selbstbestimmt bis zum Schluß ? Sterbehilfe, Suizid und Ansichten dazu

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von [B@W] Abominus » Sa 29.02.2020, 23:58

Ist laut Recklinghäuser Zeitung ein Marler gewesen, der geklagt hat. Gut so!

von Witold Pilecki » Sa 29.02.2020, 17:31

von Strategienordi » Mi 24.07.2019, 21:00

Kardinalinfant hat geschrieben:Ist doch eine absurde Position, den selbstbestimmten Tod (zu dem man evtl. Hilfe benötigt) mit einem unter welchen Argumentationen auch immer gerechtfertigten fremdbestimmten Tod in einen Topf zu werfen. Natürlich stellt man mit der Befürwortung der Möglichkeit des ersteren nicht den absoluten Lebensschutz gegenüber letzterem in Frage.
Es geht in beiden Fällen um die Absolutheit des Lebensschutzes. Und in Strafrecht geht der ja sogar so weit, dass Ihr nichtmal der eigenen Tötung zustimmen könnt. Rührt Euch Eure Frau auf Euren Wunsch hin Gift in den Abendwhiskey, dann wird sie auf Grund des absoluten Lebensschutzes verurteilt, macht Ihr das selber ist alles Ok. Das ist absurd.
Und die von Euch, werter Strategienordi, immer wieder eingeworfene Ablehnung des Bilanzselbstmordes mit der sinngemäßen Begründung, dann habe die Gesellschaft versagt, dem Lebensmünde sein Leben so schmackhaft zu machen, dass er sich dafür entscheidet, am Leben zu bleiben, versagt jedenfalls in Extremfällen wie diesem (letzthin im Radio gehörten und sinngemäß, evtl nicht in allen Einzelheiten korrekt wiedergegebenen):
Nun, wir sehen das aus dreierlei Gründen kritisch. Erstens lädt die Gesellschaft die ihrige Verantwortung für die negative Bilanz bei dem Suizidenten ab: Nein, das Mobbing hat den doch nicht in den Suizid getrieben; Natürlich hätten wir die ausserordentlich teure Therapie bezahlt; etc. Zum Zweiten eröffnet es den Weg zu einer für die Gesellschaft profitable Vergeschäftlichung: Ein Tag Palliativmedizin kostet etwa 250€, das Medikament für den Suizid nichtmal 100€. Drittens ist es ungerecht: Sterben darf nur derjenige, der noch seine Selbstbestimmung äußern kann, wer das nicht kann wird bei sonst gleicher oder negativerer Situation am Leben erhalten.
Ein Mann wird von seiner Exfreundin (meist ist die Konstellation ja umgekehrt) mit Säure übergossen. Er wird blind, gräßlich entstellt und (wohl weil sich die Säure durch das Rückenmark gefressen hat) vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Er leidet noch dazu dauerhaft unter erheblichen Schmerzen. Alles irreparabel, jedenfalls in mittlerer Zukunft und nach menschlichem Ermessen. Er entscheidet sich, sterben zu wollen (nach Unserem Dafürhalten nachvollziehbar, aus Unserer jetzigen Warte würden Wir Uns in ähnlicher Situation für Uns selbst auch so entscheiden) und klagt das ganze durch (Fall war glauben Wir in Belgien). Was genau hätte denn die Gesellschaft tun können, um seine Situation so zu verbessern, dass er sich dafür entscheidet, am Leben zu bleiben? Dauerhaft unter Drogen setzen, bis er nichts mehr merkt, ist das Einzige, was Uns spontan einfällt und inwieweit das dann noch mit einem menschenwürdigen und selbst bestimmten Dasein zu tun hat, möge jeder selbst beurteilen...
Wird wahrscheinlich Mark van Dongen sein.
Da dürfte das dann auf eine weitesgehend permanente Sedierung hinauslaufen. Er würde nach medizinischer Definition noch leben.

von Ioelet » Mi 24.07.2019, 19:47

Strategienordi hat geschrieben:Ändert aber nichts daran, dass jemand der Sterbehilfe in jeder Art befürwortet den Absoluten Lebensschutz, mit dem das staatliche Tötungsdoppelverbot (er verbietet töten und ihm ist es verboten) begründet wird, relativiert. Ein Absoluter Lebensschutz, der relativiert wird, ist aber nicht länger absolut.
Nur weil "Argument" und "Bullshit" beide ein "u" in der Mitte und ein "t" am Ende haben, ist nicht jeder Bullshit sofort ein Argument.
"Absoluter Lebensschutz" mag für den ein oder anderen das wesentliche Argument gegen Sterbehilfe sein, ebenso wie gegen Abtreibung und gegen Todesstrafe. Für den anderen geht es überhaupt nicht erst um "Absoluter Lebensschutz".

Uns geht es bei Sterbehilfe z.B. um das Recht auf das Handeln (lassen) gemäß dem freien Willen des Betroffenen. Dieser wiederrum würde bei Abtreibung und Todesstrafe übergangen, bei Sterbehilfe aber explizit sogar bestärkt. Todesstrafe und Abtreibung mag nun auch wiederrum jemand miteinander und mit Mord gleichsetzen, aber das Fass machen wir ein anderes Mal auf.

Ihr könnt nicht von einer Aussage A eines Mitregenten auf dessen persönliche Gründe schließen und von diesen vermeintlichen Gründen auf eine Aussage B - und dann über Aussage B schimpfen, die nie getätigt wurde.

Fragt doch einmal nach den Gründen der Mitregenten und redet mit ihnen und nicht nur vermeintlich über sie!

von Kardinalinfant » Mi 24.07.2019, 19:22

Ist doch eine absurde Position, den selbstbestimmten Tod (zu dem man evtl. Hilfe benötigt) mit einem unter welchen Argumentationen auch immer gerechtfertigten fremdbestimmten Tod in einen Topf zu werfen. Natürlich stellt man mit der Befürwortung der Möglichkeit des ersteren nicht den absoluten Lebensschutz gegenüber letzterem in Frage.

Und die von Euch, werter Strategienordi, immer wieder eingeworfene Ablehnung des Bilanzselbstmordes mit der sinngemäßen Begründung, dann habe die Gesellschaft versagt, dem Lebensmünde sein Leben so schmackhaft zu machen, dass er sich dafür entscheidet, am Leben zu bleiben, versagt jedenfalls in Extremfällen wie diesem (letzthin im Radio gehörten und sinngemäß, evtl nicht in allen Einzelheiten korrekt wiedergegebenen):

Ein Mann wird von seiner Exfreundin (meist ist die Konstellation ja umgekehrt) mit Säure übergossen. Er wird blind, gräßlich entstellt und (wohl weil sich die Säure durch das Rückenmark gefressen hat) vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Er leidet noch dazu dauerhaft unter erheblichen Schmerzen. Alles irreparabel, jedenfalls in mittlerer Zukunft und nach menschlichem Ermessen. Er entscheidet sich, sterben zu wollen (nach Unserem Dafürhalten nachvollziehbar, aus Unserer jetzigen Warte würden Wir Uns in ähnlicher Situation für Uns selbst auch so entscheiden) und klagt das ganze durch (Fall war glauben Wir in Belgien). Was genau hätte denn die Gesellschaft tun können, um seine Situation so zu verbessern, dass er sich dafür entscheidet, am Leben zu bleiben? Dauerhaft unter Drogen setzen, bis er nichts mehr merkt, ist das Einzige, was Uns spontan einfällt und inwieweit das dann noch mit einem menschenwürdigen und selbst bestimmten Dasein zu tun hat, möge jeder selbst beurteilen...

von Witold Pilecki » Mi 24.07.2019, 18:26

Wir verstehen eure Antwort nicht. Wir befürworten nicht Sterbehilfe jeder Art, sondern wollen unser Leben ärztlich assistiert beenden. Dazu können wir hoffentlich künftig einen Vertrag schließen. Dabei darf uns der Staat gerne vor Betrug schützen. Der Staat darf überhaupt nicht töten, so wie ihr das wollt.

von Strategienordi » Mi 24.07.2019, 18:01

Ändert aber nichts daran, dass jemand der Sterbehilfe in jeder Art befürwortet den Absoluten Lebensschutz, mit dem das staatliche Tötungsdoppelverbot (er verbietet töten und ihm ist es verboten) begründet wird, relativiert. Ein Absoluter Lebensschutz, der relativiert wird, ist aber nicht länger absolut.

von Witold Pilecki » Mi 24.07.2019, 17:00

Wir greifen dann einfach mal euren Vorwurf von hier auf:
Strategienordi hat geschrieben:Doch, Ihr seid für Bilanzsuizide. Folglich muss es in Eurer Vorstellung Kipppunkte geben, wo der Wert des Lebens so gering wird, dass der Tod besser ist. Also kann der Wert des Lebens bei Euch nicht absolut sein.
Wir verstehen euer Problem nicht. Wir bestimmen selbst über unser Leben und auch, wann wir nicht mehr Leben möchten. Vor ein paar Tagen haben wir unseren "Schwiegervater" besucht, der einen schweren Schlaganfall erlitten hat. Genaueres ist uns nicht bekannt, es besteht kein Kontakt. Aber er sollte noch mal seine Enkeltochter sehen, also waren wir da. Er registriert wohl Bewegungen, aber es ist nicht erkennbar, dass er die Anwesenheit einer Person im Raum mitbekommt. Kommunikation unmöglich, Bewegungsfähigkeit vorhanden, aber stark eingeschränkt und reflexartig. Er vegetiert mehr oder weniger regungslos in seinem Bett. Zwei Lungenentzündungen hat er schon überstanden und das (für uns so empfundene) Elend geht weiter. Wir wollen so nicht leben. Wo dieser Kipppunkt liegt, entscheiden wir und niemand sonst, den wir nicht dazu bevollmächtigt hätten.

von Thomasius » So 07.07.2019, 12:49

Gebannter User hat geschrieben:Da kommt die Juristerei an ihre Grenzen.

Das mit dem freien Willen ist halt das Problem. Was ist, wenn er sich es einen Moment nach dem Setzen der Giftspritze doch wieder anders überlegt? Aber dann schon is Koma rutscht? Das ist ein erhebliches Problem für Ärzte. Ich kenne Ärzte, die sagen, "ich rette jeden. Ist mir doch egal, was der irgendwann gesagt hat, ich habe keinen Bock wegen einer Tötung in den Knast zu kommen."

Eine "klare gesetzliche Regelung" ist da kaum vorstellbar
Sehen wir genauso.
Eine klare gesetzliche Regelung in einer völlig unübersichtlichen Situation ist nicht möglich.

Dazu kommt noch, dass es sich aus Sicht von Politikern um ein Thema handelt bei dem sien nur verlieren können ohne eine Chance etwas gewinnen zu können.
Ein so heißes emotionales Eisen fassen Politiker nur an, wenn es unbedingt sein muss.

von gelöschter Benutzer » Sa 06.07.2019, 14:51

Da kommt die Juristerei an ihre Grenzen.

Das mit dem freien Willen ist halt das Problem. Was ist, wenn er sich es einen Moment nach dem Setzen der Giftspritze doch wieder anders überlegt? Aber dann schon is Koma rutscht? Das ist ein erhebliches Problem für Ärzte. Ich kenne Ärzte, die sagen, "ich rette jeden. Ist mir doch egal, was der irgendwann gesagt hat, ich habe keinen Bock wegen einer Tötung in den Knast zu kommen."

Eine "klare gesetzliche Regelung" ist da kaum vorstellbar

von Lewis Armistead » Sa 06.07.2019, 13:33

Nein.

Hier geht es um rechtliche Absicherung. Helfe ich als Arzt einem Patienten nicht mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, ist das erstmal unterlassene Hilfeleistung.

Dementsprechend ist die obere Regelung der rechtliche Unterbau dafür, der so etwas wie Patientenverfügungen bzgl. Beendigung und/oder Unterlassung lebenserhaltender Maßnahmen überhaupt erst ermöglicht. Andernfalls macht sich der Arzt der unterlassenen Hilfeleistung schuldig.

Umgekehrt ist es so, dass sich der Patientenwille im Akutfall häufig nicht mal eben eindeutig feststellen lässt. Eine Jahre alte Patientenverfügung kann nicht mehr dem aktuellen Willen entsprechen auch wenn sie die Unterschrift des Patienten ziert. Angehörige können behaupten der Patient habe kurz zuvor einen völlig anderen Willen geäußert als da steht oder verschiedene Angehörige machen kontroverse Aussagen. In der Notfallsituation besteht einfach keine Zeit oder Möglichkeit den Willen einwandfrei festzustellen oder den Patient auch nur zu identifizieren. Zweite Regelung dient also der rechtlichen Absicherung der Ärzte im Zweifel erst einmal alle Maßnahmen zu ergreifen und sich im Nachhinein dafür nicht mit Klagen auseinander setzen zu müssen.

Das hat wenig mit Willkür nichts zu tun. Prinzipiell kann ein Patient der in der Lage ist seinen Willen klar und zweifelsfrei zu äußern jede medizinische oder sonstige Maßnahme ablehnen. Ist er zu dieser Willensäußerung nicht mehr in Lage ist die Ermittlung des mutmaßlichen Willens eine komplexe Angelegenheit, die teilweise einfach von den Ereignissen überholt wird und dafür in dieser Situation zunächst einmal alles Menschenmögliche zur Rettung zu tun, sollte sich kein Arzt rechtlich verantworten müssen.

Aber wir stimmen zu, dass das Fehlen klarer Regelungen hier mehr zur Verwirrung als zur Klarheit beitragen.

von Strategienordi » Fr 05.07.2019, 20:39

Also der (Straf-)BGH hat gesagt, dass der Arzt, der einem Sterbewilligen nicht hilft sich keiner Straftat schuldig macht.

Nun hat der (Zivil-)BGH im April gesagt, dass ein Arzt, der ein leidvolles Leben verlängert, dadurch keinen immateriellen Scahden anrichtet, weil auch leidvolles Weiterleben kein Schaden ist. Dürfte also strafrechtlich auch so sein, dass der sich z.B. nicht der Körperverletzung schuldig machen kann bzw. immer gerechfertigt wäre.

Bedeutet das aber nicht letztlich, dass gar nicht der Patient selbstbestimmt entscheidet, ob sein Leben endet, sondern es der Arzt ist, in dessen Willkür es steht, ob er den Patienten rettet oder sterben lässt?

von Vernichter » Fr 03.07.2015, 09:05

Sobald man den unbedingten Todeswunsch nicht mehr als Ausdruck psychischer Krankheit betrachtet, sondern als ein Recht, welches man von der Gesellschaft einfordert, wird es eigentlich unmöglich Depression gesellschaftlich noch als Krankheit einzustufen. Der Wunsch nicht mehr leben zu wollen gehört fast zwangsläufig zu einer Depression. Der Arzt hat kein Kriterium an dem er sagen kann, dass ist jetzt ein freier Wille und das ist keiner. Der Leidensdruck ist kein Kriterium. Der Depressive wird da alles erzählen, nur um umgebracht zu werden. Also bleibt nur eine Art von Qualifikation, also eine Anzahl von Therapieversuchen. Diese Therapien hängen aber ganz wesentlich davon ab, ob eine Art positive Zielsetzung erkämpft werden kann. Wenn man aber nun die Karotte des "leichten" Todes vor die Nase bekommt, wird man geradezu verleitet sich destruktiv zu verhalten. Die Selbstzerstörung durch Passivität ist auch so ein Krankheitsmerkmal von Depression.

Letztlich läuft es immer darauf hinaus die Verfügbarkeit der Todesspritze für alle nach und nach zu erlauben. Dem Sog dieser Logik kann sich eine Gesellschaft dann nicht mehr entziehen. Das sieht man an Belgien ganz gut. Jetzt muss man konstatieren, dass Brüssel mit dieser Entscheidung die Therapien für Depressive sabotiert. Die haben jetzt endlich ihre Möglichkeit der leichten Flucht bekommen. Und da wir den Geisteszustand eines Depressiven in Teilen als durch die Krankheit verwirrt betrachten müssen, ist es für uns eindeutig Mord. Zwar in der Form eines Sirenengesangs, aber trotzdem Mord. Man lotst die Leute gegen die Klippen.

von ulysses » Fr 03.07.2015, 08:56

Alith Anar hat geschrieben:Warum assoziiert Ihr den Begriff "Beseitigung" mit dem freien Willen der Frau?

Eine Beseitigung verbinde ich mit "Gegen den Willen der Betroffenen Person". Dies ist in diesem Fall eindeutig nicht der Fall. 3 Jahre lang wurde eher gegen den Willen der Frau sogar versucht Sie von Ihren Vorstellungen zu heilen. Dies ist nicht geglückt. Man hätte Sie jetzt auch entlassen können, damit Sie sich gleich vor dem Krankenhaus vor ein Auto wirft. Wäre das in eurem Interesse?
Soweit Wir das Thema Depression begreifen, ist die Erwähnung eines freien Willen in diesem Zusammenhang zumindest nicht unproblematisch.

von Longstreet » Fr 03.07.2015, 07:52

Der hochgeschätzte Lo hat es gesagt: Sterbehilfe dient dazu, die Leiden eines unausweichlich im Sterben begriffenen Menschen zu lindern. Nun gibt es viele Krankheitsbilder, die natürlich sehr schwierig, schmerzhaft und kräftezehrend sind, die aber nicht zum Tode führen. Da sollte es wohl völlig außerhalb aller Denkmuster liegen, Sterbehilfe auch nur in Erwägung zu ziehen.

Der Sinn der Medizin ist es doch, Leben zu erhalten. Und nur in absoluten Ausnahmefällen Leiden zu verkürzen. Wo kämen wir hin, wenn jeder Hinz und Kunz seine Leiden nicht mehr aushält. Am Ende führt ein angestossener großer Zeh zu aktiver Sterbehilfe - das ist überspitzt, aber wenn der Patient die Schmerzen nicht ertragen wollen würde?

Man darf nicht vergessen: Suizid ist auch nur ein "Davonlaufen". Ebenso wie bei der Todesstrafe kann der "verlorene Sohn" aber nicht nach Hause zurückkehren. Wir können sehr gut verstehen und begrüßen es sogar, dass sich Ärzte einer solchen Beihilfe entziehen möchten.

von Lewis Armistead » Fr 03.07.2015, 01:53

clone hat geschrieben: Hauptsache der Idealist hat sich die Hände nicht schmutzig gemacht und kann am Ende noch anderen Leuten vorwerfen, sie würden durchöknomisiert handeln. (Insbesondere, weil Ärzte, die ihre Patienten töten, eine Einnahmequelle verlieren, ihren Patienten)
Dieses Argument verbitten wir uns...damit zeigt ihr nur dass ihr von der Materie nicht die geringste Ahnung habt. es gibt unzählige sagenhaft teure Therapien mit geringen Erfolgschancen oder nur zur Linderung von leiden oder Lebensverlängerung von ein paar Wochen die man Patienten angedeihen lässt.

Da ließe sich viel einfacher und mit viel weniger Aufhebens von allen Seiten Geld sparen...

Am meisten ärgert uns, dass es die Ärzte sein sollen die den Patienten etwas vorenthalten oder nur verabreichen wollen um mehr zu verdienen oder Kosten zu sparen. Wann Budgets ausgeschöpft, Behandlungen indiziert sind entscheiden die Krankenkassen...

Vor allem verdient man an depressiven nichts...die Pillen sind vergleichsweise billig weil volkskrankheit und die Patienten brauchen einen Haufen Zeit weil sie viel Redebedarf haben...nichts ist weniger kosteneffizient. Zumal depressive häufig nicht arbeiten und so auch noch auf anderem Wege Mittel aufressen ohne Leistung zu erbringen.

Wir halten Sterbehilfe in dieser Situation für falsch...sie dient per Definition dazu einen unaufhaltsam im sterbeprozess begriffenen Leiden zu ersparen, wenn dies so sein Wunsch ist.

An Depressionen stirbt man aber nun mal nicht direkt.

Und ja mal ganz direkt gefragt: Warum sollten sich Ärzte daran die Hände schmutzig machen? Warum ihr Gewissen damit belasten etwas zu tun was die Patienten genauso gut selbst können. Mal einen Tag an den Rechner gesetzt und man findet genug Wege sich schmerzfrei aus dieser Welt zu befördern. Und wenn es mit einer fetten Überdosis ist. Wenn der Mensch selbst dazu zu faul ist, ist uns das dann ehrlich gesagt auch egal.

von Vernichter » Fr 03.07.2015, 00:56

clone hat geschrieben:Ah jetzt zeigt ihr aber eure Ideale auf: In der idealen Welt des Vernichters muss ein Depressiver auch gegen seinen Willen weiter mit Medikamenten vollgestopft werden, bis er sein Leiden gefälligst selbst vor einem Zugführer beendet oder die sich seit 3 Jahren nicht einstellende Heilung wie durch Handauflegen plötzlich eintrifft. Stattdessen wird einem Depressiven die eigene Entscheidungsfreiheit aberkannt und solange maltretiert bis er endlich, endlich den "Kraftakt" überwunden hat. Hauptsache der Idealist hat sich die Hände nicht schmutzig gemacht und kann am Ende noch anderen Leuten vorwerfen, sie würden durchöknomisiert handeln. (Insbesondere, weil Ärzte, die ihre Patienten töten, eine Einnahmequelle verlieren, ihren Patienten)
Wir wiederholen gerne nochmal. Psychische Erkrankungen und Depressionen im Besonderen sind behandelbar. Was aber leider in Einzelfällen sehr lange in Anspruch nehmen kann. Im Artikel steht nicht einmal etwas von Wahnvorstellungen und einem Buket aus anderen psychischen Erkrankungen. Da ist nur von Depression die Rede. Es stimmt einfach nicht, dass es nicht auflösbar ist. Die Ärzte werden einfach noch keine richtige Medikation oder passende Therapie gefunden haben.

Der nächste Schritt ist in der Argumentation, dass man einem Depressiven auch keine drei Jahre Behandlung zumuten darf. Das Leiden muss schneller beendet werden, falls es der freie Wunsch ist. Wer sind wir Jemanden zu einer Therapie zu zwingen? Wieso diese willkürlichen drei Jahre? Wieso nicht ein Jahr oder ein paar Monate Therapie als Qualifikation für den Todestrakt?

Und natürlich sind es monetäre Erwägungen, die eine grosse Rolle spielen. Depression stützt sich meist auf das gefühlte Versagen innerhalb der Gesellschaft. In der Behandlung wird dann die Entscheidung für einen Abbruch durch Suizid auch durch Überlegungen gestützt, Niemanden mehr zur Last fallen zu wollen. Baut man diese Möglichkeit für Depressive ein, so wird nach einem Rückfall die Entscheidung für den Todestrakt erleichtert. Man sitzt dann seine Zeit ab, um sich endlich qualifizieren zu können und unterläuft auch die Therapie. An der Stelle braucht ihr auch nicht mit Einwänden zu kommen, dass der Depressive sich da schon nicht selbst schädigen und lieber die Chance für eine Heilung ausschöpft, statt sie zu sabotieren. Der Wille sich soweit in die Ecke zu treiben, dass man nicht mehr kann, ist an der Stelle nicht rational motiviert. Spätestens mit diesem Fall hat Belgien ein destruktives Ziel für viele Depressive gegeben. Es funktioniert auch nicht so, dass man nur ein paar Medikamente zu nehmen braucht und schon läuft es. In der Regel braucht es noch eine psychologische Umstellung.

Hat man einmal den Weg der Euthanasie betreten, folgt eben ein Schritt dem anderen.

von [Gast] » Fr 03.07.2015, 00:25

Ah jetzt zeigt ihr aber eure Ideale auf: In der idealen Welt des Vernichters muss ein Depressiver auch gegen seinen Willen weiter mit Medikamenten vollgestopft werden, bis er sein Leiden gefälligst selbst vor einem Zugführer beendet oder die sich seit 3 Jahren nicht einstellende Heilung wie durch Handauflegen plötzlich eintrifft. Stattdessen wird einem Depressiven die eigene Entscheidungsfreiheit aberkannt und solange maltretiert bis er endlich, endlich den "Kraftakt" überwunden hat. Hauptsache der Idealist hat sich die Hände nicht schmutzig gemacht und kann am Ende noch anderen Leuten vorwerfen, sie würden durchöknomisiert handeln. (Insbesondere, weil Ärzte, die ihre Patienten töten, eine Einnahmequelle verlieren, ihren Patienten)

von Vernichter » Fr 03.07.2015, 00:21

clone hat geschrieben:Was genau ist falsch daran, wenn solche Leute nicht mehr mit Selbstmordversuchen wie überdosierte Pillen, der guten alten Knarre, dem Zug oder der Brücke arbeiten müssen, sondern ihnen dieser finale Wunsch erfüllt wird?
Ja, Depressive nicht mehr behandeln. Das verursacht nur unnötige Kosten. Sie müssen nur glaubhaft versichern, nicht mehr leben zu wollen. Was für einen Depressiven nicht so schwierig sein dürfte. Das wird euch jeder Depressive mit Suizidgedanken versichern können. Er hat dann schon "immer alles" getan und versagt. Komisch nur, dass Etliche nach einer Behandlung doch feststellen, dass sie nicht alles getan haben und auch nicht schon "immer" an Suizid gedacht haben. Aber diese Offenbarung muss ja nicht sein, wenn man sie vorher kostengüstig aus dem Leben befördert.

Der Suizid durch herkömmliche Methoden erfolgt häufig nicht, weil es eine Hemmschwelle gibt und es eines Kraftaktes bedarf. Da machen die Menschen doch lieber eine Behandlung. Bei einer Auswahl zwischen Behandlung und einem Euthanasie wird der Kraftakt zum Tode einem genommen, oder jedenfalls stark erleichtert. Da wird der Depressive natürlich stärker dazu tendieren, getötet zu werden, als der wertlosen Kreatur helfen zu wollen als die er sich sieht.

Es ist auch nicht so, dass Depressionen nicht erst nach jahrelanger Behandlung gelöst werden könnten, weil die Ärzte irgendwas falsch dosieren oder die Probleme lange brauchen um soweit psychisch aufgelöst zu werden. Danach leben die Menschen noch ein langes normales Leben, unter bestimmten Voraussetzungen nach ein paar Jahren sogar irgendwann ohne Medikamente. Aber Nein, man tötet lieber einen Menschen der Mitte zwanzig ist.

von Alith Anar » Fr 03.07.2015, 00:04

Warum assoziiert Ihr den Begriff "Beseitigung" mit dem freien Willen der Frau?

Eine Beseitigung verbinde ich mit "Gegen den Willen der Betroffenen Person". Dies ist in diesem Fall eindeutig nicht der Fall. 3 Jahre lang wurde eher gegen den Willen der Frau sogar versucht Sie von Ihren Vorstellungen zu heilen. Dies ist nicht geglückt. Man hätte Sie jetzt auch entlassen können, damit Sie sich gleich vor dem Krankenhaus vor ein Auto wirft. Wäre das in eurem Interesse?

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