ALRON - AAR Thread

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von Stoertebeker » Mi 01.08.2012, 15:31

So, damit es endlich mal einen durchgehenden MP-AAR gibt.
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Die letzten Jahre: Spanien 1795-1819

Nach den vielen Kriegen gegen England sehnte sich Spanien nach Abwechslung. Da fiel dem König ein, dass China sich über die Jahrhunderte immer wieder spanischen Wünschen widersetzt hatte. Da in England gerade eine Regierungskrise wütete (Jorrig nicht da), schickte man 300.000 Mann nach Ostasien.
Mallakka, Shanghai und sämtliche Inseln im Besitz des chinesischen Kaisers wurden genommen. Der Kaiser harrte aus – er hoffte auf das Eintreffen des englischen Königs von seiner Weltreise. Um ihm die Wartezeit zu versüßen, blockierte die spanische Flotte fast sämtliche chinesischen Häfen, wodurch China vom Welthandel ausgeschlossen ward.
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Das Kriegsziel war Malakka und nachdem sein Reich im Chaos zu versinken drohte, willigte der Kaiser ein, das wertvollste Handelszentrum der Welt an Spanien abzutreten.

Die Flotte war noch nicht wieder in Europa eingetroffen, als Frankreich den Krieg erklärte. Die französischen Truppen unter Napoleon vernichteten die noch in Iberien stationierten Verbände und stürmten sich wild durch die iberische Halbinsel. Hierbei traten mehrere Planungsfehler der spanischen Defensivarchitektur zu Tage:
1. war die iberische Halbinsel – abgesehen von den Grenzprovinzen, nur mit großen Festungen versehen. Kein Problem für Napoleon, der dank des hohen Warscorewerts für gutbefestigte Provinzen sehr bald unbequeme Stabhits schicken konnte. Für Befestigungen sollte daher die Devise gelten: Ganz oder gar nicht.
2. Die Flotte wurde als Instrument der Kriegsführung zu wenig eingesetzt. Zwar besann man sich im Laufe des Krieges auf diese ureigene spanische Stärke, überrannte Nordfrankreich und doch da war es bereits zu spät und es lebten kaum noch genügend Männer, um den hervorragenden französischen Anführern in ausreichender Überzahl gegenüberzutreten.

Frankreich forderte im Frieden Navarra, Aragon, Leon und Oporto: Die iberische Halbinsel war zweigeteilt. Der König schäumte und schwor Rache.

Gelegenheit dazu sollte er früher bekommen als erwartet, denn Ms. Boron beschloss, dass Friedensverträge nichts für ihn seien und setzte nach wenigen Monaten Waffenstillstand erneut zum Angriff auf Spanien an.
Diesmal wurde die Flotte von Beginn an eingesetzt, Napoleon konnte in den Ebenen Andalusiens besiegt werden, doch dank des Festungsproblems konnte der Franzose wiederum sehr zügig Stabhits schicken. Da schalteten sich China und der Osmane ein und boten Unterstützung an, da sie die Unfairness des französischen Angriffs begriffen hatten. China sollte Malakka zurückbekommen, der Sultan wollte die Provence. Beide bekamen ihren Lohn, nachdem Frankreich vor der Übermacht der spanischen Koalition kapitulierte und Iberien wieder spanisch war.

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In der Zwischenzeit wurden in Madrid Pläne gesponnen, England noch einmal zu beweisen, dass man auch vor Nelson und Cochrane nicht in die Knie gehen würde.
Nachdem England sich in den merkwürdigen Krieg zwischen Schweden und dem Mogulreich auf Seite des Moguls einmischte, trat Spanien auf Seiten Schwedens bei.
Diesmal entspann sich ein harter, weltweiter Kampf in den Kolonien. Spanien hatte zu Beginn des Krieges seine Flotte gespalten. Das war zwar die Anerkennung der britischen Seehoheit, doch immerhin konnten so stets Schiffe bereitgehalten werden, um England erstens da zu treffen, wo es keine Admiräle hatte und zweitens lebenswichtige Truppentransporte an Kernpunkte des spanischen Imperiums durchzuführen.


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England begann den Krieg mit einer großangelegten Offensive in Nordamarika, der Spanien zunächst nichts entgegenzusetzen hatte, bis endlich Verstärkungen aus dem Mutteland eintrafen und für ein Patt sorgen konnten.

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In Brasilien hingegen stürmten sich die tapferen Spanier mit Unterstützung der ehemals portugiesischen Einwohner der Kolonien vorwärts, auch konnten mit den Falklands und Hawaii zwei englische Handelszentren unter Kontrolle gebracht werden. Die Strategie dahinter bestand darin, den Feind zur Zersplitterung seiner Kräfte zu drängen.

Als Frankreich dem Krieg beitrat, nahm die Koalition das englische Mutterland ins Visier: Eine spanisch-schwedische Flotte konnte den Kanal gerade lange genug von englischen Schiffen freihalten, um Napoleon das Übersetzen zu ermöglichen. Wellington wurde vor den Toren Londons geschlagen und getötet, London selbst fiel: Der Traum Napoleons von der Invasion Englands war Wirklichkeit geworden.

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Doch England hatte inzwischen Preußen für seine Sache gewonnen. Nachdem es sich die Seehoheit in der Nordsee zurückerkämpft hatte, befreiten preußische Truppen London und vernichteten Napoleon. Ein spanisches Expeditionskorps war nötig, um Frankreich bescheidene Vorstöße in Deutschland zu ermöglichen.
Währenddessen beteiligte sich auch der Mogul nun an dem Krieg: 200.000 indische Hilfstruppen landeten in Mexiko und erstürmten die reichsten Provinzen des Imperiums, während der Engländer frische Truppen in die nordamerikanische Prairie führte. Eilig wurden alle Kampffähigen Männer in den Kolonien zu den Waffen gerufen: Man hoffte darauf, dass Seuchen und Nachschubmangel den Gegnern so zusetzen würden, dass 40.000 reichen würden, den Vormarsch aufzuhalten. Tatsächlich schlugen sich die Kolonialtruppen in Costa Rica bravourös und schlugen die kombinierten Truppen der Gegner mehrmals zurück.
Doch damit nicht genug: England landete ein Expeditionskorps in Peru, erstürmte Cuzco. Hier halfen keine Kolonialtruppen mehr. Eilig wurden 120.000 Mann aus dem Mutterland in einer geheimen Mission eingeschifft. Sie konnten die Engländer vor Cuzco vernichtend schlagen und es zurückerobern.

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Da auch in Deutschland inzwischen der Durchbruch gelungen war, bettelten Spaniens Gegner um Frieden. Spanien begnügte sich mit den letzten katholischen Kolonien in Brasilien von England und dankte für den aufregenden Krieg.

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Frankreich nahm sich von Preußen die französischen Gebiete.

Inzwischen neigte sich das MP dem Ende zu. Spanien wollte noch einmal Krieg gegen Gegner führen, die seine Macht noch nicht so sehr zu spüren bekommen hatten und schloss sich daher Frankreich auf seinem Feldzug gegen den Osmanen und Österreich an. Da der Sultan wieder einmal hundserbärmlich jammerte und keinen Krieg führen wollte, beendete man diesen Krieg zügig und konzentrierte sich statt dessen auf Österreich.
Dessen Verrat von 70 Jahren, als Spanien aus Sorge um Österreich keinen Nichtsangriffspakt mit Schweden und Frankreich schloss, und Österreich es ihm damit vergolt, sich Frankreich, Schweden, Preußen und dem Osmanen gegen Spanien anzuschließen, hatte man ihm nicht vergessen.
Österreich hatte der spanischen Übermacht, die sich von See her über Italien ergoss, wenig entgegenzusetzen und trat Apulien und Neapel wieder an Spanien ab.

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Damit hatte Spanien 1819 in Europa fast seine Grenzen von 1740 erreicht.
Allerdings wurde der Herrscher später zu Recht dafür kritisiert, dass er auch die französische Boshaftigkeit, die noch kürzer zurücklag als die österreichische, hätte rächen können und sollen.


Nun denn. Spanien ist 1819 immer noch das stärkste Land. Es war zu Lande jedem anderen stets wenigstens ebenbürtig, bis 1740 klar stärkste Seemacht und konnte sich auch nach Englands Aufstieg zur Seemacht Nr.1 in den Kolonien halten und sein Embargo gegen England durchsetzen.
Spanien hatte die mit Abstand größten Kriegsverluste des MP’s zu beklagen: Knapp 350.000 Dukaten gingen in Kriegen verlustig. Die Verluste sind mehr als doppelt so hoch wie die des nächsten in dieser Rangliste (Preußen mit 150.000). Dennoch konnte Spanien das MP auch wirtschaftlich dominieren und musste nur einmal kurz hinnehmen, dass England größere Einnahmen hatte.

Die Kronräte des spanischen Königshauses hatten also offensichtlich Vieles richtig gemacht - obwohl manche Pläne schlecht und die Niedertracht der Gegner grenzenlos waren.

Im Jahre 1819 endet diese Geschichte Spaniens. Spanien hat die Inquisition inzwischen überwunden und nennt eine der modernsten Verfassungen der Welt sein eigen, nachdem die liberalen Reformer sich durchgesetzt haben. Es ist in Vielem Vorbild für andere Länder der Welt.

von Stoertebeker » Mo 09.07.2012, 16:20

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Spanien in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Die Jahre flossen ins Land – die Niederlage gegen die Koalition der 5 hatte in Spanien schwere Wunden geschlagen.
Zur Erinnerung: So in etwa sah das damals aus:

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Zumal sich auf dem diplomatischen Parkett zunächst keine Möglichkeiten auftaten, das Unrecht zu rächen: Immer noch zitterte Europa vor Spanien und niemand wagte, aus der Allianz auszuscheren.
Bis auf den Sultan des osmanischen Reiches. Er sah die Chance, über ein Bündnis mit Spanien und Russland seinen Besitz auf dem Balkan abzurunden. Spanien schlug ein. Preußen wurde durch ein Handelsembargo zur Kriegserklärung provoziert, Frankreich, Österreich, Schweden und diesmal sogar der Kaiser von China und der Großmogul unterstützten die Koalition, während Russland an der Seite Spaniens in den Krieg zog. England war durch die Abtretung Irlands dazu bewegt worden, neutral zu bleiben.
Insbesondere der Sultan hatte hart unter dem Krieg an 2 Fronten zu leiden, denn Österreich, Preußen und die beiden Ostmächte warfen alles gegen ihn.
Spaniens Führung war hingegen zerstritten, wo man zuschlagen sollte – und so verzettelte man sich. Ein Teil der Kräfte hielt die iberische Halbinsel gegen die Franzosen, ein Teil sorgte in Schweden und Norddeutschland für Unruhe, ohne allerdings den Gegnern entscheidende Verluste beibringen zu können.
Bald änderte sich die Lage: Der Sultan verabschiedete sich mit dem Mogul und dem gelben Manne aus dem Krieg. Spanien war nun gezwungen zu handeln, um langfristig nicht von der Übermacht der Feinde überwältigt zu werden. Zunächst wurde die Pazifikflotte benutzt, um die schwedischen Besitzungen in Australien zu übernehmen. Die Hauptflotte derweil nahm Männer an Bord, um das schwach befestigte Nordfrankreich zu erobern. Schon bald fand sich Schweden in der Lage, einen Frieden akzeptieren zu müssen, in dem es Kopenhagen abtrat. Ein milder Friede für die Koalition.
Eindrücke aus diesem Krieg:

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Der nächste Krieg Spaniens hatte zum Ziel, zusammen mit Schweden den Preußen zur Abtretung Doualas zu bewegen. Da jedoch England auf Seiten der Preußen kämpfte und die spanisch-schwedische Flotte im Sund versenken konnte, war der Krieg schwierig zu gewinnen und wurde bald beendet.

Mehr Erfolg war Spanien in einem weiteren Krieg gegen England beschieden. Wiederum im Bunde mit Schweden wollte man die englische Flotte noch einmal in die Knie zwingen, bevor sie unter Admiral Nelson unschlagbar sein würde. Doch wieder gelang der Coup nicht, wiederum trotz zahlenmäßiger Überlegenheit der kombinierten Flotten.
Doch da ein Teil der spanischen Flotte gerettet werden und die englische nicht überall sein konnte, wurde der Krieg durch die Überlegenheit der spanischen Kolonialstreitkräfte entschieden:

Die englische Flotte verbrachte viel Zeit im Sund, wo Schweden sich allerdings halten konnte:
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Derweil nahmen spanische Truppen Englisch-Brasilien.
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Und drangen nach hartem Ringen auch in Nordamerika vor:
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Der Krieg wurde gegen vier Provinzen im Süden Brasiliens und 2000 Dukaten für Schweden beendet.

Auch wenn nicht alle diese Kriege glücklich verliefen, so zeigten sie doch, dass Spanien immer noch Mittel und Wege findet, um seine Gegner schwer zu treffen. Die Seeherrschaft konnte zuletzt im Blitzkrieg gegen England um 1740 bestätigt werden. Seitdem war England zur See überlegen. Bis 1740 zur See überlegen zu sein spricht allerdings sehr für Spanien.

Ganz umsonst waren diese Kriege übrigens nicht:

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(Verluste aus den Stats. Für die Jahre 1777-1795, 1762-1777 und 1722-1747.)

:D

von Stupor Mundi » Mo 09.07.2012, 00:04

Habsburgische Kriege 1777 - 1795
Friedensschluss, in dem Russland an Preußen Kurland und an Habsburg Jedisan abtritt.

Neuer Krieg, in dem Russland mit Frankreich und Schweden im Bunde beide zurückerobert; außerdem erhält Schweden Kopenhagen und Frankreich Lorraine. England und China greifen zu spät ein, um Preußen noch retten zu können.

Dritter Krieg: Russland greift Habsburg an, dem Preußen hilft. Suvorov überrennt aber alles und stürmt bis Böhmen durch. Preußen tritt Memel ab und Habsburg Volyn und Podlasia (Podlasia und Podolia werden verwechselt).
Parallel führen Spanien/Schweden gegen England Krieg. Frankreich erklärt Krieg an England, dem aber der Chinese hilft. Weißer Friede wird geschlossen. Suvorov metzelte derweil an einem Tag von Wurmser mit 150 000 Mann dahin, was dem Zaren sehr Leid tut. Er verspricht wohlwollende Neutralität, solange die Deutschen mit Frankreich beschäftigt sind, weil Boron lauttönende Kriegsgesänge anstimmt.

Boron erklärt ein halbes Jahr später den Krieg gegen Habsburg, trotz Hinweis auf einen geltenden Waffenstillstand. Die halbe Welt erleidet einen gewaltigen Stabhit wegen der Waffenstillstände: England und China, indem sie nicht wegen Verletzung der Bündnispflichten Stabhit erhalten wollen und weißen Frieden schließen wollen. Preußen aus ähnlichem Grund, aber es will wirklich am Krieg teilnehmen. Frankreich selbst sowieso.
In Frankreich ist die Revolution ausgefallen und noch Anno 1795 herrscht dort Ludwig XVI. Während das Gros der Truppen unter Davout im Alpenraum von Erzherzog Karl verschaukelt werden, stürmt Blücher Paris, Artois und Champagne. Davout wendet sich nach Norden (Zitat Boron: "Der Blücher wird schon nicht so stark sein!"), was Karl und Mack zu weiteren Eroberungen in Schweiz und Seealpen nutzen. Schließlich tritt China, das noch Truppen in Britannien hat, auf Frankreichs Seite in den Krieg ein. Ob das was bringt, wird sich zeigen.

von Jorrig » Mo 25.06.2012, 10:10

Abenteuer in Preussen

Auf einer kleinen Reise durch die europäischen Lande verweilte Lordsiegelbewahrer Jorrig in Berlin beim König Friedrich II. von Preussen. Preussen befand sich gerade im Krieg mit Russland, die diplomatischen Verwicklungen sind ja hinreichend bekannt. Er wurde als naher Freund Preussens zu einem Kriegsrat eingeladen. Der König legte seinen schwedischen und österreichischen Verbündeten die Strategie dar. Jorrig war fasziniert und bemerkte gar nicht, wie leise ein preussischer Offizier nach dem anderen den Raum verliess. Als Friedrich sie schliesslich um Ausführung der Pläne anhalten wollte, war keiner mehr da. "Ach ja", dachte sich Jorrig, "wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, sämtliche preussischen Heere herumkommandieren zu dürfen?" Zu Friedrichs Verblüffung nahm er ihm die Befehle aus der Hand und verliess sogleich den Raum.
Der Krieg währte recht kurz. Preussen konnte die dänischen Festungen problemlos stürmen. Die Armee aus Ostpreussen (Jorrig vergass diese seltsamen deutschen Namen stets sofort wieder) marschierte durch das Baltikum auf Ingermanland. Dort gelang dem General ein schönes Täuschungsmanöver. Er liess von Estland lange nach Pskov marschieren, um einen Angriff auf die 110.000 Russen im Sumpf über einen Fluss zu vermeiden, drehte aber im letzten Moment die Bewegungsrichtung wieder nach St. Petersburg um. Gleichzeitig marschierten die Schweden dort ein. Das Manöver gelang, und die Russen standen plötzlich in Pskov und mussten mit ansehen, wie Preussen und Schweden gemeinsam die Hauptstadt belagerten. Mehr passierte dort bis Kriegsende nicht.
An der übrigen Front konnten die Russen mehrmals in preussischen Gebieten geschlagen werden, allerdings auch unter deutlichen Verlusten.
Dann war der Krieg auch schon vorbei, und Jorrig reiste zurück nach England.

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England

Dort angekommen, warf er einen Blick in die Staatskasse und war leicht verwundert. Über 70000 Dukaten! Man fand schliesslich den schuldigen Bürokraten und dieser Buchhalter, der sich mit den Nullen nicht so auskannte, verbringt nun einen angenehmen Lebensabend in zentraler Londoner Lage direkt an der Themse im "Tower Hotel".

Krieg

Nach der kurzen Aufregung ging auch schon wieder ein Krieg los. Diesmal durfte England mitmachen, es wurde sogar dringend nötig. Spanien wollte Preussen einen auf den Deckel geben und brachte noch seinen Kumpel, die Franzosen mit. Die Bedingungen waren ideal für England:
- Keine eigene Kriegserklärung, also kein Stabilitätsverlust
- Es war das kurze Zeitfenster, in dem England bereits Land und See 51 hatte, alle anderen, inklusive Spanien, aber noch darunter
- In Nordamerika war die Armee angeführt unter dem brillianten Anführer Clive, ein 6-6-6er. Der stirbt 1775, also knapp nach Ende des Krieges.
- England war perfekt gerüstet mit gut 600.000 Soldaten und 936 Kriegsschiffen.
- Gegner Frankreich hiess, dass Englands Flotte in heimischen Gewässern bleiben konnte und trotzdem die Armee auf den Gegner schicken konnte.

Seekrieg im Sund

So lief es denn auch (fast) optimal. Die spanische Flotte wurde vor Kopenhagen gesichtet. Mit der Aussicht auf den schwindenden Techvorsprung und der Möglichkeit der Fesselung der spanischen Flotte, segelten 935 Kriegsschiffe gen Dänemark. Eins blieb zuhause, das mit dem unfähigen Grossadmiral Howe. Stattdessen führte Hood die Flotte an (3-5, wenn ich mich nicht irre). 1250 Schiffe standen im Sund, schwedische und spanische. Die schwedischen zogen in den Hafen, somit blieben noch 950 spanische Schiffe stehen. Hood wunderte sich, dass an den norwegischen Häfen plötzlich diese Blockadesymbole auftauchten - Schweden war in den Krieg eingetreten! Wie hinterhältig! Das machte die Seeschlacht spannend. Am Anfang war keine klare Entscheidung zu erkennen, beide Seiten verloren proportional gleich viele Schiffe. Doch dann wendete sich das Glück zu Seiten der Engländer, und die Schweden und Spanier zogen sich mit insgesamt gut 400 verlorenen Schiffen nach Seeland zurück. Fortan belagerten die englischen Schiffe Kopenhagen, und man ärgerte sich, dass keine englische Armee an Bord gegangen war. Allerdings versuchten Spanier und Schweden noch zweimal eine Flucht aus Seeland. Beide Male wurden sie geschlagen. Schliesslich konnte Hood Admiral Romney mit 90 Schiffen abkommandieren. Der versenkte erst noch 40 schwedische Kriegsschiffe vor Schonen und fuhr dann zurück nach England.

Krieg in Frankreich

Dort hatte der unfähige Admiral Howe den Kanal besetzt und geleitete die englische Armee über den Kanal. Dies war die Entlastung für Preussen, dass von starken spanischen Verbänden und den französischen Truppen etwas unter Druck stand. Die englische Invasion von Calais und Picardie, bei der sie schliesslich auch Paris belagerten, liess die Franzosen umkehren. Sie warfen sich zur Verteidigung der Hauptstadt den Engländern entgegen. Zwar konnte England mehrere Schlachten gewinnen, in Paris aber wurde ihre Armee komplett vernichtet. Fortan beschränkte man sich auf Calais und Picardie. Man sah auch die anrollenden spanischen Verbände und wollte nicht zu viel riskieren. General Amherst hielt also die Picardie gegen die Franzosen, bis die preussische Armee den Schulterschluss machen konnte und Paris schliesslich stürmen konnte.
Zeitweise war der Kanal von den Franzosen besetzt worden. Howe flüchtete vor den 230 Schiffen nach Kent. Das Schiffbauprogramm Englands dauerte noch einige Monate, doch schliesslich konnten die 100 neuen Schiffe und Romneys 90 Kriegsschiffe in den Kanal geschickt werden. Dort trafen sie zur Überraschung der Engländer 115 Galeeren und 79 Transportschiffe. Nur knapp 40 veraltete Kriegsschiffe waren dabei. Die Flotte war so langsam, dass die Engländer noch fast eine Woche in der nächsten Seezone warten mussten, bis die fliehenden Franzosen endlich ankamen.

Krieg in Nordamerika

Der letzte Kriegsschauplatz in Nordamerika war vergleichsweise ruhig. Spanien begann offensiv und konnte die englische Armee anfangs nicht sehen. Es belagerte Mobile und Biloxi. England griff schliesslich die etwa gleich starken Armeen in Biloxi an und schlug sie deutlich. Da sah der spanische Herrscher, welchem General er hier gegenüberstand und stellte fortan jede Offensivbemühungen ein. Somit war dieser wichtige Schauplatz, der ja immer die Gefahr der englischen Niederlage darstellte, komplett neutralisiert.
Insgesamt ein herausragender Sieg Englands, der aber durch die extrem günstigen Umstände stark begünstigt wurde. Da die Umstände der Niederlage gegen Spanien vorher ebenso ungünstig waren, wird dies in England unter "ausgleichende Gerechtigkeit" verbucht.
Die Provinz von Calais ist eine urenglische und gibt England wichtige Ressourcen für zukünftige Aufgaben.

von suo » So 24.06.2012, 16:16

Der Sultan unterzeichnet die Variante in türkischer Sprache. ;)
§1:
Der Sultan zahlt der Koalition über Allianzführer Schweden eine Kriegsentschädigung von 25 Dukaten und scheidet damit aus dem großen Krieg aus.

§2:
China und der Großmogul scheiden ebenfalls aus dem Krieg aus, sofern Spanien als Anführer der Gegnerallianz dies zulässt/wünscht.

§3:
Der Sultan verpflichtet sich, für einen bestimmten Zeitraum seine takviye für Spanien und Russland aufzugeben und Neutralität zu wahren. Die Dauer dieses Zeitraums unterliegt der Geheimhaltung.

§4:
Der Kaiser gibt für den gleichen Zeitraum eine Garantieerklärung zur Unverletzlichkeit der osmanischen Grenzen ab. Jede Nation, die den Sultan angreift, wird als Feind betrachtet.

gezeichnet für den Kaiser
Duke of York
gezeichnet für den Sultan der Osmanen
SUO

von Duke of York » So 24.06.2012, 14:02

Die Konferenz von Peking, 1762

Der Kaiser war ob der Siegesmeldungen der Imperialen Armeen an der Persienfront zwar hocherfreut, gleichzeitig jedoch trübten die enormen Verluste an Menschenleben sein Herz. Der Krieg, der eigentlich die Sache der Europäer war, hatte mittlerweile Millionen Asiaten das Leben gekostet - auf beiden Seiten.
Dies war ein untragbarer Zustand und der musste schnellstens beendet werden.

So wurde ein hochrangiger Unterhändler des Sultans in die Verbotene Stadt geladen und dort mit allen Ehren und herzlicher Freundlichkeit empfangen - ganz so, wie es einem jahrhundertelangen Freunde gebührt.

Man war sich auch schnell ob der Sinnlosigkeit der Auseinandersetzungen einig, nur die Konditionen zur Waffenniederlegung an der Asien-Front mussten noch verhandelt werden. Dies zog sich über mehrere Tage hin, doch am Ende stand folgender Friedensvertrag:



§1:
Der Sultan zahlt der Koalition über Allianzführer Schweden eine Kriegsentschädigung von 25 Dukaten und scheidet damit aus dem großen Krieg aus.

§2:
China und der Großmogul scheiden ebenfalls aus dem Krieg aus, sofern Spanien als Anführer der Gegnerallianz dies zulässt/wünscht.

§3:
Der Sultan verpflichtet sich, für einen bestimmten Zeitraum seine Unterstützung für Spanien und Russland aufzugeben und Neutralität zu wahren. Die Dauer dieses Zeitraums unterliegt der Geheimhaltung.

§4:
Der Kaiser gibt für den gleichen Zeitraum eine Garantieerklärung zur Unverletzlichkeit der osmanischen Grenzen ab. Jede Nation, die den Sultan angreift, wird als Feind betrachtet.



gezeichnet für den Kaiser
Duke of York

von suo » So 24.06.2012, 13:34

Unsägliche Zeiten:
Das Osmanische Reich 1747 bis 1762
Nachdem Spanien unrühmlich besiegt wurde, blickte der Sultan auf die neue Landkarte und sah, dass sich an seiner prekären Nordfront die Lage kein bißchen verbessert hatte.
Die im Kampf gegen Spanien mit den Osmanen vereinten Mitteleuropäer blickten auf die Nachfrage einer Garantie gegen russiche Angriffe betreten zur Seite - hatten sie wohl insgeheim dem Bären versprochen sich am schwarzen Meer und im Kaukasus frei bedienen zu dürfen. Der Krieg von 1720 hatte zudem gezeigt, wie viel preussische Versprechen Wert sind.

Auch die Boten, die nach Peking gesandt wurden, brachten gleiche Antworten:"In Sibirien können wir nicht kämpfen, versucht doch die Russen alleine aufzuhalten!"

So suchte der Sultan nach einer Möglichkeit, mit dem Zaren selbst zu verhandeln. Und diese Möglichkeit eröffnete sich nur über spanische Vermittlung, war der spanische König doch jahrelanger russischer Freund und selbst so weit isoliert, dass ihm jede Hilfe Recht kommen würde.

Durch die Übergabe von Provinzen auf der Krim, die nach uralten Verträgen sowieso einmal den Russen zugesprochen waren, konnte der Zar somit besänftigt werden. Dafür würde der Sultan mit Spaniern und Russen in den Krieg ziehen müssen, wenn die Mitteleuropäische Allianz erneut angreift. Darüber machte man sich in Istanbul wenig Gedanken: Gegen 3 werden sie schon nicht angreifen und dem Mogul hatte man in den letzten Jahren oft genug ausgeholfen, den Chinesen als langjährigen Freund betrachtet. So würde man sich in den nächsten Jahren friedlich der Eingliederung Ostafrikas widmen können.

Doch weit gefehlt. Die mitteleuropäische Allianz war um China und die Moguln angewachsen und die Feindschaft mit Spanien war dem Kaiser von China wichtiger als die Freundschaft mit den Osmanen.
Das Angebot die Feindseligkeiten sofort zu beenden, da der Sultan nicht gegen Inder und Chinesen kämpfen mochte wurde vom schwedischen Allianzführer ausgeschlagen und so nahm das Unheil seinen Lauf.

Die Mitteleuropäer, die den Osmanen auch nie zur Hilfe geeilt waren sondern vielmehr sie immer wieder in Kriege verstrickten, die nur ihrem eigenen Wohl dienten, waren beleidigt und schimpften den Sultan einen Verräter. Die Russen und Spanier fanden es lustig, dass die Mitteleuropäer wohl ihren Prügelknaben gefunden hatten und hielten bedächtig ihre Fronten, schipperten ein wenig in der Ostsee herum und verteilten kluge Ratschläge während die große Allianz über die osmanischen Truppen herfiel.

In letzter Not bat der Sultan schließlich vor den Toren der gerade gefallenen Stadt Isfahan den chinesischen General Hung Li zu einer Unterredung und frug, warum sich Chinesen und Türken eigentlich bekämpften.
Dies war der Anfang zu Verhandlungen, die alsbald in Peking fortgesetzt wurden und dazu führen könnten, dass die türkischen Mütter den Kaiser von China als wahren Freund der Osmanen verehren, während die Väter auf die anhaltende Arroganz der Schweden und Preussen schimpfen.

von Anton » Sa 23.06.2012, 22:33

Preußen 1747-1762

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"...und der Schuft will sich also an den Haaren aus dem Sumpf gezogen haben?"
-"Ganz recht, Eure Majestät"
"Also eigentlich ist dieser Münchhausen ein gemeiner Deserteur, aber die Originalität der Ausreden hat Uns amüsiert. Begnadigen"

...so, oder so ähnlich verliefen Friedrichs Einsätze in der Wallachei. Wie aber wurde der König, der für die Muselmanen Moscheen bauen lassen wollte, zum Feind der Türken? Ganz einfach: vielmehr wurden die Türken zu seinem Feind.

Es fing mit zwei Embargos an, mit denen die Wirtschaft Preußens erdrosselt werden sollte: Spanien und Russland. Sie zu zweit waren schon stark genug, um die zwischen ihnen liegenden Ländereien unter sich aufzuteilen. Doch was preußens Kriegserklärung offenbarte: auch der feige Sultan wollte sich an deutschem Blute schadlos halten und seine an Österreich verlorenen Gebiete wieder besetzen.

Seine Logik war einleuchtend: Der Russe ist zu stark, um gegen ihn zu kämpfen. Der Spanier ist zu einflußreich um ihn zum Feind zu haben. Also will er den Beiden ihre spanischen Stiefel küssen (die Russen tragen auch spanische Stiefel, da sie unfähig sind welche herzustellen und auf die Entwicklungshilfe aus Salamanca angewiesen sind) und lieber mit ihnen die Welt beherrschen als dieselbige von ihrer Unterdrückung zu erlösen.

Damit war für Friedrich auch die Strategie klar: er würde mit seiner Elitetruppe persönlich in den Balkan ziehen um die Türken zu bestrafen. Indessen überließ er Blücher und Ferdinand die Verteidigung der Ostgrenze während von Seydlitz die Küsten vor spanischen Freischärlern schützen mochte. Wenn aber die Türken besiegt sind, würde sich Friedrich mit aller Wucht gegen Russland wenden und dort entweder den größten Sieg der Weltgeschichte erringen, oder, wie so viele Eroberer, elendig erfrieren...

von Duke of York » Sa 23.06.2012, 20:49

Der Drachenthron
Geschichten eines Europäers am Kaiserhof in China



Kapitel 12 - 1747 - 1762




Das kommende Zeitalter versprach, ein eher ruhiges zu werden. Alle Länder waren groß und mächtig geworden, jatten sich jedoch mehrfach in Kriegen aufgerieben, ohne dass jedoch eines deutlich geschwächt oder gestärkt wurde. An der jahrhundertelangen spanischen Dominanz änderte all das nichts.

So beschloss der Kaiser, der militärtechnisch wieder Anschluss gefunden hatte, den letzten verbliebenen hinterindischen Fürsten in die Vasallschaft zu zwingen.
1750 wurde Dai Viet der Krieg erklärt

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Die Viet hatten den gedrillten kaiserlichen Truppen nicht viel entgegenzusetzen, ihre Heere wurden schnell aufgerieben und nach 5-jähriger Plünderung mussten sie die Vasallschaft akzeptieren.


Dann kam im April 1759 der Paukenschlag!
Es hatte sich im fernen Europa eine große Koalition mit Schweden, Preussen, Habsburg und Frankreich gebildet, die sich anschickte, die spanisch-russische Dominanz anzugreifen. Zuvor hatte man sich asiatischer Neutralität versichert.
Diplomatisch offenbar nicht gut abgesichert war der Standpunkt des Sultans, der sich zur Überraschung aller entschied, auf Seiten Spaniens und Russlands in diesen Krieg einzusteigen.
Dies führte zu großem Wehklagen bei der Koalition und vermehrten Hilferufen an den Kaiserhof und dem konnte und wollte sich der Kaiser nunn auch nicht länger verschließen.
War es jahrhundertelang die Strrategie Chinas gewesen, sich ausschliesslich und erfolgreich um asiatische Belange zu kümmern und Europa und Amerika zu ihnorieren, so war nun klar, dass nur ein beherztes Eingreifen eine endgültige beherrschende Dominanz Spaniens würde verhindern können. Und so kam es, dass der Kaiser gemeinsam mit seinem Freund, dem Großmogul, dem anderen gemeinsamen Freund, dem Sultan, den Krieg erklären musste mit dem erklärten Ziel, diesen zur Besinnung und zur Neutralität zu zwingen.

Sogleich wurden Truppen aus China in Marsch gesetzt, doch da sie komplett durch Asien marschieren mussten, gerieten die Truppen des Großmogul im ersten Kriegsjahr unter schwere Bedrängnis und mussten bereits große Grenzregionen räumen.

Dann jedoch schlug die große Stunde der Kaiserlichen Armee unter Führung von General Hung Li (5-4-5-1) und er trat in Isfahan zu einer gewaltigen Schlacht gegen zahlenmäßig überlegene osmanische Truppen an.

Diese Schlacht wurde wenn auch sehr knapp und mit hohen Verlusten für beide Seiten gewonnen und damit läutete sie die Wende im Persien-Krieg ein. Die osmanischen Truppen gerieten in die Defensive, der Großmogul konnte seine Grenzprovinzen zurückerobern und man ging zur Offensive über.
Hung Li mit Resten der Imperialen Armee auf dem Marsch:

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Nachdem das reiche Ssfahan gefallen war, begann der Vormarsch auf Tabaristan. Auch hier kam es zu einer gewaltigen und verlustreichen Feldschlacht.

Doch wieder behielt die Imperiale Armee mit ihren Großmogulschen Verbündeten die Oberhand. Auch die anrückenden Russen, die dem Sultan zu Hilfe eilten, konnten das Schlachtenglück nicht wenden.

Zu Land und zu See wurden immer mehr Truppen herangeschafft. AQuch der zweite chinesische General, Lung (3-4-4), war inzwischen im Kampfgebiet mit frischen Truppen eingetroffen.

Mit dieser gewaltigen und erfolgreichen Offensive war sich der Kaiser sicher, den Sultan zum Einlenken bewegen zu können, da mittlerweile auch der komplette Balkan in die Händer preußischer Truppen gefallen war .......

von suo » Sa 23.06.2012, 09:21

Fazit der Kriege des osmanischen Reiches (1492-1762)


Wenn man solche Verbündeten hat, braucht man keine Feinde mehr. ;)

gegen Spanien/Frankreich: Europa
gegen Österreich/Preussen/Russland: Frankreich
gegen Russland/Österreich: Schweden,Preussen
befreundete Nationen auf Seiten der nordeuropäische Diktatur: China, Mogul
gegen die nordeuropäische Diktatur: Spanien, Russland

von Stupor Mundi » Sa 23.06.2012, 03:03

Die Habsburgischen Lande

Großer Jubel brandete auf, als die buntgeschmückten Husaren durch das enge Spalier der Umstehenden zur Wiener Hofburg ritten. Ein kleiner Junge, der von den Schultern eines grauhaarigen Mannes zu ihnen hinübersah, fragte: "Großvater, was feiern wir denn hier?" Der Alte erwiderte: "Mein Kind, unsere tapferen Soldaten haben gegen die fürchterlichen spanischen Tercios mehrere überlegene Siege errungen. Nun haben wir endlich Neapel wieder erobert, das uns in einem Moment der Schwäche entrissen worden war, und dazu noch Apulien erworben. Nun können wir leckeres Olivenöl für unser Essen günstig bekommen." "Oliven, igitt, ich geh lieber spielen."*


Wenige Jahre später:
"Großvater, ich will endlich in den Krieg ziehen. Die Russen haben ganz Galizien besetzt, das können wir nicht zulassen." "Na gut, alt genug bist Du ja schön. Aber dass Du mir ja jede Woche schreibst. Und keine Frauengeschichten und keinen Wodka. Der ist die neueste Massenvernichtungswaffe der Russen. Bring lieber ein paar sibirische Pelze mit."

Nach fünf Wochen:
"Lieber Großvater! Ich verstehe nicht, warum wir nicht gegen die Russen eingesetzt werden. Die nehmen eine Festung nach der anderen und wir müssen hier durch die Schluchten des Balkan kriechen. Aber Türken verhauen macht Spaß. Die kommen immer in riesigen Haufen an, ohne Schlachtlinie, und wundern sich, dass unsere Kanonen Siebe aus ihnen machen. Und Daun ist ein großartiger Feldherr. Immer besonnen, und nie tollkühn. Und wenn ihm mal ein paar Feinde entkommen, dann ist der Preuße da. Deren König ist kaum weniger begabt als Daun, aber er hat mehr Courage zum Risiko. Die beiden zusammen sind unschlagbar. Neulich haben sie mit 50 000 Mann eine vierfache Übermacht fast aufgerieben. Jetzt steht kein Türke mehr zwischen Donau und Konstantinopel. Bald treiben wir diese aufgeblasenen Hampelmänner wohin sie gehören, in den Bosporus. Danach wird dann hoffentlich der Iwan verdroschen. Mir geht es gut hier. Der Arzt sagt, in drei Tagen werde ich neue Verbände kriegen. Was ist eigentlich eine Epidemie?"

(*Der Verständlichkeit halber wurden die Gespräche in deutsche Hochsprache übersetzt.)

von Jorrig » Fr 22.06.2012, 15:20

Es soll nicht im grossen Orkus der Weltgeschichte verschwinden, dass tatsächlich in den letzten Jahre noch etwas anderes passiert ist als der "Grosse Weltkrieg" (die Dauer ist ja noch nicht bekannt, daher fällt den Gegenwartshistorikern noch kein besserer Name ein). Daher möchte ich euch nun erzählen vom kurzen Krieg zwischen England und Russland.
Ein Grund für die Kriegsplanung war schnell gefunden: Russland verweigerte standhaft den englischen Händlern jedwede Aktion in seinen Umschlagsplätzen. Ein Umstand, den England stets bedauerte und auch versuchte, auf diplomatischem Wege zu lösen. Russland liess sich aber auf kein Abkommen ein, und so plante England für einen Krieg.
Wie führt man als eine Seemacht mit einem kleinen Heer einen Krieg gegen ein Russland mit einer riesigen Streitmacht?
Nun ja, der englische Generalstab kam auf eine glorreiche Idee:
"Also, wir laden einfach alle Truppen auf die Schiffe, fahren nach St. Petersburg, stürmen die Mauern, versenken die gegnerische Flotte und fahren wieder nach Hause, bevor die Russen etwas merken."
Der Plan wurde zu 100% genau so in die Tat umgesetzt. Die englische Kriegsflotte fuhr ganz harmlos an der finnischen Küste herum und vertrödelte noch ein paar Monate nach der Kriegserklärung. Als Briten legt man viel Wert auf "Fair Play" und möchte dem Gegner Zeit geben, sich auf die Situation einzustellen. Böse Zungen behaupten, das irgendein unfähiger Bürokrat die Kriegserklärung im gerade einbrechenden Winter verschickt hatte und damit England seines Überraschungsmomentes beraubt hatte, aber das sind sicher nur böswillige Gerüchte.
Als dann der Tau einsetzte, stand die englische Flotte vor St. Petersburg. Bis hierher hatte also alles funktioniert.
In St. Petersburg standen 90.000 Russen. Auch darauf waren die Engländer vorbereitet. Mit ihren ca. 250.000 Mann gelang es ihnen, die russische Armee komplett zu vernichten. Nun standen allerdings in allen Provinzen ringsum noch einmal je 50-100.000 Mann, die bedrohlich auf die englische Armee zumarschierten. Auf der anderen Seite stand die mächtige Festung St. Petersburg mit ihren 25.000 Verteidigern und mächtigen Bollwerken. Deutete der englische General ein Rückzugsmanöver an, blieben die Heere jedoch stehen.
Dann traf der englische Kommandant die folgenschwere Entscheidung, die Festung nicht zu belagern, sondern zu stürmen. Das klappte nicht so ganz, und die russischen Truppen nutzten die Gelegenheit, um das britische Heer gemeinsam anzugreifen. Das wiederum gelang ihnen gut, und die englische Armee musste sich unter Verlusten der Hälfte ihrer Stärke auf die Schiffe zurückziehen.
Die englische Kriegsführung war wie üblich ziemlich desaströs, daher war man hochzufrieden, als Russland auf einen weissen Frieden einwilligte, der den Engländern wieder Zugang zu den russischen Handelszentren ermöglichte.

Weiterhin geschah nicht viel in England. Der grosse Krieg auf dem Kontinent spielte England natürlich in die Karten. Das Einkommen wurde erhöht, während die kriegführenden Reiche ihr Geld für Soldaten und Schiffe ausgeben müssen und Marktanteile am Handel verlieren. Der Forschungsrückstand ist praktisch aufgeholt, Armee und Flotte wieder aufgebaut, die englische Insel wesentlich stärker befestigt als noch zuvor und auch noch ein paar Werften gebaut. Der Landhandel mit dem Mughalreich bescherte England durch die Investitionen der Ostindischen Kompanie auch noch zusätzliche Manufakturen.
England steht nun in der Position, dass ein Kriegseintritt auf jeder der beiden Seiten voraussichtlich ein Kippen der Balance in dieser Richtung zufolge hätte. Darum wird sich England wohl zunächst weiter zurückhalten müssen.

von Anton » Sa 09.06.2012, 23:32

König Friedrichs Urlaub auf der Costa Brava
Preußen 1722-1747
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Der Rest der Regierungszeit des Soldatenkönigs verlief friedlich. Es wurde viel Pfeife geraucht und derbe Spiele gespielt. Kronprinz Friedrich aber träumte nach seinem traumatischen, misslungenen Fluchtversuch von der weiten Welt...

Indes wurde Europa von der Großen Allianz befriedet. Paris, Berlin, Stockholm, Wien, ja sogar die hohe Pforte beantworteten den massiven Ausbau der Rekrutierungszentren in Spanien mit Eintracht. Denn selbst aus dem finstersten Schwarzafrika wurden Soldaten für die riesigen spanischen Tercios, jene eckigen Borg-Cubes der frühen Neuzeit, herangekarrt.

Und nicht zu unrecht, wie es sich bald rausstellte, denn Spanien überfiel sogleich das neutrale England, und raubte ihm halb Irland. Sodann unternahm es einige Operationen in osmanischem Ostafrika und zwang den Sultan von Zanj in die Lehnstreue. All dies wurde vom vor Angst kreidebleichen Europa mit Schrecken betrachtet.

Preußen jedenfalls zog daraus eine Schlussfolgerung: Es müssen mehr Rekruten her. Darum öffneten von den preußischen Heiden über den märkischen Sand bis an die Weinberge von Rheinhessen Anwerbungsanstalten ihre Pforten. Die soll-Stärke der königlich-preußischen Armee wurde von knapp 300000 Mann auf etwa 600000 verdoppelt.

1740 geschahen zwei denkwürdige Begebenheiten. Zum einen wurde ein gewisser Immanuel Kant an der Albertus-Universität zu Königsberg immatrikuliert. Zum anderen wurde ein gewisser Friedrich Hohenzollern König von Preußen. Dieser ließ verlautbaren, dass er jung und im Besitz einer schlagkräftigen Armee sei, und daher Krieg zu führen gedachte.

Darauf hatte die große Allianz gewartet. Der Krieg lag schon lange in der Luft, und nur der alte Zauderer in Berlin wollte sich seine schöne Armee nicht kaputtschießen lassen. Unter neuer Führung konnte es munter drauf los gehen. Zunächst verblieb Friedrich aber in seinem Hauptquartier im belgischen Spa und schmiedete mit den Franzosen und den Schweden gemeinsame Pläne.

Die Franzosen würden den navarresisch-kantabrischen Frontabschnitt übernehmen, während Preußen sich um die Katalonienfront kümmern würde. Aufgrund der Enge des Frontabschnitts und der ungewissen, drohenden Haltung Russlands kann dabei nicht die ganze preußische Armee eingesetzt werden. Etwa die Hälfte verbleibt unter dem Kommando von Prinz Heinrich in den Ostprovinzen. Friedrich selbst würde die Stabsreserve im Rheinland befehligen. Das Expeditionscorps hingegen würde zunächst vom Reichsgraf Adolph Friedrich von Schulenburg geleitet werden.

Diese Entscheidung, Friedrich nicht gleich in den Kampf ziehen zu lassen, hatte verschiedene Beweggründe. Zum einen musste befürchtet werden, ob nicht ein Millionenheer, auf Schiffe verladen, nur darauf warten würde, ihn Gefangen zu nehmen. 1740 ist das Leben des jungen Königs noch zu kostbar. Später im Krieg dürften die Spanier zu erschöpft sein, um einen solchen Kraftakt zu vollbringen. Außerdem würde sein Erscheinen an der Front, an der Spitze von frischen Truppen, die Moral des Gegners wahrscheinlich brechen. Darum wurde die Armee zunächst von Schulenburg, nach seinem Ableben vom erfahrenen von Schwerin geführt.

Die Realitäten des Krieges haben die Verbündeten schon bald gezwungen, ursprüngliche Pläne aufzugeben. Dadurch, dass der Spanier stets riesige Armeen vom Meer anlanden konnten, hatte man sich auf eine Strategie verlagert, bei der nur Festungen im Binnenland angegriffen wurden. Nach 7 langen Jahren gaben die Spanier auf.

von Jorrig » Do 07.06.2012, 23:36

Am 19. März 1743 führte ein gefeierter englischer Komponist namens George Frederick Handel zum ersten Mal seinen satirischen Kommentar zum spanisch-englischen Krieg in Form eines Oratoriums im Londoner Covent Garden Theatre auf. Es besteht aus je nach Fassung gut 40 Musikstücken, die in wechselnden Rollen einzelne Sänger den grossen spanischen Herrscher loben und als Antwort jeweils das unterworfene englische Volk seine Gefühle kundtut.

Die aufziehenden Kriegswolken folgend auf das plötzliche spanische Interesse am bisher völlig ignorierten Volk der Iren, das darauf folgende Handelsembargo und die verbalen Spitzen kommentiert er mit der Arie "And who may abide the day of his coming".

Im Bewusstsein der Unterlegenheit der englischen Marine wandte England sich an Schweden mit der Frage, ob man uns beistehen würde im Falle des Krieges. Die Antwort lautete: "Schweden hilft, sofern Spanien Englands Kriegsflotte versenken sollte." Das liess England verwirrt zurück. Wie wollte Schweden eine Invasion Englands alleine verhindern, wenn die englische Flotte schon versenkt wäre? Handel kommentierte das mit "He was despised of men", England stand alleine.

Das englische Volk nahm es mit Fatalismus. Handel drückte das mit dem Stück "All we like sheep" aus:

All we like Sheep have gone astray (Messiah) - Handel - YouTube

(Anm. des Übersetzers: Es heisst nicht "Wir alle mögen Schafe".)

Die englische Flotte sank, das Heer wurde vernichtet, London von Spaniern besetzt. England kapitulierte daraufhin und bat um Frieden. Spanien forderte daraufhin die drei katholischen irischen Provinzen. Diesen vergleichsweise milden Frieden kommentiert Handel mit dem Chor "His yoke is easy".

George Frederic Handel - 'His Yoke is Easy, His Burden is Light' from "The Messiah" - YouTube

Kurz darauf erklärten fast alle anderen Staaten Spanien den Krieg, nachdem sie ihre schicken Kasernen endlich fertig ausgebaut hatten. England gab seinen Staatsschatz von gut 15000 Dukaten für den Aufbau einer neuen Flotte aus. Handel kommentierte den grossen Krieg mit der Arie "Why do the nations so furiously rage together?"
Den Aufbau Englands beschrieb er mit dem optimistischen Chorsatz "Lift up your head"

31. (II) Chorus- Lift Up Your Heads, O Ye Gates - YouTube

Auch die anschliessende Einigung mit Spanien und die Vereinbarung eines Abkommens mit Spanien wurde von Handel noch mit aufgenommen mit dem populären Stück "The Lord gave the word":

37. Chorus: The Lord gave the word - YouTube

Im Nachhinein haben irgendwelche Kulturbanausen dieses hochpolitische und zeitgenössische Werk umgestellt und -gedichtet zu einer Elegie auf den Messias, durch den sie den gütigen und mächtigen spanischen Herrscher in diesem Meisterwerk in einem einmaligen Anfall von Undankbarkeit und Blasphemie ersetzten.

von Sultan Suleyman » Mi 06.06.2012, 22:18

Istanbul, 1747.

Er trat einen Schritt zurück.
Ein schweres Schlucken.
Ja, es war vollbracht... Meister Suleyman, einer der talentiertesten Maler des Orients, konnte mich sich zufrieden... nein, wahrlich entzückt sein.

Spanische Dichter, deren Strophen eindrucksvoll über das unendliche Leid, welches über Iberien hereingebrochen war, berichteten, hatten Meister Suleyman inspiriert. Möge auch Unser geschätzter Sultan selbst zur Besinnung kommen und fortan Kriege nur noch in Ehre führen...


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von Stoertebeker » Mo 04.06.2012, 20:16

In Spanien erreicht die Dichtkunst nach dem Siebenjährigen Krieg einen neuen Höhepunkt: ;)
Den tapferen Verteidigern der Freiheit

Fünf finstere Fürsten, geboren im Schatten
zogen im Rudel, zusammen wie Ratten.
Spanien war auserkor‘n, das stolze Stück Erde
zum Opfer der Fresssucht dieser nagenden Herde.

Die Schädlinge strömten, mit arg flinken Beinen
von allen Seiten, sich in Madrid zu vereinen
Franzmann und Preuße, Ösi und Schwede
auch der Türke – sonst eher bekannt für Gerede.

Sie kamen zu siegen, zu fünft und mit List
doch ahnten sie nicht, wie tapfer Du bist.
Wo immer der Feinde unglaubliche Zahl
auf Dich traf: da traf sie auf Stahl.

Dein Herz voller Mut
Dein Arm stark und fest
zeigst Du der Brut
wo man Spanien verlässt.

Den Tode verachtend
den Feind im Visier
verteidigst Du Spanien
gegen jedes Getier.

Dein Blut ist geflossen,
Böses vorerst obsiegt
doch es war nicht umsonst
denn Spanien Dich liebt!

Oh, Held der Ehre
wie groß ist Dein Ruhm!
Auf dass Gott dies höre
Gesegnet sollst ruh‘n.

von suo » So 03.06.2012, 15:14

Da der Sultan in spanischen Augen sowieso nicht weiter an Ansehen verlieren kann und auf Vespasian hört, nimmt er dieses Angebot an, wohlwissend, dass die spanische Portokasse gut gefüllt ist. Er fragt auch an, wie lange er noch weiterjammern muss, bis Spanien die Kriegskosten des unsäglichen Russlandkrieges trägt? :D

von Stoertebeker » So 03.06.2012, 15:10

Zwischenbericht: Sultan vom Weltgeist getretener Hund

Friedlich schlafen die Menschen auf der Welt, durch ihre Köpfe schwirren Träume vom Vollbrachten und künftigen Großtaten. Doch ein herzzerreißendes Jaulen lässt Millionen aus ihrem Schlummer schrecken: "Irgendwer hat wohl wieder Sultan Getretenen Hund beim Dukatenzählen gestört", vermutet einer, "und der beschwört nun den Weltgeist, seiner Schatzkammer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen".

Der König erklärt das Problem zur Chefsache und schickt seinen besten Spion nach Istanbul, um herauszufinden, was genau des Sultans empfindsame Krämerseele derart beschädigt hat. Nach einigen Wochen kommt der Agent, gemartert und von Tinnitus geplagt zurück. "Der Sultan befürchtet, dass die Provinz Serbien, die er vom österreichischen König im Tausch erworben hat, christlich werden könnte." Der König vermutet einen Spaß, denn kein Mensch, selbst Sultan Getretener Hund nicht, würde wegen solchen Kleinigkeiten ein derartiges Theater machen. Doch als er in die traurigen Augen seines Dieners blickt, weiß er, dass dieser die Wahrheit spricht.

Der König schreibt also unter den kreativsten Tüftlern seines Reiches den Auftrag aus, schalldichte Ohrenschützer zu entwickeln und rüstet mit dem besten Modell eine Gesandtschaft aus, die der hohen Pforte das folgende Angebot unterbreitet:

"Die Kosten für eine eventuell notwendige Rekonvertierung Serbiens plus der möglicherweise entstandenen zusätzlichen Stabilitätskosten und entgangenen Steuereinnahmen aus der Provinz Serbien werden aus der königlichen Privatschatulle ersetzt."

Der Klerus hat zunächst Einwände, derartig unchristliche Unternehmen zu unterstützen, doch nach weiteren schlaflosen Nächten erteilt der mächtige Großinquisitor der Gesandtschaft seinen von Herzen kommenden Segen.

von Duke of York » So 03.06.2012, 00:03

China 1706 - 1722

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von Stupor Mundi » Sa 02.06.2012, 23:57

Die Habsburger 1706 - 1722

Viel zu lange schon dauerten die Auseinandersetzungen unter christlichen Brüdern. Ständig zerfleischten sie sich gegenseitig, statt ihre Kräfte zu bündeln und gegen die Ungläubigen einzusetzen. Diese Erkenntnis offenbarte sich dem Kaiser der Römer, König und Böhmen, Ungarn und Jerusalem sowie Erzherzog von Österreich, Joseph dem Ersten. Und er handelte danach:
Die neugewonnene Freundsrochaft mit dem habsburgischen Vetter aus Madrid wurde mit dem Geschenk der Stadt Neapel besiegelt. Der Bourbonenkönig bat lediglich um die Unterstützung Wiens bei der Rückgewinnung der Champagne. Der Kaiser sicherte diese gern zu, erhoffte er sich doch dadurch leichteren Zugang zu erlesenen Schaumweinen für die eigene Tafel. Diese Hilfe wäre aber zu spät gekommen, weil Versailles den Angriff auf Preußen zu einem Zeitpunkt begann, als die Reichstruppen noch nicht kampfbereit waren. Da Frankreichs Heer aber zu schnell zurückgetrieben wurden, wurde lediglich an seine Gegner ein Ultimatum gestellt: Frankreichs aktueller Besitzstand müsse gewahrt bleiben, andernfalls die Böhmische und die Ungarische Armee aktiv würden. Trotz Erfolg dieser Botschaft sammelte sich Groll über die erlittene diplomatische Niederlage im Herzen des Kurfürsten von Brandenburg.

Doch das folgende Festbankett sollte schlimme Folgen zeitigen: Nach der zehnten Flasche Schaumweins wettete der Kaiser mit dem Fürsten von Esterhazy, er werde mittels eines gewaltigen Kreuzzugs das Heilige Land zurückerobern. Dieser aber hielt dagegen und bediente sich schändlicher Mittel zum Gewinn der Wette: er verriet dem Feind Stärke und Marschrouten. Außerdem sorgte er dafür, dass zahlreiche Städte durch Verrat dem Türken die Tore öffneten. Anders war es nicht zu erklären, dass die Muselmänner so erfolgreich waren, obwohl sie zahlreiche Feldschlachten gegen zahlenmäßig weit unterlegene Kontingente verloren. Mehrere Belagerungen konnten aufgehoben werden, in denen Heere von über hunderttausend Mann nach gescheiterten Sturmangriffen demoralisiert waren und vom tapferen Prinzen Eugen höchstpersönlich eliminiert wurden. Leider aber wurde er von Verrätern aus dem Reichsheer - kleindeutschen Separatisten aus Baden und Franken - gefangen und dem Sultan ausgehändigt, der ihn entweder brutal gemeuchelt hat oder ihn seitdem auf einer unbekannten Insel gefangen hält. Seine großartigen Siege gegen dreimalhunderttausend Türken bleiben aber unvergessen. Und wenn die Not im Reich mal am größten ist, wird er wieder erscheinen und die tapferen Völker der Habsburger gegen den Antichristen in die Schlacht führen.

Bis dahin wird man an allen Lagerfeuern Europas davon erzählen: HANS HOTTER singt " PRINZ EUGEN " - YouTube

Nach diesem traurigen Ende des großartigsten Feldherrn aller Zeiten wurden die weitreichenden Pläne aufgegeben und lediglich ein für Stambul sehr vorteilhafter Diktatfrieden geschlossen, in welchem die Provinz Serbien unter habsburgische Herrschaft geriet. Der Verbündete Zar Romanow erhielt für seine Steigbügeldienste einige unbedeutende Landstriche am Schwarzen Meer. Aber er zeigte sich dafür nicht einmal dankbar, sondern brach treulos den geschlossenen Beistandspakt, als der Kaiser von seinem Vasallen, dem Markgrafen von Brandenburg, im Verein mit den Königen von Frankreich und Schweden, hinterrücks überfallen wurde. Noch ehe das Heer vom Balkan nach Baiern gelangen konnte, war der Krieg bereits verloren. In einem Akt beispielloser Raffgier riss der Zoller sich Baden und Würzburg unter den Nagel, während der Bo(u)r(b)one sich einiger Bergdörfer und Gebirgspässe in der Alpen bemächtigte. Das nächste Mal wird der Kaiser sich seine Freunde sorgfältiger auswählen!

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