Diesmal eröffnete ich mit der Bird-Eröffnung 1. f4 benannt nach Henry Bird (1830-1908),
einem englischen Meister. Cuza verwarf 1. ... e5 was zum Gambit des dänischen Meisters From geführt hätte.
Warum 1. f4? Ich wollte in der Eröffnung für Störte nicht ausrechenbar sein.
Ich glaube in jeder meiner Partien kam eine andere Eröffnung aufs Brett.
Warum zeig ich euch das? Nun, der Zug 4. c4 ist nicht neu, aber ich mag ihn,
sieht ein bisserl nach 1. c4 Englisch aus, was ich gern wenn mir ein Remis reicht spiele.
Cuza spielt nun erst Ld6 statt Sf6 wodurch ich allem Unken zum Trotz meinen Sc3
ein zweites mal bewege und dann gegen den Läufer tausche. Dieser Abtausch Springer-Läufer
ist zwar nicht falsch, aber es war wohl der Ausgangspunkt für mein mieses Spiel in Folge.
Störte wird genug zu lachen bekommen.
Nach nun Ld7 von Schwarz steh ich natürlich besser, leider war ich in Gedanken immer bei:
"Dir reicht ein Remis!" Das ist fast schief gegangen. Allerdings ist mir nicht klar, wie Cuza
besser spielen könnte. Hier ging es aber nur darum meinen Plan gegen die schwarze Rochade
anzugreifen zu erfassen denn auf Sieg stehe ich nicht, nur leicht besser.
diese Position ist schon bezeichnend, ich ärgerte mich später immer wieder
hier zu schnell gezogen zu haben. Ich wußte aktuell nicht ob Lxg7 besser ist,
aber eigentlich hätte mir das mein Gefühl sagen müssen. Ob ich glaubte mit bxc4
schon den Königsangriff durchzukriegen? Ja, die Reserven von Schwarz fehlen,
aber man sehe später...
das ist eine Variante die ich im Kopf hatte, statt Sh4 mit f5 den Bauern zu opfern
um die schwarze f-Mauer zu betonieren. Öb Cuza den Bauern geschlagen hätte?
Wie auch immer, es wäre besser gewesen, denn...
ich fürchtete - ja ich ängstigte mich vor f5 und nicht vor e5.
Nach f6-f5 ist ein Einbruch gar nicht so einfach, weil der schwarze König
auf h8 sicher steht und der schwarze Turm auf g8 alles deckt.
und jetzt etwas für die Galerie: Wie verliert man einzügig die Partie?
Natürlich habe ich mich schon ein Zug vorher geärgert über den dummen
Turmzug nach h3, aber was jetzt folgt ist die Krönung des Abends.
ja ich spiele tatsächlich voller Ärger g2-g4 und Cuza glaubt mir blind
statt den Bauern zu schlagen Lxg4 und sollte ich zurücknehmen mit der Dame,
mich dann mit Tg8 in die Verlängerung zu zwingen.
Besser für Weiß im Sinne Remis ist z.B. Df3 weil nach z. B. Lxh3
dann die Dame auf f6 schlägt und Remis durch Dauerschach hat ( Schaukel f6-g5 )
Aber, er spielt mit mir, er hat es nicht nötig
denn in dieser Stellung ist mein schöner Angriff pfutsch, ich verteidige stirnschweißtreibend,
hatte schon eine 3. Partie ins Auge gefaßt...
Schwarz steht auch hier auf Sieg. Erstmals wieder Luft bekam ich nach dem Damentausch.
Später war der Abtausch seines a-Bauern gegen meinen c-Bauern dann die erste große
Erleichterung im Endspiel für mich. Als ich nachgefragt hatte, ob er von Carlsen
Turmendspiele gelernt hat und er verneinte, habe ich mutig eine Barrikade der vierten Reihe
aufgebaut und das Remis so forciert. Meiner Meinung war sein letzter Fehler im Sinne "gewinnen zu müssen"
als er mit h7-h5 den Tausch der Königsflügelbauern vorbereitet hat.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob dies gereicht hätte. Überhaupt nach dem Damentausch fühlte ich mich wieder sehr wohl.
Eine grausame Partie, voller dämlicher Fehler meinerseits, dies ist genau so eine Partie wie im Dezember,
wo ich dann hier im Forum "böse kommentiert habe" - vor Wut auf meinen fabrizierten Schachstuss.
Das Endspiel ist durchaus auch interessant, aber ich überlasse dies mal Cuza.