die Werft kommen. Die Dicke Anna war sein zweites zu Hause, neben dem Kontor. Zukünftig plante er jedoch einen Kapitän anzuheuern, der seine Seereisen unternehmen sollte, schließlich lag sein Geschick in der Manufaktur.

Momentan war Johannes glücklich. In einer Sekunde der Ruhe dachte er an die alte Frau zurück, die ihm einst Segen versprochen hatte. Johannes hoffte der Frau nochmal zu begegenen, um ihr zu danken. Ohne ihr Wünsche, wäre wohl einiges anders verlaufen.

Abgesehen von seinen Unternehmungen dachte Johannes aber noch an Riga selbst. Er verfaßte ein Schreiben an Vassili Zaitsev. Johannes hatte eine Idee....
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Medicus
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Beitrag von Medicus »

Ein junger Kerl in einfachem Wamst betrat das Kontor in seinen Händen hielt er einen Fetzen Papier.

"Von meinem Herren, dem Krämer Zaitsev."

"Gott zum Gruße,

Ich las mit Freude eure Zeilen, nun auch mich düngt es zu einer engen Handelspartnerschaft und gern würde ich mit euch diese Dinge besprechen. Ich werde in wenigen Stunden jedoch leider nach Westen aufbrechen, wenn es euch möglich ist, so könnten wir in etwa zwei Wochen besprechen, wie zu verfahren sein wird.

Eine gute Windlage und einen sicheren Kahn wünscht euch,
Vassili Zaitsev"
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Hesse

Beitrag von Hesse »

Johannes Ebblwoi drückte dem Jungen einen Pfennig in die Hand und las den Brief aufmerksam. Er nickte bedächtig und begab sich dann wieder ins Kontor.

Dort saß bereits Hugo Alstermann, der mit Ebblwoi die neuen Pläne für seine Geschäftsexpansion besprach. Johannes plante den Ausbau seiner bisherigen Getreidefarm und der Bäckerei. Außerdem sollte das Lager des Kontors um einige Lasten erweitert werden.
Aber sein neuster Coup war der Bau der "Ebblwoi Brauerei". Hier wollte Ebblwoi als Pionier der Braukunst voranschreiten und aus Hopfen, Malz und Wasser das köstlichste Bier der Ostsee brauen.
Um eine autarke Brauerei zu ermöglichen plante er noch den Bau eines Sägewerkes in den nahen Wäldern Rigas. Damit war Ebblwoi wohl einer der umtriebigsten Krämer in Riga.

Sein Schifffahrtsgeschäft ließ er dabei nicht außer acht. Die "Dicke Anna" war aber überholungsreif und manch ein Seelenverkäufer machte mehr Fahrt. Daher kam die Schnigge auf die Reede.
Der Bau einer neuen Kogge sollte zudem das Geschäft auf dem Seeweg lukrativer machen.

Ebbelwoi hoffte, daß seine Unternehmungen erfolgreich sein würden. Das würde die nächste Woche zeigen. Denn laut Alstermann wären die Erweiterungsarbeiten bis dahin abgeschlossen.
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Medicus
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Beitrag von Medicus »

*Bummbumm*

Mit einem kräftigen Schlag kündigte er sich an und hoffte, das der alte Ebbelwoi nicht auf den Ohren saß.
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Beitrag von Hesse »

Johannes war gerade über seinem Kontorbericht eingenickt, die ganzen Manufakturen brachten viel Schreibarbeit mit, als er durch ein schallendes Klopfen geweckt wurde.

Johannes rappelte sich auf, spülte seinen Mund mit einem Becher Ebblwoi und ging zur Tür. Durch das klopfen war auch seine Hausmagd geweckt worden, die mit einem Besen und einer Kerze an der Tür stand:

"Herr, wer mag das zu dieser Stunde sein? Bestimmt die Halunken, die Euch das Getreide und das Brot geraubt haben!", dabei wedelte sie mit dem Besen um die "luftigen" Halunken in die Flucht zu schlagen.

"Nur mit der Ruhe Tilda. Die "Halunken", die unser Brot gestohlen haben, werden es wohl kaum wagen in das Kontor eines Johannes Ebblwoi zu kommen. Mal sehen. Vielleicht ist es ja unser neuer Verwalter, Gerhard Eisenfaust oder der gute Alstermann mit einem neuen Plan für eine Manufaktur.", wobei Ebblwoi müde lächelte. Sein Kopf hämmerte etwas. Er schob es auf den Ebblwoi. Er war wohl auf der Reise von Hessen nach Riga doch etwas zu sehr gegoren.

Dann öffnete Johannes die Tür.....
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dooya
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Beitrag von dooya »

Hesse hat geschrieben:[...]it der Ruhe Tilda. Die "Halunken", die unser Bot gestohlen haben, werden es wohl kaum wagen in das Kontor eines Johannes Ebblwoi zu kommen.[...]
Es wäre mir neu, dass in diesem RPG Bots erlaubt sind. :rot: Ich bitte darum, diesen Cheater sofort zu sperren. :mad:

;)



:D
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Beitrag von Hesse »

Man konnte nur ein verdutzes Staunen entdecken, als sich die Tür öffnete und auf der Gasse ein frecher Lausebub diese seltsamen Worte rief. Johannes wunderte sich und fragte sich zugleich, was dieser Lümmel des nächtens auf der Gasse wohl gemeint hat? Die Worte waren ihm nicht geläufig, es mußte sich wohl um einen heidnischen Dialekt aus den tiefen Litauens handeln oder gar noch weiter östlicher bei den Finnen oder Reusen. Irgendein Boot, ein Kater und was ist ein er-peh-geh? Johannes schüttelte diese seltsame Begegnung aus seinem Kopf und die verdutzte Tilda fuchtelte mit dem Besen hinter diesem Lausebuben her.
Dann wandte Johannes sich demjenigen zu, der eigentlich an der Tür geklopft hat.....
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Medicus
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Beitrag von Medicus »

"Na Ebblwoi, ich störe doch nicht?" mit einem Grinsen schaute ich auf den Mann, sein Frack hatte eine unplanmäßige Plättung genommen.
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Beitrag von Hesse »

"Ah, Herr Zaitsev, Ihr seid es nur. Meine Magd befürchtete schon, daß schlimmste. Kommt herein in die gute Stube."
Johannes deutete auf den Weg durch die Eingangshalle in das Arbeitszimmer. Das Zimmer war recht klein. Die Wände waren teilweise mit Regalen zugestellt, in denen Folianten, Schriftrollen, Karten und allerelei Dinge herumlagen. Die Wand rechts von der Eingangstür besaß einen Kamin, in dem etwas Holz glimmte. Davor lag das Fell eines Bären, dessen ausgestopfter Kopf grimmig in Richtung Tür schaute. Davor standen zwei Sessel mit einem kleinen Tisch dazwischen.

Links war ein Fenster mit dem typischen "Flaschenglasstil". Davor stand ein Schreibtisch auf dem eine Kerze brannte und auf dem Schreibtisch lag ein Wust von Papieren. Ein Federkil lag am Rand des Tisches und tropfte bedächtig auf den Boden. Man hatte das Gefühl, das hier eben noch gearbeitet wurde.

Gegenüber der Tür hing an der Wand ein Poträt eines Mannes in typischer Händlerkleidung. Er ähnelte stark Ebblwoi, doch die Nase des poträtierten Mannes war weitaus klobiger als die von Johannes.

An der Decke hing ein kleines Wagenrad. Er gehörte wohl zu einem kleinen Karren und wurde durch seine Aufhängung und die Kerzen, die an den Speichen enden im Rad angebracht waren, zu einem Kronleuchter umfunktioniert. Dieser brannte aber nicht, so daß eine schummrige Dunkelheit den Raum beherrschte.

Ebblwoi deutete auf die Sessel.

"Setzt Euch, werter Zaitsev. Ich lege rasch etwas Holz nach und zünde die Kerzen an. Tilda wird Euch derweil einen Krug warmen Grog bringen oder bevorzugt Ihr lieber einen echten Ebblwoi?"

Dabei lächelte er verlustigt und ging zum Kamin. Behände packte er etwas Holz von dem Holzstabel neben dem Kamin und warf es hinein. Mit einem gekonnten Kniff mit dem Schürhaken entfachte er ein loderndes Feuer. Dann holte er sich einen kleinen Hocker, der in einer dunklen Ecke gestanden zu haben schien, hüpfte darauf und entzündete den Kronleuchter.

Durch das Kerzenlicht und das lordernde Feuer war der Raum nun etwas erhellt und es herrschte eine gemütliche Atmossphäre. Inzwischen war schon Tilda mit einem Tablett erschienen. Neben zwei Krügen mit dampfendem Grog, der Geruch verriet schon das gute Getränk, lag etwas Brot, Käse und Wurst auf dem Tablett. Tilda stellte es vorsichtig auf das Tischen und verbeugte sich etwas unbeholfen, als sie das Zimmer verließ.

Johannes hatte inzwischen den Hocker wieder weggräumt und setze sich in einen der Sessel.

"Womit kann ich dienen, werter Zaitsev?", er schaute nun etwas ernster und griff nach einem Krug Grog. Dann verschwand ein Stück Käse und ein kleines Stück Brot in seinem Mund.

And der Wand gegenüber
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Medicus
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Beitrag von Medicus »

Womit ihr dienen könnt, nun ihr ward es doch, der uns zu einem Gespräch aufforderte. Wie stellt ihr euch die Zukunft vor? Ich habe gehört und gesehen, das ihr einiges in Riga in Auftrag gegeben habt, nun meine Geschicke werden wohl in Zukunft noch mehr auf den Meeren zu finden sein, die Taten als Landratte stehen nur rot in meinen Büchern.

Vielleicht kann man sich da entgegen kommen?"


Genüsslich ließ er einen Schluck Grog durch den Gaumen schwappen, bevor er ihn hinter schluckte.

"Wir haben eine gute Position hier und könnten mit etwas händlerischem Geschick schon bald neue Niederlassungen voran treiben. Leider besitzt Riga nur eine kleine Werft, was die umfangreiche Manufakturenerrichtung etwas bremst oder zumindest die nachfolgende Produktion. Wie sieht es bei euch aus, wo legt ihr euer Kerngeschäft fest?"
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Beitrag von Hesse »

"Nun, werter Zaitsev, wir haben uns auf viele Dinge verlagert, sind aber dem Seehandel etwas abgeneigt. Wir sind eben kein guter Kapitän sondern eher eine Landratte", Ebblwoi lächelte und nahm einen Schluck Grog und knabberte an einem Stück Brot.

"Unsere größtes Kerngeschäft dürfte wohl die Getreideproduktion und deren Weiterverarbeitung werden. Wir haben nun einige Gehöfte und unsere Bäckerei wird auch ausgebaut. Hinzu kommt die neue Brauerei. Ihr seht, wir sind in den Manufakturen aufgegangen. Im Bereich der Schiffahrt haben wir lediglich unsere alte Schnigge und eine neue Kogge, die demnächst vom Stapel läuft.

Unsere Häfen die wir mit Vorliebe anlaufen sind Lagoda und Visby. Bezüglich der Werft habt ihr schon recht. Da müßte etwas getan werden. Holz könnten wir aus unseren Sägewerken liefern, sofern die Bierproduktion nicht stockt.

Wir sind uns noch nicht im Klaren wie man am besten eine Kooperation zwischen uns Händlern bewerkstelligen könnte. Wir brauchen jede Woche einiges an Geld, um die Manufakturen am Laufen zu halten. Ganz zu schweigen von unseren Schiffen. Aber wir könnten Euch beispielsweise einen guten Preis für unsere Waren machen. Dann könntet Ihr sie mit mehr Gewinn verkaufen. Im Gegenzug, ja im Gegenzug was hättet Ihr da zu bieten?"
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Medicus
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Beitrag von Medicus »

"Im Gegenzug? Nun ihr werdet viel produzieren demnächst. Mit zwei Schiffen sollte es schwierig werden diese Waren fortzubringen. Wir produzieren zur Zeit nur im Textilbereich und mehr wird es auch nicht werden vorerst und zumindest in Riga. Mit den Städten Lagoda und Visby sollte alles gut laufen, denn dort schippere ich weitestgehend vorbei.

Ansich stelle ich mir nur schwierig vor, wie ihr das Bier und Getreide gewinnbringend verkaufen wollt, zu klein die Dividenten sind. Aber nunja ihr seid ja ein erfahrener Mann.

Ihr spracht von Kooperation in eurem letzten Brief, nun ich hatte gehofft ihr hättet da auch schon konkretere Vorschläge.

Was sich für mich uasschließt, ist eine feste Zusage, gewisse Städte überhaupt nicht anzulaufen, da ich mit meinen Routen sehr flexibel bin und gerne dahin fahre, wo ich auch in der geringsten Zeit, die größten Gewinne erwirtschafte, aber das ist wohl unser aller Ansinnen, ihr seit da sicher unserer Meinung."
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Beitrag von Hesse »

"Nun, um Euch zu beruhigen. Das Getreide etwa ist notwendig zur Herstellung von Brot und Bier. Daher produziere die Rohstoffe zuer Weiterverabeitung lieber selbst, bevor wir diese noch teuer einkaufen müssen.

Im Übrigen haben wir uns bisher von dem Textilbereich zurückhalten, da Ihr ja schon Ambitionen in dieser Richtung gehegt habt. Wir verzichten dabei schon auf eine gewinnträchtige Sparte, aber um auch uns nicht ein verlustbringendes Konkurrenzgeschäft einzuhandeln. Wir denken, daß Ihr bezüglich unserer Manufakturen genauso denkt. Somit haben wir ja schon mal eine Basis.

Wir können uns somit erstmal darauf beschränken, daß wir einander nicht Konkurrenz machen in der Produktion von Waren und das wir es möglichst unterlassen Waren aus diesen Berufssparten regelmäig einzuführen.

Bezüglich der Handelsrouten bleibt uns da wohl auch keine große Wahl, müssen wir doch im Seehandel auf jeden Taler schauen. Aber an den fremden Märkten dürften wir ja kaum in Rivalität stehen, stehen uns persönlich eben nur 2 Schiffe momentan zur Verfügung.

Was haltet Ihr davon, daß wir eine Handelsgilde über unsere Übereinkünfte ins Leben rufen. Wir regeln dabei die Konkurrenzsituation bei unseren produzierenden Betrieben, lassen aber Regelungen für Handelsrouten zunächst offen.

Auch könnte man in dieser Form Beistandsgesuche bei einer konkreten Piratenbedrohung festhalten und vielleicht über diverse Ausbauten der Stadt Riga nachdenken. Beispielsweise eine Erweiterung der Werft.

Um dabei gewisse Projekte zu finanzieren, könnte man jede Woche einen gewissen Betrag einzahlen.

Was haltet Ihr von unserem Gedanken? Es wäre zumindest eine Grundlage auf der man aufbauen könnte. Ansonsten lohnt es ja nicht über weitere Kooperation zu sprechen, nicht wahr?".


Ebblwoi machte ein nachdenkliches Gesicht und erwartete gespannt eine Antwort von Zaitsev.
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Beitrag von Medicus »

"Klingt für mich sehr vernümpftig... und ich glaube wir können dahin gehend einiges tun, die Stadt Riga ist eine sehr lohnende Investition. Nun ich würde sagen, die Gilde ist so gut wie beschlossen, nicht wahr. :D

Hm ich komme aber auch noch mit einem kleinen Anliegen daher, wie sieht es aus? Ihr produziert viel, ich könnte es verschippern? Zudem suche ich einen Käufer für meine zwei Betriebe, vielleicht wollt ihr ja. Ich frage von Geschäftspartner zu Geschäftspartner... ansonsten würde ich irgendwann in nächster Zeit einen Anschlag auf dem Markt machen. Ich bin eben doch mehr der Seemann... ach ja eine Schaffarm und eine Weberei wären dies."
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Ebblwoi grübelte etwas. Der Grog, schon inzwischen etwas kalt, kippte er mit einem Zug hinunter:

"Hmm...eine Schaffarm und eine Weberei. Damit hätten wir natürlich eine wichtige Lücke in unserer Produktpalette geschlossen. Einen Moment.."

Ebblwoi stand auf und ging zu dem Schreibpult vor dem Fenster. Er durchforstete ein paar Papiere und nickte dann kurz.

"Wir würden Eure Manufakturen hier in Riga gerne übernehmen. Jedoch ist unsere Finanzplanung für diese Woche schon abgeschlossen. Wir würden dann nächste Woche genügend Raum schaffen, um eine Übernahme zu finanzieren."

Ebblwoi schob ein paar Steine an einem Abacus hin und her.

"Das wird zwar dann für uns alles sehr eng, aber nächste Woche könnten wir es schaffen.

Somit wären die Gilde und die Übernahme Eurer Betriebe beschlossene Sache.

Kommen wir zu Eurem Angebot des Verschipperns."


Ebblwoi lächelte und setzte sich wieder Zaitsev gegenüber:

"Für ein gutes Angebot, könnten wir Euch Waren abgeben oder Ihr verschifft unsere Waren für eine Gebühr, wobei wir dann noch kalkulieren müssten, wie wir beide dabei Gewinn machen könnten.

Habt Ihr da eine konkretere Vorstellung?"
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Medicus
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Beitrag von Medicus »

Hm, kaufen zu marktüblichen Preisen hier in Riga, wenn wir einen Weg finden es zu verkaufen... Bier zum Beispiel ist sehr konstant in der Gegend zu erwerben, es wird schwer ohne Konvoi und weite Ausflüge dies zu veräußern, was war es sonst noch, was ihr produziert?

Er nippte am Saft...

"Die Betriebe haben Zeit, ich schickte die Arbeiter heim und bezahle nunmehr die Grundsteuer dafür."
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Beitrag von Hesse »

"Wir produzieren noch, Holz, Brot und Getreide."
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