Welche Freude werter Kurfürst
Also, da hätten wir zunächst Dresden von Frederick Taylor.
Erschienen im Pantheon Verlag und wohl auch aktuell erhältlich.
Ich habs in der ehem. Unibuchhandlung erworben.
Hier werden auf knapp 500 Seiten die Ursachen, die Planung und der Ablauf der Bombardierung skizziert.
Die Planung und der Ablauf werden anhand vorliegender Befehle,Luftfotos usw. sehr detailliert wiedergegeben, das ganze wird ergänzt von Augenzeugenberichten und Fotos,Zeitungsartikel,Tagesbefehle etc. aus Dresden selber. Wirkt sehr beeindruckend, wenn man die Orte/Strassen/Plätze die dort beschrieben werden, tagtäglich selber beschreitet...
Der Autor bemüht sich (mMn. recht erfolgreich) die Kontroverse darzustellen und zu beleuchten ohne sich hier auf eine Seite zerren zu lassen.
Dem gegenüber liegt hier:
Inferno Dresden von Walter Weidauer (Dietz Verlag DDR 1966, wohl später der Militärverlag der DDR). Der Autor hier war in den fünfzigern Oberbürgermeister von Dresden und 1945 Augenzeuge.
Interessant hier ist neben der politischen Färbung (kalter Krieg und Antifaschismus) hier vor allem die deutlich divergierenden Opferzahlen und die völlig andere Wahrnehmung des Angriffsverlaufes.
So werden hier z.b. amerikanische Tieffliegerangriffe auf an die Elbe geflüchtete Bürger beschrieben und damit wurde eine bis heute andauernde Debatte ob dies Wahrheit oder Fiktion sei ausgelöst.
Last but not least:
...zum Beispiel Dresden, ein Buch von Wolfgang Paul
(Verlag Wolfgang Weidlich, 1964 Frankfurt a.M.)
Dies ist ein emotional stark eingefärbtes Werk. Der Autor pendelt zwischen Hochbarock und der Konferenz von Jalta wo er Churchill mal eben unterstellt, er hätte die Zerstörung von Dresden geplant und ggü. Stalin angekündigt.
Er gibt übrigens auch die höchste Zahl an Opfern an.
Zusammen ergeben die drei Bücher schon ein recht komplexes Bild, Taylor bezieht sich z.T. auch auf die anderen Autoren.
Viel Vergnügen damit :-)
Es gibt wohl noch was von Irwing hierzu, aber dazu kann ich mich nicht äußern da ich es nicht habe. Die mir bekannten Kritiken sind aber nicht die besten..