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Verfasst: Di 01.09.2026, 11:20
von [B@W] Abominus
Meine Mutter möchte nochmal Geld anlegen, die wissen nicht wohin damit. Jahrelang als Arbeiter beide mehr schlecht als recht durchs Leben gekommen und jetzt in der Rente haben sie mehr als zuletzt beim Arbeiten durch Zusatzrentenversicherung von der Kirche bzw. von der Zeche. Luxusprobleme.

Mit Mitte 60 noch anzufangen etwas spät, aber sie haben ja noch Enkelkinder und würde für dien ansparen wollen.

Welchen ETF würde man da empfehlen, also für meine Eltern, die - Gott bewahre - Geld verlieren könnten, weshalb sie immer in Bundesschatzbriefe investiert haben oder es auf dem Tagesgeldkonto haben liegen lassen. Und halt für die Enkel. 25 EUR / Kind / Monat ist akzeptabel, oder?

Verfasst: Di 01.09.2026, 11:28
von Witold Pilecki
Rendite kommt von Risiko. Deine Eltern müssen sich entscheiden, wie viel Schwankung sie bereit sind, auszuhalten. Aktien haben die höchste erwartete Rendite, aber keiner kann garantieren, dass wir morgen nicht wieder in eine Situation wie 2000 und 2008 kommen, in der Aktien 10 Jahre nur Miese machen. Wenn für die Enkel gespart wird, ist das ein ausreichender Zeithorizont, aber man muss sich der Risiken bewusst sein und Krisen durchstehen können. Man muss sich bewusst sein, dass Krisen und Schwankungen der Grund sind, warum es die Rendite gibt - es ist eine Risikoprämie.

Der Vanguard wäre für 25 Euro im Monat ein schönes Produkt.

Verfasst: Di 01.09.2026, 11:35
von deltadagger
Bei 25 oder 50 € im Monat kann man mit dem z. B. von @Withold Pilecki

EDIT: oha, wurde initial von @Elvis empfohlen, wenn ich das richtig sehe, sorry!!!

empfohlenen Produkt nicht wirklich allzuviel falsch machen.
Im Falle des Supidupicrashs bleibt es einer überschaubaren Summe, die verlustigt geht
und wenn alles glatt geht, was wir ja mal schwer hoffen (auf eigene Depot schielend), kommt nach 10-15-20 Jahren noch Erwähnenswertes bei den Enkeln an.
Allemal besser als unterm Kopfkissen ohne jegliche Chance auf einen ct. Ertrag.

Verfasst: Di 01.09.2026, 11:35
von Elvis
Witold Pilecki hat geschrieben: Der Vanguard wäre für 25 Euro im Monat ein schönes Produkt.
Ja, es wäre das Beste.
Aber ich würde an Abos Stelle sowas nicht empfehlen. Beim nächsten Börsencrash bist du der Schuldige, der das Geld der Enkel verzockt hat.

Aktien sind nur etwas für Leute deren eigener Entschluss das ist, nach wenigstens einer minimalen Auseinandersetzung mit dem Thema. Invest auf Zuruf führt da einfach mangels Wissens oft zu unnötigen Konflikten, wenn es dann mal 40% abwärts geht.
Hatte ich gerade neulich, als mich eine Mutter bei einer <5% Schwankung im ETF ihres Kindes angerufen hat, was den da los sei. Und ich meine wirklich, ich habe ihr das vorher alles sehr deutlich erklärt und dachte sie hatte es verstanden.

Aus demselben Grund lege ich auch das Geld meiner Frau, schweren Herzens, höchst ineffizient an. Sie würde es nur in Aktien anlegen, weil ich es ihr raten würde und nicht weil sie selber davon überzeugt wäre. Und das wäre keine gute Basis.

Verfasst: Mo 07.09.2026, 12:14
von Bigfish
Also Unsere Sparkasse bietet beide bereits als Sparplan an. Wir haben daher gerade die ganzen Sparpläne angepasst und dem thesaurierenden Vanguard den Löwenanteil zugewiesen. Einzelne der vorhandenen Ausschüttenden besparen Wir aber weiterhin.

Verfasst: Mo 07.09.2026, 14:30
von Witold Pilecki
Wir haben unseren Sparplan beim S Broker auch schon auf die thesaurierende Anteilsklasse eingerichtet. :)

Verfasst: Mo 07.09.2026, 18:31
von Elvis
Ich warte bei der ING noch immer, dass er als Sparplan kommt.
Die Sparkasse hat echt nen riesigen Sprung gemacht in ihrem Brokerage. Das was sie allgemein da inzwischen bieten, hätte ich von denen als letztes erwartet.

Verfasst: Mo 07.09.2026, 18:38
von [B@W] Abominus
Elvis hat geschrieben:Ich warte bei der ING noch immer, dass er als Sparplan kommt.
Die Sparkasse hat echt nen riesigen Sprung gemacht in ihrem Brokerage. Das was sie allgemein da inzwischen bieten, hätte ich von denen als letztes erwartet.
Bitte melden, wenn verfügbar, bin auch bei der ING und vielleicht kannst Du es mir dann auch erklären, wo ich draufdrücken muss. Hab zwar einen Sparplan eingerichtet, aber ich weiß nicht mehr genau wo und wie in der App. :D

Verfasst: Mo 07.09.2026, 18:45
von Elvis
Gib es zu... du willst das doch nur, um mich anschließend für alle deine Verluste verantwortlich machen zu können. :eek:
Aber ja, wir finden deinen garstigen Button schon, wo du draufklicken musst. :D

Verfasst: Di 08.09.2026, 09:20
von Colonel Chris
Da ich meine Immobilienstrategie gerade eh ändere, der SL63 weg ist und ich auch in andere Anlageklassen diversiviziere (hab bisher Single Malt, Zigarren, Immos, Autos und gewerbliche PV), habe ich gerade auch meine erste Rate vom Vanguard geordert.

Vanguard lege ich seit Jahren auch schon in die Altersvorsorge meiner Mandanten. Warum nicht also auch in meinen Vermögensaufbau? (Aber für mich nicht als AlVo, dafür sind nach wie vor die Immos).

Verfasst: Di 08.09.2026, 09:44
von Witold Pilecki
Der Vanguard müsste auch schon die Milliarde Fondsvolumen geknackt haben.

Verfasst: Di 08.09.2026, 09:45
von deltadagger
Welchen haste von Vanguard denn als Altersvorsorge bisher genommen/Kunden vorgeschlagen?
Ich habe paar Kröten in dem:
https://www.de.vanguard/private-anleger ... cumulating

Den vom werten Withold habe ich noch nicht.

Verfasst: Di 08.09.2026, 09:52
von Colonel Chris
Ich habe den thesaurierenden ETF (den Witold auf der vorigen Seiten entdeckt hatte) genommen. Da soll ich sich 6-15 Jahren halt 'ne Menge Kohle ansammeln, damit ich mein Vermögensportfolio zur Rente noch mal veredeln kann (Schlußtilgung hier, Sanierung dort, Haus auf Insel da, der Rest Kapitalverzehr).

Verfasst: Di 08.09.2026, 10:00
von deltadagger
Also, die Frage bezog sich eher auf deine bisherigen Empfehlungen für deine Kunden.
Weil meiner, wie ja ersichtlich, performt ja unterirdisch.
Bin da 2020 oder so eingestiegen und seit 2024 einfach "vergessen".
Da "parken" ca. 2 k€ und nur meine Faulheit hat den Ausstieg verhindert.
Viele der älteren Produkte von Vanguard sind eher konservativ-vorsichtig (war ja auch der Plan des Gründers) und daher weniger geeignet, um nach 10 Jahren Millionär zu sein (außer man legt gleich ne Million an :D )

Verfasst: Di 08.09.2026, 10:04
von Colonel Chris
Ich war immer ein Freund von verschiedenen ETFs, wie zB

- klar, MSCI World
- S&P500
- NASDAQ100
- EUROSTOXX 50 bzw 600
- MSCI Emerging Markets

Gerne auch ishares oder xtrackers wenn nicht Vanguard, je nachdem über welchen Versicherungsmantel, falls nicht Depot.

Nicht fancy, breit gestreut, Europa & Nordamerika im Schwerpunkt.

Verfasst: Di 08.09.2026, 10:11
von deltadagger
OK, habe ich dann falsch verstanden, weil oben haste geschrieben, dass du schon immer bei Vanguard investiert hast.
Gemeint haste aber offensichtlich diverse ETFs, oder?

Verfasst: Di 08.09.2026, 10:47
von Colonel Chris
deltadagger hat geschrieben:OK, habe ich dann falsch verstanden, weil oben haste geschrieben, dass du schon immer bei Vanguard investiert hast.
Gemeint haste aber offensichtlich diverse ETFs, oder?
Unter anderem. Ich habe die halt ins Kundenportfolio mit aufgenommen. Je nach dem. Fonds und auch ETFs.

Zum Beispiel:
Vanguard U.S. 500 Stock Index Fund EUR
Vanguard Global Stock Index Fund EUR

Verfasst: Fr 09.10.2026, 14:11
von Bigfish
Sehen Wir das richtig, das Altersvorsorgedepot ist eine eigene Schiene bei den Sonderausgaben? Bis zu den relevanten Grenzwerten ist es voll Abzugsfähig ohne das es mit anderen Sonderausgabengrenzwerten kollidiert?

Verfasst: Fr 09.10.2026, 14:34
von Elvis
Bigfish hat geschrieben:Sehen Wir das richtig, das Altersvorsorgedepot ist eine eigene Schiene bei den Sonderausgaben? Bis zu den relevanten Grenzwerten ist es voll Abzugsfähig ohne das es mit anderen Sonderausgabengrenzwerten kollidiert?
Korrekt. Sogar inkl. der Förderung.

Es handelt sich dabei um die bei staatlicher Altersförderung typische zeitversetzte Besteuerung. Im Gegenzug müssen bei der Auszahlung aber auch ALLE Entnahmen versteuert werden. Nicht nur die Gewinne.

Der Vorteil ergibt sich mathematisch aus drei Treibern:
1. Dem im Alter meist niedrigerem Grenzsteuersatz.
2. Dem Zinseszins auf die Förderungen
3. Dem Zinseszinseffekt durch die Steuerstundung inkl. Entfall von Vorabpauschalen, Zinssteuern etc.

In jungen Jahren lohnt es sich, weil der Zeiteffekt in dem Konstrukt am schwersten wiegt. Ab 50 wird es selbst bei kostenlosen Altersvorsorgedepots (die definitiv kommen werden) zum Nullsummenspiel im Vergleich zur Abgeltungssteuer.
Für junge Menschen hingegen wird die Ablaufleistung hingegen, als ganz grobe grobe Hausnummer, leicht ca. 20% höher sein, als hätten sie dasselbe in einem privatem Depot gemacht. Aber eben zum Preis des flexiblen Vermögenszugriffes.

Im Detail verbleiben aber noch ein paar Vorteile für ältere Sparer, sofern einen die eingeschränkte Verfügbarkeit des Kapitals nicht stört, weil man noch andere Rücklagen/Depots aufgebaut hat.

Verfasst: Fr 09.10.2026, 14:46
von Bigfish
Ja so hab ich mir das auch zurechtgelegt. Ich wollte es nur noch mal von jemand anderem hören. Bin da echt zwiegespalten ob es noch Sinn macht, oder aber lieber weiterhin alles in ETFs buttern und auf die staatlichen Geschenke verzichten? Der große Monsterbetrag kommt da in der theoretisch verbleibenden Zeit nicht mehr zusammen.