"Unsere Mütter - Unsere Väter"

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von 123 » Di 06.08.2013, 20:12

Württemberg hat geschrieben:Und Zensur von Büchern, Filmen, etc. juckt doch heutzutage keine Sau mehr.
Das erzähl mal einem gewissen Mr. Cameron ...

von Württemberg » Di 06.08.2013, 20:04

Typische Sommerloch-Nachricht.

Habe mir vor zwei, drei Jahren aus Jux mal eine Ausgabe des Landsers gekauft: recht langweilige Geschichten voller Pathos und Soldatenkitsch, da sind die Hearts-of-Iron-AARs hier spannender. Und Zensur von Büchern, Filmen, etc. juckt doch heutzutage keine Sau mehr. Wer sich mit solcher Literatur eindecken will, der wird das auch hinkriegen.

von Monty » Di 06.08.2013, 18:22

Könnte man nicht gleich Knopp´s Daumenkino auch mit verbieten. Das würde ich wenigstens als sinnvoll erachten. ;)

von Gfm. Wrangel » Di 06.08.2013, 18:02

Assmann (ein Name, an dem Angelsachsen Freude fänden) :D

von 123 » Di 06.08.2013, 17:57

--> Unsere Väter, unsere Mütter, unsere Landser

Jetzt, wo dem SWC die alten Nazis endgültig ausgehen ...

von Longstreet » Mi 22.05.2013, 09:46

Wir wollten mit unserer Bemerkung ja auch keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen. Es ist aber Tatsache, dass gerade jüdische Auswanderer ab Mitte der 1930er vor größeren Problemen standen (und das nicht bei der Ausreise) als die frühen Exilanten mit "nur" politischem Hintergrund.

Wir wünschen uns auch, dass Wir die Weitsicht besitzen, im Falle einer "Wiederholung"/ähnlichen Entwicklung frühzeitig die Zeichen zu erkennen. Mehr wünschen Wir allerdings solche Zeiten gar nicht erleben zu müssen.

von Jorrig » Di 21.05.2013, 23:53

Arminus hat geschrieben:Das Problem ist aber ein eher Grundproblem von Herrschaft an sich und weniger ein Spezifisches der Nazis.
So hatte ich das auch gemeint.

Dass Emigration schwierig war, ist mir klar. Es gab ja auch keine Garantie, dass das Zielland einen auch wirklich reinlässt. Schengen gab es da noch nicht. Aber das war ja auch persönlich gemeint. Ich bin der Typ dafür, ich hätte das versucht. Ich bin aber froh, nicht vor die Wahl gestellt worden zu sein bislang.

von Jerobeam II. » Di 21.05.2013, 23:15

Teilweise schon vor der Wahl 1933, dann vermehrt; ich kenne allerdings nur ein paar Berichte, auch über die "Verhältnisse" in der CZ und Österreich - teils individuelle Schilderungen, teils generalisierende, aber von Emigranten. Und es waren seit 1933 auch im Ausland die Verhältnisse in D bekannt. Folter, Verfolgung usw. Nochmals zum Thema "Eid" des Reichspräsidenten.

M.W. mußten sich Emigranten in den USA einmal monatlich bei einer Behörde melden; in GB wurden nach 1939 auch Emigranten interniert. Verständlich, aber schade.

von Arminus » Di 21.05.2013, 23:06

Jerobeam II. hat geschrieben:Ein Großteil prominenter SPD-ler und anderer Emigranten sind ja nach Österreich bzw. in die Tschechoslowakei, von dort dann abenteuerlichst nach Frankreich, dann Spanien, dann - mit viel Glück! - in die USA, dort dann auch verdächtigt worden und dementsprechend behandelt (vgl. Isle of Man für Emigranten in Gb) worden ...
Ab und bis wann?

von Jerobeam II. » Di 21.05.2013, 20:34

Ein Großteil prominenter SPD-ler und anderer Emigranten sind ja nach Österreich bzw. in die Tschechoslowakei, von dort dann abenteuerlichst nach Frankreich, dann Spanien, dann - mit viel Glück! - in die USA, dort dann auch verdächtigt worden und dementsprechend behandelt (vgl. Isle of Man für Emigranten in Gb) worden ...

von Arminus » Di 21.05.2013, 20:27

Jorrig hat geschrieben:Man muss es ja auch erst einmal schaffen, mit einer relativ kleinen Bande die ganze Bevölkerung eines Staates unter Kontrolle zu halten.
Das Problem ist aber ein eher Grundproblem von Herrschaft an sich und weniger ein Spezifisches der Nazis.

Was die Migration angeht, denke ich, dass das vorm Zweiten Weltkrieg an sich eine ganze andere Dimension hatte als heute. Kaum Infos über Zielländer, wenig Möglichkeiten, sein Eigentum mitzunhemen, um nicht völlig mittellos im Zielland anzukommen. Verfügt man dann nicht gerade über eine ausgezeichnete berufliche Qualifikationen, die damals auch weniger Menschen gehabt haben werden, wird eine Emigration halt zu einem gewaltigen Glücksspiel. Und auf der anderen Seite die Dinge, die einen zurückhalten. Bei den kommunikativen Mitteln konnte man davon ausgehen, dass man seine Freunde und Verwandte vielleicht nie wieder zu sich bekam. Andere werden für sich aus einer politischen Haltung her eine Verantwortung gesehen haben, dazubleiben. Zuletzt stelle ich mir vor, dass man schwer von einer Rückkehr ausgehen konnte. Selbst wenn man das wirtschaftlich realisieren können sollte... Wenn man schon früh begriff, wie Ernst die Nazis es mit ihrer Sache war, wiese sollte man davon ausgehen, dass man irgendwann hätte zurückkehren können, da das Reich einen weiteren Weltkrieg verlor.

Aus meiner persönlichen Sicht heute würde ich auch emigrieren, aber ich auch vorstellen, wieso das damals nicht in Erwägung gezogen wurde.


(Auch wenn das mit dem Emigrieren nicht immer so gut geklappt hat, eine deutscher Theologe hat sich kurz vorm Krieg gedacht, dass er Europa besser verläßt und sich einen ruhigen Ort im Südpazifik sucht, nur um dann wenige Jahre später mitten in die Kampfhandlungen der Japaner und Allierten zu geraten. :D )

von Longstreet » Di 21.05.2013, 19:20

[B@W] Abominus;881636 hat geschrieben: Abominus;881636"]Kluge Köpfe weist man nicht ab...
Wir hätten beinah etwas ziemlich dummes getan und einen Analogieschluss gepostet, der unser Renommee ins bodenlose gerissen hätte.
Wir danken unserem Mittelalterprofessor für die Warnung vor zu leichtfertigen Analogien...:puh:

von Jerobeam II. » Di 21.05.2013, 18:53

So leicht war das Emigirieren im Großen und Ganzen nicht; es war stark davon abhängig, wer an der Grenze saß oder auch in einem Amt. Wenn kein Kuhhandel möglich war, dann hatte es wohl etwas von Glücksspiel ... für die Masse der Bevölkerung.

von Jorrig » Di 21.05.2013, 11:31

Ich glaube, solche Details sind das kleinste Problem. Man wird ohnehin den grössten Teil seiner Habe zurücklassen müssen. Und eine Ausrede für eine Auslandsreise findet sich meist (Verwandte, Arbeit, Kongress...). Die Entscheidung zu treffen, dürfte das grössere Problem sein. Es wundert mich, dass das nicht mehr Leute gemacht haben. Die Erfahrung aus dem ersten Krieg war ja noch lebendig, und die Begeisterung für einen neuen Krieg hielt sich ja auch in Grenzen. Klar, wenn man erstmal an der Ostfront steht als Soldat, dann ist es zu spät zum Emigrieren.

von Blastwarrior » Di 21.05.2013, 11:27

naja die Frage ist ja:
Wenn ich emigriere geht das dann noch oder bekomm ich dann auch schon den Strick um den Hals, als Vaterlandsverräter?

von Jorrig » Di 21.05.2013, 11:04

Spekulation. Aber wenn ich in diesen Zeiten schon emigriere, dann wäre es wohl damals erst recht so weit gekommen.
Aber ein wenig kann ich das schon nachfühlen, wenn ich als Ausländer ab und zu Werbezeitungen und Flugblätter der rechten Parteien hier (SVP und noch rechts davon) im Briefkasten finde. Wie viel von den Parolen kann man für bare Münze nehmen, und was lassen sie sich noch so alles einfallen, wenn sie erst einmal ausreichend Macht haben? Dazu geschieht das ja inkrementell. Wann ist das Mass voll und der Zeitpunkt gekommen zu emigrieren? Das ist keine leichte Entscheidung, und ich bin froh, dass davon nicht mein Leben abhängt. Man hat einfach nie die Informationen, die Historiker 50 Jahre später haben.

von [B@W] Abominus » Di 21.05.2013, 10:48

James 'Pete' Longstreet hat geschrieben:Aber nur, wenn die Euch reingelassen hätten..... ;)
Kluge Köpfe weist man nicht ab...

von Longstreet » Di 21.05.2013, 10:45

[B@W] Abominus;881633 hat geschrieben: Abominus;881633"]Wir hätten uns dann vermutlich in Großbritannien oder den USA getroffen.
Aber nur, wenn die Euch reingelassen hätten..... ;)

von [B@W] Abominus » Di 21.05.2013, 10:32

Jorrig hat geschrieben:Man muss es ja auch erst einmal schaffen, mit einer relativ kleinen Bande die ganze Bevölkerung eines Staates unter Kontrolle zu halten. Das funktioniert nur mit einer Menge Tricks, um die Bevölkerung zum Mitarbeiten zu bewegen und andere davon abzuhalten, gegen das Regime zu arbeiten. Beides haben die Nazis erreicht. Der normalen Bevölkerung ging es erst einmal besser, ein Grossteil empfand die Umgebung besser als zu Zeiten der Wirtschaftskrise. Das ging auf Kosten der Minderheiten. Widerstand wurde mit Gewalt oder angedrohter Gewalt unterdrückt. Mir macht das wirklich Angst, ich glaube, ich wäre damals emigriert. Schön, solange es noch Ziele zur Emigration gibt.
Wir hätten uns dann vermutlich in Großbritannien oder den USA getroffen.

von Jorrig » Di 21.05.2013, 10:11

Man muss es ja auch erst einmal schaffen, mit einer relativ kleinen Bande die ganze Bevölkerung eines Staates unter Kontrolle zu halten. Das funktioniert nur mit einer Menge Tricks, um die Bevölkerung zum Mitarbeiten zu bewegen und andere davon abzuhalten, gegen das Regime zu arbeiten. Beides haben die Nazis erreicht. Der normalen Bevölkerung ging es erst einmal besser, ein Grossteil empfand die Umgebung besser als zu Zeiten der Wirtschaftskrise. Das ging auf Kosten der Minderheiten. Widerstand wurde mit Gewalt oder angedrohter Gewalt unterdrückt. Mir macht das wirklich Angst, ich glaube, ich wäre damals emigriert. Schön, solange es noch Ziele zur Emigration gibt.

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