Leider gab es wieder einmal eine Verzögerung bei der Fortsetzung des Berichts, aber heute liefere ich wie versprochen die Kampfergebnisse nach.
Die erste Nachricht ist gleich eine schlechte: Meine zaghafte Invasion im Rücken der Virginia-Front wurde ins Meer zurückgetrieben. Die Verluste hielten sich aber in Grenzen.
Mein Fehler war wahrscheinlich, daß ich direkt im Einzugsbereich starker Rebellentruppen landen wollte. Da die Rebellen-Kommandeure recht häufig über Initiative verfügen und somit die KI in der Reaktionsphase auch über mehrere Regionen hinweg Truppen verschieben kann, war es absehbar, daß sich mir ein Abwehrverband entgegenstellen würde.
Der Verlauf von Kämpfen hat übrigens Auswirkungen auf die Anführerwerte. Bei erfolgreichen Aktionen kann sich die Anzahl der Command Points erhöhen und bzw. oder eine frühzeitige Beförderung erfolgen. Im aktuellen Fall erhöht sich der Kommandowert des erfolgreichen Verteidigers A.P. Hill auf 12:
Mein Hauptaugenmerk gilt jedoch den geplanten Offensiven in Tennessee. Ich erinnere daran, daß in diesem Gebiet zwei starke Armeen unter Hallack und Lyon dazu abgestellt wurden, in Richtung Tennessee River vorzustoßen, wobei im laufenden Zug das befestigte Clarksville am Cumberland genommen werden soll.
Zuerst der Angriff auf Nashville, der aber mit schwächeren Kräften geführt wird und eher der Ablenkung dienen soll. Hier der Gefechtsbildschirm, der gerade zeigt, wie eine Miliz unter dem Kommando von Leonidas Polk einen Treffer von seiten schwerer Unionsartillerie kassiert:
Die Gefechtsmechanik von WBTS gefällt mir persönlich sehr gut, da man das Ergebnis nicht einfach präsentiert bekommt, sondern den Verlauf der Kämpfe sukzessive verfolgen kann (gilt allerdings nur für Spiele gegen die KI, da die Combat Phase in den Zug des Gegners fällt und ich diese in einer Pbem-Partie nicht direkt verfolgen kann). Praktisch heißt dies, daß die Verbände nacheinander und vom Schlachtenlärm begleitet in den Kampf ziehen, bis eine Seite den Rückzug antritt. Die Anzeige der genauen Verlustzahlen hat übrigens eher den Sinn, eine authentische Atmosphäre zu erzeugen, denn anders als in AACW werden diese exakten Werte nicht von der Einheitenstärke abgezogen, so daß z.B. eine Einheit, die ursprünglich über 1000 Mann verfügte, nach der Schlacht nur noch 835 Männer hat. Das System von WBTS ist hier etwas abstrakter: Kassiert eine Infanteriebrigade einen Treffer, so wird sie quasi zur Reparatur in die Produktionsschleife geschickt, bei zwei Treffern gilt sie dagegen als aufgerieben und verschwindet komplett aus dem Spiel. Noch eine Anmerkung: Oben rechts wird angezeigt, daß 6600 Männer und 60 Geschütze der Union am Kampf beteiligt sind. Dieser Wert gilt jedoch nur für den aktuellen Stand des Gefechts und erhöht sich im Laufe des Kampfes. Damit wird simuliert, daß sich die Union erst ins Feindgebiet bewegen muß und aufgrund unterschiedlicher Bewegungsraten und Leader Ratings nicht alle Verbände gleichzeitig auf dem Schlachtfeld erscheinen können. Umgekehrt gilt dies auch für etwaige Verstärkungen der Rebellen.
Wie erwartet, muß sich Lyon aus Nashville zurückziehen. Allerdings sind auch auf seiten der Rebellen die Verluste beträchtlich:
Fast noch schwerer dürfte für die Konföderation der Verlust von General Polk wiegen, der aufgrund seines hohen Kommandowertes sogar zum Army Commander geeignet wäre (und auch von der KI öfters als solcher eingesetzt wird).
Wie man hier sieht, können auch bei Niederlagen die Kommandowerte von Anführern steigen, sofern sie sich individuell im Kampf hervorgetan haben.
Dann erfolgt der Hauptschlag gegen Clarksville, ausgeführt von Hallack. Hier gelingt es mir, die Befestigungen der Rebellen zu überrennen. Ich führe diesen Erfolg darauf zurück, daß die KI die Mehrzahl ihrer Reserven in die Schlacht von Nashville geführt hat, so daß Clarksville nur von einer schwachen Verteidigung gedeckt wurde.
Hallack kann einen „Major Victory“ erringen, was prompt zur Erhöhung seines Kommandowerts führt. Offenbar hat sich auch ein gewisser William T. Sherman ausgezeichnet. Die Verwundung von Hamilton, einem eher untergeordneten Unit Commander, läßt sich verschmerzen.
Des weiteren gibt es noch einen kleinen Zwischenfall zur See. Ein Ironclad unter Farragut beschädigt eine Batterie schwerer Geschütze in Fort St. Philip (Mississippi-Delta bei New Orleans).
Ich überspringe die Bewegungsphase der KI (außer den üblichen Aufklärungsmissionen der Kavallerie keine besonderen Vorkommnisse) und komme zum Ende der Ereignisse im Februar 1863. Bevor ich mit dem nächsten Zug dran bin, erhalte ich Meldung über den Zustand der Blockade. Die Lage ist recht zufriedenstellend, denn die konföderierte Einfuhr von Nachschub aus Übersee konnte merklich gedrosselt werden. Man sieht hier auch, welch weitreichenden Effekt die Aktivität von Panzerschiffen im Delta des Mississippi haben kann, da auf diese Weise nicht nur New Orleans, sondern auch wichtige, im Inland gelegene Handelszentren entlang des Flusses gesperrt wurden.
Dann noch der Bericht über Krankmeldungen von Offizieren sowie über sogenannte Abnutzungs- bzw. Zermürbungsverluste bei den Truppen im nun beginnenden März 1863:
Werte Herren, an dieser Stelle bedanke ich mich bei Euch für die Aufmerksamkeit! Ich werde den AAR nun abschließen, da ich jetzt die wichtigsten Features von WBTS und die Grundlagen der Spielmechanik vorgeführt habe. Ich verweise auf den sehr spannenden AAR von Hasardeur, der sozusagen zur weiterführenden Lektüre geeignet ist, da er sich mehr dem eigentlichen Spielverlauf widmet.
Nachträge:
Inzwischen ist mein Spiel einige Züge weiter vorangeschritten, und ich will Euch wenigstens in Kürze über die Ereignisse informieren, vor allem um zu zeigen, wie spannend auch ein Spiel gegen die KI sein kann.
Im Frühjahr 1863 habe ich einige einschneidende Änderungen in der Kommandostruktur vorgenommen. Hallack, der auch über ausgezeichnete administrative Werte verfügt, wurde zum neuen Oberbefehlshaber West ernannt und der unfähige Fremont entlassen. Hallacks Stelle als Armeekommandeur wurde von Ulysses Grant übernommen. Im Osten ist McClellan nach längerer Krankheit wieder im aktiven Dienst und hat das Oberkommando Ost inne.
Der Sommer des Jahres 1863 sah die bisher heftigsten Kämpfe des Krieges. Allerdings veränderte sich die Lage zu meinen Ungunsten. Ein kombinierter Angriff der Armeen Butler und McDowell auf Manassas führte zu einer denkwürdigen Niederlage der Union mit Verlusten von 32 000 Mann. Daraufhin mußte McDowell seinen Hut nehmen. Neuer Kommandeur der Potomac-Armee ist nun der angriffsstarke Sherman, der mit großer Härte die Truppen diszipliniert und wieder auf Vordermann bringen soll.
Im Westen brachte die Berufung von Grant bisher nicht den erwünschten Erfolg. Zwar gelang es der Union, über den Cumberland zu setzen, doch liefen sich weitere Vorstöße in schwierigem Gelände fest. Ein geplanter Angriff auf Nashville wurde zum Debakel, da ich einige große Verbände trotz Initiative nicht aus bewaldetem Gebiet herausführen konnte. Ich faßte den verhängnisvollen Entschluß, von Grant und Lyon Angriffsbewegungen in drei verschiedene Richtungen ausführen zu lassen, da ein konzentrierter Schlag nicht möglich war. Dies Vorgehen, das der Ungeduld des Präsidenten geschuldet war, führte zu historischen Niederlagen bei Shiloh und Nashville. Nur im weniger bedeutenden Murfresboro konnten sich Truppen der Union festsetzen. Daraufhin wurde Grant befohlen, über den Cumberland zurückzugehen, um unter besserer Ausnutzung der vorhandenen Verkehrswege eine neue Offensive vorzubereiten.
Als Erfolge kann ich lediglich die Einnahme einiger Inseln, die der Atlantikküste der Südstaaten vorgelagert sind, verbuchen. Es handelt sich dabei um eine Standardtaktik der Union, da durch amphibische Invasion diverser Inseln die Effektivität der Blockade gesteigert werden kann.
Darüber hinaus operieren meinen Kanonenboote, geführt von guten Seeoffizieren, auf dem oberen Lauf des Mississippi und fügen der schweren Artillerie des Südens insbesondere in Memphis schweren Schaden zu.
Der Siegeswillen der Union ist ungebrochen. Neue Truppen formieren sich, die Fabriken arbeiten mit Hochdruck und bringen die materielle Überlegenheit des Nordens zur Geltung. Allerdings wird die Zeit knapp. Es ist jetzt Herbst 1863, und ich stehe mit meinen Siegpunkten im Keller. Im November 1864 stehen die Präsidentenwahlen an, und ich brauche bis dahin ca. 1000 Siegpunkte, um nicht vom wankelmütigen und bis dahin sicher kriegsmüden Volk aus dem Amt geworfen zu werden. Wenn die Initiative günstig steht, sollen gewaltige Offensiven gegen Manassas, Nashville und später Memphis die ersehnten Siege bringen. Erwogen wird außerdem eine amphibische Invasion bei New Orleans, eventuell auch die massive Verstärkung von Fort Monroe, um von dort aus das nahe Richmond zu bedrohen. Erringe ich einen „strategic victory“, werde ich die Emanzipationsakte erlassen und vielleicht sogar die schwarze Bevölkerung zu den Waffen rufen...
Glory, Glory Hallelujah!
Leider gab es wieder einmal eine Verzögerung bei der Fortsetzung des Berichts, aber heute liefere ich wie versprochen die Kampfergebnisse nach.
Die erste Nachricht ist gleich eine schlechte: Meine zaghafte Invasion im Rücken der Virginia-Front wurde ins Meer zurückgetrieben. Die Verluste hielten sich aber in Grenzen.
[url=http://imageshack.us][img]http://img295.imageshack.us/img295/899/kampf1tg3.jpg[/img][/url]
Mein Fehler war wahrscheinlich, daß ich direkt im Einzugsbereich starker Rebellentruppen landen wollte. Da die Rebellen-Kommandeure recht häufig über Initiative verfügen und somit die KI in der Reaktionsphase auch über mehrere Regionen hinweg Truppen verschieben kann, war es absehbar, daß sich mir ein Abwehrverband entgegenstellen würde.
Der Verlauf von Kämpfen hat übrigens Auswirkungen auf die Anführerwerte. Bei erfolgreichen Aktionen kann sich die Anzahl der Command Points erhöhen und bzw. oder eine frühzeitige Beförderung erfolgen. Im aktuellen Fall erhöht sich der Kommandowert des erfolgreichen Verteidigers A.P. Hill auf 12:
[url=http://imageshack.us][img]http://img295.imageshack.us/img295/1069/kampf2oz4.jpg[/img][/url]
Mein Hauptaugenmerk gilt jedoch den geplanten Offensiven in Tennessee. Ich erinnere daran, daß in diesem Gebiet zwei starke Armeen unter Hallack und Lyon dazu abgestellt wurden, in Richtung Tennessee River vorzustoßen, wobei im laufenden Zug das befestigte Clarksville am Cumberland genommen werden soll.
Zuerst der Angriff auf Nashville, der aber mit schwächeren Kräften geführt wird und eher der Ablenkung dienen soll. Hier der Gefechtsbildschirm, der gerade zeigt, wie eine Miliz unter dem Kommando von Leonidas Polk einen Treffer von seiten schwerer Unionsartillerie kassiert:
[url=http://imageshack.us][img]http://img181.imageshack.us/img181/8638/kampf3ks2.jpg[/img][/url]
Die Gefechtsmechanik von WBTS gefällt mir persönlich sehr gut, da man das Ergebnis nicht einfach präsentiert bekommt, sondern den Verlauf der Kämpfe sukzessive verfolgen kann (gilt allerdings nur für Spiele gegen die KI, da die Combat Phase in den Zug des Gegners fällt und ich diese in einer Pbem-Partie nicht direkt verfolgen kann). Praktisch heißt dies, daß die Verbände nacheinander und vom Schlachtenlärm begleitet in den Kampf ziehen, bis eine Seite den Rückzug antritt. Die Anzeige der genauen Verlustzahlen hat übrigens eher den Sinn, eine authentische Atmosphäre zu erzeugen, denn anders als in AACW werden diese exakten Werte nicht von der Einheitenstärke abgezogen, so daß z.B. eine Einheit, die ursprünglich über 1000 Mann verfügte, nach der Schlacht nur noch 835 Männer hat. Das System von WBTS ist hier etwas abstrakter: Kassiert eine Infanteriebrigade einen Treffer, so wird sie quasi zur Reparatur in die Produktionsschleife geschickt, bei zwei Treffern gilt sie dagegen als aufgerieben und verschwindet komplett aus dem Spiel. Noch eine Anmerkung: Oben rechts wird angezeigt, daß 6600 Männer und 60 Geschütze der Union am Kampf beteiligt sind. Dieser Wert gilt jedoch nur für den aktuellen Stand des Gefechts und erhöht sich im Laufe des Kampfes. Damit wird simuliert, daß sich die Union erst ins Feindgebiet bewegen muß und aufgrund unterschiedlicher Bewegungsraten und Leader Ratings nicht alle Verbände gleichzeitig auf dem Schlachtfeld erscheinen können. Umgekehrt gilt dies auch für etwaige Verstärkungen der Rebellen.
Wie erwartet, muß sich Lyon aus Nashville zurückziehen. Allerdings sind auch auf seiten der Rebellen die Verluste beträchtlich:
[url=http://imageshack.us][img]http://img295.imageshack.us/img295/4870/kampf4xt7.jpg[/img][/url]
Fast noch schwerer dürfte für die Konföderation der Verlust von General Polk wiegen, der aufgrund seines hohen Kommandowertes sogar zum Army Commander geeignet wäre (und auch von der KI öfters als solcher eingesetzt wird).
[url=http://imageshack.us][img]http://img295.imageshack.us/img295/3935/kampf5ud9.jpg[/img][/url]
Wie man hier sieht, können auch bei Niederlagen die Kommandowerte von Anführern steigen, sofern sie sich individuell im Kampf hervorgetan haben.
Dann erfolgt der Hauptschlag gegen Clarksville, ausgeführt von Hallack. Hier gelingt es mir, die Befestigungen der Rebellen zu überrennen. Ich führe diesen Erfolg darauf zurück, daß die KI die Mehrzahl ihrer Reserven in die Schlacht von Nashville geführt hat, so daß Clarksville nur von einer schwachen Verteidigung gedeckt wurde.
[url=http://imageshack.us][img]http://img181.imageshack.us/img181/6503/kampf7gb8.jpg[/img][/url]
Hallack kann einen „Major Victory“ erringen, was prompt zur Erhöhung seines Kommandowerts führt. Offenbar hat sich auch ein gewisser William T. Sherman ausgezeichnet. Die Verwundung von Hamilton, einem eher untergeordneten Unit Commander, läßt sich verschmerzen.
[url=http://imageshack.us][img]http://img131.imageshack.us/img131/8089/kampf8gh8.jpg[/img][/url]
Des weiteren gibt es noch einen kleinen Zwischenfall zur See. Ein Ironclad unter Farragut beschädigt eine Batterie schwerer Geschütze in Fort St. Philip (Mississippi-Delta bei New Orleans).
[url=http://imageshack.us][img]http://img181.imageshack.us/img181/8383/kampf9mw4.jpg[/img][/url]
Ich überspringe die Bewegungsphase der KI (außer den üblichen Aufklärungsmissionen der Kavallerie keine besonderen Vorkommnisse) und komme zum Ende der Ereignisse im Februar 1863. Bevor ich mit dem nächsten Zug dran bin, erhalte ich Meldung über den Zustand der Blockade. Die Lage ist recht zufriedenstellend, denn die konföderierte Einfuhr von Nachschub aus Übersee konnte merklich gedrosselt werden. Man sieht hier auch, welch weitreichenden Effekt die Aktivität von Panzerschiffen im Delta des Mississippi haben kann, da auf diese Weise nicht nur New Orleans, sondern auch wichtige, im Inland gelegene Handelszentren entlang des Flusses gesperrt wurden.
[url=http://imageshack.us][img]http://img131.imageshack.us/img131/1663/turn3tk4.jpg[/img][/url]
Dann noch der Bericht über Krankmeldungen von Offizieren sowie über sogenannte Abnutzungs- bzw. Zermürbungsverluste bei den Truppen im nun beginnenden März 1863:
[url=http://imageshack.us][img]http://img131.imageshack.us/img131/5527/turn4py4.jpg[/img][/url]
Werte Herren, an dieser Stelle bedanke ich mich bei Euch für die Aufmerksamkeit! Ich werde den AAR nun abschließen, da ich jetzt die wichtigsten Features von WBTS und die Grundlagen der Spielmechanik vorgeführt habe. Ich verweise auf den sehr spannenden AAR von Hasardeur, der sozusagen zur weiterführenden Lektüre geeignet ist, da er sich mehr dem eigentlichen Spielverlauf widmet.
[b]Nachträge:[/b]
Inzwischen ist mein Spiel einige Züge weiter vorangeschritten, und ich will Euch wenigstens in Kürze über die Ereignisse informieren, vor allem um zu zeigen, wie spannend auch ein Spiel gegen die KI sein kann.
Im Frühjahr 1863 habe ich einige einschneidende Änderungen in der Kommandostruktur vorgenommen. Hallack, der auch über ausgezeichnete administrative Werte verfügt, wurde zum neuen Oberbefehlshaber West ernannt und der unfähige Fremont entlassen. Hallacks Stelle als Armeekommandeur wurde von Ulysses Grant übernommen. Im Osten ist McClellan nach längerer Krankheit wieder im aktiven Dienst und hat das Oberkommando Ost inne.
Der Sommer des Jahres 1863 sah die bisher heftigsten Kämpfe des Krieges. Allerdings veränderte sich die Lage zu meinen Ungunsten. Ein kombinierter Angriff der Armeen Butler und McDowell auf Manassas führte zu einer denkwürdigen Niederlage der Union mit Verlusten von 32 000 Mann. Daraufhin mußte McDowell seinen Hut nehmen. Neuer Kommandeur der Potomac-Armee ist nun der angriffsstarke Sherman, der mit großer Härte die Truppen diszipliniert und wieder auf Vordermann bringen soll.
Im Westen brachte die Berufung von Grant bisher nicht den erwünschten Erfolg. Zwar gelang es der Union, über den Cumberland zu setzen, doch liefen sich weitere Vorstöße in schwierigem Gelände fest. Ein geplanter Angriff auf Nashville wurde zum Debakel, da ich einige große Verbände trotz Initiative nicht aus bewaldetem Gebiet herausführen konnte. Ich faßte den verhängnisvollen Entschluß, von Grant und Lyon Angriffsbewegungen in drei verschiedene Richtungen ausführen zu lassen, da ein konzentrierter Schlag nicht möglich war. Dies Vorgehen, das der Ungeduld des Präsidenten geschuldet war, führte zu historischen Niederlagen bei Shiloh und Nashville. Nur im weniger bedeutenden Murfresboro konnten sich Truppen der Union festsetzen. Daraufhin wurde Grant befohlen, über den Cumberland zurückzugehen, um unter besserer Ausnutzung der vorhandenen Verkehrswege eine neue Offensive vorzubereiten.
Als Erfolge kann ich lediglich die Einnahme einiger Inseln, die der Atlantikküste der Südstaaten vorgelagert sind, verbuchen. Es handelt sich dabei um eine Standardtaktik der Union, da durch amphibische Invasion diverser Inseln die Effektivität der Blockade gesteigert werden kann.
Darüber hinaus operieren meinen Kanonenboote, geführt von guten Seeoffizieren, auf dem oberen Lauf des Mississippi und fügen der schweren Artillerie des Südens insbesondere in Memphis schweren Schaden zu.
Der Siegeswillen der Union ist ungebrochen. Neue Truppen formieren sich, die Fabriken arbeiten mit Hochdruck und bringen die materielle Überlegenheit des Nordens zur Geltung. Allerdings wird die Zeit knapp. Es ist jetzt Herbst 1863, und ich stehe mit meinen Siegpunkten im Keller. Im November 1864 stehen die Präsidentenwahlen an, und ich brauche bis dahin ca. 1000 Siegpunkte, um nicht vom wankelmütigen und bis dahin sicher kriegsmüden Volk aus dem Amt geworfen zu werden. Wenn die Initiative günstig steht, sollen gewaltige Offensiven gegen Manassas, Nashville und später Memphis die ersehnten Siege bringen. Erwogen wird außerdem eine amphibische Invasion bei New Orleans, eventuell auch die massive Verstärkung von Fort Monroe, um von dort aus das nahe Richmond zu bedrohen. Erringe ich einen „strategic victory“, werde ich die Emanzipationsakte erlassen und vielleicht sogar die schwarze Bevölkerung zu den Waffen rufen...
Glory, Glory Hallelujah!