Tosh hat geschrieben:Frage zu Spielerverkäufen in der Sommerpause:
Angenommen ich habe einen Feldspieler mit SP 5, Alter 27, den ich der nächsten Sommerpause verkaufen möchte.
Mit Beginn der Sommerpause wird der Spieler 28, verliert einen SP und sein MwF sinkt auf 0,8.
Somit wäre es also sinnvoller, ihn bereits in der Winterpause zu verkaufen, um die Erlöseinbußen beim Verkauf zu vermeiden.
Richtig?
Im Ansatz richtig, Euer Beispiel stimmt aber nicht:
Wenn der Spieler 27 ist und 5 SP hat, verliert der Spieler im Sommer noch keinen Stärkepunkt. Das ergibt sich aus der Regel III. 5. nicht unmittelbar, aber aus dem Ablauf der Sommerpause wird es klar, weil dort
zunächst in VII. 2.5 Alterungseffekte durchgeführt werden und erst
danach in VII. 2.7 das Alter erhöht wird. Im konkreten Beispiel ist Euer Spieler also zu dem Zeitpunkt, an dem geprüft wird, ob er SP wegen Alters verliert, (gerade) noch 27 und verliert keinen Punkt und wird erst danach 28 (womit er in der kommenden Sommerpause, aber auch erst dann, einen verlieren wird). Was allerdings - da habt Ihr recht - unmittelbar eintritt, ist die Marktwertänderung auf nur noch 80 % und der damit entsprechend sinkende Mindestverkaufserlös (im Beispiel von 4.500.000 auf 3.600.000).
Ob es nun sinnvoller ist, den Spieler in der Winterpause bereits zu verkaufen, lässt sich nicht eindeutig beantworten, es kommt (der Jurist in Uns wieder

) darauf an: Was wollt Ihr? Wollt Ihr
kurzfristig ein möglichst schlagkräftiges Team, solltet Ihr den Spieler vielleicht nicht verkaufen, wenn Ihr ihn regelmäßig aufstellt. Ist er aber nur dritter Ersatzspieler, wäre es dagegen wiederum gangbar. Ist Euch egal, ob Ihr in dieser Saison ein oder zwei Plätze weiter vorne oder hinten landet, weil Ihr an den
langfristigen wirtschaftlichen (und damit wohl auch sportlichen) Erfolg denkt, dann wäre ein früherer Verkauf in der Tat naheliegend. Um aus dem Nähkästchen zu plaudern: Wir glauben, dass Wir deswegen letzte Saison nicht Meister geworden sind, weil Wir zwei Spieler der (erweiterten) Stammelf bereits in der Winterpause verkauft haben, aus wirtschaftlichen Gründen. Im Nachhinein hätten Wir lieber die GNB auf Platz zwei verwiesen und dafür die wirtschaftlichen Nachteile (beide Spieler hätten - wie von Euch im Beispiel
intendiert - altersbedingt SP verloren, weshalb Wir sie eben vorher verkauft haben) in Kauf genommen. Darüber muss man sich klar werden.
Bricht man es aber nur auf das Wirtschaftliche herunter: Klar ist das dann sinnvoll. Das ist eine der beiden Hauptstellschrauben des wirtschaftlichen Erfolges, dass man seine Spieler zum
richtigen Zeitpunkt verkauft. Die andere ist, dass man Vertragsverlängerungen ebenfalls zum
richtigen Zeitpunkt vornimmt und nicht irgendwann. Das Beispiel ist hier umgekehrt: Der Spieler ist noch 20 (MWF 150%), wird aber zum Saisonende 21 (MWF dann nur noch 120 %). Dann kann es sinnvoll sein, mit dem Spieler erst im Sommer zu verlängern, weil das billiger ist. Das geht aber auch andersherum: Hat man zwingend vor, einem Spieler noch TP zuzuweisen, kann es sinnvoll sein, ihn bereits im Winter zu verlängern und ihm die TP erst danach zuzuweisen. Das geht auch kombiniert: MwF sinkt, aber SP steigen wegen zugewiesener TP, was ist nun billiger? Muss man dann eben ausrechnen (Wir machen das mit Excel für Unseren Kader), kann von Fall zu Fall differieren. Weiter sollte man dann einpreisen: Ein evtl. steigendes Gehalt (oder eben nicht steigend, wenn man früher verlängert, wenn der Spieler noch nicht mehr SP hat, als aktuell) und Zinslasten, wenn man im Minus steht und eine Vertragsverlängerung demnach kreditfinanziert vornimmt (dann zahlt man für eine spätere Verlängerung wiederum weniger Zinsen).
Das sollen jetzt alles nur Denkanstöße sein, was man alles bedenken kann, wenn man will. Wenn man will, lassen sich die Finanzen so ein ganzes Stück optimieren gegenüber demjenigen, der es einfach irgendwie frei Schnauze macht. Wie groß die Differenz ist, wissen Wir nicht, Wir würden schätzen 10 - 20 % (zumal ja auch der frei Schnauze handelnde nicht zwingend die "falsche" Entscheidung treffen muss, sondern auch mal genau richtig liegen wird). Daher wird auch derjenige, der es einfach irgendwie machen will, noch im Großen und Ganzen mithalten können. Unseres Erachtens zeigt das extrem breite Mittelfeld der Liga, welches sehr unterschiedlich starke Vereine beinhaltet, dass
ein paar Punkte Stärkedifferenz nicht den Unterschied machen. Der Unterschied liegt vielmehr beim FC Preussen, der zu Saisonbeginn nicht
ein wenig stärker war als die Konkurrenz, sondern um
16 (!) Punkte mehr als das zweitstärkste Team und den Unterschied sieht man eben auch tabellarisch, den Rest nicht. Wir können da aber die Konkurrenz beruhigen ohne zu viel zu verraten: Der Erfolg der Preussen ist kurzfristig gewollt, aber wohl aufgrund anstehender Alterung und erheblicher finanzieller Probleme so nicht nachhaltig darstellbar. Der werte Preusse hat - wenn man so will - Eure obige Fragestellung für sich so beantwortet, dass er nicht vorzeitig verkauft, um den Spieler diese Saison noch für sportlichen Erfolg zu "verbrauchen".
Zusammenfassend: Wir wollen mit diesem Exkurs niemanden verschrecken, haben es aber mal zum Anlass genommen, dieses oder jenes anzusprechen, worauf mancher vielleicht noch nicht von selbst gekommen ist. Also: Man kann einiges optimieren (untter anderem im Sinne Eurer Fragestellung), man kann aber auch einfach irgendwie nach Gefühl spielen, wenn das mehr Spaß macht, alles kann, nichts muss und konkrete Nachfragen zu wirtschaftlichen Themen beantworten Wir immer gerne. Lediglich die Nachfrage nach dem (nach Unserem Dafürhalten)
optimalen Vorgehen bspw. bei der Talententwicklung (wann weist man wie viele Stärkepunkte zu, wann verlängert man Verträge, wann verkauft man) werden Wir nicht beantworten, das muss dann jeder für sich selbst herausfinden (und je nachdem, wo man hinwill kann das auch differieren).