Definiert doch endlich mal Eliten.
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Bis in die 1950er Jahre konnten in der Wirtschaft kaufmännisch fähige Unternehmer ohne Abitur in die Elite aufsteigen, sowie in den Gewerkschaften fähige Arbeiterführer; auch in der Politik dank der Arbeiterbewegung
Mitte der 1960er Jahre bis etwa Mitte der 1980er Jahre konnten begabte Schüler aus der Unterschicht in Deutschland leichter, wenn auch immer noch in geringem Maße aufsteigen, da Wirtschaft, Verwaltung und Politik hochqualifizierte Kräfte benötigten; jedoch kam es nicht zu einer wirklichen Gleichheit der Chancen für einen Elitezugang, vielmehr ist über die Jahrzehnte hinweg in unterschiedlicher Ausprägung der Aspekt der Bildungsbenachteiligung zu berücksichtigen.
Untersuchungen der Elitesoziologie zeigten in jüngerer Zeit, dass zunehmend die Wirkung des Habitus eher als etwa Kriterien individueller, quantifizierbarer Leistung einer Karriere in die Wirtschaftselite dienlich ist. Anders sieht es in der Politik aus, wo auch Personen mit niedriger sozialer Herkunft in geringem Maße Karriere machen konnten, ein Phänomen, das beispielsweise in Frankreich weniger anzutreffen ist, da dort fast die gesamte politische Führungsschicht aus speziellen Eliteuniversitäten hervorgeht
So viel zum soziologischen Elitebegriff. Politisch siehts ja noch "schlimmer" aus, da gibt es spätestens seit der Agendapolitik gar keine prinzipiellen Unterschiede mehr in der Wirtschafts- oder Sozialpolitik von SPDFDPCDUCSUGrünen. Demokratie lebt aber von Alternativen. Und in den "führenden" Medien des Landes siehts auch nicht anders aus.
Zufälligerweise (hihi) treffen die Zeiträume in der soziolog. Definition auch auf die polit. zu: ab 83 war die sozialdemokratische Ära vorbei (die letzte, die diesen Namen auch verdiente), und der Neoliberalismus hielt Einzug; unter Kohl noch schleichend und gemächlich, ab Schröder dann mit der ganz großen Keule.
Die wirtschaftl. und sozialen Auswirkungen sind bekannt und werden inzwischen nicht mal mehr von der FAZ bestritten (die ist nur nach wie vor der Ansicht, das hätte alles seine Richtigkeit, verdient ist ja verdient), sie sind für die Betroffenen gravierend, ebenso die Anzahl der Betroffenen.
Rechtspopulisten sind keine Sozialrevolutionäre, die geben sich noch nicht mal den Anschein, den Armen etwas schenken zu wollen. Vielmehr bieten sie alternative Erklärungsmuster und Feindbilder. Lt. Umfragen glauben aber z.B. noch nicht mal die Trumpwähler, daß der mit seiner postulierten Wirtschaftpolitk für sie irgendetwas Positives bewirken wollen würde/könnte.
Warum haben sie ihn also gewählt? Weil es die Wahl gab zwischen weiter wie gehabt, wo für sie garantiert nichts rauskommt außer einer Politik, die sich ganz offensichtlich nicht mehr für sie interessiert und die Schuld an ihrem Elend auch noch ihnen selbst gibt, oder einer, die der ganzen Weiter-so-Wir-schaffen-das-Blase mal kräftig ans Bein pinkelt.
Und Ihr solltet nicht vergessen, daß es darüberhinaus auch Leute gibt, denen die Flüchtlingspolitik nicht gefällt. Das ergibt insgesamt ein recht stattliches Wählerpotential, in den USA hats jedenfalls gereicht.
In D ist es hoffentlich noch nicht so weit, ein Weiterso wäre aber fatal: was machen denn die ursprünglich Konservativen von CDU/CSU, wenn es irgendwann nicht mehr für eine GroKo reicht und nur noch mit der AfD eine Mehrheit möglich ist?
Vom SPD-Rechten Schulz ist jedenfalls keine Besserung zu erwarten, an dem 50%igen Wählerschwund der SPD seit der Agenda wird er nichts ändern. Und die Grünen haben auch grad 2 Parteirechte aufgestellt, die haben ihre Herkunft völlig vergessen. Wir wollen ja nicht unken, aber bei
der auch hier von Einigen zur Schau gestellten Einsichtsfähigkeit wird es erst viel schlechter werden, bevor es wieder besser wird.
„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“ Max Horkheimer