Wahljahr 2017

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Beitrag von Silem »

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Silem
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Victoriakreuz

Strategienordi hat geschrieben:Wäre da nicht der Umstand, das die Umfragen auch keinen Brexit oder einen Präsidenten Trump vorhersagten...
Oh definitiv. Entschieden ist die Wahl in Frankreich erst am 07. Mai.

Dennoch gibt es kleine aber feine Unterschiede: Die bisherigen Ergebnisse sind lang nicht so knapp. Trump gewann wegen ein paar tausend Stimmen und der Brexit schwankte um ca. ~5%. Zudem ist das französische Wahlrecht zum Glück doch "demokratischer" als das amerikanische.
Es ist gefährlich immer die selben Neuigkeiten zu vernehmen - entweder man stumpft ab oder man radikalisiert sich.

Beitrag von Der Stratege »

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Der Stratege
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Ich denke man darf deswegen hoffen, da durch die französische Stichwahl zum Präsidenten aus zwei Kandidaten Le Pen eindeutig benachteiligt wird. Die Sozialisten und Konservative werden eher den Kandidaten des anderen stützen, als zur Wahl von Le Pen aufzurufen. Man denke dabei an Chirac gegen Jean-Marie Le Pen 2002.

Beitrag von [Gast] »

[Gast]

Wenn Hamon mit Le Pen in die Stichwahl gewinnt, stehen Le Pens Chancen nicht schlecht. Da werden die Konservativen eher Le Pen wählen als Hamon.

Sollte Macron noch den Fillion machen, wird das sehr schnell sehr FN.

Beitrag von Warsteiner »

Warsteiner
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Ich wäre mit Umfragen auch extrem vorsichtig. Die Insitute haben in den letzten Jahren mit ihren Vorhersagen zu diversen Anlässen unglaublich peinlich daneben gegriffen. Vermutlich weil sie sich selber zu sehr in ihrer eigenen gesellschaftlichen Echokammer bewegen und den Angry White Man nicht mehr auf dem Radar haben. Vermutlich auch weil der Wunsch oft das Ergebnis der Umfrage beeinflusst.

Instinktiv tendiere ich aber auch dazu, dass Le Pen den ersten Wahlgang mit den meisten Voten gewinnen wird, um dann in der Stichwahl an der gewohnten "Republikanischen Sperre" zu scheitern, wenn Sozis und Kons ihre Stimmen auf einen Kandidaten vereinen.

Unmöglich ist eine Präsidentin Le Pen aber nicht. Falls es nochmal zu schlimmen Anschlägen kommen sollte, werden die Karten eh neu verteilt. Für immer wird die Sperre auch nicht halten. Irgendwie in den nächsten 5-10 Jahren müssen Eliten und Volk wider zueinander finden, sonst wird sich der Durchmarsch mittelfristig nicht verhindern lassen. Die USA sind uns nur einige Jahre voraus und dort hat es ganz überraschend geknallt (Trump).

Beitrag von Private_S »

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Private_S
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Definiert doch endlich mal Eliten. Und wann waren Eliten und Volk beieinander? In der Volksgemeinschaft? In der nivellierten Mittelstandsgesellschaft? Vor Hartz IV? Oder geht es um die proletarische Revolution? Oder wenigstens um ein geharnischtes sozialreformerisches Programm? Davon höre ich aber nix.

Beitrag von Strategienordi »

Strategienordi
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Übrigens, die Reaktion von Schulz als er erfuhr, dass er für die SPD ran soll


(ja wir wissen das mit dem "t")

Beitrag von Sugar »

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Sugar
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Definiert doch endlich mal Eliten.
Weil Ihr keinen Wikipediaeintrag gefunden habt? Wir helfen gern, unter dem Unterpunkt "Leistungselite":
Bis in die 1950er Jahre konnten in der Wirtschaft kaufmännisch fähige Unternehmer ohne Abitur in die Elite aufsteigen, sowie in den Gewerkschaften fähige Arbeiterführer; auch in der Politik dank der Arbeiterbewegung
Mitte der 1960er Jahre bis etwa Mitte der 1980er Jahre konnten begabte Schüler aus der Unterschicht in Deutschland leichter, wenn auch immer noch in geringem Maße aufsteigen, da Wirtschaft, Verwaltung und Politik hochqualifizierte Kräfte benötigten; jedoch kam es nicht zu einer wirklichen Gleichheit der Chancen für einen Elitezugang, vielmehr ist über die Jahrzehnte hinweg in unterschiedlicher Ausprägung der Aspekt der Bildungsbenachteiligung zu berücksichtigen.

Untersuchungen der Elitesoziologie zeigten in jüngerer Zeit, dass zunehmend die Wirkung des Habitus eher als etwa Kriterien individueller, quantifizierbarer Leistung einer Karriere in die Wirtschaftselite dienlich ist. Anders sieht es in der Politik aus, wo auch Personen mit niedriger sozialer Herkunft in geringem Maße Karriere machen konnten, ein Phänomen, das beispielsweise in Frankreich weniger anzutreffen ist, da dort fast die gesamte politische Führungsschicht aus speziellen Eliteuniversitäten hervorgeht
So viel zum soziologischen Elitebegriff. Politisch siehts ja noch "schlimmer" aus, da gibt es spätestens seit der Agendapolitik gar keine prinzipiellen Unterschiede mehr in der Wirtschafts- oder Sozialpolitik von SPDFDPCDUCSUGrünen. Demokratie lebt aber von Alternativen. Und in den "führenden" Medien des Landes siehts auch nicht anders aus.

Zufälligerweise (hihi) treffen die Zeiträume in der soziolog. Definition auch auf die polit. zu: ab 83 war die sozialdemokratische Ära vorbei (die letzte, die diesen Namen auch verdiente), und der Neoliberalismus hielt Einzug; unter Kohl noch schleichend und gemächlich, ab Schröder dann mit der ganz großen Keule.

Die wirtschaftl. und sozialen Auswirkungen sind bekannt und werden inzwischen nicht mal mehr von der FAZ bestritten (die ist nur nach wie vor der Ansicht, das hätte alles seine Richtigkeit, verdient ist ja verdient), sie sind für die Betroffenen gravierend, ebenso die Anzahl der Betroffenen.

Rechtspopulisten sind keine Sozialrevolutionäre, die geben sich noch nicht mal den Anschein, den Armen etwas schenken zu wollen. Vielmehr bieten sie alternative Erklärungsmuster und Feindbilder. Lt. Umfragen glauben aber z.B. noch nicht mal die Trumpwähler, daß der mit seiner postulierten Wirtschaftpolitk für sie irgendetwas Positives bewirken wollen würde/könnte.

Warum haben sie ihn also gewählt? Weil es die Wahl gab zwischen weiter wie gehabt, wo für sie garantiert nichts rauskommt außer einer Politik, die sich ganz offensichtlich nicht mehr für sie interessiert und die Schuld an ihrem Elend auch noch ihnen selbst gibt, oder einer, die der ganzen Weiter-so-Wir-schaffen-das-Blase mal kräftig ans Bein pinkelt.

Und Ihr solltet nicht vergessen, daß es darüberhinaus auch Leute gibt, denen die Flüchtlingspolitik nicht gefällt. Das ergibt insgesamt ein recht stattliches Wählerpotential, in den USA hats jedenfalls gereicht.

In D ist es hoffentlich noch nicht so weit, ein Weiterso wäre aber fatal: was machen denn die ursprünglich Konservativen von CDU/CSU, wenn es irgendwann nicht mehr für eine GroKo reicht und nur noch mit der AfD eine Mehrheit möglich ist?

Vom SPD-Rechten Schulz ist jedenfalls keine Besserung zu erwarten, an dem 50%igen Wählerschwund der SPD seit der Agenda wird er nichts ändern. Und die Grünen haben auch grad 2 Parteirechte aufgestellt, die haben ihre Herkunft völlig vergessen. Wir wollen ja nicht unken, aber bei der auch hier von Einigen zur Schau gestellten Einsichtsfähigkeit wird es erst viel schlechter werden, bevor es wieder besser wird.
„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“ Max Horkheimer

Beitrag von Silem »

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Silem
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Sugar hat geschrieben:da gibt es spätestens seit der Agendapolitik gar keine prinzipiellen Unterschiede mehr in der Wirtschafts- oder Sozialpolitik von SPDFDPCDUCSUGrünen. Demokratie lebt aber von Alternativen. Und in den "führenden" Medien des Landes siehts auch nicht anders aus.
Martin Schulz:
Nachdem er die elfte Klasse zweimal hatte wiederholen müssen, musste er die Schule im Juli 1974 mit der Mittleren Reife verlassen.

Nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit absolvierte Schulz von 1975 bis 1977 eine kaufmännische Ausbildung zum Buchhändler.
https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Sc ... d_Privates

Sigmar Gabriel:
Von 1967 bis 1971 war Gabriel Grundschüler. In dieser Zeit galt er aufgrund der prekären Familienverhältnisse (Scheidung der Eltern / prügelnder Vater etc.)[6] als verhaltensauffälliges Kind. Eine Lehrerin wollte Gabriel auf eine Sonderschule schicken.[16] 1971 wechselte Sigmar Gabriel als Schüler auf die Realschule Hoher Weg in Goslar, die er 1976 mit der Mittleren Reife absolvierte. Am Ratsgymnasium Goslar machte er 1979 Abitur.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmar_Ga ... .931990.29

Cem Özdemir:
Özdemir wuchs als Einzelkind auf und machte nach der Mittleren Reife an der Realschule in Bad Urach[6] bis 1987 eine Ausbildung zum Erzieher in Reutlingen.[7] Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife an der Fachoberschule in Nürtingen und absolvierte ein Studium der Sozialpädagogik an der staatlich anerkannten Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen Reutlingen (heute Evangelische Hochschule Ludwigsburg), das er 1994 als Diplom-Sozialpädagoge (FH) abschloss.
https://de.wikipedia.org/wiki/Cem_%C3%9 ... _und_Beruf

Kann mir jemand mal erklären wie diese drei Lebensgeschichten zur "Elite" passen? Unsere Kanzlerin ist im Osten aufgewachsen und Physikerin! Wie passt das zur Elite?
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Beitrag von Isnogood »

Isnogood
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Für mich bedeutet Elite, unter anderem, Vorbild zu sein. Bei euren Beispielen habe damit Probleme.

Beitrag von Warsteiner »

Warsteiner
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Vorbild #1:
http://www.swr.de/report/presse/eu-tage ... 24/gc8skf/
http://www.spiegel.de/politik/ausland/c ... 02202.html

Vorbild #2:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 06141.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/zeit ... 72490.html

Vorbild #3:
http://www.deutschlandradiokultur.de/ve ... _id=329884
http://www.faz.net/aktuell/politik/gabr ... 53768.html

Die obigen Personen mögen noch die Letzten sein, die aus einfacheren Verhältnissen aufsteigen konnten, bevor für die neueren Jahrgänge die Gesellschaft undurchlässiger wurde.... Allerdings sind sie durch ihr Umfeld glattgeschliffen worden und reihen sich sauber ins System ein, gehören also zur Elite und profitieren materiell davon. Haben längst vergessen wo sie herkamen und beißen nicht die Hand, die sie füttert. Sind doch alle für die neoliberalen, asozialen Reformen, freie Grenzen und unlimitierten Freihandel.

Beitrag von Frisiercreme »

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SI-Forum, nicht pi.

Beitrag von Sugar »

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Sugar
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Werter Silem,

selbst Gerhard Schröder hat seine mittlere Reife und das Abitur auf dem 2. Bildungsweg erworben, Wir sind Uns dieser Tatsachen durchaus bewußt. Nur hat sich entgegen dieser nun tatsächlich auch schon etwas älteren Beispiele die Durchlässigkeit seitdem keineswegs erhöht, und außerdem ist der Gedanke einer "Leistungselite" (die sich übrigens durch die Bildung auszeichnet, nicht durch finanzielle oder wirtschaftliche Leistungen) ja nicht, daß es für deren Existenz 4 Beispiele gibt, sondern daß sie die Herkunfts- und Habituselite ersetzt, und zwar ohne deren Werte zu übernehmen:
Ralf Dahrendorf hat die meisten dieser Aufstiege als „unechte Mobilität“ bezeichnet, als eine getarnte Kooptation von oben, da sie selten anders als durch völlige Übernahme der Werte der jeweils herrschenden Teileliten bewirkt werden konnten.
Und hier noch ein Beispiel für eine weitere Parteikarriere, von Ronald "Fresse" Pofalla:
Pofalla wurde 1959 als Sohn einer Putzfrau und eines Feldarbeiters in Weeze geboren. Nach der Mittleren Reife 1975 an der Hauptschule Weeze besuchte Pofalla die Fachoberschule für Sozialpädagogik in Kleve, an der er 1977 die Fachhochschulreife erwarb. Danach studierte er Sozialpädagogik an der Fachhochschule Düsseldorf. 1981 beendete Pofalla zunächst sein Studium der Sozialpädagogik mit dem Diplom (FH), bevor er im Anschluss daran noch ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln aufnahm, das er 1987 mit dem ersten Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat legte er 1991 auch das zweite Staatsexamen ab und ist seitdem als Rechtsanwalt zugelassen. Er arbeitete ab 1993 für die Anwaltskanzlei Holthoff-Pförtner in Essen, der Kanzlei Helmut Kohls,[4] deren Sozius er mittlerweile ist.

Schon während seiner Studienzeit wurde Pofalla vom Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers gefördert, der im Kreis Kleve Entsorgungs- und Umweltfirmen betreibt. Schönmackers wurde – nach eigenen Angaben – vom damaligen Gemeindedirektor Wienen „um eine Förderung bzw. Unterstützung des Studiums des Herrn Pofalla gebeten“. Pofalla wurde danach über mehrere Jahre mit 1200 bis 1300 DM monatlich unterstützt. „Sinn und Zweck unserer Zusammenarbeit war es grundsätzlich, Herrn Pofalla für sein Jurastudium eine gewisse finanzielle Basis zu geben“, allerdings auch „politische Kontakte“ zu knüpfen, sowie die Bearbeitung von Fragen des Miet- und Arbeitsrechts. Die weitere Zusammenarbeit mit Ronald Pofalla hat nach Angaben Schönmackers dann aber auch in „der politischen Unterstützung des Aufbaus und der Erweiterung unseres Betriebes“ bestanden
Ein lupenreiner demokratischer Werdegang, in dem die Loyalitäten keiner weiteren Nachfrage bedürfen. Effektive Lobbyistenfrühförderung, mit dem Karrierehöhepunkt Kanzleramt. Hat sich wenigstens nicht als Arbeiterführer geriert.
Konkret bezieht sich der Begriff (Elite) meist auf näher definierte Personenkreise, wie z. B. die Positionselite oder die Bildungselite. Der Elite gegenüber stehen die „Masse“[1] oder der „Durchschnitt“ („Normalbürger̶) .
Per definitionem würde also auch ein AfD-Bundeskanzler zur (Positions)Elite gehören, von daher haben Wir grundsätzlich Verständnis dafür, daß Ihr Elitenschelte nichts abgewinnen könnt. Die Volksdefinition ist aber auch eine etwas andere, gemeint sind die "Entscheider" in Politik, Parteien, Wirtschaft und Medien; die ihrer Ansicht nach einen erheblichen Anteil an ihren Lebensumständen haben.

Daß sich Teile dieses Volks von diesen Eliten nicht (mehr) vertreten fühlen, dürfte inzwischen auch Euch aufgegangen sein. Und nein, den Karrieresprung vom Bandarbeiter beim Daimler zum Wischmoppwedler im Dienstleistungssektor für Mindestlohn empfinden die nicht als Beförderung.
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Beitrag von Private_S »

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Wir sagen ja nichts gg notwendige Kurskorrekturen in pcto Sozialpolitik. Nur diese Übernahme des dualistischen Bildes Eliten vers. Volk lehnen Wir ab. Das ist Volksgemeinschaftssprech. Zumal wohin gehören ein Gauland, eine Petry, ein Höcke , ein Lucke und ein erheblicher Teil ihrer Anhänger soziologisch? Alles Volk?

Das Problem ist womöglich auch ein demografisches. Alt vers. Jung, siehe Brexit, siehe AfD-Anhänger ... Eine überalterte Mittelstandsgesellschaft trifft auf ökomischen *und* kulturellen Wandel, und reagiert verstärkt gereizt.

Beitrag von [Gast] »

[Gast]

Private_S hat geschrieben:Wir sagen ja nichts gg notwendige Kurskorrekturen in pcto Sozialpolitik. Nur diese Übernahme des dualistischen Bildes Eliten vers. Volk lehnen Wir ab. Das ist Volksgemeinschaftssprech. Zumal wohin gehören ein Gauland, eine Petry, ein Höcke , ein Lucke und ein erheblicher Teil ihrer Anhänger soziologisch? Alles Volk?

Das Problem ist womöglich auch ein demografisches. Alt vers. Jung, siehe Brexit, siehe AfD-Anhänger ... Eine überalterte Mittelstandsgesellschaft trifft auf ökomischen *und* kulturellen Wandel, und reagiert verstärkt gereizt.
Ist die Mitgliederstruktur der AfD nicht im allgemeinen jünger als die der SPD und CDU/CSU?

Ohne mich in euer "wer ist alles Elite und wieso hassen sie uns?" Gespräch einmischen zu wollen.

Beitrag von Private_S »

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@clone:
Ihr habt natürlich Recht. Bzgl. AfD hatten Wir Aussagen zur Altersstruktur mot solchen zu Pegida verwechselt. Sorry.

Beitrag von Sugar »

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Wir sagen ja nichts gg notwendige Kurskorrekturen in pcto Sozialpolitik. Nur diese Übernahme des dualistischen Bildes Eliten vers. Volk lehnen Wir ab. Das ist Volksgemeinschaftssprech
Die Elitedefinition stammt nicht von der AfD, sondern aus Wikipedia. Klar ist das auch eine kulturelle Diskussion, Alt gegen Jung ist aber ebenfalls dualistisch und trifft Unserer Ansicht nach auch nicht den Kern.

Auch wirds mit sozial- undoder wirtschaftspolitischen Korrekturen nicht getan sein, Wir brauchen wieder eine gesellschaftliche Konzeption, die nicht dieser unerbittlichen Marktlogik nach wirtschaftlicher Nützlichkeit folgt, in der der Einzelne Mehrwert schafft oder wertloser Schmarotzer ist.

In weiten Teilen Europas sagen Wir gerade ganzen Generationen von jungen Leuten: Wir brauchen Euch nicht, Ihr bekommt selbst mit Spitzenabschlüssen keinen sicheren oder angemessen bezahlten Job. Um Nachkommen oder Altersvorsorge brauchen die sich nicht zu kümmern, fällt sowieso aus wg iss nich. Das ist auch eine Folge der einseitigen Ausrichtung Ds auf die Exportwirtschaft, was Wir mehr produzieren wird woanders weniger Mehrwert schaffen. Mit dem Euro und der erzwungenen Austeritätspolitik (Schuldenbremse) haben diese Länder noch nicht mal mehr die Möglichkeit, mit Währungsabwertung oder Konjunkturprogrammen gegenzusteuern.

Das fährt grad alles mit Schwung gegen die Wand, ist nur die Frage was eher kommt: entweder gewinnen die Rechtspopulisten um Uns rum und canceln die EU, oder die Wirtschaft in Italien oder Frankreich bricht zusammen und damit der Euro.

Wir sehen bei keiner der o.g. Parteien auch nur ansatzweise Antworten auf diese Fragen, von einer Zukunftsvision ganz zu schweigen.
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Beitrag von Kardinalinfant »

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Sugar hat geschrieben: Auch wirds mit sozial- undoder wirtschaftspolitischen Korrekturen nicht getan sein, Wir brauchen wieder eine gesellschaftliche Konzeption, die nicht dieser unerbittlichen Marktlogik nach wirtschaftlicher Nützlichkeit folgt, in der der Einzelne Mehrwert schafft oder wertloser Schmarotzer ist.
Gegen die Wirtschaft(liche Vernunft) wird es aber auch nicht gehen. Frankreich hat sich bislang bspw. größeren Reformen verweigert und ist mittlerweile einer der "kranken Männer" Europas. Und trotzdem (oder gerade deswegen???) sind dort die Rechtspopulisten stark wie fast nirgendwo...
Sugar hat geschrieben:In weiten Teilen Europas sagen Wir gerade ganzen Generationen von jungen Leuten: Wir brauchen Euch nicht, Ihr bekommt selbst mit Spitzenabschlüssen keinen sicheren oder angemessen bezahlten Job. Um Nachkommen oder Altersvorsorge brauchen die sich nicht zu kümmern, fällt sowieso aus wg iss nich. Das ist auch eine Folge der einseitigen Ausrichtung Ds auf die Exportwirtschaft, was Wir mehr produzieren wird woanders weniger Mehrwert schaffen. Mit dem Euro und der erzwungenen Austeritätspolitik (Schuldenbremse) haben diese Länder noch nicht mal mehr die Möglichkeit, mit Währungsabwertung oder Konjunkturprogrammen gegenzusteuern.
Komisch, dass das Länder wie Spanien, Italien, Griechenland etc. trifft, andere (Deutschland, Niederlande, Finnland etc.) aber nicht. Hat evtl. auch etwas damit zu tun, wer in der Vergangenheit seine "Hausaufgaben" gemacht hat und wer nicht. Wir müssen uns keineswegs ständig für die Exportstärke der deutschen Wirtschaft rechtfertigen. Wären die anderen nicht "so schwach", käme das gar nicht so zum tragen. Niemand ist gezwungen, deutsche Produkte zu kaufen. Und ja, der Euro hindert diese Länder daran, das zu tun, was sie früher getan haben, um mit ihren Problemen fertig zu werden. Der Deutsche Steuerzahler (und so manch anderer Europäer allerdings auch) zahlt allerdings auch für die Zeche, indem es keine Zinsen mehr auf Sparguthaben gibt und Milliarden in Griechenland "versenkt" wurden und werden. Das ganze Konstrukt war wahrscheinlich nie tragfähig und jetzt will halt niemand die Konsequenzen ziehen und den Euro verlassen. Wäre für manches dieser Länder evtl. ein Ende mit Schrecken, aber immer noch besser, als der derzeitige Schrecken ohne Ende. Die Idee eines Nord- und deines Südeuros, die gelegentlich durch die Medienlandschaft geistert, hätte in Unseren Augen durchaus etwas für sich. Was Übrigens die jungen Leute angeht: Einer der Baupfeiler der EU ist Freizügigkeit. Die können alle dahin gehen, wo Fachkräfte (händeringend) gesucht werden. Tun auch viele jungen Leute. Ist vielleicht nicht so bequem, wie zu Hause zu bleiben. Aber die Möglichkeiten gibt es...

Sugar hat geschrieben:Wir sehen bei keiner der o.g. Parteien auch nur ansatzweise Antworten auf diese Fragen, von einer Zukunftsvision ganz zu schweigen.
Sehen Wir leider auch nicht. Ein "zurück in die gute alte Vergangenheit" wird allerdings auch bestenfalls eine Scheinlösung bieten.
Der alte Fritz: "Kerls, wollt ihr das ewige Leben haben?"
Ein Grenadier: "Fritze, ich dächte, um dreizehn Pfennig Löhnung wäre es für heute genug!"

Beitrag von Thomasius »

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Wir halten diese Elitendiskussion für nicht zielführend.
1. Übernehmen wir damit bewusst oder unbewusst das Weltbild der Rechten "die da Oben (Eliten) gegen das (wahre) Volk".
2. Sehen wir hier in den Beiträgen wie schwer es ist sich auf eine Definition zu einigen.
3. Haben alle Länder unterschiedliche "Eliten" und trotzdem ähnliche Probleme mit den Rechtspopulisten. In GB gibt es eine seit Jahrhunderten gebildete Upperclass aus Politik und Wirtschaft. In Frankreich ist die wirtschaftliche Elite mit der politischen eng verbunden, weil fast alle von den selben 3 Elitehochschulen kommen. In den USA ist der Übergang von der politischen zu wirtschaftlichen Elite auch sehr fließend. In Deutschland hingegen haben wir eine seit langem gewachsene wirtschaftliche Elite, die aber von der politischen Elite getrennt ist. In der Politik kann bei uns, wenn er sich gut anstellt jeder Karriere machen. Das heute die Masse davon einen Hochschulabschluss hat liegt einfach daran, das heute viel mehr Menschen Hochschulabschlüsse haben. Ansonsten hatte auch früher die Masse in FDP und CDU hohe Bildungsabschlüsse und auch für die SPD saßen eher selten Arbeiter mit einem 8. Klasseschulabschluss in den Parlamenten. In den letzten 10-15 Jahren hat sich etwas zum Negativen bewegt im Sinne von Aussteiger aus der Politik werden mit Posten in der Wirtschaft belohnt. Das hat vor allem bei ehemaligen SPD Politikern viel Vertrauen zerstört.
4. Hat sich bei den "Eliten" historisch betrachtet wenig geändert. Warum sollte dann dieses "Problem" für die aktuellen Probleme die Ursache sein?

Beitrag von Sugar »

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Gegen die Wirtschaft(liche Vernunft) wird es aber auch nicht gehen
Wirtschaftliche Vernunft ist keine volkswirtschaftliche Kategorie, so sehr sich die schwäbische Hausfrau das auch wünscht: eine Stellschraube hat niemals nur eine einzige gewünschte Auswirkung. Wettbewerbsfähigkeit ist relativ, das was Wir billiger werden werden Andere teurer. Damit lassen sich kurz- bis mittelfristig volkswirtschaftliche Bilanzen einzelner Staaten aufpolieren, zu Lasten der Anderen.

In D ist die höhere Wettbewerbsfähigkeit durch Flexibilisierung des Arbeitsmarkts (Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge), staatl. Subventionierung von Dumpinglöhnen (ALGII-Aufstockung) und Arbeitszwang (Fordern und Fördern) erreicht worden, nicht durch Innovation/Automatisierung/Computerisierung (die findet nach wie vor statt, allerdings in geringerem Maße: wenn Löhne so niedrig sind, besteht keine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, sie durch maschinelle Surrogate zu ersetzen. Volkswirtschaftlich ebenfalls eine Sackgasse, sie führt nämlich wiederum zu - tätä - verminderter Wettbewerbsfähigkeit.)

Im selben Währungsraum können das andere Volkswirtschaften nur durch noch geringere Löhne ausgleichen, das ist logischerweise eine Sackgasse, weil sie in eine Abwärtsspirale mündet, die bei Null ein theoretisches Ende findet.

Das selbe gilt sinngemäß für alle anderen volkswirtschaftlichen Maßnahmen: der Exportüberschuss des Einen ist die negative Handelsbilanz des Anderen, hohe Inflation führt zur Entwertung von Geldvermögen, vermindert aber die Staatsschulden (umgekehrt führt eine geringe Inflation zu stabilem Geldvermögen, dafür wird der staatl. Schuldendienst billiger); Importe werden billiger, aber Auslandsreisen teurer usw. usf.; keine Rose ohne Dornen.

Ums mal simpel zusammenzufassen: das Mass, in dem es D wirtschaftlich besser geht (was ja tatsächlich nur auf die Teile der Bevölkerung zutrifft, die nicht zu den Verlierern der Entwicklung gehören), geht es den anderen VWs schlechter. Dazu kommt, daß wg der Exportorientierung und der höheren Wettbewerbsfähigkeit die Binnennachfrage unterdurchschnittlich ist und deshalb das Wirtschaftswachstum ebenfalls.

D hat das Pendel mit dem stabilen Euro, niedrigen Zinsen, dem Exportüberschuss und dem gemeinsamen Binnenmarkt immer weiter in eine Richtung geschubst, irgendwann schlägts zurück.

Eure Forderung, die benachteiligten Staaten mögen das selbe tun, ist deshalb irreal und kontraproduktiv (nein, nicht Ihr persönlich). Was passiert denn, wenn Frankreich seine Wettbewerbsfähigkeit mit den selben Mitteln wie D erhöht? Banane. Wir sind nämlich nicht wirklich besser, nur billiger.

Am Problem der zunehmenden Arbeitslosigkeit durch Automatisierung ändert das alles nichts, da hilft evtl. das BGE.
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Beitrag von Koenigsmoerder »

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Kardinalinfant hat geschrieben: Komisch, dass das Länder wie Spanien, Italien, Griechenland etc. trifft, andere (Deutschland, Niederlande, Finnland etc.) aber nicht. Hat evtl. auch etwas damit zu tun, wer in der Vergangenheit seine "Hausaufgaben" gemacht hat und wer nicht. Wir müssen uns keineswegs ständig für die Exportstärke der deutschen Wirtschaft rechtfertigen. Wären die anderen nicht "so schwach", käme das gar nicht so zum tragen. Niemand ist gezwungen, deutsche Produkte zu kaufen. Und ja, der Euro hindert diese Länder daran, das zu tun, was sie früher getan haben, um mit ihren Problemen fertig zu werden. Der Deutsche Steuerzahler (und so manch anderer Europäer allerdings auch) zahlt allerdings auch für die Zeche, indem es keine Zinsen mehr auf Sparguthaben gibt und Milliarden in Griechenland "versenkt" wurden und werden. Das ganze Konstrukt war wahrscheinlich nie tragfähig und jetzt will halt niemand die Konsequenzen ziehen und den Euro verlassen. Wäre für manches dieser Länder evtl. ein Ende mit Schrecken, aber immer noch besser, als der derzeitige Schrecken ohne Ende. Die Idee eines Nord- und deines Südeuros, die gelegentlich durch die Medienlandschaft geistert, hätte in Unseren Augen durchaus etwas für sich.
Man sollte freilich nicht immer nur mit dem Finger auf die Südeuropäer zeigen, sondern sich gleichzeitig auch eingestehen, dass auch hierzulande massiv von diesem System profitiert wird.
Am Ende war und ist es ein Kreislauf, und der auf Pump finanzierte Konsum in diesen Ländern ist nur ein Zwischenschritt. Schlussendlich landet die Kohle des deutschen Steuerzahlers ja wieder in Deutschland. Aber halt nur zu einem sehr kleinen Teil in der Tasche des Arbeiters der diese Produkte herstellt, und zu einem erheblichen Anteil in der Tasche des Managers, Bänkers und Aktionärs.
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