ist aber arg dumpf. Könnt Ihr doch nicht gutfinden.
OK, setzen wir uns mit einigen der "herzhafteren" Stellen auseinander.
In den Verhandlungen um eine Regierungsbildung in Hessen und Nordrhein-Westfalen standen immer die Spitzenfrauen der Sozialdemokraten im Fokus der Öffentlichkeit, ihnen wurde letztlich das Scheitern der Verhandlungen angelastet.
Niemand hat die Linke damit konfrontiert, dass sie mit ihrem erratischen Verhalten, ihrem Herumirren in Ideologemen der Vergangenheit und dem widerspruchslos, ja stolz hingenommenen Attest, nicht regierungsfähig zu sein, die Hoffnung ihrer Wähler verrät.
Bitte wie? In Hessen hat die Linke gemeint: bei der Umsetzung ihres Programms kann die SPD stets auf die Stimmen der Linken zählen. Wo soll ihr hier Herumirren und Inflexibiltät angelastet werden?
Was Frau Kraft angeht, so wird man nicht übersehen, dass sie nicht nur mit der Linken verhandelt hatte und dass ihre Verhandlungsrunden mit anderen Parteien zu ähnlichen Ergebnissen führten. Da zeigt sich, dass vielleicht nicht die Linke zu starr sei, sondern die Dame zu sehr mit dem Kopf durch die Wand wollte.
Ein Linke-Wähler, und darin irrt die Glosse, will nicht, dass seine Vertreter auf Gedeih und Verderb die SPD unterstützen. Wöllt' er das, hätte er die SPD gewählt. Er will auch keine Fundamentalopposition, aber er will, dass gewisse Standpunkte vertreten werden und die SPD zum konsequenten Vertreten dieser Punkte genötigt wird. Das ist der Sinn der Linken - dass die SPD nicht wie immer links blinkt und rechts abbiegt.
So fehlt die Linke in der kommenden Woche erneut, wenn es darum geht, in der Bundesversammlung Joachim Gauck zu unterstützen.
Warum sollte eine Partei einen Kandidaten unterstützen, der sie für nicht fähig hält, die Regierungsverantwortung zu übernehmen? Der sie und ihre Parteigrößen wiederholt und vehement kritisiert? Ist Wulff so viel schlimmer? Er hat es zumindest nicht nötig, die Linke mit jedem dritten Wort zu verteufeln.
Ein paar Nette Worte, ein Anerkennen als demokratische Partei - ist ja wohl nicht zuviel verlangt, wenn man sich von diesen Leuten wählen lassen will. Er hätte auch einfach sagen können, er stehe nicht für Parteien, sondern für Werte. Aber nein, Gauck hält lieber die ideologische Barriere hoch - da er ja auch "im bürgerlichen Lager" um Stimmen buhlen muss - und dort ist sein großer selling point seine Verdienste um den Antikommunismus und die Hoffnung, ihn für Rote-Socken-Kampagnen einspannen zu können.
Ich habe an sich nichts gegen Gauck als Präsidenten, aber er versteht sich eindeutig nicht als ein Kandidat *auch* von der Linken.
Denn es mag so sein, dass die Linke Krieg nicht für ein Mittel der Politik hält, und das ist schön, aber es sind nun mal nicht alle Erdbewohner Mitglieder der deutschen Linken. Iran, die von ihm unterstützten Hizbullah und Hamas, die pakistanischen Taliban, all diese Herren sind da ganz anderer Meinung.
"Die Linke" scheint auch nicht gerade Hamas, Hisbollah oder sonstwen zu unterstützen, oder? Dass es im Machtbereich der Hamas und der Hisbollah den Menschen schlecht geht und dass dort oft Bomben einschlagen, die weder von Hamas noch von Hisbollah gemacht sind, dürfte auch auffallen - und zu Mitleid mit der weitgehend unschuldigen Bevölkerung dieser Erdgegenden führen.
Die meisten Leute heute verstehen Krieg als Computerspiel. Mit den "Kollateralschäden" können sich die Leute heute gar nicht mehr identifizieren. Wohl aber mit Opfern des Terrorismus.
Ist es links, diesen religiös verblendeten Frauen- und Schwulenhassern die Macht zu überlassen, bloß weil sie Waffen aus China haben?
Zu behaupten, man habe die Lösung aller Probleme der Welt und diese Lösung dann mit Brachialgewalt allen Völkern aufzwingen (damit man nicht engstirnigen rückwärtsgewandten Reaktionären die Macht überlässt) ist unserer verweichlichten "Linken" schon "zu links". Das ist Stalinismus und das geht den Jungs zu weit.
Das erste Kapitel nennt sich „Woher wir kommen, wer wir sind“ und behandelt die Geschichte der deutschen Linken. Es ist ein Text von erschütternder intellektueller Faulheit. Für die Zeit nach 1933 wird zum Schicksal der Genossen geschrieben: „Viele sind von den Nazis getötet worden, andere saßen in Gefängnissen und Lagern oder befanden sich auf der Flucht.“ Wohl wahr. Aber warum kann man im Jahre 2010 nicht sagen, dass viele deutsche Kommunisten und Sozialdemokraten in sowjetischen Lagern und Gefängnissen saßen und von den Nazis nur getötet werden konnten, weil die Sowjets ihre Waggons, die es bereits über die Grenze geschafft hatten, zurück nach Berlin geschickt haben?
1. Beziehen die sich irgendwo auf Stalin? Nein. Es wird in dem Kapitel auch erwähnt, dass viele Sozialdemokraten in der DDR verfolgt wurden - der Autoritarismus, die Unfreiheit, die Staatliche Willkür - es wird alles gesagt.
2. Müssen Liberale, die sich in die Tradition des klassischen Liberalismus stellen, all die Ungerechtigkeiten des 19ten Jahrhunderts auflisten? Müssen die christlichen Parteien in ihrer Präambel die Inquisition erwähnen und verdammen? Warum erwartet dann der Verfasser des FAZ-Artikels einen Abdruck des "Schwarzbuches des Kommunismus" im Anhang des Parteiprogramms der Linken?
[quote="Oliver Guinnes"]Da ja hier viel über die LINKE diskutiert wurde, passt [url=http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E5502774D70BF4909BCEEF91ED36E6692~ATpl~Ecommon~Scontent.html]diese herzhafte Kritik an dieser Partei[/url] hier vielleicht ganz gut.
:gluck: [/quote]
ist aber arg dumpf. Könnt Ihr doch nicht gutfinden.
OK, setzen wir uns mit einigen der "herzhafteren" Stellen auseinander.
[quote]In den Verhandlungen um eine Regierungsbildung in Hessen und Nordrhein-Westfalen standen immer die Spitzenfrauen der Sozialdemokraten im Fokus der Öffentlichkeit, ihnen wurde letztlich das Scheitern der Verhandlungen angelastet.
Niemand hat die Linke damit konfrontiert, dass sie mit ihrem erratischen Verhalten, ihrem Herumirren in Ideologemen der Vergangenheit und dem widerspruchslos, ja stolz hingenommenen Attest, nicht regierungsfähig zu sein, die Hoffnung ihrer Wähler verrät.[/quote]
Bitte wie? In Hessen hat die Linke gemeint: bei der Umsetzung ihres Programms kann die SPD stets auf die Stimmen der Linken zählen. Wo soll ihr hier Herumirren und Inflexibiltät angelastet werden?
Was Frau Kraft angeht, so wird man nicht übersehen, dass sie nicht nur mit der Linken verhandelt hatte und dass ihre Verhandlungsrunden mit anderen Parteien zu ähnlichen Ergebnissen führten. Da zeigt sich, dass vielleicht nicht die Linke zu starr sei, sondern die Dame zu sehr mit dem Kopf durch die Wand wollte.
Ein Linke-Wähler, und darin irrt die Glosse, will nicht, dass seine Vertreter auf Gedeih und Verderb die SPD unterstützen. Wöllt' er das, hätte er die SPD gewählt. Er will auch keine Fundamentalopposition, aber er will, dass gewisse Standpunkte vertreten werden und die SPD zum konsequenten Vertreten dieser Punkte genötigt wird. Das ist der Sinn der Linken - dass die SPD nicht wie immer links blinkt und rechts abbiegt.
[quote]So fehlt die Linke in der kommenden Woche erneut, wenn es darum geht, in der Bundesversammlung Joachim Gauck zu unterstützen.[/quote]
Warum sollte eine Partei einen Kandidaten unterstützen, der sie für nicht fähig hält, die Regierungsverantwortung zu übernehmen? Der sie und ihre Parteigrößen wiederholt und vehement kritisiert? Ist Wulff so viel schlimmer? Er hat es zumindest nicht nötig, die Linke mit jedem dritten Wort zu verteufeln.
Ein paar Nette Worte, ein Anerkennen als demokratische Partei - ist ja wohl nicht zuviel verlangt, wenn man sich von diesen Leuten wählen lassen will. Er hätte auch einfach sagen können, er stehe nicht für Parteien, sondern für Werte. Aber nein, Gauck hält lieber die ideologische Barriere hoch - da er ja auch "im bürgerlichen Lager" um Stimmen buhlen muss - und dort ist sein großer selling point seine Verdienste um den Antikommunismus und die Hoffnung, ihn für Rote-Socken-Kampagnen einspannen zu können.
Ich habe an sich nichts gegen Gauck als Präsidenten, aber er versteht sich eindeutig nicht als ein Kandidat *auch* von der Linken.
[quote]Denn es mag so sein, dass die Linke Krieg nicht für ein Mittel der Politik hält, und das ist schön, aber es sind nun mal nicht alle Erdbewohner Mitglieder der deutschen Linken. Iran, die von ihm unterstützten Hizbullah und Hamas, die pakistanischen Taliban, all diese Herren sind da ganz anderer Meinung.[/quote]"Die Linke" scheint auch nicht gerade Hamas, Hisbollah oder sonstwen zu unterstützen, oder? Dass es im Machtbereich der Hamas und der Hisbollah den Menschen schlecht geht und dass dort oft Bomben einschlagen, die weder von Hamas noch von Hisbollah gemacht sind, dürfte auch auffallen - und zu Mitleid mit der weitgehend unschuldigen Bevölkerung dieser Erdgegenden führen.
Die meisten Leute heute verstehen Krieg als Computerspiel. Mit den "Kollateralschäden" können sich die Leute heute gar nicht mehr identifizieren. Wohl aber mit Opfern des Terrorismus.
[quote]Ist es links, diesen religiös verblendeten Frauen- und Schwulenhassern die Macht zu überlassen, bloß weil sie Waffen aus China haben?[/quote]
Zu behaupten, man habe die Lösung aller Probleme der Welt und diese Lösung dann mit Brachialgewalt allen Völkern aufzwingen (damit man nicht engstirnigen rückwärtsgewandten Reaktionären die Macht überlässt) ist unserer verweichlichten "Linken" schon "zu links". Das ist Stalinismus und das geht den Jungs zu weit. ;)
[quote]Das erste Kapitel nennt sich „Woher wir kommen, wer wir sind“ und behandelt die Geschichte der deutschen Linken. Es ist ein Text von erschütternder intellektueller Faulheit. Für die Zeit nach 1933 wird zum Schicksal der Genossen geschrieben: „Viele sind von den Nazis getötet worden, andere saßen in Gefängnissen und Lagern oder befanden sich auf der Flucht.“ Wohl wahr. Aber warum kann man im Jahre 2010 nicht sagen, dass viele deutsche Kommunisten und Sozialdemokraten in sowjetischen Lagern und Gefängnissen saßen und von den Nazis nur getötet werden konnten, weil die Sowjets ihre Waggons, die es bereits über die Grenze geschafft hatten, zurück nach Berlin geschickt haben?[/quote]
1. Beziehen die sich irgendwo auf Stalin? Nein. Es wird in dem Kapitel auch erwähnt, dass viele Sozialdemokraten in der DDR verfolgt wurden - der Autoritarismus, die Unfreiheit, die Staatliche Willkür - es wird alles gesagt.
2. Müssen Liberale, die sich in die Tradition des klassischen Liberalismus stellen, all die Ungerechtigkeiten des 19ten Jahrhunderts auflisten? Müssen die christlichen Parteien in ihrer Präambel die Inquisition erwähnen und verdammen? Warum erwartet dann der Verfasser des FAZ-Artikels einen Abdruck des "Schwarzbuches des Kommunismus" im Anhang des Parteiprogramms der Linken?