von Elvis » Sa 13.09.2008, 16:12
Ich habs mir ja auch gekauft gehabt und spiele jetzt schon geraume Zeit die Diktatur der "Demokratischen Republik Kongo".
Ganz allgemein gesagt merkt man dem Spiel an, das Battlegoat noch nicht viel Erfahrung mit globalen Strategiespielen ala Paradox hat. Der Vorgänger bestand ja nur aus Szenarien ohne Weltumspannende Kampagne.
Beim großem Fokus funktionieren Dinge wie Casus Belli, Diplomatie, Allianzen etc. einfach noch nicht so gut, wie es globale Strategen erwarten. Aber da kann sich noch viel ändern. Das Grundgerüst ist ja gut und vorhanden.
Wie bei jedem Spiel ist natürlich die KI wieder ein Problem. Es gelingt ihr einfach kaum nennenswert andere Gebiete zu erobern. Wenn Russland es schafft Georgien zu annektieren, ist das schon eine der Außnahmen. Aber gut... Russland ist auch mit eigentlich allen seiner Nachbarn im Krieg.
Das Problem der KI ist es, das sie es nicht schafft die garnisonierten Städte der Gegner einzunehmen. Beginnt ein Krieg, ist die KI dabei gar nicht so blöd und greift ortdentlich an. Kommt der erste Angriff allerdings immer mehr aufgrund der Ausfälle ins Stocken, entsteht das Problem. Nun sind fast alle Angriffsbataillone zur Reperatur bzw. Auffrischung und kommen immer nur wieder Kleckerweise zur Front, anstatt geballt. So wirds natürlich nix.
Abgesehen davon fehlt der KI die Fähigkeit Luftwaffe und Artillerie offensiv an der Front einzusetzen. Die KI benutzt diese Einheiten eher zur Verteidigung.
Bei mir in Afrika ist es bis auf Südafrika an der Front immer noch recht übersichtlich geblieben. Etwas gewöhnungsbedürftig kann es aber sein, das je nach Weltregion und Krieg und Zeit wirklich hunderte Einheiten über den Bildschirm wuseln können. Als ich z.B. die Hauptsatdgebiete Südafrikas um Pretoria und Johannisburg stürmte, konnte ich kaum noch erkennen wie die SChlacht eigentlich steht. Aber Gottlob gibt es ja die Pausenfunktion.
Und dann ist das schon spannend wenn man große Urbane Gebiete einkesselt und zum alles entscheidenden Sturm ansetzt. Da wird mechanisierte Infanterie auf die Städte gehetzt, deren Verteidiger mit Artillerie und Bomberangriffen versucht wird zu unterdrücken während ich 7 Bataillone Fallscirmjäger auch noch über Pretoria regnen lasse, während meine Panzer das Umland um die Stadt von letzten Feindpositionen befreien.
Die hohen Anforderungen an gut getimten und organissierteb Massenangriffen um solcherlei Urbane Gebiete von dicht beieinanderliegenden Städten und Industriezentren zu erobern, zeigt aber auch deutlich auf, das die KI wohl NIEMALS in der Lage sein wird solche Gebiete erobern zu können. Egal wieviel Patches auch kommen werden. Aber die Welt besteht ja erstens nicht nur aus solchen sehr hartnäckigen Gebieten und zweitens ist es zwar Schade, aber nicht unbedingt unverzichtbar, wie nun die Kriege KI gegen KI laufen.
Die Diplomatie macht auf dem ersten Blick einen ausgezeichneten Eindruck was seine Funktionen und Möglichkeiten anbelangt. Nur leider krankt es da momentan auch noch stark an der Umsetzung. Aber die Grundlagen stimmen.
Man sollte sich hier aber wohl auch ein paar Hausregeln zulegen. Eine der wichtigsten dürfte vielleicht sein, nur Einheiten zu bauen, die man auch selber erforscht hat. Den die KI ist viel zu freizügig seine Einheitentechnologie zu verkaufen. Der Kongo steht anfangs technologisch auf dem Level von 1975, was extrem niedrig ist. Juckte mich aber nicht weiter, da ich locker die besten Blaupausen von Infanterie, Panzereinheiten, Flugzeugen, Artillerie rund um den Globus zusammenkaufen konnte.
Die Wirtschaft ist zuweilen ein kleines Buch mit sieben Siegeln. Insbesondere was Inflation und Arbeitslosigkeit mit ihren Wechselwirkungen zwischen dem BIP anbelangt. Allerdings muss ich sagen das hier Entwicklungsländer auch wohl schwerer zu spielen sind, weil hier das Ausgangsniveau des BIPs so extrem niedrig ist. So startet mein Kongo mit 1250Dollar BIP/Kopf. Zum Vergleich haben die USA ein BIP von 40.000Dollar pro Kopf. Gerade zu anfang ist es da sehr irritierend das als dritte Welt Land der simple Bau eines einzigen Kraftwerkes da die Wirtschaft von Entwicklungsländern auf den Kopf zu stellen scheint, das BIP explodiert, 18% Arbeitslosigkeit sich in Vollbeschäftigung verwandeln und die Inflationsrate sich bald den 20% annähert. Und das bei einer Bevölkerung von 65 Millionen Einwohnern und dem Bau eines einzigen Kraftwerkes wohlgemerkt. Später beruhigen sich diese extremen Verwerfungen.
Das Problem ist wohl, das selbst ohne den Bau die Entwicklung eine ähnliche Richtung eingeschlagen hätte, den die Startbedingungen der Entwicklungsländer sind offenbar häufig besser als ihre anfängliche Datenlage vermuten lässt. Zumindest wenn ein Mensch das Regime führt. Nach Einstellung der Steuern, Produktion und Sozialausgaben ist der erste Rush wohl kaum noch zu vermeiden.
Schade ist das das Szenario des Spiels impliziert das es um den Kampf von Ressourcen geht, sich das im Spiel aber kaum wiederfindet. Zwar kann nicht jedes Land alles selber produzieren, es sei den es erobert entsprechende Rohstoffgebiete, aber der Weltmarkt bietet bis auf seltene Engpässe eigentlich immer mehr als genügend Ressourcen. Insbesondere gehört der Kampf um Öl ja eigentlich zu der Hintergrundstory des Spiels. Nun ist es zwar tatsächlich spürbar Budgetbelastend wenn man kein Öl selber produzieren kann, aber die Welt ist eigentlich überhäuft von potenziellen Ölquellen und schon recht wenige reichen aus um den Eigenbedarf zu decken und als Exporteur macht man sich alsbald eher Sorgen um einen zu stark sinkenden Ölpreis als einen zu stark steigenden und sieht sich versucht eher das Angebot zu verknappen.
Jetzt liest sich das alles was ich hier schreibe irgendwie unausgegoren und negativ. Aber warum macht das Spiel trotzdem ziemlichen Spass?
Also erstens wird es noch recht regelmäßig und wohl noch länger mit Patches versorgt und so manches Problem lässt sich wohl auch recht leicht noch durch die Patches beheben. Aber die viel wichtigere Motivation ist, das mir kein wirklich vergleichbares anderes Spiel mit diesem Fokus einfällt. Ich habe hier ja nur einen Bruchteil der Möglichkeiten und Funktionen angesprochen, die das Spiel bietet.
Globale Strategiespiele die ungefähr in heutiger Zeit angesiedelt sind und einen so umfassenden Focus von Diplomatie, Forschung, Krieg, Innenpolitik und Wirtschaft bieten, gibt es einfach nicht. Da nimmt man auch in Kauf das es bei der Umsetzung noch nicht rund läuft und hat trotzdem seinen Spass. Das ist schlicht der Innovationsbonus den man als Spieler wohl schätzt.
Bereits ausgetretene Pfade müssen einfach von Beginn an runder laufen, als die neuen Wege um einen Reiz zu bieten.
So bin ich schon sehr gespannt wie das Spiel letztlich nach einer wohl noch Vielzahl erscheinender Patches aussehen wird und bin guter Dinge, wenn Battlegoat diesen Weg weiter verfolgt.
Letztlich dürfte es kein Zufall sein, das gerade Paradox zum Publisher von Battlegoat wurde. Das passt schon irgendwie zusammen.
Ich habs mir ja auch gekauft gehabt und spiele jetzt schon geraume Zeit die Diktatur der "Demokratischen Republik Kongo".
Ganz allgemein gesagt merkt man dem Spiel an, das Battlegoat noch nicht viel Erfahrung mit globalen Strategiespielen ala Paradox hat. Der Vorgänger bestand ja nur aus Szenarien ohne Weltumspannende Kampagne.
Beim großem Fokus funktionieren Dinge wie Casus Belli, Diplomatie, Allianzen etc. einfach noch nicht so gut, wie es globale Strategen erwarten. Aber da kann sich noch viel ändern. Das Grundgerüst ist ja gut und vorhanden.
Wie bei jedem Spiel ist natürlich die KI wieder ein Problem. Es gelingt ihr einfach kaum nennenswert andere Gebiete zu erobern. Wenn Russland es schafft Georgien zu annektieren, ist das schon eine der Außnahmen. Aber gut... Russland ist auch mit eigentlich allen seiner Nachbarn im Krieg.
Das Problem der KI ist es, das sie es nicht schafft die garnisonierten Städte der Gegner einzunehmen. Beginnt ein Krieg, ist die KI dabei gar nicht so blöd und greift ortdentlich an. Kommt der erste Angriff allerdings immer mehr aufgrund der Ausfälle ins Stocken, entsteht das Problem. Nun sind fast alle Angriffsbataillone zur Reperatur bzw. Auffrischung und kommen immer nur wieder Kleckerweise zur Front, anstatt geballt. So wirds natürlich nix.
Abgesehen davon fehlt der KI die Fähigkeit Luftwaffe und Artillerie offensiv an der Front einzusetzen. Die KI benutzt diese Einheiten eher zur Verteidigung.
Bei mir in Afrika ist es bis auf Südafrika an der Front immer noch recht übersichtlich geblieben. Etwas gewöhnungsbedürftig kann es aber sein, das je nach Weltregion und Krieg und Zeit wirklich hunderte Einheiten über den Bildschirm wuseln können. Als ich z.B. die Hauptsatdgebiete Südafrikas um Pretoria und Johannisburg stürmte, konnte ich kaum noch erkennen wie die SChlacht eigentlich steht. Aber Gottlob gibt es ja die Pausenfunktion.
Und dann ist das schon spannend wenn man große Urbane Gebiete einkesselt und zum alles entscheidenden Sturm ansetzt. Da wird mechanisierte Infanterie auf die Städte gehetzt, deren Verteidiger mit Artillerie und Bomberangriffen versucht wird zu unterdrücken während ich 7 Bataillone Fallscirmjäger auch noch über Pretoria regnen lasse, während meine Panzer das Umland um die Stadt von letzten Feindpositionen befreien.
Die hohen Anforderungen an gut getimten und organissierteb Massenangriffen um solcherlei Urbane Gebiete von dicht beieinanderliegenden Städten und Industriezentren zu erobern, zeigt aber auch deutlich auf, das die KI wohl NIEMALS in der Lage sein wird solche Gebiete erobern zu können. Egal wieviel Patches auch kommen werden. Aber die Welt besteht ja erstens nicht nur aus solchen sehr hartnäckigen Gebieten und zweitens ist es zwar Schade, aber nicht unbedingt unverzichtbar, wie nun die Kriege KI gegen KI laufen.
Die Diplomatie macht auf dem ersten Blick einen ausgezeichneten Eindruck was seine Funktionen und Möglichkeiten anbelangt. Nur leider krankt es da momentan auch noch stark an der Umsetzung. Aber die Grundlagen stimmen.
Man sollte sich hier aber wohl auch ein paar Hausregeln zulegen. Eine der wichtigsten dürfte vielleicht sein, nur Einheiten zu bauen, die man auch selber erforscht hat. Den die KI ist viel zu freizügig seine Einheitentechnologie zu verkaufen. Der Kongo steht anfangs technologisch auf dem Level von 1975, was extrem niedrig ist. Juckte mich aber nicht weiter, da ich locker die besten Blaupausen von Infanterie, Panzereinheiten, Flugzeugen, Artillerie rund um den Globus zusammenkaufen konnte.
Die Wirtschaft ist zuweilen ein kleines Buch mit sieben Siegeln. Insbesondere was Inflation und Arbeitslosigkeit mit ihren Wechselwirkungen zwischen dem BIP anbelangt. Allerdings muss ich sagen das hier Entwicklungsländer auch wohl schwerer zu spielen sind, weil hier das Ausgangsniveau des BIPs so extrem niedrig ist. So startet mein Kongo mit 1250Dollar BIP/Kopf. Zum Vergleich haben die USA ein BIP von 40.000Dollar pro Kopf. Gerade zu anfang ist es da sehr irritierend das als dritte Welt Land der simple Bau eines einzigen Kraftwerkes da die Wirtschaft von Entwicklungsländern auf den Kopf zu stellen scheint, das BIP explodiert, 18% Arbeitslosigkeit sich in Vollbeschäftigung verwandeln und die Inflationsrate sich bald den 20% annähert. Und das bei einer Bevölkerung von 65 Millionen Einwohnern und dem Bau eines einzigen Kraftwerkes wohlgemerkt. Später beruhigen sich diese extremen Verwerfungen.
Das Problem ist wohl, das selbst ohne den Bau die Entwicklung eine ähnliche Richtung eingeschlagen hätte, den die Startbedingungen der Entwicklungsländer sind offenbar häufig besser als ihre anfängliche Datenlage vermuten lässt. Zumindest wenn ein Mensch das Regime führt. Nach Einstellung der Steuern, Produktion und Sozialausgaben ist der erste Rush wohl kaum noch zu vermeiden.
Schade ist das das Szenario des Spiels impliziert das es um den Kampf von Ressourcen geht, sich das im Spiel aber kaum wiederfindet. Zwar kann nicht jedes Land alles selber produzieren, es sei den es erobert entsprechende Rohstoffgebiete, aber der Weltmarkt bietet bis auf seltene Engpässe eigentlich immer mehr als genügend Ressourcen. Insbesondere gehört der Kampf um Öl ja eigentlich zu der Hintergrundstory des Spiels. Nun ist es zwar tatsächlich spürbar Budgetbelastend wenn man kein Öl selber produzieren kann, aber die Welt ist eigentlich überhäuft von potenziellen Ölquellen und schon recht wenige reichen aus um den Eigenbedarf zu decken und als Exporteur macht man sich alsbald eher Sorgen um einen zu stark sinkenden Ölpreis als einen zu stark steigenden und sieht sich versucht eher das Angebot zu verknappen.
Jetzt liest sich das alles was ich hier schreibe irgendwie unausgegoren und negativ. Aber warum macht das Spiel trotzdem ziemlichen Spass?
Also erstens wird es noch recht regelmäßig und wohl noch länger mit Patches versorgt und so manches Problem lässt sich wohl auch recht leicht noch durch die Patches beheben. Aber die viel wichtigere Motivation ist, das mir kein wirklich vergleichbares anderes Spiel mit diesem Fokus einfällt. Ich habe hier ja nur einen Bruchteil der Möglichkeiten und Funktionen angesprochen, die das Spiel bietet.
Globale Strategiespiele die ungefähr in heutiger Zeit angesiedelt sind und einen so umfassenden Focus von Diplomatie, Forschung, Krieg, Innenpolitik und Wirtschaft bieten, gibt es einfach nicht. Da nimmt man auch in Kauf das es bei der Umsetzung noch nicht rund läuft und hat trotzdem seinen Spass. Das ist schlicht der Innovationsbonus den man als Spieler wohl schätzt.
Bereits ausgetretene Pfade müssen einfach von Beginn an runder laufen, als die neuen Wege um einen Reiz zu bieten.
So bin ich schon sehr gespannt wie das Spiel letztlich nach einer wohl noch Vielzahl erscheinender Patches aussehen wird und bin guter Dinge, wenn Battlegoat diesen Weg weiter verfolgt.
Letztlich dürfte es kein Zufall sein, das gerade Paradox zum Publisher von Battlegoat wurde. Das passt schon irgendwie zusammen.