Jülich, 5. März 1094
Vermummte Gestalten erschienen heute zu nächtlicher Stunde am Hofe des Grafen Gerhard. Dunkle Geheimnisse schienen sie zu umschweben wie Schmeißfliegen einen frischen Misthaufen. Mochten es Mordgesellen sein, denen der Sinn nach finsteren Kabalen stand?
Die Überraschung am Hofe war groß als diese undurchsichtigen Gesellen das Signum von Kaiser Rudolf offenbarten. Es waren Gesandte des Kaisers in einer höchst geheimen Mission! Der Kaiser höchstselbst trachtete danach dem Niederlothringer die Herzogswürde über Köln zu entreißen. Wollte er sie womöglich dann seinem treuen Vasallen Gerhard geben? Wenig verwunderlich war, dass sich Graf Gerhard der Kabale des Kaisers begeistert anschloss.
Anno Domini 1095
Jülich, im März 1095
Graf Gerhard musste eingestehen, dass er der Jüngsten Einer nicht mehr war. Auch sah er ein, dass alle Pläne die Nachfolge anders als wie durch Geburt vorgegeben zu regeln, gescheitert waren. Mordpläne hegte er nicht (mehr), zumal der gräfliche Schatz für solche Pläne nicht ausreichend war und, als er denn ausgereicht hätte, Sohn Gerhard bereits ein Sohn geboren war. So fügte sich Graf Gerhard in die Dinge, die er nicht mehr zu ändern vermochte und trachtete danach, den Übergang des Erbes an Sohn Gerhard in die Wege zu leisten.
Als Erstes übertrug er seinem Sohn Gerhard in jenem Monat das Erzbistum Lüttich auf das der Sohn ohne große Mühe später die Herzogswürde über Luxemburg erwerben könne. Allein, es sollte sich noch zeigen, dass Graf Gerhard hier wohl seine Feinde nicht recht beurteilt hatte und ihren Willen, dem Hause Jülich zu schaden, unterschätzte.
So sollte einen Ägide beginnen, die für das Hause Jülich viel Krieg, Leid und Verlust zeitigen sollte.
Doch zunächst zeigte sich die Christenheit siegreich im Kampfe gegen die Heiden, die das Heilige Land und große Teile Spaniens und Italiens unterworfen hatte. Ein Feldzug des Kaiser Rudolf I des Großen gegen Siziliens war vom Siege gekrönt.
Jülich, im Juli 1095
Unerhörte Dinge begannen ihren Lauf. Emissäre aus dem fernen Brandburg erschienen vor Burg Nideggen im Jülicher Land und teilten mit, dass ihr Herr, Herzog Heinrich I von Brandenburg, sich als einziger rechtmäßiger Herrscher über Stettin gerierte und die Preisgabe der dortigen Jülicher Besitzungen verlangte, wollten wir nicht Krieg und Verheerungen auf uns ziehen.
So ehrlos waren die Jülicher nicht, dass sie sich diesem Ansinnen ohne Kampf unterworfen hätten! Graf Gerhard nahm den Fehdehandschuh von Heinrich an, ließ umgehend die Verbündeten rufen und alle wehrfähigen Männer sich zum Kampfe rüsten. Sodann wurde wiederum der bewährte Ferrer de Barcelona mit dem Versprechen auf Beute zum Kampfe gerufen. Man kannte sich nun schon aus mancher Schlacht und setzte großes Vertrauen in die gemeinsame Sache.
Graf Gerhard machte sich mit einer kleinen Schar Getreuer unmittelbar auf nach Stettin, um die dortigen Krieger zu führen bis das Hauptheer die Gestade der Ostsee erreicht haben mochte.
Jülich, den 6. Juli 1095
Agathe von Julichgau, Tochter des Grafen Gerhard mit Euphrosine, Prinzessin von Frankreich, starb im jugendlichen Alter von nur 17 Lenzen. Agathe hatte sich dem muselmanischen Irrglauben hingegeben und ward in heidnische Länder verheiratet, auf das sie in Jülich keine Unruhe verbreitete. So rächte sich des Grafens Hoffart Berater und Höflinge aus aller Welt an seinen Hof einzuladen und gar auch Heiden zu rufen. Mochten andere Regenten sich dies als Lehre angedeihen und nur dem einzig wahren Glauben huldigen.
Jülich, im August 1095
Graf Gerhard erreichte die Seinen in Stettin und vermochte eine kleine Schar des Feindes in der Schlacht von Usedom zu überraschen und zu vernichten. Gleichwohl war das Kontingent von Stettin zu klein um auch nur zu hoffen, der Hauptmacht des Feindes widerstehen zu können. Um in Sicherheit auf das Heer aus Jülich zu warten, zog man sich darob in eine angrenzende Grafschaft zurück und überließ dem Feind Stettin. Derweil war das Jülicher Hauptheer, 1.964 Seelen stark unter dem greisen Marschall Hartmann von Berg abgerückt.
Jülich, den 7. September 1095
Das Jülicher Hauptheer unter Hartmann von Berg zog unter dem Banner des Jülicher Löwen in die Schlacht bei Havelberg im Brandenburger Land. Den Brandenburgern konnte eine schwere Niederlage beigebracht werden, waren die Feinde doch dem Jülicher Heere weder an Mut und Tapferkeit, vor allem aber an Zahl, bei weitem nicht gewachsen. Der Feind, nur noch 885 Mann stark, flüchtete tief in die Grafschaft und wurde von den Unsrigen verfolgt.
Jülich, den 8. Oktober 1095
Bei Wahlbeck wurde der feige und nichtswürdige Feind erneut zum Kampfe gestellt. Erneut schlug Hartmann von Berg, der greise Kämpe, sie in die Flucht und zerstreute sie in alle Himmelsrichtungen wie ein Windstoß den reifen Löwenzahn. Zudem gelang es den Truppen von Hartmann und Graf Gerhard sich dort zu einem großen Heere zu vereinen.
Jülich, den 31.12.1095
Nichts vermochte den Jülicher Löwen zu bändigen!
Noch am Silvestertage gelang es den Unsrigen (ca. 2.000 Seelen) erneut das Häuflein feiger Tröpfe aus Brandenburg, nur noch ca. 800 Wichte stark, in der Schlacht von Sollin zu überwinden und aufzureiben.
Angesichts der gänzlichen Schwäche des Feindes entscheid Graf Gerhard, dass die Jülicher die Burgen des Feindes in der Grafschaft Brandenburg belagern sollten und Ferrer de Barcelona mit seinem Söldnerhaufen den Feind zu verfolgen habe.
Anno Domini 1096
Jülich, den 21.01.1096
Ferrer de Barcelona verfolgte die Reste des Feindes nach Havelberg und konnte sie in einer Schlacht erneut mit Leichtigkeit bezwingen
Sodann belagerten die Unsrigen feindliche Orte in Wolgast während der Söldnerhaufen nach Brandenburg zog, um die dortigen Burgen des Herzog Heinrichs zu nehmen.
Jülich, im August 1096
Gloria Victoria!
Der erste feste Platz des Feindes, nämlich Wolgast, ergab sich auf Gnade und Ehre dem Grafen Gerhard.
Jülich, im Dezember 1096
Erneut ergab sich eine Burg des Feindes unsrem Heer. Brandenburg kapitulierte vor den Reisigen des edlen Ferrer de Barcelona.
Anno Domini 1097
Jülich, im Januar 1097
Nichts und niemand vermochte das Jülicher Heer aufzuhalten. So fiel heute die Stadt Anklam in die Hände des Jülicher Löwen. Nun mag der Sieg über die hintervotzigen Brandenburger nicht mehr fern sein!
Jülich, im Juli 1097
Der Herr ist auf der Seite des Jülicher Löwen. Am heutigen Tage erreichte Jülich die Nachricht, dass Graf Gerhard den frechen Usurpator aus Brandenburg in die Knie gezwungen hatte.
Der Sieg war unser und Stettin blieb unser.
Jülich, im August 1097
Graf Gerhard ruhte nicht und machte sich daran seine Burgen und Städte zu verbessern. So gab er den Bau einer Steinmauer in Jülich in Auftrag. Beute aus dem Krieg gegen Brandenburg machte dies möglich, was lange brach gelegen hatte.
Anno Domini 1098
Nun sollten ein Jahrzehnt des Friedens folgen, dass gleichwohl nicht ruhig wie die Erft in den Jülicher landen dahin floss
Jülich, den 14. März 1098
Schlimme Nachrichten ereilten das hause Jülich. Sohn Wolfhard, der wohl fähigste der Söhne des Grafen Gerhard, zwar noch jung an Jahren aber gleichwohl schon ein befähigter Diplomat und Ränkeschmied, ward in die Grafschaft Luxemburg entsandt, um Ansprüche des Hauses Jülichs zu investigieren, und kam hierbei ums Leben. Für den Grafen Gerhard aber war trotz aller Geschichten und Narreteien, die die Luxemburger vorbrachten, klar wie ein Sonnentag im Januar, dass Wolfhard auf Geheiß von Herzog Hermann I von Luxemburg ermordet worden war. Fürwahr, ein schwerer Schlag, den das Haus Jülich getroffen hatte.
Zum neuen Agentenführer ward Georg von Brauweiler bestimmt, ein braver Mann, der indes Sohn Wolfhard keinesfalls vergessen machen konnte. Den Bischofssitz von Sohn Wolfhard nahm Sohn Eberhard ein.
Jülich, den 12. April 1098
Der Herr scheint die Jülicher ob ihrer Klagen wegen des Dahinscheidens von Wolfhard von Jülichgau erhört zu haben. Heute ward Graf Gerhard ein weiterer Sohn mit Namen Arnulf geboren. Wahrlich, der Graf zeichnet sich durch geradezu von Gott gesegnete Lenden aus, zählt er doch bereits 63 Lenze.
Anno Domini 1100
Ruhige Jahre flossen träge wie der Rhein im Sommer dahin. Graf Gerhard nutze die Zeit, um seine Landen auszubauen und nach Ansprüchen auf die Grafschaft Luxemburg zu forschen.
Jülich, im Juni 1100
Wahrlich, Graf Gerhard ist auch noch mit 65 Jahren ein vortrefflicher Mann und kühner Recke, wurde er doch zum Turnier des Kaisers gerufen und gelang es ihm zudem doch alle Gegner, hohe Herren aus dem ganzen Reich, in den Staub zu zwingen. Welcher Ruhm wurde dem Haus Jülich zu Teil als er zum Sieger des Turniers erkoren und bekränzt wurde!
Jülich, den 17. November 1100
Erneut wurde Graf Gerhard durch sein Weib Euphrosine, Prinzessin von Frankreich und Gräfin von Jülich, mit einem Kinde, nämlich Tochter Richara, beglückt. Hatte der Chronist die Manneskraft des Grafen gepriesen, so musste er doch auch den Liebreiz der Prinzessin und deren Künste aus dem Frankenreich erwähnen, die ihresgleichen suchen.
Anno Domini 1101 bis Anno Domini 1108
Friede herrschte in den Grafschaften des Grafen. Wuchsen auch Macht und Ehre des Grafen täglich, so nahmen seine Pläne zur Sicherung des blutig Errungenen keine weitere Gestalt an. Weder konnte er einen Anspruch auf das Herzogtum Köln vorweisen noch nahmen die Dinge in Bezug auf Luxemburg Gestalt an.
So entfaltete der Graf eine rege Bautätigkeit, die vor allem Steuern, Zölle und Truppen mehren sollte. Auch ließ er schwere Kavallerie ausbilden, um die Macht des Jülicher Heeres im Angriff anwachsen zu lassen.
Ende 1101 wurde dem Grafen zudem die große Ehre zuteil, dass ihn Kaiser Rudolf I der Große zu seinem Marschall ernannte, hatte sich doch offenkundig die Kriegskunst und Tapferkeit des greisen Grafes bis zu den höchsten Herren kundgetan.
So suchte Graf Gerhard danach, die Lebensgrundlagen der Jülicher zu verbessern und Reichtum und Macht des Hauses durch den Ausbau verschiedenster Einrichtungen zu mehren. Gleichwohl, mochte der Graf auch ein frommer Mann sein und nunmehr dem Frieden huldigen, so gefiel dies den Brandenburgern nicht. Es mag auch sein, dass sie die Friedlichkeit der Jülicher als Schwäche und fehlende Mannhaftigkeit sahen. Wie dem auch war, die Brandenburger entschlossen sich, wieder Händel mit dem Hause Jülich um Stettin zu suchen.
Jülich, den 27. März 1109
Und so erreichte den Grafen Gerhard an jenem Tage Emissäre aus dem fernen Brandenburg, die erneut die Übergabe der Grafschaft Stettin mit frechen Worten forderten. Graf Gerhard indes war nicht der Mann, der sich derart foppen ließ. Die Emissäre ließ er alsbald aus der Burg und in den nächsten Misthaufen expedieren. So hatten sie zwar keine fremden Äcker aber doch etwas Dünger für die eigenen erlangt, und niemand hätte den Grafen einen geizigen Mann schimpfen können.
Graf Gerhard ließ die Wehrpflichtigen sich rüsten und die Verbündeten zum Streite rufen. Erneut jedoch luden die Brabanter Schande auf ihr Haupt, zeigten sie doch wiederum keine Bündnistreue. Unser Graf nahm sich vor, es Graf Hendrik von Brabant beizeiten kräftig einzuschenken.
Von anderem Holze war indes der Baron von Aarschot geschnitzt, der sich dem Jülicher Wappen anschloss und die seinen sich gürten ließ.
Auch Sohn Gerhard, Herrscher über Lüttich erkannte seine heilige Pflicht und trat dem Vater im Kampfe zur Seite. Und schließ kam auch Kunde von der holländischen Küste, Kunde, nämlich dass Herzog Robert von Holland ein rechtschaffener, ehrlicher, frommer und treuer Mann sei, so er sich doch auch mit den Seinem dem Kampf der Jülicher gegen die verräterischen Brandenburger anschloss.
Nachdem man alles zum Kampfe gerichtet hatte, zog das Jülicher Heer, wohl 1.300 Mann stark zusammen mit den Holländern des Herzogs Robert, wohl 840 Mann, gen Nordosten die Brandenburger, die wohl ungefähr 1.170 Mann aufbieten konnten, zum Kampfe zu stellen.
Das Stettiner Kontingent zog sich aus der Grafschaft zurück, der Not gehorchend, war man doch zu schwach das Brandenburger Heer aufzuhalten. So belagerte der Feind seit Juni 1109 Stettin.
Jülich, im April 1109
Nikolaus der I., Herzog über Niederlothringen erwies sich als ein hintertückischer Halunke, der wohl mit dem Bocksfüßigen im Bunde stand. Der hintervotzige Schurke überfiel im Schutze des Krieges mit Brandenburg Sohn Gerhard in dessen Lütticher Besitzung. Nur der Herr weiß, wieso Sohn Gerhard nicht seinen Vater und andere Verwandte zur Hilfe rief. War er so hoffärtig, dass er glaubte Nikolaus alleine entgegentreten zu können, oder ward ihm sein Hirn durch den dauernden übermäßigen Genuss von Wein und Bier so erweicht, dass er meinte, den Kampf allein zu bestehen?
Jülich, den 3. Juli 1109
Es gelang alle Truppen der Jülicher in Wolgast zu vereinen. So suchte man die Schlacht mit dem Feind und zog, nun etwa 2.100 Mann stark nach Stettin.
Jülich, den 23. August 1109
In der Schlacht führte der greise Hartmann von Berg, wohl über 70 Jahre alt, den starken linken Flügel der Jülicher und vermochte die Feinde zu zerschmettern. Nur etwa 400 Mann des Feindes entkamen den Unsrigen und flüchteten in voller Auflösung nach Wolgast.
Jülich, den 9. September 1109
Hartmann von Berg ließ nicht locker und führte eine scharfe Verfolgung des Feindes nach Wolgast an. Dort gelang es, die versprengten Reste des Feindes zum Kampfe zu stellen und sie wie überfrorenen Pulverschnee in alle Winde zu zerstreuen.
Jülich, den 16. Oktober 1109
Gleichwohl, Hartmann von Berg ließ dem Häuflein brandenburgischer Tröpfe keine Ruhe, verfolgte sie weiter und vermochte sie in der Schlacht von Stralsund endgültig zu zernichten.
Jülich, im Oktober 1109
Böse Kunde erreichte uns aus Lüttich. Der unglückliche Sohn Gerhard hatte dem an Köpfen weit überlegenem Heer aus Niederlothringen nicht widerstehen können. Ergo hatte Sohn Gerhard die Grafschaft verloren und Nikolaus wohl wieder zurück gewonnen, was Graf Gerhard ihm im blutigen Kampfe abgerungen hatte.
Jülich, den 4. November 1109
Düsternis legte sich – gar trefflich passend zum Monat November – schwer über die Jülicher Lande. Fernab von der heimatlichen Burg Nideggen erkrankte Graf Gerhard im hohen Alter von 74 Jahren und wurde von der Krankheit hinweggerafft wie ein Baum vom Holzfäller. So verschied er in fernen Landen, wohl von der Krankheit aber nie im Kampfe besiegt.
Nachfolger des Grafen wurde sein erstgeborener Sohn Gerhard, ein schwacher Mann von 52 Jahren mit mediokren Fähigkeiten, von Gier und Zorn getrieben und ein Trunkenbold sondergleichen vor dem Herrn. Um die Dinge aber noch ärger zu machen, hatte Graf Gerhard der Jüngere lange Jahre am Rockzipfel seiner irischen Amme gehangen. So lauschte er irischen Weisen und Gesängen, kleidete sich fremdländisch und nahm diese welsche Kultur an. War auch die irische Amme eine Frau von vorzüglichen Fähigkeiten, war der Sohn indes doch recht beschränkt im Geiste und hatte wenig von der Amme gelernt. So hatte die Wahl der Amme durch den Vater nicht nur nichts genutzt sondern noch geschadet, alldieweil sämtliche Vasallen recht erzürnt über die fremden Sitten des neuen Grafen waren.
Zudem, der alte Graf hatte es nicht vermocht eine Herzogswürde für seine Ländereien zu erlangen. So zerfiel das blutig Erkämpfte und wurde unter seinen Söhnen, so sie noch nicht mit einem Kirchenamte bestallt waren, aufgeteilt.
Gerhard, der neue Herrscher, erhielt die Grafschaften Jülich und Loon, Arnulf, sein kindlicher Bruder Köln und Stettin. So endete auch der Krieg mit Brandenburg für Gerhard den Jüngeren, herrschte er doch nicht mehr über Stettin, das an seinen Stiefbruder Arnulf gefallen war.
Schnell zeigte sich, dass unruhige Zeitläufte wegen des Unmutes der Vasallen bevor standen. Eine Kabale gegen Grafen Gerhard konnte noch rasch aufgedeckt und beendet werden, in der der Verwalter des Grafen, Archambaud de Laroche, den Versuch unternahm, die Ehefrau des Grafen zu ermorden. Der Verwalter wurde eingekerkert und es erwies sich rasch, dass sein Geist wohl unrettbar verwirrt war. Er sollte im Kerker sein armseliges Leben aushauchen.
Um die Vasallen zu besänftigen, ließ Graf Gerhard reichlich Geschenk und Ehrentitel an sie verteilen. Allein, diese Dinge erwiesen sich als winzige Tropfen auf einem heißen Stein.
Jülich, im November 1109
Noch in diesem Monat wurde die Vermählung von Sisuile Nic Gerhard, der Tochter des Grafen Gerhard mit Leopold Billungen, dem Nachfolger des Herzogs von Braunschweig, bekannt gegeben.
Nur wenig später wurde die Heirat von Mael Ruanaid, Sohn des Grafen Gerhard und der Erbe von Jülich, mit Ulrike von Zähringen, versehen mit Ansprüchen auf die Herzogtümer Baden, Verona und Kärnten sowie auf die Grafschaft Kärnten, verkündet. Zudem, erwies sich die Maid als sehr geschickt in kabalistischen Angelegenheiten und großer Belesenheit selbst in kriegerischen Dingen. So hoffte man im Hause Jülich auf Nachfolger mit günstigen und großen Eigenschaften. Und so viel vermag der Chronist zu verkünden, dass Ulrike von Zähringen im großen Maße die künftigen Geschicke des Hauses Jülich beeinflusse sollte.
Im November gelang es Mikolas von Kolbatz, dem Agentenführer des Grafen Gerhard, eine erneute Verschwörung gegen den Grafen aufzudecken. Diesmal trachtete gar Bruder Eberhard, der Bischof von Brauweiler, dem Grafen selbst nach dem Leben. Da der Bruder sich in den Kölner Landen aufhielt, konnte man aber nicht seiner habhaft werden.
Graf Gerhard suchte nach Wegen, die Vasallen günstig zu stimmen, und so den sich anbahnenden Kabalen den Grund zu nehmen. Allein es war zu spüren, dass dies noch einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Ihm dünkte es, der rechte Weg bestünde darin, Ruhm und Ehre zu suchen, um den Vasallen zu beweisen, dass er der rechte Mann am rechten Orte sei. Und so entsendete er seinen Kanzler wohl nach Luxemburg, um Ansprüche auf diese Grafschaft zu begründen. Der Herzog von Luxemburg, Giselbert der I., war nämlich zugleich Herzog von Köln und so vermochte dessen Schwächung wohl auch die Aufgabe erleichtern, selbst Herzog von Köln zu werden. Kanzler Gerlach von Prüm, der Bruder des Grafen, wurde mit dieser Aufgabe versehen und reiste in das Land am und im Ardenner Wald.
Anno Domini 1110
Den neuen Grafen trieb weiter die Angst vor seinen Vasallen. Unruhig hoffte er auf einen baldigen Krieg mit und Sieg über Luxemburg.
Jülich, den 8. Februar 1110
Nun zeigte sich, welch ein Mann wohl Bruder Gerlach gewesen wäre, wäre er nicht nur der Zweitgeborene des alten Grafen Gerhard gewesen. In kürzester Zeit vermochte Gerlach Dokumente vorzuweisen, die recht artig die Ansprüche der Jülicher auf Luxemburg begründeten.
Graf Gerhard, auf der Suche nach Ruhm, zögerte nicht lange.
Jülich, den 21. Februar 1110
Heute warf Graf Gerhard Herzog Giselbert den Fehdehandschuh entgegen, den dieser auch bereitwillig entgegennahm. So brach also der Krieg um Luxemburg aus.
Indes, der Krieg begrenzte sich nicht auf Luxemburg. Es zeigte sich alsbald, dass Graf Gerhard den Luxemburger gröblich unterschätzt hatte. Dieser blieb nicht ruhig wie eine Ente auf dem See, sondern sandte rasch Boten an seine Verbündeten aus. Herzogin Cecile die I. von Susa, Baroness Berchte von Görtz wie auch Graf Gebhard von Nürnberg, ehrten ihr Bündnis mit Giselbert und traten an seiner Seite in den Kampf ein. Heere aus allen Richtungen des Reiches marschierten auf Jülich!
Auch Graf Gerhard hatte Verbündete, in stattlicher Zahl, nämlich Theodorich Billung, Herzog von Braunschweig, Halbbruder Arnulf von Jülichgau, Graf zu Köln und zu Stettin, Hendrik I Reginar, Herzog zu Brabant, Halbbruder Rupert von Jülichgau, Bischof von Wollin, Bruder Gerlach von Jülichgau, Bischof von Prüm, Halbbruder Eberhard von Jülichgau, Bischof von Brauweiler und zudem Barnaerd Reginar, Baron von Aerschot. So war Graf Gerhard frohen Mutes.
Gar roh wurde Graf Gerhard aus seinen Träumen gerissen als allein Bruder Gerlach zu ihm stand und am Kampfe teilnahm! So verhasst war Graf Gerhard, dass kein anderer Verbündeter sich durch das Schutz- und Trutzbündnis veranlasst sah, den Grafen zu unterstützen. Graf Gerhard mußte in die Schatztruhe greifen und konnte nur durch das Anwerben von Söldnern aus dem fernen Britannien die Übermacht des Feindes ausgleichen.
Jülich, im März 1110
Dem anrückenden Feind wichen die Jülicher Recken aus, um in Kölner Land abzuwarten bis die Söldner vollständig gerüstet waren. Bald erschienen Krieger unter dem Luxemburger Wappen im Jülicher Land und belagerten Burg Nideggen.
Jülich im Mai 1110
Gloria Victoria!
Auch unter Graf Gerhard dem Jüngeren, schienen die Jülicher Truppen unbesiegbar zu sein. Geführt von Marschall Hesso von Stettin, dem Bischof von Hasselt im Looner Land, traten die Jülicher dem Luxemburgischen Heer entgegen. Vor Prüm konnten die Feinde geschlagen werden.
Sodan sandte Graf Gerhard die Söldner aus, den geschlagenen Feind zu verfolgen und nicht locker zu lassen. Er selbst zog mit den Jülichern der Schar des Grafen Gebhard von Nürnberg entgegen, die 500 Mann zählte. Auch diese Schar des Feindes konnte zersprengt werden.
Jülich, im Juli 1110
Die Söldner des Grafen blieben auch in den Schlachten von Goch und Maastricht gegenüber dem Feinde erfolgreich. Graf Gerhard heftete Sieg um Sieg an sein Banner und mochte langsam glauben, dass die Meinung der Vasallen über ihn stieg.
Jülich, im August 1110
Weiter und weiter wurden die geschlagenen Feinde verfolgt und wieder in eine Schlacht getrieben, die sie nur verlieren konnten. So gelang es den Söldnern vor den Toren von Jülich den Feind erneut in den Sand zu schleudern.
Jülich, im September 1110
Weiter setzten die Söldner dem Feinde nach und stellten ihn in der Nähe von Loon zur Schlacht. Mit 1.600 Mann traten die Unsrigen gegen die 400 verbliebenen Luxemburger an, denen nichts als die schiere Flucht blieb.
Anno Domini 1111
Das neue Jahr brach an, ein Jahr das Mord und Totschlag bringen sollte, schlimmste Kabalen, Krieg, Untergang und wohl auch Triumpf, ein Jahr, dessen man sich wohl immer in den Jülicher Landen erinnern sollte.
Jülich, den 11. Juni 1111
Die eigenen Söldner waren nach Luxemburg gelangt und belagerten die Stadt selbigen Namens. Graf Gerhard war es im Sommer gelungen feindliche Truppen aus Nürnberg bei Ellwangen zu stellen. Die Schlacht tobte nicht lange und schon bald durchbrachen die Unsrigen die Reihen der Feinde, schlugen sie zu Boden und trieben sie in eine ziellose Flucht vom Felde der Ehre
Noch am selbigen Abend bezog der Graf ein Lager in einem eroberten Wachturm und wollte von einem Wehrgang aus die Umgebung für die Märsche des folgenden Tages inspizieren, als der Wehrgang einstürzte und den Grafen unter sich begrub. Dieser überlebte den Sturz aus einiger Höhe nicht. Eine Investigation brachte zu Tage, dass Stützbalken angesägt waren. Der Graf ward ergo gemordet worden!
Indes, die Häscher vermochten den Täter nicht zu demaskieren. Mochte Halbbruder Eberhard mit einer Kabale erfolgreich gewesen sein? Oder war es die Tat anderer Attentäter, die noch nicht in Erscheinung getreten waren? Der Graf hatte viele Feinde, sodass nie eruiert werden sollte, wer den Grafen schließlich zu Tode gebracht hatte.
Zu Trauer war keine Zeit und noch auf dem Schlachtfeld von Ellwangen ward Mael Ruanaid, der bucklige Erstgeborene des ermordeten Grafen als neuer Herrscher über Jülich ausgerufen.
Mael Ruanaid, auch unter irischem Einfluss erzogen, war ein Mann von begrenzten Fähigkeiten, der ein wenig des Lesens und Schreibens mächtig war. Mochte man ihn wohl kaum als Gelehrten bezeichnen und auch nicht als gebildet nennen, so hatte er doch eine gewisse Gewitztheit. Schon bald sollte sich herausstellen, dass man den neuen Grafen nicht gering schätzen durfte, was allerdings bei vielen Fremden ob seiner Verunstaltung geschah.
Jülich im Oktober 1111
Während das Jülicher Heer die Verbündeten des Feindes vertrieb, hatten die Söldner Luxemburg belagert. Im Oktober schließlich gaben die eingeschlossenen und halb verhungerten Feinde in Luxemburg auf und wenige Tage später sollte sich der Herzog von Luxemburg dem neunen Grafen von Jülich beugen.
Durch glückliche Fügung konnte Graf Mael Ruanaid bereits wenige Woche nach Übernahme der Herrschaft einen bedeutenden Sieg erringen und so Ruhm und Ehre für das Jülicher Haus erkämpfen. Er hätte sich gar zum Herzog von Luxemburg ernennen können, allein der Schatz war durch den Krieg verbraucht und der Graf konnte die umfänglichen Zeremonien nicht vergüten.
Gleichwohl, hielt der Graf eine Hofjagd und ein großes Festgelage ab, um den Sieg gehörig zu feiern und seine Vasallen günstig zu stimmen. So wurde der Graf von den seinen weitaus freundlicher aufgenommen als sein unglücklicher Vater, der nur 2 Jahre zu herrschen vermochte.
Unsichere Zeiten schienen über das Reich hereinzubrechen. Es erreichte den Chronisten die Nachricht, dass Kaiser Rudolf I., der Große genannt, seinen letzten Hauch getan hatte. Theodorich I. aus dem Haus der Salier wurde zum Nachfolger bestimmt, ein Bürschlein gerade zum Manne gereift.
Jülich, im Februar 1112
Der Chronist musste eingestehen, dass er Theodorich wohl unterschätzt hatte. Der junge Kaiser herrschte zielstrebig und mit harter Hand. So riss er im Februar die Herzogswürde über die Kölner Lande an sich. Wollte Graf Mael Ruanaid diese Würde selber erringen, so musste er nunmehr Händel mit dem Kaiser höchstselbst wagen, ein Unterfangen, auf dass sich unser Graf nicht einlassen wollte, schien die Niederlage in einem solchen Kampf doch unausweichlich zu sein.
Jülich, im Dezember 1112
Mit großem Wohlgefallen verbreitetet sich unter den Vasallen des Grafen, dass dieser nicht mehr der welschen Sitte aus dem fernen Irland nacheiferte sondern teutsche Tracht anlegte und teutsche Gebräuche übte.
Jülich, im Juli 1113
Aus dem fernen Rom wurde die Kunde durch Boten in alle Herren Länder getragen. Papst Sergius der V starb und zwar, was die gesamte Christenheit tröstlich stimmte, eines natürlichen Todes. Zum Nachfolger wählte die Konklave Sylvester den IV. Da es zurzeit als dringender erschien die Beziehung zu den eigenen Bischöfen zu verbessern, wurde kein Vertreter des Hauses Jülich an den päpstlichen Hof entsandt.
Ulrike von Zähringen war des Lesens und des Schreibens mächtig. War dies auch für ihren Aufgaben als Gräfin von Jülich hilfreich, so zeitigte es aber auch Folgen, die den Bestand des Hauses Jülich bedrohen sollten. Die Herzogin entwickelte eine Leidenschaft für romantische Minne-Gesänge, die sie gänzlich in lodernde Wallungen versetzte, und die Graf Mael Ruanaid wegen seiner unglückseligen Verunstaltung durch einen Buckel, nicht recht zu stillen vermochte.
Jülich, im August 1113
Das Reich wurde von inneren Unruhen erfasst als Herzogin Alic I von Dauphine gegen Kaiser Theodorich I um ihre Unabhängigkeit in den Krieg zog. War dieser Streit auch recht weit von den Jülicher Landen entfernt, so erfasste die nächste Fehde im Reich unmittelbar die Interessen des Hauses Jülich. Niederlothringen trat gegen Köln an, um es unter seine Herrschaft zu zwingen. Nicht nur dieser Streit betraf das Haus Jülich. Erneut erfrechten sich die Brandenburger Stettin und damit einen Verwandten des Grafen anzugreifen. Weitere Fehden brachen aus, sodass erneut das Reich in Chaos stürzte und die Herrschaft des jungen Kaisers wohl auf tönernen Füßen stand.
Jülich, im Oktober 1113
Waren auch die Dinge des Reiches in Aufruhr, brandschatzte, raubte, plünderte und schändete man im Reich wohl nach Herzenslust, so gab es doch auch gute Dinge zu vermelden. Graf Mael Ruanaid ward ein Sohn, Baldewin mit Namen, geboren. So schien der Fortbestand dieser Linie des Hauses Jülich gesichert zu sein.
Jülich, im Dezember 1113
Graf Mael Ruanaid zog sich an diesen dunklen Dezembertagen immer wieder in eine Kemenate zurück und grübelte über die Geschicke des Hauses Jülich. Niederlothringen hatte sich Köln zurück geholt und Graf Arnulf von Stettin ward zum Vasallen des Herzogs von Brandenburg geworden. Herzogswürden über Köln oder Luxemburg schienen zunächst nicht in greifbarer Nähe zu liegen. So suchte der Graf nach anderen Wegen den Ruhm und die Ehre des Hauses Jülich zu mehren. Hierbei kamen ihm die Ansprüche seines Eheweibes Ulrike auf Baden, Kärnten und Verona recht. Sah es doch so aus, dass insbesondere das Herzogtum Baden klein und schwächlich und den Jülichern kaum Widerstand hätte leisten können. Dies hätte zwar nicht für den Grafen selbst doch für seinen Nachfolger die Herzogswürde bedeuten können. Hinzu kam, dass der Schatz des Grafen stattlich gefüllt war, da man in Loon gerade Steuern eingetrieben hatte. Zudem, die Badener waren in Fehden mit Kärnten und Dauphine verwickelt worden, und geschwächt.
So ward den Badenern der Fehdehandschuh entgegen geschleudert und wurden die Söldner von Lukas de Penthrieve angeworben, war doch der edle Ferrer de Barcelona bereits zu unserem Herrn gerufen worden oder aber zum Bocksfüßigen eingefahren.
Schon bald erreichte das Jülicher Heer – Verbündete hatte man nicht gerufen – das Badener Land. Die feindlichen Truppen waren allerdings im Kärntner Feldzug und standen weiter südöstlich in den Alpen. So zog das Jülicher Herr weiter und zerschlug das feindliche Heer in der Schlacht von Ossiach.
Im Februar 1114 gelangten die Jülicher Kämpen dann nach Baden und belagerten die Stadt Baden.
Jülich im Mai 1114
Gesandte des Adels aus Luxemburg erschienen auf Burg Nideggen. Sie sprachen wegen eines delikaten Begehrens vor. In langen Studien über die Privilegien des Adels in Luxemburg hatten sie ein besonderes Recht gefunden, dass ihnen – so behaupteten sie – seit altersher zustände. Sie nannten es das ius primae noctis und beinhaltete das Recht, jeder gemeinen Maid, die zu heiraten wünschte, als erster Mann beizuwohnen.
Dem Grafen war es fremd, sich mit Mägden und anderen Dirnen zu vergnügen, doch hatten die Luxemburger offenkundig am Umgang mit dem Plebs eine besondere Freude. Da ihm viel daran gelegen war, die Adeligen Luxemburgs günstig zu stimmen, stimmte er dem Anliegen der Luxemburger Adeligen, mochte es ihm auch absonderlich erscheinen, zu. Seinen Marschall sandte er sogleich nach Luxemburg, um eventuellen Aufruhr im Keime zu ersticken.
Jülich, den 25. September 1114
Der Feldzug in Baden ging erfolgreich voran. Am heutigen Tage kapitulierte die Stadt Baden vor dem Heer unseres Grafen.
Jülich, den 19. Dezember 1114
Der Herr sei gepriesen. Unser Graf wurde heute Vater eines kräftigen Sohnes, der den Namen Markward tragen wird. So wurde die Linie unseres Grafen gesichert und ganz Jülich hofft, dass der Graf den göttlichen Beistand habe, eine weise Erbregelung zu treffen.
Anno Domini 1115
Und so brach ein neues Jahr heran, dass im Zeichen der Fehde mit Baden stand.
Jülich, 26.03.1115
Wieder waren die Jülicher Banner siegreich. Nach mehrmonatiger Belagerung ergab sich nun die Abtei Wimpfen unseren Kriegern.
Weitere Ereignisse von größerer Bedeutung waren in diesem Jahr nicht zu verzeichnen.
Anno Domini 1116
Jülich, den 24 Januaer
Nun danket alle Gott. Mit dem Sieg bei der Belagerung von Pforzheim wurde der Krieg gegen Baden gewonnen und Ulrike von Zähringen zur Herzogin von Baden.
Indes, dieser Sieg bedeutete für Jülich noch lange keinen Frieden. Graf Rudolf von der Steiermark gierte nach der Herzogswürde über Baden und führte gegen Ulrike von Zähringen die Fehde weiter. Die Zahl der Kämpen des Grafen Rudolf schien begrenzt zu sein, so stand Graf Mael Ruanaid seinem Eheweibe in dem Kampfe bei und entließ die Söldner, dünkten ihm die Jülicher doch ausreichend stark zu sein.
So zog man unter dem Jülicher Löwen in die Alpen um die Steiermark zu verheeren.
Anno Domini 1117
Erneut bedachte der Herr unseren Grafen mit einem Sohn, der den Namen Eginolf tragen sollte.
Da die Truppenstärke durch Krankheit abgesunken war, rief Graf Mael Ruanaid Söldner aus der Bretagne ein.
Anno Domini 1118
So verstärkt gelang es dem Jülicher Heer im Frühjahr 1118 die Belagerung von Eppenstein siegreich zu beenden. Dieser Schlag traf Graf Rudolf augenscheinlich schwer, denn im Juni diesen Jahres winselte er um Frieden.
Wenn auch die Jülicher sich im Kampf als hartnäckig erwiesen hatten, so murrte das Volk nun doch über die lange Zeit des Krieges. Allein, Herz und Seele der Herzogin Ulrike waren verhärtet und sie ward von Hoffart gepackt. Von Leidenschaften und Ehrgeiz ergriffen, erklärte sie nun ihrerseits Kärnten die Fehde und bat ihre Gatten, unseren Grafen Mael Ruaniad, um Waffenhilfe, der ihr diese nicht versagen mochte.
Anno Domini 1119
Jülich, den 25. Juni 1119
Heute bedachte unser aller gnädigster Herr den Grafen und sein Eheweib Ulrike mit einem Töchterlein, Hildegard mit Namen.
Anno Domini 1120 Jülich, den 9. April 1120
Frohe Kunde errreichte den Grafen aus den fernen Alpen. Klagenfurt, und damit die erste Feste des Feindes, ward erstürmt.
Jülich, im Juli 1120
Nun endlich machte die Fehde gegen Kärnten Fortschritte . In diesem Sommer vermochte der Graf die feindlichen Krieger in den Schlachten von Friuli und Krainburg zu werfen und zu zerstreuen. Schwach an Zahl und Mut leisteten sie nur wenig Widerstand.
Sodann begann man die Burgen in Kärnten zu belagern, konnte aber in diesem Jahr keine Erfolge mehr erzielen.
Anno Domini 1121
Jülich, im Januar 1121
Im Westen der Grafschaft tobte der Kampf zwischen Niederlothringen und Graf Arnulf, dem Onkel des Grafen um die Herrschaft über Köln. Graf Arnulf fragte bei den Jülichern nicht um Hilfe nach. So konnte Graf Mael Ruanaid vermeiden, diese Bitte ablehnen zu müssen, waren doch alle Kräfte derer von Jülichgau im Kampfe mit Kärnten eingespannt, um nicht zu sagen überspannt.
Graf Arnulf allein konnte indes dem weit überlegenem Heer aus Niederlothringen nicht widerstehen und so ward er aus seiner Herrschaft vertrieben. So endete die Herrschaft von Jülichgauer Grafen über Köln und der Niederlothringer hatte seine Macht erheblich erweitert.
Jülich, im Februar 1121
Endlich, endlich erzielten die tapferen Jülicher Fortschritt im Kampf mit Kärnten. Auersperg ergab sich auf Wohl und Wehe unserem Grafen.
Jülich, im November 1121
Wahrlich dieses Jahr sollte weitere freudige Ereignisse für unseren Grafen Mael Ruanaid zeitigen. So ward ihm im am 13. November sein Sohn Dietpold geboren und am gleichen Tag erreichte uns die Nachricht, dass die Jülicher Truppen auch in der Belagerung von Görz erfolgreich waren.
So endete das Jahr 1121 als eines, dass Gottes Segnung des Hause Jülichgau allen Christenmenschen deutlich machte.
Anno Domini 1122
Jülich, im Frühjahr 1122
Auch dieses Jahr des Herrn begann in dem Lichte, in dem das Alte geendet hatte. Der Herr schlug den Feind mit Hilfe seiner Jülicher Truppen in der Schlacht von Undine. Im März ergab sich der Fürst von Kärnten unseren Truppen und so konnte der Krieg siegreich für Herzogin Ulrike beendet werden. Friede war eine dringende Aufgabe für Graf Mael Ruanaid, denn der gräfliche Schatz war fast erschöpft.
So war es ein schwerer Schlag für das Haus Jülich als im April der Herzog von Oberburgund der Herzogin Ulrike die Fehde um Kärnten erklärte .Unser Graf ward von Zweifeln gepeinigt, ob er seinem Eheweib zu Hilfe eilen sollte, da doch der Herzog von Oberburgund gar mächtig war und die Herzogin Ulrike bereits eine Schlacht gegen den Oberburgunder verloren hatte, also Hilfe aus Baden nicht mehr zu erwarten war. Schweren Herzens entscheid sich Graf Mael Ruanaid dem Herzog von Oberburgund den Fehdehandschuh überbringen zu lassen und erneut ins Feld zu ziehen, denn einerseits wollte er die Zuneigung von Ulrike nicht verlieren und andererseits das teuer Erkämpfte nicht wieder so baldigst hergeben. Zu viele Jülicher hatten hierfür ihr Leben gelassen. So gürtete sich Mael Ruanaid mit grimmiger Entschlossenheit nach außen, doch mit banger Furcht über den ungewissen Ausgang dieses Abenteuers.
Es heißt in den Schriften der Weisen: Du sollst die Schlange nicht deshalb gering achten, weil sie keine Hörner hat.
Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein gewaltiger Drache wird, so wie aus einem einzigen Mann eine ganze Armee werden kann.
So zogen die Jülicher Kämpen im Frühling diesen Jahres nach Süden, den Alpen entgegen, um dort den Feind zu schlagen, hatte sich doch dass Oberburgunder Heer dort versammelt, um Kärnten zu verheeren. Schweren Herzens entschloss sich Graf Mael Ruanaid Krieger anzuwerben, schien das eigene Herr doch zu klein zu sein, um die feindlichen ´Truppen schlagen zu können. So wurde der gräflich Schatz aufs Äußerste beansprucht. Das Gold rann dem Grafen für die Löhnung durch die Finger und schon in wenigen Monaten schien er gänzlich erschöpft zu sein.
Jülich, den 21.5.1122
Welch glorreichen Sieg in der Schlacht von Klagenfurt vermochte unser Graf zu erkämpfen! Waren auch die Jülicher Truppen von der Zahl dem Feinde unterlegen, überragte sie den Feind indes deutlich an Tapferkeit. Und so wurde der Feind geworfen wie einst die Philister durch die Krieger Israels.
Jülich, den 13. Januar 1122
Das Jülicher Heer verfolgte den fliehenden Feind und konnte ihn in der Schlacht von Krainburg erneut besiegen. In der Schlacht gelang es dem Grafen Mael Ruanaid sogar den feindlichen Heerführer, Reinhard von Zähringen zu fangen. Dies war göttlicher Beistand in höchster Not, denn so vermochte man ein Lösegeld von 46 Goldstücken vom Feind erpressen. So ward die Besoldung der Reisläufer just im rechten Moment vom Feinde selbst bezahlt!
Der Söldnerhaufen verfolgten den Feind, die Jülicher Streitmacht belagerte dagegen die festen Plätze des Oberburgunders.
Jülich, den 1. Juli 1122
Der Jülicher Löwe ließ nicht locker und dem Feind keine Ruhe. Scharf verfolgte man den fliehenden Feind und konnte ihn bei Fiume erneut stellen und in den Staub werfen.
Jülich, den 22.07.1122
Immer weiter folgte man das schwindende Häuflein des Feindes und vermochte sie in der Schlacht von Görz erneut zu bezwingen. Den Tag zuvor hatte die oberburgundische Besatzung von Bellinzona in den Tessiner Landen vor den Jülicher Truppen kapituliert.
Anno Domini 1123
Der Krieg gegen Oberburgund schritt nur langsam voran. Der Feind rekrutierte weitere Truppen und Graf Mael Ruanaid musste Belagerungen abbrechen, um dem Feind ein überlegenes Heer entgegen werfen zu können und konnte gleichwohl nur kleinere Streitkräfte des Feindes angreifen. So musste Graf Mael Ruanaid mit den Oberburgundern Katz- und Maus spielen, wobei den Jülicher Kämpen die unglückselige Rolle der Maus zugewiesen ward.
Jülich, den 13. November 1123
Auch in diesen schweren Zeiten gab der der Herr den Unsigren ein Zeichen, dass er auch weiterhin an ihrer Seite stand. So ward dem Grafen im dunklen November wie ein Licht in der Nacht ein Töchterlein, Helene mit Namen, geboren.
Anno Domini 1124
Jülich, den 21.01.1124
Im Winter gelang es dem Grafen ein Entsatzheer des Feindes allein zu stellen und in der Schlacht zu Görz vernichtend zu schlagen. Gleichwohl, der Krieg zog sich weiter hin.
Jülich, im März 1124
Der Verwalter des Grafen zeigte, dass er zu Recht vom Grafen für diese Ratsposition erwählt worden war, unterbreitete er doch dem Grafen gewitzte Einfälle, um Kosten und Ertrag der Ländereien zu steigern. Indes, die fast leeren Schatztruhen unsere Grafen ließen es nicht zu, sofort zur Tat zu schreiten
Jülich, den 1. August 1124
Der Herr sei gepriesen:
Uns erreichte die Kunde, dass Oberburgund unserem Grafen einen weißen Frieden anbot. Graf Maid Ruanaid ergriff beherzt die Möglichkeit, um seinen Landen den lang ersehnten Frieden zu verschaffen. Zur Feier dieses Ereignis ließ unser Graf überall in den Jülicher landen die Glocken läuten.
Anno Domini 1225
Ein Jahr des Friedens für Jülich. Äcker wurden bestellt, die Ernte eingefahren und unser Graf suchte das blutig Erkämpfte zu sichern und auszubauen. Um sich die Mittel hierfür zu verschaffen suchte er Steuern im reichen Loon einzutreiben und entsandte seinen Verwalter.
Anno Domini 1126
Der Looner Pöbel erdreistete sich unseren Verwalter in den Kot zu werfen und in nach Verabreichung einer gehörigen Tracht Prügel des Landes zu verweisen. Unser Graf indes ist der Letzte, der sich derart foppen ließe. So schickte er seinen Marschall Hesso von Stettin, den Bischof von Hasselt, nach Loon um den Pöbel christliche Demut zu lehren. So ward die Revolte bis zum 26. Januar niedergeworfen. Die Aufrührer knüpfte man an die nächsten Eichen am Wegesrand, den Loonern zur Warnung.
Jülich, im Februar 1126
Margareta, Gräfin von Hainault, suchte die Fehde mit dem König des Frankenreiches und des Herzogs von Aquitanien und trachtete danach, ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen. Unser Graf wartete ab, sah er doch die Aussichten der Gräfin als gering an, wenn auch im Frankenreich große Unruhe herrschte.
Jülich, im Mai 1126
Marschall Ibrahim ward beim Grafen vorstellig, um Vorschläge zur Reformierung des Heerwesens zu unterbreiten. Glücklich, wer einen solch gewitzten Marschall hat. Graf Mael Ruanaid zögerte nicht, die Ideen des Marschalls umzusetzen, füllten sich doch die Schatztruhen in diesen lang ersehnten Friedenszeiten.
Jülich, den 9. November 1126
Gott der Herr hat in seinem unermesslichen Ratsschluss Papst Sylvester zu sich gerufen. Die Konklave wählte Marinus zu seinem Nachfolger und sogleich trachtete der Graf danach, sich beim neuen Papste im rechten Lichte zu zeigen. So ward der Hofprediger in die ewige Stadt entsandt, Papst Marinus zu unterrichten, was für ein vortrefflicher Christenmensch unser Graf und seine Sippschaft sei.
Im gleichen Monat ward dem Hause Jülichgau wahrlich große Ehren zu Teil. Die Tochter Mairead unseres Grafen wurde mit Kaiser Theoderich, der kaum 17 Lenze zählte und dennoch schon der Große genannt wurde, verlobt. So erschallte der Namen der Jülichgauer überall im Reich und auch noch über dessen Grenzen!
Nun sollte sich rächen, dass Ulrike von Zähringen lesen gelernt und eine Grille für Minnegesänge erlangt hatte. Wohl enttäuscht über ihren Gatten, der in der Tat recht entstellt und wenig lieblich anzusehen war, vielleicht hatte aber auch der Bocksfüßige seine Hände im Spiel, gab sich die Herzogin von Baden der Minne mit einem unbekannten Adeligen hin, was nicht ohne Folgen bleiben sollte.
Jülich, den 28.09.1127
Heute kam die Herzogin mit einem Knaben nieder. Der Graf, ahnend, dass es ein Kind der Schande war, stellte die Herzogin unter Androhung der peinlichen Befragung zur Rede. So stellte sich heraus, dass die Herzogin, war das Ganze auch ein ungeheuerlicher Vorgang, der dem Grafen die Ehre abschnitt, gleichwohl zumindest guten Geschmack und wohl auch die Interessen des Hauses Jülichgau im Blicke hatte, war der Vater des Balges doch kein geringerer als Kaiser Theoderich selbst. Der Kaiser, ein Jüngling von 18 Jahren, war den Reizen der Herzogin, einer Frau von 34 Lenzen, erlegen. So nahm der Graf die Dinge, die er nicht mehr ändern konnte, hin und sollte sie kure Zeit später noch zum Nutzen, wenn auch weniger zu Frommen, des Hauses Jülichgau, verwenden konnten.
Ansonsten war nur noch für dieses Jahr zu vermelden, dass Gräfin Margareta von Hainault den Kampf um ihre Freiheit verlor und im Kerker ihres Lehnsherrn schmachtete, ein Ausgang, den unser Graf unschwer vorausgesehen hatte.
Anno Domini 1128
Wahrlich, die Wege des Herrn, um seine rechtgläubigen Kinder zu segnen, können wunderlich sein! Dieses Jahr sollte diese Lehre auf Neue und aufs Trefflichste bestätigen.
Jülich, den 27. April 1128
Heute wurde im ganzen Reich die Heirat von Kaiser Theoderich mit Mairead, der Tochter unseres Grafen verkündet. Der Kaiser konnte sich angesichts der unbestreitbaren Vorgänge um die Herzogin Ulrike diesem Vorschlag unseres Grafen nicht zu entziehen.
Tochter Mairead bot dem Kaiser nicht nur den Vorteil, dass sein unchristliches Verhalten nicht offenbart wurde, sondern auch, dass sie in den Dingen der Diplomatie und der Kabalen äußerst begabt war. So machte der Kaiser sein Weib rasch zur Agentenführerin des Reiches,
Jülich, im Juli 1128
Graf Mael Ruanaid verlangte nach den Chroniken des Hauses Jülichgau und schloss sich mit ihnen in seinem Studierzimmer, einer Kemenate mit prächtigem Kamin, ein. Es schien so als ober er Kabalen vorbereiten wollte. Sodann, einige Tage später, ließ er einen Boten nach Köln ausrücken, der eine Einladung von Kunigunde, einer Tochter des bereits heimgegangenen Oheims Eberhard, Bischof von Brauweiler , an den Hof in Jülich überbrachte. Kunigunde nannte nämlich Ansprüche auf Köln ihr Eigen. So mochte sich vielleicht eine Möglichkeit ergeben, einen Sohn mit ihr zu verheiraten und die Herrschaft über Köln wieder dem Hause Jülichgau zu verschaffen, waren die Kölner doch zurzeit dem Herzog von Niederlothringen lehenspflichtig.
Jülich, den 9. September 1128
An diesem Tage erreichte traurige Kunde den Hof zu Jülich. Bischof Günzel von Prüm, der Kanzler des Grafen, war in Lüttich zu Tode gekommen. Gerüchte über den Tod des Bischofs umkreisten den Grafen von Jülich wie Fliegen einen frischen Misthaufen. Für Graf Mael Ruanaid ward bald klar, dass die Herrscher über Lüttich höchstselbst wohl den Kanzler zu Tode gebracht hatten, hatte jener doch die Mission, Ansprüche auf Lüttich zu eruieren, die dazu führen mochten, Lüttich erneut unter die Herrschaft unseres Grafen zu zwingen.
Anno Domini 1129
Erneut verging ein ruhiges Jahr, das für Jülich Frieden und ein neues Bündnis brachte. Die Bevölkerung in Loon übernahm immer mehr teutsche Sitten und Gebräuche und legte ihre niederländischen Riten ab. Fürwahr, die Zeiten der Aufstände in Loon durften damit geendet haben.
Im Oktober konnte die Vermählung von Baldewin, dem Erstgeborenen des Grafen mit Marquisa Capet, einer Prinzessin von Frankreich, verkündet werden. Dies waren insbesondere deswegen vortreffliche Nachrichten, weil der König von Frankreich bislang nur Töchter gezeugt hatte und sein Eheweib bereits ihren zweiundvierzigsten Wiegentag beging
Zur Feier des Tages wurde eine Steuer erhoben.
Anno Domini 1130
Jülich, im Juni 1130
Graf Mael Ruanaid zog mit den Seinen zum Kaiser und bat diesen um die Gewährung einer Herzogswürde. Wurde der Graf und seine Bitte auch gnädigst aufgenommen und bekundete Kaiser Theoderich auch, dass die Verdienste - und wohl auch das Schweigen des Grafen - bald und angemessen belohnt werden sollten, so sprang gleichwohl aus dieser Aufwartung nichts Zählbares für die Jülicher heraus. Enttäuscht trat man den Weg zurück nach Jülich an.
Jülich, den 5. Juli 1130
Erneut zogen die Jülicher in den Krieg.
Da nicht absehbar war, ob und wann dem Grafen die Herzogswürde durch die Gnade des Kaisers gewährt würde, wollte sich unser Graf die Herzogswürde über Luxemburg mit Gewalt aneignen. Hierzu musste er dem Titelinhaber seine letzte Herrschaft, die Grafschaft Innsbruck, entreißen.
Boten wurden zu den Verbündeten entsandt, doch hier musste Graf Mael Ruanaid eine tiefe Enttäuschung erleben. Ruprecht, Oheim und Bischof von Wolin und Oheim Arnulf, Graf von Stettin, schätzten die Ruhe und Behaglichkeit vor ihrem Kamin höher als ihre Ehre und ließen den Grafen schmählich im Stich. Allein das treulose Eheweib des Grafen, Ulrike von Zähringen, stand unserem wackeren Herrn mit Wort und Tat bei.
So zogen die Jülicher Krieger erneut in die Alpen.
Im Dezember sollten sie den Feind, der von der Zahl hoffnungslos unterlegen war, in der Schlacht von Innsbruck werfen.
Jülich, den 21. Dezember 1130
Erneut große Ehre wurde dem Hause Jülich gewährt:
Sohn Markward ehelichte Prinzessin Iboyla von Ungarn. So hatte das Haus Jülichgau nun Verbindungen zu den höchsten Häusern in Europa.
Anno Domini 1131
Jülich im Januar
Gruße und heilige Dinge wie aber auch böse Intrigen und gar schändliche Taten ereigneten sich.
Es ward gerufen zum Kreuzzug für Jerusalem, um die Perle der Christenheit wieder dem Schutz durch fromme Christenmänner zu überantworten und sie zuvor den muselmanischen Heiden zu entreißen. Tapfere Krieger aus allen Herren Länder gürteten sich und zogen ins Heilige Land.
Sodann erlangte Graf Mael Ruanaid Kunde davon, dass sein zweitgeborener Sohn Baldewin dem erstgeborenen Markward wohl nach dem Leben trachtete. Dies konnte der Graf nicht dulden zumal Baldewin der noch einfältigere von beiden Söhnen war. So wurde man Baldewin schnell habhaft und warf ihn in den Kerker.
Jülich, im Juli 1131
Dafür war das Kriegsglück dem Grafen im Kampfe um Innsbruck und die Herzogswürde von Luxemburg wohl hold. Zunächst fiel den Unsrigen die feste Innsbruck in die Hände
und wenige Tage später bot der Feind die Kapitulation an!
Graf Mael Ruanaid nahm die Kapitulation an und ward noch am selben Tage zum neuen Herzog von Luxemburg ernannt.
Noch am selbigen Tage schickte Herzog Mael Ruanaid einen Boten zum Sitz des Herzogs Nikolaus I. von Niederlothringen um diesem den Streit um Lüttich zu erklären, denn der Herzog wollte alle Lande, die de iure zum Herzogtum Luxemburg gehörten, für sich gewinnen. Die Zeit schien günstig, führte der Herzog von Niederlothringen doch Krieg um andere Ländereien und war also geschwächt.
Jülich im September 1131
Bei Trier trafen die Heere aufeinander und es gelang dem Herzog von Luxemburg die Feinde zu Paaren zu treiben. Nikolaus I. rief daraufhin Verbündete zu Hilfe und Graf Otto von Altmark sprang ihm zur Seite. Der Herzog von Luxemburg warb darauf hin Söldner an, um eine Gefahr aus dem Altmärkischen abwenden zu können.
Allein, die Altmärker sollten sich nicht als rechte Unterstützung für Nikolaus I erweisen, waren sie doch zu feige, sich aus der Altmark heraus und nach Luxemburg hinein zu trauen.
So verheerten die Unsrigen ungestört vom Feinde die Lütticher Lande und belagerten Namur im Ardenner Wald.
Anno Domini 1132
Mit dem Neujahrstage des neuen Jahres sprach Rutger von Satzvey, der Hofchronist bei Herzog Mael-Ruanaid vor und erbat, von seinen Pflichten entbunden zu werden. Da seine greisen Hände kaum die Feder mehr zu führen vermochten, so trug er vor, sollte diese hehre Pflicht auf seinen Erstgeborenen, Gero von Satzvey übertragen werden. Der Herzog stimmte zu, waren doch die Kritzeleien des Chronisten jüngstens nur noch schwer zu entziffern gewesen und hatte der Herzog statt „Heiligenschein“ vom „öligen Schwein“ gelesen, dass ein Märtyrer des einzig wahren Glaubens erhalten habe und hatte – zum Gespötte des Hofes – den Hofkoch angewiesen, ebensolches auch ihm, dem Herzog zuzubereiten.
So war Gero von Satzvey mit dem Amte des Hofchronisten bestallt und Rudger von Satzvey, sein Vater, in allen Ehren aus den Diensten des Herzogs entlassen.
Jülich, den 13.06.1132
Wir, Gero von Satzvey, durch Gottes Gnade und die Hand des Herzogs von Luxemburg zum Hofchronisten deren von Jülichgau bestimmt, beehren uns, die Chroniken des Hauses Jülich fortzuführen und hoffen trefflich über die Geschicke der Jülicher zu berichten wie auch die Leser unserer Chroniken zu erbauen, aber auch Kunde über gar erschröckliche Dinge zu verbreiten, so es denn sein muss
So sehen wir es als unsere erste Pflicht an, zu verkünden, dass am heutigen Tage berittene Boten vom Jülicher Heer aus dem Ardenner Wald eintrafen, die uns Nachricht brachten, dass auch die Feste Namur vor den unüberwindlichen Kriegern des Herzogs von Luxemburg und Grafen von Jülich kapituliert hatte.
Nicht müßig, zogen der Herzog und seine Mannen weiter, Lüttich selber zu belagern.
Jülich, den 11.10.1132
Und weiterhin siegten die Luxemburgischen und Jülicher Truppen. Söldner schlugen die Niederlothringer Krieger in der Schlacht von Baden.
Otto von Altmark, den wohl künftige Generationen nur Otto Hasenherz nennen dürften, hockte auch weiterhin mit den Seinen in der Altmark und traute sich nicht, auch nur einen Fußbreit den luxemburgischen Kriegern näher zu kommen. So gewaltig war der Ruhm unserer Krieger und unseres Herzogs! Möge der Ruhm unserem Herzog nicht die Sinne vernebeln und ihn unvorsichtig werden lassen und ihm die Erkenntnis offenbaren, dass alles Heil allein in der Hand des allmächtigen Herrn liegt!
Jülich, im Oktober 1132
Spione des Herzogs kamen einer hundsföttischen Verschwörung auf die Spur, die unserem Herzog nach dem Leben trachtete. Keine geringere als Marquisa Capet, die Ehefrau des eingekerkerten Sohnes Baldewin, hatte diese Ränke geschmiedet. Man wurde ihr im Morgengrauen habhaft und schon bald gestand sie bei der peinlichen Befragung. So schmachtete sie dann vereint mit ihrem Ehemann Baldewin – aber in getrennten Zellen, wie es Sitte und Anstand geziemt - im Kerker des Herzogs.
Jülich, den 11. November 1132
Halleluja, lobet den Herrn und seine himmlischen Heerscharen. Dank seiner Gnade und ein wenig auch durch die Macht unserer Truppen wie auch durch Mut und Gewitztheit unseres Herzogs, ergaben sich am heutigen Tage die schwächlichen Lütticher Zwerge auf Wohl und Wehe unseren Truppen!
Der Herzog von Luxemburg blieb nicht untätig und zog weiter nach Süden, tiefer in den Ardenner Wald, um die Stadt Bastogne zu belagern. Seltsame Zeichen geschahen dabei. 101 schreiende Adler zeigten sich. Keiner der hohen Herren und keiner der Diener Gottes vermochte es, dieses Zeichen zu deuten. Möge es gleichwohl kommenden Generationen als Warnung dienen.
Anno Domini 1133
Jülich, den 7. Januar 1133
Wichtige Dinge ereigneten sich in Jülich. Sohn Eginolf, 16 Lenze jung aber bereits durch einen Buckel verunstaltet wie sein Vater – möge dies nicht ein dauerndes Mal derer von Jülich werden - , wurde mit der noch kindlichen Prinzessin Estefania von Kastilien verlobt. Erschien Prinzessin Estefania von ihrem Antlitze und ihren Fähigkeiten her als Braut eher von geringem Reize, gewann sie indes sehr durch den Umstand, dass sie das einzige Kind ihrer Eltern war, die schon deutlich über 40 Jahre zählten, zumal der bucklige Eginolf sich auch recht glücklich schätzen durfte, überhaupt eine Braut erheischt zu haben, zeichnete er sich doch durch Unmäßigkeit an der Tafel und rüpelhafte Sitten aus.
Jülich, den 7. März 1133
Der Kampf um Lüttich ging weiter erfolgreich voran. Der Chronist erhielt am heutigen Tage Kunde, dass sich auch die Stadt Bastogne dem Herrn von Luxemburg beugte.
Unser Herzog Mael Ruanaid, ein Mann der Tat, hielt keine Prassereien zur Feier des Sieges ab sondern ließ seine Reisigen nach Thionville abrücken, um auch diese Feste alsbald dem Feinde zu entreißen.
Jülich, im Juni 1133
Versprengte und schwache Truppen des Feindes konnten in den Schlachten von Kaiserlautern und Sponheim in alle Winde verwehrt werden.
Auch weiter traute sich der feige Altmärker nicht aus seinem Maulwurfsloch und verharrte im Norden. Otto Hasenherz, wie Otto von Altmark fürderhin genannt wurde, ward so zum Gespötte aller Krieger im Reiche.
Jülich, den 17. August 1133
Von Hunger und Durst gepeinigt, vom Verbündeten Otto Hasenherz schmählich im Stich gelassen, vom Belagerungswerkzeug der Luxemburger zermürbt, ergab sich am heutige Tage auch die Stadt Thionville den Unsrigen.
Jülich, den 8. September 1133
Ehre sei Gott in der Höh und unserem Herzog hier in Jülich! Nikolaus von Niederlothringen gab den Kampf um Lüttich auf und so wehte wieder die Banner von Luxemburg und von Jülich über den Ardenner und Eupener Landen!
Jülich, im November 1133
Möge Michael von Wittelsbach auf ewig im Fegefeuer schmoren und auf Erden mit immerwährender Schlaffheit seines Gemächts, stinkender Mundfäule und einer sabberndern Sprache gestraft sein.
Diese Hundsfott, die sich Kanzler von Northumberland nennt – wo auch immer diese von Gott zu strafende Wüstenei gelegen sein mag, tat am heutigen Tage kund, ebenfalls Ansprüche auf Lüttich zu besitzen, eben jenes Lüttich, das so teuer wieder erstritten worden war.
Jülich, den 2. Dezember 1133
Mochte es das nahende Weihnachtsfest sein, mochte es die ungewohnte Ruhe im Frieden sein, dem Herzog Mael Ruanaid setzte die Untätigkeit des Friedens zu wie Mehltau dem edlen Wein. Hinzu kam, dass er wohl nach der Königswürde eines Königs von Lothringen trachtete, allein die Gegner, die Herzoge von Nieder- und Oberlothringen als zu mächtig erschienen, um sie mit Krieg zu überziehen, zumal unser Herzog keine Ansprüche auf diese Herzogswürden vorweisen konnte. So hoffte er, dem Ziel durch Heirat und Intrigen näher zu kommen.
Allein, er wollte nicht im Kriegshandwerk untätig bleiben. So ließ er heute durch Herolde im ganzen Lande verkünden, dass er mit den Seinen am Kreuzzug um Jerusalem teilnehmen werde.
So nahmen er und viele andere edlen Herren aus Jülich und Luxemburg das Kreuz. Zudem verstärkte der Herzog das luxemburgische Kontingent um 7.000 kampferprobte Panzerreiter des Templerordens unter Jaques von Orleans. Gegürtet und gerüstet zogen die Recken nach Osten ins Heilige Land.
Marschall Ibrahim erbat sich noch vor dem Abrücken unserer Krieger eine Audienz beim Herzog und brachte Neuerungen zur Reformierung des Heerwesens vor. Der Herzog war begeistert vom Eifer und den Ideen seines Marschalls und ließ diesen alsbald ans Werk gehen, mochte es auch die Schatztruhe Einiges an Gold und Silber kosten.
Anno Domini 1134
Ruhe herrschte im Luxemburger Lande. Auch von den Kriegern ward nichts zu berichten. Man bahnte sich den Weg ins Heilige Land durch fremde Lande mit fremden Menschen und noch fremderen Sitten und Gebräuchen. Byzanz sollten die eigenen Krieger, an die 10.000 Mann stark, nun wohl bald erreichen.
Anno Domini 1135
Jülich, den 29. Juni 1135
Heute wurde die Verlobung von Hildegarde von Jülichgau, eine Tochter unseres Herzog, lieblich vom Ansehen, gewitzt im Geiste, beredsam und doch wohl überlegt in der Wortwahl, erfahren in Kabalen – ein Fräulein von höchster Befähigung – mit Baldemar, dem jugendlichen Herzog von Thüringen verkündet. So sollte ein weiterer Verbündeter an die Seite unseres Herzogs treten.
Jülich, im Herbst 1135
Kunde über das Luxemburgische Heer in der Fremde erreicht Burg Nideggen. Herzog Mael Ruanaid hatte an der Spitze der Seinen und der Templer das Heilige Land erreicht und die Belagerung von Alexandretta begonnen.
Anno Domini 1136
Nun brach ein Jahr des Kampfes an, eines Kampfes um die Heiligen Städten in der Fremde, die den Unsrigen indes durch Heilige Schrift doch recht vertraut erschienen
Jülich, den 7. Januar 1136
Der Herr ist mit den Unsrigen und sieht das gottgefällige Werk, das unser Herzog tut. Alexandretta ergab sich heute als erste Stadt im Heiligen Land den Unsrigen und den Templern.
Wundersame Legenden trafen aus den fernen Gestaden ein. Die Templer rühmten sich, den Heiligen Gral erbeutet zu haben. 3 Brüder aus dem westlichen Frankenreich wollen ihn in ihren Besitz gebracht und sich in der Nähe von Alexandretta in eine halbmondförmige Schlucht zurückgezogen haben, wo sie eine Kapelle in den bloßen Fels schlugen und verschwanden, wie auch der Gral Fürwahr, möchte doch diese Mär wahr sein.
Unsere Kreuzfahrer zogen weiter, um Rhosus zu belagern.
Jülich, den 8. März 1136
Auch Rhosus ergab sich auf Wohl und Wehe den Kreuzfahrern aus Jülich und Orleans. Zu Gottes Wohlgefallen wurden alle männlichen Heiden, so sie nicht im Kampfe gefallen waren, einen Kopf kürzer gemacht.
Sodann rückte man nach Portella vor, um auch diese Burg zu belagern.
Jülich, den 19. Mai 1136
Halleluja, der Herr ist mit den Seinen. Auch Portella ergab sich nach kurzer Belagerung den unwiderstehlichen Kämen aus Luxemburg und dem Templerorden. Auch hier taten die Unsrigen ein gottgefälliges Werk und brachten die Heiden unseren Herrn näher.
Jedoch, Späher berichteten, dass die Heiden nicht gewillt waren den Kampf aufzugeben und ihre Krieger sammelten. Auch mochte unsere Sitte, die männlichen Heiden zu köpfen, sie gegen uns aufgebracht haben.
Jülich, den 24. Oktober 1136
Am heutigen Tage schlugen die Unsrigen eine gewaltige Schlacht bei Haifa gegen die Heiden. Die Streitmacht der Heiden wurde geworfen. Indes, Späher berichteten, dass ein mächtiges Heer der Heiden anrückte, wohl 11.000 Krieger zählend, während die Unsrigen nur noch 8.000 Mann aufzubringen vermochten.
Herzog Mael Ruanaid versuchte daher, seine Streitmacht mit anderen Kreuzrittern aus dem fernen Norwegen zu vereinen, welches ebenfalls an die 8.000 Seelen zählten. Allein, der Feind rückte mit teuflischer Geschwindheit heran und vereitelte diese gute Absicht. Um den Kampf gegen den zahlenmäßig überlegenen Feind zu vermeiden und auf eine günstigere Gelegenheit hoffend, wichen die Unsrigen in Richtung Jerusalem aus.
Jülich, den 27. November 1136
Die Unsrigen konnten eine kleine Nachhut der Heiden von 800 Mann bei Tarbor überraschen und vernichten. Das feindliche Hauptheer wendete daraufhin und marschierte den Luxemburgern entgegen, die sich vor dem Feind erneut zurückzogen. So erreichte man Beirut und begann dessen Belagerung, während die Hauptmacht der Heiden von den Luxemburgern abließ und sich erneut gegen die Norwegern richtete. Der Feind war nicht ungeschickt und vermochte weiterhin eine Vereinigung der Kreuzfahrerheere unterbinden.
Ulrike von Zähringen, Herzogin von Baden und Ehefrau des unseres Herzogs, besann sich wohl darauf, dass sie nicht nur Ehefrau sondern auch Herrscherin war. So erklärte sie dem Herzog von Verona den Krieg um Verona. Es sollte sich jedoch zeigen, dass die Herzogin wohl mancherlei Qualitäten hatte, wie auch der Kaiser selbst gelernt hatte, Heerführung aber nicht zu jenen gehörte.
Anno Domini 1137
Der Kampf um das Heilige Land ging weiter, auch wenn eine offene Feldschlacht vermieden werden konnte, da die Heiden gegen die Norweger zogen.
Jülich, den 1. Juni 1137
So konnte der Chronist am heutigen Tage den Fall von Beirut vermelden, ein weiterer Sieg für die Luxemburger und die Templer.
Jülich im August 1137
Schwierige Zeiten sollten für Herzog Mael Ruanaid anbrechen. Vermochte er auch noch die Belagerung von Journic im Heiligen Land für sich zu entscheiden, so konnte er jedoch den Kaiser nicht bewegen, ihn zum Vormund des kaiserlichen Prinzen zu bestimmen, gleichwohl eine Tochter des Herzogs die Kaiserin war.
Die Zahl der Kämpfer im luxemburgischen Heer sank immer weiter, durch Krankheit, Hitze, Hunger, Durst und wohl dann und wann auch durch einen Heiden.
Jülich im Oktober 1137
So wurden weitere Krieger in Jülich ausgehoben, nämlich 230 Mann sowie 1.500 Reisläufer unter Condottiere Borell aus Katalonien, und zogen ins Heilige Land.
Auch um den Feldzug der Ulrike von Zähringen, der Ehefrau unseres Herzogs, stand es nicht gut. So rief sie den Herzog von Luxemburg, ihren Ehemann, zur Hilfe. Allein, alle Kräfte des Herzogs waren angespannt und er konnte ob der gefährlichen Situation im Heiligen Land keinen Kämpen entbehren. So weigerte er sich seinem Eheweib Beistand zu leisten (- 25 Prestige).
Diese gab den Kampf um Verona dann in den folgenden Wochen auf.
Anno Domini 1138
So trat man in das neue Jahr ein, das Morden, Brennen und Blutvergießen an gar Heiligen Stätten bringen sollte.
Jülich, den 12. Mai 1138
Noch siegte der Herzog in der Schlacht von Beirut mit einem Heer von 12.000 Mann, dem sich britannische, und irische Kreuzfahrer zugesellt hatten, gegen die Heiden, die wohl 13.000 Mann aufbrachten.
Jülich, den 26. Juni 1138
Herzog Mael Ruanaid verfolgte den fliehenden Feind und konnte ihn in der Schlacht von Tyrus erneut besiegen. Zudem gelang es Scheich Akab von Jaffa gefangen zu nehmen.
Jülich den, den 17.08.1138
Erneut gelang es dem Herzog den erschöpften Feind zur Schlacht zu stellen So konnten 6.000 der Unsrigen das feindliche Heer mit 9.000 Kriegern in der Schlacht von Akkaleon schlagen.
Jülich, den 31. Oktober 1138
Allein die Freude über die Siege blieb nicht lange ungetrübt, waren doch die Verluste hoch und die Zahl der Kämpen auf ca. 2.900 Mann gesunken. Aus Jerusalem erschien zudem ein weiteres feindliches Heer wohl an die 2.400 Mann stark als Verstärkung. Späher berichteten von weiteren feindlichen Heeren, eines wohl 4.000 Köpfe stark, ein weiteres mit ca. 5.000 Kriegern.
Wohl sehend, dass er deiner vereinigten heidnischen Streitmacht nicht werde standhalten können, machte sich Herzog Mael Ruanaid auf die feindlichen Heere einzeln zu schlagen.
So kam es am 31. Oktober 1138 zur denkwürdigen Schlacht von Rammala.
Es gelang, ein Kontingent des Feindes mit 2.400 Kriegern zu überraschen und schnell zu schlagen, Allein, der Feind erhielt bald Verstärkung durch weitere 4.000 Krieger. Die Unsrigen wurden müde, das Wasser ging in mörderischer Hitze aus, die Pfeile wurden rar, doch der Heldenmut der Templer und der unter dem Banner mit dem luxemburgischen Löwen Kämpfenden vermochte auch diese Feinde in den Staub zu zwingen.
Allein, irgendetwas musste den Zorn des Herrn erregt haben und so verließ die Unsrigen am Nachmittag der Schlacht das Glück. Das letzte heidnische Heer erschien auf der Walstatt, gerade als man sich erschöpft nach dem zweiten Kampfe sammelte. Den 5.000 weiteren Heiden vermochten unsere erschöpften und dezimierten Helden nicht mehr Widerstand zu leisten. So wurde das Heer geschlagen und zog sich in wilder Flucht nach Alexandretta zurück, wo man die Ankunft des Ersatzheeres abwarten wollte und hoffte, dass der Feind sich anderen Kreuzrittern zuwenden würde. Auf dem Rückzuge hauchte auch der gefangene Scheich Akab sein Leben aus.
(Einschub: Die unglaublichste Schlacht, die ich in CK 2 bislang erlebt haben; immer kurz nach dem Sieg erschien der nächste fdl. Verband; insbesondere die 2. Schlacht gegen den doppelt so starken Feind mit angeschlagenen Truppen war unglaublich; die schwere Kavallerie der Templer war wohl der entscheidende Faktor; und dann – als gegen alle Erwartung gesiegt wurde – tauchten weitere 5.000 auf, das war dann zu viel; eine Schlacht fast wie sei weiland Roland schlug und ihm der Legende nach zum Verhängnis wurde!)
Anno Domini 1139
Jülich, 26. Februar 1139
Lange, allzu lange war der Herzog dem heimischen Gefilde fern geblieben. So entstand in der Heimstatt Unruhe und Kabalen gediehen. Sohn Dietpold trachtete Sohn Baldewin nach dem Leben, stellte sich bei der Intrige indes so töricht an, dass man sie mit Leichtigkeit aufdeckte, Dietpold habhaft wurde und einkerkerte.
Jülich, den 24. Mai 1139
Nachdem die geschlagenen Truppen des Herzogs durch das Ersatzheer verstärkt wurden und ausgeruht waren, zog man erneut den Heiden entgegen. So leicht wollte der herzog den Kampf um die heiligen Stätten der Christenheit nicht aufgeben.
Erneut traf man bei Beirut auf den Feind und konnte mit 1-700 Kriegern die feindlichen 400 mit Leichtigkeit schlagen. Der Feind wurde so überrascht, dass auch ihr Führer, Scheich Mahmut Va Dier gefangen genommen werden konnte.
Dies war dann auch der letzte Kampf, den die Unsrigen in diesem Kreuzzug führten. Mächtigere Parteien als der Herzog von Luxemburg entscheiden über diese Dinge. Und so einigten sich Heiden und Christen auf einen Frieden zu den Bedingungen des status quo ante. So hatte Herzog Mael Ruanaid weder Gold, Geschmeide oder Ländereien erobert aber sich und sein Wappen mit immerwährendem Ruhm bedeckt. Im ganzen Reich sprach man von der außerordentlichen Tapferkeit der Templer und wohl auch der Luxemburger, die sie in der Schlacht von Rammala bewiesen hatten. Ruhm du Ehre der Luxemburger wurden allen Ortens in höchsten Tönen gepriesen!
Frühling des Jahres 1139
So machte das kleine Häuflein der Überlebenden sich auf den langen, beschwerlichen und gefährlichen Weg aus dem Morgenland heim in die Jülicher und luxemburgische Herrschaft. Gar viele Geschichten über die Fährnisse, die unser Herzog und die Seinen auf dieser langen Reise erlebten, wären zu erzählen. Allein, dies würde den Rahmen dieser Chronik sprengen.
Jülich, den 31. Juli 1139
Kaum waren der Herzog und seine Mannen auf Burg Nideggen in der Grafschaft Jülich eingetroffen, so ward ein gar großes Gelage gefeierte, das Seinesgleichen im ganzen Reich suchte. Nicht nur wurde die ruhmreiche Rückkehr des Luxemburgischen Heeres gefeiert, auch wurde die Vermählung von Tochter Hildegard mit Prinz Boleslaw von Polen verkündet. So gewannen die Luxemburger einen mächtigen Verbündeten im Osten des Reiches.
Jülich, den 6. November 1139
Eine weitere Vermählung vermag der Chronist zu vermelden. Tochter Helene ward mit Folkmar von Lengenfeld, dem künftigen Herrscher über Savoyen, vermählt. So gewannen die Luxemburger weitere Verbündete, diesmal im Süden.
Anno Domini 1140
Ein Jahr, dass Frieden und Schrecken gleichzeitig zeitigte. Es stand im Zeichen des Aufbau doch auch des Blutes, da unser Herzog entscheid, seinen Sohn Baldewin, der ihm nach dem Leben getrachtet hatte, hinzurichten. So ging Baldewin am 3. Februar des Jahres 1140 zum Richtblock und ward von den Lebenden zu den Toten befördert, nachdem zuvor seine ebenfalls eingekerkerte Ehefrau bereits im Turm verschieden war.
Die Vasallen sollten sich dies eine Lehre sein lassen und nahmen dies ohne Murren, war doch die böse Intrige des hingerichteten Sohnes nur allzu offenbar geworden.
Nichts weiter war für dieses Jahr zu vermelden.
Anno Domini 1141
Im Februar brachten die Vasallen den Wunsch vor, dass Sohn Dietpold frei gelassen werden sollte. Zwar traute der Herzog dem Sohn nicht recht, doch wollte er die Vasallen nicht verstimmen und so war Dietpold in die Freiheit entlassen.16.2.1141 Dietpold auf Wunsch von Vasallen freigelassen.
Möge er Dankbarkeit für die Gnade und nicht Groll über die Verhaftung in seinem Herzen tragen!
Jülich, den 21. April 1141
Zunächst erschien es als reichlich verspätete Fopperei zum 1. April, doch war es dem Grafen Edward von Vernadois wohl ernst damit, dass er Spione nach Luxemburg entsandte, um einen Anspruch auf die Ländereien des Herzogs vorzutäuschen. Allein, dieses üble Vorhaben sollte nicht gelinge, verschwand doch der Kanzler des Grafen unter mysteriösen Umständen und ward nie wieder gesehen. Böse Gerüchte gingen um, die Schweine des Herzogs seien in diesen Tagen besonders satt und zufrieden gewesen.
Jülich, den 27. April 1141
Erschien das Luxemburgische Herr durch den Aderlass im Heiligen Land geschwächt? Auch Herzogin Benedicta von Tirol machte sich auf, die Herrschaft des Luxemburgers, nämlich über Innsbruck, herauszufordern. Herzog Mael Ruanaid nahm es mit Gleichmut hin, ein Angriff der Tiroler würde ihr Untergang werden.
Jülich, den 27. April 1141
Wahrlich , der April dieses Jahres war ereignisreich. Sohn Dietpold wurde mit Cecilia, Prinzessin von Schweden, vermählt. So gewann man einen weiteren Verbündeten, diesmal im Norden.
Jülich, den 23. Juni 1141
Herzog Mael Ruanaid spürte die Jahre, die er auf Gottes Erde verbracht hatte, zählte er doch schon 50 Lenze. So fand er es an der Zeit, die Nachfolge zu richten. Und übertrug seinem Sohn Markward die Grafschaft Jülich, also die Stammlande. Diese hätte ansonsten Sohn Eginolf geerbt und zudem begrenzte es die Domainen, die der Herzog zu verwalten hatte, überschritt die Zahl doch das, was er bewältigen konnte.
Anno Domini 1141
Ereignislos endete das vorherige Jahr und wird daher in dieser Chronik nicht weiter erwähnt.
Anno Domini 1142
Auch dieses war ein ereignisloses Jahr über welches nicht zu berichten notwendig ist.
Anno Domini 1143
Jülich, im Januar 1143
Trotz seiner 50 Jahre war der Herzog auch weiterhin von der Suche nach Ruhm und macht getrieben. Ihm schwebte die Würde eines Königs von Lothringen vor, doch war es dahin ein weiter weg. Zunächst suchte er seine Macht zu erweitern, waren die Gegner doch mächtig und konnten auf ebenso mächtgie Verbündete zählen.
Emissäre, Kaufleute und Spione brachten vielfach Kunde aus dem Frankenreich, welches sich Hainault, eines der Grafschaften die einst dem Niederlothringer – wenn auch nicht de iure - zustanden, hörig gemacht hatte. In alten Zeiten war Hainault ein treuer Verbündeter des Hauses Jülichgau gewesen, so hörte sich der Herzog die Berichte aufmerksam an, wollte er doch mehr vom Schicksal der Grafschaft erfahren. Die Reisenden aus dem Frankenreich bekundeten allesamt, das die Dinge bei den westlichen Franken im Unstand waren. Bürgerkriege tobten in dem Land und der König von Frankreich konnte seinen Willen kaum im eigenen Schlafgemach durchsetzen.
So entstand der Entschluss unseres Herzogs in einem gewagten Spiel dem einst so mächtigen Frankenkönig Hainault zu entreißen! Der Herzog konnte aufgrund der alten Verbindung Ansprüche auf Hainault erheben, er persönlich, nicht seine Söhne, waren doch diese Ansprüche nicht erblich.
Also zog man in den Krieg gegen das Frankenreich um Hainault. Ethelfrith of York, ein gefürchteter Anführer von Reisläufern, wurde mit den Seinen zur Unterstützung angeworben und die Verbündeten um Unterstützung gebeten. Allein, die Herzogin von Baden – das Eheweib unseres Herzoges - verweigerte schmälich die Unterstützung, Herzog Ulrich der II. von Savoyen dagegen stand treu zu seinem Bündnis.
Jülich, den 29. November 1143
Heute konnten Boten die Kunde vom ersten wichtigen Sieg im Kriege mit dem Frankenreich vermelden. Ath fiel nach siegreicher Belagerung in die Hände unseres Herzogs.
Anno Domini 1194
Jülich, den 18. April 1144
Weitere Bestimmungen zur Regelung traf Herzog Mael Ruanaid heute. Er übergab die Grafschaft Luxemburg an seinen Sohn Dietpold. Auch sollte dieses Geschenk das durch Hass und Neid vergiftete Gemüt des Sohnes besänftigen.
Jülich, den 29. Juni 1144
Das Jülich-luxemburgische Heer konnte einen weiteren Sieg erringen. Die Stadt Cambrai ergab sich auf Wohl und Wehe unserem Herzog.
Jülich, den 29. Juni 1144
Herzog Mael-Ruanaid teilte sein Herr und schickte die Söldner Ethelfrith los, ein feindliches Herr zu besiegen. Die Söldner konnten den schwachen Feind bei Reims mit ihren 1.500 Köpfen gegen 400 Feinde bezwingen.
Jülich, den 28. Oktober 1144
Das Wagnis des Herzogs schien sich auszuzahlen. Mit der siegreichen Belagerung von Valenciennes konnte eine weitere Feste des Feindes eingenommen werden.
Anno Domini 1145
Jülich, den 29. Juni 1145
Der Feldzug im frankenreich war weiterhin erfolgreich. So fiel heute nach Belagerung die Stadt Reims in die Hände des Jülich-luxemburgischen Heeres. Da kein feindliches Heer sich zeigte, befahl der Herzog auch den Söldnern die feindlichen Burgen und Städte zu belagern.
Jülich, den 14. September 1145
So gelang es den Söldnern bereits im September Sens zu erobern. Die Stadt wurde auf das Heftigste geplündert und die Bevölkerung von den Söldnern kujoniert.
Jülich, den 31. Oktober 1145
Der Herzog selber konnte heute die Stadt Provins bezwingen. Die Besatzung strich die Fahne und ergab sich.
Jülich, im November 1145
Schröckliche Dinge ereigneten sich im Herzogtum. Spione des Herzogs deckten eine Verschwörung auf, in die Eginolf, ein Sohn unseres Herzogs verwickelt war. Er suchte Trude von Jülichgau, die Tochter des S des Erbfolgers Markward zu meucheln. Eginolf wurde in den Kerker geworfen, alsbald zum Tode verurteilt und zum Richtplatz geführt.
Möge der Herr sich seiner armen Seele erbarmen, sein Vater tat es nicht.
Anno Domini 1146
Jülich, den 31. Januar 1146
Der Feldzug im Frankenreich war weiterhin erfolgreich. So ergab sich heute die Feste Montagris.
Jülich, den 11. März 1146
Böse Nachrichten brachten Boten aus dem Frankenreich. Der Herzog ward von einem französischen Entsatzheer überrascht und verlor die Schlacht von Sens. Allein, der Feind war zu schwach sämtliche Belagerungen durchbrechen zu können. Und so vereinigte sich das Heer des Herzogs mit den Söldnern, um so vereint dem Feind zu trotzen.
Jülich, den 1. Mai 1146
Dem so vereinigten Heer gelang es den Feind in der Schlacht von Nemours zu werfen. Man verfolgte den Feind und belagerte alsbald Chalon.
Jülich, den 12. Oktober 1146
Heute erreichte und die frohe Kunde, dass auch Chalon kapituliert hat.
Jülich, den 12. November 1146
Ein weiteres Entsatzheer zog den Unsrigen entgegen. Diesmal jedoch frühzeitig durch Späher und Spione gewarnt, zog der Herzog ihm entgegen und konnte es in der Schlacht von Montagris besiegen. Sodann begann man mit der Belagerung von Nemours
Anno Domini 1147
Jülich, den 13. Mai 1147
Nemours strich am heutigen Tage die Fahne und ergab sich. Der Sieg ist nicht mehr fern.
Jülich, den 4. Dezember 1147
Gloria, Gloria Victoria!
Nicht nur die Feste Auxerre ergab sich heute den Unsrigen, wie uns Boten berichteten. Der König von Frankreich ward niedergerungen und trat die Grafschaft Hainault an den Herzog ab. Einen weiteren ruhmreichen Sieg konnte der Herzog erringen.
Anno Domini 1148
Friede herrschte in Jülich aber dies schien nicht die Sache des nun über 50jährigen Herzogs zu sein. Trieb ihn die Langeweile, schreckte ihn sein fettes Weib oder war es eine maßlose Sucht nach Ruhm, Ehre und Geschmeide, der Herzog sann nach Plänen für weitere Eroberungen.
Indes, im Reiche waren Eroberungen nur schwerlich möglich. Ansprüche auf Ländereien von Niederlothringen oder Oberlothringen – Ziel, die dem Herzog die Königswürde über Lothringen näher bringen würden – konnte er nicht sein Eigen nennen. Zudem hatten die Gegner starke Verbündete im Reichunddie ausländischen Verbündeten würden sich in die inneren Zwistigkeiten des Reiches nicht einmischen wollen.
So sann Herzog Mael Ruanaid darüber nach Heiden im fernen Spanien zu unterjochen und ihr Volk vom Muselmanentum zu befreien.
Jülich, den 26. Januar 1148
Der Herzog entschloss sich heute zum Feldzug gegen Emir Jahaff von Dhummunuid, der über Coruna und weitere Ländereien in Spanien herrschte. Große Söldnerheere nahm Herzog Mael Ruanaid in seine Dienste, nämlich Borell de Besalu aus Katalanien sowie Ethelfrith of York mit ihren Bewaffneten. Boten ritten zu den Verbündeten und forderten deren Unterstützung ein. Der Herzog von Savoyen und die Herzogin von Baden – das Eheweib des Herzogs – wie auch der Bischof von Wollin versprachen Unterstützung und sandten ihre Krieger gen Spanien.
Jülich, den 25. Juni 1148
Dank der Gnade unseres Herrn liegt in jedem Ende ein Anfang. Heute segnete Herzog Mael Ruanaid im Alter von 58 Jahren aufgrund von Altersschwäche das Zeitliche. Es mag ihm ein Trost sein, dass keiner seiner Feinde je mit dem Ansinnen, ihn zu meucheln, erfolgreich war.
Neuer Herzog von Luxemburg wurde Markward. Herzog von Kärnten wurde Sohn Dietpold, der auch die Grafschaften Innsbruck, Loon, Luxemburg und die Stadt Stettin erhielt. So war der alte Herzog daran gescheitert, eine einheitliche Erbfolge durchzusetzen und sein Reich zerfiel
Krieger und Söldner zogen ins ferne Hispanien. Dort wagten es die Heiden nicht sich den Unsrigen in offener Feldschlacht entgegen zu stellen. Feige zogen sie sich in ihre Burgen und befestigten Plätze zurück. Gleichwohl, dies sollte ihnen nichts nützen. So wurde zunächst die Stadt Valladolid belagert.
Jülich, den 18. Juli 1149
Heute ergab sich mit Valladolid der erste Heiden-Ort den Unsrigen. Zur Ehre Gottes und zum frommen unserer wackeren Krieger wurden alle männlichen Einwohner hingerichtet.
Das luxemburgische Heer brach sodann auf nach Tordesillas, um diese Burg zu belagern und ihr gottgefälliges Werk fortzusetzen.
Jülich, den 4. November 1149
Tordesillas ergab sich schließlich am heutigen Tage dem unwiderstehlichen Heer des Herzogs. Die Truppen zogen weiter nach Toro, um auch diese Burg zu belagern.
Anno Domini 1150
Jülich, den 26. Januar 1150
Große Ehre wurde dem herzog zu teil. Selbst im Rom am Heiligen Stuhl hat man die tapferen taten des neuen Herzogs von Luxemburg wohl bemerkt und zu schätzen gelernt. Der Papst ließ dem Herzog als Anerkennung und Ansporn in seinem Kampf gegen die Heiden im Allgemeinen und gegen die Sarazenen im Besonderen 200 Goldstücke überbringen.
Jülich, den 12. März 1150
Am heutigen Tage ergab sich die Burg Toro auf Wohl und Wehe dem luxemburgischen Löwen. Späher brachten zudem die Nachricht, dass die Heiden Krieger sammelten, um sich nunmehr doch Herzog Markward und seinem Heer entgegen zu werfen. Der Herzog war zur Unterstützung der Seien ein Heer der Templer an.
Man machte sich nun auf auch Segovia in die Knie zu zwingen.
Jülich, den 12. März 1150
Der Krieg gegen die Sarazenen schreitet weiter günstig für die Unsrigen voran. Heute fiel Segovia.
Jülich, im August 1150
Gloria Victoria!
Herzog Markward hatte sein Heer geteilt und gleichzeitig Toledo und Belavante belagert. In diesem Monat konnten beide festen Plätze genommen werden.
Jülich, im November 1150
Allein, die Heiden gaben sich noch nicht geschlagen. Sie stellten vielmehr ein Heer auf, dass aber die Unsrigen bei Lugo zur Schlacht stellte und mit des Allmächtigen Hilfe in alle Wind zerstreute.
Jülich, den 11. Dezember 1150
Zwar sammelten sich die Feinde wieder. Sie konnten aber in der Schlacht von Tuy erneut besiegt werden.
Anno Domini 1151
Ein Jahr das ganz im Zeichen des Krieges mit den Sarazenen um Nordwestspanien stand. Das feindliche Jahr wurde von den Unsrigen gejagt und in den Schlachten von Braga, Chaves, Benanvente und Lumbrales immer wieder besiegt bis es sich endgültig verflüchtigte wie Löwenzahn im Wind.
Im Oktober konnte Talavera nach langer Belagerung eingenommen werden.
Anno Domini 1152
Dieses Jahr brachte Herzog Markward den Sieg über die Sarazenen nach der Schlacht von Corunna am 11. April diesen Jahres gaben die Sarazenen auf und erkannten die Herrschaft unseres Herzogs über den größten Teil von Galizien an. Herzog Markward hätte nun die Würde eines Herzogs von Galizien erwerben können, allein der Thronschatz sollte für die Kosten noch nicht ausreichen.
Anno Domini 1153
Jülich, im Februar 1153
Der Jülicher Erbfolgekrieg
Unerhörtes ereignete sich in Jülich. Dietpold, der eigene Sohn unseres Herzogs Markward, begehrte gegen seinen Vater auf und erklärte diesem den Krieg um die Herzogswürde in Luxemburg. Möge der Sohn ob dieser Schändlichkeit auf immer im Fegefeuer braten!
Zudem, Dietpold schien nicht der hellsten Geister einer zu sein, vermochte doch sein klägliches Heer bei weitem nicht die Kopfzahl des Heeres unseres Herzogs zu erreichen. So war sein böses Tun bereits von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Indes ward er unterstützt von Arnulf, Herzog von Pommern und ein mächtiger Mann, der ein Bruder des Großvaters unseres Herzogs war und alle eigenen Verbündeten waren verzagt und traten dem gerechten Kampf unsers Herrschers nicht bei. Zudem war das unsrige Heer über viele Grafschaften verteilt und musste zunächst gesammelt werden.
Jülich, den 24. März 1153
Aus dem fernen Pommern, so meldeten Späher, Spione und Kaufleute, näherte sich langsam das mächtige Heer des Herzogs von Pommern. So fasste unser Herzog den Entschluss zunächst die schwächliche macht von Dietpold zu werfen und die Feinde einzeln zu besiegen. Dies gelang auf das Trefflichste in der Schlacht von Aarschot, wo 1200 der Unsrigen auf 400 von Dietpold trafen.
Jülich, den 18. Juli 1153
Der Feind marschierte in mehreren Heeressäulen heran, die einzeln dem unsrigen Her unterlegen, zusammen aber überlegen waren. So sollte der Feind einzeln geschlagen werden.
Auf den Feldern vor der Stadt Namur trafen die Truppen aufeinander. Sah es zu Beginn der Schlacht auch nach einem Sieg der Unsrigen aus, so gelang es doch dem Feind noch seine Truppen zu vereinigen. So musste sich das luxemburgische Heer der Überzahl des Feindes beugen und geschlagen die Walstatt verlassen. Alsbald belagerte der Feind die Stadt Namur.
Jülich, den 10. Dezember 1153
Böse Kunde erreichte uns aus Namur. Die Stadt ergab sich und öffnete dem Feinde die Tore. Die Truppen von Herzog Arnulf von Pommern zogen plündernd, brennend und schändend durch die Stadt.
Weiter ging der Krieg und weiter zog der Feind sengend und plündern durch das Lütticher Bistum, um schließlich das herrliche Lüttich selbst zu belagern.
Anno Domini 1154
Auch dieses Jahr stand ganz im Zeichen des Jülicher Erbfolgekrieges.
Jülich, den 24. Juni 1154
Die Kette der Niederlagen riss nicht ab. Boten erreichten am heutigen Tag Burg Nideggen mit der Kunde, dass auch Lüttich in die Hände des Feindes gefallen war. Welch böser Tag für den Herzog! Der Herzog prüfte mit ernster Miene den Thronschatz und musste feststellen, dass dieser fast erschöpft war. Gleichwohl, er benötigte dringend Verstärkungen und entschloss sich katalanische Söldner anzuwerben, auch wenn er diese nur wenige Monate bezahlen konnte. So waren die Verhältnisse im Herzogtum, dass Herzog Markward keine Möglichkeit mehr sah, den Krieg gegen Sohn Dietpold aus eigenen Kräften siegreich zu beenden!
Jülich, den 2. September 1154
So zog man unter dem Banner des luxemburgischen Löwen dem Feind nach Namur entgegen, dem Schlachtfeld, das schon einmal einen Sieg gegen den Feind gesehen hatte. Trug man auch das luxemburgische Banner, so sammelten sich darunter doch fast nur Söldner aus dem fernen Katalanien. So mochten auf einen luxemburgischen Recken vielleicht 5 Söldner entfallen.
Wie dem auch war, der Allmächtige zeigte sich gnädig und ließ den Feind vor den wilden Schlachtrufen der Katalanen erschauern. Ein großer Sieg konnte errungen werden.
Jülich, den 18. September 1154
Herzog Markward ließ den Feind scharf verfolgen, wusste er doch seine Chance gekommen, den noch schwachen Feind nunmehr endgültig in den Staub werfen zu können.
Vor den Toren von Brüssel konnten die fliehenden Pommern gestellt und erneut geschlagen werden. In alle Winde verstreut zogen sie sich nunmehr mut- und kraftlos nach Pommern zurück.
Alsbald zog man in die Looner Lande, um diese Grafschaft von Sohn Dietpold zu verheeren. So belagerte man zunächst Aarschot.
Anno Domini 1155
So zog sich der Jülicher Erbfolgekrieg in sein 3. Jahres, diesmal allerdings unter weitaus günstigeren Vorzeichen als in den letzten beiden Jahren. Im Frühjahr stellte sich der Feind noch einmal in einer Schlacht zum Kampfe. Beo Goch prallten die Heere aufeinander und das Ergebnis sollte Freude doch auch Schrecken verbreiten. Freude, ward doch Dietpold gefangen und Schrecken, ward doch Markward entsetzlich verstümmelt.
So endete der Jülicher Erbfolgekrieg und Dietpold schmachtete im Kerker, den er nicht mehr lebend verlassen sollte.
Es heißt in den Schriften der Weisen: Du sollst die Schlange nicht deshalb gering achten, weil sie keine Hörner hat.
Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein gewaltiger Drache wird, so wie aus einem einzigen Mann eine ganze Armee werden kann.
wir finden unsere Stichpunkte-Datei nicht mehr. Wir hatten uns in einer Wortdatei Stichpunkte zum Ablauf notiert und diese auf einem USB-Stick gespeichert. Dieser ist futsch. Auf der Festplatte befinden sich nur noch Versionen, die bereits zeitlich überholt sind.
Wir haben zwar einen Haufen screenshots aber ohne die Stichpunkte kriegen wir die Geschichte nicht wirklich auf die Reihe. Wir müssen mal ein bißchen räumen, ob sich der Stick wieder anfindet.
Es heißt in den Schriften der Weisen: Du sollst die Schlange nicht deshalb gering achten, weil sie keine Hörner hat.
Niemand weiß, ob aus ihr nicht einst ein gewaltiger Drache wird, so wie aus einem einzigen Mann eine ganze Armee werden kann.
Es war ein Jahr des Herrn in Frieden und des Aufbaus. Prächtig wuchsen die Dörfer und Städte in den Herzogtümern.
Anno Domini 1157
In diesem Jahr übernahm Sohn Anno von Satzvey das Amt des Hofchronisten von seinem Vater Gero. Gero von Satzvey, an der Schüttelkrankheit leidend, vermochte nicht mehr einen geraden Satz in die Folianten zu bringen, und ward darob schwermütig, einen Seelenzustand, den er mit immer mehr Wein von den Hängen der nahen Ahr zu bekämpfen trachtete. So ward der Herr schließlich in allen Ehren entlassen, zog sich auf seinen Herrensitz zurück, wies seinen Erstgeboren in das Amt ein und erweiterte bis zu seinem Lebensende seine Kenntnisse über den Rotwein aus der Region beträchtlich.
Anno Domini 1158
Herzog Markward war schon lange die Situation um Köln ein Dorn im Auge. Nie hatte er den Verlust der Herrschaft des Hauses Jülichgau über die reichen Kölner Lande verwunden und trachtete mit Gewalt und Kabalen danach, die Herrschaft wieder zu erlangen.
Mit solchen Hintergedanken hatte er Kunigunde von Jülichgau an den Hof nach Jülich eingeladen. Kunigunde, unvermählt und ohne Kinder, war eine Tochter von Eberhard von Jülichgau, einem Sohn des Urgroßvaters Gerhard von Jülichgau. Eberhard war Bischof von Brauweiler gewesen und konnte zumindest gewisse Ansprüche auf die Kölner Lande sein eigen nennen, die Tochter Kunigunde geerbt hatte. War die Erbfolge nach Kunigunde auch noch unklar, könnten sich doch hieraus für die Zukunft Möglichkeiten ergeben, die unmittelbare Herrschaft über Köln zurückzuerlangen.
Und so warf Herzog Markward just zum Neujahrstage 1158 dem Niederlothringer den Fehdehandschuh zu, um Kunigunde die Herrschaft über Köln zu gewinnen.
Beide Seiten pochten auf die Einhaltung der geschlossenen Bündnisse und so trat Norbert Graf von Württemberg wie auch die Herzogin von Baden, die Mutter unseres Fürsten, auf Seite der Luxemburger sowie der Herzog von Brabant und der Graf von der Steiermark auf Seiten Niederlothringens der Fehde bei
Jülich, den 18. März 1158
Am heutigen Tage trafen sich die Heere der Luxemburger und von Brabant auf den Feldern vor Goch. Die kampfgewohnten Ritter und Gemeinen des luxemburgischen Heeres besiegten den Feind mit Leichtigkeit, setzen im nach und zersprengten die letzten Reste in einem Scharmützel vor der Abtei Brauweiler.
Alsbald zog man weiter und stellte sich den nahenden Heeren der feindlichen Verbündeten entgegen. Bei Kaiserslautern konnte das württembergische Heer geworfen und alsbald mit der Belagerung der Stadt begonnen werden.
Jülich, den 10. Juli 1158
Dunkle Mächte waren in Jülich am Werke, musste doch Herzog Markward heute erfahren, dass am heutigen Tage Sohn Dietpold mit Schaum vorm Mund und geradezu teuflisch verzerrter Fratze in seiner Kerkerzelle verschieden war. Allgemein war man der Meinung – und dies war auch die Meinung unseres Herzogs – dass der Bocksbeinige hochselbst Dietpold ob seiner Verfehlungen gegen den eigenen Vater mit sich in die Hölle genommen hätte. Allerdings gab es in den Gassen und Wirtschaften auch Geraune, dass auf höchster Anweisung hin, dem Essen von Dietpold unbekömmliche Essenzen beigemischt waren. Allein, da das Leben von Dietpold wegen seiner vielfältigen Missetaten gegen den Vater eh verwirkt war, erstarben die Gerüchte bald.
Anno Domini 1159
Dieses Jahr sollte dem Hause Jülichgau den Sieg über Lothringen bringen.
Nach den siegreichen Belagerungen von Kaiserslautern, Berg, Worms und Köln kapitulierte schließlich Herzog Nikolaus II. und Kunigunde wurde als Gräfin über Köln eingesetzt.
Anno Domini 1160 bis 1163
Nun gönnte unser Herzog seinen Untertanen eine Zeit von Frieden und Wohlstand. Gar stattlich ließ er seine Lande ausbauen, wo bei er Wert darauf legte, neue Dörfchen anzulegen und zu fördern, auf das die Steuereinnahmen stiegen.
Aber auch Ruhm und Ehre des Hauses Jülichgau mehrte er, in dem er die Würde eines Herzogs von Galizien im fernen Hispanien erwarb und Tochter Trude mit Theoderich Wigeriche, dem Thronfolger in Niederlothringen vermählte.
In 1161 verschied Papst Marinus und an seine Stelle ward Pelagius der III. von der Kurie gewählt.
In 1162 starb schließlich friedlich Kaiser Theoderich der Große an Altersschwäche und zu seinem Nachfolger wählten die Fürsten des Reiches Mael Ruanaid, den Neffen unseres Herzogs. Welch Ruhm für das Hause Jülichgau, dass nunmehr ein Verwandter zum deutschen Kaiser erkoren ward!
Doch auch Trauer zeitigte dieses Jahr. Ulrike von Zähringen, die Mutter des Herzogs starb und so ward Herzog Markward auch Herzog von Baden, eine kleine indes aber durchaus wohlhabende Herrschaft.
Das Jahr 1162 endete dann aber wieder mit großer Freude, konnte doch Sohn Michael unseres Herzogs mit Amalberga Wigeriche, einer Prinzessin von Niederlothringen vermählt werden.
Auch das Jahr 1163 stand im Zeichen des friedlichen Aufbaus und so ist allein zu vermelden, dass im Kaiserreich moderate Kronautorität eingeführt wurde.
Europa im Jahre 1163
Das Haus Jülichgau im Jahre 1163
Anno 1164
Mit diesem Jahr sollte indes die Zeit des Friedens schon wieder enden.
Die Pläne des Herzogs zur Erlangung der Königswürde über Lothrinen gingen nicht auf. Eine Vielzahl von Erben waren zu verzeichnen und auch wenn die Kabalen des Herzogs durch Verwandte im Hause Wigeriche Unterstützung finden würden, so wäre doch eine Vielzahl verwinkelte und gefährlicher Ränke zu schmieden. Ansprüche auf Landstriche in Niederlothringen konnte der Herzog auch nicht aufweisen.
Allein, der Herzog ließ nicht von seinem Plan ab, für sich oder die seinen eine Königswürde zu erlangen. Nun war aber in 1163 König Marton der I. von Ungarn im Kampfe gegen Rebellengefallen und hatte keine Nachkommen hinterlassen. So war das Erbe streitig und auch Ibolya Arpad, die Ehefrau unseres Herzogs, konnte Ansprüche auf den ungarischen Thron geltend machen.
Lange prüfte der Herzog die Aussichten eines solchen Krieges um die ungarische Krone. Groß war das Reich der Magyaren, viel größer als die Herrschaft unseres Herzogs. Allerdings schienen die unsrigen Ländereien wohlhabender und zudem schien das ungarische Reich im Kampfe untereinander und mit Rebellen zerstritten zu sein. Der luxemburgische Thronschatz war prall gefüllt, das Ansehen des Herzogs Markward hoch und die Zahl seiner Verbündeten groß.
Nach langem Räsonieren entschied sich unser Herzog schließlich, das Abenteuer zu wagen und für sein Eheweib die Krone von Ungarn zu verlangen. Am 3. Januar Anno Domini verließen Emissäre den Hof zu Nideggen, um den Usurpatoren in Ungarn die Aufforderung zu überbringen, die Krone jenes Reiches an Ibolya auszuliefern.
Gleichzeitig wurden Boten ausgesandt, um die Treue der Verbündeten einzufordern. Und siehe, Norbert Graf von Württemberg, und Adolf Herzog von Kärnten erwiesen sich als feste Klippen im Sturm während der Niederlothringer und Arnulf von Pommern, ein enger Verwandter, dem Herzog gegenüber treulos wurden.
So zogen die Unsrigen in einen Krieg, der mehr als ein Jahrzehnt dauern und die Jülicher den Untergang erblicken lassen sollte.
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